Medizinischer Fortschritt ist wichtig - Tierversuche sind der falsche Weg!
Die Geschichte der Anästhesie
(griechisch an- „ohne“ und aisthesis, „Gefühl, Empfindung“, also die Ausschaltung der Schmerzempfindung)
Es muss eine Tortur gewesen sein, sich ohne jede Betäubung operieren oder Zähne ziehen zu lassen, sowohl für Patienten als auch für Ärzte. Jahrhunderte lang versuchte man, Patienten mit allen erdenklichen Mitteln unempfindlich gegen Schmerzen zu machen. (1)
Erste Ansätze
Älteste Überlieferungen aus Mesopotamien aus dem Jahr 3000 v.Chr. berichten über die Verwendung von Bilsenkraut, Hanf, Mohn, Wein, Bier und Alraune. (3)
Im 12. Jahrhundert wurden Schlafschwämme beschrieben, die mit Opium und anderen Pflanzenextrakten getränkt waren. (3) Auch physikalische Methoden wie Kompression von zuführenden Blutgefäßen oder Nervenstämmen durch Knebel, Aderlässe und Kälte kamen zur Anwendung. (2)
Die Geschwindigkeit von Operationen war lange Zeit das ausschlaggebende Kriterium für chirurgische Qualität. Blutungen, Schmerzen und Infektionen hatten eine Sterblichkeit von 90% zur Folge, so dass Operationen nur im äußersten Notfall durchgeführt wurden. (2)
Die Anästhesie war eine der bedeutendsten und zugleich auch umstrittensten Entdeckungen des 19. Jahrhunderts, Chirurgen hatten lange nach einer solchen Methode gesucht, doch wurden die ersten Anästhetika – Äther (Diethylether) und Lachgas (Distickstoffmonoxid) - zufällig entdeckt. Lachgas war bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Es wurde als Droge auf Jahrmärkten, unter Studenten und sogar von Gästen gediegener Abendgesellschaften als Partydroge benutzt. (4, 5)
Die Pioniere
Crawford W. Long führte 1841 im Städtchen Jefferson, Georgia, eine Arztpraxis und einen Arzneimittelladen. Abends saß er oft mit Nachbarn zusammen und atmete berauschende Dämpfe ein. Er bemerkte, dass ihm Verletzungen im Ätherrausch keine Schmerzen verursachten. 1842 operierte Long den 21-jährigen James M. Venable im Dampf des Schwefeläthers an einem Tumor im Nacken: die erste schmerzfreie Operation der Welt! Da er seine Ergebnisse aber nicht veröffentlichte, erfuhr kaum jemand vom Sieg des Menschen über den Schmerz. (5)
Im Jahr 1844 fiel dem Zahnarzt Horace Wells (1815-1848) im US-Bundesstaat Connecticut während einer Jahrmarktsvorführung auf, dass ein junger Mann unter Einfluss von Lachgas die Schmerzen in seinem verletzten Bein anscheinend gar nicht spürte. Daraufhin setzte Wells Lachgas erfolgreich bei seinen Patienten ein. Als er seine Methode jedoch am Massachusetts General Hospital in Boston vorführen wollte, schrie der vermeintlich eingeschlafene Patient auf und Wells wurde als Scharlatan aus dem Saal gejagt. Sein Narkosemittel war auf Jahre diskreditiert, Wells gab seinen Beruf auf und beging wenige Jahre später Selbstmord. (4,6)
Wells‘ ehemaliger Partner, der Zahnarzt William Morton (1819-1868), saß am 30. September 1846 entmutigt in seiner Praxis. Er suchte Testpersonen. Er hatte Goldfische und Vögel mit Ätherdunst betäubt, er hatte die Wirkung im Selbstversuch, an einem Hund und an seinen Assistenten getestet. Er wollte beweisen, dass dieser Stoff für die Medizin geeignet ist, von dem die Fachbücher berichteten, er habe in Tierversuchen zu Schlaganfällen und zum Tode geführt. An diesem 30. September nun bat ein Mann mit vereitertem Backenzahn Morton um Hilfe. Der Patient fürchtete die Schmerzen der Behandlung. Morton operierte und verfasste anschließen einen Fachartikel. (1, 5) Seither gilt Morton als Entdecker der Äthernarkose, weil er als Erster darüber publizierte. Der eigentliche Entdecker war jedoch Long, der ohne Tierversuche in reiner Selbstbeobachtung den Grundstein für die Anästhesie legte.
Die Neuigkeit der schmerzfreien Operation war in der Welt. Nun brauchte Morton Patienten. Er wandte sich an den Chirurgen John Collins Warren, der ihn sofort nach Boston einlud, um seine Erfindung zu demonstrieren. Am 16.Oktober 1846 war der Operationssaal der Bostoner Klinik überfüllt. Der Patient, ein 20-jähriger Drucker mit einer großen Blutgefäßgeschwulst zwischen Unterkiefer und Kehlkopf, atmete einige Minuten lang durch den Inhalator, der mit einem äthergetränkten Meeresschwamm gefüllt war. Der Patient schlief ein, Warren begann zu operieren. Der gefürchtete Initialschrei beim Durchstechen der Haut blieb aus. Warren wandte sich fassungslos zum Publikum und sprach die Worte: „Gentlemen, dies ist kein Humbug“. (1, 5)
Die Vorteile der Anästhesie waren unbestreitbar, jedoch tat man sich mit der richtigen Dosierung schwer. Bei zu niedriger Dosierung wurden die Patienten unruhig und benahmen sich oft „unschicklich“, so dass die Chirurgie eher als Farce erschien. Die Schwierigkeiten entstanden dadurch, dass die wissenschaftlichen Hintergründe der Anästhesie nicht bekannt waren und die Narkose einfach ausprobiert wurde. Erst durch die Untersuchungen des Londoner Mediziners John Snow (1813-1858) konnten die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Äthers und seine Wirkung auf das Nervensystem geklärt werden.
