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Datenbank Tierversuche

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Dokument 451Titel: Verteilung des GATA-3-spezifischen DNAzyms hgd40 nach inhalativer Exposition bei Mäusen, Ratten und Hunden
Hintergrund: An unterschiedlichen Spezies werden Daten über Aufnahme, Verteilung und Giftigkeit eines Arzneistoffs gegen Asthma erforscht.
Tiere: 78 Tiere verschiedener Arten (Mäuse (sehr viele), mind. 60 Ratten, 18 Hunde (Beagle))
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Versuche an Ratten und Hunden haben möglicherweise beim Fraunhofer Institut ITEM Hannover bzw. der Firma Nycomed GmbH, Barsbüttel, stattgefunden. Die Herkunft der Ratten und der Beagle-Hunde wird nicht angegeben. Die weiblichen, 6-8 Wochen alten BALB/c Mäuse stammen aus der Zucht von Harlan Winkelmann, Hannover.

Die Mäuse werden zu Beginn der Versuche in zwei Gruppen geteilt. Einer Gruppe wird drei Mal in Folge ein Eiweißstoff (Ovalbumin) in die Bauchhöhle gespritzt, wodurch das Immunsystem auf diesen Stoff sensibilisiert wird. Nach Einsprühen eines Ovalbumin-Aerosols in die Nase kommt es bei diesen Tieren zu einer unterschiedlich stark ausgeprägten, dem allergischen Asthma ähnlichen, Entzündungsreaktion in den Atemwegen. Dem anderen Teil der Tiere ("Kontrollgruppe") wird mehrmals eine Kochsalzlösung in die Bauchhöhle gespritzt, was keine Immunantwort auslöst.

Mit zwei unterschiedlichen Versuchsabläufen sollen jeweils bei Mäusen der Kontrollgruppe und bei sensibilisierten Mäusen Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffes hgd40 im Organismus bestimmt werden. Zur Feststellung der Wirkstoffaufnahme wird den sensibilisierten Mäusen mehrmals nach experimenteller Asthmaauslösung ein radioaktiv markierter, entzündungshemmender Wirkstoff (hgd40) in die Nase gesprüht, den Tieren der Kontrollgruppe eine Kochsalzlösung. 1, 2, 6, 12 oder 24 Stunden nach der Inhalation werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet. Ihre Lungen werden entnommen und untersucht.

Im zweiten Teil des an Mäusen durchgeführten Versuchs wird sensibilisierten Mäusen und Tieren der Kontrollgruppe in Narkose entweder der radioaktiv markierte Wirkstoff oder eine Salzlösung direkt in Luftröhre und Lunge eingespritzt, die Tiere werden mit bildgebenden Verfahren untersucht. Innerhalb von 2 Stunden wird 7 Mal Blut abgenommen, indem eine Kanüle in das Venengeflecht hinter dem Auge gestochen wird. Anschließend werden die Tiere getötet.

In den Versuchen mit Ratten sollen Erkenntnisse zur Toxizität (Giftigkeit) der Wirksubstanz hgd40 bei 18-tägiger Gabe gewonnen werden. Hierfür werden drei Gruppen mit je 10 männlichen und 10 weiblichen Tieren gebildet. Die Placebogruppe erhält ein Raumluft Aerosol, den Tieren der beiden anderen Gruppen werden unterschiedliche hohe Dosierungen des Wirkstoffes mehrfach in die Nase gesprüht. Es wird mehrfach Blut abgenommen. Das weitere Schicksal der Ratten nach Ende der Versuche wird nicht erwähnt.

In entsprechender Weise werden auch bei den Hunden toxikologische Daten erhoben. Die Tiere werden in drei Gruppen mit je 3 männlichen und 3 weiblichen Tieren aufgeteilt. Diese müssen an 28 aufeinanderfolgenden Tagen für die Dauer von 30 Minuten täglich auf nicht beschriebene Weise eine unterschiedlich hohe Dosis des Wirkstoffes beziehungsweise von Raumluft (Kontroll/Placebogruppe) einatmen. Zur Bestimmung der Wirkstoffspiegel im Blut erfolgen zahlreiche Blutentnahmen. Das weitere Schicksal der Hunde nach Beendigung der Versuche wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde unterstützt von sterna biochemicals

Bereich: Pharmakologie, Asthmaforschung

Originaltitel: Biodistribution of the GATA-3-specific DNAzyme hgd40 after inhalative exposure in mice, rats and dogs

Autoren: Agnieszka Turowska (1), Damiano Librizzi (2), Nadja Baumgartl (3), Jens Kuhlmann (1), Tanja Dicke (1), Olivia Merkel (4), Ursula Homburg (1), Helmut Höffken (2), Harald Renz (3), Holger Garn (3)*

