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Datenbank Tierversuche

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Dokument 661Titel: Kartierung von Hirnregionen, in denen tiefe Hirnstimulation bei zwei Rattenmodellen schiziphrenieartiges Verhalten beeinflusst
Hintergrund: An zwei Ratten»modellen« wird die tiefe Hirnstimulation als mögliche Therapie bei Schizophrenie untersucht. Bei einem der »Modelle« unregelmäßiger Cannabis-Konsum in der Jugend eingesetzt, um Schizophrenie-Symptome zu erzeugen.
Tiere: 128 Ratten
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Verwendet werden zwei verschiedene Wistar-Ratten»modelle« für Schizophrenie aus der Zucht von Harlan, Deutschland (100 Poly I:C-Ratten und 28 WIN 55,212-2-Ratten). Die Versuche wurden von den zuständigen Behörden in Berlin und Dresden genehmigt.

50 schwangeren Ratten wird die Substanz Poly I:C in die Schwanzvene gespritzt. 50 Tiere erhalten zum Vergleich eine Salzlösung gespritzt. Den Nachkommen werden im Alter von 82 Tagen unter Betäubung in beide Hirnhälften an bestimmten Stellen Elektroden implantiert.

Die WIN-Ratten erhalten in der Pubertät an 25 Tagen entweder eine synthetische Cannabis-Substanz (12 Tiere) oder eine Salzlösung (8 Tiere) in unregelmäßigen Abständen in die Bauchhöhle gespritzt, was den unregelmäßigen Cannabis-Konsum beim Menschen nachstellen soll. Die Tiere erhalten pro Versuchstag entweder 10 Mal eine Injektion, 5 Mal zwei Injektionen und 10 Mal keine Injektion. Einige Tage später werden bei den Tieren Elektroden durch ein Bohrloch in das Gehirn eingeführt und mit rostfreien Stahlschrauben und Zahnzement auf dem Schädel befestigt.

Die Ratten werden einzeln in eine Kammer gesetzt und Lärmvarianten von unterschiedlicher Dauer und Laustärke ausgesetzt. Über den Boden der Kammer wird die Schreckbewegung des Tieres registriert und aufgezeichnet. Bei normalen Menschen und Ratten fällt die Schreckreaktion auf einen lauten Ton geringer aus, wenn vorher ein schwächerer Ton (Präpuls) präsentiert wird. Dieses Phänomen ist bei Schizophrenie-Patienten herabgesetzt, d.h., sie reagieren auf laute Töne, auch wenn es vorher einen Präpuls gab. Mit diesem Test soll festgestellt werden, ob es gelungen ist, durch die Injektion der Mutter oder die Canabis-Verabreichung dieses Schizophenie-Merkmal bei den Ratten zu erzeugen.

Für die Messungen während der tiefen Hirnstimulation werden die Tiere in einen Messapparat gesetzt, an dessen Decke an einem Schwenkarm Kabel hängen, welche mit den Elektroden im Hirn der Tiere verbunden werden. An 6 aufeinander folgenden Tagen erfolgt eine Hirnstimulation in 4 verschiedenen Varianten (verschiedene Frequenzen und Stromstärken). Bei insgesamt 9 Tieren werden die Elektroden im Hirn falsch platziert, weshalb sie nicht verwendet werden. Am Ende werden alle Tiere durch Köpfen getötet und die Gehirne für weitere Untersuchungen entnommen.

Die Arbeit wurde unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der DFG, Medtronic, Janssen-Cilag, Astra Zeneca, Bristol-Myers Squibb, Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Israelische Forschungs-Stiftung.