Der narkotisierende Effekt von Chloroform wurde von dem britischen Chirurgen Robert Mortimer Glover (1815-1859) 1842 und dem französischen Physiologen Marie-Jean-Pierre Flourens 1847 in Tierversuchen an Hunden beschrieben. Beide erkannten jedoch nicht die Bedeutung des Chloroforms für die Humanmedizin (7), was eindrücklich zeigt, dass bei tierversuchsorientierten Forschern der Tierversuch oft zum Selbstzweck wird. Es war der schottische Gynäkologe Sir James Young Simpson (1811-1870), der am 4.11.1847 in Edinburgh mit 2 Kollegen im Selbstversuch die narkotische Wirkung des Chloroforms erkannte und anschließend in die Humanmedizin einführte. Bereits Tage später entband er unter Chloroformbetäubung erfolgreich die Frau eines Kollegen, das neugeborene Mädchen erhielt den Namen „Anästhesia“. Im selben Jahr prägte der amerikanische Anatom Oliver Wendell Holmes (1809-1894) den Begriff der „Anästhesie“. (4, 6) Chloroform erlangte später einen hohen Bekanntheitsgrad, nachdem John Snow Königin Viktoria (1819-1901) bei der Geburt ihres 8. Kindes Chloroform verabreichte. (1, 4, 6)
Sowohl Äther als auch Chloroform wurden bis ins 20. Jahrhundert in der Chirurgie verwendet, bis neue Narkosemittel wie z.B. die intravenös verabreichten Barbiturate entwickelt wurden und Erfindungen wie das Laryngoskop oder der endotracheale Tubus die Intubationsnarkose ermöglichten. Diese Entwicklungen erhöhten die Sicherheit und senkten das Sterberisiko auf 1:100 000. (4, 6)
Fazit
Jahrtausende langes Experimentieren, scharfes Beobachten und mutiges Handeln hat die Grundlagen für die Anästhesie geschaffen. Technischen Erfindungen und neue Wirkstoffe ebneten dann den Weg für moderne Narkoseverfahren.
Die Rolle der Tierversuche
Der Zahnarzt William Morton hat Äther an Goldfischen, Vögeln und einem Hund ausprobiert, aber auch an seinen Assistenten und sich selbst und schließlich an Patienten. Er hat damit bewiesen, dass Äther für Menschen sehr wohl geeignet ist, obwohl die Fachliteratur behauptete, dass Äther in Tierversuchen zu Schlaganfällen und zum Tod geführt habe und deshalb für Menschen gefährlich sei. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass man Ergebnisse aus Tierversuchen nicht übertragen kann und wie sehr es die biomedizinische Forschung voranbringen kann, wenn man diese Ergebnisse hinterfragt.
3.9.2018
Katharina Feuerlein, Ärztin

Quellen
(1) Dobson M: Die Geschichte der Medizin. National Geographic History 2013; Band: S. 92-95 und S. 113
(2) Zak, Eva: Narkose einst und jetzt. Semesterarbeit im Rahmen der Weiterbildung für Führungsaufgaben im mittleren Managementbereich, 2003-2004 (PDF, abgerufen am 3.9.2018)
(3) Kliman, Jonathan: Geschichte der Narkose. Christian Doppler Laboratory, Medizinische Universität Wien, 2013
(4) Bynum, William und Helen: Die großen Entdeckungen in der Medizin. Dumont Verlag 2012; S. 218-221
(5) Geo Chronik: Die großen Momente der Menschheit Nr.1 - 100 Triumphe der Medizin. Verlag Gruner + Jahr GmbH & Co KG, Hamburg, 2017; S. 58-61
(6) Volk, Thomas: Die Geschichte der Anästhesie. (ohne Jahresangabe)
(7) Wikipedia: Robert Mortimer Glover (abgerufen am 3.9.2018)
William Withering (1741-1799), der am Birmingham General Hospital praktizierte, erhielt von einer alten Dame eine Rezeptur für die Behandlung von Wassersucht (Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe als Folge z.B. von Herzschwäche). Der Arzt und Botaniker fand heraus, dass die wichtigste Zutat der Arznei der Rote Fingerhut war, der zwar hochgiftig ist, doch bei gewissenhafter Anwendung und in geringer Dosierung die Herztätigkeit anregen kann, den Urinfluss verstärkt und Ödeme ausschwemmt. Er untersuchte an über 160 Patienten systematisch die diuretische (wasserausschwemmende) Wirkung der Inhaltsstoffe verschiedener Pflanzenteile des Fingerhuts. Diese beispielhaft sorgfältigen und systematischen therapeutischen Studien machten Withering zum Begründer der modernen klinischen Pharmakologie und der evidenzbasierten Medizin. Er unterschied zwischen toxischen (Erbrechen, Durchfall, Sehstörungen) und therapeutischen (Diurese) Dosierungen.
1785 veröffentlichte er Aufzeichnungen über seine Versuche und den medizinischen Nutzen der Pflanze.
Die Wirkstoffe des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) und des Wolligen Fingerhuts (Digitalis lanata) werden bis heute in der Medizin verwendet um Frequenz und Leistung der Herzaktionen zu verbessern.
Wenn man in früheren Jahren Katzen zur Testung verwendet hätte, wäre diese Substanz sicher nie zum Einsatz gekommen. Bei Katzen kann Digoxin wegen einer Stoffwechselbesonderheit (schlechte Glukuronidierung) giftig wirken.
3.9.2019
Katharina Feuerlein, Ärztin

Quelle
Dobson M: Die Geschichte der Medizin, National Geographic History 2013; Band 373: S. 127
Mitte des 18. Jahrhunderts machte Reverend Edward Stone im englischen Oxfordshire einen sommerlichen Spaziergang. Er ruhte sich unter einigen jungen Weiden am Ufer eines Baches aus. Er brach ein Stück Weidenrinde ab und kaute darauf herum. Sie schmeckte ähnlich bitter wie die Rinde des peruanischen Chinabaums, mit der fieberhafte Erkrankungen behandelt wurden. Reverend Stone fragte sich, ob die Weidenrinde möglicherweise ein Heilmittel für die in dieser Gegend häufig auftretenden rheumatischen Fieberkrankheiten sein könnte.
Stone verfolgte diesen Gedanken mit wissenschaftlichem Eifer. Er trocknete die Weidenrinde, zermahlte sie, testete verschiedene Dosierungen bei von Fieberschüben geplagten Gemeindemitgliedern. Nach 5 Jahren mit insgesamt 50 Probanden unter sorgfältiger Dokumentation war er sicher, ein einheimisches Mittel gegen Fieber und Schüttelfrost gefunden zu haben.
