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Dokument 31
Titel: Escherichia coli Nissle verbessert die Absorption kurzkettiger Fettsäuren und die Barrierefunktion in einem Mausmodell für chronisch entzündlichen DurchfallHintergrund: Der Einfluss des probiotischen Bakteriums Escherichia coli Nissle 1917 auf chronischen Durchfall wird für Mäuse untersucht. Das Bakterium wurde 1917 isoliert wird bereits seit demselben Jahr zur Behandlung von Durchfällen beim Menschen eingesetzt.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die Zucht und die Versuche werden unter den Nummern 33.19-42502-04-20/3561 und 33.12-42502-04-19/3197 durch die zuständige Landesbehörde genehmigt; dabei sollte es sich um das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) handeln.
Die Studie verwendet gentechnisch veränderte Mäuse. Die Mäuse sind zum Teil so verändert, dass ihr Darm zu wenig Wasser resorbiert, wodurch die Tiere unter chronischem Durchfall leiden. Die Mäuse werden an der Medizinischen Hochschule Hannover gehalten, wo auch die Versuche stattfinden. Die Tiere erhalten zusätzlich zum normalen Standardfutter ein spezielles Futter, das den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt stabilisieren soll sowie eine spezielle Trinklösung. Dadurch soll das Überleben der unter chronischem Durchfall leidenden Mäuse verlängert werden.
Die Mäuse werden in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Den Mäusen der ersten Gruppe wird der probiotische Stamm Escherichia coli Nissle 1917 in etwas Flüssigkeit mit einer Sonde direkt in den Magen verabreicht. Dies erfolgt zweimal täglich über einen Zeitraum von 21 Tagen. Insgesamt wird jeder Maus also 42-mal eine Sonde in den Magen geschoben, was jedes Mal mit einer hohen Belastung für die Tiere und mit einem Risiko für eine Verletzung von Magen oder Speiseröhre sowie einer Fehlverabreichung in die Lunge verbunden ist. Die Mäuse der zweiten Gruppe erhalten keine Bakteriensuspension und ihnen wird auch keine Sonde in den Magen geschoben.
Im Anschluss werden die Mäuse täglich gewogen und es werden Stuhlproben untersucht. Einmal wöchentlich wird die Darmtransitzeit gemessen, indem die Tiere Futterpellets mit einem Farbstoff erhalten und die Zeit bis zum Auftreten des gefärbten Kots registriert wird.
Ein Teil der Tiere wird mit einem gasförmigen Narkosemittel narkotisiert und über einen in die Luftröhre eingeführten Schlauch mechanisch beatmet. Anschließend wird der Bauch in der Mitte geöffnet, um an den Darm zu gelangen. Bestimmte Abschnitte des Darms werden abgebunden. Dann wird der Darm an zwei Stellen aufgeschnitten und es werden feine Schläuche eingesetzt: einer, um eine Flüssigkeit in den Darm einzuleiten, und ein zweiter, um sie am anderen Ende wieder aufzufangen. Der Darm wird mit einer Lösung durchströmt.
Am Ende der Versuche werden die Tiere auf nicht genannte Art getötet. Dann werden Blind- und Dickdarm, Stuhlproben und weitere Gewebeproben entnommen und untersucht.
Die Versuche wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Medizinische Hochschule Hannover gefördert.
Bereich: Gastroenterologie
Originaltitel: Escherichia coli Nissle improves short-chain fatty acid absorption and barrier function in a mouse model for chronic inflammatory diarrhea
Autoren: Zhenghao Ye (1), Qinghai Tan (1,2), Sabrina Woltemate (3), Xinjie Tan (1,4), Dorothee Römermann (1), Guntram A. Grassl (3,5), Marius Vital (3), Ursula Seidler (1)*, Archana Kini (1)
Institute: (1) Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover, (2) Department of Gastroenterology, Tongji Hospital, Huazhong University of Science and Technology, Wuhan, China, (3) Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, (4) Department of Gastroenterology, The First Affiliated Hospital, Zhejiang University School of Medicine, Hangzhou, China, (5) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Standort Hannover-Braunschweig, Braunschweig
Zeitschrift: Inflammatory Bowel Diseases 2025; 31(4): 1109–1120
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5823
Dokument 32
Titel: Transkriptionelle Dynamik der Oligodendrozyten-Linie und ihre Regulation durch das Erythropoietin-System des GehirnsHintergrund: Die Wirkung des Hormons Erythropoietin (EPO) auf Zellen des Gehirns wird für Mäuse untersucht.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter den Aktenzeichen AZ 33.19-42502-04-18/2803, AZ 33.19-42502-04-17/2393 und AZ 33.29-42502-04-22-00116 genehmigt.
