Facebook
Twitter
Youtube
Instagram
TikTok

Datenbank Tierversuche

 

Ihre Abfrage

5310 Ergebnisse wurden gefunden

Alle Abfrageresultate in neuem Fenster öffnen und zum Markieren und Kopieren von Textstellen bitte hier klicken >>

Dokument 391Titel: Physiologische und anatomische Reaktionen der genitalen Hirnrinde bei Ratten
Hintergrund: Welche Bedeutung hat eine bestimmte Region in der Hirnrinde auf die Sexualfunktion bei Ratten?
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer nicht genannten Behörde unter den Nummern G0244/16 und G0193/14 genehmigt. Die 6-8 Wochen alten, weiblichen und männlichen Ratten (Zuchtlinie Wistar) werden von Janvier Labs bezogen. Zur Bestimmung der für die Hauptversuche benötigten Zyklusphase werden bei den weiblichen Ratten täglich Scheidenspülungen durchgeführt. Bei so einer Spülung wird sehr wahrscheinlich ohne Narkose Flüssigkeit in die Scheide gespritzt und anschließend wieder aufgefangen, um die enthaltenen Zellen untersuchen zu können.

Für den eigentlichen Versuch werden die Tiere in Narkose gelegt und der Kopf wird fixiert, indem die Ohren in einem sogenannten stereotaktischen Rahmen festgeschraubt werden. Die Kopfhaut wird aufgeschnitten und über einem bestimmten Hirnareal ein etwa 4 x 4 mm großes Stück Schädelknochen entfernt. Anschließend wird abgewartet, bis die Narkose nur noch schwach wirkt, was der Fall ist, wenn die Tiere ihre Schnurrhaare bewegen. Durch das Loch im Kopf wird eine Elektrode bis in einen bestimmten Hirnbereich vorgeschoben, der für die Verarbeitung von sexuellen Stimuli zuständig ist. Danach wird über die Elektrode dieser Bereich mit elektrischen Impulsen aktiviert und gleichzeitig Körperbewegungen und –reaktionen der Tiere, die für Paarungsverhalten typisch sind, dokumentiert, z.B. Penis-, bzw. Klitorisbewegungen. Sobald das der Fall ist, wird an der Stelle, an der sich die Elektrode zu dem Zeitpunkt im Gehirn befindet, eine Verletzung gesetzt und die Tiere getötet, indem Formaldehyd ins Herz gespritzt wird. Danach werden die Gehirne für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

8 Wochen alte weibliche und männliche Ratten werden in dergleichen Weise operiert. Danach bekommen sie eine Flüssigkeit in eine bestimmte Region des Gehirns gespritzt, die der Sichtbarmachung der Signalwege von Nerven dient. Anschließend wird das Schädeldach mit Silikon und Zahnzement wieder verschlossen. 7 Tage nach dem Eingriff werden die Tiere in Narkose gelegt und durch Formaldehydinjektion ins Gehirn getötet. Auch ihre Gehirne werden für feingewebliche Untersuchungen entfernt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Humboldt-Universität zu Berlin, das Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und NeuroCure.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Physiological and anatomical outputs of rat genital cortex

Autoren: Constanze Lenschow (1,2)*, Michael Brecht (1,3)*

Institute: (1) Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Philippstr. 13, Haus 6, 10115 Berlin, (2) Aktuelle Adresse: Champalimaud Centre for the Unknown, Avenida Brasília, Lissabon, Portugal, (3) NeuroCure Exzellenzcluster, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin

Zeitschrift: Cerebral Cortex 2018; 28: 1472-1486

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5040



Dokument 392Titel: Sensorischer Kontakt zu einem Stressor verhindert Genesung von strukturellen und funktionellen Herzschäden nach psychosozialen Traumata
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, wie posttraumatische Belastungsstörungen und Herzerkrankungen, die oft zusammen auftreten, auf biochemischer Ebene zusammenhängen. Die untersuchten und für diese Erkrankung relevanten Proteine wurden bereits bei Patienten, die diese Erkrankungen aufweisen, identifiziert.
Tiere: 76 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Mäuse werden von Charles River, Sulzfeld, erworben. Es handelt sich um eine gängige Zuchtlinie („Experiment“-Mäuse) sowie um eine Zuchtlinie mit größeren und aggressiveren Tieren („Aggressor“-Maus). Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen (Nr. 1216, 1219, 1195) genehmigt. Nach Ankunft werden alle Mäuse zunächst eine Woche lang einzeln gehalten.