Bereich: Schizophrenieforschung, Psychiatrie

Originaltitel: Mapping brain regions in which deep brain stimulation affects schizophrenia-like behavior in two rat models of schizophrenia

Autoren: Julia Klein (2), Ravit Hadar (1), Thomas Götz (1), Anika Männer (2), Claudia Eberhardt (2), Jacopo Baldassarri (2), Timo Torsten Schmidt (2), Andreas Kupsch (3), Andreas Heinz (2), Rudolf Morgenstern (4), Miriam Schneider (5), Ina Weiner (6), Christine Winter (1)*

Institute: (1) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums an der TU Dresden, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden, (2) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin, Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin, (3) Campus Charité Virchow-Klinikum, Klinik für Neurologie der Charité, Universitätsmedizin Berlin, (4) Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Charité-Mitte, Universitätsmedizin Berlin, (5) Institut für Psychopharmakologie Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, (6) Departement of Psychology, Universität Tel Aviv, Israel

Zeitschrift: Brain Stimulation 2013: (4), 490-499, doi: 10.1016/j.brs.2012.09.004

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4560



Dokument 662Titel: Zuchtlinien-Unterschiede in der Übertragung dopaminerger Botenstoffe in der frontalen Hirnrinde bei BALB/C und C57BI/6 Mäusen
Hintergrund: Das Angstverhalten wird im Vergleich bei verschiedenen Maus-Zuchtlinien untersucht.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)(viele)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Das Angstverhalten wird im Vergleich bei verschiedenen Maus-Zuchtlinien untersucht. Verwendet werden 8-10 Wochen alte, männliche C57BI/6N-, BALB/C- und C57BI/6J-Mäuse aus der Zucht von Charles River, Deutschland, sowie Wistar-Ratten aus einer russischen Zucht in Moskau. Die Tiere werden 14 Tage lang einzeln gehalten. Den Tieren wird durch ein Bohrloch im Schädelknochen ein Rohr einoperiert und mit schnell trocknendem Acryl und rostfreien Stahlschrauben am Knochen befestigt. Daneben wird ein Aluminiumblock auf dem Schädel verankert. Anschließend dürfen sich die Tiere 1 Woche lang in einem Plexiglaskäfig mit einer Größe von 16x16cm erholen. In diesem Käfig werden sie auch während des Experiments gehalten. In den ersten drei Tagen nach der Operation erhalten die Mäuse ein Schmerzmittel über das Trinkwasser.

Eine Woche später wird unter leichter Betäubung eine Mikrodialyse-Sonde durch das Rohr in das Hirngewebe an der gewünschten Stelle eingebracht und an dem Aluminiumblock befestigt. Die Sonde ist mit zwei Schläuchen verbunden. Über einen Schlauch wird Hirnflüssigkeit in das Hirngewebe injiziert und über den anderen abgesaugt. Eine Woche nach dem ersten Eingriff wird den Tieren entweder das Medikament Afobazol oder eine wirkungslose Substanz in den Bauchraum gespritzt. Das Medikament wird in Russland als Antidepressivum und zur Behandlung von Angstzuständen bereits klinisch eingesetzt.

Die Tiere werden in Gruppen zu je 6-9 eingeteilt und einem Test zum Angstverhalten unterzogen. Beim Offenen Feld-Test wird eine Maus in einen hell erleuchteten Pexiglasbehälter gesetzt, der eine Größe von 25x25 cm und undurchsichtige 32 cm hohe Wände hat. Es wird eine Stunde lang beobachtet, ob sich das Tier in der Angst einfößenden Mitte oder an den schützenden Rändern aufhält. Gleichzeitig wird über die Sonde das Gehirn gespült und die Spülflüssigkeit wird aufgefangen und untersucht.

Bei den Ratten wird der Kreuzlabyrinth-Test durchgeführt. 60 Minuten nach der Medikamentengabe (bzw. wirkungslose Lösung) in ein plusförmiges Labyrinth gesetzt, das aus zwei geschlossenen und zwei offenen jeweils 20 cm langen Armen besteht. Die Wände bestehen aus nicht durchsichtigem Plexiglas. 5 Minuten lang wird zur Beurteilung des Angstverhaltens beobachtet, wann das Tier das erste Mal einen offenen Arm betritt und wie oft und wie lange es sich jeweils in den geschlossenen und offenen Armen aufhält. Hält sich die Ratte mehr in den geschlossenen Armen auf, gilt sie als ängstlich. Nach Abschluss der Versuche werden die Tiere getötet und die Hirne entnommen.

