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Datenbank Tierversuche

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Dokument 441Titel: Gamma-Rhythmik-Verstärker-Anpassung
Hintergrund: Messung von Hirnströmen bei Affe und Katzen.
Tiere: 4 Tiere verschiedener Arten (2 Makaken, 2 Katzen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Katzenversuche werden vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt, die Genehmigung der Affenversuche wird nicht genannt. Es werden zwei erwachsene Makaken (ohne Nennung der Art) und zwei erwachsene Katzen verwendet. Bei den Affen wird unter Narkose über einem bestimmten Hirnbereich ein Loch in den Schädelknochen gebohrt. Darüber wird eine verschließbare Elektrodenkammer auf dem Schädel befestigt. Durch diese werden bei den Versuchen 3-4 Elektroden in das Hirngewebe eingelassen. Bei den Versuchen sitzt ein Affe in einem Primatenstuhl. Hier nicht erwähnt, aber üblicherweise wird der Kopf des Tieres an einem auf dem Schädel verankerten Haltebolzen festgeschraubt, damit die Elektroden an die richtige Stelle eingebracht werden können. Der Affe muss einen Hebel drücken. Er blickt auf einen Bildschirm, auf dem in der Mitte seines Blickfeldes ein wanderndes Streifenmuster gezeigt wird. Am Bildrand taucht ein zweites Muster auf. Wenn das Muster in der Mitte die Farbe wechselt, muss der Affe den Hebel loslassen. Als "Belohnung" erhält er etwas Flüssigkeit in den Mund geträufelt. Lässt er den Hebel los, wenn das Muster am Rand seine Farbe wechselt oder macht sonst etwas "falsch", wird der Versuch abgebrochen und beginnt von neuem. In einer Sitzung absolviert ein Affe 200-600 Versuche. Während der Affe diese Aufmerksamkeitsaufgabe erledigt, messen in das Hirngewebe eingelassene Elektroden Hirnströme. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt.

Die Katzen werden narkotisiert und ein rechteckiges Loch wird in den Schädelknochen gebohrt. Mit einer Pipette wird an vier Stellen eine Virusvektor-Lösung in das Hirngewebe injiziert. Das Loch wird mit Akrylzement verschlossen und die Haut vernäht. Vier bis sechs Wochen später werden die Katzen erneut betäubt. Auf einem Bildschirm vor den Augen werden nicht näher beschriebene visuelle Reize gezeigt. Der Schädel wird erneut eröffnet und das offene Hirngewebe wird entweder mit einem blauen oder gelben Laserlicht oder blauen LED-Licht stimuliert. Gleichzeitig werden ein oder mehrere Elektroden in das Hirngewebe eingelassen, die Hirnströme messen. Schließlich werden die Katzen durch Überdosis von Pentobarbital getötet, ihre Gehirne werden in Scheiben geschnitten und histologisch (gewebekundlich) untersucht.

Die Arbeit wurde unterstützt von: Deutsche Forschungsgemeinschaft, BMBF, EU, European Young Investigator Award, National Institutes of Health (USA), LOEWE und Minna-James-Heinemann-Stiftung.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Gamma-rhythmic gain modulation

Autoren: Jiannguang Ni (1,2), Thomas Wunderle (1), Christopher Murphy Lewis (1), Robert Desimone (3), Ilka Diester (1,5), Pascal Fries (1,4)*

Institute: (1) Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) für Neurowissenschaften in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Deutschordenstr. 46, 60528 , Frankfurt am Main, (2) International Max Planck Research School for Neural Circuits, Frankfurt am Main, (3) Department of Brain and Cognitive Sciences, McGovern Institute for Brain Research, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, MA, USA, (4) Donders Institute for Brain, Cognition, and Behaviour, Radbound University Nijmegen, Niederlande, (5) Aktuelle Adresse: Optophysiologie, Bernstein-Zentrum und BrainLinks-BrainTools, Universität Freiburg, Freiburg

