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Datenbank Tierversuche

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Dokument 301Titel: In-vivo-Bildgebung der Aktivierung von Gliazellen nach einseitiger Labyrinthentfernung bei Ratten: Eine [18F]GE180-PET-Studie
Hintergrund: Untersuchung zur Frage, welche Nerven im Gehirn aktiviert werden, wenn das Gleichgewichtsorgan einseitig künstlich geschädigt wird.
Tiere: 32 Ratten
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern genehmigt (Nr.: 55.2-1-54-2532-93-16). Die männlichen Ratten der Zuchtlinie Sprague Dawley werden von Charles River Ltd., Großbritannien, bestellt. Die Tiere werden einzeln gehalten. Bei 6 Ratten wird zunächst unter Narkose eine PET-Bildgebung (Positronen-Emissions-Tomographie) gemacht. Vier Tiere werden anschließend getötet, um ihre Gehirne feingeweblich zu untersuchen. Die verbleibenden Ratten werden in zwei Gruppen zu je 14 Tieren eingeteilt. Die Tiere der einen Gruppe werden unter Narkose operiert. Der äußere Gehörgang eines Ohres wird aufgeschnitten. Mit einer Nadel wird das Trommelfell durchstochen und ein lokales Betäubungsmittel in die Paukenhöhle (Mittelohr) gespritzt und wieder abgesaugt. Dies wird dreimal wiederholt. Anschließend wird eine Säure in die Paukenhöhle injiziert die bestimmte Zellen des Innenohrs irreversibel schädigt. Die Säure wird ebenfalls dreimal injiziert und abgesaugt. Dadurch wird das Gleichgewichtsorgan geschädigt. Die Ratten der zweiten Gruppen erhalten stattdessen eine wirkungslose Kochsalzlösung. Der äußere Gehörgang wird wieder zugenäht.

In den folgenden Tagen zeigen alle Ratten der ersten Gruppe schwerwiegende Gleichgewichtsstörungen, sie rollen und torkeln, gehen im Kreis und haben Nystagmus (Augenzittern). Die Symptome bessern sich im Laufe des 30-tägigen Beobachtungszeitraums. Am Tag 7, 15 und 30 werden die Ratten jeweils einer PET-Bildgebung unterzogen. Dafür werden sie betäubt und der Kopf wird in einen Halter eingespannt. Über die Schwanzvene wird eine radioaktive Substanz in die Blutbahn gespritzt, um bestimmte Strukturen im Gehirn sichtbar zu machen. Diese Untersuchung findet an der Abteilung für Nuklearmedizin der Ludwigs-Maximilians-Universität München statt. Nach jeder Bildgebung werden jeweils 4 Ratten aus jeder Gruppe getötet. Am 30. Tag werden auch die übrigen Tiere getötet. Die Tötung erfolgt unter Narkose durch Entnahme des Gehirns.

Die Arbeit wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Bereich: Neurologie, Bildgebende Verfahren

Originaltitel: In vivo imaging of glial activation after unilateral labyrinthectomy in the rat: a [18F]GE180-PET study

Autoren: Andreas Zwergal (1,2)*, Lisa Günther (1), Matthias Brendel (3,4), Roswitha Beck (1), Simon Lindner (3), Guoming Xiong (1), Eva Eilles (1), Marcus Unterrainer (3), Nathalie Lisa Albrecht (3), Sandra Becker-Bense (1,2), Thomas Brandt (1,5), Sibylle Ziegler (3), Christian la Fougére (1,6), Marianne Dieterich (1,2,4), Peter Bartenstein (1,3,4)

Institute: (1) Deutsches Schwindel- und Gleichgewichtszentrum (DSGZ), Ludwigs-Maximilians-Universität München, Campus Großhadern, Marchioninistr. 15, 81377 München, (2) Neurologische Klinik, Ludwigs-Maximilians-Universität München, (3) Abteilung für Nuklearmedizin, Ludwigs-Maximilians-Universität München, (4) Munich Cluster of Systems Neurology (SyNergy), Technische Universität München, (5) Klinische Neurowissenschaften, Ludwigs-Maximilians-Universität München, (6) Abteilung für Nuklearmedizin, Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Zeitschrift: Frontiers in Neurology 2017; 8: 665, doi:10.3389/fneur.2017.00665

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4927



Dokument 302Titel: Tiefgreifende Charakterisierung der Effekte von Zigarettenrauch auf die Reaktion auf akutes Trauma und eine Blutung bei Mäusen
Hintergrund: Anhand von Mäusen wird herausgefunden, dass sich Zigarettenrauchen negativ bei schweren Traumata auswirkt.
Tiere: 42 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt (Nr. 1190, 24.09.2014). Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6J werden von Charles River Laboratories, Wilmington, MA, USA, bestellt. Die Mäuse werden in vier Gruppen aufgeteilt.