Institute: (1) sterna biologicals GmbH & Co. KG, Bismarckstr. 7, 35037 Marburg, (2) Abteilung für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Baldingerstraße, 35043 Marburg, (3) Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie, Molekulare Diagnostik, Philipps-Universität, Marburg, (4) Department of Pharmaceutical Sciences, Wayne State University, Detroit, USA

Zeitschrift: Toxicology and Applied Pharmacology 2013: 272; 365-372

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4777



Dokument 452Titel: Neuronale Erkrankung und NLRP3 Inflammasome Ausbildung im vorderen Zwischenhirn bei SOD1 (G93A)-Mäusen mit Amyotropher Lateralsklerose
Hintergrund: Untersuchung von Veränderungen in speziellen Hirnbereichen bei genveränderten Mäusen mit ALS-ähnlichen Symptomen.
Tiere: 34 Mäuse (mehr als)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Es werden SOD1 (G93A)-Mäuse aus der Versuchstierzucht Jackson Laboratory, Bar Harbour, USA, verwendet. Den Tieren wurde ein krankes menschliches Gen ins Erbgut eingebaut, so dass sie Symptome wie Nervenzellenverlust im Gehirn ähnlich der menschlichen neurodegenerativen Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS (bekannt durch die Ice Bucket Challenge)) aufweisen. Für die Studie werden Männchen dieser genmanipulierten Mäuse mit gesunden Weibchen verpaart. Abkömmlinge dieser Verpaarung sind entweder krank (Träger des Gens) oder gesund. Um festzustellen, ob die Tiere das kranke Gen besitzen, wird den jungen Mäusen ein Stück vom Schwanz abgeschnitten und in dem gewonnenen "Material" eine Genanalyse durchgeführt. Danach werden 34 Tiere in 6 Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 und 2 werden im Alter von 6 – 9 Wochen getötet, wobei zur Gruppe 1 genetisch kranke und zur Gruppe 2 gesunde Mäuse gehören. Bei Gruppe 3 und 4 (bei gleicher Einteilung) erfolgt die Tötung im Alter von 11 – 14 Wochen, die der Gruppe 5 und 6 in der 18. Lebenswoche. In den letzten beiden Gruppen zeigen sich bereits erste ALS-Symptome.

Die Tötung erfolgt unter Narkose durch Formaldehydinjektion in Herz. Anschließend wird das Gehirn für verschiedene Untersuchungen entnommen und in Scheiben geschnitten.

Die Arbeit wurde gefördert von der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen Universität.

Bereich: Neuropathologie, ALS-Forschung, Neurologie, Gentechnik

Originaltitel: Neurodegeneration and NLRP3 inflammasome expression in the anterior thalamus of SOD1 (G93A) ALS mice

Autoren: B. Debye (1), L. Schmülling (1), Lepu Zhou (2), G. Rune (2), C. Beyer (1), S. Johann (1)*

Institute: (1) Institut für Neuroanatomie, RWTH Aachen, Wendlingweg 2, 52074 Aachen, (2) Institut für Neuroanatomie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg

Zeitschrift: Brain Pathology 2016: DOI 10.1111/bpa.12467

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4776



Dokument 453Titel: Stress im frühen Lebensalter führt zu Aufmerksamsdefizit-Hyperaktivitätsstörungs (ADHS)-ähnlichem Verhalten und Stoffwechselstörungen im Gehirn: Funktionelle Darstellung der Methylphenidat-Behandlung in einem neuartigen Nagetiermodell
Hintergrund: Untersuchung inwieweit Stress in den ersten Lebenstagen zu ADHS-artigen (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) Verhaltensweisen und Veränderungen im Gehirn führt.
Tiere: 138 Sonstige (Degus)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Degus (eine südamerikanische Nagetierart) stammen aus der Institutseigenen Zucht. Für die Versuchsreihe werden neugeborene Degus verwendet, die in den ersten 21 Lebenstagen entweder komplett bei ihren Eltern und Geschwistern bleiben dürfen (= sogenannte Kontrollgruppe) oder in diesen Tagen jeweils für 1 Stunde täglich einzeln in einer Milchglasbox - mit Geruchs- und Hörkontakt zu ihren Eltern - gehalten werden (= Stressgruppe). Am 22. Lebenstag erfolgen die eigentlichen Studien.