1763 schrieb er an die Royal Society of London und berichtete über seine Erkenntnisse.
Auch andere experimentierten mit der Rinde der Silberweide. 1838 stellte der italienische Chemiker Raffaele Piria erstmals aus dem Wirkstoff der Rinde (Salicin) Salicylsäure her. Sie fand breite Anwendung, machte allerdings Probleme durch teilweise heftige Magenreizungen. Dieses Problem wurde 1853 von Charles Frederic Gerhard nahezu gelöst: er fügte der Salicylsäure eine Acetylgruppe zu. Kurze Zeit später stellte auch Felix Hoffmann, der bei Bayer arbeitete, diese Verbindung her. Heinrich Dreser war zu dieser Zeit für die Erprobung neu entwickelter Medikamente bei Bayer zuständig. Er meinte, ASS „schwäche das Herz“.
Arthur Eichengrün, Leiter der Pharmakologie bei Bayer, ließ sich nicht beirren und testete das Mittel im Selbstversuch und anschließend in einer „diskreten“ Testreihe: er schickte das ASS an den Bayervertreter in Berlin, der es an verschiedene Ärzte und Zahnärzte in der Stadt verteilte. Die Berichte über die Wirkung waren euphorisch!
1899 kommt die Acetylsalicylsäure unter dem Namen „Aspirin“ auf den Markt. Aspirin ist das weltweit am häufigsten verwendete Medikament! Ein kleiner Vorrat befindet sich in jeder NASA-Raumfähre! ASS wird seit 1977 auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO aufgeführt. Es wird heute komplett synthetisch hergestellt.
Dieses hochwirksame und lebensrettende Medikament wäre nie auf den Markt gekommen, wären Tierversuche damals schon die Standardmethode zur Risikobewertung neuer Arzneimittel gewesen. Die Substanz führt nämlich bei Katze, Hund, Affe, Maus, Kaninchen und Ratte zu embryonalen Fehlbildungen!
3.9.2019
Katharina Feuerlein, Ärztin

Quellen
Dobson M: Die Geschichte der Medizin, National Geographic History 2013; Band 373: S. 176/177
Hartung T: Per aspirin ad astra; ATLA 2009; 37: 45-47
Malaria ist seit der Antike bekannt und trat früher weltweit auf. Im 17. Jahrhundert litten viele Menschen in Europa und den Tropen unter dem oft tödlichen Fieber. Die südamerikanischen Indianer setzen die Rinde des Chinarindenbaums bereits erfolgreich gegen das Malariafieber ein.
Europäer hatten die Heilkräfte des Baumes aus den Anden entdeckt und sandten große Mengen der Rinde aus Südamerika nach Europa. Nach England gelangte die Rinde um 1650.
Im 17. Jahrhundert druckte Pietro Paolo Puccerini, ein Jesuit aus Rom, eine der ersten Rezepturen für den Rindenextrakt des südamerikanischen Chinarindenbaumes.
Der puritanische englische Lord Oliver Cromwell bezeichnete die Rinde als „Teufelspulver“, weil sie mit der katholischen Kirche assoziiert wurde, obwohl sie ihm, der an Malaria litt, hätte helfen können. Trotzdem kam ein „Quacksalber“ namens Robert Talbor sehr zum Ärger der Londoner Ärzte zu Ruhm und Geld, weil er mit einem „Geheimmittel“ auf Basis der Chinarinde Angehörige europäischer Königs- und Adelshäuser von Malaria heilte. Um 1690 wurde die Rinde sogar in China eingeführt, wo zwei französische Jesuiten den chinesischen Kaiser Kangxi heilten.
Um den Bedarf zu befriedigen, setzten europäische Botaniker Leben und Gesundheit aufs Spiel, um die Wälder an den östlichen Hängen der Anden zu erreichen, wo sie Samen und Schösslinge der Chinarinde sammelten und in die Heimat schickten.
1820 gelang es den beiden französischen Chemikern Pierre Pelletier und Joseph Caventou, das wirksame Alkaloid Chinin aus der Chinarinde zu isolieren. Weitere Expeditionen und botanische Forschungsreisen durch Südamerika folgten, um nach den chininhaltigen Chinarindenbäumen zu suchen und in anderen Teilen der Welt Plantagen anzulegen.
Als Malariamittel gelangte Chinin zu großer weltweiter Bedeutung. Überall in Europa entstanden Chininfabriken. Chinin war eines der wenigen frühen Pharmaka, das nicht nur die Symptome wie Schmerz und Fieber linderte, sondern gezielt auch den Malariaparasiten selbst bekämpfte. Außerdem diente Chinin auch der Vorbeugung gegen Malaria und trug zu einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit von Reisenden in die malariaverseuchten Tropen bei. Der kanadische Mediziner William Osler formulierte es so: „Malariabehandlung lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Chinin, Chinin, Chinin.“ So wurde Chininsulfat, in süßer Limonade aufgelöst, großzügig an die Arbeiter ausgeteilt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Panamakanal bauten. Der Amerikaner Edwin Wiley Grove kam auf die Idee, den bitteren Geschmack des Chinins durch einen süßen Sirup zu überdecken. Er verdiente ein Vermögen mit seinem „Grove‘s Tasteless Chill Tonic“. In Indien hatten die britischen Kolonialherren die Angewohnheit, „Gin and Tonic“ zu trinken. Unternehmen wie Schweppes setzten ihrem „Indian Tonic Water“ Chinin zu.
Während des Zweiten Weltkrieges entbrannte ein Kampf um die Chininreserven. Neue Malariamittel wurden dringend benötigt. Das synthetisch hergestellte Arzneimittel Chloroquin wurde von 1945 an häufig verwendet. Trotzdem scheiterten alle Versuche, die Malaria auszurotten, an der zunehmenden Resistenz der Malariaparasiten bzw. Überträger gegen Arzneimittel und Insektizide.
3.9.2019
Katharina Feuerlein, Ärztin

Quelle
Dobson M: Die Geschichte der Medizin, National Geographic History 2013; Band 373: S. 178 ff.
