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Dokument 1021

Titel: Klassische und alternative NF-kB Signalwege kooperieren bei der Regulation der Differenzierung und Funktion von Fettzellen
Hintergrund: Zur Untersuchung eines Stoffwechselwegs bei Fettzellen als potentielles Ziel der Behandlung von Diabetes Typ II.
Tiere: 160 Mäuse (wahrscheinlich sehr viel mehr)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Mäusemännchen mehrerer gentechnisch veränderter Mäuselinien, sowie einer unveränderten (Wildtyp) Linie werden über 10 Wochen hinweg entweder mit dem üblichen Futter oder besonders fettreicher Nahrung gefüttert. Alle Tiere der Gruppe mit fettreicher Nahrung werden infolgedessen stark übergewichtig. Einem Teil der Mäuse wird entweder ein Wirkstoff oder ein Placebo in die Bauchhöhle gespritzt. Am nächsten Tag wird den Tieren Zucker (Glukose) bzw. Insulin gespritzt und in den folgenden zwei Stunden sechsmal Blut abgenommen. Anderen Mäusegruppen werden über acht Woche Antikörper in die Bauchhöhle gespritzt. Sowohl der Wirkstoff, als auch der Antikörper richten sich gegen ein wichtiges Protein im Stoffwechsel von Fettzellen. Nach der Tötung der Mäuse auf nicht näher beschriebene Art wird das Fettgewebe entnommen und untersucht.

Bereich: Diabetesforschung, Übergewichtsforschung

Originaltitel: Classical and alternative NF-?B signaling cooperate in regulating adipocyte differentiation and function

Autoren: A. Weidemann (1)*, A. Lovas (1), A. Rauch (2), N. Andreas (1), J. von Maltzahn (1), M. Riemann (1), F. Weih (1, 3)

Institute: (1) Immunologie, Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz Lipmann Institut (FLI), Beutenbergstra?e 11, 07745 Jena, (2) Department of Biochemistry and Molecular Biology, University of Southern Denmark, Odense, Dänemark, (3) Fakultät für Biologie und Pharmakologie, Friedrich-Schiller-University Jena, Jena

Zeitschrift: International Journal of Obesity 2015: 40(3); 432-459

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4691



Dokument 1022

Titel: Verlängertes Überleben von Pavianen unter moderater Immunsuppression nach orthotoper Xenotransplantation hDAF-transgener Schweineherzen
Hintergrund: Verlängertes Überleben von Pavianen, denen das Herz eines genveränderten Schweines eingepflanzt wurde, durch Gabe von Medikamenten, die eine Abstoßungsreaktion verhindern sollen.
Tiere: 24 Tiere verschiedener Arten (12 Schweine, 12 Paviane)
Jahr: 2008

Versuchsbeschreibung: Die Paviane stammen aus dem Deutschen Primatenzentrum Göttingen bzw. aus der zentralen Versuchstierhaltung der LMU München. Bei den Schweinen handelt es sich um genmanipulierte, sogenannte transgene Schweine, die von Spezialfirmen (Imutran Ltd / Novartis Pharma AG, Harlan, Correzzana, Italien) gezüchtet werden.

Den Schweinen als "Spendertieren" wird in Narkose das Herz entnommen, was deren unmittelbaren Tod bedeutet. Die Paviane als "Empfängertiere" werden bereits mindestens drei Wochen vor dem Eingriff einzeln in Käfigen gehalten. Es wird Blut zu Voruntersuchungen und zur Herstellung von Blutkonserven entnommen. Nach Entnahme des Herzens des Spendertieres wird der Pavian in Narkose versetzt, der größte Teil seines Herzens wird entfernt und an dessen Stelle das Herz des Schweins eingenäht. In den Folgetagen wird dem Pavian täglich unter Kurznarkose Blut abgenommen, es wird eine Herzultraschalluntersuchung durchgeführt und er wird gewogen. Die Tiere erhalten eine Vielzahl von Medikamenten (insgesamt mindestens 17), bei denen häufig mit schweren Nebenwirkungen zu rechnen ist, darunter Antibiotika (Medikamente gegen Infekte), Zytostatika (Mittel gegen Krebs, aber auch gegen Abstoßungsreaktionen) und Immunsuppressiva (Mittel zur Unterdrückung der Abwehr).

