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Dokument 471Titel: Stimulation des dopaminergen Mittelhirns als Belohnung für erwünschtes Verhalten bei operant konditionierten Affen
Hintergrund: Affen werden mit Elektroden im Gehirn versehen, um das Hirngewebe elektrisch stimulieren zu können. Dies wird als Ersatz für den sonst angewendeten Durst als "Trainingsmethode" getestet und soll außerdem helfen, zu neuen Therapiemöglichkeiten bei der Behandlung von Alzheimer oder Parkinson-Patienten zu gelangen.
Tiere: 3 Affen (Javaneraffen (Langschwanzmakaken))
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die drei erwachsenen Javaneraffen wurden zuvor zum Teil über Jahre schon für mehrere andere Experimente verwendet. Die Tiere sind für den aktuellen Versuch daher bereits mit einer Aufzeichnungskammer über einem Bohrloch im Schädelknochen sowie einem Haltebolzen auf dem Schädel ausgestattet. Sie sind außerdem an die Art der Versuche gewöhnt, bei denen den Tieren Wasser vorenthalten wird und sie sich ihre tägliche Ration "erarbeiten" müssen, indem sie Aufgaben an einem Bildschirm erledigen. Die Affen haben dabei "schlechte Leistungen" gezeigt.

Für die aktuellen Versuche werden die Tiere in einen Affenstuhl verbracht und dort für mehrere Stunden belassen. Sie müssen stillsitzen und Aufgaben erledigen. Wenn ein bestimmter Ton ertönt oder eine Lampe leuchtet, muss der Affe mit der Hand einen Hebel greifen. Macht er es richtig, erhält er über einen Schlauch einen halben Milliliter Saft in den Mund. Der Kopf der Tiere ist zunächst an dem Haltebolzen festgeschraubt, später unfixiert. Der Saft wird schrittweise durch eine elektrische Stimulation im Gehirn ersetzt und schließlich komplett weggelassen. Dabei werden zwei Elektroden durch die implantierte Kammer in das Gehirn eingelassen. Durch einen leichten Stromstoß wird das Gewebe einer bestimmten Hirnregion stimuliert. Es wird getestet, ob die Affen die Aufgaben auch erledigen, wenn sie als "Belohnung" nur die elektrische Stimulation statt eines Safttropfens erhalten. Die Tiere lernen dies innerhalb von drei Tagen. Am Ende der Versuche bleiben die Affen am Leben und werden für weitere Studien verwendet.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Neurobiologie, Hirnforschung

Originaltitel: Stimulation of the dopaminergic midbrain as a behavioral reward in instrumentally conditioned monkeys

Autoren: Jonathan Murray Lovell (1,2)*, Judith Mylius (1), Henning Scheich (1), Michael Brosch (1)

Institute: (1) Leibniz Institut für Neurobiologie, Brenneckestraße 6, 39118 Magdeburg, (2) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Bonn

Zeitschrift: Brain Stimulation 2015: 8; 868-874

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4757



Dokument 472Titel: Unterschiedliche Effekte von Dopamin mit Signalwirkung auf die Entwicklung, Ausbildung und Festigung des Langzeitgedächtnisses von Nagerhirnen
Hintergrund: Untersuchungen zur Frage, was sich bei der Gedächtnisbildung im Gehirn abspielt.
Tiere: 126 Tiere verschiedener Arten (Mindestens 18 Gerbils und 108 Mäuse )
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Alle Versuche werden durch das Land Sachsen-Anhalt genehmigt. Es werden drei Monate alte Mongolische Gerbils nicht genannter Herkunft verwendet sowie drei Monate alte männliche Mäuse drei verschiedener Zuchtlinien von den Versuchstierzüchtern Harlan und Charles River. Die Tiere werden unter standardisierten Bedingungen in Gruppen von meist 5 Tieren gehalten. Zur Untersuchung der Auswirkung des Botenstoffs Dopamin auf die Gedächtnisbildung und die Gehirnzellen werden zwei Versuchsreihen durchgeführt.

