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Datenbank Tierversuche

Absurditäten aus deutschen Laboren - - Wüstenrennmäuse mit Zappelphilippsyndrom - Der Irrsinn der »Tiermodelle«

Wüstenrennmäuse mit Zappelphilippsyndrom - Der Irrsinn der »Tiermodelle«

Mit sogenannten »Tiermodellen« wird auf oftmals völlig abwegige Weise versucht, einzelne Symptome von menschlichen Krankheiten, die bei Tieren nicht vorkommen, experimentell hervorzurufen. Viele Tierversuche haben lediglich das Ziel, ein »Tiermodell« zu entwickeln. In anderen Arbeiten wird versucht, die Symptome bei den künstlich geschädigten Tieren im Labor wieder zu beseitigen. Da aber schon der erste Schritt, also das »Tiermodell«, nicht mit der menschlichen Krankheit zu vergleichen ist, kann auch der zweite Schritt, d.h. die Entwicklung von Behandlungsmethoden, nicht funktionieren. Versuche dieser Art sind von vornherein zum Scheitern verurteilt. Trotzdem versuchen sich ganze Heerscharen der von unseren Steuergeldern subventionierten »Wissenschaftler« an der Etablierung von »Tiermodellen«. Einige Beispiele:

In Göttingen werden 18 Merinoschafe an der Schulter operiert. Die Sehne des Muskels, der für die Rotation der Arme zuständig ist, wird abgeschnitten und anschließend an der gleichen Stelle wieder angenäht. Dabei sollen zwei unterschiedliche chirurgische Techniken verglichen werden. Nach einigen Wochen werden die Tiere getötet. Es scheint nicht weiter zu interessieren. dass Schafe im Gegensatz zum Menschen auf vier Beinen laufen und zudem ihre Vorderbeine nicht rotieren können. Der Muskel hat beim Schaf also eine ganz andere Funktion und ist anderen Belastungen ausgesetzt, als beim Menschen. Die Ergebnisse aus diesem Experiment sind vollkommen nutzlos.
Hans-Michael Klinger et al.: Biomechanical evaluation of rotator cuff repairs in a sheep model: Suture anchors using arthroscopic mason-Allen stitches compared with transosseous sutures using traditional modified Mason-Allen stitches. Clinical Biomechanics 2008: 23, 291-298
Göttingen


Eine Leberfibrose wird beim Menschen durch Viren oder Alkohol verursacht. Dabei kommt es zu Umbauvorgängen, bei denen Lebergewebe durch Bindegewebe ersetzt wird. Am Universitätsklinikum Erlangen wird bei Ratten eine Leberfibrose einfach durch Abbinden des Gallenganges oder 12-wöchige Gabe einer giftigen Chemikalie hervorgerufen. Anschließend wird die Wirkung einer Testsubstanz untersucht. Der Wirkstoff wird über einen Zeitraum von acht Wochen täglich zweimal in die Bauchhöhle injiziert.
Nicht nur, dass die Symptome künstlich hervorgerufen werden, auch der Behandlungsversuch ist fern jeder Realität. Stress und Angst bei den Tieren, denen acht Wochen lang zweimal täglich eine Injektion in die Bauchhöhle verabreicht wird, verfälschen die Versuchsergebnisse. Die Ergebnisse aus solchen Studien sind von vornherein wertlos.
Eleonora Patsenker et al.: Pharmacological inhibition of Integrin avß3 aggravates experimental liver fibrosis and suppresses hepatic angiogenesis. Hetatology 2009: 50, 1501-1511
Erlangen

Junge Gerbils (Wüstenrennmäuse) erhalten Methamphetamin in die Bauchhöhle injiziert, das eine Störung des Nervensystems im Gehirn bewirkt. So soll das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom bei Kindern simuliert werden. Die Hälfte der Tiere wird fortan einzeln in kahlen Plastikkästen gehalten, die andere gemeinsam mit ihren Geschwistern in mit vielen Versteck- und Spielmöglichkeiten ausgestatteten Käfigen. Beide Gruppen erhalten täglich das Medikament Ritalin. Soziale Faktoren und Umweltbedingungen spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des »Zappelphilippsyndrom«. In dieser Studie aus Erlangen und Bielefeld werden der Einfluss der Umweltbedingungen und die Behandlung mit Ritalin bei künstlich hirngeschädigten Gerbils untersucht.
Susanne Brummelte et al.: Environmental enrichment has no effect on the development of dopaminergic and GABAergic fibers during methylphenidate treatment of early traumatized gerbils. Journal of Negative Results in BioMedicine 2008: 7:2, doi:10.1186/1477-5751-7-2
Bielefeld

Es ist bekannt, dass verminderte Nahrungszufuhr bei verschiedenen Tierarten (z.B. Ratten, Mäusen und Affen) lebensverlängernd wirkt. Afrikanische Prachtgrundkärpflinge leben natürlicherweise nur wenige Wochen bis Monate. In einer Arbeit aus Jena wird zur Abwechslung diese Fischart als »Modell« für die Altersforschung vorgeschlagen. Die Fische einer Gruppe erhalten ihr ganzes Leben lang nur jeden zweiten Tag Futter. Eine zweite Gruppe wird jeden Tag gefüttert.
Eva Terzibasi et al.: Effects of dietary restriction on mortality and age-related phenotypes in the short-lived fish Nothobranchius furzeri. Aging Cell 2009: 8, 88-99
Jena

