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Datenbank Tierversuche

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Dokument 271Titel: Kongruente Darstellung von visuellem Raum und Klangraum im Colliculus superior (Gehirnbereich, der wichtig für reflektorische Augenbewegungen ist) bei der echoortenden Fledermaus Phyllostomus discolor (Kleine Lanzennase)
Hintergrund: Untersuchungen zur Bedeutung von räumlichen Hören und Sehen bei Fledermäusen auf die räumliche Wahrnehmung und die damit verbundene Aktivität von Hirnnerven.
Tiere: 13 Fledermäse (Mindestens 13 Kleine Lanzennasen (Phyllostomus discolor))
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wurde die in mehrere Versuchsanordnungen aufgeteilte Studie von der Regierung Oberbayern. Die Tiere stammen aus einer Zuchtkolonie der Abteilung Biologie II der Ludwig-Maximilian-Universität München. Durchgeführt wurden die Versuche am Lehrstuhl für Zoologie der Technischen Universität München. Nach dem Einfangen der Fledermäuse werden diesen unter Narkose Haut und Muskulatur in der Mitte des Schädels aufgeschnitten und aufgeklappt. An eine bestimmte Stelle der freiliegenden Schädeldecke wird ein kleines Metallrohr aufgeklebt, außerdem wird ein Loch in den Schädelknochen gebohrt, durch das später Elektroden in das Gehirn eingelassen werden können. Die Fledermäuse bekommen Schmerzmittel und Antibiotika. Anschließend werden die Gewebeschichten wieder verschlossen. Der Kopf der Tiere wird dann – immer noch unter Narkose - mit dem Metallrohr in einer handgefertigten Apparatur fixiert. Es folgen die eigentlichen Versuchsanordnungen:

Nach der Tötung von 2 männlichen Tieren durch Überdosis von Pentobarbital werden deren Augäpfel herausgelöst und die Netzhäute für weitere Untersuchungen gewonnen.

In einer weiteren Versuchsanordnung werden 4 narkotisierte Fledermäuse so positioniert, dass sich das rechte Auge vor einem Flachbildschirm befindet, auf dem wiederholt weiße Vierecke auf schwarzem Grund zu sehen sind. Es wird Atropin in das rechte Auge getropft, damit sich die Pupille weit stellt. Das linke Auge wird zugedeckt.

Zur Messung der Reaktion der Hörnerven auf akustische Reize und des räumlichen Hörens werden ein oder beide Ohren der Tiere mit Tönen beschallt, die in ihrer Frequenz und Lautstärke variieren (10 – 100 kHz und 10 – 80 dB). Jeder Reiz wird 10-mal wiederholt. Zur Beschallung werden handgefertigte Kopfhörer verwendet. Die Aufzeichnung der Nervenaktivität erfolgt über eine durch das Bohrloch ins Gehirn eingeführte Elektrode. Insgesamt werden die Versuche 4 Stunden lang 3-mal wöchentlich über einen Zeitraum von 8 Wochen durchgeführt. Am Ende wird den Tieren unter Druck ein Kontrastmittel ins Gehirn gespritzt und es folgt die Tötung mit einer Überdosis Narkosemittel. Anschließend wird das Gehirn gewebekundlich untersucht.

Die Arbeit wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Bereich: Neurobiologie, Sehforschung, Hörforschung, Sinnesphysiologie, Hirnforschung

Originaltitel: Congruent representation of visual and acoustic space in the superior colliculus of the echolocation bat Phyllostomus discolor

Autoren: Susanne Hoffmann*, Tomas Vega-Zuniga, Wolfgang Greiter, Quirin Krabichler, Alexandra Bley, Mariana Matthes, Christiane Zimmer, Uwe Firzlaff, Harald Luksch

Institute: Technische Universität München, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising-Weihenstephan

Zeitschrift: European Journal of Neuroscience 2016: 44; 2685-2697

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4813



Dokument 272Titel: Signale am Glucagon-like peptide-1-Rezeptor reduzieren Thrombose in kleinsten Gefäßen, Nitrooxidativen-Stress und die Aktivierung von Blutplättchen bei Mäusen mit Blutvergiftung
Hintergrund: Untersuchungen zum Einfluss zweier Diabetesmedikamente und verschiedener Genveränderungen auf die Symptome einer künstlich erzeugten Blutvergiftung bei Mäusen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird vom Landesuntersuchungsamt Koblenz genehmigt. Die verwendeten genetisch veränderten Mäuse kommen von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (DPP-4 Knockout) und von Charles River Sulzfeld (GlP-1r Knockout). Woher die Wildtyp-Mäuse stammen, wird nicht erwähnt.