Zeitschrift: Neuron 2016: 92; 240-251

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4788



Dokument 442Titel: Licht-abhängige Magnetorezeption bei Vögeln: Der entscheidende Schritt passiert im Dunkeln
Hintergrund: Erforschung des Magnetkompass von Zugvögeln.
Tiere: 12 Sonstige Vögel (Rotkehlchen)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche finden im Januar und Februar 2011, 2012 und 2013 in einer Holzhütte im Botanischen Garten Frankfurt am Main statt. Die Rotkehlchen werden im September/Oktober des Vorjahres im Botanischen Garten gefangen und über den Winter einzeln gehalten. Die Licht-Dunkel-Periode wird bis Dezember den tatsächlichen Außenverhältnissen angepasst. Ab Neujahr wird die Licht-Phase in zwei Schritten auf 13 h Licht / 11 h Dunkel angehoben. Dies löst bei den Vögeln Zugverhalten bereits im Januar aus, d.h. die Tiere werden unruhig und wollen in eine bestimmte Richtung fliegen.

Nun erfolgen die eigentlichen Tests. Ein Rotkehlchen wird für eine Stunde in einen Testkäfig gesetzt. Es wird grünes oder türkisfarbenes Licht eingesetzt und/oder ein Magnetfeld aufgebaut, das das Erdmagnetfeld überlagert. Durch das Licht soll Cryptochrom, ein bestimmtes Protein, das beim magnetischen Kompass der Vögel eine Rolle spielt, aktiviert werden. Das Licht wird zum Teil kontinuierlich, z.T. als Flackerlicht präsentiert. Licht und Magnetfeld in verschiedenen Stärken werden unterschiedlich kombiniert. Schließlich wird mit einem Wattebausch ein Lokalanästhetikum auf den Schnabel des Vogels aufgetragen, wodurch die Magnetit-Struktur im Schnabel vorrübergehend ausgeschaltet wird. Das Tier wird dadurch orientierungslos.

Der Käfig ist innen mit Thermopapier ausgekleidet. Durch die Flugbewegungen der Vögel kommt es zu Kratzspuren am Papier, die hinterher ausgewertet werden, um zu beurteilen, in welche Richtung der Vogel fliegen will.

Wenn die natürliche Lichtperiode 13 Stunden erreicht hat, werden die Rotkehlchen freigelassen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Verhaltensforschung, Zugvogelforschung

Originaltitel: Light-dependent magnetoreception in birds: the crucial step occurs in the dark

Autoren: Roswitha Wiltschko (1)*, Margaret Ahmad (2,3), Christine Neißner (1), Dennis Gehring (1), Wolfgang Wiltschko (1)

Institute: (1) Fachbereich Biowissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Max-von-Laue-Str. 13, 60438 Frankfurt am Main, (2) Université Pierre et Marie Curie, Paris, Frankreich, (3) Derzeitige Adresse: Department für Geo- und Umweltwissenschaften, Ludwig-Maximillians-Universität München und Ernst-Strüngmann-Institut, Frankfurt am Main

Zeitschrift: Journal of the Royal Society Interface 2015: 13(118); doi:10.1098/rsif.2015.1010

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4787



Dokument 443Titel: Auf Zellen ausgerichtete Optogenetik und elektrische Mikrostimulation zeigen die koniozelluläre Projektion zur supra-granulären Sehrinde des Primaten
Hintergrund: Vergleich zweier Methoden der Affenhirnforschung, um Nervenzellen im Gehirn zu Aktivitäten zu stimulieren.
Tiere: 4 Affen (3 Rhesusaffen, 1 Langschwanzmakake)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Bei den Affen werden unter Narkose ein oder mehrere Löcher in den Schädelknochen gebohrt, durch die Elektroden und eine Mikroinjektionskanüle in einen bestimmten Bereich des Gehirns (seitlicher Kniehöcker im Zwischenhirn) eingelassen werden. Über die Kanüle wird eine Substanz ins Gehirn injiziert, das die Nerven zu Aktivitäten anregen soll. Durch elektrischen Strom über die eingelassene Elektrode werden ebenfalls Nerven stimuliert. Eine zusätzlich eingebrachte Aufzeichnungselektrode registriert die Nervenaktivitäten. Die Versuche finden komplett unter Narkose statt. Die Affen werden anschließend getötet, um den Hirnbereich in Scheiben zu schneiden und histologisch (gewebekundlich) zu untersuchen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Emmy-Noether-Programm, das EU-Programm SICODE und die Max-Planck-Gesellschaft.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Cell-targeted optogenetics and electrical microstimulation reveal the primate koniocellular projection to supra-granular visual cortex

