Datenbank Ergebnisse
Ihre Abfrage
5770 Ergebnisse wurden gefunden
Dokument 21
Titel: Molekulare Grundlage der vollständigen Neubildung des Thymus bei einem Wirbeltier, dem AxolotlHintergrund: Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob und wie ein Axolotl den vollständig entfernten Thymus neu bilden kann.
Tiere: 167 Salamander (mindestens 167 Axolotl (Ambystoma mexicanum))
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer zuständigen Behörde des Landes Sachsen unter den Nummern TVV 21/2019 und TVV 47/2024 genehmigt. Die Axolotl stammen aus der Axolotl-Haltung des TUD-CRTD (Centre for Regenerative Therapies Dresden). Es werden weiße und transgene Axolotl, bei denen bestimmte Zellen oder Gewebe fluoreszierend markiert sind, verwendet. Die Tiere sind zu Versuchsbeginn 6 bis 8 Wochen alt und 2 bis 5 cm lang.
Die Tiere werden vor jedem Eingriff mit dem Betäubungsmittel Benzocain betäubt. In den Hauptversuchen wird der Thymus operativ entfernt. Der Thymus ist ein Organ des Immunsystems, in dem bestimmte Immunzellen heranreifen. Für die Operation wird die Haut vom Ansatz der dritten Kieme in Richtung Ohrkapsel aufgeschnitten und zurückgeklappt. Der Thymus wird mit Präparierschere, Pinzette und einer Wolframnadel entfernt. Danach wird die Hautklappe wieder über die Wundstelle gelegt. Bei einigen Tieren wird der Thymus nur auf einer Seite entfernt, bei anderen auf beiden Seiten.
Von einem Teil der Tiere werden die Köpfe oder der Thymusbereich zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Operation mikroskopisch untersucht. Wie die Tiere zur Gewinnung des Gewebes getötet werden, wird nicht erwähnt.
In weiteren Versuchen wird nachgewachsenes Thymusgewebe von fluoreszierenden Spendertieren in weiße Empfängertiere transplantiert, denen zuvor der Thymus entfernt wurde. Danach wird den Empfängertieren eine Vordergliedmaße im Oberarmbereich amputiert. Anschließend wird beobachtet, ob Zellen aus dem transplantierten Thymus in die nachwachsende Gliedmaße einwandern.
Weiteren Tieren werden alle 2 Tage Substanzen in die Bauchhöhle injiziert. Kontrolltiere erhalten DMSO, ein Lösungsmittel.
Für weitere Versuche werden in Axolotl-Eier Substanzen injiziert, die ein bestimmtes Gen ausschalten. Nach etwa 3 Wochen werden den daraus entstandenen Tieren die Schwanzspitzen abgeschnitten, um die Genveränderung zu überprüfen. Auch diesen Tieren werden die Thymusknötchen entfernt.
Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.
Die Arbeit wurde durch die National Institutes of Health (NIH, USA), die U.S.-Israel Binational Science Foundation, die Alexander von Humboldt-Stiftung, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Technische Universität Dresden gefördert.
Bereich: Regenerationsforschung, Immunologie, Entwicklungsbiologie
Originaltitel: Molecular basis for de novo thymus regeneration in a vertebrate, the axolotl
Autoren: Anna Czarkwiani (1), Macrina Lobo (2), Lizbeth Airais Bolaños Castro (1), Andreas Petzold (3), Fabian Rost (3,4), René Maehr (2)*, Maximina H. Yun (1,4,5,6)*
Institute: (1) Technische Universität Dresden, Center for Regenerative Therapies TU Dresden (CRTD), Fetscherstraße 105, 01307 Dresden, (2) Program in Molecular Medicine, Diabetes Center of Excellence, University of Massachusetts Medical School, Worcester, USA, (3) Dresden-concept Genome Center, DFG-geförderte NGS-Kompetenzzentrum, c/o Center for Molecular Bioengineering (CMCB), Technische Universität Dresden, Dresden, (4) Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), Dresden, (5) Exzellenzcluster Physics of Life, Technische Universität Dresden, Dresden, (6) Chinese Institutes for Medical Research, Peking, China
Zeitschrift: Science Immunology 2025; 10: eadw9903
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5871
Dokument 22
Titel: Der Tigersalamander als vielversprechender alternativer Modellorganismus zum Axolotl für die Erforschung von Knochenbruchheilung und RegenerationsbiologieHintergrund: Ziel der Studie ist es, die Regeneration und Heilung von Gliedmaßen nach Bissverletzungen bei Axolotl und Tigersalamandern zu vergleichen. Dabei soll untersucht werden, ob Tigersalamander als weiteres Modell für Regenerations- und Knochenheilungsforschung verwendet werden können.
Tiere: Salamander (Anzahl unbekannt)(Mexikanische Axolotl (Ambystoma mexicanum),Tigersalamander (Ambystoma tigrinum) )
Jahr: 2026
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin unter der Nummer LaGeSo/ZH104 genehmigt. In der Studie werden Axolotl und Tigersalamander aus der Tierhaltung des Museums für Naturkunde Berlin verwendet. Axolotl werden in Gruppen von 5 bis 6 Tieren gehalten. Die verwendeten Tiere sind 4 bis 5 Jahre alt und 20 bis 21 cm lang. Die Tigersalamander stammen aus einer Kolonie am Museum für Naturkunde Berlin. Für die Zucht werden nach der Winterruhe 3 Männchen und 5 Weibchen gemeinsam in ein Außenwasserbecken gesetzt, damit sie sich paaren und Eier ablegen. Etwa 14 Tage nach der Eiablage werden die erwachsenen Tiere aus dem Becken entfernt. Vier Wochen später werden etwa 200 Larven in Innenbecken umgesetzt. Während der Metamorphose, die Tigersalamander im Gegensatz zu Axolotl durchlaufen, werden Landbereiche in die Becken gestellt.
