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Datenbank Tierversuche

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Dokument 1021Titel: Ungewöhnliche zweiphasige Krankheit bei Haustauben (Columba livia f. domestica) nach einer experimentellen Infektion mit Sarcocystis calchasi
Hintergrund: Bei Brieftauben in Berlin ist eine neue tödliche Krankheit aufgetreten, die in dieser Studie experimentell untersucht wird.
Tiere: 18 Tiere verschiedener Arten (17 Tauben, 10 Hühner, 1 Habicht)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Das Muskelfleisch einer 2008 in Berlin natürlich mit einem einzelligen Muskelparasiten infizierten Taube wird an einen Habicht verfüttert. Der Habicht wird getötet und aus dem Darm des Tieres werden die Parasiten isoliert. Die Parasiten werden mit Wasser gemischt und 16 Tauben in den Kropf eingegeben. Jeweils zwei Tauben erhalten eine andere Dosierung. Je zwei Hühnern werden die Parasiten ebenfalls in unterschiedlichen Dosierungen eingegeben. Eine Taube wird nicht infiziert und mit einer der niedrig dosierten Taubengruppen zusammengehalten. Die Tauben mit den niedrigen Dosierungen sind um den 10.-11. Tag nach der Infektion apathisch und scheiden vermehrt Harn aus. Die Tiere der mittleren Dosierung sind erst apathisch und später (51.-57. Tag) treten schwere neurologische Symptome auf: Zittern, Schiefhaltung des Kopfes, Lähmungen der Beine und Flügel. Tauben, die eine hohe Dosis erhalten haben, sterben innerhalb von 10-12 Tagen. Die nicht infizierte Taube entwickelt die gleichen Symptome wie die infizierten Tiere in ihrer Gruppe. Tiere mit neurologischen Symptomen werden getötet. Die anderen Tauben werden ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt getötet, um die inneren Organe zu untersuchen. Leber und Milz sind stark zerstört. Die Parasiten finden sich auch in Lungen, Knochenmark und Blutgefäßen. Die Hühner erkranken nicht und werden nach bis zu 120 Tagen getötet.

Bereich: Veterinärparasitologie

Originaltitel: Unusual biphasic disease in domestic pigeons (Columba livia f. domestica) following experimental infection with Sarcocystis calchasi

Autoren: Philipp Olias (1)*, A.D. Gruber (1), A.O. Heydorn (2), A. Kohs (3), H.M. Hafez (3), M. Lierz (3,4)

Institute: (1) Institut für Veterinärpathologie, Freie Universität Berlin, Robert-von-Ostertag-Str. 15, 14163 Berlin, (2) Institut für Veterinärparasitologie, Freie Universität Berlin, Königsweg 67, 14163 Berlin, (3) Institut für Geflügelkrankheiten, Freie Universität Berlin, (4) Klinik für Vögel, Reptilien und Amphibien, Justus-Liebig-Universität Gießen

Zeitschrift: Avian Diseases 2010: 54, 1032-1037

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4195



Dokument 1022Titel: Rolle des Renin-Angiotensin-Aldosterone-Systems bei der Regulierung des arteriellen Blutdrucks nach einem geringfügigem Natriummangel im Körper: Bilanzstudie bei frei-beweglichen Hunden
Hintergrund: Wirkung eines Natriummangels auf die Blutdruckregulierung.
Tiere: 16 Hunde (Beagles)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden von der Genehmigungsbehörde in Berlin genehmigt. Die weiblichen Beagles werden zunächst chronisch instrumentiert. Unter Narkose werden ein Dauerkatheter (Plastikschlauch) in die Blase gelegt und zwei Katheter in die Aorta (Körperschlagader). Dazu wird der Bauch aufgeschnitten. Außerdem wird eine aufblasbare Manschette um die Aorta gelegt. Die Kabel von der Manschette und den Kathetern werden durch die Bauchhöhle und durch die Bauchwand nach außen geführt. Üblicherweise treten die Kabel zwischen den Schulterblättern nach außen. Der Austrittsort wird in dieser Arbeit nicht genannt. Die Hunde können sich 3 Wochen von der OP erholen.

