Wo werden Tierversuche an Hunden und Katzen gemacht?
Tierversuche finden bis heute im Verborgenen statt. Weder Forschungseinrichtungen noch Behörden schaffen ausreichend Transparenz darüber, wo, in welchem Umfang und an welchen Tierarten experimentiert wird. Die Tierversuchsstatistiken des Bundesinstituts für Risikobewertung sind für die einzelnen Bundesländer lediglich nach übergeordneten Versuchszwecken aufgeschlüsselt. Konkrete Rückschlüsse auf bestimmte Einrichtungen oder Orte lassen sich daraus kaum ziehen.
Besonders undurchsichtig ist die Situation bei Hunden und Katzen – also ausgerechnet bei jenen Tierarten, zu denen viele Menschen eine enge emotionale Bindung haben. Trotz ihrer besonderen gesellschaftlichen Bedeutung ist kaum nachvollziehbar, wo und zu welchen Zwecken sie in Laboren verwendet werden.
Vor diesem Hintergrund haben wir eine umfassende Recherche durchgeführt. Ziel war es, erstmals systematisch offenzulegen, an welchen Einrichtungen in Deutschland Hunde und Katzen in Tierversuchen verwendet werden und wie sich deren Einsatz regional verteilt. Die Ergebnisse zeigen nicht nur Schwerpunkte und Entwicklungen, sondern machen auch deutlich, wie groß die bestehenden Informationslücken weiterhin sind.
Recherche
Um mehr Klarheit über Tierversuche an Hunden und Katzen in Deutschland zu bekommen und die Öffentlichkeit zu informieren, haben wir eine umfassende Recherche initiiert. Ziel war es, herauszufinden, an welchen Einrichtungen in Deutschland Hunde und Katzen tatsächlich verwendet werden. Grundlage unserer Untersuchung war die offizielle Bundesländerstatistik (1) zur Verwendung dieser Tierarten im Zeitraum von 2015 bis 2024. Diese Daten haben wir mit Informationen aus parlamentarischen Anfragen (2), Einträgen in unserer „Datenbank Tierversuche“ (3), unserer Labor-Adressliste (4) sowie mit Hinweisen aus Insiderkreisen abgeglichen.
Das Ergebnis ist ein erster Überblick über die Schwerpunkte der Tierversuche an Hunden und Katzen in Deutschland. Bei der folgenden Tabelle ist zu berücksichtigen, dass es noch sehr viele Lücken und offene Fragen gibt.
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Bundesland |
Einrichtung |
Versuche an Hunden |
Versuche an Katzen |
|
Baden-Württemberg |
Baden-Württemberg insgesamt |
ja |
bis 2019 |
|
Boehringer Ingelheim in Biberach an der Riß |
ja |
- |
|
|
Bayern |
Bayern insgesamt |
ja |
ja |
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Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, Tierärztliche Fakultät |
ja |
ja |
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Klifovet AG, München |
ja |
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Berlin |
Berlin insgesamt |
ja |
ja |
|
Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin |
ja |
ja |
|
|
Bayer AG |
bis 2020 |
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|
Brandenburg |
- |
bis 2020 |
bis 2020 |
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Bremen |
- |
- |
- |
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Hamburg |
- |
- |
bis 2017 |
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Hessen |
Hessen insgesamt |
ja |
ja |
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Ernst Strüngmann Institut (ESI), Frankfurt |
- |
ja |
|
|
Abbvie GmbH & Co KG, Wiesbaden |
ja |
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|
Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich Veterinärmedizin |
ja |
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|
Mecklenburg-Vorpommern |
Mecklenburg-Vorpommern insgesamt |
ja |
ja |
|
Universitätsmedizin Rostock |
ja |
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Niedersachsen |
Niedersachsen insgesamt |
ja |
ja |
|
LPT, Standort Mienenbüttel |
bis 2022 |
ja |
|
|
Tiermedizinische Hochschule Hannover (TiHo) |
ja |
ja |
|
|
Medizinische Hochschule Hannover (MHH) |
ja |
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|
Universität Göttingen |
ja |
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|
BioMedVet, Walsrode |
ja |
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Nordrhein-Westfalen |
Nordrhein-Westfalen insgesamt |
ja |
ja |
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Bayer Animal Health GmbH / Elanco Animal Health GmbH, Leverkusen |
ja |
ja |
|
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Bayer Health Care GmbH / Bayer Pharmaceuticals, Wuppertal |
ja |
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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
bis 2018 |
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Rheinland-Pfalz |
Rheinland-Pfalz insgesamt |
ja |
ja |
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MSD Animal Health, Schwabenheim |
ja |
ja |
|
|
Abbvie Deutschland, Ludwigshafen |
ja |
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Saarland |
- |
- |
- |
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Sachsen |
Sachsen insgesamt |
ja |
- |
|
Universität Leipzig, Veterinärmedizinische Fakultät |
ja |
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Sachsen-Anhalt |
Sachsen-Anhalt insgesamt |
ja |
- |
|
Firma Ceva Innovation GmbH, Dessau-Roßlau |
ja |
||
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Schleswig-Holstein |
Schleswig-Holstein insgesamt |
ja |
ja |
|
Universität Kiel |
ja |
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Thüringen |
Thüringen insgesamt |
ja |
- |
Tabelle 1: Einrichtungen, an denen nachweislich Hunde- und Katzenversuche stattfinden oder -fanden.

