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Datenbank Tierversuche

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4964 Ergebnisse wurden gefunden

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Dokument 291Titel: Das entzündungshemmende und immunmodulatorische Potenzial von humanem Immunglobulin intrathekal verabreicht bei Lewis-Ratten mit experimenteller Autoimmun-Neuritis
Hintergrund: Seit 1952 werden Immunglobuline effektiv beim Menschen mit Neuropathien angewendet. In dieser Studie wird gezeigt, wie man menschliche Immunglobuline bei Ratten "dosissparend" einsetzten kann, wenn diese künstlich krank gemacht wurden.
Tiere: 107 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom zuständigen Amt in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die Ratten der Zuchtlinie Lewis werden bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Den Tieren werden unter Anästhesie Freund’sches Adjuvans und abgetötete Tuberkulosebakterien in die Schwanzvene injiziert. Dadurch wird eine experimentelle autoimmune Neuritis (Nervenentzündung) ausgelöst, d.h, das körpereigene Abwehrsystem wird dazu gebracht, das eigene Nervengewebe anzugreifen und zu zerstören. Die Tiere werden täglich auf ihre Krankheitsanzeichen beurteilt. Die Klassifizierung geht von 1 bis 10, wobei diese die unterschiedlichen Grade der Lähmungen beschreiben. Grad 6 bedeutet beispielsweise mittelschwere Lähmung, Grad 7 schwere Lähmungen, Grad 8 komplette Lähmung aller vier Beine, Grad 9 sterbend und Grad 10 Tod.

Den kranken Tieren werden unter Narkose zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Mengen an Immunglobulinen zwischen den 4. und 5. Lendenwirbel in den flüssigkeitsgefüllten Raum zwischen Rückenmark und Wirbel (intrathekal) gespritzt. Die Immunglobuline stammen von Menschen, die Plasma gespendet haben. Eine Kontrollgruppe erhält eine wirkungslose Substanz. 18 Tage nach der Injektion wird ein Funktionstest des Ischiasnervs durchgeführt. Dazu wird unter Narkose im Hüftbereich eine Elektrode durch Haut und Muskelgewebe gestochen. Durch Stromstöße wird der Ischiasnerv gereizt. Am Fuß wird eine Aufzeichnungselektrode auf die Haut gesetzt, die die ankommenden Nervenimpulse misst. Danach werden die Ratten getötet, indem eine Flüssigkeit in ihr Herz injiziert wird, bis das ganze Blut ausgetauscht ist (Perfusion).

Die Arbeit wurde von der Firma CSL Behring unterstützt.

Bereich: Neurologie

Originaltitel: Anti-inflammatory and immunomodulatory potential of human immunoglobulin applied intrathecally in Lewis rat experimental autoimmune neuritis

Autoren: Kalliopi Pitarokoili*, Felix Kohle, Jeremias Motte, Oluwaseun Fatoba, Xiomara Pedreituria, Ralf Gold, Min-Suk Yoon

Institute: Klinik für Neurologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum

Zeitschrift: Journal of Neuroimmunology 2017: 309; 58-67

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4793



Dokument 292Titel: Einfluss von Tramadol auf akutes thermisches und mechanisches Schmerzempfinden bei Hunden
Hintergrund: Das Opoid Tramadol wird schon lange in der Tier- und Humanmedizin eingesetzt. Hier soll der schmerzlindernde Effekt von intravenösem Tramadol auf akute thermische und mechanische Schmerzen erneut bei 6 Beagle untersucht werden.
Tiere: 6 Hunde (Beagle)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Niedersachsen (LAVES) genehmigt. Die Tiere stammen aus dem Stall der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Die Hunde bekommen zwischen 0, 1 oder 4 mg/kg des Opioids Tramadol in eine Vene verabreicht. Um den Tieren thermische Schmerzen zuzufügen, wird ein käuflich zu erwerbendes Gerät am seitlichen Brustkorb angebracht. Das Gerät habe sich schon oft bewährt, Hunden und Katzen Schmerzen zuzufügen. Für "optimalen" Hautkontakt sorgt ein Ballon, der eine heiße Sonde mit Druck auf die Haut brennt. Die Temperatur wird langsam auf 55°C erhöht und die Reaktion der Hunde beobachtet. Bei einer deutlichen Reaktion der Hunde wird aufgehört. Dieser Temperaturtest wird zweimal vor der Opioidgabe und 17 Mal innerhalb von 24 Stunden danach durchgeführt.