Unsere Ausstellung informiert sachlich fundiert und stichwortartig prägnant über verschiedene Aspekte des Tierversuchs. Die 15 reich bebilderten Ausstellungstafeln sind durchnummeriert, um Betrachtenden einen roten Faden durch die Argumentation zu geben. Jedes Poster behandelt ein in sich abgeschlossenes Thema. Es können also auch nur einzelne Tafeln gezeigt werden.

Sie kann z. B. in Schulen, Bürgerhäusern, Jugendzentren, Büchereien, Kirchen oder Tierheimen gezeigt werden. Sie kann begleitend zu Vorträgen oder bei anderen Veranstaltungen eingesetzt werden oder für sich alleine stehen.
Themen der 15 Tafeln
- Welche und wie viele Tiere leiden in Tierversuch ?
- Wo werden in Deutschland Tierversuche gemacht?
- Haben Tiere Rechte?
- Tiere als "Modell" für menschliche Krankheiten?
- Viele Unterschiede zwischen Mensch und Tier
- Erkenntnisse aus Tierversuchen - unerlässlich?
- Medikamente
- Tierversuche und tierversuchsfreie Methoden: Fördergeld-Verteilung
- Moderne Forschung - ohne Tierleid
- Mini-Organe und iPSC
- Multi-Organ-Chips (MOCs)
- 3D-Biodruck
- Herbert-Stiller-Preis für tierversuchsfreie Forschung
- Warum werden Tierversuche noch gemacht?
- Zukunft ohne Tierversuche
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Ihre Ansprechpartnerin ist unsere Mitarbeiterin aus der Kampagnen-Abteilung, Michèle Dressel (dressel@aerzte-gegen-tierversuche.de).
Mit ihr können Sie ein individuelles Konzept für die Ausstellung erarbeiten. Je nach Gegebenheiten vor Ort können z.B. zusätzliche Exponate oder Animationsfilme begleitend zur Ausstellung gezeigt werden. Art und Umfang des zusätzlichen Equipments hängt u.a. davon ab, ob die Ausstellung personell besetzt bzw. bewacht ist.
Derzeit ist die Ausstellung in den Formaten A0 und A1 auf wetterfesten Hartschaumplatten zur Ausleihe vorrätig. Wir nehmen für die Ausstellung keine Leihgebühr, erheben aber eine Kaution in Höhe von 100 Euro.
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Vorstand
Dr. med. Andreas Ganz
Vorsitzender
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärztlicher Direktor der Prinzregent Luitpold Klinik Bad Reichenhall. Seit 2015 Mitglied bei Ärzte gegen Tierversuche, seit 2018 im Vorstand.
Dr. med. vet. Corina Gericke
Stellv. Vorsitzende
Tierärztin aus Braunschweig. Aktive Tierversuchsgegnerin seit 1984, Mitbegründerin und jahrelang im Vorstand von SATIS. In den 1990ern Praxistätigkeit als Tierärztin in England. Seit 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche, seit 2011 Vorstandsmitglied.
Dr. med. Katharina Feuerlein
Vorstandsmitglied
Ärztin in Ruhestand aus Hamburg. 1980 - 2002 eigene Landarztpraxis in Bexhövede bei Bremerhaven mit den Schwerpunkten Ernährungsberatung, Kindervorsorge, Mütterberatung, Schuluntersuchungen. Von 2002 - 2013 Dozententätigkeit an einer berufsbildenden Schule für Ergo-und Physiotherapeuten. Vorstandsmitglied seit 2018.
Dr. med. Christina Gerlach-Schweitzer
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Entwicklung und Umsetzung von audiovisuellen Formaten in der Öffentlichkeitsarbeit. 9 Jahre selbständig im Bereich Film und Social Media Content. Promoviert seit 2021 in der Filmwissenschaft. Bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2025.
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Molekularbiologin, promovierte mit Schwerpunkt auf Epigenetik und Genetik. Nach einjähriger Tätigkeit als Fachreferentin für tierversuchsfreie Wissenschaft in einer großen bundesweit tätigen Tierschutzorganisation seit 2025 bei Ärzte gegen Tierversuche.
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Jahrelanges Engagement für Tierrechte. Seit 2014 aktiv bei Ärzte gegen Tierversuche, Mitarbeiterin seit 2018. Zuvor berufliche Tätigkeiten als studierte Sozialarbeiterin und freiberufliche Journalistin.
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Fundraising, Mitglieder- und Spenderbetreuung
Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle. Ausgebildete biologisch-technische Assistentin mit validierten Modulen zum Bachelor of Science und Tätigigkeit als Applikationsspezialistin in der Diagnostik für einen Medizin- und Geräteprodukthersteller. Jahrelanges Engagement im Tierschutz. Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2024.
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Fundraising, Mitglieder- und Spenderbetreuung
Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle. Ausgebildete medizinische Fachangestellte und studierte Betriebswirtschaftlerin und Wirtschaftspsychologin (B.Sc.). Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2024.
Julia Preller
IT-Administration
Mitarbeiterin der Geschäftsstelle, zuständig für IT-Administration, -Prozesse und Webentwicklung. Studierte Psychologin (B.Sc.). Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2018.
Roland Sasse
Schatzmeister
Mitarbeiter der Geschäftsstelle, zuständig für das Bestell- und Rechnungswesen und das Personal. Zuvor 23 Jahre mit eigener GmbH für Montage und Vertrieb von Werbetechnik als Geschäftsführer tätig. Mitarbeiter bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2015.
Robert Wulff
IT-Administration & Controlling
Ansprechpartner für IT-Administration, -prozesse und Webentwicklung. Weiterhin zuständig für die Erfassung, Darstellung und Interpretation wichtiger Zahlen, die den Verein betreffen. Mitarbeiter bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2022.
Ehrenamtlich Aktive
Dr. med. Eva Kristina Bee
Aktives Mitglied
Fachärztin für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, mit eigener Praxis in Drensteinfurth. Seit 2013 für Ärzte gegen Tierversuche aktiv.
Dr. med. dent. Hiltrud Boeger-Plumanns
Aktives Mitglied
Zahnärztin aus Düsseldorf. Aktiv bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2015.