Grafik 1: Übersichtskarte über Städte, in denen Tierversuche an Hunden oder Katzen stattfinden.
Anzahl der in Deutschland verwendeten Hunde und Katzen
In den letzten zehn Jahren wurden in Deutschland zwischen 2.200 und 4.500 Hunde pro Jahr in Tierversuchen verwendet, wobei die Zahlen in den ersten fünf Jahren deutlich höher lagen. Bei den Katzen schwankte die Zahl zwischen 544 und über 1.000 Tiere. Die Angaben beziehen sich auf die erstmals und wiederholt verwendeten sowie die zur Organ- oder Gewebeentnahme getöteten Tiere. Diese sogenannte „Tötung zu wissenschaftlichen Zwecken“ spielt allerdings bei Hunden und Katzen so gut wie keine Rolle.
|
Jahr |
2015 |
2016 |
2017 |
2018 |
2019 |
2020 |
2021 |
2022 |
2023 |
2024 |
|
Hunde |
4.491 |
3.977 |
3.334 |
3.993 |
3.527 |
2.562 |
2.658 |
2.877 |
2.551 |
2.222 |
|
Katzen |
1.112 |
766 |
718 |
765 |
954 |
644 |
862 |
538 |
544 |
700 |
Tabelle 2: Verwendung von Hunden und Katzen in Tierversuchen in Deutschland (5).
Bundesländer, in denen kaum oder keine Hunde und Katzen verwendet werden
Bremen, Saarland
keine
Brandenburg
einige wenige Hunde und Katzen in der angewandten Forschung und Regulatorik; seit 2020 gar keine mehr
Hamburg
2015/2016/2017: 2-4 Katzen, seit 2018 weder Hunde noch Katzen
Mecklenburg-Vorpommern
2015: 16 Hunde und keine Katzen; 2016-2022 keine Hunde, keine Katzen
2024: plötzlich eine enorm hohe Zahl (99 Hunde und 103 Katzen) in der angewandten Forschung
Katzenversuche aus Mecklenburg-Vorpommern sind in unserer Datenbank nicht registriert. Aber es gibt zwei Einträge zu Hunden aus der Universitätsmedizin Rostock. An der Poliklinik für Kieferorthopädie wurden 4 Beagle-Hunden Löcher in den Kiefer gebohrt, um Knochenersatzmaterialien zu testen (6). An der Medizinischen Klinik III Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin wurden 22 Hunden Knochenmarkszellen transplantiert (7). Beide Versuchsreihen wurden vermutlich 2012/2013 durchgeführt, aber erst 2022/2024 veröffentlicht. Unklar ist, wie die plötzlich auftretenden hohen Tierzahlen zustande kommen. Wurden mehrere Versuchsreihen vielleicht vor einigen Jahren begonnen und die Hunde erst 2024 gezählt?
Andere tierexperimentelle Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern sind die Universität Greifswald und das Leibniz-Institut für Nutztierökologie in Dummerstorf, die beide für Hundeversuche eher nicht in Frage kommen. Hat vielleicht das Friedrich-Loeffler-Institut, Insel Riems, eine Studie an Hunden durchgeführt? Die hohe Zahl der Tiere spricht eher für Pharmaindustrie, die aber unseres Wissens in dem Bundesland nicht ansässig ist. Oder hat sich ein spezialisiertes Labor in Mecklenburg-Vorpommern neu angesiedelt?
Sachsen-Anhalt
keine Katzenverwendung in Sachsen-Anhalt
2015-2019: 7-24 Hunde im regulatorischen Bereich; 2022 40 Hunde, sonst keine
Laut der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hat eine Einrichtung eine Haltungsgenehmigung für 96 Hunde (8). Welche dies ist, wird daraus nicht ersichtlich.
Aus Informationen der Gruppe Camp Beagle geht hervor, dass 2012 zwanzig Hunde an die Firma Ceva Innovation GmbH geliefert wurden. Es ist wahrscheinlich, dass diese Pharmafirma in Dessau-Roßlau für sämtliche Hundeverwendung in Sachsen-Anhalt verantwortlich ist.
