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Datenbank Tierversuche

 

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Dokument 1331Titel: Erwerb und Abschneiden in einem Reihenfolge-Reaktionszeittest bei Ratten werden durch eine fast vollständige Schädigung eines bestimmten Hirnbereichs nicht beeinträchtigt
Hintergrund: Ein sogenannter Reihenfolge-Reaktionszeittest-Test (sequential reaction time task) wird seit mindestens 1995 bei Menschen durchgeführt, um das unwissentliche Lernen zu erforschen. Versuchspersonen müssen bei einem Lichtsignal eine von vier Tasten drücken. Die Lichtsignale erscheinen dabei in einer bestimmten Reihenfolge. Wird bei gesunden Menschen eine Reihenfolge durch zufällige Signale unterbrochen, verlängert sich die Reaktionszeit. Das heißt, die Person hat die Reihenfolge, auch wenn sie kompliziert ist, unbewusst gelernt und reagiert mit Verzögerung, wenn sie geändert wird. Bei Parkinson-Patienten ist dies oftmals nicht der Fall, da sie die Reihenfolge nicht erlernen können. Die Autoren dieser Arbeit haben eine Variante dieses Tests für Ratten entwickelt.
Tiere: 30 Ratten
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Ratten werden aus der Versuchstierzucht Harlan-Winkelmann bezogen. Vor dem Versuch erhalten die Tiere weniger Futter, so dass sie nur 80-85% ihres Normalgewichts wiegen. Die Ratten werden jeden Tag 20 Minuten trainiert, eine bestimmte Aufgabe zu erlernen. Sie werden in eine Box gesetzt, an deren einen Wand sich vier Löcher befinden. Wenn ein Loch aufleuchtet, muss die Ratte die Nase hineinstecken. Bei einer richtigen Reaktion erlischt das Licht sofort. Bei der 13. richtigen Reaktion gibt es Futterpelletts. Bei einer zu langsamen oder falschen Reaktion ertönt ein Ton und der ganze Käfig wird erleuchtet. Durchschnittlich benötigen die Tiere 19 Tage, um die Aufgabe zu erlernen. Nun wird ein Reihenfolge-Reaktionszeittest-Test (sequential reaction time task) durchgeführt, bei dem die Löcher in einer bestimmten Reihenfolge erleuchten. Nach einer gewissen Zeit wird die logische Reihenfolge durch eine zufällige unterbrochen. Die Reaktionszeit wird gemessen.

Nun wird bei 20 Tieren einen bestimmter Hirnbereich geschädigt, um eine Parkinson-Krankheit zu simulieren. Dazu wird unter Narkose ein Loch in den Schädelknochen gebohrt. Mit einer Injektionspumpe wird eine schädigende Substanz in den Hirnbereich injiziert. Die Tiere können sich eine Woche von der Operation erholen. Dann wird der Reaktionstest wiederholt. Bei zehn Ratten wird das Gehirn nicht geschädigt. Sie dienen als Kontrolle. Schließlich werden alle Ratten durch Köpfen unter Narkose getötet, um das Gehirn in Scheiben zu schneiden und gewebekundlich zu untersuchen.

Bereich: Parkinson-Forschung

Originaltitel: Aquisition and performance in a rat sequential reaction time task is not affected by subtotal ventral striatal 6-OHDA lesions

Autoren: Moritz Thede Eckart*, Moriah Christina Huelse-Matia, D. Loer, Rainer K.-W. Schwarting

Institute: Philipps-Universität Marburg, Abteilung für Psychologie, Experimentelle und Physiologische Psychologie, Gutenbergstr. 18, 35032 Marburg