In der Gruppenhaltung beider Arten beißen sich die Tiere gegenseitig. Es entstehen Hautabschürfungen, Quetschungen, schwere Weichteilverletzungen, Knochenbrüche sowie abgebissene Finger, Zehen oder größere Teile von Gliedmaßen. Teilweise werden mehrere Gliedmaßen gleichzeitig verletzt. Kleinere oder bereits bewegungseingeschränkte Tiere werden häufiger gebissen. Bei beiden Arten kommt auch Kannibalismus vor, bei dem kleinere Artgenossen gefressen werden. Verletzte Tigersalamander werden bei täglichen Kontrollen aus der Gruppe genommen und in eigene Behälter gesetzt, um weitere Bisse zu verhindern. Ob auch verletzte Axolotl separiert werden, wird nicht erwähnt.
Das Nachwachsen der verletzten Gliedmaßen wird regelmäßig unter einem Mikroskop beobachtet und fotografiert. Zum Teil werden die Tiere dafür durch Zugabe einer Chemikalie in das Wasser betäubt. Bei stark verletzten Gliedmaßen stirbt Gewebe ab und wird abgestoßen. Wenn Knochen hervorstehen, werden auch diese nach einigen Tagen abgestoßen. Danach bleibt ein glatter Stumpf, von dem aus die Gliedmaße nachwächst.
Bei den Tigersalamandern treten nach der Metamorphose bei der Regeneration häufiger Fehlbildungen auf, darunter fehlende oder zusätzliche Finger und Zehen. Bei erwachsenen Axolotln entstehen nach schweren und wiederholten Bissverletzungen ebenfalls Fehlbildungen wie verkürzte, verdickte oder verformte Gliedmaßen, Verwachsungen zwischen Fingern oder Zehen sowie fehlende Finger oder Zehen. Zum Teil sind die nachgewachsenen Gliedmaßen nicht mehr funktionsfähig.
Für weitere Untersuchungen werden Tiere getötet. Dazu wird eine Überdosis der Chemikalie, die auch zur Betäubung verwendet wird, in das Wasser gegeben. Danach werden Gliedmaßen abgetrennt, gehäutet und feingeweblich sowie bildgebend untersucht. Ob alle in der Studie gehaltenen Tiere getötet werden, wird nicht angegeben.
Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.
Bereich: Regenerationsforschung, Entwicklungsbiologie
Originaltitel: The tiger salamander as a promising alternative model organism to the axolotl for fracture healing and regenerative biology research
Autoren: Vivien Bothe (1)*, Nadia Fröbisch (1,2)
Institute: (1) Museum für Naturkunde Berlin, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, Invalidenstraße 43, 10115 Berlin, (2) Institut für Biologie, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin
Zeitschrift: The Anatomical Record 2026; 309: 2151–2175
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5870
Dokument 23
Titel: Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761® verbessert kognitive Beeinträchtigungen und verringert die TNFalpha-Reaktion bei 5xFAD-Mäusen als Alzheimer-ModellHintergrund: Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob und wie die Aufnahme eines Ginkgo-biloba-Extrakts Lern- und Gedächtnisprobleme bei gentechnisch veränderten Mäusen verbessert. Die Mäuse dienen als sogenanntes Tiermodell für Alzheimer. Der Pflanzenextrakt wird als Tebonin bereits bei Menschen mit Demenz eingesetzt und ist seit 1965 auf dem Markt.
Tiere: 78 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz unter der Nummer G-17-035 genehmigt; eine Erweiterung wird am 27. Mai 2020 unter der Nummer E5-G17-1-035 genehmigt. Es werden Mäuse verwendet, die gentechnisch so verändert sind, dass sie Amyloid-Ablagerungen im Gehirn bilden. Die Tiere zeigen ab einem Alter von etwa 4 Monaten Verhaltensauffälligkeiten, die als Alzheimer-ähnliche Defizite interpretiert werden. Außerdem werden gentechnisch nicht veränderte Mäuse verwendet. Die Mäuse stammen aus den Versuchstierzuchten Jackson Lab (Bar Harbor, USA) und Envigo (Indianapolis, USA).
Mit 7 Wochen erhalten alle Tiere zunächst 1 Woche lang eine Kontrollnahrung. Danach werden sie zufällig in Gruppen eingeteilt. Ein Teil erhält weiter die Kontrollnahrung, ein anderer Teil erhält Nahrung, die mit einem Extrakt der Pflanze Ginkgo-biloba-versetzt ist. Die Tiere erhalten diese Nahrung 8 Wochen lang. Körpergewicht und Nahrungsaufnahme werden wöchentlich gemessen. Nach 5 Wochen Behandlung werden die Mäuse verschiedenen Verhaltenstests unterzogen. Im Nestbau-Test wird bewertet, wie gut die Tiere aus Papierstreifen ein Nest bauen. Im T-Labyrinth-Test werden die Mäuse in ein Labyrinth gesetzt, das aus einem Hauptarm und zwei Nebenarmen besteht. Es wird untersucht, ob die Mäuse zwischen den zwei Nebenarmen des Labyrinths wechseln. Im Wasserlabyrinth-Test werden die Mäuse in einen mit Wasser gefüllten Bassin gesetzt, in dem sie nicht stehen können. Dort müssen die Tiere schwimmend eine unter der Wasseroberfläche versteckte Plattform finden. Zusätzlich wird geprüft, ob Bewegungsbeeinträchtigungen vorliegen. Dazu werden die Mäuse auf die Spitze einer vertikal stehenden Stange gesetzt und beobachtet, wie sie die Stange herunterklettern oder fallen.