Die Herkunft der Mäuse wird nicht erwähnt. Zu Beginn der Versuche sind die Tiere 28 Tage alt. Ein Teil der Mäuse ist genetisch verändert, so dass ein bestimmtes Gen in bestimmten Gehirnzellen gezielt ausgeschaltet ist. Um Mäuse mit der gewünschten genetischen Ausstattung zu erhalten, werden verschiedene gentechnisch veränderte Mäuse miteinander verpaart.
In einer ersten Versuchsreihe wird Mäusen eine Lösung in die Bauchhöhle gespritzt, die das menschliche Hormon Erythropoietin (EPO) enthält. Eine Kontrollgruppe von Mäusen erhält nur Flüssigkeit ohne EPO. Je nach Versuchsreihe bekommen die Mäuse die Injektion entweder einmalig oder alle zwei Tage über einen Zeitraum von einer Woche oder über drei Wochen hinweg. Einige Tiere werden nach der EPO-Gabe noch eine Woche lang beobachtet.
In weiteren Experimenten werden Mäuse in eine spezielle Kammer gesetzt. Bei einem Teil der Mäuse wird über einen Zeitraum von 3 Tagen der Sauerstoffgehalt der Atemluft in der Kammer von 21 % auf 12 % gesenkt. Ein Teil der Kammern enthält ein Laufrad, dessen Nutzung den Sauerstoffverbrauch steigern soll. Die Mäuse leben 3 Wochen lang in den Kammern.
In einem weiteren Versuchsteil werden bei gentechnisch veränderten Mäusen beginnend mit einem Alter von 9 Wochen verschiedene Tests durchgeführt:
• Im „Open Field“-Test wird das Bewegungsverhalten auf einer offenen Fläche aufgezeichnet, um Aktivität und Angstreaktionen zu messen.
• Der „Elevated Plus Maze“-Test prüft Angstverhalten, indem die Mäuse auf einer erhöhten Plattform zwischen offenen und geschlossenen Stegen wählen können.
• In der „Light-Dark Box“ können die Mäuse zwischen einer hellen und einer dunklen Kammer wählen.
• Motorik und Koordination werden in Tests wie „Rotarod“ (Laufen auf einer immer schneller rotierenden Walze bis die Mäuse herunterfallen), Beam Balance (Balancieren auf einem von Versuch zu Versuch schmaler werdenden Balken) und Grip Strength (Messung der Greifkraft) untersucht. Beim Grip Strength Test werden Mäuse am Schwanz hochgehoben und vor eine Stange gehalten, die sie ergreifen. Dann werden sie am Schwanz gezogen, bis sie die Stange loslassen. Beim „Complex Running Wheel“ nutzen die Mäuse ein Laufrad, dessen Sprossen unregelmäßig angeordnet sind.
• In der „Puzzle Box“ müssen die Tiere sich durch einen Tunnel arbeiten, der nach und nach mit Hindernissen blockiert wird.
• Die „Fear Conditioning“-Versuche kombinieren einen über einen Gitterboden verabreichten elektrischen Fußschock mit einem Ton. Am nächsten Tag wird geprüft, ob die Mäuse bei erneutem Ton den Schock erwarten und erstarren („Freezing“).
• Beim „Morris Water Maze“ wird die Maus in ein Wasserbecken mit undurchsichtigem Wasser gegeben. Das Wasser ist so tief, dass die Maus schwimmen muss. Unter der Wasseroberfläche befindet sich eine versteckte Plattform, die die Maus finden und auf die sie klettern muss.
• Für „IntelliCage“-Tests werden Mäusen unter Narkose Transponder unter die Haut des Nackens implantiert. Der IntelliCage besteht aus einer automatisierten Box mit vier Ecken, in denen sie durch Sensoren und kleine Klappen Zugang zu Wasser bekommen. Die Regeln für den Wasserzugang ändern sich je nach Versuch. Bei einem Teil der Experimente wird der Versuch, aus der falschen Ecke zu trinken damit bestraft, dass aus einer Düse ein Luftstrahl auf die Tiere gerichtet wird. Die Position der Ecke, in der die Mäuse bestraft werden, wird systematisch geändert.
• Weitere Tests erfassen das soziale Verhalten, wobei etwa die Reaktion auf einen leeren Drahtkäfig und einen Drahtkäfig mit einer fremden Maus, oder die Reaktion auf Gerüche von Artgenossen getestet werden.
• Im akustischen Startle-Test wird durch plötzliche Geräusche eine Schreckreaktion ausgelöst.
Die Tests werden in einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt, so dass jede Maus jeden Test durchläuft. Tiere, die bei den Tests nicht „performen“ werden von den Tests ausgeschlossen, vermutlich werden sie getötet.
Am Ende der Verhaltenstests sind die Mäuse etwa 50 Wochen alt, die Tests werden also über einen Zeitraum von etwa 41 Wochen durchgeführt.
