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Datenbank Tierversuche

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Dokument 231Titel: Neuronale Kodierung der beabsichtigten und ausgeführten Greifkraft in den Makakenbereichen AIP, F5 und M1
Hintergrund: Messung von Nervenströmen bei Rhesusaffen, die bestimmte Greifbewegungen mit einer Hand machen.
Tiere: 2 Affen (Rhesusaffen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Der Versuch wird von der Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) genehmigt. Die Genehmigungsnummer wird nicht genannt. Einem männlichen und einem weiblichen Rhesusaffen wird ein Kopfhalter aus Titan auf dem Schädel implantiert. Ein Affe wird in einem Primatenstuhl an dem Kopfhalter fixiert und trainiert mit der linken oder rechten Hand einen Griff zu fassen. Der Handgriff wird vor den Affen auf Brusthöhe in einer Entfernung von 26 cm gestellt und kann entweder mit einem Kraftgriff (Widerstand von Fingern und Handfläche) oder einem Präzisionsgriff (Widerstand von Zeigefinger und Daumen) gegriffen werden. Der für die Versuche nicht benötigte Arm wird bei dem einen Affen in eine lange Röhre gesteckt, um zu verhindern, dass er ihn bewegt. Der andere Affe wird trainiert, den Arm auf einem Handrastknopf still zu halten.

Haben die Affen die Aufgabe gelernt, werden jedem Affen zwei Mikroelektrodenarrays auf dem Schädel implantiert. Dies sind Platten mit je 32 Elektroden, die durch ein Bohrloch im Schädelknochen in das Gehirn eingelassen werden. Die Affen dürfen sich 2 Wochen erholen bevor die Versuche mit den Aufnahmen beginnen. Dabei werden über die Elektroden Hirnströme gemessen, während die Tiere mit dem Arm Greifbewegungen machen.

Die Tiere werden Mittels Lichtpunkten angewiesen, welchen Grifftyp sie machen sollen. Abgesehen von diesen Lichtquellen ist der Experimentierraum völlig dunkel. Als „Trainingsmethode“ wird Flüssigkeitsentzug angewendet, d.h, die Affen werden außerhalb der Versuche durstig gehalten und bekommen für eine richtig erledigte Aufgabe etwas Flüssigkeit in den Mund. Greift ein Affe zu früh, zu spät oder falsch, gibt es nichts zu trinken. Es wird nicht erwähnt, was mit den Tieren nach den Versuchen geschieht.

Die Arbeit wurde von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.

Bereich: Hirnforschung

Originaltitel: Neural coding of intended and executed grasp force in macaque areas AIP, F5, and M1

Autoren: Rijk W. Intveld (1), Benjamin Dann (1), Jonathan A. Michaels (1,2), Hansjörg Scherberger (1,3)

Institute: (1) Deutsches Primatenzentrum GmbH, Kellnerweg 4, 37077 Göttingen, (2) Department of Electrical Engineering, Stanford University, Stanford, CA, USA, (3) Fakultät für Biologie und Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen

Zeitschrift: Scientific Reports 2018; 8: 17985. doi: 10.1038/s41598-018-35488-z

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4997



Dokument 232Titel: Persistente und vorübergehende MRSA-Besiedlung von Ferkeln in einem neu etablierten Tiermodell
Hintergrund: In der Studie wird untersucht, ob Bakterien (MRSA) Ferkel über die Atemluft besiedeln können.
Tiere: 36 Schweine
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Studie wird vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGESO) in Berlin unter der Nummer G 0403/12 genehmigt. Woher die 21-Tage alten Ferkel stammen, wird nicht erwähnt. Die Tiere werden in der Versuchstieranlage des Zentrums für Infektionsmedizin der Veterinärmedizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin untergebracht. Je neun Tiere werden zusammen für 24 Stunden in einer speziellen Klimakammer gehalten, in der ihnen bestimmte Bakterien (Methicillin resistente Staphylococcus aureus - MRSA) über die Atemluft zugeführt werden. Dies geschieht bei drei Gruppen in unterschiedlichen Konzentrationen. Eine Gruppe Ferkel erhält als Kontrolle Atemluft ohne Bakterien. In den folgenden 21 Tagen werden bei den Tieren mehrere Tupferproben von Nase, Rachen, Bindehaut und After genommen. Am 21. Tag werden alle Schweine getötet und untersucht.