Zeitschrift: Neuroscience Letters 2010: 476, 27-31

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4086



Dokument 1332Titel: Stressempfindlichkeit ist erhöht bei transgenen Ratten mit niedrigem Angiotensinogen
Hintergrund: Untersuchungen zur hormonellen Regulierung bei Stress.
Tiere: 55 Ratten (mindestens)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Es werden transgene Ratten verwendet, denen durch Einschleusung eines Mäusegens im Erbgut ein den Blutdruck regulierendes Hormon fehlt. Die Tiere entwickeln dadurch einen massiven Bluthochdruck. Die Ratten stammen aus der Zucht des Max-Delbrück-Center für Molekulare Medizin (MDC), Berlin. Als Kontrolltiere werden nicht-gentechnisch veränderte Hannover Sprague-Dawley-Ratten, ebenfalls aus dem MDC verwendet. Die Versuche fanden in Lübeck statt.

Den Ratten werden dauerhaft zwei Katheter in eine Hinterbeinarterie und eine –vene eingesetzt. Schläuche führen von den Kathetern unter der Haut bis zum Nacken. Dort treten die Enden der Schläuche nach außen und werden an der Haut vernäht. So können den unbetäubten Tieren Substanzen in die Blutbahn verabreicht oder Blutproben genommen werden. Es werden Stresshormone injiziert und anschließend werden über einen Zeitraum von vier Stunden Blutproben aus dem Venenkatheter genommen. Mit Hilfe des Arterienkatheters wird der Blutdruck gemessen. Im Schwimm-Stress-Test muss eine Ratte in einem Wasserbassin 10 Minuten lang schwimmen. Anschließend werden Blutproben genommen.

Einige Tiere, die nicht diese Stresstests durchlaufen haben, werden getötet, um Blut und Organe zu untersuchen. das Schicksal der anderen Ratten wird nicht erwähnt.

Bereich: Hormonforschung

Originaltitel: Stress sensitivity is increased in transgenic rats with low brain angiotensinogen

Autoren: Helge Müller (1), Juliane Kröger (1), Olaf Jöhren (1), Silke Szymczak (2), Michael Bader (3), Peter Dominiak (1), Walter Raasch (1)*

Institute: (1) Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Universität Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, (2) Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universität Lübeck, (3) Max-Delbrück-Center für Molekulare Medizin (MDC), Berlin-Buch, 13125 Berlin

Zeitschrift: Journal of Endocrinology 2010: 204, 85-92

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4085



Dokument 1333Titel: Phospholipase PlaB ist ein neuer Virulenzfaktor von Legionella pneumophila
Hintergrund: Untersuchung eines krankmachenden Faktors des Bakteriums Legionella pneumophila, dem Erreger der Legionärskrankheit.
Tiere: 21 Meerschweinchen
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Meerschweinchen werden mit der Legionärskrankheit infiziert, indem die Bakterien (Legionella pneumophila) in die Luftröhre gesprüht werden. Die Folge ist eine schwere Lungenentzündung. Zwei Tagen später werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet. Die Lungen und die Milz werden herausgeschnitten, um die Bakterien zu zählen und das Gewebe in Scheiben zu schneiden und histologisch zu untersuchen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Infektionsforschung

Originaltitel: Phospholipase PlaB is a new virulence factor of Legionella pneumophila

Autoren: Eva Schunder (1), Patrick Adam (2), Futoshi Higa (3), Katharina A. Remer (4), Udo Lorenz (5), Jennifer Bender (6), Tino Schulz (1), Antje Flieger (6), Michael Steinert (7), Klaus Heuner (1,8)*

Institute: (1) Robert-Koch-Institut, Forschungsgruppe P26, Nordufer 20, 13353 Berlin, (2) Pathologisches Institut der Universität Würzburg, (3) First Department of Internal Medicine, University of Ryukyus, Okinawa, Japan, (4) Institut für Molekulare Infektionsbiologie, Würzburg, (5) Zentrum Operative Medizin, Universität Würzburg, (6) Robert-Koch-Institut, 38855 Werningerode, (7) Institut für Mikrobiologie, Technische Universität Braunschweig, (8) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Tübingen