Am Ende der Versuche werden alle Mäuse getötet. Dazu werden die Tiere narkotisiert. Dann wird ihnen eine Nadel ins Herz gestochen, durch die eine Fixierlösung in den Blutkreislauf geleitet wird. Ihre Gehirne werden entnommen und untersucht.
Weitere Mäuse werden getötet. Ihr Gehirn wird entnommen und daraus Zellen für weitere Versuche gewonnen.
Bereich: Neuroendokrinologie, Hirnforschung, Neurologie
Originaltitel: Transcriptional dynamics of the oligodendrocyte lineage and its regulation by the brain erythropoietin system
Autoren: Liu Ye(1,2), Vinicius Daguano Gastaldi (1,3), Yasmina Curto (1), Anne-Fleur Wildenburg (1,3,4), Xuan Yu (1,3,4), Martin Hindermann (1,3), Simone Eggert (4), Anja Ronnenberg (1), Qing Wang (5), Umer Javed Butt (1), Riki Kawaguchi (5), Daniel Geschwind (6), Wiebke Möbius (4), Susann Boretius (7), Manvendra Singh (1,8), Klaus-Armin Nave (4)*, Hannelore Ehrenreich (1,3,8)*
Institute: (1) Klinische Neurowissenschaften, Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften, City-Campus, Hermann-Rein-Straße 3, 37075 Göttingen, (2) Department of Anesthesiology, Guangxi Medical University Cancer Hospital, Nanning, China, (3) Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen, (4) Abteilung für Neurogenetik, Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften, Göttingen, (5) Center for Neurobehavioral Genetics, Semel Institute for Neuroscience and Human Behavior, University of California Los Angeles, Los Angeles, USA, (6) Institute of Precision Health, University of California Los Angeles, Los Angeles, USA, (7) Abteilung Funktionelle Bildgebung, Deutsches Primatenzentrum, Leibniz-Institut für Primatenforschung, Göttingen, (8) Arbeitsgruppe Experimentelle Medizin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Medizinische Fakultät Mannheim, Universität Heidelberg, Heidelberg
Zeitschrift: Nature Communications 2025; 16: 8291
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5822
Dokument 33
Titel: Identifizierung von AAV-Varianten mit verbesserter Transduktion humaner vaskulärer Endothelzellen durch Screening von AAV-Kapsidbibliotheken bei nicht-menschlichen PrimatenHintergrund: Das Ziel des Versuchs ist es, herauszufinden, welche Virusvarianten (AAV-Vektoren) besonders gut in das Gehirn von Weißbüschelaffen gelangen und dort Zellen gezielt infizieren können. So sollen Viren gefunden werden, die sich für zukünftige Gentherapien im Gehirn von Menschen eignen.
Tiere: 6 Affen (Weißbüschelaffen)
Jahr: 2025
Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter dem Aktenzeichen 14/1583 genehmigt.
Es werden 6 Weißbüschelaffen im Alter von zwei bis drei Jahren eingesetzt. Sie werden paarweise in Gitterkäfigen mit den Maßen 80 × 65 × 150 cm gehalten. Die Versuche finden zwischen Juni 2015 und Juli 2017 bei der Neu Encepharm GmbH in Göttingen statt (Encepharm war eine Ausgründung des DPZ und gehört heute zu Charles River Laboratories Germany).
Am ersten Versuchstag wird einem der Tiere ein Narkosemittel in einen Muskel injiziert. Dann wird ihm ein Venenkatheter in eine Vene am Bein gelegt. Über diesen Katheter wird eine Flüssigkeit injiziert, die eine Virenbibliothek enthält, also eine Mischung von Viren, die sich leicht voneinander unterscheiden.
In den folgenden 44 Stunden wird das Tier regelmäßig kontrolliert - nach 2, 4, 6, 20, 28 und 44 Stunden. Dabei werden Motorik, Appetit, Körperpflege und Verhalten überprüft.
Zwei Tage nach der Vireninjektion wird der Affe erneut mit einer Injektion eines Narkosemittels in einen Muskel in Narkose gelegt. Zusätzlich erhält er ein Mittel, das die Speichelbildung reduziert und das Beruhigungsmittel Diazepam. Dann wird dem Affen eine Überdosis Pentobarbital in eine Vene verabreicht. Dieses Mittel führt zum Tod durch Atem- und Herzstillstand.
Unmittelbar nach dem Tod werden verschiedene Organe – darunter Gehirn, Herz, Lunge, Leber, Niere, Milz und Muskelgewebe – entnommen. Aus dem Gewebe werden die Bestandteile der Viren gewonnen und daraus eine neue Virenbibliothek erstellt.
