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Sonstige

Herz aus Stein 2018

Natürlich sind alle Tierversuche schlimm und alle Tierlabore haben diesen Negativpreis verdient! Das „Herz aus Stein“ steht für eine herzlose Forschung, bei der fühlende Tiere zu bloßen Messinstrumenten degradiert werden. Mit der Abstimmung wollen wir einige besonders absurde und grausame Tierversuche ans Licht der Öffentlichkeit bringen.

Übergabe des "Herz aus Stein" an die Universität Ulm

Unser Negativpreis „Herz aus Stein 2018“ ging an das Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung der Universität Ulm. Dort mussten Mäuse 3 Wochen lang an 5 Tagen die Woche den Rauch von bis zu 8 Zigaretten einatmen. Anschließend wurde bei ihnen – nun narkotisiert – ein Blutungsschock und eine Lungenquetschung ausgelöst, mit dem banalen Ergebnis, dass sich Rauchen negativ bei schweren Traumata auswirkt.

Pressemitteilung vom 2. April 2018 >>

Das Abstimmung

Die Auswahl von 5 Kandidaten beruht auf Einträgen in unserer Tierversuchs-Datenbank. Alle Versuche wurden 2018 in Fachzeitschriften veröffentlicht. Bei den Kandidaten handelt es sich um Institute, nicht Personen.

Bei der Online-Abstimmung vom 22.2. - 3.3.2019 wurden insgesamt 5.345 Stimmen abgegeben, die sich folgendermaßen aufteilen:

  1. Ulm (Trauma bei rauchenden Mäusen) - 2.294 (42,9%)
  2. Heidelberg (Krebstod von Mäusen) - 1.571 (29,4%)
  3. Hamburg (Stress und Asthma bei Mäusen) - 589 Stimmern (11,0%)
  4. Aachen (Hungerversuche an Ratten) - 553 Stimmen (10,3%)
  5. Erlangen (Rattenschnurhaarforschung) - 338 Stimmen (6,3%)

Das waren die Kandidaten

  Ort  Ganz kurz Kurzbeschreibung Hintergrund

1

Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen, Wendlinweg 2, 52074 Aachen

Magersucht/
Hungerversuche bei Ratten

Junge Ratten werden nur so wenig gefüttert, dass sie nach 4 Wochen nur noch die Hälfte ihres Normalgewichts wiegen. mehr

In der Studie soll ein Hungermodell bei Ratten etabliert werden, das Magersucht bei Teenagern nachbildet.

2

Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen

Gehirnaktivität bei Ratten, deren Schnurrhaare bewegt werden

Magnetresonanz-Aufnahmen des Gehirns von Ratten, deren Schnurrhaare mit einem Kamm bewegt werden. mehr

Erprobung einer neuen Analyse zur Messung der Gehirnaktivität mittels Magnetresonanz bei Ratten, deren Schnurrhaare stimuliert werden.

3

Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg

Stress bei der Mutter erhöht das Asthmarisiko bei Kindern

Schwangere Mäuse werden 24 Stunden einem 88dB lauten Ton ausgesetzt, der zur Nagerabwehr genutzt wird und Stress bei den Mäusen verursacht. mehr

Stress während der Schwangerschaft steht im Verdacht, negative Auswirkungen auf das Kind als Folge zu haben, u.a. ein erhöhtes Asthmarisiko. Dies wird hier an Mäusen untersucht.

4

Abteilung Tumorvirologie, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Im Neuenheimer Feld 242, 69120 Heidelberg

Qualvoller Tod von Mäusen durch Knochenkrebs

Nacktmäusen werden Knochenkrebszellen (Ewing-Sarkom) unter die Haut gespritzt. Innerhalb von 36-50 Tagen nach der Tumorimplantation sterben alle Tiere oder sie werden getötet. mehr

An Nacktmäusen, denen menschliche Knochentumore (Ewing Sarkom) implantiert werden, soll die therapeutische Wirksamkeit einer Virus-Behandlung untersucht werden.

