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Datenbank Tierversuche

Absurditäten aus deutschen Laboren - - Winterschlaf hilft gegen Alzheimer – Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Experimentatoren

Winterschlaf schützt vor Alzheimer – Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Experimentatoren

Wer glaubt, Tierversuche würden durchgeführt, um neue Therapien für kranke Menschen zu entwickeln, irrt gewaltig. Viele Tierversuchsprojekte muten eher an wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Experimentatoren, die krampfhaft nach Möglichkeiten suchen, unsere Steuergelder zu verbraten.

Mitarbeiter des Hertie-Instituts in Tübingen stießen auf ein Defizit in der Rattenschnurrhaarforschung. Die Nervenaktivitäten bei horizontalen und vertikalen Bewegungen der Rattenschnurrhaare sind bereits ausführlich untersucht. Aber es gibt in der Fachwelt noch keinen Artikel zur Frage, welche Nerven aktiviert werden, wenn das Schnurrhaar in den Haarfollikel hineingedrückt wird. Dazu wird bei zehn Ratten der Schädelknochen entfernt und ein Stück der linken Gehirnhälfte abgesaugt, um Aufzeichnungselektroden in einen Nervenknoten zu stecken. Die Schnurrhaare werden bis auf 5 mm abgeschnitten und auf diesen Stumpf ein Druck ausübt, der das Haar in den Haarfollikel hineindrückt. Gleichzeitig werden elektrischen Impulse an dem Nervenknoten gemessen.
Maik C. Stüttgen et al.: Responses of rat trigeminal ganglion neurons to longitudinal whisker stimulation. Journal of Neurophysiology 2008: 100, 1879-1884
Tübingen


Die Untersuchung der Empfindlichkeit des Ohres bei zunehmender Dauer eines Geräusches wurde bisher bei verschiedensten Säugetieren (Katze, Hund, Chinchilla, Maus, verschiedenen Affenarten) und beim Menschen untersucht. Forscher aus Regensburg analysierten die Regulation des Hörvermögens bei einem bisher noch nicht untersuchten Tier, dem Gerbil (Wüstenrennmaus). Dreizehn Gerbils werden »trainiert« auf eine Plattform zu springen und 1,2 Sekunden nach Ertönen eines Tons wieder herunterzuspringen. Mit einer Lichtschranke werden die Reaktionen der Tiere aufgezeichnet.
Otto Gleich et al.: Temporal integration in the gerbil: The effects of age, hearing loss and temporally unmodulated and modulated speech-like masker noises. Hearing Research 2007: 224, 101-114
Regensburg


Andere Experten der so immens wichtigen Gerbilhörforschung gingen einer Frage nach, auf die die Menschheit seit langem eine Antwort sucht: Warum können alte Ratten und Gerbils nicht mehr so gut hören wie junge. Dazu werden Ratten und Wüstenrennmäuse Klicktöne und Pfeifgeräusche mit einer Lautstärke zwischen 10 und 100 dB vorgespielt. Gleichzeitig werden mittels Elektroden die elektrischen Impulse im Hörzentrum des Gehirns der Tiere abgeleitet. Das Experiment werde in mehrmonatigen Abständen mehrmals wiederholt, um Altersunterschiede zu dokumentieren. Schließlich werden die Tiere getötet, um das Innenohrgewebe zu untersuchen.
Lukas Rüttiger et al.: BDNF mRNA expression and protein localization are changed in age-related hearing loss. Neurobiology of Aging 2007: 28, 586-601
Tübingen


Eine Forschergruppe aus Leipzig untersuchte die Mechanismen des Schutzes von Nervengewebe von überwinternden Hamstern – als Modell für den Schutz vor der Alzheimer Krankheit. Ein tolle Erkenntnis, dass Hamster kein Alzheimer bekommen, weil sich ihr Hirngewebe im Winterschlaf regeneriert. Müssen wir uns jetzt alle jeden Winter ein paar Monate eingraben oder in den Keller legen, um vor Alzheimer geschützt zu sein?
Wolfgang Härtig et al.: Hibernation model of tau phosphorylation in hamsters: selective vulnerability of cholinergic basal forebrain neurons – implications for Alzheimer’s disease. European Journal of Neuroscience 2007: 25, 69-80
Leipzig