Ein Teil der Mäuse wird 3 Wochen an 5 Tagen die Woche Zigarettenrauch ausgesetzt. Dazu wird eine Maus in eine Box gesetzt und der Rauch einer Roth-Händle-Zigarette ohne Filter eingeleitet. Am ersten Tag werden 4 Zigaretten, am zweiten 6 und ab dem 3. Tag je 8 Zigaretten täglich verraucht. Die Verrauchung geschieht durch einen semi-automatischen Rauchgenerator und dauert pro Zigarette 15 Minuten. Nach einer Woche Erholungszeit werden die Mäuse narkotisiert. Eine einzelne explosionsartige Luftwelle wird auf den Brustkorb des Tieres gerichtet, wodurch es zu einer Quetschung der Lunge kommt. Unmittelbar danach wird die Luftröhre eingeschnitten, ein Schlauch wird zur künstlichen Beatmung eingeführt, Katheter werden in Halsvene, -arterie, Hinterbeinarterie und Harnblase eingeführt. Nun wird ein Blutungsschock ausgelöst, indem den Tieren Blut abgesaugt wird, bis ein bestimmter niedriger Blutdruck erreicht ist. Anschließend wird das Blut zusammen mit Medikamenten wieder in die Blutbahn zurückgeleitet. Vier Stunden lang werden unter weiterer Narkose verschiedene Messgrößen wie Blutdruck, Lungenfunktion, Körpertemperatur, Blutgasgehalt usw. bestimmt. Diese Prozedur wird an einer Gruppe von 10 Mäusen durchgeführt. Eine Gruppe erhält Rauch und Blutung, eine Blutung und Lungenquetschung, eine nur Blutung und eine Kontrollgruppe von zwei Mäusen wird gar nicht behandelt. Insgesamt 11 Mäuse sterben während der Versuche aufgrund von Blutungen in den Brustkorb oder den Herzbeutel, unkontrollierbaren Blutungen oder technischen Problemen. Diese Tiere werden nicht in die Auswertung einbezogen. Bei den Mäusen der ersten Gruppe (Rauch + Lungenquetschung + Blutung) sterben 50% innerhalb des Beobachtungszeitraums von 4 Stunden vor allem durch Nierenversagen, bei den Mäusen der zweiten Gruppe (Rauch + Blutung) sterben 40%. Die Tiere der beiden Gruppen, die keinem Rauch ausgesetzt waren, überleben fast alle. Schließlich werden alle überlebenden Mäuse durch Ausbluten getötet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Hertha-Nathorff-Programm der Universität Ulm.

Bereich: Schockforschung, Intensivmedizin, Tabakforschung, Lungenforschung

Originaltitel: In-depth characterization of the effects of cigarette smoke exposure on the acute trauma response and hemorrhage in mice

Autoren: Clair Hartmann (1,2)*, Michael Gröger (1), Jan-Philipp Noirhomme (1), Angelika Scheuerle (3), Peter Möller (3), Ulrich Wachter (1), Markus Huber-Lang (4), Benedikt Nussbaum (1,2), Birgit Jung (5), Tamara Merz (1), Oscar McCook (1), Sandra Kress (1), Bettina Stahl (1), Enrico Calzia (1,2), Michael Georgieff (2), Peter Rademacher (1), Martin Wepler (1,2)

Institute: (1) Institut für anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Helmholtzstr. 8/1, 89081 Ulm, (2) Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum, Ulm, (3) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum, Ulm, (4) Institut für Klinische und Experimentelle Traumaimmunologie, Universitätsklinikum, Ulm, (6) Abteilung für Lungenforschung, Boehringer Ingelheim GmbH & Co. KG, Biberach an der Riss

Zeitschrift: Shock 2019; 51 (1): 68-77, doi:10.1097/SHK.0000000000001115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4926



Dokument 303Titel: Stumpfes Brustkorbtrauma bei Mäusen nach Zigarettenrauch-Exposition: Wirkung einer mechanischen Beatmung mit 100% Sauerstoff
Hintergrund: Lungenquetschung und 3-4 Wochen Zigarettenrauchen ruft bei Mäusen mehr Entzündungsanzeichen hervor als Rauchen allein.
Tiere: 36 Mäuse
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen unter der Nr. 1046 genehmigt. Die Mäuse stammen aus der Versuchstierzucht Charles River, Kisslegg. 16 Mäuse werden 3-4 Wochen an 5 Tagen die Woche Zigarettenrauch ausgesetzt. Dazu wird eine Maus in eine Box gesetzt und der Rauch einer Roth-Händle-Zigarette ohne Filter eingeleitet. Am ersten Tag werden 4 Zigaretten, am zweiten 6 und ab dem 3. Tag je 8 Zigaretten täglich verraucht. Die Verrauchung geschieht durch einen semi-automatischen Rauchgenerator und dauert pro Zigarette 15 Minuten. 16 Mäuse erhalten während der gleichen Zeit Raumluft. 4 Mäuse werden als Kontrolle gar nicht behandelt und erhalten auch kein Brustkorbtrauma.