Schleswig-Holstein
2015-2019: 0-2 Hunde und Katzen
2020: 21 Katzen in verschiedenen Bereichen
2021/2022: wenige Hunde und Katzen in der Ausbildung
2023: 40 Hunde, 2 Katzen Ausbildung
2024: 72 Hunde, 2 Katzen Ausbildung
Laut Antwort auf eine parlamentarische Anfrage (9) sind an der Universität Kiel Privathunde für die Ausbildung zum Tierpfleger verwendet worden. Weitere Privathunde wurden in einer privatwirtschaftlichen Einrichtung zur tiermedizinischen Weiterbildung verwendet. Möglicherweise handelt es sich um die Firma Johnson & Johnson MEDICAL in Norderstedt.
Die Katzen müssten ebenfalls diesen beiden Einrichtungen zuzuordnen sein.
Thüringen
keine Katzenverwendung in Thüringen
2015-2020: niedrige Zahlen Hunde in Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Ausbildung
2021: keine
2022: 100 Hunde Grundlagenforschung, 10 Ausbildung
2023: 10 Hunde Ausbildung
2024: 23 Hunde angewandte Forschung
Laut Antwort auf eine parlamentarische Anfrage gibt es eine Einrichtung, die aber keine Haltungsgenehmigung mehr hat (10). Zuletzt sollen 2018 fünf Beagle verwendet worden sein. Wo kommen dann die Zahlen in der Statistik her? In Frage kommen die Universität Jena oder das FZMB e.V. Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie in Bad Langensalza.
Sachsen
keine Katzenverwendung in Sachsen
2015-2019: zwischen 18 und 156 Hunde in Grundlagen- und angewandte Forschung
2020-2023: jeweils einige (11-47) Hunde zusammen in Grundlagenforschung und Ausbildung
2024: 16 Hunde in der Ausbildung
In der Antwort zu einer Kleinen Anfrage wird die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig als einzige Einrichtung genannt mit einer Haltungsgenehmigung für 11 Hunde (11). Die Zahlen aus der Bundesländerstatistik stimmen mit dieser Information überein. Im Tiermedizinstudium werden sicher Bestands- und Privathunde in der Ausbildung verwendet. Ebenso ist Grundlagenforschung dort wahrscheinlich. In der Tierversuchs-Datenbank finden sich im Untersuchungszeitraum keine Einträge zu Hunden in Leipzig.
Bundesländer mit viel Hunde- und Katzenverwendung
Baden-Württemberg

Grafik 2: Anzahl der in Tierversuchen verwendeten Hunde in Baden-Württemberg, aufgeschlüsselt nach Jahr und Verwendungszweck.
Katzen
Einige Katzen wurden in den frühen Jahren für die Ausbildung verwendet, ab 2020 gar nicht mehr.
Hunde
Ab 2015 um oder über 500 Hunde für regulatorische und angewandte Zwecke (höchste Zahl 687 im Jahr 2015). In den letzten 2 Jahren (2023/2024) sank die Zahl auf um 360 Hunde. In allen Jahren wurden zudem bis zu 47 Hunde für die Ausbildung verwendet.
Die Hunde in den Bereichen Regulatorik und angewandte Forschung sowie möglicherweise auch die Tiere in der Ausbildung werden sehr wahrscheinlich bei Boehringer Ingelheim in Biberach an der Riß verwendet. In unserer Datenbank finden sich zwei Einträge von Boehringer Ingelheim. In einer Studie werden 30 Hunden Messsonden am Herzen eingepflanzt, um ein Herzmedikament zu testen (12). In einer anderen Studie wird 13 Hunden eine Testsubstanz 28 Tage lang mit einer Schlundsonde in den Magen eingegeben. Nach 4 Wochen werden die Tiere getötet (13).
Denkbar für die Verwendung von Hunden ist auch die Niederlassung der Firma Roche in Grenzach.
Da so gut wie keine Hunde in der Grundlagenforschung verwendet werden, ist fraglich, ob an den in Baden-Württemberg ansässigen Universitäten Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart-Hohenheim, Tübingen, Ulm sowie verschiedenen anderen Institutionen wie Max-Planck-Institut Hundeversuche durchgeführt werden.
Bayern

Grafik 3: Anzahl der in Tierversuchen verwendeten Hunde und Katzen in Bayern, aufgeschlüsselt nach Jahr und Verwendungszweck.
Katzen
Seit 2021 ist Bayern mit einem Viertel bis einem Drittel aller Katzenversuche (110-225 Tiere) nach NRW der zweitgrößte Katzenverbraucher. Auch in den Vorjahren waren die Katzenzahlen hoch, oft über 100 oder 200. Alle Katzen wurden in den Bereichen der regulatorischen und angewandten Forschung verwendet.