Die Überlebenszeit der Tiere nach Organtransplantation schwankt zwischen 4 Stunden und längstens (ein Pavian) 25 Tage. Von zwölf Pavianen überleben vier länger als 24 Stunden. Todesursachen sind Blutungen, nicht beherrschbare Infekte, schwere allergische Reaktionen, Hyperthermie (= massiver Anstieg der Körpertemperatur), Wasseransammlung in Lunge, Brustfell und Herzbeutel, Kammerflimmern, massive Abstoßungsreaktionen und sonstiges Versagen von Herz und Kreislauf.

Unterstützt wurde die Studie durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Bayerische Forschungsstiftung.

Bereich: Xenotransplantationsforschung, Transplantationsmedizin, Immunologie

Originaltitel:

Autoren: Sebastian Georg Alexander Michel

Institute: Herzchirurgische Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München (Direktor: Prof. Dr. med. Bruno Reichard, Marchioninistraße 15, 81377 München Durchführung der Versuche am Institut für Chirurgische Forschung, Marchioninistraße 15, 81377 München

Zeitschrift: Dissertation 2008, https://edoc.ub.uni-muenchen.de/9414/1/Michel_Sebastian.pdf

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Dissertation

Dokumenten-ID: 4690



Dokument 1023

Titel: In-vivo-Aktivierung von Treg-Zellen mittels eines CD28-Superagonisten verhindert und mildert chronisch-destruktive Arthritis bei Mäusen
Hintergrund: Wirkung der Behandlung einer besonders schweren Form von Arthritis bei Mäusen.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, Bad Langensalza, genehmigt. Bei Mäusen wird künstlich eine rheumatische Arthritis (Gelenkentzündung) hervorgerufen, indem ein menschliches Protein, vermischt mit einem Mineralöl (Freunds Adjuvans) unter die Haut injiziert wird. Dadurch wird eine Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe ausgelöst, d.h. die Abwehrzellen wenden sich gegen das Gewebe des eigenen Körpers und zerstören es. Damit das Immunsystem die Erkrankung nach einigen Tagen nicht bekämpfen kann, wird die Produktion von Immunzellen gestört, indem den Mäusen das Gift des Diphterie-Erregers viermal in einer Woche in die Bauchhöhle injiziert wird. So entwickeln die Mäuse eine besonders schwere und zerstörerische Form der Arthritis. Zu bestimmten Zeitpunkten (nach einer, zwei oder acht Wochen) bekommen Gruppen von Mäusen einen Antikörper als Therapie in die Bauchhöhle gespritzt.

Je nach Gruppe leiden die Mäuse in den folgenden Wochen unter anderem an Rötungen und Schwellungen der Gelenke in den Extremitäten. In manchen Gruppen werden Knorpel- und Knochengewebe der Gelenke durch die Entzündung total zerstört. Die Mäuse werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten – nach bis zu 80 Tagen - auf nicht näher beschriebene Art getötet und ihre Organe (Lymphknoten und Milz) und Extremitäten untersucht.

Diese Versuche wurden gefördert von der Deutschen Forschungsgesellschaft und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Bereich: Entzündungsforschung, Rheumaforschung

Originaltitel: In vivo activation of Treg cells with a CD28 superagonist prevents and ameliorates chronic destructive arthritis in mice

Autoren: Stephanie J. Win (1)*, Anja A. Kühl (2), Tim Sparwasser (3), Thomas Hünig (4), Thomas Kamradt (1,5)

Institute: (1) Institut für Immunologie, Universitätsklinikum Jena, Leutragraben 3, 07743 Jena, (2) Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin, (3) Institut für Infektionsimmunologie, TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, Hannover, (4) Institut für Virologie und Immunbiologie, Universität Würzburg