5

Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Uni Ulm, Helmholtzstr. 8/1, 89081 Ulm

Rauchen ist nicht gut bei schweren Traumata

Mäusen, die zum Rauchen gezwungen werden, wird so viel Blut abgenommen, dass sie einen Blutungsschock erleiden. Durch eine auf ihren Brustkorb gerichtete explosionsartige Luftwelle wird eine Lungenquetschung ausgelöst. Die wenigen Tiere, die die Prozedur überleben, werden durch Ausbluten getötet. mehr

Ergebnis der Studie: Rauchen wirkt sich negativ bei schweren Lungenquetschungen aus.

 

 

Die Details

Kandidat 1

Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen Institut: Neuroanatomie, Uniklinik RWTH Aachen, Wendlinweg 2, 52074 Aachen 

Tiere: 71 Ratten 

Hintergrund: In der Studie soll ein Hungermodell bei Ratten etabliert werden, das Magersucht bei Teenagern nachbildet. 

Versuch: Die weiblichen 4 und 8 Wochen alten Ratten werden bei Charles River Laboratories, Sulzfeld, gekauft. Die Wahl der Tiere soll weibliche Teenager in zwei verschiedenen Altersstufen, bei denen Magersucht (Anorexia nervosa) vor allem vorkommt, widerspiegeln. Im Einzelkäfig der Ratten steht ein Laufrad zur Verfügung. Daher wird das Hungern der Tiere als ABA (Aktivität-basierenden Anorexie) bezeichnet.  

Im ersten Experiment wird bei 4 Wochen alten Ratten das Futter um 40% reduziert, bis die Tiere nach 7 Tagen nur noch 25% ihres Ursprungsgewichts wiegen (akutes Hungern). Eine Gruppe wird normal gefüttert. Dann werden die Tiere auf nicht genannte Weise getötet. 

Im zweiten Experiment bei 2 Gruppen mit 4 Wochen alten Ratten wird nach der akuten Phase und einer Gewichtsreduktion von 20% bzw. 25% dieses Gewicht weitere 2 Wochen lang gehalten, indem die Tiere täglich gewogen werden und die Futtermenge angepasst wird (chronisches Hungern). Eine Kontrollgruppe wird normal gefüttert. Schließlich werden alle Tiere auf nicht genannte Weise getötet. In einer dritten Versuchsreihe wird das vorgenannte Experiment mit Ratten durchgeführt, die zu Beginn 8 Wochen alt sind.  

Die chronisch gehungerten 4 Wochen alten Ratten wiegen zu Beginn der Hungerperiode etwa 140 g und am Ende etwas über 100g. Als Heranwachsende nehmen die Kontrolltiere natürlicherweise zu und bringen zum Zeitpunkt ihrer Tötung etwa 210 g auf die Waage, während die gehungerten Ratten nur die Hälfte ihres Normalgewichts wiegen. Die 8 Wochen alten Kontrolltiere der dritten Versuchsreihe wiegen anfangs 200g und am Ende um 290g, die gehungerten Ratten etwa 150g.  

Die Autoren kündigen weitere Versuche mit längeren Hungerzeiten und mit Mäusen an.   

Quelle: Linda Frintrop et al.: Establishment of a chronic activity-based anorexia rat model. Journal of Neuroscience Methods 2018; 293(1): 191-198  

Kandidat 2

Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Institut: Institut für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät, Krankenhausstr. 12, 91054 Erlangen

Tiere: 25 Ratten

Hintergrund: Erprobung einer neuen Analyse zur Messung des Ruhezustandes der Gehirnaktivität mittels Magnetresonanz bei Ratten, deren Schnurrhaare stimuliert werden.