Die mechanischen Schmerzen werden mit drei Metall-Stiften zugefügt, in dem diese auf den Unterarm gedrückt werden. Der Test wird genauso oft wie der Temperaturtest durchgeführt. Durch einen Venenzugang werden mehrere Blutproben genommen und untersucht. Nach 7 Tagen Pause wird ein neuer Versuch mit einer anderen Dosis durchgeführt, so dass jeder Hund die Prozedur dreimal durchläuft. Der Grad der Sedierung der Tiere durch das Opiat wird durch optische Parameter, wie Speicheln oder Übergeben, bestimmt. Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht erwähnt.

Bereich: Schmerzforschung

Originaltitel: Influence of tramadol on acute thermal and mechanical cutaneous nociception in dogs

Autoren: Alexandra F. Schütter*, Julia Tünsmeyer, Sabine B.R. Kästner

Institute: Klinik für Kleintiere, Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 9, 30559 Hannover

Zeitschrift: Veterinary Anaesthesia and Analgesia 2017: 44; 309-316

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4792



Dokument 293Titel: Eine Behandlung mit Serum-Amyloid-A (SAA) verbessert die Überlebensrate bei einer polymikrobiellen Sepsis bei Mäusen, während das Blockieren des SAA-invarianten Peptids zu einem frühen Tod führt
Hintergrund: Überlebensrate von Mäusen mit Blutvergiftung und unterschiedlicher Behandlung.
Tiere: 90 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Zum Teil werden Mäuse-Mutanten verwendet, denen das Gen für einen bestimmten Rezeptor fehlt. Um eine Sepsis (Blutvergiftung) zu verursachen, wird den Tieren unter Anästhesie der Blinddarm 2x mit einer Nadel durchstochen. Dadurch gelangt Darminhalt in die Bauchhöhle, was zu einer äußerst scherzhaften Bauchfellentzündung führt. Die Tiere werden in Gruppen aufgeteilt und mit verschiedenen Substanzen (Monoklonale Antikörper, die die Entzündungsreaktion unterdrücken sollen) behandelt. Mäuse in einer Kontrollgruppe bleiben unbehandelt. Danach wird beobachtet wie lange die Tiere brauchen, um zu sterben. Je nach Gruppe sterben bis zu 90% der Mäuse innerhalb der ersten drei Tage nach dem Durchstechen des Blinddarms. Die Tiere werden über 6 Tage beobachtet. Es ist davon auszugehen, dass die Tiere, die die Sepsis überlebt haben, nach 6 Tagen getötet werden.

Bereich: Sepsisforschung

Originaltitel: Serum amyloid A (SAA) treatment enhances the recovery of aggravated polymicrobial sepsis in mice, whereas blocking SAA's invariant peptide results in early death

Autoren: Reinhold P. Linke (1)*, Angelika Meinel (1), James P. Chalcroft (2), Simcha Urieli-Shoval (3)

Institute: (1) amYmed, Innovationszentrum für Biochemie, Am Klopferspitz 19, 82152 Martinsried, (2) Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Martinsried, (3) Hematology Unit Hadassah Hospital, Mount Scopus, Jerusalem, Israel

Zeitschrift: Amyloid 2017: 24(51); 149-150

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4791



Dokument 294Titel: Serotonin verändert einen Zustand ähnlich einer Depression bei Drosophila-Fruchtfliegen, die auf eine Behandlung mit Lithium ansprechen
Hintergrund: Es wird ein neues "Modell" für die Depressionsforschung vorgestellt: Durch Vibrationen gestresste Fruchtfliegen.
Tiere: Wirbellose (Anzahl unbekannt)(Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster))
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Jeweils männliche 3-5 Tage alte Fruchtfliegen werden einem unkontrollierbaren Stress ausgesetzt. Dazu werden jeweils 15-25 Fliegen in eine verschlossene Plastikröhre gesetzt und diese wird auf ein Vibrationsgerät gelegt. Die Vibrationen mit 300 Hz erfolgen mit kurzen, unregelmäßigen Pausen 8 Stunden täglich, 3-5 Tage pro Woche. Nach den 8 Stunden werden die Tiere in ein Röhrchen mit Futter (Maismehl) gesetzt. Kontrollgruppen werden genauso behandelt, nur dass ihr Röhrchen nicht auf den Vibrator, sondern auf einen ebenen Tisch gelegt wird.