Zeitschrift: European Journal of Immunology 2015: 46(5); 1193-1202

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4689



Dokument 1024

Titel: Ernährung, welche reich an Fruchtzucker, oder Fett oder beidem ist, verändert die Barrierefunktion des Darms und führt mit der Zeit zur Entwicklung der nicht-alkoholischen Fettleber-Krankheit
Hintergrund: Aus Bevölkerungsstudien ist bekannt, dass die Ursache für nicht-alkoholische Fettleber im "Westliche Lebensstil" mit Übergewicht und wenig Bewegung zu suchen ist. Auch die Art der Ernährung mit zu viel Fett und Cholesterin spielen beim Menschen eine Rolle. Hier werden diese an Menschen gewonnenen Erkenntnisse bei Mäusen nachvollzogen. Die Autoren bemerken, dass ohne eine keimfreie Umgebung die Entwicklung der Krankheit länger dauert. Weitere Studien werden angekündigt, um die Krankheitsentstehung auf molekularer Ebene zu untersuchen.
Tiere: 24 Mäuse
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Mäuse stammen aus der Zucht Janvier, Frankreich. Um die Entwicklung eines Krankheitsbildes (nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung) zu simulieren, werden Mäuseweibchen der Inzuchtlinie C57BL/6J verwendet. Männliche Mäuse sind weniger anfällig für dieses "Modell". Die Tiere werden unter keimfreien (SPF) Bedingungen gehalten, die die Entwicklung des gewünschten Krankheitsbildes beschleunigt. In vier Gruppen unterteilt, werden die Mäuse mit unterschiedlichem Futter ernährt, das je nach Gruppe besonders viel Fett und / oder Fruchtzucker enthält. Die Mäuse entwickeln eine nicht-alkoholische Fettleber und werden stark übergewichtig, wiegen zuletzt etwa doppelt so viel wie ihre normal ernährten Artgenossen. Nach 16 Wochen werden alle Mäuse mit einem Schlafmittel getötet. Blutproben und Gewebeproben aus Leber und Darm werden gewebekundlich und molekularbiologisch untersucht.

Bereich: Ernährungswissenschaft, Pathophysiologie

Originaltitel: Diets rich in fructose, fat or fructose and fat alter intestinal barrier function and lead to the development of nonalcoholic fatty liver disease over time

Autoren: Cathrin Sellmann (1), Josephine Priebs (1), Marianne Landmann (1), Christian Degen (1), Anna Janina Engstler (1), Cheng Jun Jin (1), Stefanie Gärttner (1), Astrid Spruss (2), Otmar Huber (3,4), Ina Bergheim (1)*

Institute: (1) Institut für Ernährungswissenschaften, Model Systems of Molecular Nutrition, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dornburger Str. 25-29, 07743 Jena, (2) Institut für Ernährungsmedizin, Universität Hohenheim, Stuttgart, (3) Institut für Biochemie II, Universitätsklinikum Jena, Jena, (4) Center of Sepsis Control and Care (CSCC), Universitätsklinikum Jena, Jena

Zeitschrift: Journal of Nutritional Biochemistry 2015: 26 (11); 1183–1192

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4688



Dokument 1025

Titel: Die Isoformen 1 und 2 des Proteins Merlin agieren als Tumorunterdrücker und sind nötig für eine optimale Spermienreifung
Hintergrund: Untersuchungen zur Funktion eines bestimmten Gens, das Tumorwachstum unterdrücken soll.
Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Jena-Saale-Holzland genehmigt. Genmanipulierte Mäuse werden über sechs Generationen gekreuzt. Den Tieren fehlt das Gen für ein Protein, das die Bildung von Tumoren unterdrückt. Ein Fehlen des Gens bzw. des Proteins begünstigt Krebsentstehung. Mittels Gewebeuntersuchung durch Abschneiden der Schwanzspitze wird die genetische Änderung bestätigt. 30 % der Tiere erkranken an einer der folgenden Krankheiten: Bindegewebskrebs, Leberkrebs, Lymphknotenkrebs, Lungenkrebs, Nierenkrebs, Zystenniere, Leberzirrhose und chronische Leberentzündung.

Zur Beurteilung der Muskelkraft wird eine Maus auf ein Gitter gesetzt. Dieses wird umgedreht und die Zeit gemessen, bis das Tier sich nicht mehr halten kann und herunterfällt. Zwei Monate alte Mäuse werden verpaart und die Anzahl der Nachkommen erfasst. Männliche Nachkommen werden getötet, um die Spermien im Nebenhodengewebe zu untersuchen. Die Tötung dieser und anderer Mäuse erfolgt entweder durch Genickbruch oder in einer Gaskammer mit Kohlendioxid. Proben unterschiedlicher Organe werden untersucht. Bei Verletzungen (z. B. Kratzwunden) oder Krankheiten (z. B. Tumorentwicklung) werden Tiere vorzeitig getötet.