Die Tiere werden in Gruppen eingeteilt. Für die Hauptstudie bekommen die Tiere über eine osmotische Minipumpe 2 verschiedene Mittel (Linagliptin und Liraglutid), die in der Diabetesbehandlung eingesetzt werden. Wie und wann die osmotische Minipumpe eingesetzt wird, wird nicht beschrieben. Üblicherweise handelt es sich dabei um ein kleines Gerät, das unter die Rückenhaut einer Maus gepflanzt wird und das kontinuierlich einen Wirkstoff an das Unterhautgewebe abgibt. 48 Stunden später wird den Mäusen LPS, ein Giftstoff aus der Zellwand von Bakterien, in die Bauchhöhle gespritzt. Dieser führt zu einer Sepsis (Blutvergiftung) mit massiven Entzündungsreaktionen wie Fieber, Blutpfropf in den kleinen Blutgefäßen, Beeinträchtigung der Organfunktionen, starke Veränderungen der Blutwerte bis hin zum Tod. 24 Stunden nach der LPS-Injektion werden die Tiere durch Entbluten unter Narkose getötet und verschiedene Organe zur weiteren Untersuchung gewonnen.

In einem weiteren Versuch wird Mäusen LPS injiziert. 0, 3, 6, 9 und 12 Stunden später werden jeweils einige Tiere getötet.

In der sogenannten Überlebensstudie bekommen 48 Mäuse zuerst das Bakteriengift, 6 Stunden später die Diabetesmedikamente. Danach werden die Tiere bzw. "ihr Überleben" überwacht. Fast alle Mäuse sterben innerhalb von 30-40 Stunden. Nur 5 % in einer den behandelten Gruppen überleben den Beobachtungszeitraum von 60 Stunden.

Die Studie wurde gefördert durch Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG.

Bereich: Infektionsforschung, Immunologie

Originaltitel: Glucagon-like peptide-1 receptor signalling reduces microvascular thrombosis, nitrooxidative stress and platelet activation in endotoxaemic mice

Autoren: Sebastian Steven (1,2), Kerstin Jurk (2), Maximilian Kopp (1), Swenja Kröller-Schön (1), Yuliya Mikhed (1), Kathrin Schwierczek (2), Siyer Roohani (1), Fatemeh Kashani (1), Matthias Oelze (1), Thomas Klein (5), Sergey Tokalov (2), Sven Danckwardt (2,3), Susanne Strand (4), Philip Wenzel (1,2), Thomas Münzel (1), Andreas Daiber (1,2)*

Institute: (1) Zentrum für Kardiologie, Kardiologie I, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz, (2) Zentrum für Thrombose und Hämostase, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, (3) Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, (4) I. Medizinische Klinik, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, (5) Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Biberach

Zeitschrift: British Journal of Pharmacology 2017: 174(12); 1620-1632

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4812



Dokument 273Titel: Alterungseffekte auf die Interaktionskomponente beider Ohren in der Hirnstammaudiometrie in Gerbils: Effekte auf die Übertragungszeit zwischen den Ohren und den Unterschieden im Level
Hintergrund: Untersuchung zum Einfluss des Alters auf das räumliche Hören und die Reaktion des Gehirns auf akustische Signale beim Gerbil.