Die hohe Anzahl an Katzen geht vermutlich auf das Konto der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und hier des Lehrstuhls für Tierernährung und Diätetik der Tierärztlichen Fakultät in Oberschleißheim. In unserer Datenbank sind aus dieser Einrichtung drei Einträge gelistet mit zusammen 45 Katzen. Bei allen geht es um den Einfluss der Futterzusammensetzung auf die Nierenfunktion (14,15,16).
Hunde
Die Zahl der im regulatorischen Bereich verwendeten Hunde schwankte bis 2021 sehr stark zwischen 12 und 169. Gleiches gilt für die angewandte Forschung. Ab 2022 ging die Zahl in beiden Bereichen stark zurück, 2024 wurden gar keine Hunde mehr in diesen Bereichen verbraucht. Die Grundlagenforschung spielte nur in den Jahren 2018-2020 eine Rolle (22-30 Hunde). Ab 2018 wurden regelmäßig Hunde für die Ausbildung verwendet (19-61 Hunde).
Laut einer parlamentarischen Anfrage wurden 2018 Hunde am Lehrstuhl für Bakteriologie und Mykologie, Lehrstuhl für Virologie sowie dem Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik der Tierärztlichen Fakultät der LMU München gehalten (17). Es ist anzunehmen, dass die Tierärztliche Fakultät auch Hunde im Bereich der Ausbildung verwendet.
Aus einer anderen Anfrage geht hervor, dass es 2021 in Bayern weniger als 10 Einrichtungen gibt, an denen Hundeversuche beantragt oder durchgeführt werden. Diese befinden sich in den Regierungsbezirken Mittelfranken, Unterfranken und Oberbayern (18). Welche dies genau sind, ist unklar.
Im Jahr 2019 stellten wir Strafanzeige gegen die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) wegen Verdachts auf illegale Versuche an Hunden und Schweinen (19). Dieser Verdacht hatte sich aus Artikeln in Fachzeitschriften ergeben. Die Strafanzeige wurde eingestellt und die zuständige Behörde gab an, es haben keine Versuche an Hunden stattgefunden. Für eine Verwendung von Hunden zu späteren Zeitpunkten an der FAU gibt es keine Belege.
Das Auftragsforschungslabor Klifovet AG, München, testet laut eigener Website tiermedizinische Produkte unter anderem an Hunden (20). Es ist anzunehmen, dass ein Teil der in den Statistiken aufgeführten Hunde hier verwendet wurden.
Sehr wahrscheinlich ist auch eine Hundeverwendung bei der Firma NUVISAN Pharma Service in Grafing (21).
Ein weiteres Auftragslabor ist BSL Bioservice GmbH in München. Ob hier an Hunden getestet wird, ist uns nicht bekannt.
Denkbar sind Hundeversuche außerdem an der Technischen Universität München mit Standorten in München und Freising, das Helmholtz-Zentrum München mit Standort in Neuherberg sowie der Pharmakonzern Roche in Penzberg. Hier werden möglicherweise regulatorische Tierversuche an Hunden durchgeführt.
Berlin

Grafik 4: Anzahl der in Tierversuchen verwendeten Hunde in Berlin, aufgeschlüsselt nach Jahr und Verwendungszweck.
Katzen
In der regulatorischen und angewandten Forschung wurden Katzen nur in geringem Maße verwendet und seit 2022 gar nicht mehr. In der Grundlagenforschung wurden bis 2020 im Jahr 22-46 Katzen verwendet, seit 2021 gar keine mehr.
Mehrere Einträge in unserer Tierversuchsdatenbank deuten darauf hin, dass Katzen hauptsächlich am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin verwendet werden. Dabei geht es um die Auswirkungen der Zusammensetzung von Katzenfutter (22, 23, 24).
Hunde
Pro Jahr wurde eine Anzahl Hunde im mittleren zweistelligen Bereich in der regulatorischen und angewandten Forschung verwendet. 2016 sticht mit 254 Hunden heraus. Die Zahlen gehen ab 2022 deutlich zurück. Auch in der Grundlagenforschung sinken die Zahlen von über 90 in den frühen Jahren bis auf 1 – 11 in den letzten vier Jahren. Hingegen fällt die steigende Anzahl im Bereich der Ausbildung auf. War es zunächst eine mittlere zweistellige Zahl, stiegen sie in den letzten drei Jahren auf über 100 Hunde.