Bereich: Mutationsforschung, Gentechnik

Originaltitel: Merlin isoforms 1 and 2 both act as tumour suppressors and are required for optimal sperm maturation

Autoren: Ansgar Zoch (1), Steffen Mayerl (1), Alexander Schulz (1), Thomas Greither (2), Lucien Frappart (1), Juliane Rübsam (1), Heike Heuer (1,3), Marco Giovannini (4), Helen Morrison (1)*

Institute: (1) Leibniz Institut für Altersforschung Fritz-Lippmann-Institut Jena, Beutenbergstr. 11, 07745 Jena, (2) Klinik für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Universitätsklinikum Halle (Saale), Halle (Saale), (3) Leibniz Institut für umweltmedizinische Forschung, Düsseldorf, (4) Center for Neural Tumor Research and Section on Genetics of Hereditary Ear Disorders, House Research Institute, University of California Los Angeles, Los Angeles, Kalifornien, USA

Zeitschrift: PLoS ONE 2015: 10(8); e0129151 / doi:10.1371/journal.pone.0129151

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4687



Dokument 1026

Titel: Die Rolle von Katecholaminen bei der Stressübertragung zwischen Mutter und Kind beim Schaf
Hintergrund: Untersuchungen zu den Auswirkungen von Stress beim Mutterschaf auf das ungeborene Lamm. Beim Menschen ist längst bekannt, dass der Nachwuchs Verhaltensstörungen entwickeln kann, wenn die Mutter in der Schwangerschaft gestresst ist.
Tiere: 7 Schafe (Merino-Schafe)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden vom Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz genehmigt. Sieben schwangere Schafe werden im zweiten Drittel der Schwangerschaft unter Anästhesie operiert. Katheter werden in der Halsschlagader und Halsvene gelegt. Bauch und Gebärmutter werden geöffnet und ein weiterer Katheter in der Blutader zur Gebärmutter gelegt. Bei den nun zugänglichen ungeborenen Schafen werden ebenfalls Katheter in Halsschlagader und Halsvene gelegt. Die Katheter werden dort belassen und Gebärmutter und Bauch chirurgisch verschlossen.

5 Tage nach der Operation werden die Schafe Isolationsstress ausgesetzt, indem sie für zwei Stunden von den übrigen Tieren getrennt werden. Am nächsten Tag werden die Schafe wieder Isolationsstress ausgesetzt wie tags zuvor. Diesmal wird den Tieren zusätzlich ein Wirkstoff injiziert, der die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin hemmt.

Blutproben werden 20 Minuten zuvor, sowie nach 2, 15, 60 und 120 Minuten in Isolation genommen. Zudem werden diverse Messgrößen wie Blutdruck bei Mutter und Fötus bestimmt. Das weitere Schicksal der Tiere wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Siebten Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der EU.

Bereich: Stressforschung, Geburtshilfe

Originaltitel: Role of catecholamines in maternal-fetal stress transfer in sheep

Autoren: Florian Rakers (1)*, Sabine Bischoff (2), Rene Schiffner (1), Michelle Haase (1), Sven Rupprecht (1), Michael Kiehntopf (3),W. Nikolaus Kühn-Velten (4), Harald Schubert (2), Otto W. Witte (5), Mark J. Nijland (6, 7), Peter W. Nathanielsz (6, 7), Matthias Schwab (1)

Institute: (1) Hans Berger Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum, Erlanger Allee 101, 07747 Jena, (2) Institut für Versuchstierkunde, Universitätsklinikum Jena, (3) Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik, Universitätsklinikum Jena, (4) Medizinisches Labor Bremen, Bremen, (5) Center for Sepsis Control and Care (CSCC), Universitätsklinikum Jena, (6) Center for Pregnancy and Newborn Research, Department of Obstetrics and Gynecology, University of Texas, San Antonio, Texas, USA, (7) School of Medicine, San Antonio, Texas, USA

Zeitschrift: American Journal of Obstetrics and Gynecology 2015: 213; 684.e1-9

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4686



Dokument 1027

Titel: Automatisierte Phenotypisierung und erweiterte Datenförderung am Beispiel transgener Ratten mit Chorea Huntington
Hintergrund: Untersuchung eines neuen Stoffwechselkäfigs hinsichtlich seiner Eignung zur standardisierten Durchführung von Experimenten.
Tiere: 48 Ratten
Jahr: 2014

Versuchsbeschreibung: Alle Experimente wurden durch die zuständige Behörde der Landesregierung Bayern in Ansbach (Franken) genehmigt.