Diese Virenbibliothek wird einem weiteren Tier injiziert, wobei der Versuchsablauf genauso so ist wie beim ersten Affen. Dies wird wiederholt, bis alle Affen in dem Versuch eingesetzt wurden.
Ein Teil der Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Bereich: Gentherapie
Originaltitel: Identification of AAV variants with improved transduction of human vascular endothelial cells by screening AAV capsid libraries in non-human primates
Autoren: Maria Stamataki (1), Julia Lüschow (1), Christina Schlumbohm (2), Malik Alawi (3), Lars Lunding (4), Eberhard Fuchs (2), Martin Trepel (5,6,7), Markus Schwaninger (8,9), Jakob Körbelin (1)*
Institute: (1) ENDomics Lab, II. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Deutsches Primatenzentrum, Leibniz-Institut für Primatenforschung, Göttingen, (3) Bioinformatics Core, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, (4) Lungen-Immunologie, Forschungszentrum Borstel, Borstel, (5) Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Augsburg und Medizinische Fakultät, Augsburg, (6) Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF), Augsburg, (7) Comprehensive Cancer Center Alliance WERA, Augsburg, (8) Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Universität zu Lübeck, Lübeck, (9) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Hamburg/Lübeck/Kiel, Lübeck
Zeitschrift: Gene Therapy 2025; 32: 529–541
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5821
Dokument 34
Titel: Ein Anästhesieprotokoll zur Erhaltung der funktionellen Netzwerkstruktur im Gehirn des WeißbüschelaffenHintergrund: Ziel der Untersuchung ist es, herauszufinden, wie unterschiedliche Formen der Narkose die Aktivität des Gehirns beeinflussen, während die Tiere in einem Magnetresonanztomographen (MRT) liegen. Hintergrund ist, dass solche Versuche häufig in Narkose durchgeführt werden, was die Aktivität des Gehirns verändert.
Tiere: 8 Affen (Weißbüschelaffen)
Jahr: 2024
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter der Nummer 33.19-42502-04-17/2496 genehmigt und am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen durchgeführt. Es werden 8 Weißbüschelaffen im Alter von 3 bis 10 Jahren eingesetzt.
Zunächst werden an vier Weißbüschelaffen Versuche durchgeführt, bei denen die Konzentration des gasförmigen Narkosegases variiert wird. Bei zu niedrigen Konzentrationen erwachen die Tiere aus der Narkose. Für die eigentlichen Versuche wird eine Isoflurankonzentration gewählt, bei der die Tiere nicht erwachen.
Jedes Tier nimmt an zwei getrennten Versuchstagen teil, die mindestens zwei Wochen auseinanderliegen. Zu Beginn jedes Versuchstages werden den Affen Medikamente in einen Muskel injiziert. Dazu gehören Mittel zur Narkoseeinleitung, ein Beruhigungsmittel, ein Medikament gegen Speichelfluss und Übelkeit sowie ein Schmerzmittel.
An einem Versuchstag bekommen die Tiere eine Vollnarkose nur mit dem gasförmigen Narkosegas Isofluran. Die Affen werden zusätzlich intubiert, das heißt, sie bekommen einen Schlauch in die Luftröhre gelegt, über den sie während der Narkose mechanisch beatmet werden. Das Narkosegas Isofluran wird der Atemluft zugemischt.
Am anderen Versuchstag wird den Affen ein Katheter (Plastikschlauch) in eine Vene des Oberschenkels gelegt. Über diesen Zugang erhalten sie das Beruhigungsmittel Medetomidin als Infusion. Über eine Maske erhalten sie zusätzlich Isofluran, allerdings in einer geringeren Konzentration als am anderen Versuchstag.
Die narkotisierten Affen werden in eine liegende Position gebracht und ihr Kopf wird in einer speziellen Halterung fixiert. Die Halterung weist Stifte auf, die in die Ohren der Affen eingelassen werden und der Fixierung dienen. Auf den Körper werden Sensoren geklebt, die den Herzschlag und die Atmung überwachen. Außerdem misst eine Sonde im After die Körpertemperatur, die mit einer Heizmatte konstant gehalten wird.
Dann werden die Gehirne der narkotisierten Affen mit einem bildgebenden Verfahren (Magnetresonanztomographie) untersucht. Bei einem Teil der Aufnahmen werden dem Tier Lichtblitze gezeigt, die über eine Lampe vor den geschlossenen Augen erzeugt werden. Ein kompletter Versuch dauert bis zu fünf Stunden.
Am Ende des Versuchs wird das Narkosegas langsam abgestellt. Bei der Isofluran-Narkose wird der Beatmungsschlauch entfernt, bei der Kombination mit Medetomidin bekommen die Affen ein Gegenmittel, das die Wirkung des Beruhigungsmittels aufhebt.
