facebook
twitter
youtube

  • Start

REACH - grausame und sinnlose Chemikalien-Tierversuche

Im Juni 2007 trat die EU-Chemikalien-Verordnung REACH in Kraft. Tausende alte Chemikalien - von Terpentin bis Textilfarbe, von Maschinenöl bis Pflanzenschutzmittel - sollen bis 2018 auf ihre Giftigkeit überprüft werden, und zwar größtenteils in Tierversuchen.

Chemikalien in Gegenständen des täglichen Gebrauchs und in der Umwelt stellen tatsächlich ein unkalkulierbares Risiko für die Gesundheit des Menschen dar. Tierversuche sind jedoch der falsche Weg, um die Sicherheit der Menschen vor schädlichen Substanzen zu gewährleisten. Nur eine sorgsame Auswertung bereits vorhandener, am Menschen gewonnener Daten sowie der Einsatz tierversuchsfreier Reagenzglas-Methoden würden zu einer tatsächlichen Abschätzung der Risiken für Mensch und Umwelt führen. Die EU hat eine einmalige Chance verpasst, endlich einen Schlussstrich unter die Giftigkeits-Tierversuche zu setzen. Die Ärzte gegen Tierversuche hatten sich jahrelang für ein ganz tierfreies REACH eingesetzt.

Was ist REACH?

Die Chemikalien-Richtlinie REACH sieht vor, dass Zigtausende alte Chemikalien, die vor 1981 auf den Markt gekommen sind, auf ihre möglichen Risiken für Mensch und Umwelt zu überprüfen. Seit 1981 werden neue Substanzen vor Marktzulassung nach einem bestimmten Muster getestet - durchweg in Tierversuchen. Mit REACH sollen auch die Altchemikalien diesem System angeglichen werden.

Schätzungen gehen von 8 bis 54 Millionen Tieren aus, die in den nächsten Jahren für REACH leiden und sterben sollen.


REACH:

  • Registrierung: Firmen, die Chemikalien in einer Menge von über einer Tonne pro Jahr produzieren, müssen alle relevanten Daten über einen Stoff, z.B. aus Tierversuchen, in einer zentralen Datenbank registrieren lassen.

  • Evaluation: Die Behörden werten die registrierten Informationen aus.

  • Autorisierung: Als gefährlich einzustufende Chemikalien werden von den EU-Behörden autorisiert, z.B. kann dies eine beschränkte Nutzung bedeuten.

  • von Chemikalien.

 

Wie läuft REACH ab?

Die Chemikalien werden nach ihrer Produktionsmenge pro Jahr eingeteilt. Für jede der vier Volumenklassen sind Standard-Tests vorgesehen. Je größer die Menge, in der eine Substanz produziert wird, desto mehr Daten, d.h. desto umfangreichere Tierversuche werden verlangt.

Von Juni bis Dezember 2008 mussten die Firmen ihre Chemikalien vorregistrieren, d.h., sie mussten Basisdaten, wie Name und Herstellungsmenge, bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA einreichen. 65.000 Firmen registrierten 150.000 Chemikalien vor. Viele davon werden von mehreren Firmen hergestellt. Noch ist unbekannt, um wie viele Substanzen es sich tatsächlich handelt. Bislang war man von etwa 30.000 Stoffen ausgegangen.

Für jede Chemikalie soll zum Schluss nur ein Dossier eingereicht werden. Eine wesentliche Errungenschaft, die auf die jahrelange hartnäckige Arbeit der Tierschutz- und Tierversuchsgegnerverbände zurückzuführen ist. Das heißt, die Firmen können nicht einfach drauf los testen, sondern, sie müssen erst einmal prüfen, ob eine Chemikalie auch noch von anderen Herstellern vorregistriert wurde. Firmen, die die gleichen Stoffe herstellen, müssen sich zu Konsortien, den sogenannten SIEFs zusammenschließen, um ihre Daten auszutauschen. Auch das wurde von der Tierschutzseite gegen den massiven Widerstand der Industrie durchgesetzt.

Reichen die vorhandenen Daten nicht aus, müssen die Unternehmen einen Testvorschlag bei der ECHA einreichen. Dies gilt allerdings nur für die besonders gefährlichen und in großen Mengen hergestellten Chemikalien (100 t pro Jahr und mehr). Die ECHA stellt diesen Antrag 45 Tage lang auf ihre Website. Experten der Tierversuchsgegnerverbände haben so die Möglichkeit zu überprüfen, ob die geforderten Daten nicht schon vorhanden sind oder mit tierversuchsfreien Methoden gewonnen werden können. Auch diese 45-Tage-Phase wurde auf Vorschlag der Tierschutzseite in REACH aufgenommen. Nach Ablauf der 45 Tage entscheidet die ECHA, ob die vorgeschlagenen Tierversuche durchgeführt werden dürfen oder nicht oder ob weniger oder mehr Tierversuche gemacht werden müssen.

Die 45-Tage-Phase ist eine realistische Möglichkeit, viele Tierleben zu retten. Wir nutzen mit unseren Experten diese Chance bestmöglich, um möglichst viele Tiere vor einem qualvollen Tod zu bewahren. mehr >>


Zeitplan für REACH:

  • Juni 2007: REACH tritt in Kraft
  • 2007-2008 Einrichtung der Chemikalien-Agentur in Helsinki
  • 2008 Chemikalien-Agentur in Helsinki nimmt ihre Arbeit auf
  • Juli - Dez. 2008 Firmen müssen ihre Chemikalien vorregistrieren.
  • 1. Dez. 2010 Registrierung der hochvolumigen (mehr als 1.000 t) und gefährlichen Chemikalien
  • 1. Juni 2013 Registrierung von Chemikalien (100 - 1.000 t), die in großen Mengen produziert werden
  • 1. Juni 2018 Registrierung der Chemikalien, die nur in geringeren Mengen produziert werden (1 - 100 t)
  • bis 1. Juni 2018 müssen alle Stoffe registriert sein



Unser REACH-Projekt

Unser REACH-Projekt ist eine einmalige Möglichkeit, konkret Tierversuche zu verhindern und so viele Tiere vor einem qualvollen Gifttod zu bewahren. Wir nutzen die 45-Tage-Kommentierungsphase, um bereits vorhandene Daten für die in Frage stehenden Chemikalien zu recherchieren. Die aufwändige Arbeit unseres Toxikologie-Experte n Dr. med. Wolfgang Stengel hat bereits einige REACH-Tierversuche verhindert! gebracht.

Sie können helfen

Bitte unterstützen Sie unser erfolgreiches REACH-Projekt mit einer Spende >>

 

Weitere Infos

Unser REACH-Projekt >>

REACH-News >>

Wissenschaftliche Testmethoden statt REACH-Tierversuche >>

Drucken