In einer früheren Studie wurde bereits herausgefunden, dass etwa 3-jährige Gerbils einem ähnlichen Nachlassen des räumlichen Hörens unterliegen wie Männer im Alter von 60 – 65 Jahren. Deshalb soll sich durch diese Studie der Gerbil als "Tiermodell" für weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet etablieren, obwohl schon viele relevante Ergebnisse aus Studien direkt am Menschen vorliegen.
Tiere: 22 Gerbils (Mongolische Rennmäuse)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Genehmigt wird der Versuch vom Regierungspräsidium Niedersachsen. Für diese Studie werden 11 junge (2-10 Monate alte) und 11 alte Gerbils (36-39 Monate alt) verwendet. Die Audiometrische Messung erfolgt unter Narkose. Hirnstammaudiometrie ist eine übliche HNO-ärztliche Methode zur Untersuchung von Hörstörungen. Hier werden definierte Hörreize über einen Kopfhörer gegeben und im Rahmen einer elektronischen Hirnmessung die Antwort des Hirnstammes auf diese Reize bewertet. Sie ist eine objektive Hörprüfung mit der man auch die Hörschwelle herausfinden kann. Im Rahmen der Studie bekommen die Gerbils Kopfhörer mit Aufsätzen, die bis in den Hörkanal reichen. Hierüber werden ein oder beide Ohren mehrfach mit akustischen Reizen von 30 - 100dB beschallt. 100dB kann man mit einem Discobesuch vergleichen, bei dem man sich etwa 1 m vom Lautsprecher entfernt aufhält. Die Messung der Antwort des Hirnstammes auf die Geräusche erfolgt über Nadelelektroden am Scheitel und Nacken der Tiere. Was mit den Gerbils nach Ende der Versuchsreihe passiert, wird nicht erwähnt.

Gefördert wird die Studie durch das NIH (National Institute of Health), die Deutsche Forschungsgemeinschaft und Hanse-Wissenschaftskolleg/Institute for Advanced Study, Delmenhorst.

Bereich: Hörforschung, Altersforschung, Sinnesphysiologie

Originaltitel: Aging effects on the binaural interaction component of the auditory brainstem response in the Mongolian gerbil: Effects of interaural time and level differences

Autoren: Geneviève Laumen (1), Daniel J. Tollin (2), Rainer Beutelmann (1), Georg M. Klump (1)*

Institute: (1) Exzellenzcluster Hearing4all, Arbeitsgruppe Zoophysiologie und Verhalten, Department für Neurowissenschaften, Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Campus Wechloy, Carl-von-Ossietzky-Straße 9-11, 26129 Oldenburg, (2) Department of Physiology and Biophysics, School of Medicine, University of Colorado, Aurora, USA

Zeitschrift: Hearing Research 2016: 337; 46-58

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4811



Dokument 274Titel: Drastischer Rückgang der nervenumgebenden Netze und veränderte Parvalbumin-Immunantwort im Nucleus reticularis thalami bei Wildtyp- und 3xTg-Mäusen nach experimentell erzeugtem Schlaganfall
Hintergrund: Untersuchungen des Einflusses vom Alter auf die Veränderungen im Gehirn nach einem künstlich erzeugten Schlaganfall bei normalen Mäusen und Mäusen, die als Modell für Alzheimer fungieren.

Laut Autor haben bisher Behandlungsstrategien bei mangelnder Hirndurchblutung nach Schlaganfall nur im Tierversuch funktioniert, nicht aber beim Menschen. Trotzdem versuchen sie über diese Studie an Mäusen weitere Hinweise in der Schlaganfallforschung für den Menschen zu bekommen.
Tiere: 32 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse aus dem Medizinisch-Experimentellem Zentrum der Universität Leipzig sind Nachkommen von Mäusen der Universität von Kalifornien (zur Verfügung gestellt von Drs. Frank M. LaFerla und Salvatore Oddo). Genehmigt wird die Studie vom Regierungspräsidium Leipzig.

Für den Versuch werden 3-Monate-, 7-Monate- und 12-Monate alte Mäuse verwendet – jeweils transgene Mäuse und Wildtyp-Mäuse ohne Genmanipulation. Den transgenen Mäusen wurden zwei menschliche Gene eingeschleust, wodurch Alzheimer-ähnliche Veränderungen entstehen. Um künstlich einen Schlaganfall bei allen Mäusen hervorzurufen wird ihnen unter Narkose (mittels Injektion in die Bauchhöhle) und lokalem Betäubungsmittel im Hals ein Faden über die rechte Halsschlagader bis ins Gehirn geschoben. Dieser verstopft dort ein Blutgefäß und bewirkt eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff (ähnlich wie beim Schlaganfall). Einen Tag nach dem Eingriff werden die Mäuse erneut in Narkose gelegt und getötet, indem ihnen Formaldehyd direkt ins Herz gespritzt wird. Danach werden die Gehirne der Tiere für die eigentlichen Untersuchungen entfernt.