Bei einigen Mäusen wird zunächst unter Narkose ein Herzfrequenzmessgerät in die Bauchhöhle einoperiert, das auch die Bewegungsaktivität misst. Dazu wird der Bauch aufgeschnitten. Zwei Elektroden werden von dem Gerät unter der Haut bis in der Nähe des Schlüsselbeins bzw. der Rippe verlegt. Der Bauch wird wieder zugenäht.

Eine Woche später starten die Experimente. Dies ist der Zeitpunkt „Tag 1“, an dem jeweils 4 „Experiment“-Mäuse 19 Tage lang mit einer „Aggressor“-Maus in einem Käfig gehalten werden. Während dieser Zeit stehen die „Experiment“-Mäuse unter ständigem Stress, da die „Aggressor“-Maus permanent die „Experiment“-Mäuse durch ihr aggressives Verhalten unterdrückt und somit psychosozialer Stress ausgelöst werden soll (rangniedere Kolonie-Haltung). Damit sich die jeweils zusammen gehaltenen Mäuse nicht aneinander gewöhnen, werden die „Experiment“-Mäuse nach 8 und 15 Tagen zu einer neuen, fremden Aggressor-Maus in den Käfig gesetzt, damit das Stresslevel nicht abflaut.

Nach 20 Tagen werden zwei Gruppen mit 14 bzw. 16 Tieren nach CO2-Betäubung geköpft, um Herz, Torso-Blut, Nebennieren, Thymus und Gewebe zu entnehmen, mit denen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden.

Mit den 31 „Experiment“-Mäusen wird nach 19 Tagen rangniederer Kolonie-Haltung der „Open field / Novel object“-Test (Offenes Feld / neues Objekt) gemacht. Die Maus wird mit einem Objekt in eine Kiste gesetzt und es wird beobachtet, ob sie das Objekt neugierig beschnuppert oder sich eher ängstlich an den Wänden aufhält. Am nächsten Tag nach diesem Test werden 8 der „Experiment“-Mäuse in einen Käfig gesetzt, in dem sie durch eine Plexiglasscheibe von der „Aggressor“-Maus getrennt sind, diese aber sehen, riechen und hören können. Bei einer weiteren Gruppe von 8 Tieren erfolgt die Trennung mit einer undurchsichtigen Trennscheibe, so dass sie die „Aggressor“-Maus riechen und hören, aber nicht sehen können. Die letzte Gruppe von 9 Tieren wird einzeln gehalten ohne jeglichen Kontakt zu einer „Aggressor“-Maus.

In dieser Zeit, also ab Tag 20, wird die Herzfrequenz aller „Experiment“-Mäuse aufgezeichnet, bis sie an Tag 49 dem SPAT (Soziale Präferenz und Vermeidungstest) unterzogen werden. Dazu werden die „Experiment“-Mäuse in eine Kiste mit einem Drahtkäfig mit einer unbekannten „Aggressor“-Maus gesetzt. Die Bewegungen der „Experiment“-Maus werden aufgezeichnet und ausgewertet. Langes Verweilen weit ab vom Käfig in den Ecken soll auch hier ein Zeichen für soziale Ängste sein. An Tag 50 werden auch diese Mäuse nach CO2-Betäubung geköpft, um Herz, Torso-Blut, Gehirn, Nebennieren, Thymus und Gewebe zu entnehmen, mit denen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Stressforschung, Psychologie, Psychiatrie, Verhaltensforschung

Originaltitel: Sensory contact to the stressor prevents recovery from structural and functional heart damage following psychosocial trauma

Autoren: Sandra Foertsch (1), Ina Lackner (2), Birte Weber (1), Andrea M. Füchsl (1), Dominik Langgartner (1), Eva Wirkert (1), Sebastian Peters (3), Giorgio Fois (4), Jochen Pressmar (2), Jörg M. Fegert (5), Manfred Frick (4), Harald Gündel (6), Miriam Kalbitz (2), Stefan O. Reber (1)*

Institute: (1) Sektion Molekulare Psychosomatik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Albert-Einstein-Alle 23, 89081 Ulm, (2) Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, (3) Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg, (4) Institut für Allgemeine Physiologie, Universität Ulm, Ulm, (5) Kinder- und Jugendpsychiatrie / Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (6) Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm

Zeitschrift: Brain, Behavior, and Immunity 2019; 80: 667-677

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5039



Dokument 393Titel: Die Nervenfelder über der harten Hirnhaut im Bereich der Sehrinde besitzen hohe funktionelle Spezifität bei Einzelprozessen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob Nervensignale, die über die harte Hirnhaut aufgenommen werden, ähnlich gute Aussagekraft gegenüber denen haben, die von Elektroden unter der Hirnhaut gemessen werden.
Tiere: 3 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Es werden 3 männliche Rhesusaffen im Alter von 13, 11 und 11 Jahren ungenannter Herkunft verwendet. Betont wird, dass die Affen an die Laborprozesse gewöhnt sind und bereits bei vielen anderen Projekten eingesetzt wurden.