Vermutlich werden die Weißbüschelaffen nach Abschluss der Studie in weiteren Versuchen eingesetzt.
Die im Versuch gewonnenen Daten werden mit aus der Literatur stammenden Daten von wachen Weißbüschelaffen verglichen.
Bereich: Hirnforschung, Anästhesiologie
Originaltitel: An anesthetic protocol for preserving functional network structure in the marmoset monkey brain
Autoren: Michael Ortiz-Rios (1)*, Nikoloz Sirmpilatze (1), Jessica König (1), Susann Boreitus (1,2)
Institute: (1) Abteilung Funktionelle Bildgebung, Deutsches Primatenzentrum, Leibniz-Institut für Primatenforschung, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (2) Johann-Friedrich-Blumenbach Institut für Zoologie und Anthropologie, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen
Zeitschrift: Imaging Neuroscience 2024; 2, https://doi.org/10.1162/imag_a_00230
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5820
Dokument 35
Titel: Okuläre und systemische Pharmakokinetik von BI-X, einem Nanokörper gegen VEGF und Ang-2, nach Verabreichung in den Glaskörper von Javaneraffen – Nachweis einer durch Albumin verlängerten HalbwertszeitHintergrund: Es soll die Verteilung eines neuen Augen-Medikaments im Auge und im Körper getestet werden.
Tiere: 13 Affen (Javaneraffen)
Jahr: 2021
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Weder die Genehmigungsnummer noch die Herkunft der Tiere werden erwähnt. Es handelt sich um 2 männliche und 11 weibliche Javaneraffen im Alter zwischen 8 und 11 Jahren.
Die Tiere werden für die Aufwachzeit nach der Narkose sowie für die Blutentnahmen in Einzelkäfige gesetzt, ansonsten werden sie in Gruppen gehalten. Die Affen erhalten 18 Stunden vor der Narkose und 4 Stunden danach kein Futter.
Unter Narkose wird den Affen eine Testsubstanz in den Glaskörper beider Augen injiziert. In den folgenden 10 Wochen werden zu verschiedenen Zeitpunkten insgesamt 14 Blutproben aus der Armbeuge genommen. Zu bestimmten Zeitpunkten (1, 2, 4, 6, 8 und 10 Wochen nach der Injektion) werden jeweils einige der Affen durch Überdosis des Tötungsmittels Pentobarbital getötet. Ihre Augen werden herausgeschnitten und untersucht.
Die Studie wurde vollständig durch Boehringer Ingelheim finanziert.
Bereich: Pharmakologie
Originaltitel: Ocular and systemic pharmacokinetics of BI-X, a nanobody targeting VEGF and Ang-2, after intravitreal dosing in cynomolgus monkeys – Evidence for half-life extension by albumin
Autoren: Holger Fuchs (1)*, Lin-Zhi Chen (2), Sarah Low (3), Hongbin Yu (2)
Institute: (1) Cardiometabolic Diseases Research, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Birkendorferstr. 65, 88397 Biberach an der Riss, (2) Drug Metabolism and Pharmacokinetics, Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc., Ridgefield, USA, (3) Biotherapeutics Discovery, Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc., Ridgefield, USA
Zeitschrift: Experimental Eye Research 2021; 205: 108486
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5819
Dokument 36
Titel: Ein umfassender bioanalytischer Ansatz mit Immunocapture-LC-MS/MS zur Unterstützung einer biotherapeutischen okulären PK-StudieHintergrund: Es soll die Pharmakokinetik (Verteilung einer Substanz im Körper) eines neuen Augen-Medikaments getestet werden.
Tiere: 13 Affen (Javaneraffen)
Jahr: 2024
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Tübingen unter der Nummer A206/16FU am 30.8.2016 genehmigt. Die Herkunft der Tiere wird nicht erwähnt. Es handelt sich um 2 männliche und 11 weibliche erwachsene Javaneraffen. In dieser Veröffentlichung wird auf Daten eines zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführten Experiments zurückgegriffen.
Unter Narkose wird den Affen eine Testsubstanz in den Glaskörper beider Augen injiziert. In den folgenden 10 Wochen werden bis zu 14 Blutproben genommen. Zu bestimmten Zeitpunkten (1, 2, 4, 6, 8 und 10 Wochen nach der Injektion) werden jeweils einige der Affen durch Injektion des Tötungsmittels Pentobarbital getötet. Ihre Augen werden herausgeschnitten und untersucht.
Die Studie wurde durch Boehringer Ingelheim finanziert.