Die Versuche finden in einem 9 qm großen Zwinger statt. Über einen Zeitraum von 4 Tagen werden die Hunde an Kabel angeschlossen, die über dem Zwinger hängen. So könne diverse Blutwerte und der Blutdruck kontinuierlich gemessen werden. Unter Lokalanästhesie wird ein Katheter durch die Bauchwand in die Bauchhöhle gestochen. Ein Liter einer Glukoselösung wird in die Bauchhöhle gepumpt. Nach 40 Minuten wird der Liter Flüssigkeit wieder abgesaugt, der Katheter wird entfernt. Durch diese Bauchhöhlenspülung soll das Natrium im Körper ausgespült werden. In den folgenden vier Tagen erhalten die Hunde, aufgeteilt in vier Gruppen, unterschiedliche Futterzusätze: Futter mit wenig oder viel Natrium, andere Hunde erhalten zusätzlich eine Hemmsubstanz, die das Blutdruck regulierende Hormonsystem hemmt. Am Ende der Versuche werden die Kabel entfernt und die Hunde werden in Privathand ermittelt

Bereich: Physiologie

Originaltitel: Role of the renin-angiotensin-aldosterone system for control of arterial blood pressure following moderate deficit in total body sodium: Balance studies in freely moving dogs

Autoren: Erdmann Seeliger*, Till Lunenburg, Mechthild Ladwig, H. Wolfgang Reinhardt

Institute: Institut für Physiologie, Charité:, Tucholskystr. 2, 10117 Berlin

Zeitschrift: Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology 2010: 37, e43-e51

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4194



Dokument 1023Titel: 5-HT6-Antagonismus vermindert einen durch einen Auslösereiz ausgelösten Kokainsuchtrückfall ohne die Kokainsucht zu verstärken
Hintergrund: Untersuchung der Mechanismen bei einem Kokainsuchtrückfall.
Tiere: 76 Ratten
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Versuche finden unter deutscher Federführung in Amsterdam statt. Die Ratten stammen von der Versuchstierfirma Harlan, Niederlande. Den Ratten wird ein Dauerkatheter (Plastikschlauch) in die rechte Halsvene gelegt. Die Tiere werden 10 Tage lang jeden Tag einzeln für 60 Minuten in eine Box gesetzt. In dieser befinden sich zwei Löcher in der Wand mit jeweils einer gelben, ausgeschalteten Lampe. Die Box ist mit einer roten Lampe erleuchtet. Die Ratte wird mit einem langen Schlauch über den Katheter in der Halsvene an ein Infusionsgerät angeschlossen. Ein Loch ist "aktiv" und eines "inaktiv". Steckt die Ratte ihre Nase in das inaktive Loch, passiert nichts. Steckt sie die Nase in das aktive Loch, erhält das Tier eine Dosis Kokain in die Blutbahn infundiert. Gleichzeitig erleuchtet die gelbe Lampe für 2 Sekunden und das rote Licht geht für 15 Sekunden aus. Die Ratte wird so kokainabhängig gemacht. Von Tag zu Tag steckt die Ratte die Nase immer häufiger in das aktive Loch, um so ihre Sucht zu befriedigen. Die Anzahl der Kokaininfusionen ist dabei auf 50 pro Tag begrenzt.

Ist die Ratte süchtig, erfolgt eine 15-tägige Entzugsphase. Das Tier wird jeden Tag für 60 Minuten in die Box gesetzt, ohne dass sie durch Nase-in-das-Loch-stecken eine Kokain-Dosis erhält. Nach dieser Phase werden das Rückfallverhalten getestet und der Einfluss zweier Wirkstoffe darauf. Gruppen von Ratten erhalten einen der Wirkstoffe in verschiedenen Dosierungen in die Bauchhöhle injiziert. Bei zwei Vergleichsgruppen wird ein wirkungsloses Lösungsmittel injiziert. Eine halbe Stunde später wird eine Ratte wieder in die Box gesetzt und an den Schlauch mit der Kokaininfusion angeschlossen. Die Löcher sind wieder in Funktion, d.h. steckt die Ratte ihre Nase in das aktive Loch, erhält sie eine Kokaindosis. Es wird ermittelt, ob die Wirkstoffe, die Anzahl der Nasenstupser verringert. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Bereich: Suchtforschung, Psychopharmakologie