Haupthundenutzer ist die Freie Universität (FU) Berlin und hier der Fachbereich Veterinärmedizin. Im Februar 2025 wurden am Institut für Tierernährung 16 Hunde gehalten, am Institut für Pharmakologie und Toxikologie 18 Hunde und am Institut für Parasitologie und Tropenmedizin 25 Hunde (25). Über letzteres hatte es 2024 Beschwerden von Anwohnern gegeben. An den Tieren wurden Parasitenmittel getestet (26).
Die zu Ausbildungszwecken verwendeten Hunde gehen ebenfalls – zumindest zum größten Teil - auf das Konto des Fachbereichs Veterinärmedizin der FU, wie sich aus einer parlamentarischen Anfrage ergibt. Demnach wurden 2021-2024 jeweils zwischen 28 und 41 Hunde verwendet (27). Der starke Anstieg der Zahlen seit 2022 ist jedoch nicht zu erklären.
Bis 2020 wurden Hunde auch von der Bayer AG Hunde verwendet (25). Dies spiegelt sich in den sinkenden Zahlen in den Bereichen der regulatorischen und angewandten Forschung wider.
Hessen

Grafik 5: Anzahl der in Tierversuchen verwendeten Hunde und Katzen in Hessen, aufgeschlüsselt nach Jahr und Verwendungszweck.
Katzen
Katzen werden überwiegend im regulatorischen und angewandten Bereich verwendet. Die Zahlen liegen meist im unteren zweistelligen Bereich. Nur das Jahr 2002 sticht heraus mit 103 Katzen im regulatorischen Bereich und 42 Katzen in der angewandten Forschung.
Die Katzen im Bereich der angewandten Forschung und die einzige Verwendung in der Grundlagenforschung (14 im Jahr 2022) gehen sehr wahrscheinlich auf das Konto des Ernst Strüngmann Instituts (ESI) in Frankfurt. Aus dieser Einrichtung haben wir mehrere Einträge in unserer Datenbank. Immer geht es dabei um abstrakte Hirnforschung. Narkotisierten Katzen wird ein Loch in den Schädel gebohrt, es werden Elektroden in das Gehirn eingelassen und vor den Augen Reize (z.B. Lichtblitze oder Zeichen auf einem Monitor) gezeigt, während gleichzeitig Hirnströme gemessen werden. In einem Fall dauern die Versuche fünf Tage. Am Ende werden alle Katzen getötet (28, 29, 30, 31).
Für die Katzenverwendung im regulatorischen und angewandten Bereich kommen wahrscheinlich die Pharmakonzerne Merck in Darmstadt, Sanofi in Frankfurt, CSL Behring in Marburg, CSK Vaccines in Marburg und/oder AbbVie in Wiesbaden in Frage.
Hunde
Hessen ist in den letzten Jahren der größte (2021, 2022) oder zweitgrößte (2020, 2024) Hundeverbraucher Deutschlands. In den früheren Jahren waren die Zahlen in Niedersachsen (LPT-Standort Mienenbüttel) und Nordrhein-Westfalen (Bayer) noch deutlich höher.
Es wird über alle Jahre eine große Anzahl Hunde in der Regulatorik verwendet, oft über 300 oder 400 Tiere (bis zu einem Höchstwert von 526 Hunden im Jahr 2023). Einzige Ausnahme ist das Jahr 2019 mit nur 16 Hunden in diesem Bereich. Ab 2018 gibt es ebenfalls sehr hohe Zahlen im Bereich der Ausbildung, meist über 200 Tiere (Höchstwert 292 Hunde in 2023). Die Grundlagenforschung spielt erst ab 2021 mit 30 bis 179 Hunden eine Rolle.
Laut Recherchen von Camp Beagle wurden 2021-2022 insgesamt 54 Beagle-Hunde aus den USA an die Pharmafirma AbbVie geliefert, wobei unklar ist, ob es sich um den Standort in Wiesbaden (Hessen) oder den in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) handelt.
Im Jahr 2012 wurden von den Pharmakonzernen Merck KgaA, Darmstadt und Sanofi-Aventis GmbH, Darmstadt, Hunde verwendet (32). Es ist denkbar, dass diese Unternehmen weiterhin Hunde verwenden und so für die sehr hohen Zahlen im Bereich der regulatorischen Versuche verantwortlich sind. Ebenso könnten die Hunde im Ausbildungsbereich bei der Pharmaindustrie angesiedelt sein, um ihre Mitarbeiter zu schulen.
Sowohl in der Forschung als auch der Ausbildung werden Hunde am Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität verwendet (33). Die Forschung umfasst dieser Quelle zufolge MRT- und CT-Untersuchungen zu neurologischen Fragestellungen, Nierenfunktionsmessungen, Testung von Antidepressiva sowie Blutspenden für Hundepatienten.
Niedersachsen

Grafik 6: Anzahl der in Tierversuchen verwendeten Hunde und Katzen in Niedersachsen, aufgeschlüsselt nach Jahr und Verwendungszweck.