Die Arbeit wurde teilweise vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) finanziert.

Bereich: Bakteriologie, Tierseuchenforschung

Originaltitel: Persistent and transient airborne MRSA colonization of piglets in a newly established animal model

Autoren: Kerstin Rosen (1)*, Uwe Roesler (1), Roswitha Merle (2), Anika Friese (1)

Institute: (1) Institut für Tier-und Umwelthygiene, Freie Universität Berlin, Robert-von-Ostertag-Str. 7-13, 14163 Berlin, (2) Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie, Freie Universität Berlin, Berlin

Zeitschrift: Frontiers in Microbiology 2018; 9 (1542): doi: 10.3389/fmicb.2018.01542

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4996



Dokument 233Titel: Unterschiedliche Ergebnisse der experimentellen Hepatitis-E-Virusinfektion bei verschiedenen Mausstämmen, Wistar-Ratten und Kaninchen
Hintergrund: Bisher wurden für eine experimentelle Hepatitis-E-Virus-Infektion nur Schweine und Primaten verwendet, da sich das Virus in anderen Tieren nicht vermehren kann. In dieser Arbeit wird versucht, ein anderes Tiermodell zu entwickeln.
Tiere: 107 Tiere verschiedener Arten (46 Mäuse, 47 Ratten, 14 Kaninchen)
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit der Nummer LALLF MV /TSD/7221.3-2.1.-014/10 genehmigt. Drei genmanipulierte Mäuselinien, die ein geschwächtes Immunsystem aufweisen, sowie eine nicht manipulierte „Wildtyp“-Linie werden am Friedrich-Loeffler-Institut, Insel Riems, gezüchtet. Eine Mäuselinie (Nacktmäuse ohne Thymusdrüse) wird bei Charles River in Sulzfeld gekauft. Wistar-Ratten werden von Harlan Laboratories in den Niederlanden bezogen. Die Kaninchen stammen aus der Tierzuchtanlage des Friedrich-Loeffler-Instituts, Insel Riems.

Das Hepatitis-E-Virus wird aus Wildschweinen isoliert und allen Tieren in die Schwanzvene (Mäuse, Ratten) oder Ohrvene (Kaninchen) gespritzt und/oder per Schlundsonde oral eingegeben. Manche Kaninchen werden vorher geimpft. Einige Ratten erhalten vor der Infektion Kortison unter die Haut gespritzt, um ihr Immunsystem zu schwächen.

Alle Tiere werden zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Infektion unter Anästhesie durch Ausbluten getötet. Bei den Mäusen, selbst bei denen mit Immunschwäche, kann kein Virus gefunden werden. Dass sich Mäuse nicht mit dem Schweinevirus infizieren lassen, war durch andere Studien bekannt. Dasselbe gilt für die Ratten. Bei den Kaninchen sind die geimpften Tiere ebenfalls frei vom Virus, bei den nicht geimpften Tiere finden sich Viren in der Leber und Galle.

Bereich: Virologie

Originaltitel: Different outcomes of experimental hepatitis E virus infection in diverse mouse strains, Wistar rats, and rabbits

Autoren: Josephine Schlosser (1), Lisa Dähnert (1), Paul Dremsek (1), Kerstin Tauscher (2), Christine Fast (1), Ute Ziegler (1), Albrecht Gröner (3), Rainer G. Ulrich (1,4), Martin H Groschup (1,4), Martin Eiden (1)*

Institute: (1) Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger (INNT), Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald - Insel Riems, (2) Abteilung für experimentelle Tierhaltung und Biosicherheit (ATB), Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald - Insel Riems, (3) PathoGuard Consult, Seeheim-Jugenheim, (4) Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), Standort Hamburg-Lübeck-Borstel, Greifswald - Insel Riems

Zeitschrift: Viruses 2019; 11(1). doi: 10.3390/v11010001

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4995



Dokument 234Titel: Das traumatische Verletzungsmuster ist für die experimentelle (Poly-) Traumamodellierung ebenso relevant wie der Verletzungsschweregrad
Hintergrund: Vergleich verschiedener Traumamodelle bei Mäusen mit dem Ziel, das Leid der Tiere in solchen Tierversuchen zu reduzieren. Ergebnis der Studie ist, dass es den Tieren nach dem Trauma schlechter geht, als davor und je schwerer die Verletzung, desto schlechter geht es den Tieren.
Tiere: 165 Mäuse
Jahr: 2019