An den Gerbils werden die Auswirkungen auf zellulärer Ebene untersucht. Dazu werden den Tieren in Narkose über bestimmten Bereichen des Gehirns drei Löcher von 1 mm Durchmesser in den Schädelknochen gebohrt. Die Gerbils werden aus der Narkose aufgeweckt und erhalten einen Tag Zeit, sich zu erholen. Dann wird ihnen unter leichter Betäubung ein Dopamin ähnlicher Stoff durch die Bohrlöcher direkt ins Gehirn verabreicht. Nach zwei Stunden wird die Injektion wiederholt. 24 Stunden nach der ersten Injektion werden die Gerbils durch das Abtrennen des Kopfes getötet, die Gehirne werden entnommen und auf Veränderungen der Proteinstruktur der Zellen untersucht.

Mit den Mäusen wird ein Gedächtnis- und Lernexperiment durchgeführt, bei dem die Tiere lernen müssen, zwischen zwei Tönen zu unterscheiden. Eine Maus wird in eine Box gesetzt. Ertönt Ton 1 folgt ein Stromstoß (Fußschock) über das Bodengitter. Bei Ton 2 passiert nichts. Die Maus muss lernen, bei Ton 1 innerhalb von 6 Sekunden über eine Hürde in der Mitte der Box zu springen, um dem Fußschock zu entgehen. Bei Ton 2 darf sie nicht springen. Anschließend wird der Maus eine Dopamin ähnliche Substanz in die Bauchhöhle gespritzt. Es werden sechs Versuchsgruppen mit jeweils unterschiedlichen Behandlungsschemata sowie eine Kontrollgruppe gebildet. In der Kontrollgruppe erhalten die Mäuse eine wirkungslose Kochsalzlösung. In den folgenden Tagen werden täglich 16 Sessions (Einheiten) in der Box mit je 60-mal Abspielen eines Tons durchgeführt. Die Reaktionszeiten und der Lernerfolgsprozess der Mäuse in Bezug auf die akustischen Signale mit und ohne die Dopamin-Substanz werden ermittelt. Das weitere Schicksal der Mäuse wird nicht erwähnt.

Die Arbeit wurde unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Emmy Noether Programm und das Land Sachsen-Anhalt.

Bereich: Neurobiologie

Originaltitel: Differential effects of dopamine signalling on long-term memory formation and consolidation in rodent brain

Autoren: Nicole Reichenbach (1,8), Ulrike Herrmann (1,9), Thilo Kähne (2), Horst Schicknick (1), Rainer Pielot (3), Michael Naumann (2), Daniela C Dieterich (4,5,6), Eckart D Gundelfinger (3,6,7), Karl-Heinz Smalla (1,6) und Wolfgang Tischmeyer (1,6)*

Institute: (1) Speziallabor für molekulare Biotechnologie, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Brenneckestraße 6, 39118 Magdeburg, (2) Institut für Experimentelle Innere Medizin, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg, (3) Abteilung für Neurochemie und Molekularbiologie, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg, (4) Research Group Neuralomics, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg, (5) Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Magdeburg, (6) Center for Behavioral Brain Sciences, Magdeburg, (7) Molekulare Neurobiologie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Magdeburg, (8) Forschergruppe Neurovaskuläre Erkrankungen, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Bonn, (9) Institut für Zelluläre Neurobiologie, Zoologisches Institut, TU Braunschweig, Braunschweig

