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Statistiken

Bundesländervergleich - Negativ-Rangliste zu Tierversuchen

Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen belegen die ersten drei Plätze auf der der Negativ-Rangliste zu Tierversuchen im Bundesländervergleich 2019. 

Die traurige Führungsposition der Negativ-Rangliste zu Tierversuchen im Bundesländervergleich hat aktuell Bayern mit 572.462 Tiere und damit 19,7 % der deutschlandweiten Gesamtzahl von 2.902.348 Tieren eingenommen. Auf dem zweiten Platz liegt Baden-Württemberg mit einem Anteil von 498.471 Tieren bzw. 17,2 %, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 430.162 Tieren bzw. 14,8 %. Hessen belegt mit 306.291 Tieren bzw. 10,6 % Rang vier der Negativ-Statistik, gefolgt von Niedersachsen (208.947 Tiere, 7,2 %) und Berlin mit 188.602 Tieren bzw. 6,5 %. Auf seiner Internetseite listet der Verein eine Übersicht über die Tierversuchszahlen in allen Bundesländern.

Die größten „Affenverbraucher“ sind Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit 1.905 bzw. 1.347 von bundesweit 3.443. Affen. Bei den Hunden sind Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit 973 bzw. 930 Hunden die größten „Verbraucher“ und bei Katzen ist es mit 429 Tieren Niedersachsen.

Bundesweit waren über 43 % der Tiere, hauptsächlich Mäuse und Fische, gentechnisch verändert, was mit besonders hohem „Ausschuss“ an Tieren verbunden ist, da ein Großteil der Tiere nicht die vom Experimentator gewünschte Genveränderung trägt. Im Bundesländervergleich hat Sachsen mit 83,5 % den größten Anteil an genmanipulierten Tieren, gefolgt von Thüringen mit 64 %.

Insgesamt wurden 5 % der Versuche und damit 111.596 Tiere dem Schweregrad „schwer“ zugeordnet, wobei standardmäßig der Experimentator selbst den Schweregrad angibt. Hamburg und Hessen stechen mit 15 % bzw. über 12 % durch einen besonders hohen Anteil an Versuchen mit Schweregrad „schwer“ hervor.

In Deutschland fand etwa die Hälfte (47 %) der Versuche in der Grundlagenforschung statt. „Negativ-Spitzenreiter“ bei dieser per Definition zweckfreien Forschung ist mit 97 % Bremen, gefolgt von Thüringen mit 85 %.

Übersicht Tierversuche je Bundesland

Bayern

Baden-Württemberg führte seit Jahren die bundesweite Negativ-Rangliste an. Diese traurige Führungsposition hat aktuell Bayern eingenommen. 572.462 Tiere und damit 19,7 % der deutschlandweiten Gesamtzahl von 2.902.348 Tieren gehen auf das Konto bayerischer Tierversuchslabore. Nürnberg und Augsburg waren bisher Städte, in denen keine Tierversuche durchgeführt wurden. Das hat sich am Nürnberger Nordklinikum bereits im letzten Jahr geändert. Dort müssen Ratten und Mäuse jetzt für Diabetesversuche und im Rahmen der Erforschung von künstlichen Knorpeln und Bändern sinnlos leiden. In Augsburg wird das Klinikum umgebaut. Was eine Modernisierung sein soll, ist aber zumindest im Forschungsbereich ein großer Rückschritt. Denn es werden auch Tierställe für Versuchstiere gebaut.

In den letzten Jahren sind allein in München drei neue Tierversuchslabors mit Haltungskapazitäten für rund 100.000 Mäuse und andere Tiere entstanden. An der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) finden noch immer grausame Xenotransplantationsversuche statt, bei denen Herzen genmanipulierter Schweine in die Bauchhöhle von Pavianen verpflanzt werden. Die Tiere sterben nach Minuten oder wenigen Tagen qualvoll an Organversagen aufgrund der Abstoßungsreaktion des Körpers.

Baden-Württemberg

Auf dem zweiten Platz der Negativ-Rangliste liegt nun Baden-Württemberg mit einem Anteil von 498.471 Tieren bzw. 17,2 % an der Gesamttierzahl. In Mannheim beispielsweise werden Ratten alkoholabhängig gemacht, um zu untersuchen, welche Nervenzellverbände bei Suchtverhalten aktiviert werden. In Tübingen müssen weiter Affen für die Hirnforschung leiden, obwohl Studien belegen, dass sich das Gehirn von Affen stark vom menschlichen Gehirn unterscheidet. An der Uni Hohenheim gibt es einen Neubau mit zwei Versuchsställen für Schweine, Schafe, Hühner und Mäusen und in Freiburg das IMITATE (Institut für Krankheitsmodelle und gezielte Therapie) mit Käfigen für 10.000 Mäuse. Ein Ende des Aufwärtstrends der Tierversuche in Baden-Württemberg ist demnach bei weitem nicht in Sicht.

Nordrhein-Westfalen

Auch Nordrhein-Westfalen trägt mit 430.162 Tieren bzw. 14,8 % zur unethischen und unwissenschaftlichen tierexperimentellen Forschung bei und belegt damit Negativ-Platz drei. In Düsseldorf werden beispielsweise Hunden im Rahmen der Implantationsforschung Zähne gezogen, um verschiedene Zahnimplantate miteinander zu vergleichen. Die amerikanische Firma „Covance“ hat sich mit seiner Filiale in Münster auf Giftigkeitstests bei schwangeren Affen spezialisiert.

Da 2019 fast alle in Nordrhein-Westfalen „verbrauchten“ Affen (1.838 Tiere) für regulatorische Tests, zu denen auch die Prüfung auf Giftigkeit einer Substanz gehört, eingesetzt wurden, ist davon auszugehen, dass das Leid dieser Tiere in Münster stattgefunden hat. Leider gibt es auch in Nordrhein-Westfalen Städte, die in einer Zeit, in der tierversuchsfreie Methoden einen enormen Boom erleben, auf Methoden des vorletzten Jahrhunderts setzen. So bekommt die Bielefelder Universität eine neue Medizinische Fakultät. Auch hier ist der Bau von Tierställen vorgesehen.

Anteil der Bundesländer an Tierversuchen 2019

Stand: 18. Januar 2021

Weitere Information

Übersichtstabelle Bundesländervergleich 2014-2019 als PDF

Tierversuchsstatistik 2019 und vergangener Jahre >>
Tierversuche in Deutschland >>
Datenbank Tierversuche >>

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