Dr. med. Lucie Braun
Aktives Mitglied
Fachärztin für Allgemeinmedizin, für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Eigene Praxis für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Tübingen. Seit 2002 Mitglied bei ÄgT, von 2011 - 2018 Vorsitzende.
Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch
Aktives Mitglied
Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Notfallmedizin, Leitender Notarzt; Chefarzt bis zum Erreichen des Rentenalters, danach weiterhin tätig bis Ende 2020 in der Chirurgischen Abteilung Krankenhaus Grimma, seit 2021 in einer MVZ-Gemeinschaftspraxis in Wurzen und Grimma. Aktives Mitglied bei Ärzte gegen Tierversuche seit 1999.
Dr. med. vet. Martina Kuhtz-Böhnke
Aktives Mitglied
Tierärztin in Dorfen bei München. Seit 2000 bei den Ärzte gegen Tierversuche aktiv, vor allem im Bereich des Schulprojektes.
Dr. med. Rosmarie Lautenbacher
Aktives Mitglied
Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin; Psychoanalytikerin aus Augsburg. Seit 2011 aktives Mitglied bei Ärzte gegen Tierversuche.
Dr. med. Ines Lenk
Aktives Mitglied
Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, tätig in eigener Praxis nahe Leipzig, Notärztin, aktives Mitglied bei Ärzte gegen Tierversuche seit 2014, Vorsitzende von 2018 bis 2022.
Dr. rer. nat. Bernhard Rambeck
Ehrenmitglied
Biochemiker. War bis zu seinem Ruhestand jahrzehntelang Leiter der Forschungsabteilung eines Epilepsiezentrums im Bereich klinische Pharmakologie von Epilepsie-Medikamenten. Von Mitte der 1980er Jahre bis 2013 im Vorstand von Ärzte gegen Tierversuche. Autor der Bücher „Mythos Tierversuch“ und „Tierversuche müssen abgeschafft werden“.
Dr. med. Rolf Simon
Aktives Mitglied
Facharzt für Orthopädie und leitender Notarzt aus Heidelberg. Mitglied seit 1996, aktiv für die Ärzte gegen Tierversuche seit 2012.
Vorstandshistorie ÄgT
Der Vorstand von Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 fast ausschließlich aus Ärztinnen und Ärzten. Von 22 Vorstandsmitgliedern waren 20 Ärzte (18 Humanmediziner, eine Zahnärztin, eine Tierärztin), ein in der Epilepsieforschung tätiger Biochemiker sowie eine Psychologin.
Unsere Grafik zeigt, wer wann im Vorstand war.
Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik zu öffnen.
Letzte Aktualisierung: 14.04.2026 
Transparenz ist uns wichtig. Deshalb haben wir uns der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen, einer Initiative für Transparenz bei gemeinnützigen Organisationen.
Wir verpflichten uns, die folgenden 10 Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und aktuell zu halten.
1. Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr
Ärzte gegen Tierversuche e.V.
Lustheide 85
51427 Bergisch-Gladbach
Gründungsjahr: 1979
Vereinsregister: Amtsgericht Köln VR 18796
ITZ-Ansprechpartner:
Claus Kronaus, Geschäftsführer Finanzen, in o.g. Geschäftsstelle
Telefon: 02204-99902-10
kronaus@aerzte-gegen-tierversuche.de
2. Vollständige Satzung sowie Angaben zu den Zielen unserer Organisation
„Medizinischer Fortschritt ist wichtig - Tierversuche sind der falsche Weg!“ - Unter diesem Motto setzt sich die Ärzte gegen Tierversuche e.V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Multiorganchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert.
Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin – eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
Mitgliederstruktur
Die Vereinigung hat mehr als 4.143 Mitglieder (Stand 14.04.2026). Sie setzen sich zusammen aus rund einem Viertel medizinisch-wissenschaftlichen Mitgliedern, d.h. Ärzten, Tierärzten, Zahnärzten, im medizinischen Bereich tätigen Naturwissenschaftlern und Psychologen, sowie zu drei Vierteln Fördermitgliedern anderer Berufe.


Neben unseren Mitgliedern sind natürlich auch unsere zahlreichen Spender immens wichtig für unsere Arbeit. Im Jahr 2023 haben uns 2.485 Spender, die nicht zugleich Mitglieder sind, unterstützt.
Vereinsportrait mit -zielen und Arbeitsweisen >>
3. Angaben zur Steuerbegünstigung
Wir sind wegen Förderung von Wissenschaft und Forschung, der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe und Förderung des Tierschutzes nach dem Freistellungsbescheid des Finanzamtes Köln-Porz, Steuernummer 216/5737/1581, vom 17.10.2024 für den letzten Veranlagungszeitraum 2023 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 GewStG von der Gewerbesteuer befreit.
Es wird bestätigt, dass Zuwendungen (Spenden und Mitgliedsbeiträge) nur zur Förderung von Wissenschaft und Forschung, der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe und zur Förderung des Tierschutzes verwendet werden (§ 52 Abs. 2 Satz 1 Nrn. 1, 7 und 14 AO).
4. Name und Funktion wesentlicher Entscheidungsträger
Der Verein wird durch jeweils zwei Vorstandsmitglieder vertreten. Der Vorstand wird durch die Mitgliederversammlung auf die Dauer von vier Jahren gewählt.
Die Geschäftsstelle des Vereins wird durch den Geschäftsführer Finanzen, Claus Kronaus, als besonderer Vertreter im Sinne des § 30 BGB geleitet.
Vorstand:
- Dr. med. Andreas Ganz (Vorsitzender)
- Dr. med. vet. Corina Gericke (stellvertretende Vorsitzende)
- Dr. med. Katharina Feuerlein
- Dr. med. Kathy Kühner
- Dr. med. Christina Gerlach-Schweitzer
Geschäftsführung, dreigeteilt:
- Dr. Tamara Zietek, Wissenschaft
- Dr. Melanie Seiler, Öffentlichkeitsarbeit
- Claus Kronaus, Finanzen
Schatzmeister:
- Roland Sasse
5. Tätigkeitsbericht
Unsere elementaren Tätigkeiten dokumentieren wir in unserem Jahresbericht.
Jahresunabhängige Darlegung unserer Arbeitsfelder >>
6. Personalstruktur
Unsere Arbeit wird geleistet von haupt- und ehrenamtlich Tätigen.