Zeitschrift: Proteome Science 2015: 13; 13 DOI 10.1186/s12953-015-0069-2

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4756



Dokument 473Titel: Experimentelle endocrine Manipulation für einen Verhütungsplan für männliche Weißbüscheläffchen (Callithrix jacchus)
Hintergrund: Test, ob bei Männern eingesetzte "Pille für den Mann" auch bei Weißbüscheläffchen wirkt, mit dem Ziel, diese für weitere Studien als "Modell" einzusetzen. Ergebnis: Die "Pille für den Mann" funktioniert bei den Affen nicht.
Tiere: 64 Affen (Weißbüscheläffchen)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom LANUV in Nordrhein-Westfalen genehmigt. Die Weißbüscheläffchen stammen aus der Kolonie der Universität Münster. Die Tiere werden zu zweit gehalten. Die Affen werden in 11 Gruppen zu je 8 Tieren eingeteilt. Sieben Gruppen erhalten alle drei Wochen eine Injektion in einen Muskel. Je nach Gruppen werden unterschiedliche Kombinationen männlicher Hormone gespritzt, die bei Männern zur Verhütung eingesetzt werden. Vier Gruppen dienen als Kontrolle und bleiben unbehandelt. Alle zwei Wochen wird allen Affen eine Blutprobe entnommen. Zu einigen Zeitpunkten werden die Affen mit einem weiblichen Tier zusammengebracht, um zu testen, ob die Verhütung wirksam ist. Diese Tests resultieren bei allen Affen in Schwangerschaften mit 2-5 Jungen. Die Behandlungszeiträume erstrecken sich je nach Gruppe zwischen 6 Monaten und dreieinhalb Jahren. Am Ende dieser Zeit werden alle behandelten Affen und die Kontrolltiere betäubt und durch Ausbluten getötet. Ihre Hoden werden untersucht.

Die Arbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Andrologie

Originaltitel: Experimental endocrine manipulation for contraceptive regimen in the male marmoset (Callithrix jacchus)

Autoren: Joachim Wistuba*, C. Marc Luetjens, Jens Ehmcke, Klaus Redmann, Oliver S. Damm, Antje Steinhoff, Reinhild Sandhowe-Klaverkamp, Eberhard Neischlag, Manuela Simoni, Stefan Schlatt

Institute: Institut für Reproduktions- und Regenerative Biologie, Zentrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Universität Münster, Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude D11, 48129 Münster

Zeitschrift: Reproduction Research 2013: 145; 439-451

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4755



Dokument 474Titel: Spontane Neoplasmen bei Javaneraffen während einer Zeitspanne von 15 Jahren (Macaca fascicularis)
Hintergrund: Ermittlung der Neubildungsrate bei Affen nach deren Einsatz in Studien zu Giftigkeitsprüfungen.
Tiere: 33 Affen (Mindestens 33 Langschwanzmakaken)
Jahr: 2007

Versuchsbeschreibung: Es wird Gewebe von getöteten Affen aus verschiedenen früheren Studien zur Giftigkeitsprüfung aus den Jahren 1992 – 2006 auf das Vorhandensein von Neubildungen (gutartige oder bösartige Tumoren) untersucht. Die Affen stammen entweder aus China, Mauritius, Vietnam oder der laboreigenen Zucht. Die Tiere werden einzeln in Stahlkäfigen gehalten und am Ende der Versuche getötet. Das Alter der betroffenen Tiere liegt zum Zeitpunkt der Tötung zwischen 2 Jahren und 2 Monaten und 13 Jahren und 9 Monaten.

Bereich: Pathologie

Originaltitel: Spontaneous neoplasms observed in cynomolgus monkeys (Macaca fascicularis) during a 15-year period

Autoren: J. Kaspareit *, S. Friderichs-Gromoll, E. Buse, G. Habermann

Institute: Abteilung für Pathologie, Covance Laboratories, Kesselfeld 29, 48163 Münster

