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Dokument 1831

Titel: Anhebung des Bodens der Kieferhöhlen mit autologem Knochenmaterial oder Knochenersatzmaterial kombiniert mit plättchenreichem Plasma
Hintergrund: Es soll untersucht werden, ob die Wachstumsfaktoren aus Blutplättchen Heilungsvorgänge in Zwergschweinen nach Implantation von Schweine- und Rinder-Knochenmaterial beschleunigen. Das Implantationsverfahren ist zahnmedizinisch beim Menschen bereits etabliert und erprobt. Der negative Ausgang der Studie wurde bereits von anderen Experimentatoren in vorhergehenden Studien ermittelt.
Tiere: 24 Schweine (Zwergschweine)
Jahr: 2007

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden an 18 Monate alten Zwergschweinen durchgeführt. Bei jedem Zwergschwein werden zwei Kieferhöhlen-Bodenverstärkungen (Sinuselevationen) durchgeführt, ein in der Zahnmedizin bereits etabliertes Verfahren für die Verdickung von Kieferknochen zur Implantation von Zähnen. Dafür werden erst auf jeder Kieferseite drei Backenzähne entfernt. In jede Stelle wird jeweils ein Implantat eingesetzt. Die Kieferhöhle wird vom Boden her mit Knochenmaterial aufgefüllt. Blutplättchenreiches Plasma (PRP) wird auf einer Seite zum Knochenmaterial dazugegeben. Vier Versuchsgruppen werden so gebildet: Eigenes Knochenmaterial mit und ohne PRP, Rinderknochenmaterial mit und ohne PRP. Sechs Tiere werden nach einem Monat, sechs andere nach sechs Monaten getötet, Angaben zur Tötungsmethode fehlen. In der ersten Woche nach dem experimentellen Eingriff werden sie flüssigernährt. Bei den anderen zwölf Tieren werden die Implantate freigelegt, entfernt und durch Platzhalter zum Offenhalten der gebohrten Löcher ersetzt. Nach 8 und 12 Monaten werden jeweils wieder 6 Tiere getötet. Die Knochen und die eingeschlossenen Implantate werden in dünne Scheiben geschnitten und untersucht, ob das eingesetzte Material in den Knochen integriert wurde.

Bereich: Wiederherstellungschirurgie, Zahnmedizin, Kieferorthopädie

Originaltitel: Sinus floor elevation using autogenous bone or bone substitute combined with platelet-rich plasma

Autoren: Karl Andreas Schlegel (1), Robert Zimmermann (2), Michael Thorwarth (3), Friedrich-Wilhelm Neukam (1), Bowom Klongnoi (1), Emeka Nkenke (1), Endre Felszeghy (4)

Institute: (1) Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgische Klinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Glückstraße 11, 91054 Erlangen, (2) Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / Plastische Chirurgie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, (3) Transfusionsmedizinische und Hämostaseologische Abteilung, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Nürnberg, (4) Department of Forensic Medicine, Semmelweis-University, Budapest, Hungary

Zeitschrift: Oral Surgery, Oral Medicine, Oral Pathology, Oral Radiology, and Endodontics 2007: 104(3), e15-25

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3864



Dokument 1832

Titel: Auswirkungen von immununterdrückender und immunanregender Behandlung auf Pankreasverletzungen und Todesrate bei schwerer akuter experimentell ausgelöster Pankreatitis
Hintergrund: Die akute, d. h. nicht ständig bestehende Entzündung der Bauchspeicheldrüse fördert Entzündungsvorgänge in anderen Organen. Untersucht werden sollen der Einfluss eines Hemmstoffs sowie einer Verstärkersubstanz für die körpereigene Immunabwehr auf Verlauf und Stärke der Entzündungen.
Tiere: 182 Ratten
Jahr: 2006