Zum September 2025 haben wir 26 Angestellte (inklusive Geschäftsführung), davon hälftig in Vollzeit (38-40 Wochenstunden), hälftig in Teilzeit. Machen Sie sich hier ein Bild von Vorstand und Mitarbeitern >>
Wir sind eine anerkannte Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst, diese ist derzeit b.a.W. nicht besetzt und auch nicht ausgeschrieben.
Die unentbehrliche ehrenamtliche Arbeit wird von Mitgliedern des Vorstands, erweiterten Vorstands, Mitgliedern und Fördermitgliedern geleistet. Dazu gehören insbesondere ein großes wissenschaftliches Referententeam und 18 regionale Arbeitsgruppen in verschiedenen Städten.
7. Angaben zur Mittelherkunft und
8. Angaben zur Mittelverwendung
2021 sind wir von der STIFTUNG WARENTEST als einer von mehreren Tierschutzvereinen getestet worden, dabei wurde uns wirtschaftliches Arbeiten testiert.
Unser Jahresabschluss wird von der unabhängigen Steuerberatungskanzlei Runte & Partner (www.runte-partner.de).
Die Haupteinnahmequelle von Ärzte gegen Tierversuche e.V. sind Spenden und Mitgliedsbeiträge. Unregelmäßig kommen Nachlässe oder Einnahmen aus Bußgeldern hinzu. Im Jahr 2021 wurden wir erstmals und bisher einmalig öffentlich gefördert: Die Berliner Landestierschutzbeauftragte Dr. Kathrin Herrmann, stellte uns Fördergelder für die Befüllung unserer NAT-Datenbank zur Verfügung. Zu einem geringen Anteil finanzieren wir uns darüber hinaus aus Verkäufen von Infomaterial und Merchandising-Produkten (www.aerzte-gegen-tierversuche-shop.de).
Herausstellen möchten wir, dass wir finanziell völlig unabhängig sind.
Die Einnahmen und Ausgaben der letzten Jahre zeigt folgende Übersicht:

Details zu den Einnahmen 2024 (Mittelherkunft)
Die Einnahmen unseres Vereins speisen sich im Wesentlichen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie (naturgemäß stark schwankenden) Nachlässen. Unsere Einnahmen betrugen insgesamt 2.125 TEUR (TEUR = Tausend Euro). Gegenüber dem Vorjahr mit 1.247 TEUR bedeutet dies eine Steigerung um 70,4% - allerdings ist diese durch besonders hohe Nachlässe in Höhe von 1.037 TEUR begünstigt gewesen und damit nicht repräsentativ .
Die Mitgliedsbeiträge in Höhe von 173 TEUR haben einen Anteil von 8,1% an den Gesamteinnahmen, bei den Spenden sind es 884 TEUR und 41,6%. Mit insgesamt 1.057 TEUR für beide Einnahmequellen haben wir auch in diesem Jahr die Millionengrenze überschritten! Angesichts der hohen Inflation und allerorten großen finanziellen Belastung sind wir ungemein stolz über diese sehr stabile Unterstützung und wollen all unseren Unterstützern erneut ein riesengroßes Dankeschön aussprechen!
Details zu den Ausgaben 2024 (Mittelverwendung)
Die Ausgaben des Jahres 2024 betrugen 1.526 TEUR, das ist eine Steigerung von +9,4% gegenüber dem Vorjahr (1.395 TEUR). Dafür sind die um +19,7% auf 1.211 TEUR gestiegenen Personalkosten verantwortlich (Vorjahr 1.013 TEUR), die einen Anteil 79,4% an den Gesamtausgaben ausmachen.
Wie in den Vorjahren setzen wir demnach weiterhin auf stetig wachsende Personalkapazität, um den sich ständig erhöhenden Anforderungen gerecht zu werden. Das Thema Tierversuche einerseits und tierversuchsfreie, menschbasierte Forschung andererseits sind sehr komplex und geraten – erfreulicherweise – immer stärker in den öffentlichen Fokus; dem wollen und müssen wir regelmäßig mit verbesserter Personalausstattung gerecht werden, um die unschlagbaren Argumente gegen Tierversuche und für rein menschbasierte Forschung öffentlich zu machen. Zudem ergreifen wir immer häufiger mit eigenem Personal juristische Schritte, denn auch hier liegt unglaublich vieles im Argen. Unsere Arbeit ist im Wesentlichen Kopfarbeit, erfordert also fachkundiges Personal. Und es gäbe noch unendlich viel mehr Möglichkeiten zu nutzen, um dieses dunkle Kapitel der Menschheit baldmöglichst zu beenden, aber wir sind gemeinsam weiterhin auf einem sehr guten Weg.
Bei unseren Ausgaben achten wir – wie alle seriösen gemeinnützigen Organisationen – im Besonderen darauf, die Verwaltungskosten niedrig zu halten, um möglichst viel des uns anvertrauten Geldes zweckgerichtet in die Abschaffung der Tierversuche investieren zu können. Dazu optimieren wir laufend unsere Prozesse aus eigener Kraft, d.h. im Regelfall ohne Einbezug externer Dritter. Prominentes Beispiel ist unsere einzigartige und mehrfach ausgezeichnete NAT-Datenbank für tierversuchsfreie Forschung, die wir komplett in Eigenregie konzipiert und programmiert haben. Das Gleiche gilt auch für unsere jüngste TTV-Datenbank, die im Juli 2025 veröffentlicht wurde.
Bei der Aufteilung unserer Kosten orientieren wir uns auch an den strengen Vorgaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Beginnend mit dem Jahr 2020 haben wir die Darstellung des DZI übernommen und gliedern unsere Kosten die Bereiche „Programme“ (direkte Verfolgung der satzungsmäßigen Ziele) sowie „Werbung und Verwaltung“ (Details können dem DZI-Konzept entnommen werden). Anteilig verteilen sich unsere Ausgaben demnach wie folgt:

In der Definition des DZI ist unsere Kostenquote für „Werbung und Verwaltung“ mit 14,4% für das Jahr 2024 erneut „angemessen“ (Kostenquote für „Werbung und Verwaltung“ 10-20% ).