Versuch:
Die Ratten werden in zwei Gruppen aufgeteilt, einer experimentellen Gruppe mit 13 Tieren (Gruppe 1) und einer Kontrollgruppe mit 12 Tieren (Gruppe 2). Unter Narkose werden den Tieren der Gruppe 1 die Schnurrhaare, bis auf diejenigen einer bestimmten Region, abgeschnitten. Danach werden alle Ratten auf einem Plexiglasgestell fixiert, an dem eine Maske mit Zahnbeißstange montiert ist. Dort kann „der Rattenkopf ohne die Notwendigkeit von Ohrschrauben befestigt werden“. Die Maske besitzt seitliche Öffnungen, damit die Schnurrhaare sich frei bewegen können. Anschließend werden die Tiere in ein Bildgebungsgerät (fMRT) gelegt. Für die Zeit der Magnet-Resonanz-Messung wird das Narkosegas reduziert. Dann werden bei den Ratten der experimentellen Gruppe die verbleibenden Schnurrhaare mittels eines Kamms stimuliert und die fMRT-Aufnahmen werden wiederholt. Das weitere Schicksal der Ratten wird nicht erwähnt.

Quelle: Silke Kreitz et al.: A new analysis of resting state connectivity and graph theory reveals distinctive short term modulations due to whisker stimulation in rats. Frontiers of Neuroscience 2018; 12 (334), doi:10.3389/fnis.2018.00334 

Kandidat 3

Institut: Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg 

Tiere: Mäuse (Anzahl unbekannt) 

Hintergrund: Stress während der Schwangerschaft steht bei Menschen im Verdacht, negative Auswirkungen auf das Kind als Folge zu haben. Durch Beeinflussung der fetalen Lungenreifung bei Stress der Mutter wird ein erhöhtes Asthmarisiko des Kindes vermutet. Dies wird hier an Mäusen untersucht. 

Versuch: Weibliche Mäuse werden mit Männchen zusammengebracht und, wenn sie schwanger sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wird an unterschiedlichen Schwangerschaftstagen für jeweils 24 Stunden einem 88dB lauten Ton mit 15 Sekunden-Interval ausgesetzt, der zur Nagerabwehr genutzt wird und Stress bei den Mäusen verursacht. Das Gerät wird direkt im Mäusekäfig platziert. Die Kontrollgruppe wird keinem Ton ausgesetzt. Ein Teil der Tiere wird am 18. Tag der Schwangerschaft durch Enthauptung unter CO2–Narkose getötet, die Feten werden entnommen, tiefgefroren und untersucht.

Bei anderen Mäusen, die den Stressoren ausgesetzt wurden oder nicht, soll Asthma beim Nachwuchs simuliert werden. Dazu wird eine allergische Entzündung in den Luftwegen der Mütter und Väter hervorgerufen, indem ein Eiweißstoff erst dreimal in Abständen in die Bauchhöhle injiziert wird und dann dreimal den Tieren in die Nase gesprüht wird. Kontrollgruppen erhalten statt des Eiweißstoffs eine Trägersubstanz. Der Nachwuchs wird auf Asthma-Symptome untersucht.

In einem weiteren Versuchsteil wird ein Lungenfunktionstest an den Mäusen durchgeführt. Narkotisierten Mäusen wird ein Medikament als Aerosol verabreicht, das einen Asthmaanfall provozieren soll. Abschließend werden die Mäuse unter Narkose einer Lungenspülung unterzogen und auf nicht genannte Weise getötet. 

Quelle: Dimitra E. Zazara et al.: Prenatal stress challenge impairs fetal lung development and asthma severity sex-specifically in mice. Journal of Reproductive Immunology 2018: 125; 100-105 

Kandidat 4

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg Institut: Tumorvirologie, Infektion, Entzündung und Krebs, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Im Neuenheimer Feld 242, 69120 Heidelberg 

Tiere: mindestens 75 Mäuse 

Hintergrund: An Mäusen, denen menschliche Knochentumore (Ewing Sarkom) implantiert werden, soll die therapeutische Wirksamkeit einer Virus-Behandlung untersucht werden. Es gibt bereits Patientenstudien und Untersuchungen mit Zellkulturen, die eine Wirksamkeit der Viren zeigen. 