Zahlreiche epidemiologische Studien beim Menschen belegen, dass der Verzehr von Carotinoiden (Farbstoffe, die in Tomaten, Wassermelonen usw. vorkommen) vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen kann. Um diesen positiven Effekt näher zu ergründen, werden an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe Tierversuche an Kälbern gemacht. Die drei Wochen alten Kälber erhalten mit dem täglichen Milchaustauscher ein synthetisches Carotinoid. In den folgenden drei Wochen werden mehrere Blutproben genommen.
Tina Sicilia et al.: Novel Lycopene metabolites are detectable in plasma of preruminant calves after Lycopene supplementation. Journal of Nutrition 2005: 135, 2616-2621
Karlsruhe


Um der Frage nachzugehen, wie lange Möwen hungern können, erhalten junge, auf Amrum-Odde gefangene Silbermöwen am Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven sechs Tage lang kein Futter. Die Tiere verlieren 15% ihres Körpergewichtes. Mit zunehmendem Hunger stehen sie vermehrt aufgeplustert auf einem Bein und versuchen nicht mehr vor Menschen zu fliehen. Nach sechs Tagen, kurz bevor ihr Zustand lebensbedrohlich wird, werden die Tiere wieder gefüttert. Innerhalb von drei Tagen erholen sich die Möwen wieder. Das weitere Schicksal der Tiere ist unklar.
Es gibt Fragestellungen, die kann man tatsächlich nicht mit Hilfe von Zellkulturen oder anderen modernen, tierversuchsfreien Methoden erforschen. Wenn man wissen will, wie lange Möwen hungern können, muss man Möwen hungern lassen. Die Frage ist allerdings, brauchen wir solche Erkenntnisse?
U. Trotzke et al.: The influence of fasting on blood and plasma composition of herring gulls (Larus argentatus). Physiological and Biochemical Zoology 1999: 72(4), 426-437
Wilhelmshaven


Bei Katzen und Affen ist bekannt, welcher Hirnbereich für die Wahrnehmung beweglicher Bilder zuständig ist. An der Ruhr-Universität Bochum wird zur Abwechslung nach dem vergleichbaren Hirnbereich beim Frettchen gesucht. Dazu wird den Tieren ein Teil des Hirngewebes abgesaugt. Vor und nach der Operation müssen sie verschiedene Experimente durchlaufen. Unter anderem werden die Frettchen in enge Röhren gesteckt und in einer Trommel rotiert. Gleichzeitig wird die Reaktion der Augen mit Hilfe von Elektroden registriert.
D. Hupfeld et al.: Deficits of visual motion perception and optokinetic nystagmus after posterior suprasylvian lesions in the ferret (Mustela putorius furo). Experimental Brain Research 2007: 182, 509-523
Bochum


Am Leibniz Institut für Neurobiologie, Magdeburg, fand eine Arbeitsgruppe heraus, dass sich die Nervenaktivitäten im für das Hören zuständigen Hirnbereich bei Eulen und Katzen unterscheiden. Für diese bahnbrechende Erkenntnis wird bei Schleiereulen ein Teil des Kleinhirns abgesaugt. Es werden Töne abgespielt und gleichzeitig mit Elektroden im Hörstamm des Tieres Nervenströme gemessen.
Heinrich Neubauer et al.: Spontaneous activity of auditory nerve fibers in the barn owl (Tyto alba): Analyses of interspike interval distributions. Journal of Neurophysiology 2009: 101, 3169-3191
Magdeburg


In Mainz werden 7 Meerschweinchen vor einen Lautsprecher gesetzt, über den die Geräusche von sechs Gewehrschüssen (156 +/-4 dB) abgespielt werden, um einen akuten Hörschaden bei den Tieren hervorzurufen. Die Meerschweinchen werden 60 Stunden später mit Äther betäubt und durch Köpfen getötet. Ihre Innenohren werden untersucht.
Ulf-Rüdiger Heinrich et al.: Endothelial nitric ocide synthase upregulation in the guinea pig organ of Corti after acute noise trauma. Brain Research 2005: 1074, 85-96
Mainz


Was passiert im Hirngewebe bei genetisch veränderten Mäusen, die durch den Geruch von Fuchskot vor Schreck erstarren? Dieser für die Menschheit elementaren Frage gingen von unseren Steuergeldern bezahlte Forscher der Uni Magdeburg nach. Die Mäuse werden einzeln in eine Plastikbox gesetzt, in die der Geruch von Fuchskot eingeleitet wird. Der Geruch eines natürlichen Fressfeindes lässt die Tiere vor Schreck erstarren. Nach 20 Minuten werden die Mäuse durch Köpfen getötet. Das Gehirn wird in Scheiben geschnitten und auf Expression eines bestimmten Gens untersucht.
K. Janitzky et al.: Behavioral effects and pattern of brain c-fos mRNA induced by 2,5-dihydro-2,4,5-trimethylthiazoline, a component of fox feces odor in GAD67-GFP knock-in C57BL/6 mice. Behavioural Brain Research 2009, 202, 218-224
Magdeburg