Zeitschrift: Experimental and Toxicologic Pathology 2007: 59; 163–169

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4754



Dokument 475Titel: Funktionelle Erfassung der sexuellen Reife bei männlichen Makaken (Macaca fascicularis)
Hintergrund: Untersuchungen von Messgrößen zur Ermittlung der sexuellen Reife bei Javaneraffen. Es zeigte sich, dass es eine sehr starke Bandbreite hinsichtlich Alter, Größe, Herkunft und sexueller Reife gibt, was Auswirkungen auf die Aussagefähigkeit pharmakologischer Sicherheitsprüfungen hat.
Tiere: 956 Affen (Langschwanzmakaken)
Jahr: 2012

Versuchsbeschreibung: Es werden Daten von 956 männlichen Langschwanzmakaken ausgewertet, an denen zwischen 2004 bis 2010 Versuchen durchgeführt worden sind. Die Tiere sind zwischen 2,8 und 11,9 Jahre alt und stammen aus Mauritius oder vom asiatischen Festland (Vietnam oder China). Die Affen werden bei der Firma Covance, Münster, einzeln oder in Gruppen gehalten. Den Tieren wird eine Samenprobe entnommen, um die Spermienzahl in der Samenflüssigkeit und andere Parameter für Hinweise auf die sexuelle Reife zu erhalten. Dazu wird die anale Elektrostimulation eingesetzt, d.h. eine Sonde wird in den Mastdarm eines betäubten Tieres eingeführt und unter Strom gesetzt. Dadurch wird eine Ejakulation ausgelöst und die Samenflüssigkeit aufgefangen. Es werden je Tier maximal drei Versuche unternommen, Samenflüssigkeit zu gewinnen. Alle Affen gehen danach in präklinische sicherheitstoxikologische Versuche, d.h., an ihnen werden Substanzen auf ihre Giftigkeit getestet. Am Ende dieser Tests werden alle Affen getötet. Die toten Tiere werden gewogen, verschiedene Organe werden entnommen und untersucht.

Bereich: Toxikologie, Pharmakologie

Originaltitel: Functional assessment of sexual maturity in male macaques (Macaca fascicularis)

Autoren: C.M. Luetjens, G.F. Weinbauer

Institute: Covance Laboratories GmbH, Kesselfeld 29, 48163 Münster

Zeitschrift: Regulatory Toxicology and Pharmacology 2012: 63; 391–400

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4753



Dokument 476Titel: Wirkung auf Verhalten und Struktur nach einer einseitigen Injektion von Botulinumtoxin A in den Streifenhügel bei einem Rattenmodell der Parkinson’schen Krankheit
Hintergrund: Botulinumtoxin ("Botox") als Behandlung für Ratten mit künstlichen Parkinson-Symptomen.
Tiere: 68 Ratten
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Die Ratten werden von der Versuchstierzucht Charles River, Sulzfeld, bezogen. Es handelt sich um junge männliche Wistar-Ratten. Bei einem Teil der Ratten wird ein Nervengift (6-OHDA) in einen bestimmten Hirnbereich injiziert, das bestimmte Nervenzellen zerstört und so zu halbseitigen Parkinson-ähnlichen Symptomen führt. Kontrolltiere erhalten eine wirkungslose Substanz. Sechs Wochen später wird jeweils einigen Tiere aus beiden Gruppen Botulinumtoxin A (als Faltenglätter "Botox" bekannt) in das Gehirn gespritzt. Zwei Gruppen Ratten erhalten zum Vergleich eine wirkungslose Substanz.

In den folgenden anderthalb Jahren werden die Tiere in unterschiedlichen Zeitabständen Verhaltenstests zur Bewegungskoordination unterzogen. Eine Injektion von Amphetamin oder Apomorphin ruft bei den 6-OHDA-geschädigten Ratten normalerweise Rotationen hervor, d.h., die Tiere drehen sich durchschnittlich 8-mal pro Minute um sich selbst. Es wird gezählt, ob die mit Botox behandelten Ratten sich weniger drehen. Beim beschleunigten Rotarod-Test wird eine Ratte auf eine Trommel gesetzt, die sich zunächst mit 4 Umdrehungen pro Minute dreht und innerhalb von 5 Minuten auf 40 Umdrehungen pro Minute beschleunigt. Es wird die Zeit gemessen, bis die Ratte herunterfällt. Nach anderthalb Jahren werden die Ratten durch Injektion von Formalin ins Herz getötet, um ihr Hirngewebe zu untersuchen.

