Facebook
Twitter
Youtube
Instagram
TikTok
LinkedIn

Aktuelle News

Ärzte gegen Tierversuche fordert Ende des Affenhandels auf Mauritius

Autor: Sophie-Madlin Langner

Tausende Affen jährlich von Mauritius in europäische Labore importiert

Ärzte gegen Tierversuche beteiligt sich zusammen mit anderen Tierschutzorganisationen* in ganz Europa an einer Aktionswoche gegen den Affenhandel zu Forschungszwecken aus Mauritius. In dieser Woche (6. – 11.12.) wird mithilfe vieler Aktionen die Aufmerksamkeit auf Regierung, Botschaften und Tourismusbüros von Mauritius gelenkt und ein Ende des Handels mit Affen gefordert.

Für viele ist Mauritius ein beliebtes Urlaubsziel als „Paradiesinsel“ mit Traumstränden und tropischem Klima. Die Schattenseite jedoch, die vielen unbekannt ist, ist das grausame Fangen, Züchten und Handeln mit den dort lebenden Affen. Trotz jahrelanger weltweiter Proteste gegen den Fang nichtmenschlicher Primaten aus der Wildnis zur Verwendung in der Tierversuchsindustrie, macht der Inselstaat weiter. Die Regierung von Mauritius erteilt sogar weitere Genehmigungen für den Fang von Affen.

Der Handel mit den Affen boomt und die Zahl der exportierten Tiere steigt - 2020 um 40% gegenüber dem Vorjahr. Mauritius ist einer der weltweit größten Exporteure für Forschungseinrichtungen in aller Welt. Als Hauptlieferant für Europa, 2020 waren es 4.356 Langschwanzmakaken der insgesamt 10.827, werden auch deutsche Labore, wie Covance in Münster, mit den Tieren beliefert. Ein Teil der Affen kommt in Europa zu Zwischenstationen, in denen mit ihnen gezüchtet wird oder sie von dort weiterverkauft werden, sodass letztendlich die genaue Zahl der aus Mauritius stammenden Tiere nicht mehr eindeutig bestimmbar ist.

Für dieses grausame Geschäft werden Langschwanzmakaken aus ihren Familien und sozialen Gruppen gerissen, in kahlen Käfigen der Zuchtfarmen gehalten und viele von ihnen Tausende Kilometer in Tierversuchslabore exportiert. „In kleinen Holzkisten, in denen die Tiere kaum stehen können, werden sie auf Langstreckenflügen unter Hunger, Durst und Angst im Rumpf von Passagiermaschinen, wie von Air France, nach Europa transportiert. Und das Leid der Tiere hat hier kein Ende“, so Tierärztin Sophie-Madlin Langner, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Ärzte gegen Tierversuche.

Deutschland ist nach Frankreich und Großbritannien der größte europäische „Affenverbraucher“. Es werden vor allem Giftigkeitsprüfungen (Toxizitätstests) durchgeführt, bei denen Testsubstanzen über eine Vene in den Blutkreislauf oder über einen Schlauch im Mund in den Magen gegeben werden. Krampfanfälle, innere Blutungen und Organversagen sind dabei nur einige der möglichen (Neben-)Wirkungen, unter denen die Affen leiden müssen. Am Ende der Versuche werden sie getötet und ihre Körper seziert.

Damit wird eine Forschung aufrechterhalten, die nicht dem wissenschaftlichen Stand der heutigen Biomedizin entspricht. „Hochmoderne und innovative Systeme, wie Multi-Organ-Chips und In-silico-Verfahren (Computerprogramme) liefern auf den Menschen übertragbare Ergebnisse und verursachen kein Leid“, so Tierärztin Langner.

Während der Aktionswoche finden Aktionen in Berlin und Hamburg sowie in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweiz und Spanien statt, um der Forderung an die Regierung von Mauritius Nachdruck zu verleihen, aus dem grausamen Affenhandel endlich auszusteigen. Dies betonte Ärzte gegen Tierversuche auch noch einmal deutlich in Briefen an die Botschafterin von Mauritius in Berlin und den Honorarkonsul in Hamburg.

Weitere Informationen

*Beteiligte Organisationen: Action for Primates (UK), One Voice (Frankreich), Ärzte gegen Tierversuche (Deutschland), ATRA (Schweiz), LSCV (Schweiz), Svoboda Zvirat (Tschechien), ADDA (Spanien), Stop Camarles (Spanien), Pro Anima (Frankreich), IBT (Österreich), OSA (Italien), Animal Rights (Belgien) and ECEAE (European Coalition To End Animal Experiments) 

Kampagne „Rettet die Affen von Mauritius“ >>

Kampagne „NEIN zu Air France“ >>

Video „Das grausame Geschäft mit Affen“ >>

Protest gegen Affenhandel auf Mauritius

 

Drucken