Originaltitel: 5-HT6 antagonism attenuates cue-induced relapse to cocaine seeking without affecting cocaine reinforcement

Autoren: Marcel M. van Gaalen (1)*, Dustin Schetters (2), Anton N.M. Schoffelmeer (2), Taco J. De Vries (2)

Institute: (1) Neuroscience Research, GPRD, Abbott, 67008 Ludwigshafen, (2) Department of Anatomy and Neurosciences, Neuroscience Campus Amsterdam, VU University Medical Center Amsterdam, Niederlande

Zeitschrift: International Journal of Neuropsychopharmacology 2010: 13, 961-965

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4193



Dokument 1024Titel: Etablierung einer Resektion des linken, seitlichen Leberlappens mittels Nd:YAG-Laser – Vergleich eines offenen, laparoskopischen und Hand-assistierten Zugangs bei einem Schweinemodell
Hintergrund: Vergleich dreier Operationsmethoden bei einer Leberoperation.
Tiere: 15 Schweine (6-9 Monate, 42-58 kg)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die 15 Schweine werden in drei Gruppen eingeteilt. Bei den Tieren wird unter Narkose mittels Laser ein Teil der Leber entfernt, wobei drei unterschiedliche chirurgische Techniken zum Einsatz kommen. Bei einer Gruppe wird mit einem langen Schnitt der Bauch in der Mitte aufgeschnitten und die Operation auf herkömmliche Weise ausgeführt. Bei Gruppe zwei wird eine Laparoskopie durchgeführt. Dabei werden durch drei kleine Schnitte in der Bauchwand Instrumente und eine kleine Kamera in die Bauchhöhle eingeführt. Bei der dritten Gruppe werden zwei kleine und ein größerer Schnitt in die Bauchwand gemacht. Durch den größeren greift der Chirurg mit der Hand in die Bauchhöhle und unterstützt manuell die durch die beiden kleinen Löcher eingeführten Instrumente. Der Bauch wird wieder zugenäht. Die Schweine wachen aus der Narkose auf und werden 7 Tage lang beobachtet. Dann werden die Tiere getötet.

Bereich: Chirurgie

Originaltitel: Establishing Nd:YAG laser-based left lateral liver resection – Comparison of open, laparoscopic, and hand-assisted approach in a porcine model

Autoren: Sascha Santosh Chopra (1)*, Sven Christian Schmidt (1), Georg Wiltberger (1), Ulf Teichgräber (2), Guido Schumacher (1)

Institute: (1) Klinik für Allgemeine, Viszerale und Transplantationschirurgie, Charité: Universitätsmedizin, Augustenburger Platz 1 13353 Berlin, (2) Abteilung für Radiologie, Charité: Universitätsmedizin, Campus Mitte, Berlin

Zeitschrift: Surgery Laparoscopy Endoscopy & Percutaneous Techniques 2010: 20(2), 73-78

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4192



Dokument 1025Titel: Vergleich von Messgrößen der Hämatologie, Gerinnung und klinischen Chemie in Blutproben, die entweder aus der Unterzungenvene oder der Hohlvene von Sprague-Dawley-Ratten entnommen wurden
Hintergrund: Vergleich zweier Möglichkeiten der Blutprobengewinnung bei der Ratte.
Tiere: 46 Ratten
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Ratten werden von der Versuchstierzucht Charles River Laboratories, L’Arbresle, Frankreich, bezogen. Die Versuche wurden durch die zuständige Genehmigungsbehörde in Rheinland-Pfalz genehmigt. Die Hälfte der Ratten wird leicht mit dem Narkosegas Isofluran betäubt. Die Zunge wird angehoben und es wird eine Blutprobe aus der Unterzungenvene entnommen. Bei der anderen Hälfte der Ratten wird unter Vollnarkose der Bauch aufgeschnitten. Eine Blutprobe wird aus der Hohlvene entnommen. Nach der Blutentnahme werden alle Ratten durch Ausbluten getötet.