Autoren: Carsten Klein (1,4,6), Henry C. Evrard (2,4), Katherine A. Shapcott (1), Silke Haverkamp (7), Nikos K. Logothetis (3,4), Michael C. Schmid (1,5)*

Institute: (1) Ernst Strüngmann Institut (ESI) für Neurowissenschaften in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft, Deutschordenstr. 46, 60528 Frankfurt am Main, (2) Werner Reichardt Center für Integrative Neurowissenschaften, Universität Tübingen, Ottfried-Müller-Str. 25, 72076 Tübingen, (3) Division of Imaging Science and Biomedical Engineering, University of Manchester, Großbritannien, (4) Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, Spemannstr. 36, 72072 Tübingen, (5) Institute for Neuroscience, University of Newcastle, Newcastle upon Tyne, Großbritannien, (6) Graduate School of Neural & Behavioural Sciences, International Max Planck Research School, Universität Tübingen, Tübingen, (7) Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

Zeitschrift: Neuron 2016: 90; 143-151

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4786



Dokument 444Titel: Experimentelle Arthritis in der Ratte, induziert durch das Superantigen Staphylokokken-Enterotoxin A (SEA
Hintergrund: Es wird Ratten ein Bakteriengift in das Knie gespritzt, um die Entzündungsreaktion zu untersuchen.
Tiere: 24 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesverwaltungsamt Halle genehmigt. Es werden Lewis-Ratten verwendet. Die Herkunft der Tiere wird nicht genannt. 15 Ratten wird unter Anästhesie ein Bakteriengift von Staphylokokken-Bakterien in das rechte Kniegelenk gespritzt. Damit wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst, die einer rheumatoiden Arthritis ähneln soll. Als Kontrolle dienen neun Ratten, denen eine wirkungslose Salzlösung gespritzt wird. Je 5 und 3 Ratten aus den beiden Gruppen werden 1, 5 und 10 Tage nach der Injektion getötet und untersucht. Wie die Tiere getötet werden, wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wurde vom Wilhelm Roux-Programm der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unterstützt.

Bereich: Rheumatologie, Immunologie

Originaltitel: Experimental arthritis in the rat induced by the superantigen staphylococcal enterotoxin A (SEA)

Autoren: Kristina Gerlach (1,2), Christian Tomuschat (1), Rainer Finke (1), Martin Sebastian Staege (2), Christine Brütting (2,4), Jörg Brandt (3), Berit Jordan (4), Rene Schwesig (3), Angela Rosemeier (3), Karl-Stefan Delank (3), Malte Erich Kornhuber (4), Alexander Emmer (4)*

Institute: (1) Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle (Saale), (2), Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Halle (Saale), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, (3) Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, (4) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Zeitschrift: Scandinavian Journal of Immunology 2017: 85(3); 191-196

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4785



Dokument 445Titel: Eine defekte IL-23 / IL-17-Achse schützt p47phox -/- Mäuse vor Darmkrebs
Hintergrund: Untersuchungen zu den molekularen Mechanismen bei der Entstehung von künstlich ausgelöstem Darmkrebs bei Mäusen.
Tiere: 300 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden an der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt. Eine Genehmigung liegt von der zuständigen Behörde in Hessen vor. Verschiedene transgene Mäuselinien sowie nicht genmanipulierte "Wildtyp"-Mäuse werden bei Jackson Laboratory gekauft. Weitere Mäuselinien werden selbst gezüchtet. Hierfür werden die Mäuse über 10 Generationen inngezüchtet. Eine andere Mäuselinie ist ein Geschenk von Nico Ghilardi von der Firma Genentech. Bei den Mäusen wird Darmkrebs durch das Spritzen einer stark krebserregenden Chemikalie namens Azoxymethan in die Bauchhöhle ausgelöst. Dann wird zusätzlich eine chronische Darmentzündung durch Zugabe von Dextran-Natriumsulfat ins Trinkwasser verursacht. Manchen Mäusen werden noch andere Substanzen gespritzt. Dann wird der Darm der Tiere unter Betäubung endoskopisch untersucht und es wird protokolliert wieviel Tumore die Tiere entwickelt haben und wie stark sie bluten.

