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Auch dieses Jahr verleihen wir unseren Negativpreis „Der goldene Holzweg“ für den absurdesten Tierversuch. Die fünf nominierten Versuche sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs – tatsächlich ist die Liste der durchgeführten Tierversuche weitaus länger, und verdient hätten diesen Preis alle.

Mit unserer Auswahl wollen wir verdeutlichen, wie breit das Spektrum des Leids ist, das Tieren in deutschen Laboren zugefügt wird, und dass die unterschiedlichsten Tierarten davon betroffen sind. All das geschieht unter dem Deckmantel des medizinischen Fortschritts – obwohl die Übertragbarkeit der Ergebnisse von Tieren auf den Menschen nicht gegeben ist.

Die Auswahl der Kandidaten beruht auf Einträgen in unserer Datenbank-Tierversuche und diese basieren auf Fachartikeln der Experimentatoren selbst. Für den Preis 2026 haben wir Publikationen ausgewählt, die in den Jahren 2024/2025 veröffentlicht wurden. 

Die Abstimmung

Bitte stimmen Sie ab für den „Preis für den absurdesten Tierversuch". Die Abstimmung läuft vom 13. – 24. April 2026 (23.59 Uhr). Bitte nur einmal abstimmen. Doppelte Stimmen werden aussortiert. 

Ungültige Eingabe

Die Kandidaten

Abstimung zum absurdesten Tierversuch

Kandidat 1

Was passiert im Gehirn alkoholabhängiger Ratten?

Tübingen: Ratten werden sieben Wochen lang täglich 16 Stunden Alkoholdampf ausgesetzt. Danach werden alle Tiere getötet und deren Blut und Gehirn auf Veränderungen untersucht.

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Abstimung zum absurdesten Tierversuch

Kandidat 2

Wie regenerieren Zebrafische ihr Herz, wenn man ein Stück abschneidet?

Ulm: Zebrafischen wird ein Teil des Herzens entfernt oder zerstört. Anschließend werden sie Hitze oder radioaktiver Bestrahlung ausgesetzt, bevor sie getötet und ihre Herzen entnommen werden.

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Abstimung zum absurdesten Tierversuch

Kandidat 3

Heilen Brandwunden am Ohr von Mäusen besser, wenn man ihnen ein Bein abbindet?

Bochum: Nacktmäusen werden schwere Brandwunden am Ohr zugefügt, anschließend wird die Blutzufuhr im Hinterbein wiederholt abgeschnürt. Mehrere Mäuse sterben während der Versuche, die Überlebenden werden später getötet.

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Abstimung zum absurdesten Tierversuch

Kandidat 4

Was passiert im Gehirn von Wüstenrennmäusen bei Tinnitus?

Erlangen: Wüstenrennmäuse werden 75 Minuten lang Tönen in der Lautstärke eines Presslufthammers ausgesetzt, um ein Lärmtrauma hervorzurufen und so Tinnitus zu erforschen.

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Abstimung zum absurdesten Tierversuch

Kandidat 5

Wie verändert sich die Hirnaktivität von Gerbils unter schmerzhaftem Lerndruck?

Magdeburg: Gerbils werden Elektroden ins Gehirn implantiert. Sie erhalten Elektroschocks und müssen lernen auf bestimmte Tonsignale zu reagieren, um Schocks zu vermeiden. Die Regeln werden regelmäßig verändert, um die Anpassung der Tiere zu untersuchen.

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Die Details

Kandidat 1

Abstimmung zum absurdesten Tierversuch

Institut: Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie, Tübingen Zentrum für Psychische Gesundheit, Universitätsklinikum Tübingen

Tiere: 31 Ratten

Versuchsbeschreibung: Die Ratten werden in zwei Gruppen eingeteilt: eine Alkohol-Gruppe und eine Kontrollgruppe. Die Alkohol-Gruppe wird über sieben Wochen täglich für 16 Stunden Alkoholdampf ausgesetzt, gefolgt von mindestens acht Stunden ohne Alkohol. Die Kontrolltiere atmen ausschließlich normale Luft. Einen Tag nach dem letzten Expositionszyklus werden alle Tiere getötet, anschließend werden Blut und Gehirn entnommen und untersucht. Parallel dazu werden Blut- und Gehirnproben von verstorbenen Menschen mit Alkoholabhängigkeit sowie von gesunden Kontrollpersonen analysiert.

Hintergrund: Die Veränderungen nach chronischer Alkoholbelastung werden für Ratten untersucht und mit menschlichen Daten verglichen.