Bereich: Schlaganfallforschung, Neuropathologie

Originaltitel: Abolished perineuronal nets and altered parvalbumin-immunoreactivity in the nucleus reticularis thalami of wildtype and 3xTg mice after experimental stroke

Autoren: Wolfgang Härtig (1)*, Simon Appel (1), Anne Suttkus (1,2), Jens Grosche (3), Dominik Michalski (4)

Institute: (1) Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung, Universität Leipzig, Liebigstr. 19, 04103 Leipzig, (2) Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinik Leipzig, Leipzig, (3) Effigos GmbH, Leipzig, (4) Institut für Neurologie, Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Neuroscience 2016: 337; 66–87

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4810



Dokument 275Titel: Inaktiviertes Orf-Virus zeigt eine veränderte antivirale Aktivität in einem Meerschweinchenmodell mit einer Genital-Herpesvirus-Infektion
Hintergrund: Bei einer Herpes-Infektion von Meerschweinchen konnte wiederholt gezeigt werden, dass das antivirale Medikament Acyclovir, das beim Menschen wirkt, bei Meerschweinchen keinen Effekt hat. Dafür zeigte das inaktivierte Orf-Virus beim Meerschweinchen eine leichte Linderung der Herpes-Symptome.
Tiere: 30 Meerschweinchen (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Meerschweinchen werden bei Charles River Wiga in Sulzfeld gekauft und mit menschlichem Genital-Herpesvirus infiziert, indem die Viren in die Vagina eingebracht werden. Die Meerschweinchen werden in drei Gruppen unterteilt. 10 Tiere werden mit dem inaktivierten Orf-Virus behandelt. Dieses wird alle 3 Tage insgesamt 5-mal in die Bauchhöhle gespritzt. 10 Tiere werden 2 Wochen durch Injektion von Acyclovir in die Bauchhöhle behandelt. 10 Tiere werden keiner Behandlungen unterzogen. Acyclovir ist ein antivirales Medikament, das beim Menschen gegen Herpes hilft. Beim Meerschweinchen zeigt sich aber kein therapeutischer Effekt. Dies konnte auch wieder in dieser Studie gezeigt werden. Dafür zeigt das inaktivierte Orf-Virus beim Meerschweinchen einen Effekt. Diese Wirkung ist bereits aus der Tiermedizin und aus Experimenten mit Mäusen bekannt. Das Experiment endet nach 80 Tagen und die Tiere werden unter Anästhesie durch Injektion von Pentobaribital und T61 getötet.

Diese Arbeit wurde von der Bayer AG finanziert.

Bereich: Virologie

Originaltitel: Inactivated Orf-virus shows disease modifying antiviral activity in a guinea pig model of genital herpesvirus infection

Autoren: Astrid Friebe (1), Angela Siegling (2), Olaf Weber (2)*

Institute: (1) Institut für Medizinische Immunologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Institutsgebäude Süd, Föhrer Str. 15 / Südstr. 2, 13353 Berlin (2) Bayer AG, Kaiser-Wilhelm-Allee 1, 51368 Leverkusen

Zeitschrift: Journal of Microbiology, Immunology and Infection 2017: pii: S1684-1182(17)30078-6. doi: 10.1016/j.jmii.2017.03.002