Es werden männliche Ratten mit einer bestimmten genetischen Veränderung verwendet, durch die Symptome der Huntington Krankheit des Menschen, einer fortschreitenden Nervenkrankheit, ausgelöst werden, sowie „Wildtyp-Ratten“, bei denen die Genveränderung nicht auftritt. Ihr Genotyp wird im Alter von 3 Wochen bestimmt, indem die Schwanzspitze abgeschnitten und analysiert wird. Im Alter von 2 bis 6 Monaten müssen 48 Tiere verschiedene Verhaltens- und Lernexperimente in einem speziellen und neu entwickelten Stoffwechselkäfig sowie einem weiteren Käfig durchlaufen, um zu testen, ob sich diese Käfige gut dazu eignen. Die Ratten werden dazu für maximal 72 Stunden einzeln in den Stoffwechselkäfig (Phenomaster) verbracht, ein kleiner Plastikkasten, in dem Messgrößen wie Sauerstoffgehalt, Futter- und Wasseraufnahme sowie Bewegungsaktivität gemessen werden können. In diesem Käfig sollen die Tiere einen Hebel betätigen, um Futter zu erhalten. Dies wird mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wiederholt.

Anderen Ratten wird ein Messgerät in die Bauchhöhle eingepflanzt, das kontinuierlich Körpertemperatur und Blutdruck misst. Die Tiere werden in einen Käfig (IntelliCage) getestet, in dem bis zu 10 Ratten gehalten werden können und in dem die Tiere für eine deutlich längere Zeit verbleiben:

- das Verschließen der Wasserflaschen mit Türen und Erhalten von Wasser nur durch das Berühren der Türe mit der Nase; - das räumliche Orientierungs- und Unterscheidungsvermögen durch die abwechselnde Nutzung von je einer bestimmten Wasserflasche in einer bestimmten Käfigecke je Tier.

Zur Kontrolle werden zudem diverse klassische Verhaltens- und Lernexperimente in standardisierten älteren Versuchsanordnungen durchgeführt, unter anderem:

- Der soziale Interaktionstest zur Ängstlichkeit, bei dem zwei Ratten aus unterschiedlichen sozialen Gruppen in eine unbekannte Umgebung gesetzt werden und beobachtet wird wie oft sie direkten Körperkontakt haben (als Zeichen von Angst und Unsicherheit in der neuen Umgebung).

- Bei einem Test zur Erfassung motorischer Funktionsdefizite wird eine Ratte auf eine rutschfeste Stange (6 cm Durchmesser) gesetzt, die immer schneller dreht. Es wird die Zeit festgehalten bis die Ratte herunterfällt.

- Präpulsinhibition: Eine Ratte wird in eine Box gesetzt, die an ein Gerät angeschlossen ist, das die Erschütterungen bei Zusammenzucken der Ratte (= Schreckreaktion) misst. Bei einem lauten Ton (120 dB) zuckt die Ratte zusammen. Wenn zunächst moderat laute Töne (68-84 dB) abgespielt werden und dann der laute Ton, fällt die Schreckreaktion bei gesunden Menschen und Ratten geringer aus. Zuckt die Ratte genauso stark zusammen wie bei dem Einzelton, wird das als Symptom für Huntington oder Schizophrenie gewertet.

- Vermeidetest: Eine Ratte wird in eine Shuttle-Box gesetzt, ein Kasten mit zwei durch eine Öffnung getrennte Abteile. Über das Bodengitter wird dem Tier ein Elektroschock (Fußschock) verabreicht. Gleichzeitig ertönt ein Ton und eine Lampe leuchtet auf. Die Ratte kann dem Schmerz entgehen, indem sie in das andere Abteil ohne Strom im Gitter läuft. Ertönt der Ton oder erleuchtet die Lampe ohne Stromstoß, läuft eine gesunde Ratte trotzdem in das andere Abteil. Die genmanipulierten Tiere lernen den Zusammenhang weniger gut und bleiben sitzen.

