Botulinum Neurotoxin: Vom tödlichen Maus-Test zu zellbasierten Labormodellen
Die Studie untersucht, warum für die Qualitätsprüfung von Botulinumtoxin („Botox“) weiterhin Mäuse in grausamen LD50-Tests eingesetzt werden, obwohl inzwischen zuverlässige tierversuchsfreie Zelltests verfügbar sind. Beim traditionellen LD50-Test erhalten Mäuse verschiedene Dosen des Toxins; sie können dabei Lähmungen und Atemnot entwickeln und sterben, es wird nach der Dosis gesucht, bei der 50% der Tiere sterben. Für einen einzelnen Test können etwa 100 Mäuse verwendet werden. Die verfügbaren Daten zeigen, dass in Irland, Großbritannien und Deutschland zusammen jährlich über 100.000 Mäuse für regulatorische Wirksamkeitstests von Arzneimitteln eingesetzt werden, zu denen auch Botulinumtoxin-LD50-Tests gehören. Wie viele Tiere davon genau für Botulinumtoxin verwendet werden, bleibt wegen unzureichender öffentlicher Berichterstattung unklar; Projektunterlagen deuten jedoch auf einen weiterhin erheblichen Einsatz insbesondere in Irland und Großbritannien hin. In Deutschland scheinen Mäusetests für Botulinumtoxin dagegen inzwischen weitgehend beendet zu sein. Die Autoren fordern mehr Transparenz sowie eine schnelle, verbindliche Umstellung auf moderne tierversuchsfreie Zelltests, damit der belastende LD50-Mäusetest vollständig ersetzt wird.