In einem weiteren Versuch werden Gruppen zweier Mauslinien durch Köpfen getötet, um die Aktivität eines bestimmten Enzyms im Gehirn zu untersuchen. Andere Gruppen von zwei Mauslinien wird Afobazol oder eine wirkungslose Substanz gespritzt und 60min später werden sie durch Köpfen getötet und die Gehirne werden entnommen.

Bereich: Neurobiologie, Angstverhaltensforschung

Originaltitel: Strain differences in profiles of dopaminergic neurotransmission in the prefrontal cortex of the BALB/C vs. C57BI/6 mice: Consequences of stress and afobazole

Autoren: Elmira A. Anderzhanova (1*), Heidi Bächli (3), Olga A. Buneeva (4), Victro B. Narkevich (2), Alexei E. Medvedev (4), Christoph K. Thoeringer (5), Carsten T. Wotjak (1), Vladimir S. Kudrin (2)

Institute: (1) Max Planck Institut für Psychiatrie, Max-Planck-Gesellschaft, Kraepelinstraße 2-10, 80804 München , (2) Institute of Pharmacology, Russian Academy of Medical Sciences, Moskau, Russland, (3) Universitätsklinikum Heidelberg, (4) Institute of Biomedical Chemistry, Russian Academy of Medical Sciences, Moskau, Russland, (5) Technische Universität München

Zeitschrift: European Journal of Pharmacology 2013: 708; 95-104

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4559



Dokument 663Titel: Einfluss des individuellen DPOAE-Wachstumsverhaltens auf verschiedene DPOAE-Pegel, verursacht durch Schalleitungshörverlust und erhöhten Hirndruck
Hintergrund: Der Einfluss eines Schalleitungshörverlusts sowie eines erhöhten Hirndrucks auf die Aussendung akustischer Signale des Ohres wird an Meerschweinchen untersucht.
Tiere: 6 Meerschweinchen
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wurde von der zuständigen Behörde in München genehmigt und fand am Walter-Brendel-Zentrum für Experimentelle Medizin der LMU München statt. Es werden 6 Meerschweinchen verwendet. In beide Ohren wird eine Salzlösung in das Mittelohr gefüllt. Die Prozedur hierfür wird nicht beschrieben. Hierdurch wird ein Schalleitungshörverlust hervorgerufen. Es werden bestimmte, akustische Aussendungen des Ohres (DPOAE-Pegel) gemessen, um den Hörschäden zu bewerten.

In einer weiteren Untersuchung wird ein Loch in den Schädelknochen gebohrt und ein Zylinder wird darüber angebracht. Eine Salzlösung wird in den Zylinder gefüllt, wodurch sich der Hirndruck erhöht. Dabei wird ausgehend von einem normalen Hirndruck der Druck schrittweise erhöht und am Ende wieder auf Normalniveau gebracht. Währenddessen werden die akustischen Aussendungen des Ohres gemessen. Die Messung wird dreimal wiederholt, die gesamte Untersuchung erstreckt sich über 55 Minuten. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Untersuchung von Hörschäden wurde auch an Menschen (ohne invasive Eingriffe) vorgenommen. Die Arbeit wurde von der Universität München im Rahmen des Förderprogramms für Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der LMU München gefördert.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: Influence of the individual DPOAE growth behavior on DPOAE level variations caused by conductive hearing loss and elevated intracranial pressure

Autoren: Christoph Deppe (1*), Peter Kummer (2), Robert Gürkov (3), Bernhard Olzowy (3)

Institute: Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg (1) Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie, Medizinisches Zentrum, Universitätsklinikum Regensburg (3) Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie »Otto Körner«, Universität Rostock