Es wird vermutet, dass Mittelohrentzündungen bei Kindern unter anderem durch Rückfluss aus dem Magen verursacht wird. In einer Studie der Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Bochum wird bei 17 Gerbils (Wüstenrennmäuse) der Dünndarm abgebunden und der Magen mit Tinte gefüllt. Bei Druck auf den Magen ergießt sich die Farbe in die Speiseröhre, den Kehlkopf, den Nasen-Rachenraum bis in das Mittelohr. Anschließend werden die Gerbils getötet und die Erkenntnis ist, dass bei einem Gerbil mit abgebundenem Dünndarm der Mageninhalt bis ins Mittelohr vordringen kann. Ob dies beim Kleinkind genauso ist, bleibt Spekulation.
Ein anatomisches Modell eines Kinderkopfes hätte hier sinnvollen Aufschluss gegeben.
Holger Sudhoff et al.: Tracing of gastric reflux into the midle ear in a Mongolian gerbil model. Otology & Neurology 2006: 28, 124-128
Bochum


Die Schizophrenie ist ein komplexes Krankheitsbild mit zahlreichen Formen und Ausprägungen. Die Ursachen sind sozialer, psychischer, biographischer, genetischer, hirnorganischer oder auch unbekannter Art - bei jedem Patienten in unterschiedlicher Kombination. Die tierexperimentelle Forschung meint jedoch ein »Tiermodell« für die Schizophrenie entwickeln zu können oder zu müssen. Bei Gerbils (Wüstenrennmäuse) werden durch Injektion einer Droge bestimmte Hirnstrukturen zerstört. Außerdem werden die Tiere in sozialer Isolation, d.h. einzeln in völlig strukturlosen Plastikkästen gehalten. Und das soll ein Schizophrenie-»Modell« darstellen? Eine krude Nachahmung einer komplexen Persönlichkeitsstörung.
A.V. Witte et al.: Contralateral prefrontal projections in gerbils mature abnormally after early methamphetamine trauma and isolated rearing. Journal of Neural Transmission 2007: 114, 285-288
Bielefeld


Um der Frage nachzugehen, warum manche Menschen trotz fettreicher Ernährung weniger an Gewicht zunehmen als andere sowie zur Frage der Bedeutung der körperlichen Aktivität bei der Entwicklung von Fettsucht wird an der Uni Marburg mit Mäusen experimentiert. Tiere verschiedener Zuchtlinien erhalten entweder fettreiche oder normale Nahrung. Bei manchen Mäusen wird ein kleiner Radiosender in die Bauchhöhle eingepflanzt, der die körperliche Aktivität des Tieres im Käfig registriert und an einen Computer gesteuerten Empfänger sendet. Einige Mäuse werden getötet, um die Körpermasse, das Körperfett und andere Werte zu ermitteln.
Dass Übergewicht ein zunehmendes Problem in unserer Gesellschaft ist, steht außer Frage. Wären hier nicht eher Bevölkerungsstudien, gepaart mit Werbung für gesunde Ernährung und Bewegung angebracht, anstatt Mäusen Sender einzubauen?
Deike Hesse et al.: Behavioural mechanisms affecting energy regulation in mice prone or resistant to diet-induced obesity. Physiology & Behavior 2010: 99, 370-380
Marburg


In einer Studie der Firma Behring, Marburg, werden gesunde narkotisierte Ferkel als »Modell« für verunfallte erwachsene Patienten verwendet. Dabei werden über die Halsvene der Tiere 65-70% des gesamten Blutes abgelassen. Die Menge wird mit einer Infusionslösung und roten Blutkörperchen wieder aufgefüllt. Anschließend werden Substanzen verabreicht, die die Blutgerinnung wiederherstellen sollen. Nun wird der Bauch der Schweine aufgeschnitten und mit einem Skalpell wird ein 8 cm langer und 1 cm tiefer Schnitt in die Milz geschnitten. Es wird die Zeit gemessen, bis die Milz aufhört zu bluten.
Ausgewachsene Hausschweine können 180 – 250 kg wiegen. Da Schweine in dieser Größe zu unhandlich sind, wird in der tierexperimentellen Forschung fast immer auf Jungtiere im Alter von drei bis vier Monaten und einem Gewicht von 20-40 kg zurückgegriffen. In diesem Fall sollen also junge, gesunde Ferkel als »Modell« für erwachsene Unfallpatienten herhalten, für Menschen, die durch das Trauma vielleicht unter Schock stehen und nicht nur multiple körperliche Verletzungen, sondern auch psychische Schäden erlitten haben. Die Nachahmung einer solch komplexen Situation am »Tiermodel« ist bar jeder Realität, die Ergebnisse sind entsprechend wertlos.
Gerhard Dickneite et al.: Prothrombin complex concentrate versus recombinant factor VIIa for reversal of hemodilutional coagulopathy in a porcine trauma model. The Journal of Trauma Injury, Infection, and Critical Care 2010: 68 (5), 1151-1157
Marburg

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