Unter Narkose wird eine aus Acrylzement geformte Kappe mit Schrauben auf dem Schädel der Affen verankert. Die Kappe dient als Halter für einen Stecker und einen Kopfhalter. Nach der Operation werden die Affen „trainiert“ bestimmte Verhaltensweisen auszuführen. Es wird nicht erwähnt, aber üblicherweise werden die Affen für die Experimente in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird.

Die Affen müssen mit den Augen einen Punkt auf einem Monitor anstarren und einen Schalter drücken. Dann erscheint an variablen Stellen des Bildschirms ein sich bewegender Balken. Der Affe darf den Blick nicht von dem Punkt wegbewegen. Verschwindet der Balken, muss das Tier den Schalter loslassen. In einem weiteren Versuch muss der Affe einen Punkt fixieren, während auf dem Bildschirm bunte Buchstaben erscheinen. Verdunkelt sich der Punkt, muss der Affe den Schalter loslassen. Die Augenbewegungen werden mit einem Video-Okulargerät aufgezeichnet, einer Art großen Brille, die die Bewegungen des Auges verfolgt.

Erwähnt wird, dass die Affen bei Ausführung der gewünschten Verhaltens Wasser oder verdünnten Fruchtsaft erhalten. Nicht erwähnt wird, dass üblicherweise die Affen über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken erhalten, damit sie genügend durstig sind, um die Aufgaben nach Willen der Forscher zu erfüllen.

Haben die Tiere die Aufgabe gelernt, erfolgt in einer zweiten Operation eine Schädelöffnung am Hinterkopf mit einem Ultraschallschneider. Es wird ein Stück Schädelknochen herausgeschnitten und ein Elektroden-Array (Platte mit mehreren Elektroden) wird auf die harte Hirnhaut aufgebracht, ohne sie zu durchdringen. Ein Kabel führt von den Elektroden durch ein gebohrtes Loch durch die Schädeldecke zu der Kappe. Das Schädelknochenstück wird wieder eingesetzt und mit eine Titanplatte, Knochenzement und Knochenschrauben fixiert. Ein Rahmen wird zudem in der Schädeldecke verankert, welcher als Halterung für eine Schutzhülle für den Stecker dient. Zudem werden an der Stirnseite Gegenelektroden in nicht näher beschriebener Weise implantiert.

Der eine Affe kann sich 2, der andere 5 und der dritte Affe 18 Wochen erholen, bevor sie für die Experimente eingesetzt werden. Die Affen müssen die antrainierten Verhaltensweisen ausführen, während über die auf der harten Hirnhaut liegenden Elektroden Nervenströme gemessen werden. Die Daten werden in verschiedenen Sitzungen über einen Zeitraum von bis zu mehreren Wochen gesammelt. Was danach mit den Affen passiert, ist nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Zentralen Forschungsförderung und der Creative Unit I-SEE der Universität Bremen sowie einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Visual epidural field potentials possess high functional specificity in single trials

Autoren: Benjamin Fischer (1*), Andreas Schander (2), Andreas K. Kreiter (1), Walter Lang (2), Detlef Wegener (1)*

Institute: (1) Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen, (2) Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme (IMSAS), Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: bioRxiv; 2019; 122(4): 1634-1648

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5038



Dokument 394Titel: Erhöhte Aktivität der Pyramidenzellen im infralimbischen Kortex steuert das Angstverhalten
Hintergrund: Untersucht wird, wie die Erregung bestimmter Nervenzellen im Gehirn eine Angstreaktion auslösen kann.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW genehmigt. Genmanipulierte Mäuse, die unterschiedliche genetische Veränderungen aufweisen, werden vom Jackson Laboratory (Bar Habour, Maine, USA), der University of California, San Francisco, USA, sowie vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (Göttingen), bezogen.

