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Kampagnen

Schluss mit der Affenqual in Bremen!

Der Affenforscher Andreas Kreiter hat die Verlängerung seiner Hirnforschung an der Bremer Universität beantragt. Unser Ärzteverein kritisiert diese Versuche seit vielen Jahren als „besonders qualvoll und nutzlos für kranke Menschen“. Neben der ethischen Nichtvertretbarkeit, sehen wir auch vor dem Hintergrund des aufgrund von EU-Recht geänderten Tierschutzgesetzes keine Grundlage für die erneute Genehmigung. Mit einer groß angelegten Plakataktion in Bremen vom 9.-15.11.2021 prangert unser Verein die Affenhirnversuche an und fordert deren Ende.

Affenhirnforscher Kreiter hat die Verlängerung seiner in Kürze auslaufenden Tierversuchsgenehmigung beantragt. Die Genehmigungsbehörde muss nun entscheiden, ob die Affenhirnversuche auch nach dem 30.11.2021 fortgeführt werden dürfen.

Wie bereits 2008 in Bremen, lehnten 2006 in München und 2007 in Berlin die Genehmigungsbehörden vergleichbare Hirnversuche an Affen ab, da sie das Leid der Tiere als zu hoch und den medizinischen Nutzen als nicht gegeben ansahen. Die in Berlin zuständige Behörde machte in ihrem Ablehnungsbescheid deutlich: „Um einem lebensbedrohlichen Leiden (Durst) zu entrinnen, fügt sich das Tier in ein anderes erhebliches Leiden (Kopffixierung im Primatenstuhl).“

In Bremen zog Kreiter vor Gericht. Nach einem sechs Jahre dauernden Rechtsstreit, urteilte das Bundesverwaltungsgericht letztendlich, dass die Versuche fortgeführt werden dürfen. Ein fatales und nicht nachvollziehbares Urteil!

Ausführliche Hintergrundinformationen und Historie über die Affenhirnforschung in Bremen >>

Wie sieht die Affenhirnforschung aus?

Bereits seit 1997 finden in der Arbeitsgruppe von Kreiter an der Bremer Universität nach dem gleichen Muster Versuche am Gehirn von Affen statt. Dabei werden die bewegungsaktiven und intelligenten Tiere stundenlang mit dem Kopf im Primatenstuhl fixiert, ihr Schädel wird aufgebohrt, um Messelektroden in das Gehirn einzuführen und sie werden durch Durst gezwungen, zu tun, was der Forscher verlangt. Die Affen müssen sich ihre Flüssigkeit im Versuch „erarbeiten“, um dem ständigen Durst wenigstens kurzfristig zu entgehen. Schafft es das Tier nicht, sich seine notwendige Flüssigkeit zur erarbeiten, muss es weiter dursten. Außerhalb der Experimente erhalten die Affen nur am Wochenende genügend Wasser.

Einige Beschreibungen von Versuchen aus der Affenhirnforschung um den Bremer Experimentator Andreas Kreiter >>

Affenhirnversuche sind nicht genehmigungsfähig

In mehreren Städten in Deutschland wird seit Jahrzehnten Affenhirnforschung betrieben, vorgeblich, um das menschliche Gehirn zu erforschen. Ein Nachweis über den Nutzen hingegen fehlt. Es handelt sich um rein zweckfreie Grundlagenforschung. Vor dem Hintergrund der durch die EU erzwungenen Korrektur des Tierschutzgesetzes, das eine Abwägung zwischen ethischer Vertretbarkeit und hervorragender Bedeutung der Versuche verlangt, wäre eine Ablehnung des Verlängerungsantrags folgerichtig. Denn die Versuche gehen mit schwerem Leid für die Tiere einher, haben aber keinerlei Nutzen.

Auch die damalige Auffassung des Oberverwaltungsgerichts Bremen, das die Prüfbefugnis der Genehmigungsbehörde auf eine bloße Plausibilitätskontrolle reduziert hatte, ist vor den nun geltenden Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie nicht mehr haltbar. Die Europäische Kommission hatte dies in ihrem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland aufs Schärfste kritisiert und entsprechende Nachbesserung im Tierschutzgesetz gefordert.

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) geben wir den Bremer Behörden juristische und fachliche Rückendeckung für eine Ablehnung der Fortführung der Affenhirnversuche.

Tierversuchsfreie Hirnforschung

Die Affenhirnforschung ist nicht nur ethisch nicht zu akzeptieren, sondern darüber hinaus für den Erkenntnisgewinn über das menschliche Gehirn nicht zielführend. Dagegen sind innovative Methoden etwa mit menschlichen Mini-Gehirnen für die Erforschung und Behandlung neurologischer Krankheiten von großer Bedeutung. In der NAT-Datenbank zu tierversuchsfreien Methoden sind mehrere solcher Hirnmodelle angeführt.

Beispielsweise konnten allein in jüngerer Zeit Forscher an der Johns Hopkins University, Baltimore, USA, in Gehirn-Organoiden wesentliche Erkenntnisse hinsichtlich der Rolle der Interaktion von Genen und Umwelt bei Autismus gewinnen. An der Ruhr Universität Bochum haben Forscher an Hirn-Organoiden wichtige physiologische Vorgänge bei der Alzheimererkrankungen entdeckt. An der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf werden menschliche Gehirn-Organoide gezüchtet, die Augen entwickeln und sich als Modell zur Untersuchung der Augenentwicklung und Ursachen von Augenerkrankungen eignen.

27.10.2021
Dipl. Biol. Silke Strittmatter

Weitere Informationen

Beispiele für Affenhirnforschung in Bremen >>

Hintergrundinfos und Historie: Affenhirnforschung in Bremen >>

Mini-Gehirne: innovative, humanrelevante Hirnforschung >>

Wie können Sie helfen?

Unterschreiben Sie die Online-Petition von PETAZWEI Streetteam-Bremen gegen eine Verlängerung der Genehmigung der Affenhirnversuche in Bremen >>
(Hinweis: Der dortige Spendenaufruf betrifft change.org, nicht die Tierrechtsorganisation PETA)

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