Studie 1: Ein Teil der jungen Degus (zugehörig zu sowohl der Kontroll- wie auch der Stressgruppe) wird für 5 Minuten in eine 80 x 80 cm große, 40 cm hohe undurchsichtige Plastikwanne gesetzt. Anschließend wird mittels Beobachtung die Aktivität der Tiere gemessen (zum Beispiel Laufstrecke, Putzverhalten, Untersuchung der Umgebung). Danach erfolgt eine Einteilung der Tiere in 3 Gruppen. Je nach Zugehörigkeit bekommen die Degus entweder Kochsalzlösung, eine geringe Dosis eines typischen Medikaments gegen ADHS oder eine hohe Dosis desselben Medikaments direkt in die Bauchhöhle gespritzt. Nach 45 Minuten Wartezeit im Käfig mit ihrer Familie werden die Tiere erneut für 5 Minuten in die Plastikwanne gesetzt und ihre Aktivität gemessen.

Studie 2: Der Versuchsaufbau der zweiten Gruppe an Degus (jeweils wieder aus Kontroll- und Stressgruppe) ist vergleichbar mit Studie 1. Hier werden die Jungtiere aber während der 5 Minuten in der Plastikwanne in einer Ecke mit Lauten von anderen jungen Degus beschallt. Zusätzlich zu den Aktivitätsmessungen aus Studie 1 wird hier noch beobachtet, wie lange sich die Tiere in dem Bereich mit der Tonausgabe aufhalten.

Tiere, die verglichen mit den normal aufgezogenen Degus mehr laufen (hyperaktiv) und weniger auf Laute von anderen Degus reagieren, zeigen haben nach Ansicht der Forscher ADHS-ähnliches Verhalten.

Studie 3: Hierfür werden 30 männliche junge Degus (sowohl aus Kontroll- wie Stressgruppe) wieder in 3 Gruppen aufgeteilt und zunächst 10 Minuten in einer Milchglasbox isoliert. Anschließend wird jedem Tier ein radioaktiv markierter Stoff zusammen mit - je nach Gruppenzugehörigkeit - entweder Kochsalzlösung, geringer oder hoher Dosis an Medikament in die Bauchhöhle gespritzt. 45 Minuten später werden die Tiere geköpft, ihre Gehirne herausgenommen und eingefroren. An bestimmten Bereichen dieser Gehirne wird später mittels des radioaktiv markierten Stoffes deren Aktivität untersucht.

Die Arbeit wurde gefördert durch die German-Israeli-Foundation for Science and Development, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Otto von Guericke Universität Marburg.

Bereich: Psychiatrie, Stressforschung

Originaltitel: Early life stress induces attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD)-like behavioral and brain metabolic dysfunctions: functional imaging of methylphenidate treatment in a novel rodent model

Autoren: J. Bock (1, 2), S. Breuer (1), G. Poeggel (3), K. Braun (1, 2)*

Institute: (1) Institut für Biologie, Lehrstuhl Zoologie/Entwicklungsneurobiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, (2) Neurowissenschaften, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, (3) Institut für Biologie, Human Biologie, Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Brain structure and function 2016: 222(2); 765-780

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4775



Dokument 454Titel: Etablierung und Beschreibung der Masquelet induzierten Membrantechnik in einem Rattenmodel mit defektem Oberschenkelknochen von kritischem Ausmaß
Hintergrund: Vergleich der Bildung und des Aufbaus der Membran, die sich bei großen Knochendefekten um diese Lücken bilden und der normalen Knochenhaut.
Tiere: 21 Ratten
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt. Die Ratten stammen vom Versuchstierzüchter Janvier, Frankreich. Unter Narkose wird der rechte Oberschenkelknochen chirurgisch freigelegt und dort außen eine Metallplatte angeschraubt. Mit einer Säge wird ein 1 cm langes Stück aus dem Oberschenkelknochen herausgeschnitten. Die Platte überbrückt die Lücke. Diese Lücke im Knochen wird mit Zement aufgefüllt und das Gewebe (Muskeln, Bindegewebe, Haut) wieder verschlossen. Für 5 Tage bekommen die Tiere Schmerzmittel. Sie werden in 3 Gruppen zu je 7 Tieren eingeteilt. Nach 2, 4 oder 6 Wochen erfolgt bei jeweils einer Gruppe eine zweite Operation. Unter Narkose wird der Oberschenkelknochen im Bereich der gesetzten Lücke wieder freigelegt. Danach wird die sich im Bereich des Defektes aufgrund des Heilungsverlaufes gebildete Bindegewebsschicht entfernt. Dieses entfernte Gewebe wird für weitere Untersuchungen benötigt. Anschließend erfolgt die Tötung der Ratten mittels einer in den Bauch gespritzten Überdosis an Narkosemittel.