3-6 Monate alte, gentechnisch veränderte Mäuse werden mit einem Narkosemittel betäubt. Mittels einer Glaspipette wird ein Gemisch in verschiedene Hirnbereiche gespritzt, welches dazu führt, dass die Nervenzellen erregt werden, wenn diese mit Licht bestrahlt werden. Über einem Bohrloch wird ein Keramikring in die Schädeldecke über den zu untersuchenden Gehirnbereich eingesetzt, durch den ein (Licht leitendes) Fiberglasstück gesteckt wird, welches mit dem Keramikring verbunden ist. An diesen Ring kann ein Glasfaserkabel angeschlossen werden, welches den Lichtreiz in die betreffenden Gehirnregionen leitet. Nach dieser Operation wird den Mäusen ein Schmerzmittel gespritzt, sie werden von da ab in Einzelkäfigen gehalten. Ein Mittel, welches die Nervenaktivität anfärbt, wird ein paar Tage vor den Verhaltensexperimenten mittels einer Glaspipette direkt in 3 Gehirnregionen gespritzt.

Dann werden die Mäuse 3 Angst-/Stresstests unterzogen und ihr Verhalten dokumentiert. Eine Maus wird auf ein erhöhtes Labyrinth („Elevated Plus Maze“) gesetzt, in dem sich geschlossene und offene Bereiche befinden. Mäuse fürchten sich von Natur aus vor offenen Flächen - je mehr Zeit ein Tier in den „sicheren“, geschlossenen Bereichen verbringt, als desto ängstlicher gilt es. Vor dem Versuch wird das Schädel-Gehirn-Implantat mit einem Glasfaserkabel verbunden und die Gehirnzellen mit Licht aktiviert. So soll untersucht werden, ob die Aktivität bestimmter Nervenzellen einen angsterhöhenden oder angsterniedrigenden Effekt hat. Hier müssen 42% der Mäuse von den Ergebnissen ausgeschlossen werden, da diese wiederholt von den offenen Stellen des Versuchsaufbaus herunterfallen.

Beim Open-Field-Test wird das Tier in eine Kiste mit einer hell erleuchteten Fläche gesetzt. Je länger es sich an den umgebenden „sicheren“ Wänden aufhält, als desto ängstlicher gilt es. Auch hier werden Lichtreize durch das Schädelimplantat in das Gehirn geleitet. Für den „Novelty-suppressed-feeding“-Test müssen die Mäuse für 24 Stunden hungern. Das Schädel-Implantat wird mittels Glasfaserkabel verbunden und die Maus in das Feld gesetzt, in dessen Mitte ein Futterpellet liegt. Je früher sich die Maus in die „ungeschützte“ Mitte des Kreises wagt und zu fressen anfängt, als umso weniger ängstlich gilt sie.

90 Minuten nach Beendigung der Verhaltensexperimente werden die Mäuse mittels einer gespritzten Überdosis Narkosemittel getötet und die Gehirne für Analysen entnommen.

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Bereich: Angstverhaltensforschung, Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Enhanced activity of pyramidal neurons in the infralimbic cortex drives anxiety behaviour

Autoren: Laura Berg (1), Josephine Eckardt (2), Olivia Andrea Masseck (1,3)*

Institute: (1) Hochauflösende Fluoreszenzmikroskopie, Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Universitätsstr. 150, Gebäude ND, Ruhr-Universität Bochum, 44801Bochum, (2) Abteilung für Systemische Neurowissenschaften, Ruhr-Universität Bochum, Bochum, (3) Synthetische Biologie, Universität Bremen, Bremen

Zeitschrift: PLOS ONE; 2019; e0210949

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5037



Dokument 395Titel: Aufgabenspezifische, dimensionsbasierte Aufmerksamkeitsgestaltung von Bewegungsrichtungs-Prozessen im Mediotemporallappen von Affen
Hintergrund: Es soll herausgefunden werden, ob die Nervenaktivität in einem bestimmten Hirnbereich erhöht ist, wenn die Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung einer Bewegung konzentriert ist.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Zwei männliche Rhesusaffen, deren Herkunft nicht beschrieben ist, werden zunächst „trainiert“, bis sie die Experimente kennen und korrekt ausführen. Danach wird unter Narkose eine Vorrichtung als Kopfhalter sowie eine Elektrodenkammer auf dem Schädel implantiert. Diese werden mit Knochen- und Zahnzement sowie Schrauben auf dem Schädelknochen fixiert. Die Elektrodenkammer wird über ein Bohrloch im Schädelknochen über einer bestimmten Hirnregion montiert, von der aus Elektroden in das Gehirngewebe eingeführt werden können. Die Affen können sich 6 Wochen erholen, bevor sie für die Experimente eingesetzt werden.