Mit 16 Wochen werden die Tiere mit einem gasförmigen Narkosemittel betäubt und durch Enthauptung getötet. Rumpfblut wird aufgefangen. Das Gehirn wird entnommen und untersucht. Weitere Mäuse werden für die Herstellung von Hirnschnittkulturen verwendet. Dafür werden Gehirne entnommen, in feine Scheiben geschnitten und mehrere Tage in Kultur gehalten. Für weitere Versuche werden aus den Oberschenkelknochen 3 Monate alter Mäuse Knochenmarkszellen gewonnen und in Laboruntersuchungen eingesetzt. Die genaue Zahl der dafür verwendeten Mäuse und die Methode der Tötung werden nicht genannt.
Die Arbeit wurde durch das MWG Rheinland-Pfalz sowie durch Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG gefördert; Dr. Willmar Schwabe stellte außerdem das Pflanzenextrakt EGb 761® bereit.
Bereich: Alzheimer-Forschung, Neurologie, Pharmakologie, Immunologie
Originaltitel: Ginkgo biloba extract EGb 761® ameliorates cognitive impairment and alleviates TNFalpha response in 5xFAD Alzheimer’s disease model mice
Autoren: Vu Thu Thuy Nguyen (1), Robert Subirana Slotos (1), Malena Dos Santos Guilherme (1), Tinh Thi Nguyen (1,2), Sabrina Weisenburger (3), Martin D. Lehner (3), Kristina Endres (1,4)*
Institute: (1) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Untere Zahlbacher Str. 8, 55131 Mainz, (2) Institut für Molekulare Biologie, Mainz, (3) Präklinische Forschung und Entwicklung, Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, Karlsruhe, (4) Forschungszentrum für Immuntherapie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
Zeitschrift: Phytomedicine 2025; 136: 156327
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5869
Dokument 24
Titel: Proanthocyanidine aus dem Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761® wirken antioxidativ in vitro und gedächtnisverbessernd in vivoHintergrund: Die Studie soll untersuchen, ob bestimmte Pflanzenstoffe aus dem Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761® zur pharmakologischen Wirkung des Extrakts beitragen. Der Pflanzenextrakt wird als Tebonin bei Menschen mit Demenz eingesetzt und ist seit 1965 auf dem Markt.
Tiere: 15 Tiere verschiedener Arten (unbekannte Anzahl Mäuse, mindestens 15 Ratten)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe, Land Baden-Württemberg, unter den Aktenzeichen A-43/17, A-36/17 und G-108/20 genehmigt. Die Mäuse sind 4–5 Wochen alt und stammen von Charles River, Sulzfeld, Deutschland. Die Ratten sind 5 Wochen alt und stammen von Janvier Labs, Le Genest-Saint-Isle, Frankreich. Mindestens ein Teil der Versuche wird vor Juni 2021 durchgeführt.
Vor der Verabreichung der Testsubstanzen erhalten die Mäuse 1 Woche lang und die Ratten 3 Wochen lang eine Nahrung ohne bestimmte pflanzliche Inhaltsstoffe (Flavone).
Den Mäusen werden verschiedene Substanzen per Schlundsonde in den Magen verabreicht. Ein Teil der Tiere erhält nur Trägerflüssigkeit ohne Wirkstoff. Weitere Tiere erhalten Donepezil, ein Medikament, das bei Alzheimer-Demenz eingesetzt wird und hier als Vergleichssubstanz dient. Andere Mäuse erhalten den Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761® oder einzelne daraus abgetrennte Stoffgruppen (Proanthocyanidine, Terpenlactone oder Flavone). Außerdem erhalten manche Mäuse zermahlene Tabletten verschiedener Ginkgo-Präparate (Tebonin®, konzent von Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG und Kaveri von KSK-Pharma).
Anschließend wird den Mäusen Scopolamin in die Bauchhöhle gespritzt. Scopolamin stört die Signalübertragung des Botenstoffs Acetylcholin und soll bei den Mäusen eine kurzfristige Gedächtnisbeeinträchtigung auslösen. Kontrolltiere erhalten statt Scopolamin Kochsalzlösung. Danach werden die Mäuse in ein T-förmiges Labyrinth gesetzt. Dieses Labyrinth hat einen Startarm und zwei Seitenarme. Es wird gezählt, wie oft sie in die Seitenarme laufen. Insgesamt werden pro Tier 20 Arm-Eintritte ausgewertet. Bewertet wird, ob die Tiere abwechselnd den linken und rechten Arm betreten. Dies wird als Maß für das Arbeitsgedächtnis interpretiert. In einem Teil der Versuche werden die Substanzen 1 Stunde vor dem Test gegeben. In weiteren Versuchen werden die Substanzen 3, 6 oder 24 Stunden vorher gegeben.
Nach dem Test werden die Mäuse mit CO² erstickt. Danach wird Blut durch Herzpunktion entnommen.
In weiteren Versuchen erhalten Ratten EGb 761® oder isolierte Pflanzenstoffe über eine Schlundsonde. Kontrolltiere erhalten die Trägerflüssigkeit ohne Wirkstoff. Tiere, die nach 6 Stunden getötet werden sollen, werden in Stoffwechselkäfige gesetzt, damit Urin gesammelt werden kann. Nach 1 oder 6 Stunden werden die Ratten mit CO² getötet. Danach wird Blut durch Herzpunktion entnommen. Außerdem wird Darminhalt aus Dünndarm, Blinddarm und Dickdarm gewonnen. Blut, Urin und Darminhalt werden untersucht.