Katzen
In Niedersachsen gab es bis 2021 konstant hohe Zahlen von zum Teil über 100 Katzen jeweils im Bereich der Regulatorik und angewandten Forschung. Ab 2022 flachen diese Bereiche ab (22-32 Katzen). In der Grundlagenforschung werden meist um 50-70 Katzen verwendet, Ausnahme ist 2019 mit 144 Katzen. Auch in der Grundlagenforschung werden ab 2022 weniger Tiere verwendet (0-22). Weitere Katzen (bis zu 37) werden für die Ausbildung verwendet.
Im niedersächsischen Standort des Laboratory for Pharmacology and Toxicology (LPT) in Mienenbüttel wurden neben Affen und Hunden auch Katzen für Giftigkeitsprüfungen verwendet, bis das Labor 2022 aufgrund des öffentlichen Drucks nach einer Undercover-Recherche schließen musste. Dies passt zu den Zahlen, die im regulatorischen und angewandten Bereich ab diesem Jahr stark zurückgehen. Wo die zahlenmäßig reduzierten Versuche insbesondere im regulatorischen Bereich nach Schließung des LPT durchgeführt werden, ist unklar.
Grundlagen- sowie angewandte Forschung an Katzen werden an der Tiermedizinischen Hochschule Hannover (TiHo), der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), sowie an der Universität Göttingen durchgeführt. Für alle drei haben wir Einträge in unserer Datenbank. An der TiHo wurden Katzen mit Toxoplasmose (34, 35), Lungenwürmern (36, 37) und Hakenwürmern (38) infiziert. In einer weiteren Studie wird ergründet, ob Katzen, bei einem Geräusch hinter dem Kopf, ihren Kopf eher nach links oder nach rechts drehen (39). An der MHH werden Katzen durch eine Chemikalie taub gemacht, um eine Hörprothese zu testen (40, 41, 42, 43, 44). An der Universität Göttingen wird bei Katzen eine schmerzhafte Entzündung des Wadenmuskels ausgelöst. Dann wird unter Narkose das Rückenmark freigelegt, um Nervenströme zu messen (45).
Im Bereich der Ausbildung wurden Jahr für Jahr um die 30 Katzen verwendet. Ab 2022 sank die Zahl deutlich. Es ist anzunehmen, dass diese Tiere vom LPT zur Schulung ihrer Mitarbeiter verwendet wurden. Weitere Katzen dürften von der TiHo für die Tiermedizinstudenten verwendet werden.
Hunde
Niedersachsen war in manchen Jahren (2015, 2018) der größte Hundeverbraucher Deutschlands. Die Gesamtzahlen lagen zwischen 822 und über 1.400 Tiere. 2020 sank die Zahl auf 300-400 pro Jahr, 2024 waren es sogar „nur“ noch 121 Hunde. Den größten Anteil hatten die regulatorischen Versuche - über 400 vor 2019, danach zwischen 0 und 123 Hunde.
Auch die angewandte Forschung verzeichnet konstant hohe Hundezahlen von oft über 100 Tieren (Höchstzahl 426 im Jahr 2018). 2024 sank die Zahl auf 39 Hunde.
Die Regulatorik und möglicherweise ein Teil der angewandten Forschung ist auf das LPT zurückzuführen, wo bis 2022 in großem Umfang Auftragsforschung an Hunden durchgeführt wurde. Der schon ab 2020 sichtbare Rückgang ist möglicherweise auf den verstärkten öffentlichen Druck durch die Veröffentlichung des Bildmaterials zurückzuführen.
Ein weiteres Auftragslabor ist BioMedVet in Walsrode. Hier wurde laut eines Eintrags in unserer Datenbank im Auftrag von Boehringer Ingelheim ein Herzmittel an Hunden getestet (12).
Hunde in der Grundlagenforschung und große Teile der angewandten Forschung sowie zu Ausbildungszwecken werden vor allem an der TiHo Hannover verwendet. In unserer Datenbank haben wir mehrere Beispiele aus der TiHo dokumentiert. So wurde die Herz-Kreislauf-Funktion eines angstlösenden Medikamentes an Hunden getestet (46), eine Kältebehandlung als Schmerztherapie (47), die Verdaulichkeit von Schlachtabfällen in Hundefutter (48), eine chemische Kastration (49), ein Wurmmittel (38), Schmerzversuche (50, 51, 52) und die Nebenwirkungen von Diclofenac (53).
Dies deckt sich mit Recherchen von Camp Beagle, der zufolge 2021 und 2022 Hunde aus den USA an die TiHo Hannover geliefert wurden.