Bereich: Parkinson-Forschung

Originaltitel: Behavioral and structural effects of unilateral intrastriatal injections of botulinum neurotoxin A in the rat model of Parkinson’s disease

Autoren: Veronica Antipova (1), Alexander Hawlitschka (1), Eilhard Mix (2), Oliver Schmitt (1), Desiree Dräger (1), Reiner Benecke (2), Andreas Wree (1)*

Institute: (1) Institut für Anatomie, Universität Rostock, Gertrudenstr. 9, 18057 Rostock, (2) Institut für Neurologie, Universität Rostock, Rostock

Zeitschrift: Journal of Neuroscience Research 2013: 91; 838-847

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4752



Dokument 477Titel: Die Stimulation des AT2-Rezeptors erhöht die Plastizität nach Rückenmarkverletzung durch Herausregulierung der BDNF-Expression
Hintergrund: Behandlung einer künstlichen Rückenmarksquetschung.
Tiere: 48 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2013

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden von der zuständigen Behörde in Berlin genehmigt. Es werden weibliche Balb/C-Mäuse aus der Zucht der Tierversuchsabteilung der Charité verwendet. Bei den Mäusen werden unter Narkose die Rückenhaut und –muskulatur aufgeschnitten. In den 8. Brustwirbel (T8) wird ein Fenster geschnitten, um an das Rückenmark zu gelangen. Mit einer Zange wird mit einer definierten Kraft das Rückenmark für eine Sekunde gequetscht. Anschließend wird die Dura, die harten Hirnhaut, die das Rückenmark umschließt mit einer dicken Nadel durchstochen, um eventuell austretende Flüssigkeit abzulassen. Bei einigen Tieren wird ein mit einem Wirkstoff getränktes Gelkissen auf das Loch in der Dura gelegt. Bei einer anderen Gruppe Mäuse geschieht dies nicht. Muskeln und Haut werden über der Wunde chirurgisch verschlossen. Über einen Zeitraum von vier Wochen erhalten die Mäuse nun jeden Tag eine Wirksubstanz in die Bauchhöhle injiziert. Eine Gruppe Mäuse erhält zum Vergleich Wasser injiziert.

Während der vier Wochen werden regelmäßig Tests zum Gangverhalten der Tiere gemacht. Eine Maus wird auf eine Plattform gesetzt und es wird beobachtet, wie stark die Beine gelähmt sind. In einem weiteren Test werden die hinteren Fußsohlen mit schwarzer, die vorderen mit roter Farbe bestrichen, Die Maus muss über ein weißes Blatt Papier laufen. Die Pfotenabdrücke werden ausgewertet. Das weitere Schicksal dieser Mäuse wird nicht erwähnt.

Bei weiteren Mäusen mit Rückenmarkquetschung und mit und ohne Behandlung mit dem Wirkstoff wird zu einem nicht genannten Zeitpunkt ein Loch in den Schädel gebohrt, durch das ein Farbstoff in das Hirngewebe injiziert wird. Der Farbstoff wandert entlang der Nervenbahnen. Die Mäuse werden auf nicht genannte Weise getötet (unklar, zu welchem Zeitpunkt), um das angefärbte Rückenmark zu zeichnen und festzustellen, ob die Farbe über die Verletzung hinaus gewandert ist.

Die Arbeit wurde unterstützt durch Vicore Pharma, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und Fonds Wetenschappelijk Onderzoek – Vlaandern.