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4809



Dokument 276Titel: Der Einfluss verschiedener Abutmentmaterialien auf die Geweberegeneration einer chirurgischen Periimplantitis - eine randomisierte kontrollierte präklinische Studie
Hintergrund: Der Einfluss verschiedener Implantataufsatzmaterialien auf die Heilung bei künstlich hervorgerufener Zahnfleisch- und Knochenentzündung um die Implantate.
Tiere: 8 Hunde (Beagles)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer Behörde in Ungarn (Pest county government department for food safety and animal health, Hungary) unter der Nummer 54-2532.1-45/12 genehmigt, obwohl weiter unten erwähnt wird, dass die Studie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen durchgeführt worden ist. Woher die Beagle-Hunde stammen und wo sie gehalten werden, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden in 6 qm großen Zwingern gehalten. Den Hunden werden unter Anästhesie 12 Backenzähne gezogen (je 6 im Ober- und Unterkiefer). Die Tiere erhalten danach für eine Woche Schmerzmittel. Zwei Monate nach der 1. Operation werden unter erneuter Narkose an den Stellen der gezogenen Zähne Implantate aus Titan eingebracht. Als Periimplantitis bezeichnet man eine Entzündung des Implantatbetts von Zahnimplantaten. Diese wird bei den Hunden künstlich ausgelöst, indem zwei Monate nach Einsetzen Baumwollfäden um die Implantate gewickelt werden. In diesen siedeln sich Bakterien an, die zu einer Entzündung des Zahnfleischs und der Kieferknochen führen. Die Entzündungsreaktion gilt als erfolgreich, wenn Knochen befallen ist. Die Entzündung wird für zwei Monate aufrechterhalten. Dann wird unter lokaler Anästhesie das entzündete Gewebe chirurgisch gesäubert. Auf die Implantate werden Stützpfeiler mit unterschiedlicher Oberfläche aufgesetzt. 4, 8 und 12 Wochen später werden jeweils einige Tests mit den Hunden durchgeführt. So wird gemessen, wie viel Speichel die Tiere produzieren und die Tiefe der Zahnfleisch- und Knochenlöcher um die Implantate wird sondiert. Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht beschrieben.

Diese Arbeit wurde von der ITI Foundation, Basel, finanziert.

Bereich: Implantologie, Zahnmedizin

Originaltitel: The influence of different abutment materials on tissue regeneration after surgical treatment of peri-implantitis - a randomized controlled preclinical study

Autoren: Tobias Moest (1)*, Jan Wrede (1), Christian Martin Schmitt (1), Melanie Stamp (2), Friedrich Wilhelm Neukam (1), Karl Andreas Schlegel (1)

Institute: (1) Zahn-Mund-Kieferklinik (ZMK), Universitätsklinikum Erlangen, Glückstr. 11, 91054 Erlangen, (2) Experimentalphysik I, Universität Augsburg

Zeitschrift: Journal of Cranio-Maxillofacial Surgery 2017: 45; 1190-1196

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4808



Dokument 277Titel: Eine 90-Tage-Giftigkeitsstudie bei oraler Einnahme von Dacryopinax spathularia bei Beagle-Hunden
Hintergrund: An Hunde wird die subchronische Giftigkeit eines essbaren Pilzes getestet, der in Lebensmitteln zugesetzt werden soll. Vorausgegangen sind zahlreiche Studien an Ratten zur akuten und subchronischen Giftigkeit sowie zur Haut- und Augenreizung.
Tiere: 36 Hunde (Beagles)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Giftigkeitsstudie wird von der Firma IMD Natural Solutions GmbH, Dortmund, bei Charles River Laboratories Ashland, in den USA in Auftrag gegeben.

Die 18 männlichen und 18 weiblichen Beagle-Hunde stammen aus der Versuchstierzucht Marshall BioResources, North Rose, NY, USA. Die Tiere werden in 4 Gruppen eingeteilt. Drei Gruppen bekommen einen essbaren Pilz in Kapselform 90 Tage lang täglich eingegeben. Jede Gruppe erhält dabei eine andere Konzentration des Pilzes. Die Hunde der vierten Gruppe (Kontrollgruppe) bekommen leere Kapseln verabreicht. Die Tiere werden täglich beobachtet, es sind keine Vergiftungserscheinungen festzustellen. Mehrfach werden Blutproben genommen. Nach 90 Tagen werden die Hunde durch Überdosis von Pentobarbital (Injektion in eine Vene) und Ausbluten getötet, um ihre inneren Organe zu untersuchen.