Zeitschrift: Ear & Hearing 2013: 34; 122-131

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4558



Dokument 664Titel: Behandlung von Parenchymrückbildung bei Titanimplantaten unter Verwendung einer resorbierbaren Kollagenmatrix: eine Pilotstudie
Hintergrund: Um die Heilungsraten und die Wirksamkeit von drei verschiedenen Kollagenpräparaten bei Defekten am Zahnfleisch nach Zahntitanimplantaten beim Menschen zu prüfen, wurden bei 6 Beaglehunden solche Defekte künstlich erzeugt und die Behandlung mit den Kollagenpräparaten verglichen.
Tiere: 6 Hunde (Beagles)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Der durchgeführte Versuch wurde vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrheinwestfalen in Recklinghausen genehmigt. Sechs männliche Beaglehunde werden im Alter zwischen 12 und 24 Monaten vier Wochen lang einmal täglich gefüttert und haben Wasser zur freien Verfügung. Nach diesem Gewöhnungszeitraum werden bei jedem Tier unter Narkose drei Backenzähne des Unterkiefers gezogen. 12 Wochen danach werden an die Stelle 3 Titanimplantate eingebracht. Nach 8 Wochen werden im Bereich der Implantate Stücke des Zahnfleischs herausgeschnitten. Ab dem 7. Tag nach dieser Operation werden die Zähne und die Implantate dreimal wöchentlich mit einer Zahnbürste gereinigt. Nach weiteren 8 Wochen erfolgt die nächste Operation. Nun soll ein chronischer Zahnfleischschaden erzielt werden, indem die oberste Schicht der Schleimhaut mit einem Bohrer abgeraspelt wird. Die Gewebedefekte werden mit selbstauflösender Kollagenmatrix, die aus Schweinegewebe gewonnen wird, versehen. Dabei erhält jedes der drei Implantate eine Matrix in unterschiedlicher Zusammensetzung. Nach einer Heilungsphase von 12 Wochen werden alle Hunde durch Überdosis von Pentobarbital getötet und die Heilungsergebnisse werden mithilfe von Gewebeproben untersucht

Bereich: Zahnmedizin, Kieferchirurgie

Originaltitel: Treatment of soft tissue recessions at titanium implants using a resorbable collagen matrix: a pilot study

Autoren: Frank Schwarz (1), Ilja Mihatovic (1), Yoshinori Shirakata (2,3), Jürgen Becker (1), Dieter Bosshardt (2,4), Anton Sculean (2)

Institute: (1) Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (2) Klinik für Parodontologie, Universität Bern, Bern, Schweiz, (3) Department of Periodontology, Kagoshima University Graduate School of Medical and Dental Sciences, Kagoshima, Japan, (4) Klinik für Oralchirurgie, Universität Bern, Bern, Schweiz

Zeitschrift: Clinical Oral Implants Research 2014: 25; 110–115

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4557



Dokument 665Titel: Verteilung von Neurotransmitterrezeptoren und Zink im Hippocampus von Tauben (Columba livia): die Grundlage für zukünftige Vergleiche mit dem Hippocampus von Säugetieren
Hintergrund: Um den Aufbau einer bestimmten Hirnregion bei Vögeln besser zu verstehen, um dann eine bessere Vergleichbarkeit mit dem Säugetiergehirn zu erhalten, wurden bei Tauben die Gehirne entfernt und untersucht.
Tiere: 11 Tauben
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Der durchgeführte Versuch wurde vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrheinwestfalen in Recklinghausen genehmigt. 11 erwachsene Tauben, die von Züchtern aus der Umgebung bezogen werden, werden in Einzelkäfigen von 30x30x45 cm Größe des Instituts gehalten. Sie haben freien Zugang zu Wasser und Futter. Alle Tauben werden geköpft und ihre Gehirne werden entnommen und eingefroren. Es werden daraufhin feine Scheibenschnitte angefertigt und die verschiedenen Abschnitte der Gehirne werden auf die zu untersuchende Struktur, die Transmitterverteilung und weitere Parameter untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Neurobiologie

Originaltitel: Distribution of Neurotransmitter Receptors and Zinc in the Pigeon (Columba livia) Hippocampal Formation: A Basis for Further Comparison With the Mammalian Hippocampus

Autoren: Christina Herold (1)*, Verner P. Bingman (2), Felix Ströckens (3), Sara Letzner (3), Magdalena Sauvage (4), Nicola Palomero-Gallagher (5), Karl Zilles (5,6), and Onur Güntürkün (3)

