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Statistiken

Europas Bürger wollen keine grausamen Tierversuche

Umfrage in 12 EU-Ländern 2020

Vom 9. bis 19. Juni 2020 befragte Savanta ComRes 5653 Erwachsene online in zwölf EU-Mitgliedstaaten (1223 in Deutschland, 1071 in Frankreich, 891 in Italien, 680 in Spanien, 560 in Polen, 279 in Rumänien, 250 in den Niederlanden, 174 in Belgien 155 in der Tschechischen Republik, 155 in Portugal, 108 in Dänemark und 107 in Kroatien). Auf Länderebene wurden die Daten so gewichtet, dass sie nach Alter, Geschlecht und Region in jedem Land demografisch repräsentativ sind. Auf europäischer Ebene wurden die Daten auch als repräsentativ für die Bevölkerungsgröße der zwölf Länder gewichtet. Savanta ComRes ist Mitglied des British Polling Council und hält sich an dessen Regeln.

Ergebnisse der Umfrage

  • 72% der Befragten in 12 EU-Ländern stimmten zu, dass die EU verbindliche Ziele und Fristen für die Abschaffung von Tierversuchen festlegen sollte.
  • 76% der Erwachsenen in EU-Ländern wünschen, dass Tierversuche für Haushaltsreinigungsprodukte in Europa verboten werden sollten.
  • 74% sprechen sich dafür aus, dass Tierversuche für Kosmetika und Inhaltsstoffe inakzeptabel sind.
  • 66% stimmen zu, dass die EU sofort alle Tierversuche beenden sollte.

Details zur Umfrage als PDF >>

Umfrage zu Tierversuchen in sechs EU-Ländern 2009

Anlässlich der Novellierung der EU-Tierversuchsrichtlinie* hat die Europäische Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECEAE) eine öffentliche Umfrage in sechs Mitgliedsstaaten in Auftrag gegeben.

Die Umfrage wurde von dem international renommierten Umfrageinstitut YouGov in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, der Tschechischen Republik und Schweden durchgeführt.**

Die Daten machen deutlich: Der weitaus überwiegende Teil der Bevölkerung steht Tierversuchen ablehnend gegenüber. So wollen die meisten Befragten nicht, dass Tiere in Experimenten starken Schmerzen und Leiden ausgesetzt sind. Außerdem stimmten die meisten für eine größere Transparenz bei Tierversuchen.

Ergebnisse der Umfrage

Prozentangaben für Gesamtumfrage und jeweils Deutschland in Klammern. 

  • 84 (89) % der Befragten sind dafür oder überwiegend dafür, dass die neue Richtlinie alle Tierversuche - unabhängig von der Tierart - verbieten soll, die mit schweren Schmerzen oder Leiden für die Tiere einhergehen.
  • 81 (85) % der Befragten sind der Ansicht oder überwiegend der Ansicht, dass die neue Tierversuchsrichtlinie alle Tierversuchen verbieten soll, die bei Affen Schmerzen oder Leiden hervorrufen.
  • 73 (75) % der Befragten sind dagegen oder überwiegend dagegen, dass die neue Tierversuchsrichtlinie Tierversuche erlaubt, die bei Katzen Schmerzen oder Leiden hervorrufen.
  • 77 (79) % der Befragten sind dagegen oder überwiegend dagegen, dass die neue Tierversuchsrichtlinie Tierversuche erlaubt, die bei Hunden Schmerzen oder Leiden hervorrufen.
  • 79 (82) % der Befragten sind dafür oder überwiegend dafür, dass die neue Richtlinie alle Tierversuche verbieten soll, die keinen Bezug zu ernsten oder lebensbedrohlichen menschlichen Krankheiten haben.
  • 80 (84) % der Befragten sind dafür oder überwiegend dafür, dass alle Informationen zu Tierversuchen öffentlich zugänglich gemacht werden, ausgenommen vertrauliche Daten sowie Informationen, die Rückschlüsse auf die Forscher und deren Arbeitsplätze zulassen.