Bereich: Neurologie, Neuropharmakologie

Originaltitel: AT2-receptor stimulation enhances axonal plasticity after spinal cord injury by upregulating BDNF expression

Autoren: Pawel Namsolleck (1,7), Francesco Boato (2), Katja Schwengel (1), Ludovit Paulis (1), Katherine S. Matho (3), Nathalie Geurts (2), Christa Thöne-Reineke (1,4), Kristin Lucht (1), Kerstin Seidel (1), Anders Hallberg (5), Björn Dahlöf (6), Thmoas Unger (1,7), Sven Hendrix (2)*, U. Muscha Steckelings (1)

Institute: (1) Zentrum für Kardiovaskuläre Forschung, Institut für Pharmakologie, Charité-Universitätsmedizin, Hessische Str. 3-4, 10115 Berlin, (2) Department of Morphology and BIOMED Institute, Hasselt University, Diepenbeck, Belgien, (3) Université Pierre et Marie Curie, Paris, Frankreich, (4) FFM, Charité-Universitätsmedizin, Berlin, (5) Department of Medicinal Chemistry, Uppsala University, Uppsala, Schweden, (6) CARIM, Maastricht University, Maastricht, Niederlande

Zeitschrift: Neurobiology of Disease 2013: 51; 177-191

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4751



Dokument 478Titel: Therapeutisches Potential von Hemmern des Cannabinoid-Abbaus zur Behandlung von Stress-bedingter Überempfindlichkeit in einem Tiermodell für chronische Schmerzen
Hintergrund: Mäuse werden 11 Wochen lang in einen Zustand ständiger Angst und Schmerzen versetzt, den Zusammenhang zwischen chronischem Stress, Depression und Schmerzwahrnehmung zu untersuchen. Ergebnis: chronisch gestresste Mäuse haben eher Angst und Depressionen und reagieren empfindlicher auf starke Schmerzen. ?
Tiere: 64 Mäuse (mindestens)
Jahr: 2015

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz genehmigt. Die Herkunft der CB57BL/dJ-Mäuse wird nicht erwähnt. Die Tiere werden über 11 Wochen einem sogenannten CUS (chronic unpredictable stress) Protokoll ausgesetzt:

1. Maus allein im Käfig für 2-4 Stunden oder über Nacht

2. Platznot (6 Mäuse pro Käfig)

3. Für 2-3 Stunden in eine enge Plastikröhre gesteckt

4. Leerer Käfig ohne Einstreu

5. Käfig wird auf 2 cm Höhe mit Wasser gefüllt

6. Schmutziger Käfig

7. Licht über Nacht

8. Umgekehrter Licht-Dunkel-Zyklus

9. Nahrungs- und Wasserentzug

10. Käfig wird um 30° gekippt (2-3h)

11. Käfig wird 1-2 Stunden lang geschüttelt

12. Lautes Geräusch (100 dB) für 5-10 Minuten

13. Eine Maus wird mit einer aggressiven Maus konfrontiert

Jeden Tag werden 2-3 dieser Stressoren in zufälliger Reihenfolge über einen Zeitraum von 11 Wochen angewendet. In diesem Zeitraum bekommen die Tiere dreimal den Nervenwachstumsfaktor NGF in einen Hinterbeinmuskel gespritzt, was zu starken, lang anhaltenden Schmerzen führt. Ab Woche 5 des CUP wird bei der Hälfte der Tiere täglich ein potentiell Angst lindernder Wirkstoff in die Bauchhohle gespritzt.

Im Laufe der 11 Wochen werden bei allen Mäusen mehrere Tests zum Angst- und Depressionsverhalten sowie zur Schmerzwahrnehmung durchgeführt. Beim Elevated Plus Maze Test wird eine Maus in ein erhöhtes Plus-förmiges Labyrinth mit zwei offenen und zwei geschlossenen Armen gesetzt. Mäuse, die sich eher in den geschützten, geschlossenen Bereichen aufhalten, gelten als ängstlich. Im Hell-Dunkel-Test kann sich die Maus zwischen einer schützenden dunklen und einer Angst einflößenden hellen Kammer einer Box entscheiden. Beim Forcierten Schwimmtest wird eine Maus an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in einen wassergefüllten Behälter gesetzt. Es wird am 2. Tag die Zeit gemessen, die die Maus bewegungslos im Wasser treibt. Je eher die Maus aufgibt und nicht schwimmt, desto größer soll die Depression sein.