Nach der Rauch-Exposition können die Mäuse sich eine Woche erholen. Nun werden alle Mäuse (außer den 4 Tieren der Kontrollgruppe) narkotisiert. Eine einzelne explosionsartige Luftwelle wird auf den Brustkorb des Tieres gerichtet, wodurch es zu einer Quetschung der Lunge kommt, ohne dass andere Organe beeinträchtigt werden. Unmittelbar danach wird die Luftröhre eingeschnitten, ein Schlauch wird eingeführt und die Tiere werden 4 Stunden lang künstlich beatmet. 8 Mäuse der Rauch-Gruppe und 8 Mäuse der Raumluft-Gruppe werden mit 100% Sauerstoff beatmet, die anderen Tiere mit normaler Luft. Nach 4 Stunden wird die linke Lunge zur Untersuchung herausgeschnitten. Von einer Tötung der Tiere ist auszugehen, wird aber nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg und Boehringer Ingelheim Ulm Universitätszentrum.

Bereich: Tabakforschung, Lungenforschung

Originaltitel: Blunt chest trauma in mice after cigarette smoke-exposure: effects of mechanical ventilation with 100% O2

Autoren: Katja Wagner (1,2), Michael Gröger (1), Oscar McCook (1), Angelika Scheuerle (3), Pierre Asfar (4), Bettina Stahl (1), Markus Huber-Lang (5), Anita Ignatius (6), Birgit Jung (7), Matthias Duechs (7), Peter Möller (3), Michael Georgleff (2), Enrico Calza (1), Peter Radermacher (1)*, Florian Wagner (1,2)

Institute: (1) Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Helmholtzstr. 8/1, 89081 Ulm, (2) Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum, Ulm, (3) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum, Ulm, (4) Laboratoire HIFIH, Département de Réanimation Médicinale et de Médecine Hyperbare, Centre Hospitalier Universitaire, Angers, Frankreich, (5) Klinik für Unfall-, Hand- und Plastische Widerherstellungschirurgie, Universitätsklinikum, Ulm, (6) Institut für Chirurgische Forschung und Biomechanik, Universitätsklinikum, Ulm, (7) Abteilung Respiratory Disease Research, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Biberach/Riss

Zeitschrift: PLOS One 2015; 10 (7), doi:10.1371/journal.pone.0132810

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4925



Dokument 304Titel: Verteilung des Porcinen Cytomegalievirus bei infizierten Spenderschweinen und Pavian-Empfängern einer Schweineherztransplantation
Hintergrund: Vorkommen von Schweineviren nach Herztransplantation von Schweinen auf Paviane. Bei zwei Affen, die 29 und 40 Tage überleben, wird das Virus gefunden.
Tiere: 17 Tiere verschiedener Arten (14 Schweine, 3 Paviane)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die „Herstellung“ transgener Schweine wird von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer AZ 55.2-1-54-2532-70-12, 20 (20. Nov. 2012) genehmigt und die Xenotransplantationsversuche ebenfalls von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-184-2014 (Sept. 2015).

Fünf Schweine, die für die Versuche verwendet werden, sind Kreuzungen der Deutschen Landrasse und Large White. Sie sind dreifach genverändert: durch Geneinschleusung bilden sie zwei menschliche Proteine aus und durch Knockout-Technik fehlt ihnen ein Gen, das für die Ausbildung einer Zelloberflächenstruktur verantwortlich ist, die eine hyperakute Abstoßungsreaktion hervorruft. Sie wurden am 4.5.2016 geboren, vermutlich in einer institutseigenen Zucht. Von 9 nicht genmanipulierten Schweinen werden Blutproben genommen. Sie stammen aus einer speziellen pathogen-freien Zucht der Insel Fehmarn. Die 4-Jahre alten männlichen Paviane stammen aus der Zucht des Deutschen Primatenzentrums.

Von den 3 „Spender“-Schweinen werden Blutproben genommen, um diese auf das Vorhandensein von Porcinem Cytomegalievirus (PCMV) zu untersuchen. Dann wird ihnen unter Narkose das Herz angehalten und entfernt. Bei den Pavianen wird unter Narkose der Brustkorb aufgeschnitten, das Herz wird entfernt und das Schweineherz eingepflanzt. Außerdem wird ein telemetrisches Gerät in den Brustkorb eingesetzt, das kontinuierlich Blutdruck und EKG misst und drahtlos übermittelt. Die Tiere erhalten Schmerzmittel. Anhand eines Schemas wird der Zustand der Affen beurteilt, darunter Symptome wie Selbstverstümmelung, Verweigerung der Futteraufnahme, Erbrechen, Durchfall, schlechte Wundheilung, Blutungen und Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb. Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, wird das Tier getötet („humaner Endpunkt“). Dies ist bei allen drei Affen der Fall. Die Tiere werden 4, 29 und 40 Tage nach der Transplantation getötet. Die Tötung erfolgt in tiefer Narkose durch Entnahme des Herzens. Blut und Organe der Affen werden auf PCMV untersucht).