Die Arbeit wurde durch Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG finanziert; alle Autorinnen und Autoren waren bei Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG beschäftigt.
Bereich: Alzheimer-Forschung, Pharmakologie, Neurologie
Originaltitel: Proanthocyanidins from Ginkgo biloba extract EGb 761® exert antioxidative activity in vitro and antiamnesic activity in vivo
Autoren: Carla Sens-Albert, Markus Schmitt, Gabriele Luderer, Beatrix C. König, Silas F. Melcher, Heike Schneider, Simone Kaiser, Sabine Tremmel, Sabrina Weisenburger, Žarko Kulic, Martin D. Lehner*
Institute: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, Präklinische Forschung und Entwicklung, Willmar-Schwabe-Straße 4, 76227 Karlsruhe
Zeitschrift: Frontiers in Pharmacology 2025; 16: 1673248. doi: 10.3389/fphar.2025.1673248
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5868
Dokument 25
Titel: Auswirkungen von Nahrung mit mäßigem und hohem Eiweißgehalt sowie Mehlwurmmehl oder Geflügelnebenproduktmehl auf Werte des Immunsystems gesunder erwachsener HundeHintergrund: Es soll untersucht werden, ob Mehlwurmmehl als Eiweißquelle und ein unterschiedlich hoher Eiweißgehalt der Nahrung das Immunsystem von Hunden beeinflussen.
Tiere: 10 Hunde (Beagle)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Gießen unter der Nummer G 33/2022 genehmigt. Die Hunde stammen von einem registrierten Züchter innerhalb der Europäischen Union; Name und Ort des Züchters werden nicht genannt. Sie werden in den Versuchseinrichtungen der Klinik für Kleintiere der Justus-Liebig-Universität Gießen gehalten.
Die Hunde erhalten nacheinander vier verschiedene Nahrungsmischungen. Zwei Mischungen enthalten einen mäßigen Eiweißgehalt, zwei einen hohen Eiweißgehalt. Als Eiweißquelle wird entweder Geflügelnebenproduktmehl oder Mehlwurmmehl verwendet.
Die vier Nahrungsmischungen werden in zufällig festgelegter Reihenfolge verfüttert, wobei jeder Hund jede Mischung erhält. Jede Mischung wird vier Wochen lang zweimal täglich angeboten. Nahrungsreste werden zurückgewogen und das Körpergewicht wird wöchentlich erfasst.
Vier Hunde verweigern die Nahrung mit mäßigem Eiweißgehalt und Geflügelnebenproduktmehl. Sie werden aus dieser Fütterungsperiode genommen.
Am 24. Tag jeder vierwöchigen Fütterungsperiode wird den Hunden im nüchternen Zustand Blut aus einer Vene am Vorder- oder Hinterbein abgenommen.
Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht erwähnt, vermutlich werden sie in weiteren Tierversuchen eingesetzt.
Die Arbeit wurde durch die Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung e. V. unterstützt. Das Mehlwurmmehl wurde von der Firma Ynsect, Frankreich, zur Verfügung gestellt.
Bereich: Tierernährung, Immunologie
Originaltitel: Effects of moderate-protein and high-protein diets, including mealworm meal or poultry by-product meal, on immunological variables in healthy adult dogs
Autoren: Sophie-Kristin Heinze (1,2), Jürgen Zentek (3), Kathrin Büttner (4), Andreas Moritz (1), Nadine Paßlack (1,2)*
Institute: (1) Klinik für Kleintiere, Innere Medizin, Fachbereich Veterinärmedizin, Justus-Liebig-Universität Gießen, Frankfurter Straße 114, 35392 Gießen, (2) Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik, Veterinärwissenschaftliches Department, Tierärztliche Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München, Oberschleißheim, (3) Institut für Tierernährung, Fachbereich Veterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Berlin, (4) Arbeitsgruppe Biomathematik und Datenverarbeitung, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen
Zeitschrift: BMC Veterinary Research 2025; 21: 504
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5867
Dokument 26
Titel: Die Ausbildung der Rücken- und Bauchseite paariger Gliedmaßen entstand durch die regulatorische Umnutzung eines ursprünglichen hinteren FlossenmodulsHintergrund: An Embryonen und Larven verschiedener Fischarten soll untersucht werden, wie sich im Verlauf der Evolution die Ober- und Unterseite paariger Flossen und späterer Gliedmaßen entwickelt hat.
Tiere: Fische (Anzahl unbekannt)(Fische, Embryonen und -Larven (Buntbarsche, Sibirische Störe, Kleingefleckte Katzenhaie, Meerneunaugen))
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die eigentlichen Versuche enden bevor die Fische ein Entwicklungsstadium erreichen, in dem sie selbstständig Nahrung aufnehmen. Versuche an diesen Entwicklungsstadien sind nach deutschem Recht nicht genehmigungspflichtig. Die Meerneunaugenlarven befinden sich in einem späteren Entwicklungsstadien, werden jedoch „lediglich“ für wissenschaftliche Zwecke getötet und nicht in Versuchen eingesetzt. Für die frühere Erzeugung einer verwendeten genveränderten Buntbarschlinie wird die Genehmigungsnummer G18/32 genannt; die zuständige Behörde wird in der Publikation nicht angegeben.