Die Arbeit wurde gefördert vom AO-Research Fund von der Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Rostocker Universität (FORUN) und der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

Bereich: Wiederherstellungschirurgie, Knochenchirurgie, Unfallmedizin, Traumatologie

Originaltitel: Establishment and characterization of the Masquelet induced membrane technique in a rat femur critical-sized defect model

Autoren: D. Henrich (1)*, C. Seebach (1), C. Nau (1), S. Basan (1), B. Relja (1), K. Wilhelm (1), A. Schaible (1), J. Frank (1), J. Barker (2) I. Marzi (1)

Institute: (1) Klinik für Unfall-, Hand und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, (2) Frankfurt Initiative für Regenerative Medizin, Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurt am Main

Zeitschrift: Journal of Tissue Engineering and Regenerative Medicine 2016: 10; E382 – E396

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4774



Dokument 455Titel: Das aus Fibrin hergeleitete Peptid Bß 15-42 (FX06) verbessert Gefäßschäden und die Überlebensrate und die Informationsverarbeitung im Gehirn: Eine Schlussfolgerung aus zwei Tiermodellen nach Herz-Lungen-Wiederbelebung
Hintergrund: Untersuchung über den Einfluss eines bestimmten Eiweißes auf die Regeneration der Herzfunktion, des Lungengewebes und der Informationsverarbeitung im Gehirn nach einem Herzstillstand.
Tiere: 94 Tiere verschiedener Arten (16 Schweine, 78 Mäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Studien wurden von der lokalen Behörde in Mecklenburg-Vorpommern (Mäuse) bzw. der Universität Schleswig-Holstein, Campus Kiel (Schweine) genehmigt.

Studie 1: Die Schweine werden für die Versuche in Narkose gelegt und künstlich beatmet. An der rechten großen Halsvene und rechten großen Beinarterie wird jeweils ein Zugang gelegt um später den Blutfluss bzw. die Blutwerte messen zu können. Durch einen Katheter, der über die linke Halsvene bis ins Herz reicht, wird mittels Elektroschock ein Kammerflimmern (also der Herztod) bei den Tieren herbeigeführt. Auch die Beatmung wird eingestellt. Nach 8 Minuten erfolgen für 2 Minuten typische Wiederbelebungsversuche (Beatmung und Herzdruckmassage). Anschließend bekommen die Schweine 100 % Sauerstoff und Medikamente, um die Herzfunktion wieder in Gang zu bringen. 4 Tiere überleben diese Behandlung nicht. Die verbliebenen Schweine werden, nachdem ihr Herz spontan wieder von alleine arbeitet, in eine Behandlungs- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Behandlungsgruppe bekommt über 5 Stunden regelmäßig ein bestimmtes Peptid (Eiweiß) über den Venenkatheter, die Kontrollgruppe bekommt nur Flüssigkeit. Vom Zeitpunkt der Wiedererlangung der spontanen Herztätigkeit bis 8 Stunden später werden regelmäßig Herz-Kreislauf-Werte gemessen. Dann werden die Tiere auf nicht genannte Art getötet.

Studie 2: Die Mäuse stammen von Charles River, Sulzfeld. Unter Narkose werden die Tiere mit einem Katheter in der rechten Halsvene versehen. Darüber wird ein Medikament gespritzt, das einen Herzstillstand herbeiführt. Gleichzeitig wird die Beatmung eingestellt. Nach 4 Minuten werden durch Herzdruckmassage, künstliche Beatmung und der Injektion von bestimmten herzunterstützenden Medikamenten die Tiere wiederbelebt. Außerdem bekommt die Hälfte der Tiere während der Wiederbelebungsmaßnahmen und eine Stunde danach das zu testende Eiweiß in die Blutbahn, die andere Hälfte bekommt nur Flüssigkeit.

24 Stunden vor dem Herzstillstand, direkt am Tag des Versuches und 14 Tage später wird bei 52 Mäusen mittels Beobachtung die Nervenaktivität (unter anderem Bewusstsein, Atmung, Koordination, Bewegung, Augenreflex) untersucht, die in ein Punktesystem eingetragen wird. Außerdem lässt man die Tiere den Water Maze Test (Morris-Wasserlabyrinth) durchführen. Dabei muss eine Maus in einem mit Wasser gefüllten Becken schwimmen und eine sich unter der Wasseroberfläche befindliche Plattform finden. Dies soll Aufschluss geben über ihr räumliches Vorstellungsvermögen.

Studie 3: Bei 10 Mäusen werden 1,5 Stunden nach dem künstlich ausgelösten Herzstillstand durch Injektion bestimmter Substanzen die Lungen angefärbt, um sie nach Tötung der Tiere untersuchen zu können. Bei 16 Mäusen werden 8 Stunden nach dem Herzstillstand bestimmte Entzündungswerte untersucht.