Bei beiden Geschwistern der „Spender“-Schweine werden ebenfalls Blutproben genommen. Sie werden 30 bzw. 44 Tage nach der Operation ihrer Geschwister getötet.

Die Arbeit wurde unterstützt durch den DFG Transregio Sonderforschungsbereich Xenotransplantation TRR 127.

Bereich: Xenotransplantationsforschung

Originaltitel: Distribution of porcine cytomegalovirus in infected donor pigs and in baboon recipients of pig heart transplantation

Autoren: Uwe Fiebig (1), Jan-Michael Abicht (2), Tanja Mayr (2), Matthias Längin (2), Andrea Bähr (3,4), Sonja Guethoff (5,6), Almuth Falkenau (7), Eckhard Wolf (3), Bruno Reichart (5), Tomoyuki Shibahara (8), Joachim Denner (9)*

Institute: (1) Abteilung für HIV und andere Retroviren, Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin, (2) Klinik für Anästhesiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, 81377 München, (3) Lehrstuhl für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie, Genzentrum, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (4) Medizinische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, (5) Walter Brendel Zentrum für Experimentelle Medizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (6) Herzchirurgische Klinik und Poliklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (7) Institut für Veterinärpathologie am Zentrum für Klinische Tiermedizin, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (8) Pathology and Pathophysiology Research Division, National Institute of Animal Health, Tsukuba, Japan, (9) Robert Koch Fellow, Robert-Koch-Institut, Nordufer 20, 13353 Berlin

Zeitschrift: Viruses 2018; 10 (2): 66, doi:10.3390/v10020066

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4924



Dokument 305Titel: Ins Auge gespritzter DHODH-Hemmer PP-001 unterdrückt wiederkehrende experimentelle Augenentzündung und Zytokinproduktion von humanen Lymphozyten, aber nicht von RPE-Zellen
Hintergrund: Behandlung einer künstlich ausgelösten Augenentzündung.
Tiere: 58 Tiere verschiedener Arten (ca. 40 Ratten, 18 Kaninchen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Ratten der Zuchtlinie Lewis stammen von Janvier, Le-Genest-St-Isle, Frankreich, und werden „in der eigenen Kolonie“, weitergezüchtet. Wo sich diese befindet, wird nicht erwähnt. Vermutlich finden die Versuche in München statt. Die Versuche an Holländer-Kaninchen stammen von der Western Oregon Rabbit Company und werden von Absorption Systems Inc., San Diego, USA, durchgeführt.

Bei den Ratten wird eine wiederkehrende Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis) erzeugt. Dazu wird den Tieren ein humanes Peptid, zur Verstärkung der Wirkung vermischt mit Freunds Adjuvans (reizendes Mineralöl) und Tuberkulosebakterien, in beide Hinterbeine injiziert. Die Augen der Tiere werden täglich mit einem Ophthalmoskop untersucht. Es kommt zu einer Entzündung mit Fibrinklumpen auf der Pupille und Blutungen in die vordere Augenkammer. Die Symptome klingen nach einigen Tagen wieder ab. Nach 18 Tagen, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind, wird einem Teil der Ratten unter Narkose der Wirkstoff PP-001 in beide Augen gespritzt. Kontrolltiere erhalten eine wirkungslose Substanz. Es wird täglich beobachtet, ob die Uveitis wiederkehrt. Am 31. Tag nach der ersten Injektion werden die Ratten getötet, um die Augen zu untersuchen.

Den einzeln gehaltenen Kaninchen wird der Wirkstoff PP-001 unter Anästhesie in beide Augen gespritzt. Zu verschiedenen Zeitpunkten, zwischen 1 und 96 Stunden nach der Injektion, werden jeweils 2 Kaninchen mittels einer Barbituratinjektion getötet, die Augen herausgenommen und auf die Verteilung des Wirkstoffs untersucht.

Die Studie wurde gefördert durch Panoptes Pharma GmbH und EYEnovative Förderpreisis 2012.