Versuch: Es handelt sich um Nacktmäuse, die aufgrund einer genetischen Veränderung eingepflanzte fremde Zellen nicht abstoßen. Den Mäusen werden menschliche Zellen eines Ewing-Sarkoms unter die Haut gespritzt. Das Ewing-Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der meist Knochen befällt und sehr schmerzhaft ist. Nach sieben Tagen ist bei allen Tieren ein Tumor angewachsen. 15 Mäusen wird eine Lösung mit dem H-1P Virus in den Tumor gespritzt, 15 weitere Mäuse werden analog mit einer Kontrolllösung behandelt. H-1PV ist ein Nagetier-Parvovirus, der menschliche Krebszellen in der Kulturschale zerstört. Klinische Studien mit Krebspatienten laufen bereits in den USA. Nach der Behandlung werden die Mäuse alle zwei bis drei Tage untersucht und die Größe der Tumoren bestimmt. Nach 11 Tagen ist die Größe der Tumoren innerhalb der Gruppen sehr unterschiedlich, so dass kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden kann.  

Innerhalb von 36 Tagen nach der Tumorimplantation sterben alle Tiere, bis auf eine Maus, die vier Monate lang „in guter Verfassung“ (Zitat) und Tumor-frei überlebt. Wie sich der Zustand der Maus im weiteren Verlauf entwickelt und was mit ihr geschieht, wird nicht erwähnt. Da in den durchgeführten Versuchen der gewünschte Effekt des Virus auf den Tumor ausbleibt, werden weitere Mäuse getestet. Zwei Gruppen werden wie oben behandelt (Injektion mit Kontrolllösung und einmalige Injektion des Virus), und es wird noch eine dritte Gruppe hinzugefügt, bei der den Tieren jeden Tag das Virus in den Tumor gespritzt wird, solange sie leben. Diesmal erliegen dem Krebsleiden innerhalb von 36 Tagen (Kontrollgruppe) oder 50 Tagen alle Mäuse bis auf zwei.

Die Arbeit wurde vom Deutschen Krebsforschungszentrum finanziert. 

Quelle: Jeannine Lacroix et al.: Preclinical testing of an oncolytic parvovirus in Ewing Sarcoma: protoparvovirus H-1 induces apoptosis and lytic infection in vitro but fails to improve survival in vivo. Viruses 2018; 10(6), doi:10.3390/v10060302 

Weitere Infos: Strafanzeige wegen illegaler Tierversuche in Heidelberg >> 

Kandidat 5

Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Universität UlmInstitut: Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung, Helmholtzstr. 8/1, Universität Ulm, 89081 Ulm 

Quelle: Clair Hartmann at al.: In-depth characterization of the effects of cigarette smoke exposure on the acute trauma response and hemorrhage in mice. Shock 2018. Doi:10.1097/SHK.0000000000001115 

Tiere: Mindestens 42 Mäuse 

Hintergrund: Anhand von Mäusen wird herausgefunden, dass sich Zigarettenrauchen negativ bei schweren Traumata auswirkt. 

Versuch: Die männlichen Mäuse werden in vier Gruppen aufgeteilt. Ein Teil der Mäuse wird 3 Wochen an 5 Tagen die Woche Zigarettenrauch ausgesetzt. Dazu wird eine Maus in eine Box gesetzt und der Rauch einer Roth-Händle-Zigarette ohne Filter eingeleitet. Am ersten Tag werden 4 Zigaretten, am zweiten 6 und ab dem 3. Tag je 8 Zigaretten täglich verraucht. Die Verrauchung geschieht durch einen semi-automatischen Rauchgenerator und dauert pro Zigarette 15 Minuten. Nach einer Woche Erholungszeit werden die Mäuse narkotisiert. Eine einzelne explosionsartige Luftwelle wird auf den Brustkorb des Tieres gerichtet, wodurch es zu einer Quetschung der Lunge kommt. Unmittelbar danach wird die Luftröhre eingeschnitten, ein Schlauch wird zur künstlichen Beatmung eingeführt, Katheter werden in Halsvene, -arterie, Hinterbeinarterie und Harnblase eingeführt.