Versuchsbeschreibung: Die Ratten werden von der Zuchtfirma Harlan Winkelmann, Borchen, geliefert. Durch Infusion einer Taurocholat-Lösung, einem Gallensäuresalz, wird bei den Tieren eine experimentelle Bauchspeicheldrüsenentzündung erzeugt. Die Ratten erhalten entweder Tacrolimus (ein Hemmer des Immunsystems) oder Interferon gamma (ein Stimulator des Immunsystems) oder eine wirkungslose Kochsalzlösung (Kontrollgruppe) unter die Haut injiziert. Die Tiere leiden unter Bauchwassersucht, einer Schwellung der Bauchspeicheldrüse und Gewichtsverlust über den gesamten Versuchszeitraum. 7 der 16 Tiere in der Kontrollgruppe (44 %), 3 (21%) bzw. 4 (29%) der Ratten der Interferon-Gruppe und 6 (38 %) bzw. 4 (25%) Ratten der Tacrolimus-Gruppe sterben innerhalb von 3 bzw. 7 Tagen. An diesen Zeitpunkten werden die überlebenden Tiere in Teilgruppen durch Ausbluten getötet. Dazu wird bei den Tieren unter Narkose der Bauch aufgeschnitten. Eine Nadel wird in die Aorta (Körperschlagader) gestochen, um das Blut abzuziehen. Beurteilt werden die Sterblichkeitsrate in den Gruppen, Gewichtsveränderungen sowie die Menge des angesammelten Bauchwassers. Die Tierexperimente wurden im Militärkrankenhaus Breslau, Polen, Abteilung für Chirurgie, unter deutscher Federführung durchgeführt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Sonderforschungsbereich A6.

Bereich: Entzündungsforschung

Originaltitel: Effects of Immunosuppressive and Immunostimulative Treatment on Pancreatic Injury and Mortality in Severe Acute Experimental Pancreatitis

Autoren: Bettina M. Rau* (1), Colin M. Krüger (1), Cornelia Hasel (2), Vilma Oliveira (1), Claudia Rubie (1), Hans G. Beger (3), Martin K. Schilling (1)

Institute: (1) Klinik für Thorax- und Herz-Gefäßchirurgie, Universität des Saarlandes, Kirrberger Straße, 66421 Homburg/Saar, (2) Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Ulm, Ulm, (3) Chirurgische Klinik am Safranberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral - und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Ulm, Ulm

Zeitschrift: Pancreas 2006; 33:174-183

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3863



Dokument 1833

Titel: Der Dopaminrezeptor D3 spielt eine essentielle Rolle beim Alkoholappetenz- und Rückfallverhalten
Hintergrund: Beeinflussung von Rückfallverhalten und Alkoholkonsumverhalten bei Ratten durch zwei experimentelle pharmakologische Wirkstoffe. Die Autoren weisen auf den enttäuschenden Ausgang klinischer Studien mit Rückfallpatienten und Alkoholismus hin, die auf als vergleichbar angenommenen Ansatzpunkten im Gehirn beruhen.
Tiere: 140 Ratten
Jahr: 2006

Versuchsbeschreibung: Untersucht werden zwei Rattenzuchtlinien mit angezüchteter Neigung zum Alkoholkonsum (Ethanol) und eine Zuchtlinie ohne besondere Neigung dazu. Die Ratten mit Neigung zum Alkohol stammen von der Universität von Indiana, Indianapolis, USA, die ohne Neigung aus der eigenen Zuchtanlage des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim, wo auch die Tierexperimente durchgeführt wurden. Sie werden außerhalb der Versuche in Standard-Käfigen gehalten. Die Experimente werden in schalldichten Versuchskäfigen durchgeführt. Die Tiere werden für den Alkohol- und Wasserkonsum mittels einer Apparatur vorbereitet, die ihnen alkoholische Lösungen mit Zucker oder Wasser auf Hebeldruck ausgibt. Dann wird für 8 Wochen unbeschränkter Zugang zu Leitungswasser, einer 5%igen sowie einer 20%igen Alkohollösung gegeben. Danach folgt eine zweiwöchige Entzugsphase ohne Alkohol, dann ein 4 bis 16 Wochen langer Zeitraum mit Alkoholzugang, der von drei zufällig ausgewählten zweiwöchigen Entzugsphasen unterbrochen wird, so dass der gesamte Experimentzeitraum ein Jahr beträgt. Zwei Gruppen von Ratten erhalten im 12-Stunden-Abstand je 5 Injektionen mit zwei unterschiedlichen Substanzen, die das Belohnungssystem im Rattenhirn beeinflussen. Der Konsum wird untersucht. Die Tötung geschieht durch CO2 und Abtrennen des Kopfes. Anschließend werden das Gehirn und die inneren Organe entnommen.

Die Arbeit wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Sonderforschungsbereich 636) und die Europäische Union.