Bereich: Toxikologie

Originaltitel: A 90-day oral toxicity study of glycolipids from Dacryopinax spathularia in Beagle dogs

Autoren: Jens Bitzer (1), Thomas Henkel (1), Andrey I. Nikiforov (2)*, Marisa O. Rihner (2), Kim A. Henderson (3)

Institute: (1) IMD Natural Solutions GmbH, BioMedizinZentrum (BMZ), Wissenschafts- und Technologiecampus Dortmund, Otto-Hahn-Str. 15, 44227 Dortmund, (2) Toxicology Regulatory Services, Charlottesville, VA, USA, (3) Charles River Laboratories Ashland, Ashland, OH, USA

Zeitschrift: Food and Chemical Toxicology 2017: 109; 544-551

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4807



Dokument 278Titel: Der Gehalt an Hopfen (Humulus lupulus) in Bier hat Auswirkungen auf die Leber nach akuter Verabreichung bei weiblichen Mäusen
Hintergrund: Aus Bevölkerungsstudien ist bekannt, dass der Konsum von Schnaps für die Leber schädlicher ist als Bier. Hier soll untersucht werden, ob Hopfen im Bier für diesen Effekt verantwortlich ist.
Tiere: 48 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die weiblichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden bei Janvier S.A.S. in Frankreich gekauft. Die Tiere erhalten zwangsweise reinen Alkohol (Ethanol), Bier mit Hopfen, Bier ohne Hopfen (EKU Pils der Kulmbacher Brauerei AG) oder Maltodextrin (Stärkelösung). Wie den Tieren der Alkohol verabreicht wird, wird nicht erwähnt, vermutlich per Schlundsonde. Die Konzentration des reinen Alkohols, mit 6 g/kg Gewicht, liegt unterhalb einer für Mäuse tödlichen Dosis. Die Tiere sind in den nächsten Stunden träge, aber bei Bewusstsein. Zwei oder 12 Stunden später werden unter Betäubung jeweils einige Mäuse auf nicht genannte Art getötet. Leber und Darm werden entnommen und untersucht.

Die Arbeit wird von der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V. unterstützt.

Bereich: Alkoholforschung

Originaltitel: Hops (Humulus lupulus) content in beer modulates effects of beer on the liver after acute ingestion in female mice

Autoren: Marianne Landmann (1,2), Cathrin Sellmann (1), Anna Janina Engstler (1), Doreen Ziegenhardt (1), Finn Jung (1), Christine Brombach (2), Ina Bergheim (1)*

Institute: (1) Fakultät für Ernährungswissenschaften, Modellsysteme molekularer Ernährungsforschung, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dornburger Str. 25-29, 07743 Jena, (2) Fakultät für Ernährungswissenschaften, Angewandte Ernährungsforschung, Biochemie und Physiologie der Ernährung, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Zeitschrift: Alcohol and Alcoholism 2017: 52(1); 48-55

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4806



Dokument 279Titel: Bier ist weniger schädlich für die Leber als reines Ethanol: Studien an männlichen Mäusen mit einem Binge-Drinking-Modell
Hintergrund: Aus Bevölkerungsstudien ist bekannt, dass der Konsum von Schnaps für die Leber schädlicher ist als Bier. Hier sollen die Vorgänge in der Leber bei männlichen Mäusen untersucht werden, denen eine einzige Dosis reiner Alkohol oder Bier verabreicht wird. Die Autoren hatten den gleichen Versuch schon mit weiblichen Mäusen durchgeführt und kündigen Langzeitversuche an.
Tiere: 36 Mäuse
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die männlichen Mäuse der Zuchtlinie C57BL/6 werden bei Janvier S.A.S. in Frankreich gekauft. Die Tiere erhalten zwangsweise reinen Alkohol (Ethanol), Bier oder Maltodextrin (Stärkelösung). Wie den Tieren der Alkohol verabreicht wird, wird nicht erwähnt, vermutlich per Schlundsonde. Bei dem Bier handelt es sich um EKU Pils der Kulmbacher Brauerei AG. Die Konzentration des reinen Alkohols, mit 6 g/kg Gewicht, liegt unterhalb einer für Mäuse tödlichen Dosis. Die Tiere sind in den nächsten Stunden träge, aber bei Bewusstsein. Sechs oder 12 Stunden später werden unter Betäubung jeweils 6 Mäuse auf nicht genannte Art getötet. Leber und Darm werden entnommen und untersucht.