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Intraocular DHODH-inhibitor PP-001 suppresses relapsing experimental uveitis and cytokine production of human lymphocytes, but not RPE cells

Autoren: Maria Diedrichs-Möhring (1), Sandy Niesik (1,2), Claudia S. Priglinger (3), Stephan R. Thurau (1), Franz Obermayr (4), Stefan Sperl (4), Gerhild Wildner (1)*

Institute: (1) Abteilung für Immunobiologie, Augenklinik und Poliklinik, Universitätsklinikum, Ludwig-Maximilians-Universität München, Mathildenstr. 8, 80336 München, (2) Abteilung Virus-assozierte Karzinogenese (F170), Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg, (3) Augenklinik und Poliklinik, Universitätsklinikum, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (4) Panoptes Pharma GmbH, Wien, Österreich

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2018; 15: 54, doi:10.1186/s12974-018-1088-6

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4923



Dokument 306Titel: Eine neue Analyse der Ruhezustandskonnektivität und der Graphentheorie zeigt bei Ratten ausgeprägte Kurzzeitveränderungen nach Stimulation der Schnurrhaare
Hintergrund: Erprobung einer neuen Analyse zur Messung des Ruhezustandes der Gehirnaktivität mittels Magnetresonanz bei Ratten, deren Schnurrhaare stimuliert werden.
Tiere: 25 Ratten
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Genehmigt werden die Versuche durch das Regierungspräsidium Mittelfranken, Ansbach (621-2531.31-30/00). Die Tiere stammen von Janvier, Frankreich. Es erfolgt die Aufteilung in zwei Gruppen, einer experimentellen Gruppe von 13 Tieren (Gruppe 1) und einer Kontrollgruppe von 12 Tieren (Gruppe 2). Unter Narkose mit Narkosegas werden den Tieren der Gruppe 1 die Schnurrhaare, bis auf diejenigen einer bestimmten Region, abgeschnitten. Danach werden alle Ratten auf einem Plexiglasgestell fixiert, an dem eine Maske mit Zahnbeißstange montiert ist. Dort kann „der Rattenkopf ohne die Notwendigkeit von Ohrschrauben befestigt werden“. Die Maske besitzt seitliche Öffnungen, damit die Schnurrhaare sich frei bewegen können. Anschließend werden die Tiere in ein Bildgebungsgerät (fMRT) gelegt. Für die Zeit der Magnet-Resonanz-Messung wird das Narkosegas reduziert. Dann werden bei den Ratten der experimentellen Gruppe die verbleibenden Schnurrhaare mittels eines Kamms stimuliert. Danach werden die fMRT-Aufnahmen wiederholt. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Hirnforschung

Originaltitel: A new analysis of resting state connectivity and graph theory reveals distinctive short term modulations due to whisker stimulation in rats

Autoren: Silke Kreitz (1,2), Benito de Celis Alonso (3), Michael Uder (2), Andreas Hess (1)*

Institute: (1) Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen, (2) Radiologisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (3) Faculty of Mathematical & Physical Sciences, Benemerita Universidad Autonoma de Puebla, Puebla, Mexico

Zeitschrift: Frontiers of Neuroscience 2018; 12 (334), doi:10.3389/fnis.2018.00334

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4922



Dokument 307Titel: Dynamische Fußabtritte von alpha-synucleinopathischen Mäusen, ermittelt durch Laufsteg-Bewegungsanalyse
Hintergrund: Studie zur Analyse der Bewegungsmuster von typischen „Mausmodellen“ für Parkinson auf einem speziellen Laufsteg.
Tiere: 33 Mäuse
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wird der Versuch von der Regierungsbehörde Unterfranken (55.2-2532-2-218). Die Herkunft der Mäuse wird nicht erwähnt. Für die Studie werden zwei für Parkinson typische sogenannte „transgene Mausmodelle“ verwendet sowie „Wildtyp-Mäuse“, Geschwister, bei denen die Genveränderung nicht aufgetreten ist. Bei einem Teil der Mäuse wird mittels Genmanipulation ein bestimmtes Gen deaktiviert. Bei anderen Tieren werden gentechnisch menschliche Gene eingebaut. Beide Gruppen bilden so Symptome aus, die ähnlich denen von Menschen sind, die an Parkinson leiden. 12 Wildtyp-Mäuse sowie 13 und 8 auf unterschiedliche Weise genveränderte Mäuse müssen mehrmals im Dunkeln einzeln über einen speziellen Gehweg laufen. Dieser „Laufsteg“ zeichnet dabei verschiedene Parameter wie die Pfotenposition, den Druck und die Fläche der Pfote auf. Pro Tier dauert eine Sitzung 5 – 10 Minuten. Was mit den Tieren nach der Studie geschieht, wird nicht erwähnt.