Eine Arbeitsgruppe der Universität Köln geht der für die Menschheit äußerst wichtigen Frage nach, wie Insekten ihre sechs Beine koordinieren. Dazu werden Stabheuschrecken vier oder fünf Beine abgeschnitten, so dass nur ein oder zwei Beine übrig sind. Das Tier wird mit Zahnzement auf eine Schaumstoffunterlage geklebt. Der Brustpanzer der lebenden, unbetäubten Heuschrecke wird aufgeschnitten, um eine Elektrode in ein Ganglion (Nervenknoten der Insekten) zu stecken. Alle Nerven, die von dem Ganglion abgehen, werden abgeschnitten oder zerquetscht. Das Tier wird mit seinen verbliebenen Beinen in ein Laufrad gesetzt. Mit einem Pinsel wird der Hinterleib des Insekts berührt, um es zum Laufen zu bringen. Das Tier bewegt die Beine im Laufrad, während gleichzeitig über die Elektrode Nervenströme gemessen werden.
Anke Borgmann et al.: Sensory feedback induced by front-leg stepping entrains the activity of central pattern generators in caudal segments of the stick insect walking system. The Jouranl of Neuroscience 2009: 29(9), 2972-2983
Köln


Wollten Sie schon immer mal wissen, was sich im Gehirn von Degus (südamerikanischen Strauchratten) abspielt, die ohne Vater aufwachsen? Sie vielleicht nicht. Einige von unseren Steuergeldern bezahlte »Wissenschaftler« der Universität Magdeburg aber schon. Schließlich kann man damit seine Publikationsliste verlängern. Degus ziehen normalerweise ihre Jungen in der Familie mit Mutter und Vater groß. Vier Degu-Familien werden im Labor mit Vater und Mutter aufgezogen, während bei vier Familien der Vater am Tag der Geburt der Jungen dauerhaft entfernt wird. Die jungen Nagetiere müssen sich ohne die väterliche Fürsorge entwickeln. Am 21. Lebenstag werden die Jungen beider Gruppen getötet und ihre Gehirne in Scheiben geschnitten, um die Feinstruktur zu untersuchen. Das Schicksal der Elterntiere wird nicht erwähnt.
Josephine Pinkernelle et al.: Paternal deprivation induces dentritic and synaptic changes and hemisphere asymmetry of pyramidal neurons in the somatosensory cortex. Developmental Neurobiology 2009, 69, 663-673
Magdeburg


In unzähligen Langzeitstudien konnten bei Nagetieren keine krebserregenden Eigenschaften von Propylen, einem Nebenprodukt der Ölindustrie, festgestellt werden. Dennoch wird eine Krebsgefahr vermutet. In einer Arbeit des Helmholtz-Instituts München in Neuherberg wird die Blutkonzentration bei Ratten nach Einatmung von Propylen untersucht. Die gleichen Versuche wurden auch mit vier freiwilligen Personen durchgeführt. Warum mussten dann die Ratten leiden und sterben?
Johannes G. Filser et al: Concentrations of the propylene metabolite propylene oxide in blood of propylene-exposed rats and humans – a basis for risk assessment. Toxicological Science 2008: 102(29, 219-231
Neuherberg


Was hat ein Skorpion im Weltall zu suchen? Eigentlich nichts, aber er ist als Versuchstier so praktisch, weil er ohne Nahrung und auf einer Platte festgetackert monatelang ausharren kann. Er beschwert sich auch nicht, wenn ihm dabei auch noch Elektroden in Auge, Bein, Leib und Gehirn gestochen werden. Der Ulmer Neurobiologe Eberhard Horn will den Einfluss der Schwerkraft auf die Entwicklung von Tieren ergründen. Fische, Skorpione, Grillen und Kaulquappen müssen dafür herhalten. Manche Tiere lässt er ins Weltall schießen, andere bleiben auf der Erde, müssen aber in einer rotierenden Zentrifuge leben.
Michael Schmäh et al.: Neurophysiological long-term recordings in space: experiments Scorpi and Scorpi-T. Gravitational and space biology bulletin: Publication of the American Society for Gravitational and Space Biology 2005: 18 (2), 95-96
Ulm

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