Zur Schmerzwahrnehmung dienen der Hot-Plate-Test und der Frey-Filament-Test. Bei ersterem wird eine Maus auf eine 40 Grad heiße Platte gesetzt und die Zeit gemessen, bis das Tier die Pfoten hochzieht, leckt oder springt. Beim Frey-Test wird eine Maus in einen Käfig mit löchrigem Boden gesetzt. Mit Frey-Filamenten (Nylonfasern verschiedener Stärke) wird durch die Löcher eine Fußsohle berührt, bis die Maus die Pfote wegzieht.

Schließlich werden die Tiere unter Betäubung durch Enthauptung getötet, das Gehirn wird entnommen und untersucht.

Diese Arbeit wurde vom BMBF und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Schmerzforschung, Neuropsychopharmakologie

Originaltitel: Therapeutic potential of inhibitors of endocannabinoid degradation for the treatment of stress-related hyperalgesia in a animal model of chronic pain

Autoren: Ermelinda Lomazzo (1), Laura Bindila (1), Floor Remmers (1), Raissa Lerner (1), Claudia Schwitter (1), Ulrich Hoheisel (2), Beat Lutz (1)*

Institute: (1) Institut für Physiologische Chemie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Duesbergweg 6, 55128 Mainz, (2) Institut für Neuropysiologie, CBTM, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim

Zeitschrift: Neuropsychopharmakologie 2015: 40, 488-501

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4750



Dokument 479Titel: Chronischer Stress führt zu epigenetischer Dysregulation in den Neuropeptid-Y- und Cannabinoid-CB1-Rezeptor-Genen des cingulierten Kortex der Maus
Hintergrund: Mäuse werden 11 Wochen lang in einen Zustand ständiger Angst und Schmerzen versetzt, um die Veränderungen im Gehirn zu untersuchen. Ergebnis: chronisch gestresste Mäuse haben eher Angst und Depressionen und reagieren empfindlicher auf starke Schmerzen.
Tiere: 96 Mäuse (ca.)
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz genehmigt. Die Herkunft der CB57BL/dJ-Mäuse wird nicht erwähnt. Die Tiere werden über 11 Wochen einem sogenannten CUS (chronic unpredictable stress) Protokoll ausgesetzt. Für Details wird auf eine ältere Studie derselben Autoren verwiesen:

1. Maus allein im Käfig für 2-4 Stunden oder über Nacht

2. Platznot (6 Mäuse pro Käfig)

3. Für 2-3 Stunden in eine enge Plastikröhre gesteckt

4. Leerer Käfig ohne Einstreu

5. Käfig wird auf 2 cm Höhe mit Wasser gefüllt

6. Schmutziger Käfig

7. Licht über Nacht

8. Umgekehrter Licht-Dunkel-Zyklus

9. Nahrungs- und Wasserentzug

10. Käfig wird um 30° gekippt (2-3h)

11. Käfig wird 1-2 Stunden lang geschüttelt

12. Lautes Geräusch (100 dB) für 5-10 Minuten

13. Eine Maus wird mit einer aggressiven Maus konfrontiert

Jeden Tag werden 2-3 dieser Stressoren in zufälliger Reihenfolge über einen Zeitraum von 11 Wochen angewendet. In diesem Zeitraum bekommen die Tiere dreimal den Nervenwachstumsfaktor NGF in einen Hinterbeinmuskel gespritzt, was zu starken, lang anhaltenden Schmerzen führt. Ab Woche 5 des CUP wird bei der Hälfte der Tiere täglich ein potentiell Angst lindernder Wirkstoff in die Bauchhohle gespritzt.