Die TiHo dürfte auch verantwortlich sein für die Hundeverwendung zu Ausbildungszwecken.
Ein weiterer, in unserer Datenbank dokumentierter Versuch, bei dem ein Herzmittel an Hunden getestet wurde, fand wahrscheinlich an der Universitätsmedizin Göttingen statt (54). Hundeversuche sind auch an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) denkbar. Weitere mögliche Labore für Hundeversuche in Niedersachsen konnten nicht identifiziert werden.
Nordrhein-Westfalen

Grafik 7: Anzahl der in Tierversuchen verwendeten Hunde und Katzen in Nordrhein-Westfalen, aufgeschlüsselt nach Jahr und Verwendungszweck.
Katzen
Die Zahlen lagen fast durchweg um oder über 200, im Jahr 2015 waren es gar über 400 Katzen. Nordrhein-Westfalen war damit in den Jahren 2015, 2017 sowie 2021 - 2024 der größte Katzenverbraucher. Die Schwerpunkte lagen deutlich im regulatorischen Bereich mit oft um oder über 200 Tieren. Ein sehr viel kleinerer Anteil machte die angewandte Forschung und die Ausbildung aus.
Den größten Anteil dürfte die Firma Bayer Animal Health in Leverkusen zu verantworten haben. In unserer Datenbank findet sich eine Studie aus dem Jahr 2020, bei der ein Anti-Parasitenmittel an 72 Katzen getestet wurde (55). Bayer hat 2020 seine Tiergesundheitssparte an Elanco Animal Health GmbH verkauft.
Hunde
Nordrhein-Westfalen war 2016, 2017, 2019, 2020 und 2024 der größte Hundeverbraucher Deutschlands. Bis einschließlich 2020 lagen die Zahlen über 1.000 Tiere, danach gab es einen Rückgang auf über 500 Tiere. Den allergrößten Anteil hatten die regulatorischen Versuche. Diese machten beispielsweise 2016 rund 96 % aus. 2024 waren es mit 68% immer noch mehr als zwei Drittel aller Hundeversuche.
Die angewandte Forschung spielt eine untergeordnete Rolle, ebenso wie die Grundlagenforschung, die in den letzten sechs Jahren sogar bei null lag. Auffallend ist, dass die Hundezahl im Bereich der Ausbildung in den letzten Jahren deutlich zulegte, bis auf 174 Tiere im Jahr 2023.
Bayer Animal Health GmbH in Leverkusen ist ein Hauptakteur bei den Hundeversuchen. Beispielsweise wurde ein Wurmmittel an 24 Beaglehunden getestet (56). Der Rückgang der Zahlen in der regulatorischen Testung ab 2021 mag auf Wechsel zu Elanco Animal Health zurückzuführen sein. Es ist aber davon auszugehen, dass unter dem neuen Namen weiterhin Hundeversuche stattfinden.
Hauptverantwortlich für die hohen Hundezahlen dürfte aber die Bayer HealthCare AG bzw. Bayer Phamaceuticals in Wuppertal sein, wo der Konzern Human-Arzneimittel testet. In unserer Datenbank finden sich zahlreiche Studien. So wurde eine Testwirkstoff zur Vorbeugung von Schlaganfällen an Hunden getestet, das sich bereits in Phase 3 der klinischen Studien am Menschen befindet (57). Bei Beaglehunden wurden Bluthochdruck (58, 59) und Herzversagen (60, 61) ausgelöst, um entsprechende Mittel zu testen.
Die Hundeversuche im Bereich der Ausbildung könnten auf die Schulung von Mitarbeitern der Firma Bayer zurückzuführen sein.
Recherchen von Camp Beagle zufolge wurden zwischen August 2021 und Januar 2023 241 Beagles von der US-amerikanischen Zuchtanstalt Marshall an Bayer AG bzw. Bayer Animal Health geliefert.
Bis 2018 wurden jahrelang zahnmedizinische Versuche an Hunden am Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf durchgeführt. In unserer Datenbank-Tierversuche listen wir 8 Studien, in denen als verantwortliche Einrichtungen die Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie, die Poliklinik für Kieferorthopädie sowie die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie genannt werden. Den Tieren werden mehrere Backenzähne gezogen und es werden Löcher in den Kieferknochen gefräst (62, 63, 64). Oftmals werden zusätzlich Titanimplantate eingebracht (65) oder es wird eine Parodontose (Zahnfleischentzündung) ausgelöst, indem ein Baumwollfaden zwischen Zahn und Zahnfleisch geschoben wird, so dass sich Bakterien ansiedeln können (66).
An der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf wurde bei Hunden ein Blutungsschock ausgelöst, indem 20% ihres Blutvolumens abgelassen wird, um den Einfluss von verschiedenen Wirkstoffen zu untersuchen (67, 68).