Bereich: Suchtforschung, Neuropathologie, Psychopharmakologie

Originaltitel: The dopamine D3 receptor plays an essential role in alcohol-seeking and relapse

Autoren: Valentina Vengeliene (1)*, Fernando Leonardi-Essmann (1), Stephanie Perreau-Lenz (1), Peter Gebicke-Haerter (1), Karla Drescher (2), Gerhard Gross (2), Rainer Spanagel (1)

Institute: (1)* Abteilung Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, J 5, 68159 Mannheim. Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, (2) Neuroscience-Forschung, Abbott GmbH & Co. KG, Ludwigshafen

Zeitschrift: FASEB Journal. 2006, 20:2223-33. Fehlerkorrektur (Erratum) in: FASEB J. 2007, 21:629

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3862



Dokument 1834

Titel: Nachweis anhaltender Nierenhypoxie und der Anpassung an vorübergehende Nierenhypoxie bei akuter Nierenschädigung, hervorgerufen durch experimentell ausgelöste Muskelschädigung (Rhabdomyolyse)
Hintergrund: Der Einfluss von Sauerstoffmangel auf eine akute Nierenschädigung durch Muskelzellzerstörung, wie sie bei Unfällen, bei Vergiftungen oder durch Medikamente vorkommt, soll untersucht werden.
Tiere: 48 Ratten
Jahr: 2007

Versuchsbeschreibung: Die Ratten werden in Käfigen für Stoffwechseluntersuchungen gehalten. Die Herkunft der Tiere ist ungenannt. Glycerin wird den Ratten an vier Stellen in die Muskulatur der Hinterbeine gespritzt, was die Muskeln zerstört. Daraus ins Blut freigesetzte Inhaltsstoffe schädigen die Nieren. Einer zusätzlichen Gruppe von Tieren wird Myoglobin, ein bei Muskelzellschädigung freigesetztes Sauerstoffspeichereiweiß, als Lösung in die Vene gegeben, um dessen besonderen Effekt zu testen. Bei der Glycerininjektion kommt eine äthernarkose, bei der Myoglobingabe eine Ketaminnarkose zur Anwendung. Mehrere Blutentnahmen zu bestimmten Zeitpunkten. Nach der Tötung (Methode ungenannt) wird das Nierengewebe mit Färbungen mikroskopisch (immunhistochemisch) untersucht.

Die Arbeit wird unterstützt durch die Russel Berrie Stiftung, D-Cure Diabetes Care, das Open European Nephrology Science Centre, die Harvard Medical Faculty und das Beth Israel Deaconness Medical Center.

Bereich: Nierenforschung, Traumatologie, Pathophysiologie

Originaltitel: Evidence for sustained renal hypoxia and transient hypoxia adaptation in experimental rhabdomyolysis-induced acute kidney injury

Autoren: Rosenberger Christian (1)*, Marina Goldfarb (2), Ahuva Shina (3), Sebastian Bachmann (4), Ulrich Frei (1), Kai-Uwe Eckardt (5), Thomas Schrader (6), Seymour Rosen (7), Samuel N. Heyman (3)

Institute: (1) Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Charité: Universitätsmedizin, Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, (2) Nephrology Unit, Bikur Holim Hospital, Jerusalem, Israel, (3) Hadassah University Hospital Mt. Scopus and the Hebrew Medical School, Jerusalem, Israel, (4) Zentrum für Anatomie, Charité:Centrum 2 für Grundlagenmedizin, Charité: Universitätsmedizin, Berlin, (5) Medizinische Klinik 4, Nephrologie und Hypertensiologie, Universitätsklinikum Erlangen, (6) Institut für Pathologie, Charité: Universitätsmedizin, Berlin, (7) Department of Pathology, Beth Israel Deaconess Medical Center and Harvard Medical School, Boston (MA), USA

Zeitschrift: Nephrology Dialysis Transplantation. 2007 23:1135-43

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3861



Dokument 1835

Titel: fMRI des Schläfenlappens beim wachen Affen bei 7 T
Hintergrund: Magnetresonanztomographische Aufnahmen des Gehirns beim wachen Rhesusaffen.
Tiere: 3 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2008