Bereich: Pharmakologie
Originaltitel: A comprehensive immunocapture-LC-MS/MS bioanalytical approach in support of a biotherapeutic ocular PK study
Autoren: Lin-Zhi Chen (1)*, David Roos (1), Elsy Philip (1), Emily G. Werth (1), Stephanie Kostuk (1), Hongbin Yu (1), Holger Fuchs (2)
Institute: (1) Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc., Ridgefield, CT 06877, USA, (2) Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Birkendorferstr. 65, 88397 Biberach an der Riss
Zeitschrift: Pharmaceuticals 2024; 17: 193
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5818
Dokument 37
Titel: Ein niedermolekularer Polymerase-Hemmer schützt nichtmenschliche Primaten vor Masern und reduziert die AusscheidungHintergrund: Test eines Medikaments gegen Masern
Tiere: 39 Affen (Totenkopfäffchen)
Jahr: 2021
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt, eine Genehmigungsnummer wird nicht genannt. Die Totenkopfäffchen (Saimiri sciureus) stammen aus den Zuchten BioPRIM in Baziege und CNRS 0846 Primatologie in Rousset, beide Frankreich. Die Tiere werden in Gruppen gehalten.
An 15 Affen wird eine Studie zur Verteilung eines Wirkstoffs im Körper (Pharmakokinetik) durchgeführt. Dazu wird die Testsubstanz unter Narkose per Schlundsonde in den Magen eingegeben. In den folgenden 24 Stunden wird insgesamt 7 Mal eine Blutprobe entnommen.
In der zweiten Studie werden 24 Totenkopfaffen, eingeteilt in 4 Gruppen à 6 Tieren verwendet. Alle Tiere werden mit Masernviren infiziert, indem diese in die Nase gesprüht werden. Eine Gruppe erhält keine weitere Behandlung. Den anderen drei Gruppen wird der Testwirkstoff zweimal täglich über 14 Tage verabreicht, wobei den Beginn der Behandlung variiert. Bei Gruppe 2 beginnt die Behandlung 12 Stunden vor der Infektion, bei Gruppe 3 drei Tage und Gruppe 4 zwölf Tage nach der Infektion. Die Verabreichung erfolgt oral, d.h. sehr wahrscheinlich mit einer Schlundsonde.
21 Tage nach der Infektion werden alle Affen auf nicht genannte Weise getötet und verschiedene Organproben für feingewebliche Untersuchungen entnommen.
Die Arbeit wurde unterstützt von den National Institutes of Health (NIH) und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Bereich: Infektionsforschung, Pharmakologie
Originaltitel: Small-molecule polymerase inhibitor protects nonhuman primates from measles and reduces shedding
Autoren: Kevin Wittwer (1), Danielle E. Anderson (2), Kristin Pfeffermann (1), Robert M. Cox (3), Josef D. Wolf (3), Sabine Santibanez (4), Annette Mankertz (4), Roland Plesker (1), Zachary M. Sticher (5), Alexander A. Kolkykhalov (5), Michael G. Natchus (5), Christian K. Pfaller (1)*, Richard K. Plemper (3)*, Veronika von Messling (1,6)
Institute: (1) Forschungsgruppe Veterinärmedizin, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, (2) Programme in Emerging Infectious Diseases, Duke-NUS Medical School, Singapur, (3) Institute for Biomedical Sciences, Georgia State University, Atlanta, USA, (4) WHO European Regional Reference Laboratory for Measles and Rubella, Robert Koch-Institut, Berlin, (5) Emory Institute for Drug Development, Emory University, Atlanta, USA, (6) Abteilung Lebenswissenschaften, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin
Zeitschrift: Nature Communications 2021; 12: 5233
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5817
Dokument 38
Titel: Vollständige Spermatogenese in intratestikulären Hodengewebe-Xenotransplantaten von nicht geschlechtsreifen nicht-menschlichen PrimatenHintergrund: Wenn präpubertäre Krebspatienten Bestrahlung bekommen, wird oft ihre Zeugungsfähigkeit zerstört. Die Studie verfolgt das Ziel, einiges Tages Hodengewebe von solchen Patienten in Mäuse einzupflanzen und nach der Krebstherapie wieder zurückzutransplantieren, um so die Zeugungsfähigkeit wiederherzustellen. Um dies zu testen, wird in dieser Studie Affenhodengewebe in Nacktmäuse verpflanzt.
Tiere: 22 Tiere verschiedener Arten (2 Weißbüscheläffchen, 20 Mäuse)
Jahr: 2019
Versuchsbeschreibung: Die Versuche an den Affen finden am CeRA der Universität Münster statt und werden vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) unter der Nummer 84-02.04.2015.A281 genehmigt. Die Versuche an den Mäusen finden an der Vrije Universität Belgien statt und werden dort genehmigt. Bei den Weißbüscheläffchen handelt es sich um zwei präpubertäre männliche Zwillinge im Alter von 6 Monaten. Sie werden in Familiengruppen gehalten. Ihre Herkunft wird nicht genannt. Die Mäuse sind Nacktmäuse, die zuchtbedingt ein geschwächtes Immunsystem haben und fremde Zellen nicht abstoßen. Die Tiere stammen von der Zuchtfirma Charles River Laboratories in Saint-Germain-Nuelles, Frankreich.