Mit Fliegen beider Gruppen werden verschiedene Tests durchgeführt, um festzustellen, ob sie depressionsartiges Verhalten zeigen.

1. Den Fliegen werden unter Kältebetäubung (nicht näher beschrieben) die Flügel abgeschnitten. Eine Fliege wird auf einen 35 mm langen Laufsteg gesetzt, in dessen Mitte sich ein Spalt befindet. Der Laufsteg befindet sich auf einer Insel in einem Wasserbassin, so dass das Tier ihn nicht verlassen kann. Der Spalt ist mit 4,5 mm Breite so breit, dass es für die Fliege einiger Anstrengung bedarf, ihn zu überqueren. Es wird beobachtet, wie oft die Fliege versucht, den Spalt zu überqueren. Ist sie dazu wenig motiviert, gilt das als depressives Verhalten.

2. Eine Fliege mit abgeschnittenen Flügeln wird auf eine von Wasser umgebene Plattform gesetzt, um ihr Laufverhalten zu beobachten.

3. Eine unerfahrene männliche Fliege wird mit einer weiblichen Fliege zusammengebracht. Es wird die Zeit registriert, bis das männliche Tier Interesse an der weiblichen Fliege zeigt. Wenig Interesse bedeutet depressives Verhalten.

3. Eine hungrige Fliege mit abgeschnittenen Flügeln wird auf ein Filterpapier gesetzt, das an einigen Stellen mit süßem Glycerol getränkt ist. Es wird registriert, ob die Fliege über die süßen Stellen rüberläuft oder anhält, um zu trinken. Kein Interesse an der süßen Flüssigkeit deutet auf Anhedonie hin, die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, wie sie bei depressiven Menschen vorkommt.

Nun erhalten die Fliegen der Vibrations- und der Kontrollgruppe bekannte blau eingefärbte Antidepressiva ins Zuckerwasser gemischt, das ihnen über Nacht angeboten wird. Die blaue Farbe schimmert durch den Bauch der Fliege, als Beleg, dass das Medikament aufgenommen wurde. Die o.g. Tests werden wiederholt. Zeigen die Fliegen weniger depressives Verhalten, haben die Medikamente gewirkt. Schließlich werden die Fliegen auf nicht genannte Weise getötet, um ihre Gehirne zu untersuchen.

Bereich: Depressionsforschung, Psychiatrie

Originaltitel: Serotonin modulates a depression-like state in Drosophila responsive to lithium treatment

Autoren: Ariane-Saskia Ries, Tim Hermanns, Burkhard Poeck, Roland Strauss*

Institute: Institut für Entwicklungsbiologie und Neurobiologie, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Colonel-Kleinmann-Weg 2, 55099 Mainz

Zeitschrift: Nature Communications 2017: DOI:10.1038/ncomms15738

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4790



Dokument 295Titel: Wesentliche funktionelle Langzeit-Verbesserung bei chronischer schwerer Rückenmarksverletzung nach Narbenresektion und Einbringen von Polyethylenglykol
Hintergrund: Das Einbringen von Biomaterialien soll die Heilung eines durchschnittenen Rückenmarks verbessern.
Tiere: 151 Ratten (mindestens)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die Ratten der Zuchtlinie Wistar stammen aus der Versuchstierzuchtfirma Taconic. Bei den Ratten werden unter Narkose Rückenhaut- und Muskeln aufgeschnitten. In die Brustwirbel 8 und 9 werden Fenster geschnitten, die harte Hirnhaut (Schutzschicht um das Rückenmark) wird ebenfalls aufgeschnitten. Bei einem Teil der Ratten wird das Rückenmark zur Hälfte angeschnitten, bei einer anderen Gruppe wird das Rückenmark komplett durchtrennt. Die Enden werden auseinandergedrückt, damit ein Spalt entsteht. Die Gewebeschichten über dem Rückenmark werden chirurgisch vernäht. Den Ratten wird täglich die Harnblase manuell ausgedrückt, wenn sie nicht selbstständig Harn absetzen können.