Versuchsbeschreibung: Die Affen werden durch Flüssigkeitsentzug bestimmte Verhaltensweisen "antrainiert". Die Tiere müssen in einem Primatenstuhl sitzen. Ihr Kopf ist an einen zuvor auf dem Schädelknochen implantierten Bolzen angeschraubt. Bei einem Affen wurde außerdem eine Metallspule in den Bindehautsack eines Auges implantiert, um die Augenbewegungen verfolgen zu können. Bei zwei Tieren wird ein Infrarotsystem zur Kontrolle der Augenbewegungen eingesetzt. Auch die Bewegungen des Körpers werden genau registriert. Den Tieren werden Ohrstöpsel in die Ohren gesteckt, um den Lärm des funktionellen Magnetresonanztomographen (fMRI) zu mindern. Vor beiden Augen werden als Reiz mit Glasfaserkabeln Filme gezeigt. Der Affe muss beim Start einer Versuchssequenz 4 Sekunden vollkommen ruhig sitzen, dann 6 Sekunden lang die Augen auf einen Punkt richten, ohne zu blinzeln oder sie zu bewegen, dann wird 8 Sekunden lang ein Film gezeigt und anschließend muss der Affe weitere 10 Sekunden vollkommen ruhig sitzen. Wenn er alles richtig macht, erhält er eine "Belohnung". Bewegt sich der Affe oder blinzelt er, wird die Sequenz abgebrochen und es gibt nichts zu trinken. Üblicherweise wird Flüssigkeitsentzug als "Trainingsmethode" eingesetzt, d.h. die Tiere sind so durstig, dass sie für die "Belohnung" in Form von ein paar Tropfen Saft mitmachen. Für jede Aufnahme mit dem Tomographen werden 12 korrekte Versuchssequenzen benötigt. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt. Normalerweise werden derart "trainierte" Affen über mehrere Jahre in verschiedenen Experimenten verwendet.

Die Arbeit wurde durch die Max-Planck-Gesellschaft unterstützt.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Hirnforschung

Originaltitel: fMRI of the temporal lobe of the awake monkey at 7 T

Autoren: Jozien B.M. Goense (1)*, Shih-Pi- Ku (1), Hellmut Merkle (2), Andreas S. Tolias (1), Nikos K. Logothetis (1,3)

Institute: (1) Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, Abteilung für Physiologie und Kognitive Prozesse, Spemannstr. 38, 72076 Tübingen, (2) Laboratory of Functional and Molecular Imaging, Bethesda, MD, USA, (3) Imaging Science and Biomedical Engineering, University of Manchester, Manchester, Großbritannien

Zeitschrift: NeuroImage 2008: 39, 1081-1093

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3860



Dokument 1836

Titel: Quantifizierung des Blutflusses im Gehirn bei nichtmenschlichen Primaten unter Verwendung von arterieller Drehmarkierung und einem Zwei-Kammer-Modell
Hintergrund: Bestimmung des Blutflusses im Gehirn mittels Magnetresonanztomographie.
Tiere: 3 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2007

Versuchsbeschreibung: Die Versuche erfolgen unter Anästhesie. Die Sehrinde des Gehirns der drei Rhesusaffen wird mit Magnet-Resonanz-Imaging (MRI) bei drei verschiedenen Zuständen gescannt: 1. Ohne Stimulation, 2. nach Injektion einer Substanz, die den Blutfluss im Gehirn erhöht, 3. während die Augen mit flackernden oder rotierenden Lichtreizen eines Glasfaserkabels gereizt werden. Es werden sieben Versuchsreihen durchgeführt. Das weitere Schicksal der Affen wird nicht erwähnt. Normalerweise werden derart "trainierte" Affen über mehrere Jahre in verschiedenen Experimenten verwendet.

Die Arbeit wurde durch die Max-Planck-Gesellschaft, die Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der Forschung und die Schweizerische Stiftung für medizinisch-biologische Stipendien unterstützt.