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit LAVES (Genehmigungsnummer 33.12-42502-04-13 / 1323) genehmigt. Die Tiere werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft und an der Medizinischen Hochschule Hannover gehalten. In zehn Gruppen eingeteilt werden den Mäusen unter Narkose 5 Einzelverletzungen (Monotrauma) und 3 Mehrfachverletzungen (Polytrauma) zugefügt. Zwei Gruppen dienen als Kontrolle. Bei den verursachten Verletzungen handelt es sich um: Fraktur des Oberschenkelknochens mit äußerer Fixierung (der Knochen wird durchgesägt und die Knochenenden durch Metallstreben zusammengehalten), Aufschneiden des Bauches, Blutungsschock (es wird Blut bis zu einem Blutdruck von 35 mm HG abgelassen und anschließend mit Kochsalzlösung vermischt wieder zurückinfundiert), Brustkorbtrauma (ein 300 g schweres Aluminiumgewicht wird aus 50 cm Höhe auf den Brustkorb fallen gelassen) und Weichteiltraume (ein 300 g schweres Aluminiumgewicht wird aus 120 cm Höhe auf beide Unterschenkel fallen gelassen). Bei den drei Polytraumagruppen werden die beschriebenen Verletzungen kombiniert. Unmittelbar nach der Operation wachen die Tiere auf und haben freien Zugang zu Wasser mit Schmerzmittel und Futter. Der Gesundheitszustand der Mäuse wird mit einem Punkteschema beurteilt, das von sehr aktiv (6 Punkte) über reduzierte Aktivität und lethargisch bis zu sterbend (1 Punkt) reicht.

19 Mäuse sterben während der Operation oder unmittelbar danach unter anderem an Herzriss, Riss der Herzarterie oder Lungenquetschung. Sechs Stunden nach dem Aufwachen werden die überlebenden Tiere unter Narkose getötet. Das Blut der Tiere wird untersucht.

Bereich: Traumaforschung, Chirurgie, Notfallmedizin

Originaltitel: Traumatic injury pattern is of equal relevance as injury severity for experimental (poly)trauma modeling

Autoren: Bing Yang (1), Katrin Bundkirchen (1), Christian Krettek (1), Borna Relja (2), Claudia Neunaber (1)*

Institute: (1) Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Unfallchirurgie, Experimentelle Unfallchirurgie, Labor für Muskulo-Skeletales Trauma & Regenerative Therapien, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, (2) Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Goethe Universität Frankfurt am Main, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main

Zeitschrift: Scientific Reports 2019; 9(1): 5706. doi: 10.1038/s41598-019-42085-1

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4994



Dokument 235Titel: Echo-akustischer Fluss formt die Objektdarstellung in einer räumlich komplexen akustischen Umgebung
Hintergrund: Wie schaffen es Fledermäuse, aus einer Vielzahl von zurückkommenden Echolauten, sich auf ein bestimmtes Objekt zu konzentrieren?
Tiere: 3 Fledermäse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-147-13 genehmigt. Die drei weiblichen kleinen Lanzennasen (Phyllostomus discolor) stammen aus der Zuchtkolonie der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Unter Narkose wird die Haut über dem Schädel aufgeschnitten. Auf den Schädelknochen wird ein Metallröhrchen geklebt, an dem später der Kopf des Tieres an einem Gestell fixiert werden kann. Für Details der Operation wird auf Arbeiten aus den Jahren 2008 und 1986 verwiesen. Offensichtlich werden Löcher in den Schädel gebohrt, um Elektroden im Hirngewebe zu implantieren. Die Tiere erhalten anschließend 4 Tage lang Schmerzmittel und Antibiotika verabreicht.