Bereich: Versuchstierkunde

Originaltitel: Comparison of haematology, coagulation and clinical chemistry parameters in blood samples from the sublingual vein and vena cava in Sprague-Dawley rats

Autoren: J. Seibel (1), Karen Bodie (1)*, S. Weber (1), D. Bury (1), M. Kron (2), G. Blaich (1)

Institute: (1) Abbott GmbH & Co. KG, Vorklinische Sicherheit, 67061 Ludwigshafen, (2) Abbott GmbH & Co. KG, Globales Datenmanagement und Statistik, 67061 Ludwigshafen

Zeitschrift: Laboratory Animals 2010: 43, 344-351

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4191



Dokument 1026Titel: Polyethylenimin-Polyplexe von Spiegelmer NOX-A50, die gegen intrazelluläre High Motility Group Protein A1 (HMGA1) gerichtet sind, reduzieren das Tumorwachstum in vivo
Hintergrund: Wirkung von Testsubstanzen auf Bauchspeicheldrüsenkrebszellen in der Flanke von Nacktmäusen.
Tiere: 50 Mäuse (mindestens 50 Nacktmäuse)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden bei der Firma EPO – Experimental Pharmacology & Oncology Berlin-Buch GmbH, Robert-Rössle-Str. 10, 13122 Berlin, in Auftrag gegeben.

Es werden Nacktmäuse verwendet, die genetisch so manipuliert sind, dass sie fremdes Gewebe nicht abstoßen. Den Tieren werden Zellen einer Bauchspeicheldrüsenkrebszelllinie unter die Haut in der Flanke injiziert. In den folgenden drei Wochen werden in der Umgebung des wachsenden Tumors täglich Testsbustanzen unter die Haut gespritzt. Danach werden die Mäuse getötet, um den Tumor und innere Organe zu untersuchen. Je nach Gruppe sind die Tumoren auf 3 qcm angewachsen. Die Mäuse werden "aus ethischen Gründen" getötet, wie es in der Arbeit heißt, um die Krebsgeschwulst nicht noch größer werden zu lassen.

Bereich: Krebsforschung

Originaltitel: Polyethylenimine-polyplexes of Spiegelmer NOX-A50 directed against intracellular high motility group protein A1 (HMGA1) reduce tumor growth in vivo

Autoren: Christian Maasch, Axel Vater, Klaus Buchner, Werner G. Purschke, Dirk Eulberg, Stefan Vonhoff, Sven Klussmann*

Institute: NOXXON Pharma AG, Max-Dohrn-Str. 8-10, 10589 Berlin

Zeitschrift: The Journal of Biological Chemistry 2010: 285(51), 40012-40018

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4190



Dokument 1027Titel: Mesenchymale Stammzell-abhängige Bildung heterotoper Sehnenansätze am Knochen (Knochen-Sehnen-Verbindung)
Hintergrund: Mit Hilfe von Stammzellen soll ein Sehnen-Knochen-Ansatz nachwachsen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von einer Genehmigungsbehörde in Niedersachsen genehmigt. Stammzellen aus dem Knochenmark menschlicher Patienten werden mit Hilfe von eingeschleusten Viren so umgepolt, dass sie Zellen eines Sehnen-Knochen-Ansatzes bilden sollen (also der Bereich, bei dem eine Sehne mit einem Knochen verbunden ist). Die Zellen werden in einen Kollagenschwamm eingestreut. Die Kollagen-Zell-Konstrukte werden Mäusen in den Oberschenkelmuskel eingepflanzt. Dazu werden die Tiere betäubt. Die Haut wird aufgeschnitten. In den Oberschenkelmuskel wird eine Tasche geschnitten, in die das Konstrukt eingesetzt wird. Die Haut wird wieder vernäht. Vier Wochen später werden die Mäuse auf nicht genannte Weise getötet. Die Implantate werden herausgeschnitten und gewebekundlich untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Europäische Union unterstützt.

Bereich: Tissue Engineering, Stammzellforschung

Originaltitel: Mesenchymal stem cell-dependent formation of heterotopic tendon-bone insertions (osteotendinous junctions)

Autoren: Sandra Shahab-Osterloh (1), Frank Witte (2), Andrea Hoffmann (1,6), Andreas Winkel (1), Sandra Laggies (1), Berit Neumann (1), Virginia Seiffart (1), Werner Lindenmaier (1), Achim D. Gruber (3), Jochen Ringe (4), Thomas Häupl (4), Fritz Thorrey (4), Elmar Willbold (2), Pierre Corbeau (5), Gerhard Gross (1)*