Quelle: Wiegand A. et al. Validation of GDAP1 and HECW2 as epigenetic markers of alcohol use disorder in blood and brain. International Journal of Molecular Sciences 2025; 26(22): 10840

Datenbank-ID: 5831

Kandidat 2

Abstimmung zum absurdesten Tierversuch

Institut: Institut für Biochemie und Molekulare Biologie, Universität Ulm

Tiere: Zebrafische, viele Mäuse, Anzahl unbekannt

Versuchsbeschreibung: Gentechnisch veränderte und unveränderte Zebrafische werden eingesetzt, um die Regeneration von Herzverletzungen zu untersuchen. Zur Untersuchung der Gene wird den Fischen ein Stück der Flosse abgeschnitten. Die Fische werden narkotisiert und von ihrem Herz wird entweder ein Teil abgeschnitten oder mit einem -196 °C kalten Draht zerstört. Nach der Verletzung werden unterschiedliche Haltungsbedingungen, Fütterungsregime, Hitzebehandlungen, Medikamentengaben und radioaktive Bestrahlungen angewendet. Zu festgelegten Zeitpunkten werden die Fische getötet und ihre Herzen entnommen und analysiert. Zusätzlich werden Herzzellen aus neugeborenen Mäusen sowie menschliche Zellen verwendet.

Hintergrund: Im Gegensatz zum Menschen können Zebrafische Verletzungen des Herzens regenerieren. Hier wird die Rolle eines bestimmten Eiweißstoffes bei der Regeneration untersucht. Die Autoren hoffen, dass dies zu Anti-Aging-Strategien beitragen könnte.

Quelle: Vasudevarao M.D. et al. BMP signaling promotes zebrafish heart regeneration via alleviation of replication stress. Nature Communications 2025; 16: 1708

Datenbank-ID: 5793

Kandidat 3

Abstimmung zum absurdesten Tierversuch

Institut: Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum

Tiere: 48 Mäuse

Versuchsbeschreibung: Die Nacktmäuse werden narkotisiert und an ihrem Ohr wird mit einem Heißluft-Lötgerät eine tiefe Verbrennung erzeugt. Danach werden die Tiere in Gruppen eingeteilt. Bei drei Gruppen wird wiederholt die Blutzufuhr im Hinterbein durch Abbinden mit einem Silikonschlauch für 5 Minuten unterbrochen. Dies wird an 5 Tagen insgesamt 15-mal durchgeführt. Zusätzlich erhalten die Mäuse Injektionen mit Wirkstoffen oder Kochsalzlösung. In den folgenden Tagen wird die Wundheilung am verbrannten Ohr mehrfach bildgebend untersucht. Sieben Mäuse sterben während der Versuche, die übrigen Tiere werden nach zwölf Tagen getötet.

Hintergrund: Es wird untersucht, wie sich das wiederholte Abschnüren eines Beins bei Mäusen auf die Heilung einer tiefen Brandwunde auswirkt.

Quelle: Von Glinski M. et al. Influence of remote ischemic conditioning and nitrogen monoxide on angiogenesis and microcirculation in a mouse ear burn model. Journal of Surgical Research 2024; 293: 347-356

Datenbank-ID: 5812

Kandidat 4

Abstimmung zum absurdesten Tierversuch

Institut: Experimentelle HNO-Heilkunde, Lehrstuhl für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Erlangen

Tiere: 38 Gerbils

Versuchsbeschreibung: Wüstenrennmäuse werden einzeln in einer kleinen Röhre aus Drahtgitter fixiert und wiederholt Tönen in der Lautstärke eines Presslufthammers ausgesetzt. Dabei wird beobachtet, wie sie vor Schreck zusammenzucken. Zusätzlich werden unter Narkose Hörtests durchgeführt. Anschließend wird bei einem Teil der Tiere unter Narkose ein einseitiges Lärmtrauma durch 75-minütige Beschallung mit sehr hoher Lautstärke ausgelöst. In den folgenden Tagen werden erneut Hörtests und Schreckreaktionsmessungen durchgeführt, um Hörverlust und Anzeichen eines Tinnitus zu erfassen. Abschließend werden die Tiere getötet, ihre Gehirne entnommen und untersucht.

Hintergrund: Es wird für Rennmäuse untersucht, wie sich bestimmte Strukturen im Gehirn verändern, wenn Tinnitus entsteht.

Quelle: Tziridis K. et al. Tinnitus is associated with increased extracellular matrix density in the auditory cortex of Mongolian gerbils. BMC Neuroscience 2024: 25: 52

Datenbank-ID: 5844

Kandidat 5

Abstimmung zum absurdesten Tierversuch

Institut: Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg

Tiere: 9 Gerbils

Versuchsbeschreibung: 9 Gerbils werden unter Narkose Messelektroden ins Gehirn implantiert. In einem Käfig, der durch eine Hürde in zwei Abteile getrennt ist und über einen elektrifizierbaren Gitterboden werden die Tiere darauf konditioniert, auf bestimmte Tonsignale hin über die Hürde zu springen, um schmerzhaften Elektroschocks zu entgehen, oder bei anderen Signalen im aktuellen Abteil sitzen zu bleiben. Nach der Trainingsphase werden die Regeln wöchentlich vertauscht, sodass zuvor „sichere“ Töne plötzlich mit Schmerzreizen verknüpft sind und umgekehrt. Währenddessen wird die Hirnaktivität der Gerbils über die implantierten Elektroden aufgezeichnet.

Hintergrund: Messung von Hirnströmen bei Gerbils während Entscheidungsprozessen.

Quelle: Acun E. et al. Layer-specific cortical dynamics during transitions from error monitoring to decision execution in reversal learning. Communications Biology 2025; 9:69

Datenbank-ID: 5853