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Wissenschaftspreise

Ausschreibung: ECEAE-Preis für tierfreie Antikörper

10.000 Euro für vorbildlichen Einsatz von tierfreien Antikörpern

Bis zu einer Million Tiere werden in der EU jedes Jahr für die Herstellung von Antikörpern verwendet und getötet, obwohl es bessere tierversuchsfreie Methoden gibt. Um auf ihre Vorteile aufmerksam zu machen und ihre Anwendung zu fördern, schreibt die European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE), bei der der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche Mitglied ist, einen einzigartigen Preis für die Entwicklung und den vorbildlichen Einsatz von tierfreien Antikörpern aus. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll die Empfehlung des EU-Referenzlabors EURL-ECVAM unterstützen, keine tierischen Antikörper mehr zu verwenden, und den Übergang von tierischen zu tierfreien Antikörperproduktionssystemen beschleunigen.

Antikörper sind vom Immunsystem produzierte Proteine, die in den Körper eingedrungene Fremdkörper und Krankheitserreger erkennen, an sie binden und ihre Eliminierung unterstützen. Antikörper werden sehr häufig in der Forschung, Diagnostik, Therapie und bei gesetzlich vorgeschriebenen Tests eingesetzt. Obwohl moderne und präzise tierfreie Methoden zur Antikörpergenerierung, z.B. durch Phagen-Display, seit Jahrzehnten verfügbar sind, wird die überwiegende Mehrheit der Antikörper für Forschungszwecke immer noch in Tieren hergestellt, was zu immensem Tierleid und dem Tod unzähliger Tiere führt. Beispielsweise werden zur Erzeugung von monoklonalen Antikörpern mit der sogenannten „Aszites-Methode“ Mäusen bestimmte Zellen injiziert. Dies führt zu einem tumorähnlichen Wachstum, Entzündung und Sekretion einer antikörperhaltigen Flüssigkeit in die Bauchhöhle der Tiere (Aszites), was für die Mäuse ungeheuer schmerzhaft und qualvoll ist. Sogenannte polyklonale Antikörper werden häufig in Tieren wie Ratten, Kaninchen, Hamstern, Meerschweinchen, aber auch in Großtieren wie Schafen, Ziegen, Eseln und Pferden hergestellt. Schätzungsweise werden eine Million Tiere jedes Jahr allein in der EU für die Entwicklung und Produktion von Antikörpern verwendet (1).

Im Jahr 2020 hat das EU-Referenzlabor für Alternativen zu Tierversuchen (EURL ECVAM) eine „Empfehlung zu tierfreien Antikörper“ veröffentlicht, in der es heißt, dass es solide Beweise dafür gibt, „dass es keine allgemeinen oder systematischen Nachteile von tierfreien Antikörpern in Bezug auf Eigenschaften wie Affinität, Stabilität/Haltbarkeit und Spezifität gibt“. (2) Die Empfehlung kommt zu dem Schluss, dass Tiere nicht mehr für die Entwicklung und Herstellung von Antikörpern verwendet werden sollten und die EU-Mitgliedstaaten diese Verfahren nicht mehr zulassen sollten.

Um auf die Vorteile tierfreier Antikörper aufmerksam zu machen und deren Entwicklung und Anwendung zu fördern, hat die ECEAE, ein europäischer Dachverband, bei dem Ärzte gegen Tierversuche Mitglied und im Vorstand ist, zum ersten Mal einen einzigartigen Preis für tierfreie Antikörper in Höhe von 10.000 Euro ausgeschrieben. Ziel ist es, die Vielseitigkeit und die Vorteile von tierversuchsfreien Antikörpern hervorzuheben und ihre Akzeptanz und Anwendung in Forschung und Therapie zu fördern. Bewerben können sich Einzelforscher sowie öffentliche und private Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Europa, die sich mit der Entwicklung oder Anwendung tierfreier Antikörper beschäftigen. Der Preis wird in März/April 2022 im Rahmen einer internationalen Veranstaltung in Brüssel, Belgien, verliehen.

Ärzte gegen Tierversuche und ECEAE hoffen, dass dieser außergewöhnliche Preis das Bewusstsein für die ethischen und wissenschaftlichen Vorteile von tierversuchsfreien Antikörpern schärfen und mehr Forscher dazu ermutigen wird, die Verwendung von Tieren für die Antikörperproduktion einzustellen.

Weitere Informationen (auf Englisch)

Prize for animal-free antibodies. Apply now! >>

Quellen

  1. EU Science Hub - European Commission: Better antibodies without using animals. 11.5.2020
  2. Viegas Barroso JF et al. EURL ECVAM recommendation on non-animal-derived antibodies. Publications Office of the European Union, 2020

 

 

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