Bei allen Mäusen werden drei Tests zum Angst- und Depressionsverhalten durchgeführt, zu welchem Zeitpunkt genau, wird nicht erwähnt. Beim Elevated Plus Maze Test wird eine Maus in ein erhöhtes Plus-förmiges Labyrinth mit zwei offenen und zwei geschlossenen Armen gesetzt. Mäuse, die sich eher in den geschützten, geschlossenen Bereichen aufhalten, gelten als ängstlich. Im Hell-Dunkel-Test kann sich die Maus zwischen einer schützenden dunklen und einer Angst einflößenden hellen Kammer einer Box entscheiden. Beim Forcierten Schwimmtest wird eine Maus an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in einen wassergefüllten Behälter gesetzt. Es wird am zweiten Tag die Zeit gemessen, die die Maus bewegungslos im Wasser treibt. Je eher die Maus aufgibt und nicht schwimmt, desto größer soll die Depression sein. Schließlich werden die Tiere unter Betäubung durch Enthauptung getötet, das Gehirn wird entnommen und untersucht.

Diese Arbeit wurde vom BMBF und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Bereich: Stressforschung, Neuropsychopharmakologie, Neuropharmakologie

Originaltitel: Chronic stress leads to epigenetic dysregulation in the neuropeptide-Y and cannabinoid CB1 receptor genes in the mouse cingulate cortex

Autoren: Ermelinda Lomazzo, Florian König, Leila Abassi, Ruth Jelinek, Beat Lutz*

Institute: Institut für Physiologische Chemie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Duesbergweg 6, 55128 Mainz

Zeitschrift: Neuropharmacology 2016: 113; 301-313

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4749



Dokument 480Titel: In vivo-Verteilung von Nanosilber in der Ratte: Die Rolle von Ionen und de novo gebildeten Sekundärteilchen
Hintergrund: Untersuchung der Toxikokinetik (Verteilung einer Substanz im Körper) von Silbernanopartikeln.
Tiere: 40 Ratten
Jahr: 2016

Versuchsbeschreibung: Die Tierversuche werden am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) durchgeführt. Ein Ort wird nicht genannt. Das ITEM hat Standorte in Hannover und Braunschweig. Die männlichen Ratten werden bei Charles River in Sulzfeld gekauft und einzeln in Stoffwechselkäfigen gehalten, in denen alle Ausscheidungen aufgefangen werden können. 32 Ratten wird eine Lösung mit Silbernanopartikeln mit der Pipette eingeflößt. Eine andere Gruppe mit 8 Ratten erhält die Silbernanopartikel in die Schwanzvene injiziert. Die Konzentrationen werden so gewählt, dass keines der Tiere Vergiftungserscheinungen zeigt. Die Tiere werden zwischen einem und 7 Tagen nach der Behandlung auf nicht genannte Weise getötet. Die Organe der getöteten Ratten werden untersucht.

Diese Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Institut für Risikobewertung und dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit BAG, unterstützt.

Bereich: Nanoforschung, Toxikologie

Originaltitel: In vivo distribution of nanosilver in the rat: The role of ions and de novo-formed secondary particles

Autoren: Sabine Juling (1), Gerald Bachler (2), Natalie von Götz (2), Dajana Lichtenstein (1), Linda Böhmert (1), Alicia Niedzwiecka (1), Sören Selve (3), Albert Braeuning (1), Alfonso Lampen (1)

Institute: (1) Lebensmittelsicherheit, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin, (2) Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften, ETH Zürich, Schweiz, (3) Zentraleinrichtung Elektronenmikroskopie (ZELMI), Technische Universität Berlin

Zeitschrift: Food and Chemical Toxicology 2016: 97; 327-335

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 4748