Institute: (1 ) Cécile und Oskar Vogt-Institut für Hirnforschung, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf, (2) Department of Psychology and J.P. Scott Center for Neuroscience, Bowling Green State University, Bowling Green, Ohio 43403, USA, (3) Abteilung Biopsychologie, Institut für Kognitive Neurowissenschaft , Ruhr-Universität Bochum, GAFO 05/618, 44780 Bochum, (4) Fakultät für Psychologie, Institut für Kognitive Neurowissenschaft, Mercator Research Group »Structure of Memory”, AE Computational Neuroscience, Universitätsstr. 150, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, (5) Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Forschungszentrum Jülich, 52425 Jülich, (6) Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Uniklinik RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen und JARA—Jülich Aachen Research Alliance, 52074 Aachen

Zeitschrift: The Journal of Comparative Neurology, Research in Systems Neuroscience 2014: 522; 2553–2575, DOI 10.1002/cne.23549

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4556



Dokument 666Titel: Überwachung der Gadolinium-BOPTA-Aufnahme in die Gefäßwand während einer Magnetresonanz (MR) gesteuerten Erweiterung von Schlagadern mit einem beschichteten Ballon: Eine experimentelle Studie mit einem 3 Telsa MR-Scanner
Hintergrund: Weitung von künstlich verengten Blutgefäßen beim Schwein.
Tiere: 6 Schweine
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Bei vier Schweinen (47 kg) wird unter Narkose ein Führungsrohr in eine Hinterbeinarterie eingeführt. Durch dieses wird ein langer Kunststoffschlauch (Katheter) mit einem Ballon am Ende bis in die Körperschlagader (Aorta) vorgeschoben. Der Ballon ist mit einer Testsubstanz beschichtet. Durch Einleiten einer Flüssigkeit über den Schlauch wird der Ballon gefüllt und weitet so die Aorta. Nach einer Minute wird die Flüssigkeit abgesaugt und Ballon und Schlauch wieder herausgezogen. Die Prozedur wird mit Hilfe eines speziellen Bild gebenden Verfahrens (3-Tesla-Magnetresonanz-Bildgebung) verfolgt. Vor allem soll mit Hilfe der Bildgebung beobachtet werden, inwieweit die Testsubstanz auf dem Ballon in die Blutgefäßwand aufgenommen wird.

Bei zwei anderen Schweinen werden zunächst die linke und die rechte Beckenarterien durch Zuziehen einer Schlinge verengt. Die Operation hierfür wird nicht beschrieben. Anschließend wird ebenfalls der beschichtete Ballon eingeführt, um die verengte Stelle wieder zu weiten. Das weitere Schicksal der Schweine wird nicht beschrieben.

Bereich: Herz-Kreislaufforschung

Originaltitel: Monitoring of Gadolinium-BOPTA Uptake into the Vessel Wall during Magnetic Resonance (MR)-Guided Angioplasty of the Peripheral Arteries with a Paclitaxel/Gadolinium-BOPTA-Coated Balloon: An Experimental Study at 3 Tesla

Autoren: M. Neizel (1)*, A. Ruebben (2), N.Weiss (2), R.W. Günther (3), M. Kelm (1), G. A. Krombach (4)

Institute: (1) Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (2) Aachen Resonance GmbH, Pauwelsstraße 19, 52074 Aachen, (3) Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Uniklinik RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, (4) Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Standort Gießen, Klinikstr. 33, 35392 Gießen

Zeitschrift: Vessels 2014: 186; 388–393, http://dx.doi.org/10.1055/s-0033-1355543

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4555



Dokument 667Titel: NK3Rezeptoragonisten setzen das Gedächtnis für Zeitabläufe bei Hemiparkinson-Ratten wieder in Kraft
Hintergrund: Untersuchung, ob eine bestimmte Substanz (NK3 Rezeptoragonist) Störungen des Gedächtnisses für zeitliche Abfolgen verbessert.
Tiere: 30 Ratten
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: 30 männliche Wistar Ratten aus der Zucht der Tierversuchsanlage Düsseldorf werden in Gruppen von 5 Tieren pro Käfig gehalten und zunächst zur Gewöhnung 3 Minuten täglich angefasst. Für die Operation werden die Ratten in Narkose gelegt und der Schädel wird eröffnet. Durch Einleiten einer giftigen Substanz per Kanüle in eine bestimmte Hirnregion wird das Gewebe geschädigt. Dieses »Hemiparkinson Rattenmodell« ist in der Forschung verbreitet und wird als »Modell« für die Parkinson Krankheit verwendet. Die Wunden werden verschlossen und die Tiere werden zurück in ihre Käfige verbracht, wo sie zwei Wochen Zeit haben sich zu regenerieren. Sie entwickeln daraufhin Störungen des Gedächtnisses für Zeitabläufe. Die Objekterkennung ist jedoch erhalten.