Bei einigen Mäusen wird eine Knochenmarktransplantation durchgeführt. Hierfür wird bei den "Spender"-Mäusen das Knochenmark der Beinknochen entnommen und dies bei bestrahlen "Empfänger"-Mäusen über die Schwanzvene transplantiert. Diese sogenannten chimären Mäuse werden bei einem Gewichtsverlust von über 15% mit einer Lösung von Sterofundin aufgepäppelt. 16 Wochen nach der Transplantation werden Darmkrebs und Darmentzündung wie in der ersten Versuchsreihe ausgelöst. Schließlich werden die überlebenden Mäuse auf nicht genannte Weise getötet, ihre Gedärme werden entnommen und untersucht.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der TU Dresden und dem LOEWE Center for Cell and Gene Therapy aus Frankfurt, unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Defective IL-23/IL-17 Axis Protects p47phox-/- Mice from Colon Cancer

Autoren: Cornelia Richter (1,2)*, Martina Herrero San Juan (2), Benno Weigmann (3), Dominik Bergis (2,4), Katrin Dauber (5), Michael H. Muders (6), Gustavo B. Baretton (6), Josef Martin Pfeilschifter (2), Halvard Bonig (7,8), Sebastian Brenner (1), Heinfried H. Radeke (2)

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum ‘Carl Gustav Carus’ Dresden, Fetscher-Str. 74, Haus 21, 01307 Dresden, (2) Pharmazentrum Frankfurt/ZAFES, Goethe-Universität Frankfurt, (3) Transkriptionsfaktoren bei CED & Karzinom, Universitätsklinikum Erlangen, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (4) Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt, (5) Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, München, (6) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum ‘Carl Gustav Carus’ Dresden, (7) DRK-Blutspendedienst BaWüHe, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie Frankfurt, Goethe-Universität, Frankfurt, (8) Department of Medicine/Hematology, University of Washington, Seattle, WA, USA

Zeitschrift: Frontiers Immunology 2017: https://doi.org/10.3389/fimmu.2017.00044

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4784



Dokument 446Titel: Der BRAF-Inhibitor Vemurafenib erhöht die UV-induzierte Hautkarzinogenese in beta-HPV38 E6- und E7-transgenen Mäusen
Hintergrund: Es wird an transgenen Mäusen untersucht, wie stark die Tiere mit und ohne das Medikament Vemurafenib bei UV-Bestrahlung ein Plattenepithelkarzinom entwickeln.
Tiere: 58 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Woher die Mäuse stammen wird nicht erwähnt. Seit 2011 werden Menschen mit Melanom mit Vemurafenib, einem zugelassenen Sulfonamid, behandelt. 50% der Patienten können damit weitgehend geheilt werden. Etwa 10-30% der Menschen entwickeln jedoch ein Plattenepithelkarzinom (SCC). Beim Menschen sind mindestens 50 verschiedene HPV (Humane Papillomaviren) bekannt, die zusammen mit einer UV Bestrahlung ein Plattenepithelkarzinom auslösen können. Um ein Protein des Virus zu untersuchen, werden transgene Mäuse verwendet, die ein Gen des Virus in der Haut exprimieren. Transgene und nicht genmanipulierte "Wildtyp"-Mäuse werden 30 Wochen mit UVB-Licht bestrahlt, wie wird nicht beschrieben. Ein Teil der Tiere wird Vemurafenib über das Futter verabreicht. Durch das UV-Licht bekommen die Tiere erst zahlreiche schwerwiegende Hautschäden und dann Hautkrebs. Nach 30 Wochen haben fast alle Tiere ein Plattenepithelkarzinom entwickelt. Die Mäuse werden dann eingehend untersucht. Wie sie hierfür getötet wurden, wird nicht erwähnt.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Krebshilfe unterstützt.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: The BRAF inhibitor vemurafenib enhances UV-induced skin carcinogenesis in beta HPV38 E6 and E7 transgenic mice