Über 8 Wochen, an drei Tagen pro Woche, bis zu 5 Stunden täglich finden Nervenableitungen statt. Die Fledermäuse werden jedes Mal dafür in Narkose gelegt. Über Kopfhörer werden den Tieren typische Echolokalisationslaute von Kleinen Lanzennasen vorgespielt. Diese bestehen jeweils aus einem Paar: ein Impuls und das von einem Objekt zurückkommende Echo. So wird eine virtuelle räumliche Landschaft simuliert. Gleichzeitig werden über die Elektroden Nervenströme gemessen. Im ersten Teilexperiment wird das Echo künstlich um 1-29 ms verzögert, um so eine größere Entfernung eines Objekts zu simulieren. Im zweiten Teilexperiment werden Echolaute von Fledermäusen vorgespielt, die auf 2 Objekte zufliegen.

Am Ende der Messungen wird bei den Tieren eine Markierungssubstanz ins Gehirn injiziert, mit der nach Tötung der Tiere evaluiert werden kann, ob die Elektroden an der richtigen Stelle gesessen haben. Dann werden die Tiere durch Injektion von Pentobarbital in die Bauchhöhle getötet. Das Gehirn wird untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der TU München unterstützt.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Echo-acoustic flow shapes object representation in spatially complex acoustic scenes

Autoren: Wolfgang Greiter*, Uwe Firzlaff

Institute: Lehrstuhl für Zoologie, Technische Universität, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising-Weihenstephan

Zeitschrift: Journal of Neurophysiology 2017; 117(6): 2113-2124

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4993



Dokument 236Titel: Darstellung des dreidimensionalen Raums in der Hörrinde der echolokalisierenden Fledermaus P. discolor
Hintergrund: Wie verarbeitet das Fledermausgehirn einen dreidimensionalen Raum?
Tiere: 3 Fledermäse
Jahr: 2017

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der Regierung von Oberbayern unter der Nummer 55.2-1-54-2532-147-13 genehmigt. Die drei männlichen kleinen Lanzennasen (Phyllostomus discolor) stammen aus der Zuchtkolonie der Fakultät für Biologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Unter Narkose wird die Haut über dem Schädel aufgeschnitten. Auf den Schädelknochen wird ein Metallröhrchen geklebt, an dem später der Kopf des Tieres an einem Gestell fixiert werden kann. Für Details der Operation wird auf Arbeiten aus dem Jahr 2008 verwiesen. Offensichtlich werden Löcher in den Schädel gebohrt, um Elektroden im Hirngewebe zu implantieren. Die Tiere erhalten anschließend 4 Tage lang Schmerzmittel und Antibiotika verabreicht.

Über 8 Wochen, an drei Tagen pro Woche, bis zu 5 Stunden täglich finden Nervenableitungen statt. Die Fledermäuse werden jedes Mal dafür in Narkose gelegt. Über Kopfhörer werden den Tieren typische Echolokalisationslaute von Kleinen Lanzennasen vorgespielt. Diese bestehen jeweils aus einem Paar: ein Impuls und das von einem Objekt zurückkommende Echo. So wird eine virtuelle räumliche Landschaft simuliert. Gleichzeitig werden über die Elektroden Nervenströme gemessen.

Am Ende der Messungen wird bei den Tieren eine Markierungssubstanz ins Gehirn injiziert, mit der nach der Tötung der Tiere evaluiert werden kann, ob die Elektroden an der richtigen Stelle gesessen haben. Dann werden die Tiere durch Injektion von Pentobarbital in die Bauchhöhle getötet. Das Gehirn wird untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der TU München unterstützt.

Bereich: Tierphysiologie, Neurophysiologie

Originaltitel: Representation of three-dimensional space in the auditory cortex of the echolocating bat P. discolour

Autoren: Wolfgang Greiter, Uwe Firzlaff*

Institute: Lehrstuhl für Zoologie, TUM School of Life Sciences Weihenstephan, Technische Universität, Liesel-Beckmann-Str. 4, 85354 Freising-Weihenstephan

Zeitschrift: PLOS One 2017; 12(8): e0182461

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4992



Dokument 237Titel: Injektion des DHODH-Hemmers P-001 ins Auge unterdrückt das Wiederkehren einer experimentellen Augenentzündung (Uveitis) und die Zytokinproduktion von menschlichen Lymphozyten, aber nicht RPE-Zellen
Hintergrund: Test eines neuen Wirkstoffs gegen Augenentzündung.
Tiere: 46 Tiere verschiedener Arten (30 Ratten, 16 Kaninchen)
Jahr: 2018

Versuchsbeschreibung: Die Ratten der Zuchtlinie Lewis werden von Janvier, Le-Genest-St-Isle, Frankreich, bezogen und in „unserer Kolonie“ gezüchtet. Damit ist sehr wahrscheinlich die Augenklinik der Universität München gemeint. Die Holländerkaninchen stammen aus der Zucht Western Oregon Rabbit Company und die Versuche finden bei der Firma Absorption Systems Inc., San Diego, USA, unter Federführung der österreichischen Firma Panoptes Pharma GmbH statt.