Institute: (1) Entzündung und Regeneration, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Inhoffenstr. 7, 38124 Braunschweig, (2) Abteilung für Orthopädische Chirurgie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Hannover, (3) Institut für Veterinärpathologie, Freie Universität Berlin, (4) Tissue Engineering Laboratory, Abteilung für Rheumatologie, Charité:, Berlin, (5) Institut de Genetique Humaine du CNRS UPR1142, Hospital Saint Eloi, Montpellier, Frankreich, (6) Abteilung für Unfallchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Hannover

Zeitschrift: Stem Cells 2010: 28, 1590-1601

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4189



Dokument 1028Titel: MDL-28170 hat keine schmerzlindernde Wirkung bei Mäusen mit einem Nervenschmerz, der durch dauerhaftes Abbinden des Nervs hervorgerufen wurde
Hintergrund: Wirkung eines Wirkstoffs auf die Schmerzreaktion bei Mäusen, denen ein Ischiasnerv abgebunden wurde.
Tiere: 123 Mäuse
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Es werde Mäuse aus der Versuchstierzucht Charles River, Sulzfeld, verwendet. Die Tiere werden in der Neurologischen Klinik der Universität Würzburg gehalten. In Vorversuchen werden zunächst die richtige Dosis und das Lösungsmittel für eine Wirksubstanz ermittelt. Bei einem zunächst benutzten Lösungsmittel sterben sehr viele Mäuse. Bei einem anderen Lösungsmittel ist die Todesrate nicht so hoch. Auch bei hohen Dosen sterben viele Mäuse. So wird die Entscheidung für ein bestimmtes Lösungsmittel und eine Dosis getroffen. Die Anzahl der hierfür verbrauchten Mäuse wird nicht erwähnt.

Bei den eigentlichen Versuchen wird bei den Tieren unter Narkose der rechte Ischiasnerv abgebunden. Unmittelbar danach sowie 1, 3 und 7 Tage nach der Operation wird das Schmerzverhalten der Mäuse getestet. Beim mechanischen Wegziehtest wird eine Maus in ein Gefäß mit Gitterboden gesetzt. Durch das Gitter wird mit einer Faser die Sohle eines Hinterfußes berührt. Zieht die Maus die Pfote weg, wird eine dünnere Faser probiert. Bei keiner Reaktion, kommt eine dickere Faser zum Einsatz. So wird die Faserdicke ermittelt, bei der Maus die Pfote gerade noch wegzieht. Beim Hitzewegziehtest sitzt die Maus in einem Glasgefäß. Von unten wird ein Hitzestrahl auf eine Hinterpfote gerichtet. es wird die Zeit gemessen, bis die Maus die Pfote wegzieht. Der Hitzestrahl wird nicht länger als 2 Sekunden auf die Pfote gerichtet, um Verbrennungen zu vermeiden.

Die Testsubstanz wird an Gruppen von Mäusen auf unterschiedliche Weise verabreicht: 40 Minuten vor und unmittelbar nach der Operation oder 40 Minuten vor der Operation und danach viermal täglich für 3 Tage. Bei einer weiteren Gruppe Mäuse wird eine Minipumpe in die Bauchhöhle eingepflanzt, die die Testsubstanz 7 Tage lang kontinuierlich abgibt. Die Schmerztests werden 3 und 7 Tage nach der Operation wiederholt.

Ein Teil der Mäuse wird am Ende der Experimente getötet. Das Schicksal der anderen Mäuse bleibt unerwähnt.

Bereich: Schmerzforschung

Originaltitel: MDL-28170 has no analgesic effect on CCI induced neuropathic pain in mice

Autoren: Nurcan Üceyler*, Lydia Biko, Claudia Sommer

Institute: Neurologische Klinik, Universität Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, 97080 Würzburg