Im Jahr 2018 sollen an der Zentralen Einrichtung für Tierforschung (ZETT) der Universität Düsseldorf noch 24 Hunde gelebt haben, an denen aber keine Versuche mehr durchgeführt werden. Im Sommer 2024 waren es nur noch vier Hunde, von denen nach einer Kampagne von Ärzte gegen Tierversuche zwei in private Hände abgegeben wurden (69).
Rheinland-Pfalz
Katzen
Katzen wurden fast ausschließlich in der angewandten Forschung verwendet. Die Zahlen lagen meist im unteren zweistelligen Bereich. 2024 waren es nur zwei Tiere.
In Rheinland-Pfalz sind eine Reihe von Pharmaunternehmen ansässig, die alle für die Katzenversuche in der angewandten Forschung in Frage kommen. Aus einer aktuellen Stellenanzeige geht hervor, dass Tierarzneimittelhersteller MSD Animal Health in Schwabenheim Tierversuche an Katzen und Hunden durchführt (70). Daneben sind entsprechende Experimente auch bei Boehringer Ingelheim in Ingelheim sowie bei Abbvie GmbH & Co KG, Abott GmbH & Co KG und BASF, alle drei in Ludwigshafen denkbar.
Hunde
Die Zahl der Hunde ist kontinuierlich gesunken, von 405 im Jahr 2015 auf 175 Hunde 2024. Regulatorische Tests und angewandte Forschung sind in etwa gleichgewichtig und schwankten jeweils zwischen 22 und 227 Tieren. Eine geringe Anzahl Hunde wird auch in der Grundlagenforschung und Ausbildung verwendet.
Recherchen von Camp Beagle zufolge wurden 2021-2022 insgesamt 54 Beagle aus den USA an Abbvie Deutschland geliefert. Dabei ist unklar, ob es sich um das Werk in Wiesbaden (Hessen) oder Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) handelte.
Hundeversuche finden bei MSD Animal Health in Schwabenheim statt, was aus einem Stellenangebot hervorgeht (70). Denkbar sind sie auch bei den Pharmakonzernen Boehringer Ingelheim, Abott und BASF.
Fazit
Die vorliegende Recherche zeigt, dass Tierversuche an Hunden und Katzen in Deutschland weiterhin in erheblichem Umfang stattfinden – wenn auch mit einer gewissen rückläufigen Tendenz. Zwischen 2015 und 2024 wurden jährlich mehrere Tausend Hunde sowie mehrere Hundert Katzen in Versuchen verwendet. Besonders auffällig ist, dass sich die Nutzung regional stark konzentriert: Während einige Bundesländer kaum oder gar keine Hunde- und Katzenversuche melden, sind andere – insbesondere Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern – über Jahre hinweg Schwerpunkte der Verwendung.
Ein Großteil der Versuche entfällt auf den regulatorischen Bereich sowie die angewandte Forschung, häufig im Zusammenhang mit der Pharmaindustrie. Einrichtungen großer Unternehmen sowie veterinärmedizinische Fakultäten und Auftragslabore spielen dabei eine zentrale Rolle. Gleichzeitig zeigen einzelne Entwicklungen – etwa die Schließung des LPT in Niedersachsen – dass öffentlicher Druck Auswirkungen auf die Versuchszahlen haben kann.
Die Analyse offenbart zudem erhebliche Transparenzdefizite. Offizielle Statistiken geben nur grobe Auskunft und selbst Antworten auf parlamentarische Anfragen sind oft inhaltsarm. So lassen sich Rückschlüsse auf konkrete Einrichtungen nur durch umfangreiche Recherchen in Fachpublikationen, Stellenangeboten und durch Insiderinformationen ermitteln. Die mangelnde Transparenz erschwert eine sachliche öffentliche und politische Bewertung erheblich.
Experimente an Hunden und Katzen sind – wie alle anderen Tierversuche – ethisch nicht zu rechtfertigen und wissenschaftlich unsinnig und müssen umgehend abgeschafft werden.
28.05.2026
Dr. vet. med. Corina Gericke
Quellen
- Anzahl der Versuchstiere in Deutschland im Jahr 2024 (und vorhergehende Jahre): Aufschlüsselung nach Bundesländern. Bundesinstitut für Risikobewertung
- Datenbank Transparente Tierversuche. Ärzte gegen Tierversuche www.ttv-datenbank.de
- Datenbank Tierversuche. Ärzte gegen Tierversuche www.datenbank-tierversuche.de
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- Lasst die Hunde frei! Schluss mit Tierversuchen an der Uni Düsseldorf. Ärzte gegen Tierversuche, 24.07.2025
- Jobvector (abgerufen am 22.04.2026)