Bei den Ratten wird eine Autoimmunreaktion im Auge ausgelöst, d.h. die körpereigene Immunabwehr wird dazu gebracht, das eigene Gewebe im Auge anzugreifen. Dazu wird eine Mischung aus einem menschlichen Eiweiß, das reizende Mineralöl Freunds Adjuvans und abgetötete Tuberkulosebakterien unter die Haut beider Hinterbeine gespritzt. Die Augen werden täglich auf Entzündungserscheinungen untersucht. Die Injektion verursacht eine Uveitis, d.h. eine Entzündung von Strukturen im Auge, die alle paar Tage aufflammt und wieder abklingt. Dann wird der Hälfte der Ratten ein Testwirkstoff unter Narkose durch die Hornhaut direkt ins Auge injiziert. Die andere Hälfte bekommt eine wirkungslose Flüssigkeit injiziert. Mindestens 31 Tage werden die Augen täglich untersucht. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht beschrieben.

Die Kaninchen bekommen den Testwirkstoff unter Narkose ins Auge gespritzt. Alle zwei Stunden werden zwei Kaninchen durch Injektion eines Barbiturates getötet, um die Verteilung der Testsubstanz im Auge zu untersuchen.

Es werden auch eine Reihe von In-vitro-Experimenten mit Augen Verstorbener und menschlichen Zelllinien gemacht.

Die Arbeit wurde durch die Panoptes Pharma GmbH und den EYEnovative Förderpreis unterstützt.

Bereich: Augenheilkunde

Originaltitel: Intraocular DHODH-inhibitor PP-001 suppresses relapsing experimental uveitis and cytokine production of human lymphocytes, but not of RPE cells

Autoren: Maria Diedrichs-Möhring (1), Sandy Niesik (1,2), Claudia S. Pringlinger (3), Stephan R. Thurau (1), Franz Obermayr (4), Stefan Sperl (4), Gerhild Wildner (1)*

Institute: (1) Abteilung Immunobiologie, Augenklinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Mathildenstr. 8, 80336 München, (2) Abteilung Virus-assoziierte Karzinogenese, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, (3) Augenklinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, (4) Panoptes Pharma GmbH, Wien, Österreich

Zeitschrift: Journal of Neuroinflammation 2018; 15: 54. DOI 10.1186/s12974-018-1088-6

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4991



Dokument 238Titel: TGN1412 bewirkt eine Verminderung der Lymphozyten und eine Ausschüttung von humanen Zytokinen bei einem humanisierten Mausmodell
Hintergrund: Als im März 2006 der monoklonale Antikörper TGN1412 erstmal an Probanden getestet wurde, kam es zu katastrophalen Nebenwirkungen in Form einer massiven überschießenden Reaktion des Immunsystems. Zuvor war die Substanz an Rhesus- und Javaneraffen in 500-fach höhere Dosierung erfolgreich erprobt worden. Die Katastrophe mündete in einer Debatte, ob Tierversuche die Reaktion des Menschen vorhersagen können. In dieser Arbeit wird nun versucht, Abhilfe zu schaffen, indem ein humanisiertes „Mausmodell“ vorgestellt wird, das mit sehr starken Reaktionen auf TGN1412 und einen anderen Antikörper reagiert.
Tiere: 784 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigung erfolgt durch das Regierungspräsidium Darmstadt unter der Nummer F107/86. Es werden genmanipulierte und nicht manipulierte Mäuse verwendet, die an der Zentralen Tierhaltung des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen gezüchtet werden. Beide Zuchtlinien haben ein vermindertes Immunsystem und stoßen fremde Zellen nicht ab. Zunächst werden die Mäuse „humanisiert“. Dazu wird aus dem Blut gesunder menschlicher Spender weiße Blutkörperchen gewonnen, die den Mäusen in die Schwanzvene injiziert werden. Nach 8 und 16 Tagen werden jeweils einige Mäuse getötet, um festzustellen, ob sich menschliche weiße Blutkörperchen in Leber, Milz, Lymphknoten und im Blut befinden. Bei mehr als 15% gelten sie als „humanisiert“.