Zeitschrift: International Journal of Medical Microbiology 2010: 300, 313-323

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4084



Dokument 1334Titel: Prothrombin-Komplexkonzentrat gegenüber frischem gefrorenem Plasma zur Umkehrung einer Blutgerinnungsstörung bei einem Traumamodell am Schwein
Hintergrund: Bei Traumapatienten, die mit großen Mengen Infusionslösung behandelt werden, kann es zu unkontrollierten Blutungen kommen, weil durch die Verdünnung des Blutes die Blutgerinnung herabgesetzt ist. Zur Behandlung der Blutgerinnungsstörung werden in der Klinik verschiedene Mittel eingesetzt. In dieser Studie wird ein Präparat mit Gerinnungsfaktoren, das beim Menschen zur Behandlung einer Coumarin-Vergiftung eingesetzt wird, an narkotisierten Ferkeln als "Modell" für verunfallte erwachsene Patienten getestet.
Tiere: 47 Schweine (Mehr als 47 Schweine (3-4 Monate alt, 21-32 kg))
Jahr: 2009

Versuchsbeschreibung: Die 3-4-Monate alten Schweine stammen von einem lokalen Züchter (Schlosser, Schwalmtal). Unter Narkose werden über einen Katheter in der Halsvene 65-70% des gesamten Blutes abgelassen. Aus dem Blut werden die roten Blutkörperchen isoliert und zusammen mit einer Infusionslösung den jeweils gleichen Schweinen zurück infundiert. Dieser Austausch des größten Teils des Blutes erstreckt sich über einen Zeitraum von 80 Minuten. Durch den Austausch werden die Gerinnungsfaktoren im Blut so stark verringert, dass es bei einer Verletzung zu unkontrollierten Blutungen kommen kann. 25 Minuten nach Beendigung der Transfusion werden Substanzen verabreicht, die die Blutgerinnung wiederherstellen sollen. Drei Gruppen von Schweinen erhalten verschiedene Behandlungen: eine Blutplasmalösung in hoher oder niedriger Dosierung oder ein Präparat mit Gerinnungsfaktoren. Die Blutplasmalösung stammt von anderen Schweinen. Eine weitere Gruppe erhält ein Placebo.

Fünf Minuten später werden bei Gruppen von Schweinen unterschiedliche Verletzungen erzeugt. Bei einer Gruppe wird ein 3 mm Loch in einen Oberschenkelknochen gebohrt. Bei einer Gruppe Schweine wird der Bauch aufgeschnitten und mit einem Skalpell wird ein 7 cm langer und 1 cm tiefer Schnitt in die Milz geschnitten. Bei allen Schweinen wird außerdem ein 5 mm langer, 2 mm tiefer Schnitt in die Innenseite eines Ohres gemacht. Es wird die Zeit gemessen, bis die Verletzungen aufhören zu bluten. Schließlich werden die Tiere mit dem veterinärmedizinischen Tötungsmittel T61 getötet.

Bereich: Intensivmedizin, Traumaforschung

Originaltitel: Prothrombin complex concentrate vs fresh frozen plasma for reversal of dilutional coagulopathy in a porcine trauma model

Autoren: Gerhard Dickneite*, I. Pragst

Institute: Institut für Pharmakologie und Toxikologie, CSL Behring GmbH, Emil von Behring-Str. 76, 35041 Marburg