Nun wird ein Blutungsschock ausgelöst, indem den Tieren Blut abgesaugt wird bis zu einem bestimmten niedrigen Blutdruck. Dann wird das Blut zusammen mit Medikamenten wieder in die Blutbahn zurückgeleitet. Vier Stunden lang werden unter weiterer Narkose verschiedene Messgrößen wie Blutdruck, Lungenfunktion, Körpertemperatur, Blutgasgehalt usw. bestimmt. Diese Prozedur wird an einer Gruppe von 10 Mäusen durchgeführt. Eine Gruppe erhält Rauch und Blutung, eine Blutung und Lungenquetschung, eine nur Blutung und eine Kontrollgruppe von zwei Mäusen wird gar nicht behandelt. Insgesamt 11 Mäuse sterben während der Versuche aufgrund von Blutungen in den Brustkorb oder den Herzbeutel, unkontrollierbaren Blutungen oder technischen Problemen. Diese Tiere werden nicht in die Auswertung einbezogen. Bei den Mäusen der ersten Gruppe (Rauch + Lungenquetschung + Blutung) sterben 50% innerhalb des Beobachtungszeitraums von 4 Stunden vor allem durch Nierenversagen, bei den Mäusen der zweiten Gruppe (Rauch + Blutung) sterben 40%. Die Tiere der beiden Gruppen, die keinem Rauch ausgesetzt waren, überleben fast alle. Schließlich werden alle überlebenden Mäuse durch Ausbluten getötet.

Weitere Infos: Stellungnahme: Tiere werden zum Rauchen gezwungen - immer noch! >>

 

Weitere Infos

02.04.2019 - „Herz aus Stein 2018“ geht an Uni Ulm für Rauchversuche an Mäusen >>

Negativpreis „Herz aus Stein“ - Rückblick >>

Datenbank-Tierversuche >>

Ausstellung ausleihen

Ausstellung gegen Tierversuche

Die Ausstellung der Ärzte gegen Tierversuche informiert sachlich fundiert und stichwortartig prägnant über verschiedene Aspekte des Tierversuchs. Sie kann geliehen oder gekauft werden. Die 14 reich bebilderten Ausstellungstafeln sind durchnummeriert, um dem Betrachter einen roten Faden durch die Argumentation zu geben. Da aber jedes Poster ein in sich abgeschlossenes Thema behandelt, kann bei Platznot auch auf einzelne Tafeln verzichtet werden.

Die Ausstellung kann z. B. in Schulen, Bürgerhäusern, Jugendzentren, Büchereien, Kirchen, Tierheimen usw. begleitend zu Vorträgen oder bei anderen Veranstaltungen eingesetzt werden.

Die Ausstellung wurde 2019 komplett überarbeitet und aktualisiert.

Themen der 14 Tafeln

  • Welche Tiere sterben im Tierversuch und wie viele?
  • Tierversuchszahlen
  • Wo werden in Deutschland Tierversuche gemacht?
  • Haben Tiere Rechte?
  • Tierversuche - ethisch vertretbar?
  • Tiere als "Modell" für menschliche Krankheiten?
  • Erkenntnisse aus Tierversuchen - helfen sie uns Menschen?
  • Unterschiede zwischen Mensch und Tier
  • Tierversuche - Gefahr für uns Menschen
  • Kosten: Der Tierversuch als florierendes Geschäft
  • Warum überhaupt Tierversuche?
  • Moderne Forschung - ohne Tierleid
  • Mini-Organe und Multi-Organ-Chips
  • Wie kann eine Zukunft ohne Tierleid erreicht werden?