Gefördert wird die Studie von der Emerging Fields Initiative der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Bereich: Parkinsonforschung

Originaltitel: Dynamic footprints of alpha- synucleinopathic mice recorded by CatWalk gait analysis

Autoren: Ivanna K. Timotius (1,4), Fabio Canneva (2), Georgia Minakaki (3), Cristian Pasluosta (1,5), Sandra Moceri (2), Nicolas Casadei (4), Olaf Riess (6), Jürgen Winkler (3), Jochen Klucken (3), Stephan von Hörsten (2)*, Bjoern Eskofier (1)

Institute: (1) Informatik, Technische Fakultät, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Martensstr. 5a, 91058 Erlangen, (2) Abteilung für experimentelle Therapie, Universitätsklinikum Erlangen und Präklinisches Experimentelles Zentrum, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Palmsanlage 5, 91054 Erlangen (3) Abteilung für Molekulare Neurologie, Universitätsklinikum Erlangen, Universität Erlangen-Nürnberg, (4) Department of Electronics Engineering, Satya Wacana Christian University, Salatiga, Indonesia, (5) Institut für Mikrosystemtechnik, Universität Freiburg, (6) Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik, Universitätsklinikum Tübingen

Zeitschrift: Data in Brief 2018; 17: 189-193

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4921



Dokument 308Titel: Therapeutischer Wert von Ginkgo biloba Extract EGb 761® in einem Tiermodell (Meriones unguiculatus) für durch Lärmtrauma ausgelösten Hörverlust und Tinnitus
Hintergrund: Untersuchung, ob die Symptome von künstlich ausgelöstem Hörverlust und Tinnitus bei Gerbils durch Ginkgo verbessert werden.
Tiere: 20 Gerbils (Mongolische Wüstenrennmäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen von Charles River Laboratories, Sulzfeld. Genehmigt wird die Studie durch das Regierungspräsidium Mittelfranken, Ansbach (54-2532.1-02/13). Zunächst werden bei den noch hörgesunden Tieren bestimmte in der Humanmedizin etablierte Hörversuche gemacht, um „Grundwerte“ zu sammeln. Zum einen wird geschaut, ob und wie die Tiere auf plötzliche akustische Reize reagieren. Dafür werden sie einzeln in ein Plastikrohr gesteckt (10 cm lang mit 4,3 cm Durchmesser), welches durch Stahlgitter verschlossen wird. Vor dem Rohr befindet sich ein Lautsprecher, über dem zunächst ein kontinuierliches Rauschen von 50 dB zu hören ist. Zum Auslösen einer Schreckreaktion werden dann 105 dB laute Reintöne unterschiedlicher Frequenzen (1, 2, 4, 8 oder 16 kHz) abgespielt. Jeder Ton wird 15 Mal pro Sitzung wiederholt. Außerdem wird untersucht, ob die Reaktion der Tiere abgeschwächt ist, wenn einige Zeit vor dem lauten Ton das kontinuierliche Rauschen ausgeschaltet wird. Die Röhre mit dem Gerbil liegt auf einem Erschütterungsmessgerät, mit dem das Erschrecken der Tiere gemessen wird.

Die sogenannte Hirnstammaudiometrie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Die Ohren der Gerbils werden dabei einzeln nacheinander gemessen. Dafür bekommen die Tiere drei Silberdrahtelektroden um ein Ohr, bzw. am Rücken unter die Haut gesteckt. Das andere Ohr wird durch einen Stöpsel verschlossen. Über einen direkt vor dem Ohr angebrachten Lautsprecher werden Töne von 0 bis 90 dB in 5 dB Schritten abgespielt, die 1 oder 4 Millisekunden andauern liegen. Gleichzeitig werden über die Elektroden Nervenströme gemessen. Es erfolgen jeweils 120 Wiederholungen.

Nun werden die immer noch in Narkose befindlichen Tiere 75 Minuten mit einem 115 dB lauten Ton beschallt (120 dB wird als unerträglich laut und als Schmerzgrenze beim Menschen definiert). Dadurch wird bewusst ein Hörverlust und Tinnitus bei den Mäusen ausgelöst. Als „Erfolgskontrolle“ für den Hörverlust wird erneut eine Hirnstammaudiometrie durchgeführt.

Nach einer Erholungsphase von 1 Woche bekommt eine Gruppe Gerbils täglich über drei Wochen ein Ginkgoextrakt-Agar-Gemisch über eine Magensonde verabreicht, die andere Gruppe wird nur mit Agar (Nährmedium aus Algen) gefüttert. Außerdem werden 4 Mal im wöchentlichen Abstand die beiden Hörtests (Überprüfung der Schreckreaktion und Audiometrie) durchgeführt. Das weitere Schicksal der Gerbils wird nicht erwähnt. Ginkgoextrakt wird testweise bereits zur Behandlung von Hörschäden beim Menschen eingesetzt.

Die Studie wird durch Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, Karlsruhe, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg gefördert.