Dann wird Gruppen von Mäusen TGN1412 oder OKT3 in eine Vene injiziert. Beides sind therapeutische Antikörper, die bei Menschen schwere Nebenwirkungen gezeigt hatten. Die Mäuse zeigen innerhalb von 2-6 Stunden schwerste Krankheitsanzeichen wie reduzierte Bewegung, gesträubtes Fell und massiv erniedrigte Körpertemperatur. Alle Tiere sterben innerhalb von 6 Stunden oder werden getötet, wenn schwere Symptome sichtbar sind. Vor der Injektion, nach 2 und 6 Stunden werden Blutproben genommen. Die inneren Organe der toten Mäuse werden auf das Vorhandensein von menschlichen Blutzellen untersucht. Zur Kontrolle werden Gruppen von Mäusen mit einer niedrigen Dosis TGN1412, einem harmlosen Antikörper oder einer wirkungslosen Flüssigkeit injiziert. Diese Mäuse zeigen keine Krankheitsanzeichen. Sie werden nach 6 Stunden getötet. Manche Experimente werden bis zu 13-mal wiederholt, wodurch eine sehr hohe Anzahl an Mäusen zustande kommt.

Bereich: Immunologie

Originaltitel: TGN1412 induces lymphopenia and human cytokine release in a humanized mouse model

Autoren: Sabrina Weißmüller (1), Stefanie Kronhart (1), Dorothee Kreuz (2), Barbara Schnierle (3), Ulrich Kalinke (4), Jörg Kirberg (2), Kay-Martin Hanschmann (5), Zoe Waibler (1)*

Institute: (1) Junior-Forschungsgruppe „Neuartige Impfstrategien & frühe Immunantwort“, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, (2) Abteilung Immunologie, Paul-Ehrlich-Institut, Langen, (3) Abteilung Virologie, Paul-Ehrlich-Institut, Langen, (4) Institut für Experimentelle Infektionsforschung, TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung – ein Joint-Venture zwischen der Medizinischen Hochschule Hannover und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), Hannover, (5) Abteilung Biostatistik, Paul-Ehrlich-Institut, Langen

Zeitschrift: PLOS One 2016. Doi:10.1371/journal.pone.0149093

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4990



Dokument 239Titel: Biosensor für Leberzellschäden korrespondiert mit einem experimentellen Bewertungssystem einer Bilharziose der Leber und Milz bei der Maus
Hintergrund: Vorstellung eines Bewertungssystems für die Beurteilung von Leberschäden nach einer experimentellen Infektion mit der Tropenkrankheit Bilharziose.
Tiere: 23 Mäuse
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden unter der Nummer 7221.3-2.5-003/10 genehmigt, die Behörde wird nicht genannt. Pärchenegel, Erreger der Tropenkrankheit Bilharziose, werden in einem Zyklus mit Wasserschnecken und Mäusen gehalten. Aus Eiern des Pärchenegels schlüpfen Larven, die in Schnecken eindringen. In diesen vermehren und entwickeln sich die Larven zu Zerkarien, die von den Schnecken ins Wasser ausgeschieden werden. Die Zerkarien schwimmen im Wasser und dringen durch die Haut eines Tieres, hier Mäusen, wo sie in Blutgefäße der Leber wandern und zu ausgewachsenen Leberegeln werden. Sie paaren sich und geben Eier ab, die über den Dickdarm ins Wasser ausgeschieden werden.

Für die Versuche werden 23 Mäuse verwendet. Jeweils 9 Mäuse werden mit 50 oder 100 Zerkarien (mittlere und schwere Infektion) infiziert, indem sie in Wasser voller Zerkarien gesetzt werden. 5 Mäuse bleiben als Kontrolle ohne Infektion. 12 Wochen nach der Infektion werden alle Mäuse unter Betäubung mittels Genickbruch getötet, ihre Lebern und Milzen werden untersucht.