Gewinn 2024
Der Gewinn 2024 beträgt sehr erfreuliche 599 TEUR. In den beiden Vorjahren mussten wir Verluste verzeichnen, konkret 151 TEUR (2023) bzw. 94 TEUR (2022). Unsere sehr intensive Arbeit rechtfertigt grundsätzlich Verluste, denn die Zeit zur Abschaffung der Tierversuche ist jetzt! So sind wir auch 2024 wieder ins finanzielle Risiko gegangen, jedoch kalkuliert und bewusst angesichts erwarteter Nachlässe.
Diese Nachlässe werden uns vermacht, um genauso arbeiten zu können, wie wir das seit 1979 unentwegt und unbeirrt tun: Mit aller und stetig steigender Kraft dem Irrsinn Tierversuch ein Ende zu bereiten und leidfreie Forschung des 21. Jahrhunderts mit Mini-Organen, Multi-Organ-Chips etc. zu stärken! Unser Motto lautet: „The time is now!“
An dieser Stelle richten wir nochmals unseren Appell, unsere finanzielle Basis weiterhin durch möglichst regelmäßige Spenden oder – noch besser –Mitgliedsbeiträge zu stärken, denn unsere Arbeit für eine Medizin und Wissenschaft ohne Tierversuche wird (leider) noch länger andauern.
Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung als PDF
Geschäftsjahr 2025
Für das Geschäftsjahr 2025 liegen noch keine zu veröffentlichenden Zahlen vor.
Unsere Geschäftsjahresergebnisse präsentieren und erläutern wir immer erstmals auf der jährlichen Mitgliederversammlung mit dem Ziel, eine Entlastung des Vorstands durch die Mitgliederversammlung als Organ des Vereins zu erhalten. Anschließend veröffentlichen wir das Geschäftsjahresergebnis auf dieser Seite.
9. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten
Unser Verein ist wirtschaftlich und organisatorisch völlig unabhängig. Es bestehen keinerlei Beteiligungen, Abführungsverträge, juristisch personelle Verbundenheiten o.ä. wirtschaftliche oder organisatorische Verknüpfungen zu Dritten, die unsere Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten.
Internationale und nationale Bündnisse und Netzwerke, bei denen unser Verein Mitglied ist oder aktiv mitarbeitet, sind allerdings zahlreich vorhanden und bedeutend für das Erreichen von unseren Zielen.
Unsere Ärztevereinigung ist daher Mitglied und hat den Vorsitz bei der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (European Coalition to End Animal Experiments, kurz: ECEAE), einem Zusammenschluss von Europas führende Tierversuchsgegner- und Tierrechtsorganisationen. Wir sind zudem Mitglied bei der Eurogroup For Animals, dem größten Zusammenschluss von Tierschutzorganisationen Europas (dort Experte für das Thema Tierversuche). Aus der Europäischen Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics – Für ein Europa ohne Tierversuche“, die durch die beiden oben genannten Dachverbände sowie PETA, Cruelty Free Europe und Humane Society International initiert und durchgeführt wurde, ist ein Bündnis der 5 NGOs entstanden, das auf europäischer Ebene in der Gremienarbeit aktiv ist und bei dem wir aktiv unsere Expertise einbringen.
Im Rahmen unseres Osteuropa-Projektes arbeiten wir eng mit InterNICHE, dem Internationalen Netzwerk für humane Ausbildung (International Network for Humane Education) zusammen. InterNICHE ist die weltweit führende Organisation, die sich für die Einführung tierverbrauchsfreier Lehrmethoden in der universitären Ausbildung einsetzt.
Auf Bundesländerebene ist unser Verein Mitglied beim Bayerischen Dachverband BBT, einem 1995 gegründeten Aktionsbündnis verschiedener Gruppen der Tierschutz- und Tierrechtsbewegung in Bayern.
Beim im Rahmen des Tierschutzverbandsklagerechts in Baden-Württemberg sind wir Gründungsmitglied im „Gemeinsamen Büro Tierschutzmitwirkungsrechte Baden-Württemberg e.V.“.
Für unsere Kampagnen schmieden wir regelmäßig Bündnisse, so für die Kampagne „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ mit Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. und 12 weiteren namhafte Vereine. Für die Kampagne „ESI Frankfurt schließen - Freiheit für die Affen! Rettet Gandalf" haben wir uns mit SOKO Tierschutz, PeTA,. ARIWA und weiteren Gruppen zusammengeschlossen.
Im juristischen Bereich arbeiten wir eng mit der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. (DJGT) zusammen. Beispielsweise stellen unsere beiden Vereine gemeinsam Strafanzeigen wegen illegaler Tierversuche oder reichen Stellungnahmen bei Behörden ein.
Unser Verein ist zudem Mitglied im Tierschutzbeirat Berlin.
Darüber hinaus sind wir offen, je nach Thema auch Bündnisse mit anderen Organisationen einzugehen. Dies ist ein ständiger Prozess, denn nur im Verbund lassen sich Kräfte und Kompetenzen bündeln, Dinge bewegen und umsetzen.
10. Namen von juristischen Personen, deren jährliche Zahlungen mehr als 10 Prozent des Gesamtjahresbudgets ausmachen
Unser Verein erhält keine regelmäßigen jährlichen Zahlungen in dieser Größenordnung, weder von juristischen noch von natürlichen Personen.
Zurzeit haben wir keine offenen Stellen.
Ärzte gegen Tierversuche e.V. - Im Interesse von Mensch und Tier
Wer wir sind
„Medizinischer Fortschritt ist wichtig - Tierversuche sind der falsche Weg!“ - Unter diesem Motto setzt sich Ärzte gegen Tierversuche e. V. seit 1979 für eine tierversuchsfreie Forschung ein, die auf dem Einsatz von modernen Methoden z.B. mit menschlichen Zellkulturen und Organchips sowie der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten basiert. Ziel ist die Abschaffung aller Tierversuche und damit eine ethisch vertretbare, am Menschen orientierte Medizin - eine Wissenschaft, die durch moderne, tierversuchsfreie Testmethoden zu relevanten Ergebnissen gelangt.
Infos zur Vereinsstruktur, Mittelherkunft- und Verwendung unter „Transparenz“ >>
Grundsatzerklärung der Ärzte gegen Tierversuche e.V. >>
Was wir wollen
- Abschaffung aller Tierversuche.