Die Weißbüscheläffchen werden unter Narkose kastriert. Dazu wird beidseitig der Hodensack aufgeschnitten, der Hoden entfernt und der Hodensack wieder zugenäht. Das Hodengewebe wird in kleine Stücke zerschnitten und nach Belgien transportiert. Die 4-Wochen alten Nacktmäuse werden narkotisiert und der Bauch wird aufgeschnitten. Die Hoden der jungen Tiere sind noch nicht abgestiegen und befinden sich noch in der Bauchhöhle. Beide Hoden werden eingeschnitten und in jeden Hoden wird jeweils ein Affenhodenstück transplantiert. Hoden und Bauch werden wieder zugenäht. Jede Maus erhält außerdem einige Hodenstückchen unter die Rückenhaut gepflanzt. Dazu werden Hodenstücke mit einer großen Nadel unter die Haut gespritzt.
Nach 4 und 9 Monaten werden jeweils 9 Mäuse durch Genickbruch getötet. Zwei Mäuse erreichen diese Zeitpunkte nicht, weil sie vorzeitig sterben. Die Hoden werden herausoperiert, um zu überprüfen, ob das transplantierten Affenhodengewebe Spermien produziert.
Die Arbeit wurde unterstützt durch ITN Marie Curie Programme Grownsperm, Fund Willy Geps, ZU Brüssel und Fobds Wetenschappelijk Onderzoek.
Bereich: Andrologie
Originaltitel: Complete spermatogenesis in intratesticular testis tissue xenotransplants from immature non-human primate
Autoren: E. Ntemou (1)*, P. Kadam (1), D. Van Saen (1), J. Wistuba (2), R.T. Mitchell (3,4), S. Schlatt (2), E. Goossens (1)
Institute: (1) Biology of the Testis Lab, Department of Reproduction, Genetics and Regenerative Medicine, Vrije Universiteit Brussel (VUB), Brüssel, Belgien. (2) Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA), Universität Münster, Domagkstr. 11, 48149 Münster, (3) MRC Centre for Reproductive Health, The University of Edinburgh, The Queen’s Medical Research Institute, Edinburgh, Großbritannien, (4) Edinburgh Royal Hospital for Sick Children, Edinburgh, Großbritannien
Zeitschrift: Human Reproduction 2019; 34 (3): 403-413
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5816
Dokument 39
Titel: Eine systematische Analyse des durch Ernährung hervorgerufenen Nierenschutzes zeigt überlappende und konservierte Veränderungen im Cystein-KatabolismusHintergrund: Der Einfluss von 5 verschiedenen Ernährungsmustern auf Nierenschäden nach künstlich ausgelöster Minderdurchblutung der Nieren wird für Mäuse untersucht.
Tiere: 160 Mäuse (ca.)
Jahr: 2022
Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) unter der Nummer TVA2019.A345 genehmigt. Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL6N werden von der Firma Janvier Labs, Paris, Frankreich, bezogen. Sie sind zu Beginn der Experimente 8 Wochen alt und werden einzeln gehalten, was für die sozialen Tiere allein schon Stress bedeutet.
Die Tiere werden in acht Gruppen aufgeteilt. Fünf Gruppen von Mäusen erhalten Futter mit unterschiedlicher Kalorienzufuhr und zum Teil reduziertem Anteil an Kohlehydraten oder bestimmten Aminosäuren. Gruppe 6 erhält nur 70 % der normalen Futtermenge. Gruppe 7 und 8 werden normal ernährt.
Nach 14 Tagen mit dieser Ernährung werden alle Mäuse der Gruppen 1-7 unter Narkose operiert. Der Bauch wird in der Mitte aufgeschnitten und eine Niere wird herausgeschnitten. Bei der zweiten Niere wird die Blutzufuhr für 40 Minuten abgeklemmt. Dann wird die Klemme geöffnet und es wird beobachtet, wie das Blut in die Niere zurückströmt. Danach wird die Bauchdecke zugenäht. Die Tiere erhalten ein Schmerzmittel unter die Haut injiziert. In den folgenden Tagen bekommen alle Mäuse normales Futter in normaler Menge.
Die Mäuse der Gruppe 8 werden scheinoperiert, d.h., es wird eine Niere herausoperiert, aber die zweite Niere wird nicht abgeklemmt. Ansonsten wird genauso verfahren wie bei den Operationen der anderen Mäuse.