Was am Ende mit den Ratten passiert wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde durch die Europäische Gemeinschaft „RATstream STREP project“ unterstützt.

Bereich: Versuchstierkunde, Gentechnik, Neurologie

Originaltitel: Automated phenotyping and advanced data mining exemplified in rats transgenic for Huntington’s disease

Autoren: Yvonne K. Urbach (1), Kerstin A. Raber (1), Fabio Canneva (1), Anne-C. Plank (1), Theresa Andreasson (2), Henrik Ponten (2), Johan Kullingsjö (2), Huu Phuc Nguyen (2), Olaf Riess (3), Stephan von Hörsten (1)*

Institute: (1) Experimentell-Therapeutische Abteilung, Präklinisches Experimentelles Tierzentrum (PETZ), Universitätsklinikum Erlangen, Palmsanlage 5, 91054 Erlangen, (2) NeuroSearch Sweden AB, Göteburg, Schweden, (3) Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik, Eberhard–Karls-Universität Tübingen, Tübingen

Zeitschrift: Journal of Neuroscience Methods 2014:234; 38-53

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4685



Dokument 1028

Titel: Spiegelmer-Hemmung von MCP-1/CCP2 – Potential als ergänzende immunsuppressive Therapie bei Transplantationen
Hintergrund: Untersuchung der Abstoßungsreaktion bei genetisch veränderten, herztransplantierten Mäusen unter einer neuen immunsupprimierenden Therapie.
Tiere: 68 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Es werden 68 genetisch veränderte Mäuse zweier Varianten (C57/B6, BALB/c) von Charles-River aus Sulzfeld bezogen. Die Mäuse werden in Narkose gelegt und es werden die Herzen der Spendermäuse entnommen. Diese werden dann den Empfängermäusen neben deren eigenes Herz eingesetzt und mit diesem verbunden. Die Mäuse werden in fünf Gruppen eingeteilt. Jede Mäusegruppe erhält eine andere Therapie mit entweder dem interessierenden Spiegelmer-Stoff in verschiedenen Dosierungen oder einem herkömmlichen Medikament zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr (Cyclosporin A) in verschiedenen Konzentrationen. Eine Gruppe erhält beide Substanzen in Kombination. Eine Gruppe dient als Kontrollgruppe. Diese Tiere erhalten einen inaktiven Wirkstoff und müssen die Abstoßungsreaktion unbehandelt aushalten. Allen Tieren wird die tägliche Medikation in den Bauchraum gespritzt. Zudem wird die Herzpumpfunktion täglich durch Abtasten überprüft.

In der unbehandelten Kontrollgruppe sind alle Mäuse nach 9 Tagen tot. In den anderen Gruppen sterben die Mäuse nach 9-23 Tagen.

Bereich: Transplantationmedizin, Immunologie

Originaltitel: Spiegelmer Inhibition of MCP-1/CCR2 – Potential as an Adjunct Immunosuppressive Therapy in Transplantation

Autoren: A. Kalnins (1), M. N. Thomas (1), M. Andrassy (2), S. Müller (3), A. Wagner (1), S. Pratschke (1), M. Rentsch (1), S. Klussmann (4), T. Kauke (1), M. K. Angele (1), A. V. Bazhin (1), M. Fischereder (5), J. Werner (1), M. Guba (1), J. Andrassy (1)*

Institute: (1) Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantations-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Ludwig-Maximilians-Universität München, Marchioninistr. 15, 81377 München, (2) Medizinische Universitätsklinik, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, (3) Klinik für Pathologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (4) NOXXON Pharma AG, Berlin, (5) Abteilung für Nephrologie, Klinik für Innere Medizin, Med IV, Ludwig-Maximilians-Universität, München