Die Ausstellung ist derzeit in diesen Formaten erhältlich:

DIN A 1 - Leihgabe Tafeln

14 Ausstellungstafeln auf stabilen Hartschaumplatten, zur Befestigung an Stellwänden oder Wänden. Die Ausleihdauer beträgt maximal vier Wochen. Wir nehmen für diese Ausstellung keine Leihgebühr, erheben aber eine Kaution in Höhe von 100 Euro. 

DIN A 1 - Leihgabe Poster

14 Ausstellungstafeln auf starkem Posterpapier gedruckt und beidseitig laminiert, zur Befestigung an Stellwänden oder Wänden. Die Ausleihdauer beträgt maximal vier Wochen. Wir nehmen für diese Ausstellung keine Leihgebühr, erheben aber eine Kaution in Höhe von 100 Euro.

DIN A 2 - Kauf Poster

14 Ausstellungstafeln auf Latexpapier 235g, robust und brillant. Kosten für Käufer: 50,00 Euro und Versand.


Ausstellung ausleihen oder bestellen: 
info@aerzte-gegen-tierversuche.de

Bitte klären Sie frühzeitig freie Termine mit uns. Gerne bewerben wir Ihre Aktion auch auf unserer Internetseite.

Wo und wann die Ausstellung bereits geplant ist, können Sie unten auf unserer Startseite bzw. Alle Termine ersehen.

Auf Wunsch können zusätzlich zu den Tafeln attraktive, interessante Exponate ausgeliehen werden. Per Tablet kann beispielsweise auch der ÄgT-Animationsfilm „Mini-Organe und Multi-Organ-Chips - wie geht das?“ gezeigt werden. Art und Umfang des zusätzlichen Equipments hängt davon ab, ob die Ausstellung personell besetzt bzw. bewacht ist. 

Ausstellung als PDF zum selber Ausdrucken

DIN A1: (PDF - 3,29 MB)

DIN A2: (PDF - 38,8 MB)

Ausstellung gegen Tierversuche



In-vitro-Testsystem für die Abnutzung von Gelenkprothesen

11.10.2018

Verschlissene Hüft-, Knie- oder Schultergelenke werden beim Menschen häufig durch künstliche Gelenke ersetzt. Die Testung dieser sogenannten Endoprothesen erfolgte bislang in Tierversuchen. Um Faktoren wie z.B. die mechanische Abnutzung oder Materialermüdung solcher künstlicher Gelenke oder den Einfluss von Körperflüssigkeiten auf das Material zu untersuchen, werden die Prothesen gesunden Tieren, vor allem Schafen, implantiert und bis zu einem Jahr lang auf diese Weise getestet. Da sich Mensch und Tier hinsichtlich Ihrer Statik und des gesamten Bewegungsapparates drastisch unterscheiden, sind solche „Tiermodelle“ ungeeignet und die experimentellen Befunde nicht auf den Menschen übertragbar. 

Ein Forscherteam bestehend aus Wissenschaftlern der TU Dortmund und der National University of Science and Technology in Moskau hat nun ein Verfahren entwickelt, das einen zuverlässigen In-vitro-Belastungstest für neuentwickelte Gelenkprothesen bzw. Biomaterialien ermöglicht. Weitere Vorteile gegenüber Tierversuchen sind eine deutlich kürzere Versuchsdauer und die Möglichkeit der exakten experimentellen Standardisierung. 

Aufgrund der ständigen Weiterentwicklung von Biomaterialien wie Metall, Keramik oder Polymere für Endoprothesen ist ein zuverlässiges Modellsystem essentiell, um unter streng definierten Versuchsbedingungen aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. 