Bereich: Bildgebende Verfahren, Hirnforschung

Originaltitel: Quantification of cerebral blood flow in nonhuman primates using arterial spin labeling and a two-compartment model

Autoren: Anne Catherin Zappe (1)*, Johannes Reichold (1), Cyrill Burger (2), Bruno Weber (1,3), Alfred Buck (2), Josef Pfeuffer (1,4), Nikos K. Logothetis (1)

Institute: (1) Abteilung für Physiologie und Kognitive Prozesse, Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, 72076 Tübingen, (2) Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Zürich, Zürich, Schweiz, (3) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Zürich, Schweiz, (4) Siemens Medical Solutions, MR Applications Development, 91052 Erlangen

Zeitschrift: Magnetic Resonance Imaging 2007: 25, 775-783

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3859



Dokument 1837

Titel: Vergleich der Einführung von Schrauben in den Wirbelkörper durch die Haut oder offen bei einem Schafmodell
Hintergrund: Vergleich zweier Operationstechniken zur Lendenwirbelsäulenversteifung.
Tiere: 12 Schafe (Schwarzkopfschafe)
Jahr: 2008

Versuchsbeschreibung: Bei je sechs Schafen werden auf zwei verschiedene Methoden die Lendenwirbel 4 – 6 chirurgisch miteinander verbunden. Die Tiere werden narkotisiert. Bei der ersten Methode werden Schrauben durch die Haut in die Wirbelkörper gebohrt. Die Schrauben werden unter der Haut mit einem Metallstab verbunden, so dass die drei Wirbel nicht mehr beweglich sind. Bei der zweiten Methode wird die gleiche Operation ausgeführt mit dem Unterschied, dass die Haut und das darunter liegende Muskelgewebe aufgeschnitten wird. Diese Operationsmethode ist seit Jahren in der Humanmedizin etabliert. Sechs Wochen und drei Monate nach der Operation wird bei den Tieren unter Sedierung ein EMG der Lendenmuskulatur abgeleitet. Anschließend werden die Schafe mit einem Barbiturat getötet, um die Wirbel zu untersuchen.

Bereich: Knochenchirurgie

Originaltitel: Comparison of open versus percutaneous pedicle screw insertion in a sheep model

Autoren: W. Lehmann (1)*, A. Ushmaev (1), A. Ruecker (1), J. Nuechtern (1), L. Grossterlinden (1), P.G. Begemann (2), T. Baeumer (3), J.M. Rueger (1), D. Briem (1)

Institute: (1) Klinik für Trauma, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinik Hamburg, Martinistr. 52, 20246 Hamburg, (2) Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinik Hamburg, (3) Klinik für Neurologie, Universitätsklinik Hamburg

Zeitschrift: European Spine Journal 2008: 17, 857-863

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3858



Dokument 1838

Titel: Homöostatische Regulation von augen-spezifischen Reaktionen in der Sehrinde
Hintergrund: Die Studie untersucht Nervenzellfunktionen in der Sehrinde von Mäusen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2007

Versuchsbeschreibung: Für das Experiment werden 26-35 Tage alte C57Bl/6 Mäuse, ein für die tierexperimentelle Forschung gezüchteter Inzuchtstamm, verwendet. Die Mäuse werden narkotisiert. Der Kopf der Mäuse wird mit Zahnzement an einer Metallplatte befestigt. Mit einem 2mm langen Schnitt wird der Kopf im Bereich der Sehrinde geöffnet. Ein Kontrastmittel wird mit Druck an drei verschiedenen Stellen 0,3 mm tief in die Sehrinde gespritzt. Die Gehirnrinde wird danach mit einer Agarosemischung und einem Deckglas verschlossen.

Ein bis acht Tage vor dem Experiment werden ein oder beide Augen unter Narkose zugenäht. Dafür werden die Augenlider beschnitten und die Lider dann mit zwei Stichen vernäht. Die Wiederöffnung der Augen erfolgt direkt nach Injektion des Kontrastmittels. Danach werden die Augen über Monitore mit Lichtreizen stimuliert und währenddessen Bilder des Gehirnabschnittes mit einem Fluoreszenzmikroskop aufgenommen. Im Anschluss werden elektrische Signale in der Sehrinde abgeleitet, während die Augen weiter mit Lichtreizen stimuliert werden. Dazu werden Elektroden an 24-36 verschiedenen Stellen bis 0,5 mm tief in die Sehrinde eingebracht. Die Mäuse werden nach dem Experiment getötet.

Die Studie wurde von der Max-Planck-Gesellschaft und den National Institutes of Health gefördert.