Die Arbeit wird von der Wissenschaftsförderung der Deutschen Brauwirtschaft e. V. unterstützt.

Bereich: Alkoholforschung

Originaltitel: Beer is less harmful for the liver than plain ethanol: studies in male mice using a binge-drinking model

Autoren: Marianne Landmann (1), Sabine Wagnerberger (2), Giridhar Kanuri (1), Doreen Ziegenhardt (1), Ina Bergheim (1)*

Institute: (1) Fakultät für Ernährungswissenschaften, Modellsysteme molekularer Ernährungsforschung, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dornburger Str. 25-29, 07743 Jena, (2) Institut für Ernährungsmedizin, Universität Hohenheim, Stuttgart

Zeitschrift: Alcohol and Alcoholism 2015: 50(5);493-500

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4805



Dokument 280Titel: Niedrige Sulfidkonzentrationen und eine hohe Aktvierung der Cystathion-ß-Synthetase (CBS) durch S-Adenosylmethionin (SAM) beim langlebigen Nacktmull
Hintergrund: Vergleich der Sulfidkonzentration im Blut von verschiedenen Tierarten, die unterschiedlich alt werden können.
Tiere: 60 Tiere verschiedener Arten (10 Nacktmulle, 35 Graumulle, 21 Mäuse, 4 Meerschweinchen)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Nacktmulle (Heterocephalus glaber) werden am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin gezüchtet und gehalten. Die Meerschweinchen stammen aus der Versuchstierzucht Harlan Laboratories, Venray, Niederlande und werden ebenfalls Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin gehalten. Die Nacktmulle zweier Arten (16 Fukomys Micklemi, und 19 Fukomys mechowii) werden am Institut für Allgemeine Zoologie, Universität Duisburg-Essen gehalten. Die Mäuse werden am Center for Sepsis Control and Care Jena gehalten. Die Versuche werden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) Berlin, dem Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) sowie dem Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, Bad Langensalza, genehmigt.

Die Nacktmulle sind im Durchschnitt 44 Monate alt, die Graumulle 31 bzw. 56 Monate, die Mäuse 9 und die Meerschweinchen 12 Monate.

Den Tieren werden unter Betäubung Blutproben entnommen: Nacktmulle und Meerschweinchen durch Stich ins Herz (Herzpunktion), Graumulle aus einer Vene und den Mäusen aus dem Venengeflecht hinter dem Auge. Außerdem werden Blutproben von Menschen verwendet. Die Blutproben werden auf die Konzentration von Sulfid untersucht. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht beschrieben.

Die Arbeit wurde durch die Leibniz-Gesellschaft und die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Altersforschung, Biologische Grundlagenforschung, Tierphysiologie

Originaltitel: Low sulfide levels and a high degree of cystathione ß-synthase (CBS) activation by s-adenosylmethionine (SAM) in the long-lived naked mole-rat

Autoren: Maja Dziegelewska (1)*, Susanne Holtze (2), Christiane Vole (3), Ulrich Wachter (4), Uwe Menzel (5), Michaela Morhart (2), Marco Groth (1), Karol Szafranski (1), Arne Sahm (1), Christoph Sponholz (1,6), Philip Dammann (3, 7), Klaus Huse (1), Thomas Hildebrandt (2), Matthias Platzera (1)

Institute: (1) Genomanalyse, Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI), Beutenbergstraße 11, 07745 Jena, (2) Reproduktionsmanagement, Leibniz-Institut für Zoo & Wildtierforschung, Alfred-Kowalke-Straße 17, 10315 Berlin, (3) Institut für Allgemeine Zoologie, Universität Duisburg-Essen, Essen, (4) Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum, Ulm, (5) Leibniz-Institute für Naturprodukteforschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena, (6) Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum, Jena, (7) Zentrales Tierlabor, Universitätsklinikum, Universität Duisburg-Essen, Essen

Zeitschrift: Redox Biology 2016: 8; 192-198

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4804



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