In drei Gruppen sterben bis zu 70 % der Mäuse innerhalb von 72 Stunden. 24 oder 72 Stunden nach der Operation werden jeweils einige Mäuse aus jeder Gruppe getötet. Die Tötung erfolgt unter Narkose ohne nähere Angabe. Eine Blutprobe wird aus dem Herzen entnommen und die Niere wird herausgeschnitten und untersucht.
Es werden auch Urin- und Blutproben von Patienten untersucht, die an einer Studie mit unterschiedlicher Nahrungszusammensetzung teilnehmen.
Bereich: Ernährungswissenschaft, Altersforschung
Originaltitel: A systematic analysis of diet-induced nephroprotection reveals overlapping and conserved changes in cysteine catabolism
Autoren: Felix C. Koehler (1,2,3), Chun-Yu Fu (4), Martin R. Späth (1,2), K. Johanna R. Hoyer-Allo (1,2), Katrin Bohl (1,2,3), Heike Göbel (5), Jan-Wilm Lackmann (2), Franziska Grundmann (1), Thomas Osterholt (1), Claas Gloistein (1), Joachim D. Steiner (1,6), Adam Antebi (6), Thomas Benzing (1,2,3), Bernhard Schermer (1,2,3), Günter Schwarz (3,4)*, Volker Burst (1), Roman-Ulrich Müller (1,2,3)*
Institute: (1)* Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Köln, Universität zu Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln, (2) CECAD, Universitätsklinikum Köln, Universität zu Köln, Joseph-Stelzmann-Straße 26, 50931 Köln, (3) Zentrum für Molekulare Medizin Köln (CMMC), Universität zu Köln, Köln, (4) Institut für Biochemie, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln, Köln, (5) Diagnostik und Experimentelle Nephrologie, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Köln, Universität zu Köln, Köln, (6) Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Köln
Zeitschrift: Translational Research 2022; 244: 32-46
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5815
Dokument 40
Titel: Nicht-tödliche Blutentnahme beim Türkisen Prachtgrundkärpfling Nothobranchius furzeriHintergrund: Anleitung für die Blutentnahme bei einem Fisch, der aufgrund seiner kurzen Lebensspanne für die Altersforschung verwendet wird, um den Geheimnissen des Alterns auf die Spur zu kommen.
Tiere: Fische (Anzahl unbekannt)(Türkise Prachtgrundkärpflinge)
Jahr: 2023
Versuchsbeschreibung: Der Türkise Prachtgrundkärpfling ist ein 6 cm langer in Simbabwe vorkommender Fisch mit einer extrem kurzen Lebenserwartung. Die Tiere zeigen bereits im Alter von 3 Monaten Alterserscheinungen und sterben mit 3-4 Monaten. Die kurze Lebensspanne ist eine Anpassung an den Lebensraum, da die Tümpel, in denen der Fisch lebt, schnell austrocknen. Da die Tiere sozusagen in Zeitraffer altern, sind sie zu einem „beliebten Forschungsobjekt“ im Bereich der Altersforschung geworden.
Der Artikel ist eine Anleitung für die Blutentnahme beim Prachtgrundkärpfling, bei der eine Tötung vermieden wird. Der Fisch wird in eine Plastikbox mit einem Anästhetikum gesetzt. Wenn er betäubt ist, nimmt man ihn aus dem Wasser und legt ihn auf die Seite unter ein Mikroskop. Im Bereich des Schwanzflossenansatzes wird mit einer Pinzette eine Schuppe entfernt. Eine Nadel wird durch die Haut gestochen und Blut mit einer Spritze angesaugt. Der Fisch wird in Wasser ohne Anästhetikum gesetzt, wo er nach wenigen Minuten aufwacht. Die Stichwunde soll nach einer Woche verheilt sein. Laut Autoren kann man von einem Fisch mehrfach Blut nehmen; empfohlen wird frühestens nach einem Monat. Ebenfalls wird erwähnt, dass man die gleiche Blutentnahmestelle erneut nehmen kann oder die andere Seite des Fisches.
Die Arbeit wurde unterstützt durch den Europäischen Forschungsrat und das EU-Horizon-Programm.
Bereich: Altersforschung
Originaltitel: Nonlethal blood sampling from the Killifish Nothobranchius furzeri
Autoren: Luca Dolfi (1), Roberto Ripa (1), Danel Medelbekova (1), Eugen Ballhysa (1,2), Orsolya Symmons (1), Adam Antebi (1,2)*
Institute: (1) Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Joseph-Stelzmann-Straße 9B, 50931 Köln, (2) Cologne Excellence Cluster on Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases (CECAD), Universität zu Köln, Joseph-Stelzmann-Straße 26, 50931 Köln
Zeitschrift: Cold Spring Harbor Protocols 2023; 2023(8):107745
Land: Deutschland
Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift
Dokumenten-ID: 5814
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