Bereich: Sehforschung, Hirnforschung

Originaltitel: Homeostatic regulation of eye-specific responses in visual cortex during ocular dominance plasticity

Autoren: Thomas D. Mrsic-Flogel (1,3)*, Sonja B. Hofer (1), Kenichi Ohki (2), R. Clay Reid (2), Tobias Bonhoeffer (1), Mark Hübener (1)*

Institute: (1) Abteilung für Zelluläre und Systemische Neurobiologie, Max Planck Institut für Neurobiologie, 82152 Martinsried, (2) Department of Neurobiology, Harvard Medical School, Boston, MA, USA, (3) Department of Physiology, University College London, London, UK

Zeitschrift: Neuron 2007: 54, 961-972

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3857



Dokument 1839

Titel: Die Rolle des Weibchens monogam lebender Wildmeerschweinchen für die Paarbildung, die Vermehrung und die Stressantwort beim Männchen
Hintergrund: In dieser Studie wird das Verhalten einer neu entdeckten Wildmeerschweinchenart untersucht. Hierbei soll vor allem die Rolle des Weibchens für die Paarbildung untersucht sowie soziale und sexuelle Verhaltensmuster in Beziehung gesetzt werden.
Tiere: 57 Meerschweinchen (29 weibliche und 28 männliche Münstersche Gelbzahnmeerschweinchen)
Jahr: 2008

Versuchsbeschreibung: Für den federführenden Autor ist eine Adresse in den USA angegeben, die Versuche fanden jedoch in Münster statt. Es werden Münstersche Gelbzahnmeerschweinchen verwendet, die von der Zuchtstation des Instituts für Verhaltensbiologie der Universität Münster bereit gestellt werden. Das Münstersche Meerschweinchen unterscheidet sich vor allem durch seine monogame Lebensweise von anderen Meerschweinchen-Arten und reagiert aggressiv gegen fremde Artgenossen. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es gerne in der Verhaltensforschung eingesetzt.

Eine Woche vor Beginn des ersten Experiments (Wahlexperiment) werden die Tiere einzeln in 0,5 m2 Innengehegen gehalten. Für das Wahlexperiment wird jeweils ein Weibchen in ein Gehege (sogenannte Wahlkammer) gesetzt, welches über kleine Gänge mit zwei weiteren Gehegen, in welchen jeweils ein Männchen wohnt, verbunden ist. Über elektronische Zähler in den Gängen wird die Anzahl der Besuche des Weibchens bei den Männchen gemessen. Das Weibchen hat ungehinderten Zugang zu den Gehegen der Männchen. Mittels eines Plastikhalsbandes werden die Männchen daran gehindert, in das Gehege des Weibchens zu gelangen. Während der ersten Versuchstage werden die Tiere auf Beißspuren kontrolliert. Werden Beißspuren identifiziert, wird der Versuch sofort abgebrochen. In diesem Fall erfolgt ein neuer Versuch mit anderen Tieren. Hat ein Weibchen ein Wahlexperiment vollständig durchgeführt, wird dieses nicht noch einmal einem Test unterzogen. Die Männchen werden aber in bis zu vier Versuchen mit mindestens einwöchigem Abstand eingesetzt. Es werden 22 Weibchen und 21 Männchen in insgesamt 26 Versuchen verwendet. Wenn sich das Weibchen mit den zwei Männchen verträgt, werden die Tiere über insgesamt 20 Tage in den Gehegen belassen. Wenn das Weibchen am 20. Tag empfängnisbereit wird, wird das Experiment um zwei Tage verlängert, um eine Befruchtung herbei zu führen. Nach jedem Experiment wird das Weibchen bis zur Geburt der Jungen oder bis festgestellt wird, dass das Weibchen nicht trächtig ist, in einem separaten Käfig gehalten. Um den Vaterschaftsstatus der Nachkommen zu überprüfen, wird von den Müttern unter Narkose an der rasierten Hüfte ein Stück Haut herausgeschnitten (0,5-2 mm2).

Für ein zweites Experiment werden sieben langjährige Meerschweinchenpaare verwendet. Dieses Experiment untersucht, welchen Effekt eine Trennung vom Partner und/oder ein neues Gehege auf die Männchen haben. Ein Versuch dauert vier Stunden. Jedes Paar durchläuft fünf Versuche mit jeweils einwöchigen Pausen zwischen den Versuchen. Je nach Versuchsanordnung wird das Männchen in seiner gewohnten Umgebung entweder für vier Stunden allein gehalten oder für die ersten zwei Stunden allein gehalten und dann mit dem Partnerweibchen wieder vereint. Eine analoge Versuchsanordnung in fremder Umgebung und Kontrollversuche werden ebenfalls durchgeführt. Zwei und vier Stunden nach Beginn des Experimentes wird Blut aus der Ohrvene des Männchens entnommen. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Bereich: Angstverhaltensforschung, Stressforschung