Die Arbeit wurde von der Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Rostocker Universität (FORUN) und der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel gefördert.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung, Lungenforschung, Neurologie

Originaltitel: The fibrin-derived peptide Bß 15-42 (FX06) ameliorates vascular leakage and improves survival and neurocognitive recovery: Implications from two animal models of cardiopulmonary resuscitation

Autoren: Stefan Bergt (1), Matthias Gruenewald (2), Claudia Beltschany (1), Andrea Grub (1), Tobias Neumann (2,3), Martin Albrecht (2), Brigitte Vollmar (4), Kai Zacharowski (5), Jan P. Roesner (1,6), Patrick Meybohm (2,5)*

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, (2) Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Arnold-Heller-Straße 3, Haus 12, 24105 Kiel (3) Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Uniklinik Köln, Köln, (4) Rudolf-Zenker-Institut für Experimentelle Chirurgie, Universitätsmedizin Rostock, Rostock, (5) Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, (6) Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Klinikum Südstadt Rostock, Rostock

Zeitschrift: Society of Critical Care Medicine and Wolters Kluwer Health 2016: 44 (10); e988-e995

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4773



Dokument 456Titel: Die in Beziehung stehende Aktivität von kortikalen Neuronen überlebt die Entfernung von vorgeschalteten sensorischen Informationen
Hintergrund: Untersuchung der Nervenaktivitäten der Sehrinde vor und nach operativer Entfernung eines bestimmten Gehirnteils.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Herkunft der Affen wird nicht genannt. In einem vorhergehenden Versuch wurde bei den Tieren bereits ein Teil der Sehrinde der rechten Hirnhälfte geschädigt.

In einer ersten Operation wird unter Narkose über der linken Hirnhälfte ein großes Stück der Schädeldecke (Haut, Knochen und Hirnhaut) wie ein Lappen aufgeklappt um dort Elektroden einzubauen. Anschließend werden Hirnhaut, Knochen und Haut wieder verschlossen. Während des eigentlichen Versuches sitzen die Affen in einem Primatenstuhl, müssen einen Punkt auf einem Bildschirm anstarren und dürfen den Blick nicht abwenden. Während sie dies tun, werden über die im Gehirn eingesetzten Elektroden die Nervenaktivitäten gemessen. Als "Belohnung" bekommen die Affen alle 3 Sekunden ein wenig Saft zu trinken, wenn sie den Blick nicht abwenden. Danach werden die Tiere ein zweites Mal operiert, um ihnen einen bestimmten Bereich der Sehrinde abzusaugen. Abschließend erfolgt erneut die Sitzung vor dem Bildschirm mit der Messung über die Elektroden. Wie viel Zeit zwischen den beiden Operationen liegt, wird nicht erwähnt. Nach der Studie werden die Tiere getötet.

Bereich: Hirnforschung, Neurologie, Sehforschung

Originaltitel: Correlated activity of cortical neurons survives extensive removal of feedforward sensory input

Autoren: Katherine A. Shapcott (1), Joschua T. Schmiedt (1), Richard C. Saunders (2), Alexander Maier (3), David A. Leopold (2,4), Michael C. Schmid (1,5)*

Institute: (1) Ernst Strüngmann Institut (ESI) für Neurowissenschaften, Deutschordenstraße 46, 60528 Frankfurt am Main, (2) Laboratory for Neuropsychology, National Institute of Mental Health, Bethesda, Maryland, USA, (3) Vanderbilt University, Department of Psychology, Nashville, Tennessee, USA, (4) Neurophysiology Imaging Facility, National Institute of Mental Health, National Institute of Neurological Disorders and Stroke, and National Eye Institute, Bethesda, Maryland, USA, (5) Institute of Neuroscience, Newcastle University, Framlington Place, Newcastle upon Tyne, UK