Zeitschrift: British Journal of Anaesthesia 2009: 102 (3), 345-354

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4083



Dokument 1335Titel: Prothrombinkomplexkonzentrat (Beriplex P/N) zur Blutungsstillung nach Nierentrauma bei einem Kaninchenmodell der durch Verdünnung verursachten Gerinnungsstörung
Hintergrund: Bei Traumapatienten, die mit großen Mengen Infusionslösung behandelt werden, kann es zu unkontrollierten Blutungen kommen, weil durch die Verdünnung des Blutes die Blutgerinnung herabgesetzt ist. In dieser Studie wird ein Präparat mit Gerinnungsfaktoren zur Behandlung der Blutgerinnungsstörung an Kaninchen getestet.
Tiere: 20 Kaninchen (mindestens)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Kaninchen stammen von der Firma Bauer, Neuental. Sie werden einzeln in Käfigen gehalten. Unter Narkose werden in eine Halsarterie und –vene Katheter gelegt. Über den einen Katheter werden 50-60% des gesamten Blutes abgelassen. Aus dem Blut werden die roten Blutkörperchen gewonnen. Diese werden anschließend zusammen mit einer Infusionslösung wieder infundiert. Die Menge des Blutes wird so wieder aufgefüllt, allerdings fehlen einige Bestandteile des Blutes, vor allem die Gerinnungsfaktoren. Eine Gruppe Kaninchen erhält nun eine Behandlung mit einem Gerinnungsfaktor, eine andere Gruppe wird mit einer Kombination verschiedener Gerinnungsfaktoren behandelt und eine Gruppe erhält ein Placebo. Nun wird der Bauch aufgeschnitten und in eine Niere wird ein 15 mm langer, 5 mm tiefer Schnitt gemacht. Es wird die Zeit gemessen, bis das Blut gerinnt und die Blutung aufhört. Das weitere Schicksal der Kaninchen wird nicht erwähnt.

Bereich: Intensivmedizin, Traumaforschung

Originaltitel: Prothrombin complex concentrate (Beriplex P/N) for control of bleeding after kidney trauma in a rabbit dilutional coagulopathy model

Autoren: Ingo Pabst, Franz Kaspereit, Bärbel Dörr, Gerhard Dickneite*

Institute: Institut für Pharmakologie und Toxikologie, CSL Behring GmbH, Emil von Behring-Str. 76, 35041 Marburg

Zeitschrift: Thrombosis Research 2010: 125, 272-277

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4082



Dokument 1336Titel: Prothrombin-Komplexkonzentrat gegenüber dem rekombinanten Factor VIIa zur Umkehrung einer Blutgerinnungsstörung bei einem Traumamodell am Schwein
Hintergrund: Bei Traumapatienten, die mit großen Mengen Infusionslösung behandelt werden, kann es zu unkontrollierten Blutungen kommen, weil durch die Verdünnung des Blutes die Blutgerinnung herabgesetzt ist. Zur Behandlung der Blutgerinnungsstörung werden in der Klinik verschiedene Mittel eingesetzt. In dieser Studie wird ein Präparat mit Gerinnungsfaktoren an narkotisierten Ferkeln als "Modell" für verunfallte erwachsene Patienten getestet.
Tiere: 21 Schweine (3-4 Monate alt, 17-33 kg)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die 3-4-Monate alten Schweine werden in Narkose gelegt. Über die Halsvene werden 65-70% des gesamten Blutes abgelassen. Anschließend wird eine Infusionslösung mit roten Blutkörperchen infundiert. Dieser Austausch des größten Teils des Blutes erstreckt sich über einen Zeitraum von 80 Minuten. Durch den Austausch werden die Gerinnungsfaktoren im Blut so stark verringert, dass es bei einer Verletzung zu unkontrollierten Blutungen kommen kann. Anschließend werden Substanzen verabreicht, die die Blutgerinnung wiederherstellen sollen. Zwei Gruppen von Schweinen erhalten zwei verschiedene Behandlungen und eine Gruppe erhält ein Placebo. Nun wird der Bauch der Schweine aufgeschnitten und mit einem Skalpell wird ein 8 cm langer und 1 cm tiefer Schnitt in die Milz geschnitten. Es wird die Zeit gemessen, bis die Milz aufhört zu bluten. Außerdem werden einige Blutproben genommen. Das weitere Schicksal der Schweine wird nicht beschrieben.