Die Augenbewegungen werden mit einem nicht näher beschriebenen Blickerfassung-Gerät aufgezeichnet. Für die Experimente werden die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert, in dem ihr Kopf mit Hilfe des Haltebolzens über die gesamte Zeit eines Versuchs bewegungsunfähig gehalten wird.

Die Affen müssen mit den Augen einen Punkt auf einem Bildschirm anstarren und einen Schalter drücken, wenn sie eine Veränderung in der Geschwindigkeit oder Farbveränderung des Punktes erkennen. Dabei dürfen sie sich nicht von anderen auf dem Bildschirm auftretenden Ereignissen ablenken lassen.

Nicht erwähnt wird das System, mit dem die Affen dazu gebracht werden, bei dem Versuch „mitzuarbeiten“: üblicherweise erhalten diese über einen gewissen Zeitraum vor den Experimenten nichts zu trinken und während der Versuche bei einer gewünschten Durchführung einer Verhaltensweise ein paar Tropfen Wasser verabreicht. Haben die Affen die Aufgaben gelernt, werden durch die implantierte Kammer Elektroden in das Hirngewebe eingelassen, um Nervenaktivitäten in einem bestimmten Bereich zu messen. Was danach mit den Affen passiert, wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, zwei zentrale Forschungsförderung-Zuwendungen der Universität Bremen sowie einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Bereich: Hirnforschung, Neurophysiologie

Originaltitel: Task-specific, dimension-based attentional shaping of motion processing in monkey area MT

Autoren: Bastian Schledde, F. Orlando Galashan, Magdalena Przybyla, Andreas K. Kreiter, Detlef Wegener*

Institute: Institut für Hirnforschung, Zentrum für Kognitionswissenschaften, Universität Bremen, Hochschulring 16a, 28359 Bremen

Zeitschrift: Journal of Neurophysiology; 2017; 118(3): 1542-1555

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5036



Dokument 396Titel: Durch kleine Moleküle vermittelter chemischer Abbau von MuRF1/MuRF2 und Abschwächung der Funktionsstörung des Zwerchfells bei chronischem Herzversagen
Hintergrund: Die Wirksamkeit einer Substanz gegen Funktionsstörungen des Zwerchfells nach einem Herzinfarkt bei Menschen wird an Mäusen mit abgebundenen Herzkranzgefäßen erprobt.
Tiere: 85 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Landesbehörde Sachsen (TVV 36/15) genehmigt. Da die Universität Leipzig auch als genehmigende Behörde angegeben ist, ist es zu vermuten, dass die Versuche in Leipzig durchgeführt wurden.

Es werden 85 weibliche Mäuse im Alter von 12 Wochen verwendet. Die Herkunft der Tiere ist nicht erwähnt. Unter Narkose wird bei den Mäusen der Brustkorb aufgeschnitten, um das Herz freizulegen. Bei 70 Mäusen wird ein Herzkranzgefäß, das einen Teil des Herzens mit Blut versorgt, abgebunden, sodass kein Blut mehr hindurchfließen kann, um so einen Herzinfarkt nachzubilden. 15 Mäuse dienen als Kontrolle. Ihr Brustkorb wird aufgeschnitten, aber die Blutgefäße werden nicht abgebunden.

Eine Woche nach dem operativen Eingriff wird bei den Mäusen unter Narkose eine Herz-Ultraschall-Untersuchung durchgeführt. Bei 23 der 70 Tiere, deren Blutgefäßen abgebunden wurden, beobachtet man eine mehr als 80 %ige Reduktion der normalen Herzfunktion. Herz und Lunge sind vergrößert. Nur diese Tiere (Herzinfarkt Gruppe) und die 15 Kontrolltiere werden weiter analysiert. Das Schicksal der restlichen 47 Mäuse wird nicht erwähnt. In den nächsten 9 Wochen bekommen die Kontrolltiere und 11 Tiere der Herzinfarkt-Gruppe normales Futter. Die restliche 12 Mäuse der Herzinfarkt-Gruppe bekommen in dieser Zeit eine Testsubstanz in ihr Futter. Am Ende der neunten Woche werden die Tiere wieder in Narkose gelegt und ihre Herzfunktion wird analysiert. Danach werden die Mäuse auf unbekannte Weise getötet und ihre Herzen und Zwerchfelle für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von der Fondation Leducq, der EU Initiative Horizon 2020, AFBS (A Foundation for Building Strength) und der Wilhelm-Müller-Stiftung Mannheim finanziell unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung, Herz-Kreislauf-Chirurgie, Pharmakologie