Die Buntbarschembryonen stammen aus den Fischbeständen der Tierforschungsanlage der Universität Konstanz. Die Störembryonen werden von einem nicht näher genannten privaten Züchter in Deutschland bezogen. Die Katzenhaiembryonen stammen aus einer Zuchtstation eines deutschen Zoos sowie vom Centro Andaluz de Biología del Desarrollo in Spanien. Die etwa 2 bis 3,5 cm langen Meerneunaugenlarven werden vom US Geological Survey, Great Lakes Science Center, Hammond Bay Biological Station, USA, zur Verfügung gestellt.
Es werden Buntbarschembryonen im Alter von 3 bis 8 Tagen nach der Befruchtung, Störembryonen 2 und 4 Tage nach dem Schlüpfen sowie Katzenhaiembryonen und Meerneunaugenlarven verschiedener Entwicklungsstadien verwendet.
Ein Teil der Tiere wird in einer konservierenden Lösung eingelegt und dadurch getötet. Anschließend wird die Aktivität bestimmter Gene mikroskopisch untersucht.
Ein Teil der Buntbarschembryonen wird in Gruppen in 100 ml Flüssigkeit gehalten. Wenn nötig, wird zuvor ihre Eihülle entfernt. Dem Wasser werden bestimmte Chemikalien zugesetzt, die an der Embryonalentwicklung beteiligte Signalwege beeinflussen. Die Behandlung dauert 2 Tage. Dann werden die Embryonen über Nacht mit einer konservierenden Lösung behandelt und dadurch getötet.
Zusätzlich werden genveränderte Buntbarschembryonen verwendet. Diese Tiere werden unbehandelt oder nach Behandlung mit einer Chemikalie, die einen bestimmten an der Embryonalentwicklung beteiligten Signalweg verstärkt, mit den nicht genveränderten Embryonen verglichen.
Die Arbeit wurde durch die Universität Konstanz, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die European Molecular Biology Organization (EMBO), sowie das spanische Ministerium für Wissenschaft und Innovation gefördert. Die Bereitstellung der Meerneunaugen wurde in Zusammenarbeit mit der Great Lakes Fishery Commission finanziert.
Bereich: Entwicklungsbiologie, Molekularbiologie, Zoologie
Originaltitel: Dorsoventral limb patterning in paired appendages emerged via regulatory repurposing of an ancestral posterior fin module
Autoren: Sofía Zdral (1), Simone Giulio Bordignon (2), Axel Meyer (2,3,4), Marian A. Ros (1), Joost M. Woltering (2)*
Institute: (1) Instituto de Biotecnología y Biomedicina de Cantabria, CSIC-SODERCAN-Universidad de Cantabria, Santander, Spanien, (2) Arbeitsgruppe Evolutionsbiologie, Fachbereich Biologie, Universität Konstanz, Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz, (3) Museum of Comparative Zoology, Harvard University, Cambridge, USA, (4) CAS Key Laboratory of Tropical Marine Bio-Resources and Ecology, South China Sea Institute of Oceanology, Chinese Academy of Sciences, Guangzhou, China
Zeitschrift: Molecular Biology and Evolution 2025; 43 (1): 1-12; https://doi.org/10.1093/molbev/msaf331
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5866
Dokument 27
Titel: Die Abstimmung auf Gesangsduelle erleichtert das passende Nachsingen bei NachtigallenHintergrund: Es wird untersucht, wie Nachtigallen in Gesangsduellen auf Gesänge reagieren und welche Rolle eine bestimmte Gehirnregion dabei spielt. Es soll geklärt werden, wie Vögel gehörte Gesänge erkennen und ihre eigenen Gesänge in Echtzeit daran anpassen.
Tiere: 30 Sonstige Vögel (über 30 Nachtigallen)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: In der Studie werden wildlebende und im Labor gehaltene Nachtigallen verwendet. Die Freilandversuche werden vom Landesamt für Umwelt Brandenburg unter der Nummer LFU-N4 4730/14+5#181132/2021 und vom Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg unter der Nummer AZ2347-3-2021 genehmigt. Die Laborversuche werden durch das Regierungspräsidium Oberbayern unter den Nummern ROB-55.2-2532.Vet_02-18-182 und ROB-55.2-2532.Vet_02-21-201 genehmigt.
Der Gesang 20 wildlebender männlicher Nachtigallen wird zwischen April 2020 und Mai 2023 während der Paarungszeit in Brandenburg nachts mit Richtmikrophonen aufgenommen. In weiteren Versuchen wird mit Lautsprechern ein Gesangsgegner simuliert. Den Vögeln werden dabei zuerst Gesänge eines fremden Artgenossen vorgespielt. Nach einer Pause werden ihnen ihre eigenen zuvor aufgenommenen Gesänge vorgespielt. Der Lautsprecher steht etwa 10 m vom Vogel entfernt. Gleichzeitig wird aufgenommen, wie die Vögel antworten.
17 wildlebende Nachtigallen werden in Brandenburg mit speziellen Netzen gefangen. Zum Anlocken werden dafür Nachtigallgesänge abgespielt. Nach dem Fang werden die Tiere mit farbigen Ringen markiert. Ein etwa 1,5 g schwerer Beschleunigungssensor wird als Rucksack auf dem Rücken der Tiere befestigt. Das entspricht 6-8 % des Körpergewichts. Für das Befestigen des Senors werden Gummibänder verwendet; sie verlaufen um beide Oberschenkel und den Bauch. Danach werden die Vögel in ihrem Revier wieder freigelassen. Mit den Vögeln werden erneut Playback-Versuche durchgeführt. Nach einigen Tagen werden die Vögel wieder eingefangen und die Beschleunigungssensoren werden abgenommen. Dies gelingt bei 14 der 17 Vögel. Was mit den 3 Vögeln geschieht, bei denen der Sensor nicht entfernt wird, wird nicht beschrieben.