Zeitschrift: Scientific Reports 2016: 6; doi: 10.1038/srep34886

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4772



Dokument 457Titel: Niedrige, nicht aber starke Barorezeptor-Stimulation verhindert Kammerflimmern in einem Schweinemodell für Schlafapnoe
Hintergrund: Untersuchung wie man über elektrische Impulse die bei der Schlafapnoe vorkommenden Herzrhythmusstörungen beeinflussen kann.
Tiere: 16 Schweine
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Tiere sind während der gesamten Studie, die etwa 3 - 4 Stunden dauert, in Narkose. Die Schweine der Rasse "Deutsche Landrasse" sind Jungtiere mit einem Gewicht von 25-30 kg. Zu Beginn wird den Schweinen ein Loch in die Luftröhre geschnitten, um dort einen Schlauch einführen zu können. Außerdem erfolgen Einschnitte in der Haut im Bereich der Halsschlagader, um dort Elektroden anzubringen (an einer bestimmten Stelle an der Halsschlagader kann man durch elektrische Stimulation den Blutdruck senken). Der Blutdruck wird über einen Katheter in der Beinvene gemessen, Nadeln in der Haut an verschiedenen Stellen werden zur Messung des EKGs angebracht. Im Verlauf der Studie wird durch den Schlauch in der Luftröhre bei den Schweinen für 2 Minuten ein Unterdruck in der Luftröhre und im Brustkorb hergestellt, d.h. die Tiere haben Atemnot. Dies soll einen Atemstillstand, wie er während des Schlafs bei Menschen vorkommen kann, simulieren. Über die Elektroden an der Halsschlagader werden während der simulierten Atemnot niedrige oder hohe elektrische Impulse abgegeben. Welche Auswirkungen die jeweiligen Impulse auf Blutdruck und EKG haben wird an dem Katheter in der Beinvene bzw. den Nadeln in der Haut gemessen. Über den Verbleib der Tiere nach dem Versuch ist nichts bekannt.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt.

Bereich: Innere Medizin, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Low-level but not high-level baroreceptor stimulation inhibits atrial fibrillation in a pig model of sleep apnea

Autoren: Dominik Linz (1)*, Mathias Hohl (1), Shayan Khoshkish (1), Felix Mahfoud (1), Christian Ukena (1), Hans-Ruprecht Neuberger (1), Klaus Wirth (2), Michael Böhm (1)

Institute: (1) Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Innere Medizin III, Kirrberger Straße, 66421 Homburg/ Saar, (2) Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, R&D, Industriepark Höchst, 65926 Frankfurt

Zeitschrift: Journal of Cardiovasculary Electrophysiology 2016: 27; 1086-1092

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4771



Dokument 458Titel: Reproduzierbarkeit des Aufnahmeverhaltens von O-(2-F-fluoroethyl)-L-Tyrosin in Gehirntumore und der Einfluss von Cortisontherapie: eine experimentelle Studie an Ratten-Gliomen
Hintergrund: Untersuchung zur Aktivität bestimmter Hirntumore und den Einfluss von Cortison darauf.
Tiere: 31 Ratten
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Tiere stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories. Zu Beginn der Versuchsreihe werden den Tieren unter Narkose zwei verschiedene Tumorarten ins Großhirn eingepflanzt. Dazu wird der Kopf des Tieres in eine stereotaktische Halterung eingespannt. Durch ein Bohrloch werden die Krebszellen mit einer Kanüle in das Hirngewebe injiziert. Nach einer Zeitspanne von 10 bis 11 Tagen, in denen die Tumorzellen Zeit zum Wachsen haben sollen, werden die Ratten in 4 Gruppen aufgeteilt. An den ersten beiden Gruppen wird die Aufnahme der Aminosäure Tyrosin (Bestandteil u. a. von Eiweißen) in die beiden Tumorarten untersucht. Dafür werden die Ratten nach 12 – 16 Stunden ohne Futter in Narkose gelegt und ihnen wird ein Dauerkatheter in die Schwanzvene gelegt, über den radioaktiv markiertes Tyrosin in die Blutbahn gespritzt wird. Vor und einige Zeit nach der Injektion wird die Menge an radioaktiv strahlendem Tyrosin im Gehirn der Tiere mittels eines bestimmten bildgebenden Verfahrens gemessen (Positronenemissionstomografie). Die Tiere erwachen nicht mehr aus der Narkose, werden getötet und das Gehirn wird herausgeschnitten.

Die Gruppen 3 und 4 bekommen neben der Injektion von Tyrosin zusätzlich mehrere Injektionen von Cortison in die Bauchhöhle. Die sonstige Behandlung dieser Tiere ist dieselbe wie bei den Tieren der Gruppe 1 und 2.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Reproducibility of O-(2-F-fluoroethyl)-L-tyrosine uptake kinetics in brain tumors and influence of corticoid therapy: an experimental study in rat gliomas

Autoren: Carina Stegmayr (1), Michael Schöneck (1), Dennis Oliveira (1), Antje Willuweit (1), Christian Filss (1), Norbert Galldiks (1,3), N. Jon Shah (1,2,4), Heinz H. Coenen (1,2), Karl-Josef Langen (1,2)*

Institute: (1) Forschungszentrum Jülich, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Wilhelm-Johnen-Straße, 52428 Jülich, (2) Klinik für Nuklearmedizin und Neurologie, Universitätsklinikum Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen, (3) Klinik für Neurologie, Universität Köln, Köln, (4) Jülich-Aachen Research Alliance (JARA-Institut) – Section JARA-Brain (Erforschung psychischer und neurologischer Erkrankungen), Jülich