Zeitschrift: Molecules 2010: 15, 3038-3047

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4188



Dokument 1029Titel: Pharmakologische Vor- und Nachkonditionierung mit dem Sphingoson-1-Phosphat-Rezeptormodulator FTY720 nach Mangel- und Wiederdurchblutung des Herzmuskels
Hintergrund: Test eines Wirkstoffs bei einem künstlich ausgelösten Herzinfarkt bei Ratten. Die Substanz führt zu vermehrten Herzrhythmusstörungen und erhöht die Todesrate, wenn sie während des Herzinfarktes gegeben wird, aber reduziert die Herzrhythmusstörungen, wenn sie VOR dem Herzinfarkt verabreicht wird. Die Infarktgröße wird bei beiden Verabreichungsarten nicht vermindert.
Tiere: 109 Ratten (mehr als)
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: In Pilotexperimenten wird zunächst an einer nicht genannten Anzahl Ratten eine geeignete Dosis eines pharmakologischen Wirkstoffs ermittelt. Für das eigentliche Experiment werden 109 Wistar-Ratten verwendet. Die Tiere werden in drei Gruppen aufgeteilt. Bei allen Tieren wird unter Narkose ein Herzinfarkt ausgelöst. Dazu wird der Brustkorb aufgeschnitten. Die linke Herzkranzarterie wird abgebunden, so dass der Herzmuskel großenteils nicht mehr durchblutet wird. Nach 45 Minuten wird die Schlinge wieder geöffnet und das Herz wieder normal durchblutet. Eine Gruppe Ratten erhält den Testwirkstoff kurz vor der Wiederdurchblutung in die Bauchhöhle injiziert. Gruppe zwei zum Vergleich wird eine wirkungslose Kochsalzlösung injiziert. Bei Gruppe 3 wird die Substanz einmal vor Auslösen des Herzinfarktes und unmittelbar vor dem Lösen der Schlinge verabreicht.

Der weitere Verlauf wird mittels EKG 24 Stunden lang beobachtet. In Gruppe 1 sterben 38 Ratten (37%), in Gruppe 2 sind es 42 (50%) und in Gruppe 3 22 Ratten (14%). Die überlebenden Ratten werden nach Ablauf der 24 Stunden getötet. Wahrscheinlich wachen die Ratten nicht zwischenzeitlich aus der Narkose auf.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Pharmacological pre- and post-conitioning with the sphingosone-1-phosphate receptor modulator FTY720 after myocardial ischemia-reperfusion

Autoren: U. Hofmann*, K. Hu, F. Walter, N. Burkard, G. Ertl, J. Bauersachs, O. Ritter, S. Frantz, A. Bonz

Institute: Medizin I, Universitätsklinikum Würzburg, Oberdürrbacher Str. 6, 97080 Würzburg

Zeitschrift: British Journal of Pharmacology 2010: 160, 1243-1251

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4187



Dokument 1030Titel: Gerätebasierte Impedanzmessung ist ein brauchbares und genaues Hilfsmittel für die direkte Beurteilung der Flüssigkeitsansammlung innerhalb des Brustkorbs bei Herzversagen
Hintergrund: Beurteilung der Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb (Lungenödem) mit Hilfe eines Herzschrittmachers.
Tiere: 15 Schafe
Jahr: 2010

Versuchsbeschreibung: Unter Narkose werden bei den Schafen diverse Katheter (Kunststoffschläuche) und Messgeräte in Blutgefäße, die Halsarterie und –vene sowie die Oberschenkelarterie- und vene gelegt. Einige davon werden bis zum Herzen vorgeschoben. Außerdem werden Elektroden in das Herz geschoben und mit einem externen Herzschrittmacher verbunden. Nach der Verkabelung wird bei den Schafen ein massives Lungenödem ausgelöst. Dazu werden eine Flüssigkeit (Plasmaexpander) und ein Hormon (Noradrenalin) in die Blutbahn injiziert. Während der nächsten 5-7 Stunden werden diverse Messungen am Herzen vorgenommen. Die Schafe sind vermutlich die ganze Zeit über narkotisiert. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die Firma Biotronik GmbH & Co KG, Berlin, unterstützt.

Bereich: Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: Device-based impedance measurement is a useful and accurate tool for direct assessment of intrathoracic fluid accumulation in heart failure

Autoren: Jan Becher (1), Susann G. Kaufmann (1), Stefan Paule (2), Bernhard Fahn (2), Olaf Skerls (2), Wolfgang R. Bauer (1), Georg Ertl (1), Sebastian K.G. Maier (1)*

Institute: (1) Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum, Oberdürrbacher Str. 6, 87080 Würzburg, (2) Biotronik GmbH & Co KG, Erlangen

Zeitschrift: Europace 2010: 12, 731-740

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4186



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