Wissenschaftliche Arbeit
Unser Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grenzen und Probleme von Tierversuchen sichtbar zu machen und den Wandel hin zu einer modernen, humanrelevanten und tierversuchsfreien Forschung voranzubringen. Dafür analysieren wir unter anderem wissenschaftliche Publikationen, führen eigene Untersuchungen durch, veröffentlichen Fachartikel und bringen unsere Expertise in die öffentliche, politische, juristische und wissenschaftliche Debatte ein.
Dazu beschäftigen wir ein eigenes Wissenschaftsteam aus verschiedenen naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen. Zahlreiche Ärzte, Tierärzte, Naturwissenschaftler und Experten weiterer Fachrichtungen unterstützen uns ehrenamtlich mit ihrer Expertise.

Auswertung und wissenschaftliche Stellungnahmen
Wir werten aktuelle Meldungen und Fachstudien sowohl zur Tierversuchsforschung als auch zu modernen, tierversuchsfreien Methoden fundiert aus. Auf dieser Basis erarbeiten wir fachliche Stellungnahmen, Analysen und Dossiers, die Hintergründe verständlich aufbereiten und in der Aufklärungs-, Rechts- und Politikarbeit gezielt Anwendung finden.

Wissenschaftskommunikation für die breite Öffentlichkeit
Komplexe wissenschaftliche Sachverhalte bereiten wir laienverständlich auf und veröffentlichen regelmäßig fundierte Beiträge auf unserer Website, in unserem ÄgT-Journal sowie als Gastartikel in externen Medien. So machen wir sowohl die Kritik am Tierversuch als auch das Potenzial innovativer tierversuchsfreier Methoden für alle Interessierten transparent und nachvollziehbar.

Eigene Publikationen in Fachjournalen
Wir führen eigene wissenschaftliche Auswertungen durch und veröffentlichen Originalarbeiten, Reviews und Fachkommentare in anerkannten peer-reviewten Fachzeitschriften. Dabei arbeiten wir mit Wissenschaftlern verschiedener Universitäten und Firmen zusammen. Ein zentrales Beispiel ist unsere systematische Evidenzsynthese zur klinischen Ausfallquote von Medikamenten, die belegt, dass durchschnittlich über 90 % der im Tierversuch als wirksam und sicher eingestuften Wirkstoffe in klinischen Studien am Menschen scheitern.

Vorträge und Diskussionsabende
Wir halten regelmäßig Fachvorträge an Universitäten, auf wissenschaftlichen Kongressen, im Rahmen von Diskussionsrunden sowie Vortragsabenden unterschiedlicher Art. Dabei vermitteln wir Fachkreisen und interessierten Bürgern gleichermaßen den aktuellen wissenschaftlichen Stand sowie die Vorteile humanbasierter Forschungssysteme.

Kongresse: Präsenz, Mitorganisation und eigene Tagungen
Während wir auf medizinischen Fachmessen mit Informationsständen aufklären, stellen wir unsere wissenschaftlichen Daten mit Vorträgen und Postern auf Fachtagungen wie dem MPS World Summit, dem EUSAAT oder dem World Congress on Alternatives (WC-Serie) vor. Bereits 2016 und 2018 setzten wir mit unserem WIST-Kongress („Wissenschaft statt Tierversuche“) früh ein Zeichen für die damals noch wenig beachteten tierversuchsfreien Technologien – heute gestalten wir das Programm und die Organisation führender internationaler Kongresse maßgeblich mit.

Wissenschaftliche Beiräte und Expertennetzwerke
Unser Wissenschaftsteam wirkt in führenden Fachgremien mit, wie dem Scientific Advisory Committee der International MPS Society (iMPSS) oder dem internationalen Wissenschaftskomitee des World Congress zu tierfreien Alternativmethoden (WC-Serie). In diesen Expertenrunden gestalten wir wissenschaftliche Agenden und Methodenstandards mit, damit humanbasierte Innovationen wie Organ-Chips schneller als vollwertige Testverfahren etabliert werden. Darüber hinaus fördern wir den interdisziplinären Austausch zwischen Forschung, Industrie und weiteren Akteuren, um die Entwicklung, Verbreitung und praktische Anwendung tierversuchsfreier Technologien voranzubringen.

Wissenschaftliche Politikberatung und regulatorische Mitwirkung
Wir bringen unsere wissenschaftliche Expertise in politische und regulatorische Entscheidungsprozesse auf nationaler und europäischer Ebene ein. Dazu verfassen wir Stellungnahmen, begutachten wissenschaftliche Empfehlungen und beteiligen uns an Konsultationen sowie Expertengremien von Behörden und Institutionen. So wirken wir unter anderem bei der Europäischen Kommission, dem europäischen Validierungszentrum EURL ECVAM und der Europäischen Chemikalienagentur ECHA darauf hin, dass moderne tierversuchsfreie Methoden stärker berücksichtigt werden.

Datenbanken: Tierversuchs-Datenbank, NAT-Database und NATworks
In unserer Datenbank-Tierversuche.de dokumentieren wir Details zu Tausenden in Deutschland genehmigten und durchgeführten Tierversuchen.
Mit unserer mehrfach ausgezeichneten NAT-Database bieten wir eine weltweit etablierte Rechercheplattform für tierversuchsfreie Technologien, während unsere Datenbank NATworks kommerzielle Anbieter, Start-ups und Produkte im Bereich der tierversuchsfreien Technologien systematisch sichtbar macht.

Wissenschaftspreise und Nachwuchsförderung
Mit der Verleihung renommierter Auszeichnungen – wie dem Herbert-Stiller-Förderpreis – unterstützen wir aktiv innovative Forschungsarbeiten, die sich mit humanbasierten, tierversuchsfreien Methoden, der Erforschung von Krankheiten sowie weiteren wissenschaftlichen Bereichen wie der Toxikologie und Produktsicherheit widmen. Der nach unserem Vereinsmitgründer Dr. Herbert Stiller benannte Preis wurde nach früheren Vergaben dank zweckgebundener Sponsorengelder 2019 neu aufgelegt und wird seitdem alle zwei Jahre vergeben. Ein zentrales Anliegen ist uns dabei die Förderung junger Forschender, um engagierten Talenten frühzeitig den Einstieg in tierversuchsfreie Technologien zu ermöglichen.

Internationale Bildung und Osteuropa-Projekte
Mit unseren Osteuropa-Projekten stellen wir Hochschulen moderne tierfreie Lehrmittel wie Computersimulationen zur Verfügung, um Tierversuche in der universitären Ausbildung vollständig zu ersetzen und direkt Tierleben zu retten. Darüber hinaus engagieren wir uns in internationalen Netzwerken dafür, humanbasierte Methoden fest in den Curricula und der akademischen Weiterbildung zu verankern.
Stand: 30.10.2026