Die Tiere werden danach in drei Gruppen von je 10 Ratten aufgeteilt. Eine Gruppe erhält eine wirkungslose Kontrollsubstanz, die zweite eine geringe Menge der zu testenden Substanz, die dritte eine höhere Menge unter die Haut gespritzt. Es werden verschiedene Verhaltenstests zur Objekterkennung durchgeführt. Dazu wird eine Ratte in eine Box gesetzt, in der sich zwei Objekte befinden. Es wird die Zeit gemessen, die das Tier für die Erkundung der Objekte innerhalb von 4 Minuten aufwendet. Nach einer Stunde im eigenen Käfig wird die Ratte erneut in die Box gesetzt, diesmal mit einem bekannten und einem neuen Objekt. Die Zeit, die sie für die Erkundung und Untersuchung der Objekte verwendet, wird als repräsentativ für den Bekanntheitsgrad eines Objektes gewertet. Gesunde Ratten beschnuppern ihnen bekannte Objekte länger. Beschnuppert die Ratte das neue Objekt länger, interpretieren die Experimentatoren dies als zeitlichen Gedächtnisverlust. Im zweiten Versuch werden dieselben Objekte verwendet, aber eines davon befindet an einer neuen Stelle. Gesunde Ratten beschnuppern das Objekt an der neuen Position mehr, woraus die Experimentatoren schließen, dass das Tier bemerkt, dass sich das bekannte Objekt an einer neuen Stelle befindet. Eine Ratte, die sich mehr dem Objekt an unverändertem Platz zuwendet, leider demzufolge an räumlichem Gedächtnisverlust. Mit jeder Ratte werden mehrere Tests mit verschiedenen Objekten durchgeführt.

Es zeigt sich, dass sich das Gedächtnis für die zeitliche Abfolge der präsentierten Objekte durch die verabreichte Substanz verbessert. Die Ratten, die die Substanz erhalten haben, können sich an alt bekannte, also bereits zuvor präsentierte Objekte, besser erinnern als jene in der Kontrollgruppe. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Neurologie, Parkinsonforschung

Originaltitel: NK3receptor agonism reinstates temporal order memory in the hemiparkinsonian rat

Autoren: Owen Y. Chao (1)*, An-Li Wang (1), Susanne Nikolaus (2), Maria A. de Souza Silva (1)

Institute: (1) Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf, (2) Nuklearmedizinische Klinik, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf

Zeitschrift: Behavioural Brain Research 2014 doi: 10.1016/j.bbr.2014.06.006

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4554



Dokument 668Titel: Unterkühlung verbessert die orale und gastrale Schleimhautbelüftung während Sauerstoffmangelversorgung
Hintergrund: Erforschung der Auswirkungen einer Unterkühlung auf die Durchblutung der Schleimhäute im Magendarmtrakt bei verminderter Versorgung mit Sauerstoff
Tiere: 5 Hunde (Foxhounds)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Der durchgeführte Versuch wurde vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrheinwestfalen in Recklinghausen genehmigt. Bei fünf weiblichen erwachsenen Foxhounds wird unter Narkose die Körpertemperatur heruntergekühlt. Die Unterkühlung wird durch den Einsatz von handelsüblichen, in Handtücher gewickelten Coolpacks sowie Eisbeuteln erzielt, die auf die Körper und die Pfoten der betäubten Tiere gelegt werden. Innerhalb von 90 Minuten wird so eine Körperkerntemperatur von 34 Grad erzielt, die durch den Einsatz von Lufterwärmern aufrechterhalten wird. Gleichzeitig wird eine Unterversorgung mit Sauerstoff simuliert, indem der eingeatmete Sauerstoff während der künstlichen Beatmung von 30 % auf 12 % für 15 Minuten reduziert wird. Außerdem werden zwei Testsubstanzen in die Blutbahn verabreicht. In die Halsschlagader wird ein Katheter (Plastikschlauch) zur Bestimmung verschiedener Messwerte eingeführt. Alle Hündinnen durchlaufen die Versuchsanordnung viermal mit oder ohne die Unterkühlung bzw. mit oder ohne Gabe der Testsubstanzen. Der Abstand zwischen den Experimenten beträgt je 3 Wochen. Die Hündinnen werden nach den Versuchen immer wieder vollständig aufgewärmt. Was nach den Versuchen mit den Hunden passiert wird nicht erwähnt.