Bereich: Hörforschung, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

Originaltitel: Therapeutic value of ginkgo biloba extract EGb 761® in an animal model (Meriones unguiculatus) for noise trauma induced hearing loss and tinnitus

Autoren: Patrick Krauss, Konstantin Tziridis, Stefanie Bürbank, Achim Schilling, Holger Schulze*

Institute: Experimentelle Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Waldstr. 1, 91054 Erlangen

Zeitschrift: PLoS ONE 2016; 11(6), doi:10.1371/journal.pone.0157574

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4920



Dokument 309Titel: Die obere Zone der Wachstumsplatte und das mit der Knorpelmatrix assoziierte Protein schützen den Knorpel während einer entzündlichen Arthritis
Hintergrund: Untersuchungen an genmanipulierten Mäusen zur Frage, inwieweit ein bestimmtes Protein eine Rolle bei künstlich ausgelösten Gelenkentzündungen spielt.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird von der Regierung Mittelfranken in Ansbach genehmigt. Ursprünglich stammen die Mäuse von Elevage Janvier, Frankreich. Im eigenen Institut werden daraus Mäuse gezüchtet, die ein bestimmtes Protein nicht ausbilden können, welches für den Knorpel spezifisch ist. Um eine Gelenkentzündung herbeizuführen, bekommen einige der Mäuse mit dem fehlenden Protein und ein Teil ihrer gesunden Geschwister (laut Vererbungslehre sind nicht alle Tiere eines Wurfes krank) ein Serum in die Bauchhöhle gespritzt, welches über den Blutweg bei den Tieren zur Entzündung in mehreren Gelenken führt. Nach dem Auslösen der Gelenkentzündung erhält ein Teil der Tiere das knorpelspezifische Eiweiß täglich über eine Spritze in die Bauchhöhle. In den folgenden Tagen werden die Mäuse auf klinische Hinweise auf Gelenkentzündung kontrolliert. Diese sind Reduktion oder Verlust des Greifvermögens und Pfotenschwellung (Zehen und Knöchel). 10 oder 14 Tage nach dem künstlichen Krankmachen werden die Mäuse auf eine nicht erwähnte Weise getötet und die Hinterpfoten für weitere Untersuchungen abgeschnitten.

Gefördert wird die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der STAEDTLER-Stiftung.

Bereich: Entzündungsforschung, Rheumaforschung

Originaltitel: Upper zone of growth plate and cartilage matrix associated protein protects cartilage during inflammatory arthritis

Autoren: Fritz Seuffert, Daniela Weidner, Wolfgang Baum, Georg Schett, Michael Stock*

Institute: Abteilung für Innere Medizin 3, Rheumatologie und Immunologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum Erlangen, Palmsanlage 5, 91054 Erlangen

Zeitschrift: Arthritis Research & Therapy 2018; 20 (1): 88, doi:10.1186/s13075-018-1583-2

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4919



Dokument 310Titel: Frühe Veränderungen in der operativen Leistung und prominente Huntington-Aggregation in einer F344-Rattenzuchtlinie des klassischen CAG n51trunc- Modells der Huntington-Krankheit
Hintergrund: Studie zur „Verbesserung“ eines „Rattenmodells“ für Chorea Huntington.
Tiere: 32 Ratten (mindestens)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von den Bezirksregierungen Hannover (LAVES 33-42502-05/931) und Würzburg (RegUFr 55.2-2532-2-223) genehmigt. Die Ratten dieser Studie gehen auf eine Kolonie von Ratten zurück, bei denen durch Genmanipulation mittels Mikroinjektion ein bestimmtes krankhaft verändertes menschliches Gen eingebaut wurde. Tiere, die Träger dieses veränderten Gens sind, zeigen Symptome, die an die Krankheit Chorea Huntington erinnern, die natürlicherweise aber nur beim Menschen vorkommt. (Das Gehirn dieser Patienten weist ein verringertes Volumen und deutliche Proteinablagerungen auf. Die Symptome variieren je nach Krankheitsstadium von Beeinträchtigungen in Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis, verminderte Selbstkontrolle mit impulsivem, zwanghaften Verhalten, später Demenzsymptome, Depression, Motivationsverlust und Bewegungsstörungen wie Koordinationsprobleme. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar und führt im Alter von 15 – 20 Jahre zum Tod.)

Über mehrere Generationen werden Ratten mit bestimmten genetischen Veränderungen miteinander verpaart. Da laut Vererbungslehre nicht der gesamte Nachwuchs die gewünschten Genabweichungen besitzt, werden bei allen Nachkommen die Schwanzspitzen abgeschnitten, um mit dem damit gewonnenen Material Genuntersuchungen durchzuführen.