Zeitschrift: European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging 2016: 43; 1115-1123

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4770



Dokument 459Titel: Vergleich der orthotopen mit der heterotopen kardialen Xenotransplantation im Schwein-Pavian-Modell unter Berücksichtigung von ein-/mehrfach transgenen Spenderorganen und verschiedenen immunsuppressiven Protokollen
Hintergrund: Auswirkungen der Transplantation eines Schweineherzens in die Bauchhöhle von Pavianen.
Tiere: 22 Tiere verschiedener Arten (11 Schweine, 11 Paviane)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Regierung von Oberbayern genehmigt. Zur Herzspende werden männliche und weibliche transgene Landrasseschweine unterschiedlicher genetischer Veränderungen verwendet, die aus dem Genzentrum am Institut für Molekulare Tierzucht und Biotechnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, vom Laboratory of Developmental Engineering, Meiji University, Japan, von Revivicor, Blacksburg, Virginia, USA und vom Institut für Nutztiergenetik Friedrich-Löffler-Institut, 31535 Neustadt stammen. Die vier männlichen und sieben weiblichen Paviane der Art Papio anubis und Papio hamadryasis stammen aus dem Deutschen Primatenzentrum Göttingen.

Den Schweinen wird in Narkose ihr Herz entnommen, was den unmittelbaren Tod bedeutet. Den in Einzelkäfigen von 2,15m x 1,75m x 2,60m gehaltenen Pavianen werden vor dem Eingriff mehrfach Blutproben entnommen. Es wird eine Einteilung in 5 Gruppen vorgenommen, die der unterschiedlichen Transgenität der Schweine und unterschiedlichen Arzneimittelregimen nach der Herzverpflanzung entsprechen.

Nach Entnahme des Herzens des Spendertieres wird der Pavian in Narkose versetzt. Über einen langen Bauchschnitt wird der Bauchraum eröffnet und das Spenderherz wird über seine Hauptschlagader und seine Lungenschlagader an die Bauchschlagader beziehungsweise die untere Hohlvene des Pavians genäht. Dieses Vorgehen wird heterotope abdominale Herztransplantation genannt. Damit wird bestenfalls die Eigendurchblutung des transplantierten Herzens gewährleistet, das transplantierte Herz übernimmt aber keine zusätzliche Pumpfunktion.

Der Bauchraum wird wieder verschlossen und es wird ein Venenkatheter in die tiefe Halsvene eingeführt. Noch in Narkose wird der Pavian in ein spezielles eng anliegendes sogenanntes Primaten-Jacket gezwängt, durch welches die Infusionsleitung, ein Aluminium-Schlauchsystem, am Körper entlang geführt und später an der Käfigdecke montiert werden kann. Dies dient einer jederzeit möglichen Blutentnahme und Gabe von intravenösen Medikamenten und Infusionen. Nach der Operation wird der Pavian in seinen Käfig verbracht. Es folgen engmaschige Blutentnahmen, Temperaturmessungen, Gewichtskontrollen, Abtastungen des Bauches, Ultraschalluntersuchungen. Alle Tiere erhalten eine Vielzahl von (nebenwirkungsreichen) Medikamenten, darunter mehrere, die die Immunabwehr unterdrücken, Antiallergika, Antibiotika, Schmerzmittel, Medikamente zur Verhinderung der Gerinnung, Medikamente zum Schutz des Magens gegen Geschwüre, Mittel gegen Übelkeit, Mittel zum Aufbau der Darmflora, spezifische Antikörper. Die Arzneimittelliste zur postoperativen Behandlung umfasst 19 Medikamente.

Es wird untersucht und bewertet, nach welchem Zeitraum es zu Komplikationen bei dem eingepflanzten Fremdorgan kommt, das dann in einer erneuten Operation entnommen und untersucht wird. Die Zeitdauer bis zum Auftreten schwerer und überwiegend qualvoller Komplikationen reicht bei den elf Tieren von weniger als einer Stunde bis längstens 29 Tage. Es kommt zu schwersten Abstoßungsreaktionen, Bildung von Gerinnseln im eingepflanzten Herzen, tödlichen Blutungen in den Bauchraum, tödlichen Magen-Darmblutungen, Verwachsungen mit den Gedärmen bis zum Darmverschluß, septisches Geschehen (Blutvergiftung) mit Versagen der Funktionen von Niere, Leber und Herz.

Zwei Tiere werden nach dem operativen Entfernen des implantierten Herzens lebend zu den Stallungen verbracht, über ihr weiteres Schicksal wird nicht berichtet. Bei sechs Tieren wird der Tod durch Euthanasie bzw. auf Grund der Schwere der Komplikation angegeben, bei drei Tieren wird keine Angabe zu ihrem weiteren Schicksal gemacht. Die Schwere der Komplikationen, die sie erlitten, legt nahe, dass sie ebenfalls starben.