Fünf Wochen später wird bei den Tieren mit der halben Durchtrennung erneut das Rückenmark an der operierten Stelle freigelegt. Das Rückenmark wird oberhalb und unterhalb des gebildeten Narbengewebes nun ganz durchtrennt. Das 4 mm lange Stück mit dem Narbengewebe wird abgesaugt. Die Ratten werden in vier Gruppen eingeteilt. Bei drei Gruppen wird der 4 mm breite Spalt mit unterschiedlichen Biomaterialien gefüllt, die ein Zusammenwachsen begünstigen sollen. Bei der vierten Gruppe wird nichts eingefüllt.

Bei einem Teil der Ratten werden eine oder fünf Wochen nach der zweiten Operation Nervengewebe auf verschiedene Weise angefärbt. Dazu wird ein Loch in den Schädel einer Ratte gebohrt, um einen Farbstoff zu injizieren, der entlang des Rückenmarks wandert. Drei Wochen später werden diese Tiere getötet. Bei einer anderen Färbemethode wird der Farbstoff 3 mm oberhalb des durchtrennten Rückenmarks injiziert. Diese Tiere werden eine Woche später getötet. Bei einer weiteren Gruppe Ratten wird der Ischiasnerv an beiden Hinterbeinen chirurgisch freigelegt und abgebunden. Ein Farbstoff wird in den Nerv injiziert und dann wird der Nerv mit einer Klemme für 10 Sekunden gequetscht. Diese Tiere werden 5 Tage später getötet. Die Tötung erfolgt bei allen Ratten unter Narkose durch Injektion von Formalin in das Herz.

Bei weiteren Gruppen von Ratten wird acht Monate nach der Narbenabsaugung die Lauffähigkeit der Tiere beurteilt. Dazu wird ein Tier in ein "offenes Feld" gesetzt und seine Bewegungen werden 4 min lang mit einer Videokamera aufgezeichnet.

Es wird eine Prä-Studie genannt, bei der die Reproduzierbarkeit der Rückenmarksdurchtrennung an Ratten getestet wird.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Stiftung Querschnittslähmung, Heinrich-Heine-Universität, Universität Würzburg und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Neurologie, Querschnittslähmungsforschung

Originaltitel: Long-lasting significant functional improvement in chronic severe spinal cord injury following scar resection and polyethylene glycol implantation

Autoren: Veronica Estrada (1), Nicole Brazda (1), Christine Schmitz (1), Silja Heller (1), Heinrich Blazyca (2), Rudolf Martini (2), Hans Werner Müller (1)*

Institute: (1) Labor für Molekulare Neurobiologie, Neurologische Klinik, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (2) Entwicklungsneurobiologie, Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg

Zeitschrift: Neurobiology of Disease 2014: 67; 165-167

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4789



Dokument 296Titel: Gamma-Rhythmik-Verstärker-Anpassung
Hintergrund: Messung von Hirnströmen bei Affe und Katzen.
Tiere: 4 Tiere verschiedener Arten (2 Makaken, 2 Katzen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Katzenversuche werden vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt, die Genehmigung der Affenversuche wird nicht genannt. Es werden zwei erwachsene Makaken (ohne Nennung der Art) und zwei erwachsene Katzen verwendet. Bei den Affen wird unter Narkose über einem bestimmten Hirnbereich ein Loch in den Schädelknochen gebohrt. Darüber wird eine verschließbare Elektrodenkammer auf dem Schädel befestigt. Durch diese werden bei den Versuchen 3-4 Elektroden in das Hirngewebe eingelassen. Bei den Versuchen sitzt ein Affe in einem Primatenstuhl. Hier nicht erwähnt, aber üblicherweise wird der Kopf des Tieres an einem auf dem Schädel verankerten Haltebolzen festgeschraubt, damit die Elektroden an die richtige Stelle eingebracht werden können. Der Affe muss einen Hebel drücken. Er blickt auf einen Bildschirm, auf dem in der Mitte seines Blickfeldes ein wanderndes Streifenmuster gezeigt wird. Am Bildrand taucht ein zweites Muster auf. Wenn das Muster in der Mitte die Farbe wechselt, muss der Affe den Hebel loslassen. Als "Belohnung" erhält er etwas Flüssigkeit in den Mund geträufelt. Lässt er den Hebel los, wenn das Muster am Rand seine Farbe wechselt oder macht sonst etwas "falsch", wird der Versuch abgebrochen und beginnt von neuem. In einer Sitzung absolviert ein Affe 200-600 Versuche. Während der Affe diese Aufmerksamkeitsaufgabe erledigt, messen in das Hirngewebe eingelassene Elektroden Hirnströme. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt.