Autoren: Daniele Viarisio (1), Karin Müller-Decker (1), Jessica C. Hassel (2), Jean-Claude Alvarez (3), Christa Flechtenmacher (4), Michael Pawlita (1), Lutz Gissmann (1), Massimo Tommasino (5)*

Institute: (1) Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, (2) Hauttumorzentrum des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT), Universitätsklinikum Heidelberg, (3) Department of Pharmacology, University Hospital of Garches, APHP and Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines University, Garches, Frankreich, (4) Allgemeine Pathologie, Universitätsklinikum Heidelberg, (5) International Agency for Research on Cancer (IARC), World Health Organization, Lyon, Frankreich

Zeitschrift: The Journal of Investigative Dermatology 2016: 137(1); 261-264

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4783



Dokument 447Titel: Durch das Überwinden der hohen Aufnahme über die Niere ist das radioiodierte Exendin-4 dem Radiometall-markierten Glucagon-ähnlichen Peptid-1-Rezeptor überlegen
Hintergrund: Es wird die Bildgebung und die Diagnostik von Tumoren optimiert und untersucht.
Tiere: 50 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Freiburg genehmigt. Mäuse einer speziellen Nacktmäuselinie werden bei Janvier Labs in Saint-Berthevin Cedex in Frankreich gekauft. Den Mäusen werden bestimmte Krebszellen im Bereich der rechten Schulter gespritzt (Xenografts). Einige Mäuse bekommen eine Diät mit 60% Glucose. Wenn die Mäuse Tumore entwickelt haben, bekommen sie verschiedene Kontrastmittel in die Schwanzvene gespritzt und werden in einem Mikro-PET (Positronen-Emissionstomographie) untersucht. Die Tiere werden nach der Bildgebung durch Einatmen einer Überdosis des Narkosemittels Isofluran getötet.

Bereich: Nuklearmedizin, Krebsforschung

Originaltitel: Radioiodinated exendin-4 is superior to the radiometal-Labelled glucagon-like peptide-1 receptor probes overcoming their high kidney uptake

Autoren: Tilman Läppchen (1,2), Roswitha Tönnesmann (1), Jos Eersels (3), Philipp T. Meyer (1,4), Helmut R. Maecke 1,4), Svetlana N. Rylova (1,4,5)*

Institute: (1) Klinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Str. 55, 79006 Freiburg im Breisgau (2), Nuklearmedizin, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Inselspital Bern, Schweiz, (3) Department of Radiology and Nuclear Medicine, VU University Medical Centre, Amsterdam, Niederlande, (4) Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) Heidelberg, (5) Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg

Zeitschrift: PLoS One 2017: 12(1); e0170435. doi: 10.1371/journal.pone.0170435

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4782



Dokument 448Titel: Verbesserte parodontale Regeneration mit Kollagen, Stammzellen oder Wachstumsfaktoren
Hintergrund: Es werden verschiedene Materialien an Minischweinen getestet, die helfen sollen, dass Knochendefekte um die Zähne besser heilen.
Tiere: 15 Schweine (Minischweine)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Es werden 15 etwa 2 Jahre alte Minischweine verwendet. Woher die Tiere stammen, wird nicht erwähnt. Den Schweinen werden unter Anästhesie jeweils vier Zähne im Unterkiefer gezogen. Drei Monate später wird den Tieren auch unter Anästhesie an vier Stellen ein Parodontaldefekt zugefügt. Hierfür wird der Unterkiefer angebohrt. Die Tiere bekommen darin unterschiedliche Materialien eingesetzt. Einige Materialien bestehen auch aus Stammzellen der vorher extrahierten Zähne. Nach der Operation bekommen die Tiere ein Schmerzmittel. Vier Monate nach der 2. Operation werden die Schweine mit einer Überdosis Thiopental getötet.