Originaltitel: Small-molecule-mediated chemical knock-down of MuRF1/MuRF2 and attenuation of diaphragm dysfunction in chronic heart failure

Autoren: Volker Adams (1)*, T. Scott Bowen (2), Sarah Werner (3), Peggy Barthel (1), Christina Amberger (3), Anne Konzer (4,5), Johannes Graumann (4,5), Peter Sehr (6), Joe Lewis (6), Jan Provaznik (6), Vladimir Benes (6), Petra Büttner (3), Alexander Gasch (7), Norman Mangner (1), Christian C. Witt (7), Dittmar Labeit (7,8) Axel Linke (1), Siegfried Labeit (7,8)

Institute: (1) Labor für experimentelle und molekulare Kardiologie, Technische Universität Dresden, Herzzentrum Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) School of Biomedical Sciences, University of Leeds, Leeds, UK, (3) Klinik und Poliklinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Leipzig, Herzzentrum Leipzig, Leipzig, (4) Scientific Service Group Biomolecular Mass Spectrometry, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim, (5) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort RheinMain, Rhein-Main, (6) European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg, (7) Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Heidelberg, (8) Myomedix GmbH, Neckargemünd

Zeitschrift: Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle 2019; 10(5): 1102-1115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5035



Dokument 397Titel: Renin-Zellen mit defektem Gsa/cAMP-Signal tragen zur Schädigung des Nierenendothels bei
Hintergrund: Es wird an Mäusen untersucht, ob die künstliche Entfernung von wichtigen Signalmolekülen und Hormonen in den Nieren zu Nierenschädigungen führt.
Tiere: 27 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Landesdirektion Sachsen genehmigt. Ein Teil der Tiere stammt aus institutseigener Zucht und ein Teil wird von der Versuchstierzucht Jackson Laboratory (unerwähnter Standort) bezogen. Die Tiere werden gentechnisch verändert, sodass sie bestimmte Nierenzellen oder ein wichtiges Protein in der Niere nicht produzieren können. Die 8 bis 12 Wochen alte Mäuse bekommen erst für 18 Tage im Wasser und dann noch ca. 2,5 Monate mit dem Futter ein Antibiotikum, das die Wirkung der genetischen Veränderungen stimuliert. Einen Monat nach Beginn des Experiments (der erste Tag der Antibiotikagabe) wird unter Narkose eine Niere operativ entfernt. Dazu wird die Flanke der Mäuse aufgeschnitten. Zwei Monate nach der Operation wird eine Spritze in das Herz der Tiere gestochen, um Blut zu entnehmen, gleichzeitig wird eine Kochsalzlösung in ihr Herzen injiziert, das die Tiere tötet.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Graduiertenakademie der TU Dresden finanziell gefördert.

Bereich: Nierenforschung, Nierenphysiologie

Originaltitel: Renin cells with defective Gsa/cAMP signaling contribute to renal endothelial damage

Autoren: Anne Steglich (1), Friederike Kessel (1), Linda Hickmann (1), Michael Gerlach (1, 2), Peter Lachmann (1, 3), Florian Gembardt (1), Mathias Lesche (4), Andreas Dahl (4), Anna Federlein (5), Frank Schweda (5), Christian P. M. Hugo (1), Vladimir T. Todorov (1)*

Institute: (1) Abteilung für Nephrologie/Dialyse, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Core Facility Cellular Imaging (CFCI), Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (3) Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (4) Dresden-concept Genome Center, Center for Molecular and Cellular Bioengineering (CMCB), Technische Universität Dresden, Dresden, (5) Institut für Physiologie, Universität Regensburg, Regensburg

Zeitschrift: Pflügers Archiv - European Journal of Physiology 2019; 471(9): 1205-1217

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5034



Dokument 398Titel: Bewertung von topografisch und chemisch modifizierten TiAl6V4-Implantatoberflächen in einem gewichtsbelasteten intramedullären Femurmodell bei Kaninchen
Hintergrund: Drei verschiedene Beschichtungen von Knochen-Titanimplantaten werden an Kaninchen getestet.
Tiere: 54 Kaninchen (Weiße Neuseelandkaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von einer Behörde unter der Nummer 24-9168.11-1/2010-32 genehmigt.