- Verstärkte Förderung der tierversuchsfreien Forschung.
- Intensivierung der Erforschung der wirklichen Ursachen unserer Krankheiten durch klinische und epidemiologische Forschung sowie Aufklärung über präventive Möglichkeiten.
- Verstärkte Erforschung und Förderung einer auf den Menschen bezogenen Medizin anstatt reiner Symptombehandlung.
Was wir tun
- Durch wissenschaftliche Vorträge und die Organisation von internationalen Kongressen fordern wir das etablierte Tierversuchs-System heraus.
- Durch die Vergabe des Herbert-Stiller-Förderpreises bringen wir aktiv die tierversuchsfreie Forschung voran.
- Mit unserem Informationsmaterial liefern wir fundierte Beweise für die Unsinnigkeit tierexperimenteller Forschung und zeigen Auswege aus der Sackgasse Tierversuch auf.
- Durch Kampagnen, Veranstaltungen und die Verbreitung von Informationen machen wir unsere Argumente einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und üben Druck auf die Tierversuchsindustrie und die Politik aus.
- Unsere Internetseite - die umfangreichste zum Thema Tierversuche im deutschsprachigen Raum - bietet unzählige brandaktuelle Daten, Fakten, Studien, Hintergründe.
- Das viermal jährlich erscheinende ÄgT-Journal bietet aktuelle Infos in gedruckter Form oder als PDF.
- Unsere Arbeitsgruppen (AGs) sind deutschlandweit mit Infoständen und Aktionen aktiv.
- Mit unserer NAT-Datenbank (Non-Animal Technologies) zeigen wir, wie Forschung ohne Tierversuche geht.
- In unserer Datenbank-Tierversuche dokumentieren wir Details zu Tausenden von in Deutschland durchgeführten Tierversuchen.
- Mit unserem Jugendprojekt setzen wir bei der kommenden Generation an.
- Mit unseren Osteuropa-Projekten unterstützen wir Hochschulen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die auf ein tierverbrauchsfreies Studium umsteigen wollen und retten so direkt unzählige Tierleben.
- Durch unsere politische Arbeit nehmen wir Einfluss auf die Gesetzgebung auf Bundes- und EU-Ebene.
- Wir erarbeiten Stellungnahmen zu aktuellen Themen im Zusammenhang mit dem Tierversuch.
- Wir sind aktives Mitglied bei den Dachverbänden Eurogroup for Animals und European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE).
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Was wir erreicht haben
Wie Sie helfen können
18. Februar 2013
Amerikanische Experten stellen Tierversuche in Frage
Mäuse und Menschen reagieren auf Entzündungsprozesse und andere Verletzungen völlig unterschiedlich. Die medizinische Forschung solle daher ihren Schwerpunkt mehr auf die komplexen menschlichen Krankheiten legen, anstatt sich auf Tierversuche zu verlassen, ist das Fazit eines gerade erschienenen Fachartikels amerikanischer Wissenschaftler.
Seit Jahrzehnten werden so genannte »Mausmodelle« in der biomedizinischen Forschung und Medikamentenentwicklung verwendet. Doch bei klinischen Studien, d.h, wenn die Wirkstoffkandidaten am Menschen getestet werden, erweisen sie sich fast immer als Fehlschlag. So haben 150 Substanzen, die sich im Tierversuch bei der Behandlung von schweren Entzündungen als wirksam erwiesen haben, allesamt beim Menschen versagt. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten nun die Gründe für die schlechte Übertragungsquote.
In einer im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences erschienenen Studie verglichen die 39 Autoren von 20 US-amerikanischen und kanadischen Forschungsinstituten Genveränderungen von Mäusen und Menschen bei verschiedenen Verletzungen. Bei 167 Patienten mit einem stumpfen Trauma, 244 Patienten mit Verbrennungen von über 25% sowie acht Freiwilligen, die sich eine geringe Dosis Bakteriengift injizieren ließen, wurden Blutproben – bei den Verbrennungsopfern bis zu einem Jahr lang - analysiert. Die Genveränderungen der Blutzellen wurden mit denen von 35 gesunden Personen verglichen. Obwohl die Patienten eine große Bandbreite bezüglich Alter, Geschlecht, Schweregrad der Verletzung und Behandlung aufwiesen, stimmten die Genaktivitäten weitgehend überein.
Bei Mäusen mit vergleichbaren Verletzungen waren größtenteils ganz andere Gene betroffen. Auch die Zeitdauer war eine andere. So kam es beim Menschen zunächst zu einem »Gen-Sturm« mit überschießenden Reaktionen und anschließenden Genveränderungen, die bis zu einem halben Jahr lang anhielten. Bei den Mäusen hingegen war alles nach ein paar Stunden oder Tagen vorüber.
Menschen reagieren auf Entzündungen offensichtlich viel stärker als Mäuse, was die Autoren mit der evolutionären Entwicklung begründen. Nager können verdorbene Lebensmittel zu sich nehmen, von denen Menschen krank werden würden. Die Dosis Bakterien, die ausreicht, bei einem Menschen einen Blutvergiftungsschock auszulösen ist eine Million Mal geringer als die tödliche Dosis bei Mäusen.
»Wir sind überrascht, dass die Ergebnisse von Menschen und Mäusen so schlecht übereinstimmen«, heißt es in dem Artikel. Die Autoren nahmen daraufhin noch Daten aus der Literatur unter die Lupe und fanden auch bei akuter Lungenentzündung, Infektionen und Strahlenkrankheit gravierende Unterschiede zwischen Maus und Mensch. »Offensichtlich sind kranke Patienten sehr viel komplexer als Modellsysteme«, folgern die Wissenschaftler. »Die vorherrschende Annahme, molekulare Ergebnisse aus Mausmodellen können auf den Menschen direkt übertragen werden, wird durch unsere Studie in Frage gestellt.«
Quelle
Seok J. et al.: Genomic responses in mouse models poorly mimic human inflammatory diseases. PNAS 2013: 110(9); 3507-3512 doi: 10.1073/pnas.1222878110








