Bereich: Xenotransplantation

Originaltitel:

Autoren: Maureen Margaret Loewenthal, Berichterstatter: Bruno Reichart

Institute: Herzchirurgische Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilian-Universität München, Marchioninistraße 15, 81377 München (Vorstand Professor Dr. med. Christian Hagl), Durchführung der Versuche am Institut für Chirurgische Forschung im Walter-Brendel-Zentrum, Marchioninistraße 15, 81377 München

Zeitschrift: Dissertation zum Erwerb des Doktorgrades der Medizin 2013

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4769



Dokument 460Titel: Gentechnische Ausschaltung der Dichte-erhöhten Phosphatase-1 vermindert die cerebrovaskuläre Reservekapazität (das Ausmaß der Gefäßneubildung im Gehirn) in einem Arteriogenesemodell (Modell zur Neubildung von Arterien) der Maus
Hintergrund: Untersuchungen zur Bedeutung eines bestimmten Gens beim künstlich ausgelöstem Schlaganfall und starker Mangeldurchblutung eines Beins bei Mäusen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales(LAGeSo), Berlin, genehmigt. Es handelt sich um Wildtypmäuse (Kontrollgruppen) sowie um gentechnisch veränderte, sogenannte "Knock-out-Mäuse", bei denen ein bestimmtes Gen ausgeschaltet wurde, das die Bildung von Enzymen steuert, die wichtige Prozesse u.a. beim Wachstum von Zellen spielen. Die Herkunft der Tiere wird nicht erwähnt.

Es werden zwei unterschiedliche Experimente a) und b) mit je einer Gruppe von Wildtypmäusen und gentechnisch veränderten Tieren durchgeführt.

a) Den Mäusen werden in Narkose die linksseitigen zum Gehirn führenden Halsschlagadern freipräpariert und dann dauerhaft abgebunden, wodurch die linke Hirnhälfte kaum mehr Blut erhält und geschädigt wird im Sinne eines Schlaganfalls. Nach 7 Tagen werden die Tiere erneut in Narkose versetzt und nach Gabe eines gefäßerweiternden Mittels werden u.a. Messungen des Blutflusses im Gehirn durchgeführt. Die Tiere werden danach auf nicht genannte Weise getötet und ihr Gehirn wird untersucht.

b) Den Mäusen wird in Narkose die Hauptschlagader des rechten Oberschenkels nach Freipräparieren komplett unterbunden. Die Blutversorgung des rechten Beins ist damit deutlich verringert, was zu äußerst schmerzhaften Durchblutungsstörungen führt. Nach sieben Tagen wird in Narkose der Bauch der Tiere eröffnet und es werden eine gefäßerweiternde Substanz sowie fluoreszierende Mikrokügelchen in die Schlagadern des rechten Beins eingespritzt zur Untersuchung der Durchblutung mit einem bildgebenden Verfahren (Mikro-MRT). Anschließend werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet und es wird Muskelgewebe zur Untersuchung entnommen.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Herzstiftung/Deutsche Herzforschungsstiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Schlaganfallforschung, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Knockout of density-enhanced phosphatase-1 impairs cerebrovascular reserve capacity in an arteriogenesis model in mice

Autoren: Daniel Hackbusch (1), André Dülsner (2), Nora Gatzke (2), Janine Krüger (1), Philipp Hillmeister (2), Stephanie Nagorka (2), Florian Blaschke (3), Zully Ritter (4), Christa Thöne-Reineke (5), Frank-D. Böhmer (6), Ivo Buschmann (2), Kai Kappert *(1)

Institute: (1) Zentrum für Kardiovaskuläre Forschung (CCR), Institut Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Pathobiochemie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Hessische Straße 3-4, 10115 Berlin, (2) Abteilung für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie, Richard-Thoma-Laboratorien für Arteriogenese, Zentrum für Kardiovaskuläre Forschung, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (3) Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (4) Klinik für Radiologie und Strahlenheilkunde, Charité Universitätsmedizin Berlin, Zentrum für Muskel- und Knochenforschung, Berlin, (5) Zentrum für Kardiovaskuläre Forschung (CCR), Abteilung für Experimentelle Medizin, Charité Universitätsmedizin Berlin, Berlin, (6) Institut für Molekulare Zellbiologie, Zentrum für Molekulare Biomedizin (CMB), Universitätsklinikum Jena, Jena

Zeitschrift: BioMed Research International 2013: 802149. doi:10.1155/2013/802149

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4768



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