Bereich: Kieferorthopädie

Originaltitel: Enhanced periodontal regeneration using collagen, stem cells or growth factors

Autoren: Tanja Basan (1), Daniel Welly (1), Katja Kriebel (1), Malte Scholz (1), Anne Brosemann (1), Jan Liese (2), Brigitte Vollmar (3), Bernhard Frerich (2), Hermann Lang (1)*

Institute: (1) Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Klinik und Polikliniken für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universitätsmedizin Rostock, Strempelstr. 13, 18057 Rostock, (2) Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsmedizin Rostock, (3) Rudolf-Zenker-Institut für Experimentelle Chirurgie, Universitätsmedizin Rostock

Zeitschrift: Frontiers in Bioscience (Scholar Edition) 2017: 9; 180-193

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4781



Dokument 449Titel: Die Angiotensin-Typ-2-Rezeptorstimulation verbessert die linksventrikuläre Fibrose (bindegewebige Umwandlung der linken Herzkammer) und die Fehlfunktion durch Regulierung des Gewebeinhibitors der Matrixmetalloproteinase 1/Matrixmetalloproteinase 9-Achse und des transformierenden Wachstumsfaktors Beta1 im Rattenherz
Hintergrund: Erforscht wird inwieweit die medikamentöse Stimulation des Angiotensin 2 Rezeptors nach Herzinfarkt zu einer Verbesserung der eingeschränkten Herzfunktion führt.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde von der zuständigen Ethik -Kommission am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) Berlin genehmigt. Die Herkunft der männlichen Wistar-Ratten wird nicht angegeben. Die Tiere werden in 3 Gruppen eingeteilt. Bei allen Ratten wird in Narkose der Brustkorb operativ eröffnet, das Herz wird freigelegt. Der Herzbeutel wird aufgeschnitten und ein Faden wird um die linke Herzkranzarterie gelegt. Bei den Tieren in der einen Gruppe wird der Faden lose belassen ("Scheinoperation"), bei den Tieren der anderen beiden Gruppen wird der Faden zugebunden. Herzbeutel und Brustkorb werden wieder verschlossen. Bei den Tieren, deren Herzkranzarterie dauerhaft abgebunden wurde, entsteht ein Herzinfarkt mit stärksten Schmerzen und Verminderung der Pumpleistung des Herzens. 31 % der Tiere erleiden in den ersten 6 Stunden nach dem Infarkt ein schweres Herzversagen und werden "aus der Studie genommen", was vermutlich Tötung bedeutet.

Sechs Stunden nach Operation und Herzinfarkt erhalten die übrigen Tiere für 6 Wochen täglich entweder ein Medikament gespritzt, das die Pumpleistung des Herzens verbessern soll oder eine Kochsalzlösung ohne Wirkung. Eine Woche und sechs Wochen nach dem Infarkt wird bei den Tieren in Narkose eine Herz-Ultraschalluntersuchung und eine invasive Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Nach sechs Wochen werden die Ratten auf nicht genau genannte Weise getötet. Ihr Herz wird feingeweblich untersucht.

Die Arbeit wurde finanziell unterstützt von EUREKA Eurostars, ein Förder-Programm der EU und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Drei der Autoren sind Berater bzw. Eigner der VicorePharma, die das untersuchte Medikament herstellt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Angiotensin type 2 receptor stimulation ameliorates left ventricular fibrosis and dysfunction via regulation of tissue inhibitor of matrix metalloproteinase 1/matrix metalloproteinase 9 axis and transforming growth factor beta1 in the rat heart