Für die Laborversuche werden Nachtigallen von privaten Züchtern bezogen und einzeln in Volieren untergebracht. Während der Brutzeit werden je ein Männchen und ein Weibchen zusammengeführt, um Paarungen zu ermöglichen. Fünf Tage nach dem Schlüpfen werden Küken aus dem Nest genommen und mit ihren Geschwistern in schallgedämpfte Innenkammern gebracht. Sie werden etwa 20 Tage lang von Hand aufgezogen. Ab etwa dem 18. Tag werden männliche Küken gezielt mit Nachtigallgesängen beschallt, damit sie diese lernen. Später, als erwachsene Vögel, werden ihre eigenen Gesänge aufgenommen.
Handaufgezogene, männliche Küken werden für Hirnaufzeichnungen operiert. Die Tiere werden dazu mit einem Narkosegas narkotisiert. Die Haut am Kopf wird eingeschnitten, der Schädel wird freigelegt und mit einem Dentalbohrer werden Bereiche des Schädelknochens entfernt. Es werden Elektroden in verschiedene Bereiche des Gehirns geschoben. Außerdem wird eine Kopfplatte aus Edelstahl mit Zahnkleber am Schädel befestigt.
Für die Messungen sind die Vögel wach. Sie werden in eine Schaumstoffhalterung gesetzt und über die Kopfplatte fixiert. Eine feine Glaselektrode oder eine 16-Kanal-Sonde wird in eine bestimmte Region des Gehirns geschoben. Den kopffixierten Vögeln werden über einen Lautsprecher Nachtigallgesänge vorgespielt. Währenddessen wird die elektrische Aktivität von Nervenzellen gemessen. Insgesamt werden Nervenzellen von 4 Vögeln ausgewertet. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.
Die Arbeit wurde durch den Europäischen Forschungsrat, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Joachim Herz Stiftung gefördert.
Bereich: Verhaltensforschung, Neurobiologie, Hirnforschung
Originaltitel: Attuning to song duels facilitates song-matching in nightingales
Autoren: Giacomo Costalunga (1,2,3), Carolina Carpena Sanchez (1), Jonathan I. Benichov (1), Colin Cross (4), Jan Clemens (5,6), Daniela Vallentin (1,2,3)*
Institute: (1) Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz, Eberhard-Gwinner-Straße, 82319 Seewiesen, (2) International Max Planck Research School Biological Intelligence, Seewiesen, (3) Graduate School of Systemic Neurosciences, Ludwig-Maximilians-Universität München, Planegg, (4) Kartong Bird Observatory, Kartong, Kombo South, Gambia, (5) European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G), eine gemeinsame Initiative der Universitätsmedizin Göttingen und des Max-Planck-Instituts für Multidisziplinäre Naturwissenschaften, Göttingen, (6) Department für Neurowissenschaften, Fakultät VI, Universität Oldenburg, Oldenburg
Zeitschrift: bioRxiv 2025; doi: 10.1101/2025.04.12.648496
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5865
Dokument 28
Titel: Das Sehen dominiert den Hörsinn bei der Vermittlung klassischer, durch Reize ausgelöster Modulationen der mikrosakkadischen Augenbewegungen bei RhesusaffenHintergrund: Untersuchungen zur Frage, inwieweit sich visuelle oder akustische Signale auf ruckartige Augenbewegungen auswirken.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2026
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt, eine Genehmigungsnummer wird nicht genannt. Die beiden männlichen Rhesusaffen „F“ und „A“ sind 14 und 12 Jahre alt. Den Tieren wurde zu einem früheren Zeitpunkt ein Kopfhalter auf dem Schädel verankert. Das ist ein Metallbolzen, mit dem der Kopf des Tieres angeschraubt werden kann, um jegliche Kopfbewegungen zu verhindern. Zudem wird eine Metallspule in die Bindehaut eines Auges gepflanzt, die dient dazu, die Augenbewegungen des Tieres genau registrieren zu können.
Bei den Versuchs-Sessions sitzt ein Affe in einem Primatenstuhl, der Bolzen ist an einem Gestell befestigt, so dass der Affe den Kopf nicht bewegen kann. Das Tier muss seinen Blick auf einen schwarzen Punkt auf grauem Grund in der Mitte eines Bildschirms richten („fixieren“). Wenn ein zweiter Punkt an einer anderen Stelle des Bildschirms auftaucht, darf er den Blick nicht von dem Fixierungspunkt wegbewegen (= visueller Reiz). Zudem ist aus zwei Lautsprechern rechts und links vom Monitor ein Grundrauschen zu hören.
Während der Affe den Punkt mit den Augen fixiert, ertönt plötzlich ein lauter Ton (= akustischer Reiz). Die Lautstärke ist unterschiedlich zwischen 69 dB (vergleichbar mit einem Staubsauger) und 89 dB (vergleichbar mit einer Waschmaschine im Schleudergang). Da Affe F sich bei den Tönen erschrickt, werden bei ihm etwas leisere Töne eingesetzt. Das Tier darf beim Ertönen der Töne den Blick nicht vom Fixierungspunkt wegbewegen.
In zufälliger Abfolge gibt es Versuche mit nur einem visuellen Reiz, nur einem akustischen Reiz oder beides. Macht der Affe alles dem Forscherwunsch entsprechend, erhält er eine „Belohnung“. Üblicherweise besteht diese aus etwas Saft oder Wasser und üblicherweise werden die Tiere dafür zuvor durstig gehalten, damit sie sich ihre Flüssigkeitsration „erarbeiten“ müssen.