Die Katzen werden narkotisiert und ein rechteckiges Loch wird in den Schädelknochen gebohrt. Mit einer Pipette wird an vier Stellen eine Virusvektor-Lösung in das Hirngewebe injiziert. Das Loch wird mit Akrylzement verschlossen und die Haut vernäht. Vier bis sechs Wochen später werden die Katzen erneut betäubt. Auf einem Bildschirm vor den Augen werden nicht näher beschriebene visuelle Reize gezeigt. Der Schädel wird erneut eröffnet und das offene Hirngewebe wird entweder mit einem blauen oder gelben Laserlicht oder blauen LED-Licht stimuliert. Gleichzeitig werden ein oder mehrere Elektroden in das Hirngewebe eingelassen, die Hirnströme messen. Schließlich werden die Katzen durch Überdosis von Pentobarbital getötet, ihre Gehirne werden in Scheiben geschnitten und histologisch (gewebekundlich) untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt von: Deutsche Forschungsgemeinschaft, BMBF, EU, European Young Investigator Award, National Institutes of Health (USA), LOEWE und Minna-James-Heinemann-Stiftung.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Gamma-rhythmic gain modulation

Autoren: Jiannguang Ni (1,2), Thomas Wunderle (1), Christopher Murphy Lewis (1), Robert Desimone (3), Ilka Diester (1,5), Pascal Fries (1,4)*

Institute: (1) Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) für Neurowissenschaften in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Deutschordenstr. 46, 60528 , Frankfurt am Main, (2) International Max Planck Research School for Neural Circuits, Frankfurt am Main, (3) Department of Brain and Cognitive Sciences, McGovern Institute for Brain Research, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, MA, USA, (4) Donders Institute for Brain, Cognition, and Behaviour, Radbound University Nijmegen, Niederlande, (5) Aktuelle Adresse: Optophysiologie, Bernstein-Zentrum und BrainLinks-BrainTools, Universität Freiburg, Freiburg

Zeitschrift: Neuron 2016: 92; 240-251

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4788



Dokument 297Titel: Licht-abhängige Magnetorezeption bei Vögeln: Der entscheidende Schritt passiert im Dunkeln
Hintergrund: Erforschung des Magnetkompass von Zugvögeln.
Tiere: 12 Sonstige Vögel (Rotkehlchen)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche finden im Januar und Februar 2011, 2012 und 2013 in einer Holzhütte im Botanischen Garten Frankfurt am Main statt. Die Rotkehlchen werden im September/Oktober des Vorjahres im Botanischen Garten gefangen und über den Winter einzeln gehalten. Die Licht-Dunkel-Periode wird bis Dezember den tatsächlichen Außenverhältnissen angepasst. Ab Neujahr wird die Licht-Phase in zwei Schritten auf 13 h Licht / 11 h Dunkel angehoben. Dies löst bei den Vögeln Zugverhalten bereits im Januar aus, d.h. die Tiere werden unruhig und wollen in eine bestimmte Richtung fliegen.

Nun erfolgen die eigentlichen Tests. Ein Rotkehlchen wird für eine Stunde in einen Testkäfig gesetzt. Es wird grünes oder türkisfarbenes Licht eingesetzt und/oder ein Magnetfeld aufgebaut, das das Erdmagnetfeld überlagert. Durch das Licht soll Cryptochrom, ein bestimmtes Protein, das beim magnetischen Kompass der Vögel eine Rolle spielt, aktiviert werden. Das Licht wird zum Teil kontinuierlich, z.T. als Flackerlicht präsentiert. Licht und Magnetfeld in verschiedenen Stärken werden unterschiedlich kombiniert. Schließlich wird mit einem Wattebausch ein Lokalanästhetikum auf den Schnabel des Vogels aufgetragen, wodurch die Magnetit-Struktur im Schnabel vorrübergehend ausgeschaltet wird. Das Tier wird dadurch orientierungslos.

Der Käfig ist innen mit Thermopapier ausgekleidet. Durch die Flugbewegungen der Vögel kommt es zu Kratzspuren am Papier, die hinterher ausgewertet werden, um zu beurteilen, in welche Richtung der Vogel fliegen will.