Für die eigentliche Studie werden zwei Gruppen gebildet. In der ersten Gruppe sind 11 gentechnisch veränderte und 9 gesunde Ratten, in der zweiten Gruppe je 6 gentechnisch veränderte und gesunde Ratten. Zur Untersuchung von Bewegungsstörungen und Veränderungen der Psyche werden mit den Tieren verschiedene Tests durchgeführt:

Im Alter von 3, 6, 9 und 15 Monaten wird Koordination und Gleichgewicht der Tiere geprüft. Dafür werden die Ratten auf eine rotierende Stange gesetzt, die sich zuerst langsam und dann immer schneller dreht. Gemessen wird die Drehgeschwindigkeit, bei der das einzelne Tier von der Stange fällt.

Zur Untersuchung von spontaner Bewegung und angstähnlichem Verhalten in einer neuartigen Umgebung werden die Ratten in die Mitte einer schwarzen quadratischen Box von 50 x 50 cm gesetzt und die Aktivität der Tiere ausgewertet. Ein Aufenthalt vor allem an den Wänden gilt als ängstliches Verhalten.

Die Tiere werden 9 x im Abstand von einem Monat in einen 27 x 9 x 10 cm großen Gitterkorb gesetzt, der auf einem Erschütterungsmessgerät steht. Über zwei Lautsprecher gibt es eine Beschallung mit einem konstanten sogenannten weißen Rauschen von 68 dB (vergleichbar mit der Lautstärke eines Staubsaugers) und verschieden lauten kurzen Tönen von bis zu 120 dB (vergleichbar mit der Lautstärke eines Rockkonzertes, beim Menschen als Schmerzgrenze festgelegt). Das Messgerät unter dem Käfig misst die Erschütterung durch das Zusammenzucken der Ratte durch die lauten Töne.

Auch jeweils monatlich kommen die Tiere für je 72 Stunden einzeln in einen Stoffwechselkäfig. Dieser ermöglicht die Kontrolle von Aktivität, Futter- und Wasseraufnahme, Sauerstoffverbrauch, Kohlendioxidproduktion und Energieaufwand.

Für die Ermittlung des Lernverhaltens müssen die Tiere zunächst in einer Testphase an den Versuchsaufbau gewöhnt werden. Während dieser Testphasen haben die Ratten zwar freien Zugang zu Wasser, das Futter wird aber auf etwa 85 % reduziert. In einem Käfig gibt es eine Futterkrippe, die mit einer hochhebbaren Plexiglasplatte versehen ist. Auf beiden Seiten dieser Krippe gibt es Hebel. Drückt die Ratte einen Hebel, fällt ein Futterbrocken in die Krippe und über das Anheben der Plexiglasplatte gelangt das Tier an das Futter. Nur Ratten, die nach einer 30-minütigen Testsitzung über das Drücken des Hebels Pellets sicher sammeln können, werden weiter untersucht. Im Alter von 3, 6 und 12 Monaten kommen diese Tiere wieder in den Käfig. Pro Sitzung erfolgen insgesamt 100 Versuche mit drei Sitzungen im Abstand von 3 Stunden pro Nacht. Diesmal wird über das Anleuchten eines der beiden Hebels gezeigt, welcher Hebel gedrückt werden soll. Gezählt werden u.a. die Anzahl der erfolgreichen Versuche und die Zeit, die benötigt wird. Außerdem gibt es noch eine Variation, bei der die Tiere erst beim zweiten Drücken des Hebels belohnt werden.

Am Ende der Studie werden die Ratten über eine Injektion in die Bauchhöhle narkotisiert und mit ins Herz gespritzter eiskalter Salzlösung getötet. Danach werden die Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Studie wird gefördert durch die HighQFoundation, im Rahmen vom EU Joint Programme – Neurodegenerative Erkrankungen, dem „CrossSeeds“ Projekt und der Norwegischen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Neuropathologie, Chorea Huntington Forschung, Gentechnik

Originaltitel: Early alterations in operant performance and prominent Huntington aggregation in a congenic F344 rat line of the classical CAGn51trunc model of Huntington disease

Autoren: Anne-Christine Plank (1), Fabio Canneva (1), Kerstin A. Raber (1), Yvonne K. Urbach (1), Julia Dobner (1), Maja Puchades (2), Jan G. Bjaalie (2), Clarissa Gillmann (3), Tobias Bäuerle (3), Olaf Riess (4), Hoa H. P. Nguyen (4), Stephan von Hörsten (1)*

Institute: (1) Experimentelle Therapie, Präklinisches experimentelles Zentrum, Franz-Penzoldt-Zentrum, Universitätsklinikum Erlangen, Palmsanlage 5, 91054 Erlangen, (2) Neural Systems Laboratory, Institute of Basic Medical Sciences, University of Oslo, Oslo, Norwegen, (3) Preclinical Imaging Platform Erlangen (PIPE), Radiologisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, (4) Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Frontiers in Neuroscience 2018; 12 (11), doi:10.3389/fnins.2018.00011

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4918



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