Zeitschrift: Scandinavian Journal of Immunology 2015: 82(2);102-109

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4684



Dokument 1029

Titel: Präklinische heterotope intrathorakale Xenotransplantation von Herzen: eine eventuell nützliche klinische Technik
Hintergrund: Überlebenszeit und Untersuchung der Abstoßungsreaktion bei Affen mit implantierten Schweineherzen unter verschiedenen die Immunreaktion unterdrückenden Behandlungsschemata. Das Ergebnis: Die meisten Affen sterben trotz massiver Immunsuppression wenige Tage bis Wochen nach der Operation aufgrund massiver Nebenwirkungen der Behandlung, Infektionen oder anderen Komplikationen.
Tiere: 42 Tiere verschiedener Arten (21 Schweine (13 kg) und 21 Paviane)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche wurden durch die zuständigen Stellen und die Regierung von Oberbayern genehmigt. Die Experimente werden zwischen 2009 und 2013 an der Universität München durchgeführt. Es werden 21, genetisch veränderte Ferkel der Rassen Deutsche Landrasse und Yorkshire aus dem Institut für molekulare Tierzucht und Biotechnologie der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität München als Spender verwendet. Sie werden in zwei Gruppen aufgeteilt. In den beiden Gruppen befinden sich jeweils mehrere Schweine mit unterschiedlichen Genotypen (genetische Varianten). Sie werden in Narkose gelegt und ihre Herzen werden entnommen. Dazu wird der Brustkorb in der Mitte am Brustbein eröffnet und es wird ein Blutverdünner zugesetzt. Die entnommenen Herzen werden in einer konservierenden Lösung in Plastikbeuteln eingelegt und in Kühlboxen aufbewahrt.

21 in Gefangenschaft aufgezogene Paviane (13 Anubispaviane und 8 Mantelpaviane) aus dem deutschen Primatenzentrum Göttingen dienen als Empfänger der Herzen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält eine andere medikamentöse Vorbehandlung.

Die Affen werden in Narkose gelegt und ihr Körper wird auf 30 Grad heruntergekühlt. Der Brustkorb der Affen wird in der Mittellinie am Brustbein eröffnet. Es wird unter Nutzung der Herz-Lungen-Maschine und eines Blutverdünners das Spenderschweineherz rechts neben das Affenherz eingesetzt und mit diesem verknüpft. Das Spenderherz drückt auf die rechte Lunge der Affen, trotzdem wird diese Position des Spenderherzens gewählt. Nach Beendigung des Einsetzens werden die beiden Herzen defibrilliert und so wieder aktiviert und die Herz-Lungen-Maschine abgestellt. Die Affen werden wieder erwärmt und aus der Narkose aufgeweckt.

Den meisten Affen (bis auf 4) wird während der Operation ein Messgerät einoperiert (unklar, ob in die Brust- oder Bauchhöhle), das kontinuierlich den Blutdruck misst. Bei den anderen, die diese telemetrische Überwachung nicht haben, wird zweimal pro Woche ein Herzultraschall durchgeführt. Zudem wird allen Affen täglich Blut entnommen, um die Abwehrreaktion des Körpers zu überwachen. An Tag fünf nach der Operation wird bei den Affen aus Gruppe 2 eine Bestrahlung verschiedener Lymphknoten vorgenommen.

Fünf Affen versterben schon während der Operation, vier weitere versterben wenige Tage nach der Operation aufgrund der immunsuppressiven Behandlung oder der Operationsmethodik. Die restlichen Tiere benötigen ein Sauerstoffzelt um ihre Käfige, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung aufrechterhalten zu können und leiden an Infektionen. Viele Tiere sind nach kurzer Zeit in einem schlechten Allgemeinzustand und werden getötet. Todesursachen oder Tötungsgrund sind unter anderem: Hirnembolie, Kammerflimmern, Herzversagen, Lungenödem, Lungenversagen, Herzrhythmusstörungen oder Blutvergiftung mit Pilzen. Die längste Überlebenszeit beträgt 50 Tage.