Affe F durchläuft 10 Sessions mit insgesamt 7.180 Versuchen und Affe A 40 Sessions mit 22.403 Versuchen. In einer zweiten Teilstudie werden Änderungen am Kontrast und der Helligkeit des visuellen Reizes vorgenommen. Ansonsten ist die Anordnung gleich. Affe F durchläuft 10 Sessions mit 2.370 Versuchen und Affe A 20 Sessions mit 4.378 Versuchen.
In einer dritten Teilstudie werden die Lautsprecher beide auf eine Seite des Monitors platziert. Die Seite wird pro Versuchsblock gewechselt. In zufälliger Abfolge gibt es entweder nur einen akustischen Reiz oder einen akustischen mit einem visuellen Reiz zusammen. Der Affe darf sich nicht ablenken lassen und seinen Blick nicht vom Fixierungspunkt abwenden. Mit Hilfe der eingepflanzten Spulen werden die winzigsten ruckartigen Augenbewegungen (sog. Mikrosakkaden) in Richtung des zweiten Punktes oder des Geräusches registriert. Affe F absolviert hierbei 11 Sessions mit 14.126 Versuchen und Affe A 18 Sessions mit 18.001 Versuchen. Nach Abschluss der Reihe werden Affen sehr wahrscheinlich für weitere Experimente benutzt.
Die Arbeit wurde finanziell unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Bereich: Sehforschung, Hirnforschung, Neurobiologie
Originaltitel: Vision dominates sound in mediating classic cue-induced microsaccadic eye movement modulations in rhesus macaque monkeys
Autoren: Tatiana Malevich (1,2), Matthias P. Baumann (1,2), Yue Yu (1,2), Ziad M. Hafed (1,2)*
Institute: (1) Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN), Eberhard Karls Universität Tübingen, Otfried-Müller-Straße 25, 72076 Tübingen, (2) Hertie Institut für Klinische Hirnforschung, Eberhard Karls Universität Tübingen, Hoppe-Seyler-Straße 3, 72076 Tübingen
Zeitschrift: Journal of Neurophysiology 2026; 135: 777–796
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5864
Dokument 29
Titel: Die nichtinvasive In-vivo-Deoxycytidinkinase (dCK)-PET identifiziert tumorabführende Lymphknoten unter einer Therapie mit Immun-Checkpoint-InhibitorenHintergrund: Die Immuncheckpoint-Inhibitor-Therapie für einige Krebsarten ist bei manchen Patienten erfolgreich, bei anderen nicht. In dieser Arbeit soll anhand von Mäusen der Grund untersucht werden, warum manche Patienten nicht auf die Therapie ansprechen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2026
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Es werden Mäuse der Zuchtlinien BALB/c und C57BL/6J verwendet, die von der Zuchtfirma Charles River Laboratories (Sulzfeld) bezogen werden.
Gruppen von sieben Wochen alten weiblichen Mäusen werden Dickdarm-, Mastdarm-, Brust- oder Hautkrebszellen unter oder in die Haut an der Schulter injiziert. Alle verwendeten Krebszelllinien stammen von Mäusen.
Das Wachstum des Tumors wird täglich gemessen. Wenn der Tumor eine Größe von 50-70 mm3 erreicht hat, was nach 7-9 Tagen der Fall ist, werden die Tiere mittels des Narkosegases Isofluran betäubt. Es wird ein Radiotracer in eine Vene injiziert. Das ist eine radioaktiv markierte Substanz, die sich an die Immunzellen des Körpers anlagert und sie so mit Hilfe einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sichtbar machen kann. Nach der Injektion wird eine Untersuchung mit einem speziellen PET für Mäuse durchgeführt. Anschließend wird ein Medikament in die Bauchhöhle injiziert, das die Immunzellen dazu bringen soll, die Tumorzellen anzugreifen. Das Medikament (Immuncheckpoint-Inhibitor) ist bereits bei menschlichen Patienten im Einsatz. Die Injektion des Mittels wird alle 2-3 Tage, insgesamt dreimal wiederholt. Nach der letzten Injektion wird eine weitere PET-Untersuchung unter erneuter Narkose vorgenommen. Anschließend wird ein Teil der Tiere mit CO2 getötet, um ihre Lymphknoten und andere Organe zu untersuchen. Bei dem anderen Teil der Mäuse wird eine Blutprobe durch Stich in das Venengeflecht hinter dem Auge genommen, bevor die Tiere mit CO2 getötet werden.
Andere Mäuse werden getötet, um Lymphknoten und Knochenmark für Zellkulturen zu gewinnen. Weitere Mäuse erhalten den Tracer injiziert und werden nach 5 oder 60 Minuten getötet.
Der Tracer wird auch bei menschlichen Patienten getestet.
Die Arbeit wurde unterstützt durch den Österreichischen Wissenschaftsfonds, die Eberhard Karls Universität Tübingen und die Werner Siemens Stiftung.