Bereich: Parasitologie, Infektionsforschung

Originaltitel: Biosensor for hepatocellular injury corresponds to experimental scoring of hepatosplenic schistosomiasis in mice

Autoren: Martina Sombetzki (1), Nicole Koslowski (1), Sandra Doss (2), Micha Loebermann (1), Michael Trauner (3), Emil C. Reisinger (1)*, Martin Sauer (4)

Institute: (1) Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten, Zentrum für Innere Medizin II, Universität Rostock, Ernst-Heydemann-Straße 6, 18057 Rostock, (2) Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, Leipzig, (3) Hans Popper Laboratory für Molekulare Hepatologie, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, (4) Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Medizinische Fakultät der Universität Rostock, Rostock

Zeitschrift: BioMed Research International 2016. DOI: 10.1155/2016/1567254

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4989



Dokument 240Titel: Genpolymorphismus in den Mitochondrien verändert den Energiestoffwechsel der Leberzellen und verschlimmert eine Nahrungsmittel-bedingte nicht-alkoholische Fettleber-Hepatitis
Hintergrund: Vorgänge im Zellstoffwechsel bei der Entstehung einer nicht-alkoholischen Fettleber.
Tiere: 160 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Genehmigungsnummer einer nicht genannten Behörde lautet: 73-5/12. Die Versuche finden an der Universität Lübeck statt. Es werden Inzuchtmäuse verwendet, die einen bestimmten Gendefekt im Zellstoffwechsel haben sowie Mäuse, die diesen Defekt nicht haben. Mäuse beider Zuchtlinien erhalten ab einem Alter von 4 Wochen Futter, dem die Aminosäure Methionin und die vitaminähnliche Substanz Cholin fehlen. Kontrollgruppen werden mit normalem Futter ernährt. Nach 8 Wochen werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet, um ihre Lebern zu untersuchen. In einem zweiten Experiment werden Mäuse beider Zuchtlinien 12 Wochen lang entweder normal oder mit einer „Westlichen Diät“ ernährt. Diese ist stark angereichert mit Butterfett und Cholesterin. Zu Trinken gibt es mit Fruchtzucker angereichertes Wasser. Nach 12 Wochen werden die Mäuse getötet, um ihre Lebern zu untersuchen.

Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Stoffwechselforschung, Leberforschung, Innere Medizin

Originaltitel: Mitochondrial gene polymorphisms alter hepatic cellular energy metabolism and aggrevate diet-induced non-alcoholic steatohepatitis

Autoren: Torsten Schröder (1,2), David Kucharczyk (1), Florian Bär (1), René Pagel (1,4), Stefanie Derer (1), Sebastian Torben Jendrek (1,4), Annika Sünderhauf (1), Ann-Kathrin Brethack (1), Misa Hirose (3), Steffen Möller (3,11), Axel Künstner (3,12), Julia Bischof (3), Imke Weyers (4), Jörg Heeren (5), Dirk Koczan (6), Sebastian Michael Schmid (1), Senad Divanovic (7), Daniel Aaron Giles (7), Jerzy Adamski (8,9,10), Klaus Fellermann (1), Hendrik Lehnert (1), Jörg Köhl (2,7), Saleh Ibrahim (3), Christian Sina(1)*

Institute: (1) Medizinische Klinik I, Universität zu Lübeck, Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck, (2) Institut für Systemische Entzündungsforschung, Universität zu Lübeck, Lübeck, (3) Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität zu Lübeck, Lübeck, (4) Institut für Anatomie, Universität Lübeck, Lübeck, (5) Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, (6) Institute für Immunologie, Universität Rostock, Rostock, (7) Cincinnati Children's Hospital Research Foundation, University of Cincinnati, Division of Immunobiology, Cincinnati, OH, USA, (8) Helmholtz-Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Zentrum für Genomanalyse, Neuherberg, (9) Lehrstuhl für Experimentelle Genetik, Technische Universität München, Freising-Weihenstephan, (10) Deutsches Diabetes-Forschungszentrum (DZD), Neuherberg, (11) Institut für Biostatistik und Informatik in Medizin und Altersforschung, Universitätsklinikum Rostock, Rostock, (12) Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Gastgruppe Evolutionäre Genomik, Plön

Zeitschrift: Molecular Mechanism 2016; 5: 283-295

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4988



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