Bereich: Intensivmedizin, Traumaforschung

Originaltitel: Prothrombin complex concentrate versus recombinant factor VIIa for reversal of hemodilutional coagulopathy in a porcine trauma model

Autoren: Gerhard Dickneite (1)*, Bärbel Dörr (1), Franz Kaspereit (1), Kenichi A. Tanaka (2)

Institute: (1) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, CSL Behring GmbH, Emil von Behring-Str. 76, 35041 Marburg, (2) Emory University, School of Medicine, Atlanta, Georgia, USA

Zeitschrift: The Journal of Trauma Injury, Infection, and Critical Care 2010: 68 (5), 1151-1157

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4081



Dokument 1337Titel: In-vitro- und In-vivo-Beurteilung eines neuen Verbundgerüsts aus Nano-Hydroxyapatit-Partikeln/Poly(ester-urethan) für das Knochen-Tissue-Engineering
Hintergrund: Test eines Biomaterials für das Tissue Engineering von Knochen, d.h. das Material soll als Gerüst für körpereigenes Gewebe in Knochendefekte eingesetzt werden.
Tiere: 16 Mäuse
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von einer deutschen Genehmigungsbehörde genehmigt. Die Mäuse werden einzeln in Käfigen gehalten. Den Tieren wird unter Narkose eine sogenannte Hautfaltenkammer auf dem Rücken montiert. Diese Vorrichtung ermöglicht es, den Blutfluss im lebenden Tier zu beobachten. Dazu wird am Rücken das Gewebe der obersten Hautschicht bis zum Hautmuskel entfernt. Eine Hautfalte des nun freiliegenden Hautmuskelgewebes wird in einen Metallrahmen mit Glasplättchen geklemmt. Dieser Rahmen mit der eingeklemmten Haut steht nun senkrecht auf dem Rücken der Maus. Nach der Operation können sich die Mäuse 72 Stunden erholen. dann erfolgt eine zweite Operation. Das Glasplättchen im Rahmen wird entfernt, um ein Biomaterial-Gerüst auf den Hautmuskel zu legen. Das Glasplättchen wird wieder darüber gelegt. Je 8 Mäuse erhalten unterschiedliche Biomaterialien: ein Gerüst aus herkömmlichem Polyurethan oder einen neuen Verbundstoff aus Polyurethan mit Nanopartikeln. Unmittelbar danach sowie 3, 6, 10 und 14 Tage nach dieser Operation wird der Blutfluss im Hautmuskel beobachtet. Dazu wird in das Venegeflecht hinter dem Auge ein fluoreszierender Farbstoff in die Blutbahn injiziert. Dieser färbt die weißen Blutkörperchen an, so dass der Blutfluss mit einem Mikroskop beobachtet, bzw. mit einer Videokamera über dem Mikroskop aufgezeichnet werden kann. Das weitere Schicksal der Mäuse wird nicht erwähnt.

Es werden außerdem diverse In-vitro-Tests mit dem Biomaterial durchgeführt. Die Arbeit wurde durch das Collaborative Research Center Homburg/AO Foundation unterstützt.

Bereich: Biomaterialforschung, Tissue Engineering

Originaltitel: In vitro and in vivo evaluation of a novel nanosize hydroxyapatite particles/poly(ester-urethane) composite scaffold for bone tissue engineering

Autoren: M.W. Laschke (1,2)*, A. Strohe (1,2), M.D. Menger (1,2), M. Alini (3), D. Eglin (3)

Institute: (1) Institut für Klinische und Experimentelle Chirurgie, Universität des Saarlandes, 66421 Homburg, (2) Collaborative Research Center AO Foundation, Universität des Saarlandes, Homburg, (3) AO Forschungsinstitut, Davos Platz, Schweiz