_______
*Richtlinie des Rates 86/609/EWG vom 24. November 1986 zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere

** Die Umfrage mit 7.139 Erwachsenen wurde vom Marktforschungsinstitut YouGov vom 24. Februar bis 4. März 2009 Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, der Tschechischen Republik und Schweden durchgeführt. Die Anzahl der Befragten wurde anhand der Bevölkerungszahl des jeweiligen Landes berechnet und ist repräsentativ für das jeweilige Land. Die Umfrage erfolge online, wobei nur eingeladene Personen teilnehmen konnten. 

Umfrage der EU-Kommission zu Tierversuchen 2006

Im Rahmen der Überarbeitung der EU-Tierversuchsrichtlinie* führte die Europäische Kommission im Jahr 2006 eine Umfrage unter 42.655 Menschen aus rund 30 vorwiegend europäischen Ländern durch. Diese Umfrage erreichte die 3. größte Beteiligung im Vergleich zu sämtlichen bisherigen Online-Befragungen der EU-Kommission.

Die Befragten bringen deutlich zum Ausdruck, dass sie mit der aktuellen Situation in Bezug auf den Tierschutz nicht zufrieden sind und sich von der Politik klare Regelungen wünschen, die einen wirklichen Schutz der Tiere bewirken. Tierversuche, egal an welcher Tierart, werden vom Großteil der Bürger strikt abgelehnt.

Ergebnisse der Umfrage

Der Großteil der Befragten findet, dass die derzeitigen Tierschutzbestimmungen nicht ausreichen und auf politischer Ebene erheblicher Handlungsbedarf besteht:
• jeweils rund 75 % halten den Grad des Tierschutzes in der EU und in ihrem eigenen Land für schlecht/sehr schlecht
• jeweils rund 90 % finden, dass die EU bzw. die Regierung in ihrem eigenen Land für mehr Tierschutz sorgen sollte

Die Befragten halten auch den Schutz von Tieren wichtig, denen vielfach weniger Empathie entgegengebracht wird als beispielsweise Katzen, Affen oder Hunden.
• Mäuse: rund 90 %
• Fische: über 80 %
• Fruchtfliegen: rund 60 %

• Als wichtigste Kriterien zur Rechtfertigung eines Tierversuchs sehen die Befragten Grad und Dauer des Leidens (ca. 75 %) und die Verfügbarkeit von sogenannten Alternativmethoden (ca. 70 %), sowie den Zweck des Versuchs und Haltungs-/Pflegebedingungen (je ca. 50 %)

• Hauptinformationsquelle über Tierversuche sind Tierschutzorganisationen (ca. 85 %), allerdings spielen auch u.a. Tierexperimentatoren/Pharmaindustrie eine Rolle (ca. 18 %/15 %)

• rund 90 % wünschen sich mehr Transparenz und Mitspracherecht hinsichtlich der Frage, wann und wie ein Tierversuch durchgeführt werden darf

• Über 70 % finden nicht, dass Tierschutzbestimmungen den medizinischen Fortschritt/die Innovation aufhalten

• Rund 70 % sehen entsprechend die Konkurrenzfähigkeit von Europa durch Tierschutzbestimmungen nicht gefährdet

• Rund 50 % halten Tierversuche in keinem der zur Auswahl gestellten Bereiche für akzeptabel (Grundlagenforschung; Krankheits-/Umweltforschung; Medikamentenentwicklung; Chemikalientests; Ausbildung; Informationstechnologie)

• Jeweils rund 75 % sehen in ihrem eigenen Land bzw. in der EU die Entwicklung und Validierung von sogenannten Alternativmethoden als nicht ausreichend gefördert an

• Über 90 % meinen, dass die EU international die Führungsrolle hinsichtlich der Bewusstseinsschärfung für Tierschutz/“Versuchs“tiere spielen sollte

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*Richtlinie des Rates 86/609/EWG vom 24. November 1986 zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere

Weitere Infos

Gesamtergebnisse der Umfrage (PDF) >>
 

10.03.2009
Dr. med. vet. Corina Gericke

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