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Kampagnen

Stoppt Tierversuche bei der Bundeswehr!

Tiere für militärische Zwecke zu verwenden, ist mit das Perfideste, was es gibt! 

Laut Tierschutzgesetz sind Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung von Waffen und Munition verboten. (1) Dennoch wurden in den letzten 20 Jahren insgesamt 7.507 Tiere in internen Versuchen der Bundeswehr verwendet. 85 % waren Ratten und Mäuse, aber auch 144 Hunde, 307 Großtiere wie Schafe, Ziegen und Pferde sowie 630 Meerschweinchen wurden für militärische Versuchszwecke eingesetzt. Für weitere Forschungs- und Ausbildungsvorhaben wurden externe Einrichtungen beauftragt, auf deren Konto weitere 4.254 Tiere seit 2012 gehen.

Jedes Tierleben zählt!

Die Tierzahlen sind schockierend genug, aber was geschieht mit den Tieren? Die Versuche bei der Bundeswehr – ob intern oder durch externen Auftrag – sind zum Teil sehr grausam. Einige Beispiele: 

  • Mäusen werden schwere Hautverletzungen zugefügt
  • Bei Kaninchen werden Knorpel verletzt
  • Meerschweinchen und Ratten werden mit Nervenkampfstoffen wie Senfgas und VX vergiftet
  • Mäusen werden die Knochen gebrochen
  • Bei Schweinen wird ein Blutungsschock erzeugt 

Abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit, ist eine Übertragbarkeit auf die Situation beim Menschen nicht gegeben. 

Warum ist das erlaubt?

Solange keine Waffen und Munitionen entwickelt und erprobt werden, sind Tierversuche unter dem Mantel der Grundlagenforschung oder zur vorgeblichen Sicherheit von Soldaten und Zivilbevölkerung erlaubt. 

Die Zuständigkeit und das Genehmigungsprocedere sind völlig anders als bei allen anderen Tierversuchen, sie liegen beim Bundesministerium der Verteidigung bzw. bei der Bundeswehr selbst. Das heißt, die Bundeswehr überprüft und genehmigt ihre eigenen Tierversuche. 

Versuche an über 1.000 Tieren verhindern!

Zwei Versuchsreihen mit insgesamt über 1.000 Mäusen sind bereits genehmigt, haben aber noch nicht begonnen. Dabei sollen 800 Mäusen schwere Verletzungen der Haut zugefügt werden, was die Bundeswehr selbst als Schweregrad „mittel bis schwer“ einstuft. In der zweiten Versuchsreihe geht es um die Testung bestimmter Immunzellen an 245 Mäusen. Der Start ist für Herbst 2021 geplant. Das müssen wir verhindern! 

Wie Sie helfen können

Schreiben Sie an Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und fordern Sie sie auf, sämtliche Tierversuche im Bereich der Bundeswehr sofort einzustellen und insbesondere die beiden noch nicht begonnenen Versuchsreihen zu stoppen. 

  • Unterstützen Sie auch die Petition von PeTA, bei der der Schwerpunkt auf den OP-Übungen an Schweinen liegt >>

Was wir tun

04.03.2021 Pressemitteilung: Meerschweinchen mit Nervenkampfstoffen vergiftet“ >>

22.03.2021 Schreiben an Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (keine Antwort erhalten)

11.05.2021 erneutes Schreiben an Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer

14.05.2021 Start der Kampagne „Stoppt Tierversuche bei der Bundeswehr“ 

Tierversuche bei der Bundeswehr

Weitere Infos

Hintergrundinfos „Tierversuche bei der Bundeswehr“ >>

Quellen

(1) Tierschutzgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. Mai 2006, zuletzt geändert durch Artikel 280 der Verordnung vom 19.Juni 2020 (BGBl. I S. 1328), §7a Abs. 3

(2) Antwort des Bundesministeriums der Verteidigung vom 25.2.2021 auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Bundestagsfraktion DIE LINKE; BT-Drucksache 19/26074 vom 21.01.2021 

An poststelle@bmvg.bund.de und info@bundeswehr.org

Musterbrief

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Kramp-Karrenbauer,

von Ärzte gegen Tierversuche e.V. habe ich erfahren, dass die Bundeswehr immer noch Tierversuche durchführt oder in Auftrag gibt! Tierversuche sind generell, aber insbesondere für militärische Zwecke, abzulehnen. Es gibt keinerlei Rechtfertigung, Tiere mit Nervenkampfstoffen zu vergiften, Mäusen die Knochen zu brechen und Schweine zu verstümmeln. Es gibt heute eine Vielzahl tierversuchsfreier Möglichkeiten mit menschlichen Mini-Organen und Multiorgan-Chips sowie mit chirurgischen Übungsmodellen. 

Ich bitte Sie eindringlich, sich dafür einzusetzen, dass sämtliche eigene und in Auftrag gegebene Tierversuche der Bundeswehr umgehend eingestellt werden! 

Insbesondere bitte ich Sie, zwei genehmigte, aber noch nicht durchgeführte Versuchsvorhaben zu stoppen. Dabei handelt es sich um: 

  • 245 Mäuse zur Charakterisierung von immunogenen Zellen
  • 798 Mäusen sollen für eine experimentelle Stammzelltherapie schwere Verletzungen zugefügt werden. 

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen, 

Unterschrift
Adresse

1. Juni 2021
Dr. med. vet. Corina Gericke

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