Zeitschrift: Acta Biomaterialia 2010: 6, 2020-2027

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4080



Dokument 1338Titel: Polyurethangerüste mit eingesäten genetisch veränderten Skelettmuskelzellen: Eine vielversprechende Methode zur Regeneration der Herzmuskelfunktion
Hintergrund: Die Studie untersucht die Frage, ob genmanipulierte Stammzellen von neugeborenen Ratten die Heilung eines künstlich ausgelösten Herzinfarkts bei erwachsenen Ratten beschleunigen können. Die Autoren bemerken, dass die Verwendung von Stammzellen weder klinisch umsetzbar noch erlaubt ist. Die genmanipulierten Zellen haben sich außerdem nicht in das Herzgewebe der Empfängerratten integriert. Trotzdem kündigen sie weitere Studien an, um das "funktionelle Potential dieses Ansatzes" zu beurteilen.
Tiere: Ratten (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Genehmigungsbehörde Freiburg genehmigt. Neugeborenen Ratten werden die Muskeln der Gliedmaßen herausgeschnitten und zerkleinert. Die Muskelzellen werden in ein Gerüst aus Polyurethan gesät. Anschließend werden die Zellen genetisch manipuliert.

Bei anderen, erwachsenen Ratten wird zunächst ein Herzinfarkt ausgelöst. Dazu wird unter Narkose der Brustkorb eröffnet, eine Herzkranzarterie wird abgebunden. Die Tiere erwachen aus der Narkose. Zwei Wochen später werden die Ratten erneut operiert. Das Brustbein wird aufgeschnitten, um an das Herz zu gelangen. Ein Gerüst mit Zellen wird mit vier Nähten an dem Infarktgewebe angenäht. Je nach Gruppe erhalten die Ratten dabei entweder ein Gerüst mit genmanipulierten oder unbehandelten Zellen. Eine Gruppe erhält weder noch. Nach einer Beobachtungszeit von sechs Wochen werden die Ratten getötet, um die Herzen zu untersuchen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Stammzellforschung, Herz-Kreislauf-Chirurgie

Originaltitel: Polyurethane scaffolds seeded with genetically engineered skeletal myoblasts: A promising tool to regenerate myocardial function

Autoren: Britta Blumenthal, Peter Golsong, Annika Poppe, Claudia Heilmann, Christian Schlensak, Friedhelm Beyersdorf, Matthias Siepe*

Institute: Klinik für Herz-Kreislauf-Chirurgie, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstettenstr. 55, 79106 Freiburg

Zeitschrift: Artificial Organs 2010: 32 (2), E46-E54

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4079



Dokument 1339Titel: Autophagie beeinflusst die Neigung zu einer Nierenkörperchenschädigung und hält bei älteren Mäusen das Gleichgewicht der Podozyten aufrecht
Hintergrund: Mechanismen bei der Krankheitsentstehung von Nierenschäden bei alten Mäusen.
Tiere: 171 Mäuse (weit mehr als)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Verschiedene genetisch veränderte Mäuse werden von L. Holzmann, University of Pennsylvania School of Medicine, Philadelphia, PA, USA, und S. Quaggin, Samuel Lunenfeld Research Institute, Mount Sinai Hospital, University of Toronto, Kanada, bezogen. Die Tiere werden miteinander verpaart, um weitere Knockout-Mäuse mit genetischen Defekten im Nierenstoffwechsel zu erstellen. Die Knockout-Mäuse werden mit "normalen" Mäusen des Stammes C5BL/6 gekreuzt. Die Nachkommen werden für die eigentlichen Versuche verwendet. Jeweils einige Tiere eines Wurfes weisen genetische Veränderungen auf oder sind "normal".

Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Freiburg genehmigt. Jeweils einige Knockout-Mäuse und einige normale Geschwister erhalten je nach Gruppe über mehrere Tage unterschiedliche Substanzen in die Bauchhöhle injiziert, die die Nierenkörperchen schädigen, wodurch es zu einem Ausscheiden von Eiweiß im Urin kommt. Der Urin wird regelmäßig untersucht. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen einem Tag bis zu acht Wochen nach der ersten Injektion werden die Mäuse auf nicht genannte Weise getötet, um die Nieren zu untersuchen. In einer weiteren Versuchsreihe werden 22-Monate-alte Mäuse getötet, um die Nieren zu untersuchen.