Bereich: Krebsforschung
Originaltitel: Noninvasive in vivo deoxycytidine kinase (dCK)-PET identifies tumor-draining lymph nodes upon immune checkpoint inhibitor therapy
Autoren: Cécile Philippe (1,2), Jonathan Cotton (2,3), Gregory D. Bowden (2), Simone Pöschel (4), Philipp Knopf (2), Barbara Schörg (2), Irene Gonzalez-Menendez (3,5), Dominik Sonanini (2,6), Lukas Flatz (3,7), Martin Allen-Auerbach (8), Caius G. Radu (9), Johannes Czernin (9), Leticia Quintanilla-Martinez (3,5), Marcus Hacker (1), Bernd J. Pichler (2,3), Andreas Maurer (2,3), Manfred Kneilling (2,3,7)*
Institute: (1) Klinische Abteilung für Nuklearmedizin, Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, (2) Werner Siemens Imaging Center, Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie, Eberhard Karls Universität, Röntgenweg 13, 72076 Tübingen, (3) Exzellenzcluster iFIT (EXC 2180) „Image-Guided and Functionally Instructed Tumor Therapies“, Eberhard Karls Universitäat, Tübingen, (4) Core Facility Flow Cytometry, Medizinische Fakultät, Eberhard Karls Universität, Tübingen, (5) Institut für Pathologie und Neuropathologie und Tumorzentrum CCC Tübingen, Eberhard Karls Universität, Tübingen, (6) Medizinische Onkologie und Pneumologie, Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik, Abteilung Innere Medizin VIII, Eberhard Karls Universität, Tübingen, (7) Universitäts-Hautklinik, Eberhard Karls Universität, Tübingen, (8) Ahmanson Translational Theranostics Division, Department of Molecular and Medical Pharmacology, UCLA, Los Angeles, USA, (9) Department of Molecular and Medical Pharmacology, UCLA, Los Angeles, USA
Zeitschrift: npj Imaging 2026; 4: 1. doi/10.1038/s44303-025-00133-8
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5863
Dokument 30
Titel: Zweidimensionale visuelle Fehlortung während des schnellen Blickwechsels bei RhesusaffenHintergrund: Von Menschen ist bekannt, dass Objekte, die während einer schnellen Augenbewegung am Rande des Blickfelds auftauchen, oft an einer falschen Stelle verortet werden. Dieses Phänomen wird hier bei Rhesusaffen nachvollzogen. Ziel ist es, die zugrundeliegenden Mechanismen verstehen zu wollen.
Tiere: 3 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Genehmigungsbehörde in Tübingen genehmigt, eine Genehmigungsnummer wird nicht genannt. Die drei männlichen Rhesusaffen sind 11 – 15 Jahre alt. Die Tiere werden als „Experten“ für Aufgaben, bei denen schnelle Augenbewegungen vollzogen werden müssen, beschrieben. Daher ist anzunehmen, dass sie bereits seit vielen Jahren „im Einsatz“ sind. Den Tieren wurde zu einem früheren Zeitpunkt ein Kopfhalter auf dem Schädel verankert. Das ist ein Metallbolzen, mit dem der Kopf des Tieres angeschraubt werden kann, um jegliche Kopfbewegungen zu verhindern. Für die Operation werden Quellen aus den Jahren 2018/2019 genannt, d.h., sie fanden vor einigen Jahren statt. Später wird eine Metallspule in die Bindehaut eines Auges gepflanzt. Ein Zeitpunkt wird dafür nicht genannt. Die Metallspule dient dazu, die Augenbewegungen des Tieres genau registrieren zu können.
Bei den eigentlichen Versuchen sitzen die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl. Der Kopf eines Tieres wird mit dem Bolzen an einem Gestell angeschraubt. Auf einem Bildschirm vor dem Affen erscheint auf grauem Grund ein weißer Punkt, den er anstarren („fixieren“) muss. Der „Fixierungspunkt“ verschwindet und gleichzeitig taucht an einer anderen Stelle des Bildschirms ein rundes Bild auf. Dieses zeigt ein Streifenmuster mit einem weißen Punkt in der Mitte. Der Affe muss den Blick auf den weißen Punkt in der Mitte des Bildes richten, sobald der Fixierungspunkt verschwindet. Einige Millisekunden später blitzt es an einer anderen Stelle des Bildschirms. Der Affe muss weiter auf das Streifenbild schauen. Sobald auch dieses verschwindet, muss er auf die Stelle blicken, wo seiner Erinnerung nach, der Blitz aufgeleuchtet ist.
Macht der Affe alles dem Forscherwunsch entsprechend, erhält er über einen Schlauch im Mund etwas Saft. Macht er etwas „falsch“, z.B., schaut er zu früh auf den Blitz oder fixiert den Punkt oder das Streifenmuster nicht richtig, bekommt er keinen Saft und der Versuch fängt von vorn an. Üblicherweise werden die Tiere zuvor durstig gehalten, um sie zum „Mitmachen“ zu bewegen. Die Affen lernen die Aufgabe schnell. Jede Session besteht aus 350-500 „erfolgreichen“ Versuchen. Insgesamt werden bis zu 23.830 Versuche pro Tier durchgeführt. Die Affen werden am Ende der Versuchsreihe sehr wahrscheinlich nicht getötet, sondern für weitere Experimente verwendet.
Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.
Bereich: Hirnforschung, Sehforschung, Neurobiologie
Originaltitel: Two-dimensional perisaccadic visual mislocalization in rhesus macaque monkeys
Autoren: Matthias P. Baumann (1,2), Ziad M. Hafed (1,2)*
Institute: (1) Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN), Eberhard Karls Universität Tübingen, Otfried-Müller-Straße 25, 72076 Tübingen, (2) Hertie Institut für Klinische Hirnforschung, Eberhard Karls Universität Tübingen, Hoppe-Seyler-Straße 3, 72076 Tübingen
Zeitschrift: eNeuro 2025; 12(6): doi.org/10.1523/ENEURO.0547-24.2025
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5862
Weitere Resultate finden Sie auf den folgenden Seiten:
<< 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 >>