Bereich: Anästhesiologie

Originaltitel: Hypothermia improves oral and gastric mucosal oxygenation during hypoxic challenges

Autoren: C. Vollmer*, S.Weiß, C. Beck, I. Bauer, O. Picker

Institute: Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Zeitschrift: British Journal of Anaesthesia 2014; 113 (3): 433–442 doi:10.1093/bja/aet462

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4553



Dokument 669Titel: Die Langzeitverabreichung von Glycintransporterhemmer wirkt antineuropathisch und reguliert die Expression der spinalen N-Methyl-d-Aspartat-Untereinheit N1 bei Ratten
Hintergrund: Wirkung eines potentiellen Schmerzmittels bei Ratten mit künstlich hervorgerufenen chronischen Schmerzen.
Tiere: 72 Ratten
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Alle Versuche wurden durch das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrheinwestfalen in Recklinghausen genehmigt. Eine spezielle Form von Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) wird an 54 männliche Wistar-Ratten untersucht.

Dazu werden zunächst zwei Tests zur Schmerzempfindlichkeit durchgeführt: Bei einem Test wird eine Ratte in eine Plexiglasbox gesetzt. Von unten wird ein Wärmestrahl auf eine Fußsohle der Ratte gerichtet. Es wird die Zeit gemessen, bis das Tier die Pfote wegzieht. Bei dem zweiten Test wird eine Ratte in eine Box mit Gitterboden gesetzt. Mit einem Nylonfaden wird eine Fußsohle berührt. Es wird wieder die Zeit gemessen, bis die Ratte die Pfote wegzieht. Nun wird bei einem Teil der Tiere der Ischiasnerv unter Narkose freipräpariert und abgebunden, um Nervenschmerzen hervorzurufen. Bei der Kontrollgruppe wird dieser Nerv ohne Abbinden freigelegt. Die vorgehenden Tests werden jeden zweiten Tag durchgeführt. Die Tiere mit abgebundenem Ischiasnerv reagieren deutlich schmerzempfindlicher.

Außerdem wird bei den Ratten eine Pumpe unter die Haut im Nackenbereich eingepflanzt. Diese gibt ab dem 10. Tag nach dem Abbinden des Ischiasnervs beim lebenden, unbetäubten Tier kontinuierlich 14 Tage lang eine Testsubstanz ab. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der einen Glycintransporter hemmen soll, der bei der Schmerzweiterleitung eine Rolle spielt. Nach Abschluss der Testreihe werden alle Tiere getötet und das Rückenmark wird entnommen und konserviert. Zudem werden 18 weitere Ratten mit einer osmotischen Pumpe versehen und erhalten ebenfalls die Substanz. Mit ihnen wird ein Test zur Untersuchung der motorischen Kontrolle durchgeführt. Dabei wird eine Ratte auf eine sich immer schneller drehende Stange gesetzt. Die Zeit, bis sie sich nicht mehr halten kann und herunterfällt, wird gemessen. Auch diese Tiere werden nach Abschluss der Tests getötet.