Wenn die natürliche Lichtperiode 13 Stunden erreicht hat, werden die Rotkehlchen freigelassen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Verhaltensforschung, Zugvogelforschung

Originaltitel: Light-dependent magnetoreception in birds: the crucial step occurs in the dark

Autoren: Roswitha Wiltschko (1)*, Margaret Ahmad (2,3), Christine Neißner (1), Dennis Gehring (1), Wolfgang Wiltschko (1)

Institute: (1) Fachbereich Biowissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Max-von-Laue-Str. 13, 60438 Frankfurt am Main, (2) Université Pierre et Marie Curie, Paris, Frankreich, (3) Derzeitige Adresse: Department für Geo- und Umweltwissenschaften, Ludwig-Maximillians-Universität München und Ernst-Strüngmann-Institut, Frankfurt am Main

Zeitschrift: Journal of the Royal Society Interface 2015: 13(118); doi:10.1098/rsif.2015.1010

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4787



Dokument 298Titel: Auf Zellen ausgerichtete Optogenetik und elektrische Mikrostimulation zeigen die koniozelluläre Projektion zur supra-granulären Sehrinde des Primaten
Hintergrund: Vergleich zweier Methoden der Affenhirnforschung, um Nervenzellen im Gehirn zu Aktivitäten zu stimulieren.
Tiere: 4 Affen (3 Rhesusaffen, 1 Langschwanzmakake)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Bei den Affen werden unter Narkose ein oder mehrere Löcher in den Schädelknochen gebohrt, durch die Elektroden und eine Mikroinjektionskanüle in einen bestimmten Bereich des Gehirns (seitlicher Kniehöcker im Zwischenhirn) eingelassen werden. Über die Kanüle wird eine Substanz ins Gehirn injiziert, das die Nerven zu Aktivitäten anregen soll. Durch elektrischen Strom über die eingelassene Elektrode werden ebenfalls Nerven stimuliert. Eine zusätzlich eingebrachte Aufzeichnungselektrode registriert die Nervenaktivitäten. Die Versuche finden komplett unter Narkose statt. Die Affen werden anschließend getötet, um den Hirnbereich in Scheiben zu schneiden und histologisch (gewebekundlich) zu untersuchen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Emmy-Noether-Programm, das EU-Programm SICODE und die Max-Planck-Gesellschaft.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Cell-targeted optogenetics and electrical microstimulation reveal the primate koniocellular projection to supra-granular visual cortex

Autoren: Carsten Klein (1,4,6), Henry C. Evrard (2,4), Katherine A. Shapcott (1), Silke Haverkamp (7), Nikos K. Logothetis (3,4), Michael C. Schmid (1,5)*

Institute: (1) Ernst Strüngmann Institut (ESI) für Neurowissenschaften in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Deutschordenstr. 46, 60528 Frankfurt am Main, (2) Werner Reichardt Center für Integrative Neurowissenschaften, Universität Tübingen, Ottfried-Müller-Str. 25, 72076 Tübingen, (3) Division of Imaging Science and Biomedical Engineering, University of Manchester, Großbritannien, (4) Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, Spemannstr. 36, 72072 Tübingen, (5) Institute for Neuroscience, University of Newcastle, Newcastle upon Tyne, Großbritannien, (6) Graduate School of Neural & Behavioural Sciences, International Max Planck Research School, Universität Tübingen, Tübingen, (7) Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

Zeitschrift: Neuron 2016: 90; 143-151

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4786



Dokument 299Titel: Experimentelle Arthritis in der Ratte, induziert durch das Superantigen Staphylokokken-Enterotoxin A (SEA
Hintergrund: Es wird Ratten ein Bakteriengift in das Knie gespritzt, um die Entzündungsreaktion zu untersuchen.
Tiere: 24 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesverwaltungsamt Halle genehmigt. Es werden Lewis-Ratten verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. 15 Ratten wird unter Anästhesie ein Bakteriengift von Staphylokokken-Bakterien in das rechte Kniegelenk gespritzt. Damit wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst, die einer rheumatoiden Arthritis ähneln soll. Als Kontrolle dienen neun Ratten, denen eine wirkungslose Salzlösung gespritzt wird. Je 5 und 3 Ratten aus den beiden Gruppen werden 1, 5 und 10 Tage nach der Injektion getötet und untersucht. Wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wurde vom Wilhelm Roux-Programm der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unterstützt.