Autoren: Dilyara Lauer (1), Svetlana Slawic (1,4), Manuela Sommerfeld (1), Christa Thöne-Reineke (1,2), Yuliya Sharkovska (3), Anders Hallberg (5), Bjorn Dahlöf (6), Ulrich Kintscher (1), Thomas Unger (1,7), Ulrike Muscha Steckelings (8), Elena Kaschina (1)*

Institute: (1) Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung und Institut für Pharmakologie, Charité - Universitätsmedizin in Berlin, Hessische Str. 3-4, 10115 Berlin, (2) Forschungseinrichtung für Experimentelle Medizin, Charité - Universitätsmedizin in Berlin, (3) Institut für Vegetative Anatomie, Charité - Universitätsmedizin in Berlin, (4) Abteilung für Biomedizinische Wissenschaft, Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik, Tiermedizinische Hochschule Wien, Wien, Österreich, (5) Department of Medicinal Chemistry, Uppsala University, Uppsala, Schweden, (6) Sahlgrenska University Hospital, Göteburg, Schweden, (7) Cardiovascular Research Institute Maastricht School of Cardiovascular Diseases, Maastricht University, Maastricht, Niederlande

Zeitschrift: Hypertension 2014: 63; e60-e67

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4780



Dokument 450Titel: Die zweifache Auswahl von Angiopoetin-2 und VEGF verstärkt eine effektive Normalisierung von Gefäßen ohne leere Basalmembranhüllen in Xenotransplantat-Tumoren anzuregen
Hintergrund: Es soll anhand der Gefäßbildung in Tumoren gezeigt werden, dass die Kombination zweier spezifischer Wirkstoffe zu einem langsameren Tumorwachstum führt.
Tiere: 36 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes Nordrhein-Westfalen in Recklinghausen, genehmigt. Die gentechnisch veränderten Mäuse stammen von Charles River, Sulzfeld. Es handelt sich um Nacktmäuse, also Tiere, denen die Thymusdrüse fehlt und die dadurch eine deutlich verminderte Immunabwehr besitzen. Die im Versuch verwendeten menschlichen Darmkrebszellen werden in fötalem Kälberserum konserviert. Bei den immunchemischen Untersuchungen werden Antikörper verwendet, die von Ratten und Kaninchen stammen.

Die Mäuse werden unter keimfreien Bedingungen gehalten. Den 6-8 Wochen alten Tieren werden menschliche Darmkrebszellen unter die Haut an der Flanke eingespritzt, wo sie binnen kurzem Tumore bilden. Sobald ein Tumor tastbar ist, werden die Tiere in sechs Gruppen mit je sechs Mäusen aufgeteilt, eine Kontrollgruppe erhält kein Medikament gegen das Tumorwachstum, die anderen Tiere unterschiedliche Medikamentenregime durch Injektion in die Bauchhöhle verabreicht. Anhand des täglich dokumentierten Tumorwachstums wird die Effektivität der Therapie bewertet. 30 Minuten bevor die Tiere auf nicht genannte Weise getötet werden, erhalten sie im Bereich der Schwanzwurzel eine intravenöse Injektion eines Medikaments zur Markierung von Gefäßveränderungen.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Dual targeting of Angiopoetin-2 and VEGF potentiates effective vascular normalisation without inducing empty basement membrane sleeves in xenograft tumours

Autoren: O. Coutelle(1)*, L.M. Schiffmann (1), M. Liwschitz (1), M. Brunold (1), V. Goede (1,2), M. Hallek (1), H. Kashkar (3,4,5), U.T. Hacker (1,6)

Institute: (1) Abteilung I für Innere Medizin, Universität Köln, Kerpener Str. 62, 50924 Köln, (2) Abteilung für Geriatrische Pflege, St. Marien Hospital, Köln, (3) Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, Medizinische Fakultät, Universität Köln, Köln, (4) Kölner Exzellenz Cluster für zelluläre Belastungsreaktionen bei älteren assoziierten Erkrankungen (CECAD), Köln, (5) Zentrum für molekulare Medizin Köln (CMMC), Köln, (6) Universitäres Krebszentrum Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: British Journal of Cancer 2015: 112; 495-503

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4779



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