Originaltitel: Female influences on pair formation, reproduction and male stress responses in a monogamous cavy (Galea monasteriensis)

Autoren: Oliver Adrian (1), Sylvia Kaiser (1), Norbert Sachser (1), Pia Jadewerth (1), Petra Löttker (1), Jörg T. Epplen (2), Michael B. Hennessy (3)*

Institute: (1) Institut für Verhaltensbiologie, Universität Münster, (2) Institut für Humangenetik, Universität Bochum, (3) Department of Psychology, Wright State University, 3640 Col Glenn Hwy, Dayton, Ohio 45435, USA

Zeitschrift: Hormones and Behavior 2008: 53, 403-412

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3856



Dokument 1840

Titel: Veränderung der BDNF mRNA Expression und der Lokalisierung des BDNF Proteins bei altersbedingtem Hörverlust
Hintergrund: Die vorliegende Studie untersucht altersspezifische Veränderungen von an der Signalverarbeitung beteiligten Eiweissen im Innenohrgewebe bei Ratten und Wüstenrennmäusen. Oder anders ausgedrückt: Warum können alte Ratten und Gerbils nicht mehr so gut hören wie junge.
Tiere: Tiere verschiedener Arten (Anzahl unbekannt)(Ratten, Mäuse, Mongolische Wüstenrennmäuse (Gerbils))
Jahr: 2007

Versuchsbeschreibung: Für das Hörexperiment werden Fischer-344 Ratten, ein für die tierexperimentelle Forschung gezüchteter Inzuchtstamm, und Mongolische Wüstenrennmäuse unterschiedlichen Alters von der Firma Interfauna, Tuttlingen, bezogen. Mäuse, denen durch gentechnische Manipulation ein bestimmtes Protein fehlt, stammen vom Max-Planck-Institut Martinsried und dem Jackson Laboratory, USA.

Die Tiere werden in Räumlichkeiten gehalten mit maximalen Geräuschpegeln von 50-60 dB. Vor dem Experiment wird den Tieren ein Narkosemittel in den Bauch gespritzt. Die Tiere werden Klicktönen von 0,1 Sekunde Dauer sowie Pfeifgeräuschen mit einer Dauer von 3 Millisekunden ausgesetzt. Die Lautstärkeintensität variiert zwischen 10 und 100 dB. Während der Verabreichung dieser Reize werden mittels Elektroden die elektrischen Impulse im Hörzentrum des Gehirns der Tiere abgeleitet. Drei Elektroden werden dafür an verschiedenen Stellen unter die Haut der Tiere geschoben. Dieses Experiment wird in mehrmonatigen Abständen mehrmals wiederholt, um Altersunterschiede zu dokumentieren. Die Ratten werden bis zu einem Alter von 29, Gerbils bis zu einem Alter von 40 Monaten getestet. Danach werden die Tiere zur Untersuchung des Innenohrgewebes (Gehörgangsschnecke) getötet. Was mit den Mäusen geschieht, ist unklar.

Die Studie begann bereits 1994 und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Bereich: Hörforschung, Altersforschung

Originaltitel: BDNF mRNA expression and protein localization are changed in age-related hearing loss

Autoren: Lukas Rüttiger (1), Rama Panford-Walsh (1), Thomas Schimmang (1), Justin Tan (2), Ulrike Zimmermann (1), Karin Rohbock (1), Iris Köpschall (1), Annette Limberger (1), Marcus Müller (3), Jürgen-Theodor Fraenzer (1), Jelka Cimerman (1), Marlies Knipper (1)*

Institute: (1) Molekulare Neurobiologie, Zentrum für Hörforschung Tübingen, Hals-Nasen-Ohrenklinik, Universität Tübingen, Elfriede-Aulhorn-Str. 5, 72076 Tübingen, (2) Instituto de Biologia y Gené:tica Molecular, Universidad de Valladolid y Consejo Superior de Investicaciones Cientificas, Spain, (3) Regenerative Biologie, Zentrum für Hörforschung Tübingen, Hals-Nasen-Ohrenklinik, Universität Tübingen

Zeitschrift: Neurobiology of Aging 2007: 28, 586-601

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 3855



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