Bereich: Rheumatologie, Immunologie

Originaltitel: Experimental arthritis in the rat induced by the superantigen staphylococcal enterotoxin A (SEA)

Autoren: Kristina Gerlach (1,2), Christian Tomuschat (1), Rainer Finke (1), Martin Sebastian Staege (2), Christine Brütting (2,4), Jörg Brandt (3), Berit Jordan (4), Rene Schwesig (3), Angela Rosemeier (3), Karl-Stefan Delank (3), Malte Erich Kornhuber (4), Alexander Emmer (4)*

Institute: (1) Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle (Saale), (2), Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Halle (Saale), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, (3) Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, (4) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Zeitschrift: Scandinavian Journal of Immunology 2017: 85(3); 191-196

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4785



Dokument 300Titel: Eine defekte IL-23 / IL-17-Achse schützt p47phox -/- Mäuse vor Darmkrebs
Hintergrund: Untersuchungen zu den molekularen Mechanismen bei der Entstehung von künstlich ausgelöstem Darmkrebs bei Mäusen.
Tiere: 300 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden an der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt. Eine Genehmigung liegt von der zuständigen Behörde in Hessen vor. Verschiedene transgene Mäuselinien sowie nicht genmanipulierte "Wildtyp"-Mäuse werden bei Jackson Laboratory gekauft. Weitere Mäuselinien werden selbst gezüchtet. Hierfür werden die Mäuse über 10 Generationen inngezüchtet. Eine andere Mäuselinie ist ein Geschenk von Nico Ghilardi von der Firma Genentech. Bei den Mäusen wird Darmkrebs durch das Spritzen einer stark krebserregenden Chemikalie namens Azoxymethan in die Bauchhöhle ausgelöst. Dann wird zusätzlich eine chronische Darmentzündung durch Zugabe von Dextran-Natriumsulfat ins Trinkwasser verursacht. Manchen Mäusen werden noch andere Substanzen gespritzt. Dann wird der Darm der Tiere unter Betäubung endoskopisch untersucht und es wird protokolliert wieviel Tumore die Tiere entwickelt haben und wie stark sie bluten.

Bei einigen Mäusen wird eine Knochenmarktransplantation durchgeführt. Hierfür wird bei den "Spender"-Mäusen das Knochenmark der Beinknochen entnommen und dies bei bestrahlen "Empfänger"-Mäusen über die Schwanzvene transplantiert. Diese sogenannten chimären Mäuse werden bei einem Gewichtsverlust von über 15% mit einer Lösung von Sterofundin aufgepäppelt. 16 Wochen nach der Transplantation werden Darmkrebs und Darmentzündung wie in der ersten Versuchsreihe ausgelöst. Schließlich werden die überlebenden Mäuse auf nicht genannte Weise getötet, ihre Gedärme werden entnommen und untersucht.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der TU Dresden und dem LOEWE Center for Cell and Gene Therapy aus Frankfurt, unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Defective IL-23/IL-17 Axis Protects p47phox-/- Mice from Colon Cancer

Autoren: Cornelia Richter (1,2)*, Martina Herrero San Juan (2), Benno Weigmann (3), Dominik Bergis (2,4), Katrin Dauber (5), Michael H. Muders (6), Gustavo B. Baretton (6), Josef Martin Pfeilschifter (2), Halvard Bonig (7,8), Sebastian Brenner (1), Heinfried H. Radeke (2)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum ‘Carl Gustav Carus’ Dresden, Fetscher-Str. 74, Haus 21, 01307 Dresden, (2) Pharmazentrum Frankfurt/ZAFES, Goethe-Universität Frankfurt, (3) Transkriptionsfaktoren bei CED & Karzinom, Universitätsklinikum Erlangen, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (4) Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt, (5) Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, München, (6) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum ‘Carl Gustav Carus’ Dresden, (7) DRK-Blutspendedienst BaWüHe, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie Frankfurt, Goethe-Universität, Frankfurt, (8) Department of Medicine/Hematology, University of Washington, Seattle, WA, USA

Zeitschrift: Frontiers Immunology 2017: https://doi.org/10.3389/fimmu.2017.00044

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4784



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