Es werden 54 männliche Kaninchen im Alter von 12 Wochen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, Sulzfeld, verwendet. Den Kaninchen werden unter Narkose Haut und Muskeln am Knie aufgeschnitten und ein Loch wird vom Knie aus in den Oberschenkelknochen gebohrt. Durch diesen wird ein Metalldraht in die Markhöhle des Oberschenkelknochens getrieben. Das Loch wird nun mithilfe eines langen Bohrers auf 4,5 mm Durchmesser erweitert. Die Kaninchen werden in drei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält ein zylindrisches Titanimplantat mit unterschiedlicher Beschichtung in das Loch gesteckt. Die Wunde wird verschlossen und ein Röntgenbild von der operierten Stelle gemacht. Nach 3, 6 oder 12 Wochen werden jeweils einige Kaninchen unter Narkose mit einem Gift getötet. Ihre Oberschenkelknochen werden für weiteren Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde von Waldemar Link GmbH & Co KG finanziell unterstützt.

Bereich: Biomaterial-Forschung, Knochenchirurgie

Originaltitel: Evaluation of topographical and chemical modified TiAl6V4 implant surfaces in a weight-bearing intramedullary femur model in rabbit

Autoren: Henriette Bretschneider (1, 2), Jan Mettelsiefen (1), Claudia Rentsch (1, 2), Michael Gelinsky (2), Helmut D. Link (3), Klaus-Peter Günther (1), Anja Lode (2)*, Christine Hofbauer (1)

Institute: (1) UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden, (2) Zentrum für translationale Knochen-, Gelenk- Und Weichgewebeforschung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (3) Waldemar Link GmbH & Co. KG, Hamburg

Zeitschrift: Journal of Biomedical Materials Research 2019; DOI: 10.1002/jbm.b.34463

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5033



Dokument 399Titel: 3D-geplottete zweiphasige Knochengerüste zur Bestimmung des Wachstumsfaktors: Biologische Charakterisierung in vitro und in vivo
Hintergrund: Um die Eignung von 3 Materialien als Füllung bei Knochenschäden zu vergleichen, werden diese an Ratten getestet.
Tiere: 12 Ratten
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden von der zuständigen Behörde (Land Sachsen, TVV 2014/25) genehmigt.

Es werden 12 männliche Wistar-Ratten benutzt, die aus der Versuchstierzucht Janvier Inc., Frankreich, stammen. Den Tieren wird unter Narkose das Fell vom rechten Hinterbein rasiert und es wird ein 3 cm langer Schnitt in die Haut gemacht. Die Schenkelmuskeln werden zur Seite präpariert, um den Oberschenkelknochen freizulegen. Eine Metallplatte mit 5 Löchern wird mithilfe von vier 6 mm langen Schrauben an den Knochen geschraubt. In der Mitte der Platte wird durch das 5. Loch ein 5 mm tiefes Loch in den Knochen gebohrt. Die Ratten werden in 3 Gruppen eingeteilt und jede Gruppe erhält in dieses Knochenloch eine Füllung aus unterschiedlichen Materialien. Danach werden die Muskeln und die Haut zugenäht. Bei 4 Tieren misslingt die Fixierung durch die Metallplatte und sie werden 4 oder 8 Wochen nach der Operation getötet. Die restlichen Tiere werden 12 Wochen nach der Operation betäubt und durch Kohlendioxid-Begasung getötet und ihre Oberschenkelknochen werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Sachsen (4-7531.60/29/24) und von der „Support the best“ Maßnahme der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder finanziell unterstützt.

Bereich: Biomaterial-Forschung

Originaltitel: 3D plotted biphasic bone scaffolds for growth factor delivery: biological characterization in vitro and in vivo

Autoren: Tilman Ahlfeld (1), Felix Paul Schuster (1), Yvonne Förster (1,2), Mandy Quade (1), Ashwini R. Akkineni (1), Claudia Rentsch (1,2), Stefan Rammelt (2), Michael Gelinsky (1)*, Anja Lode (1)*

Institute: (1) Zentrum für translationale Knochen-, Gelenk- und Weichgewebeforschung, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Dresden

Zeitschrift: Advanced Healthcare Materials 2019; 8(7): e1801512

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5032



Dokument 400Titel: Lerndefizite bei Ratten, die den Dopamin-Transporter überexprimieren
Hintergrund: Die Auswirkungen eines gestörten Dopaminspiegels auf das Gedächtnis und die Hirnanatomie werden an Ratten untersucht. Dabei ist seit langem bekannt, dass Dopaminstörungen zu Lern- und Gedächtnisstörungen bei Menschen führen.
Tiere: 27 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Land Sachsen genehmigt und an der Technische Universität Dresden durchgeführt. Es werden normale und gentechnisch veränderte Ratten verwendet, die ein Protein in unnatürlich großen Mengen produzieren, das den Neurotransmitter Dopamin in die Zellen transportiert. Die Tiere stammen aus institutseigener Zucht. Im Alter von ca. 2,5 Monaten werden die Ratten 3 Mal (alle 6 Stunden) mit einer Substanz gespritzt, die neu gebildete Zellen markiert. 4 bis 6 Wochen danach werden die Tiere einzeln 6 Verhaltensversuchen ausgesetzt.