Die Studie wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

Bereich: Xenotransplantation

Originaltitel: Pre-clinical heterotopic intrathoracic heart xenotransplantation: a possibly useful clinical technique

Autoren: Jan-Michael Abicht (1,2)*, Tanja Mayr (1,2)*, Bruno Reichart (2), Stefan Buchholz (3), Fabian Werner (3), Isabelle Lutzmann (3), Michael Schmoeckel (3,4), Andreas Bauer (1), Michael Thormann (3), Martin Langenmayer (5), Nadja Herbach (5), Heike Pohla (6), Rudolf Herzog (2), Christopher G. A. McGregor (7,8), David Ayares (9), Eckhard Wolf (10), Nikolai Klymiuk (10), Andrea Baehr (10), Alexander Kind (11), Christian Hagl (3), Ute Ganswindt (12), Claus Belka (12), Sonja Guethoff (2,3), Paolo Brenner (2,3)

Institute: (1) Klinik für Anästhesiologie, Ludwig-Maximilians-Universität, Marchionistr., 81377 München, (2) Transregionales, gemeinschaftliches Forschungslabor 127, Walter-Brendel-Zentrum für experimentelle Medizin, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (3) Klinik für kardiovaskuläre Chirurgie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (4) Klinik für Herzchirurgie, Asklepios Klinik St Georg, Hamburg, (5) Institut für Veterinärpathologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (6) Tumorimmunologie Labor, LIFE Zentrum, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (7) Mayo Clinic, Rochester, MN, USA, (8) University College London, London, UK, (9) Revivicor, Blacksburg, VA, USA, (10) Abteilung für molekulare Tierzucht und Biotechnologie, Ludwig-Maximilians-Universität, München, (11) Lehrstuhl für Biotechnologie der Nutztiere, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München, (12) Abteilung für Radioonkologie, Ludwig Maximilian Universität, München

Zeitschrift: Xenotransplantation 2015: 22; 427–442; doi: 10.1111/xen.12213

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4683



Dokument 1030

Titel: Wirkung, wenn Nerven der Nieren abgetrennt werden, auf neurohumorale Aktivität, welche Kammerflimmern bei obstruktiver Schlafapnoe auslöst
Hintergrund: In dieser Studie sollten an Schweinen die Erfahrungen menschlicher Patienten mit Atemaussetzern während des Schlafes (Schlafapnoe) simuliert werden. Die künstlich hervorgerufenen Atempausen dauern hierbei ca. viermal so lange wie gewöhnlich bei menschlichen Patienten.
Tiere: 66 Schweine (25-30 kg)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Schweine werden in 5 Gruppen eingeteilt. Allen Schweinen wird unter Anästhesie ein Luftröhrenschnitt gesetzt, um ein Schließen der Luftröhre künstlich auslösen zu können.

Bei allen Schweinen wird unter Narkose ein Schnitt durch Haut und Muskeln in der Leiste gemacht, um an die Nieren zu gelangen. Bei 26 Schweinen werden alle sichtbaren Nerven durchtrennt, bevor die Wunde wieder verschlossen wird. Zur Blutdruckmessung wird ein Katheter durch die Oberschenkelvene in den rechten Vorhof des Herzens geführt.

Bei 24 weiteren Schweinen und den 26 Schweinen, welchen die Nieren-Nerven gekappt wurden, wird während der Anästhesie mehrmals stündlich für jeweils zwei Minuten die Luftröhre mit Unterdruck verschlossen. Bei den Tieren kommt es dadurch zu Vorhofflimmern und hohem Blutdruck. Acht Schweinen werden zwei Wirkstoffe für Herzerkrankungen gegeben. Nach vier Stunden unter Narkose werden alle Schweine, einschließlich von acht Kontrolltieren, denen die Luftröhre nicht verschlossen wurde, getötet. Blut- und Gewebeproben werden molekularbiologisch und gewebekundlich untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Atmungsphysiologie, Herz-Kreislauf-Physiologie

Originaltitel: Effect of Renal Denervation on Neurohumoral Activation Triggering Atrial Fibrillation in Obstructive Sleep Apnea

Autoren: Dominik Linz* (1), Mathias Hohl* (1), Alexander Nickel (1), Felix Mahfoud (1), Michael Wagner (1), Sebastian Ewen (1), Ulrich Schotten(2), Christoph Maack (1), Klaus Wirth† (3), Michael Böhm† (1)

Institute: (1) Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Innere Medizin III, Kirrberger Straße 100, 66421Homburg/Saar, (2) Cardiovascular Research Institute Maastricht, Niederlande, (3) Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, R&D, Aging/Disability of CVC origin, Frankfurt

Zeitschrift: Hypertension 2013: 62; 767-774

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4682



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