Es werden außerdem Untersuchungen mit Zellkulturen von Mäusen und Menschen gemacht sowie Patientenstudien. Bei den Patienten werden Biopsien aus den Nieren entnommen.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder unterstützt.

Bereich: Nierenheilkunde, Pathophysiologie

Originaltitel: Autophagy influences glomerular disease susceptibility and maintains podocyte homeostasis in aging mice

Autoren: Björn Hartleben (1), Markus Gödel (1,2), Catherine Meyer-Schwesinger (3), Shuya Liu (1), Theresa Ulrich (1), Sven Köbler (1), Thorsten Wiech (4), Florian Grahammer (1), Sebastian J. Arnold (1), Maja T. Lindenmeyer (5), Clemens D. Cohen (5), Hermann Pavenstädt (6), Dontscho Kerjascki (7), Noboru Mizushima (8), Andrey S. Shaw (9), Gerd Walz (1,2), Tobias B. Huber (1,2)*

Institute: (1) Nephrologische Abteilung, Universitätsklinikum Freiburg, Breisacher Str. 66, 79106 Freiburg, (2) Centre for Biological Signaling Studies (bioss), Albert-Ludwig-Universität Freiburg, (3) Nephrologische Abteilung, Klinik für Innere Medizin, Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Hamburg, (4) Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Freiburg, (5) Abteilung für Nephrologie und Institut für Physiologie, Universitätskrankenhaus und Universität Zürich, Schweiz, (6) Nephrologische Abteilung, Universitätsklinikum Münster, (7) Institut für Pathologie, Medizinische Universität Wien, Österreich, (8) Department of Physiology and Cell Biology, Tokyo Medical and Dental University, Japan, (9) Department of Pathology and Immunology, Washington University, St. Louis, Missouri, USA

Zeitschrift: The Journal of Clinical Investigations 2010: 120 (4), 1084-1096

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4078



Dokument 1340Titel: Durch Kopfbewegungen nehmen Zugvögel das Magnetfeld der Erde wahr
Hintergrund: Untersuchung der Wahrnehmung des Magnetfeldes der Erde bei Zugvögeln.
Tiere: 35 Sonstige Vögel (Gartengrasmücke, lat. Sylvia borin)
Jahr: 2004

Versuchsbeschreibung: Für die Studie werden 35 wildlebende Singvögel (Gartengrasmücken, lat. Sylvia borin) gefangen und am Institut für Vogelforschung (Wilhelmshaven und Helgoland) untergebracht. Zur Untersuchung der Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes werden die Kopfbewegungen der Zugvögel während Exposition mit unterschiedlichen Magnetfeldern über 60 Minuten analysiert. Es werden Tests durchgeführt, einmal mit natürlichem Erdmagnetfeld, mit abgeschaltetem Magnetfeld und mit einem Magnetfeld, das sich alle 5 Minuten um 120 Grad dreht. Dabei werden die Vögel einzeln in 40 x 40 cm große Käfige gesperrt und deren Verhalten (Richtung der Unruhebewegungen) mit einer Videokamera aufgezeichnet. Für nächtliche Videoaufnahmen wird bei jedem Vogel ein reflektierendes Infrarotklebeband am Kopf befestigt. Die Studie wurde von der VolkswagenStiftung und der Universität Oldenburg gefördert.

Bereich: Neurobiologie, Verhaltensforschung, Sinnesphysiologie

Originaltitel: Migratory birds use head scans to detect the direction of the earth’s magnetic field

Autoren: Henrik Mouritsen*, Gesa Feenders, Miriam Liedvogel, Wiebke Kropp

Institute: Volkswagen Nachwuchsgruppe "Animal Navigation", Institut für Biologie, Universität Oldenburg, 26111 Oldenburg

Zeitschrift: Current Biology 2004: 14, 1946-1949

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4074



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