1. Morris-Wasserlabyrinth: Eine Ratte wird in einen großen Pool gesetzt, indem sich eine kleine Plattform 1 cm unter dem Wasserspiegel befindet. Das Wasser wird durch einen Farbstoff weiß gefärbt, damit die Tiere die Plattform nicht sehen können. Die Ratte muss schwimmen, bis sie die Plattform gefunden hat. Nach 5 Sekunden wird sie wieder ins Wasser gesetzt. Das Ganze wiederholt sich 4 Mal pro Tag, je von einer anderen Ecke des Pools, für insgesamt 4 Tage. Am fünften Tag wird die Plattform entfernt und die Tiere suchen sie 60 Sekunden lang. Schwimmt die Ratte verstärkt an der Stelle, an der sich vorher die Plattform befunden hat, wird das als gute Gedächtnisleistung gewertet.

2. Umgekehrte Diskriminierung: Dabei wird das Gedächtnis ähnlich wie beim Morris Wasserlabyrinth in einem T-förmigen Pool getestet. Die Ratten müssen nach einer Plattform suchen, die sich unter dem Wasserspiegel entweder im linken oder im rechten Arm des Pools befindet.

3. Radial Maze: Zwei Tage vor dem Versuch bekommen die Tiere weniger Futter, sodass sie bis zu 20 % des Körpergewichts verlieren. An den ersten 3 Versuchstagen wird eine Ratte in der Mitte einer Plattform mit 8 Armen platziert, am Ende von jedem gibt es einen Schoko-Chip. An den Tagen 4 bis 8 sind nur in 3 der Arme Schoko-Chips versteckt. Die Suchstrategie jeder Ratte wird 10 Minuten beobachtet.

4. Test im freien Gelände: Eine Ratte wird in der Mitte eines Kastens gesetzt und 10 Minuten lang beobachtet. Da Ratten Angst vor offenen Fläche haben, gleichzeitig aber gerne neue Gelände erkunden, wird registriert, wie viel Zeit sie neben den Wänden (was auf Angst hindeuten soll) und wie viel Zeit sie eher im Zentrum des Kastens verbringen (was auf Neugier hindeuten soll).

5. Erkennen von neuen Objekten: Eine Ratte wird in einen Kasten mit 2 Objekten verschiedener Form und Farbe gesetzt. Das Tier kann den Kasten und die Objekte 5 Minuten erkunden. Am nächsten Tag wird ein Objekt durch ein neues ersetzt. Es wird registriert, wie lange sich das Tier mit dem Objekt beschäftigt.

6. Zuckerkonsum-Test: Die Ratten werden 30 Minuten lang in einen Käfig gesetzt, indem sich eine Flasche mit gesüßter Kondensmilch befindet. Dann bekommen die Tiere für 24 Stunden eine reduzierte Futtermenge. Am Tag darauf werden die Tiere wieder in den Käfig mit der Kondensmilch gesetzt und es wird registriert, wie viel Kondensmilch jedes Tier zu sich nimmt.

Nachdem die Ratten alle Versuche durchlaufen haben, werden sie durch Injektion von Formaldehyd ins Herz getötet. Ihre Gehirne werden für weitere Analysen entnommen.

Diese Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Bereich: Neurologie, Hormonforschung, Verhaltensforschung

Originaltitel: Learning deficits in rats overexpressing the dopamine transporter

Autoren: Nadine Bernhardt (1), Maike K. Lieser (1), Elizabeth-Barroeta Hlusicka (1,2), Bettina Habelt (1,2), Franziska Wieske (1,2), Henriette Edemann-Callesen (1,2,3), Alexander Garthe (4), Christine Winter (1,2)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1, 10117 Berlin, (3) International Graduate Program Medical Neurosciences, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (4) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Dresden

Zeitschrift: Scientific Reports 2018; 8: 14173. DOI: 10.1038/s41598-018-32608-7

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5031



<< Zurück zur Suche


Weitere Resultate finden Sie auf den folgenden Seiten:

<< 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 >>

Drucken | Alle Abfrageresultate in neuem Fenster öffnen