Bereich: Anästhesiologie, Schmerzforschung

Originaltitel: Long-term application of glycine transporter inhibitors acts antineuropathic and modulates spinal N-methyl-d-aspartate receptor subunit NR-1 expression in rats

Autoren: Franziska Barthel (1), Andrea Urban (1), Lukas Schlösser (1), Volker Eulenburg, (2), Robert Werdehausen (1), Timo Brandenburger (1), Carmen Aragon (3), Inge Bauer (1), Henning Hermanns (1)*

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, (2) Institut für Biochemie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, (3) Department of Molecular Biology and Centre of Molecular Biology ‘‘Severo Ochoa’’ (UAM-CSIC), Autonomous University of Madrid, Madrid, Spanien

Zeitschrift: Anesthesiology 2014: 121; 160-169

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4552



Dokument 670Titel: Verschiedene Effekte des sympathischen Nervensystems und der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse auf systemische Immunzellen nach einem schweren experimentellen Schlaganfall
Hintergrund: Anhand eines »Mausmodells« zur Erforschung künstlich erzeugter Schlaganfälle sollen die Auswirkungen verschiedener Botenstoffsysteme im Gehirn auf die Entzündungsreaktion untersucht werden.
Tiere: 42 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden durch das Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt. Mindestens 42 Mäuse aus der Versuchstierzucht Charles River werden für die Experimente verwendet. Die in verschiedene Gruppen eingeteilten Mäuse erhalten jeweils unterschiedliche Substanzen in den Bauchraum. Die Kontrollgruppe erhält eine salzhaltige Lösung ohne die interessierenden Wirksubstanzen. Mit zwei unterschiedlichen Methoden wird ein Schlaganfall simuliert:

1. Den narkotisierten Mäusen wird ein Loch in den Schädelknochen gebohrt. Durch das Loch wird mit Hilfe einer heißen Pinzette die mittlere Hirnarterie zusammengedrückt. Durch die Hitze wird das Gewebe zerstört und das Blutgefäß auf die Weise dauerhaft verschlossen (sog. Elektrokoagulation). Die Operation dauert 15 Minuten. Danach erwachen die Mäuse aus der Narkose.

2. Am Hals wird die Haut aufgeschnitten und die Halsschlagader freigelegt. Durch einen Schnitt in die Schlagader wird ein chirurgischer Faden eingeführt und bis in die mittlere Hirnarterie vorgeschoben. Das Blutgefäß ist so dünn, dass es durch den Faden verstopft wird. Die Mäuse werden aus der Narkose aufgeweckt. Nach 60 Minuten werden die Tiere erneut in Narkose gelegt und der Faden wird wieder entfernt.

Mit beiden Methoden wird zeitweilig oder dauerhaft verhindert, dass Blut in einen bestimmten Hirnbereich fließen kann. So wird ein Schlaganfall künstlich simuliert.

Verschiedene Molekülkonzentrationen werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach dem künstlich erzeugten Schlaganfall im Blut gemessen. Bis zu 7 Tage nach dem künstlichen Schlaganfall werden die Mäuse betäubt und getötet, indem das Blut durch eine Kochsalzlösung ausgetauscht wird. Ihre Gehirne werden entnommen und auf die Größe des Schlaganfallgebietes hin untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Else-Kröner Fresenius Foundation unterstützt.

Bereich: Schlaganfallforschung

Originaltitel: Differential effects of sympathetic nervous system and hypothalamic–pituitary–adrenal axis on systemic immune cells after severe experimental stroke

Autoren: Eva Mracsko (1), Arthur Liesz (1,2,3), Simone Karcher (1), Markus Zorn (4), Ferenc Bari (5), Roland Veltkamp* (1,6)

Institute: (1) Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg, (2) Fachabteilung Institut für Schlaganfall und Demenzforschung der Klinik, Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, München, (3) Munich Cluster for Systems Neurology (SyNergy), München, (4) Abteilung für Innere Medizin und Laboratoriumsmedizin, Universität Heidelberg, Heidelberg, (5) Department of Medical Physics and Informatics, University of Szeged, Szeged, Ungarn, (6) Division of Brain Sciences, Imperial College, London, Großbritannien

Zeitschrift: Brain, Behavior, and Immunity 2014: 41; 200-209, http://dx.doi.org/10.1016/j.bbi.2014.05.015

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4550



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