Bei der neu entwickelten LIT-Verfahren (engl. Load Increased Tests) kommt ein hochentwickeltes servo-hydraulisches System zum Einsatz, mit dem das künstliche Gelenk definiert belastet wird, sowie eine synthetisch hergestellte, auf Körpertemperatur erwärmte Flüssigkeit, die das menschliche Blutplasma simulieren soll - ohne den Einsatz von fetalem Kälberserum (FKS), das an dieser Stelle häufig verwendet wurde. Auf diese Weise wird der Einfluss der physiologischen Umgebung einer Endoprothese auf die Materialabnutzung mitberücksichtigt. Als Testmaterial wurde das Polymer UHMWPE (engl. Ultra-high molecular weight polyethylene) eingesetzt, das sich bei Gelenkprothesen bereits medizinisch bewährt hat. 

In-vitro-Testsystem für die Abnutzung von Gelenkprothesen
Versuchsaufbau des In-vitro-LIT-Systems zur Untersuchung der Abnutzung von Biomaterialien unter Verwendung von SBF. 1: Servo-hydraulisches Testsystem, 2: Peristaltische Pumpe, 3: SBF (simulierte Körperflüssigkeit), 4: Thermostat, 5: Korrosionszelle, 6: Biomaterial-Probe. 

Der Belastungstest des Biomaterials dauert bis zu 8 Tage und umfasst über 110.000 Testzyklen, wobei die Kompressionskraft exakt definiert und stetig erhöht werden kann. Der Zustand des Materials wird hinsichtlich diverser Parameter nach 1, 2, 5 und 8 Tagen mit verschiedenen Analyseverfahren untersucht. 

Die Forscher konnten in Ihrer Studie zeigen, dass die Kombination des servo-hydraulischen Systems und der Flüssigkeit, die das humane Blutplasma simuliert, wichtig ist, um zuverlässige Messergebnisse zur Materialabnutzung zu erhalten. Im Gegensatz zu Tierversuchen stellt diese In-vitro-Methode ein innovatives Testsystem dar, mit dem die Abnutzung von Gelenkprothesen im menschlichen Körper präzise untersucht werden kann.  

Originalartikel:

Scholz R et al.: Development of biomimetic in vitro fatigue assessment for UHMWPE implant materials. J Mech Behav Biomed Mater. 2018; 85: 94–101

 

Stoppt Xenotransplantations-Tierversuche!

Wir fordern ein Verbot der Verpflanzung von Tierorganen!

Letzte Bearbeitung: 22.02.2019 

Tierversuche mit dem Ziel, Tierorgane auf Menschen zu verpflanzen, sind mit ungeheurem Leid für die Tiere und einem unkalkulierbaren Risiko (z.B. Übertragung von Viren) für die Patienten verbunden. Schweine werden genmanipuliert und zu Organfabriken degradiert. Die Affen als Organempfänger sterben qualvoll innerhalb von Stunden oder weniger Wochen. Die EU stuft diese Art von Tierversuchen als Schweregrad „schwer“ ein, also mit dem größten Tierleid verbunden.

Diese grausame Forschung wird seit mindestens Mitte der 1990er Jahre am Institut für Chirurgische Forschung am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München betrieben. Aber auch andere deutsche Institute sind daran beteiligt.

Die Xenotransplantation überschreitet ethische Grenzen und gehört zu den schlimmsten Auswüchsen der heutigen biomedizinischen Forschung. Sinnvoll dagegen sind Ursachenforschung mit dem Ziel, Krankheiten zu verhindern sowie moderne In-vitro-Forschung mit menschlichen Zellkulturen und Mikrochips.

Übergabe von Unterschriften gegen Xenotransplantations-Tierversuche

Im Februar 2019 übergaben wir rund 57.000 Unterschriften an das Bayerische Staatsministerium. Unsere Unterschriftenaktion ist damit vorerst beendet. Die Proteste gehen natürlich weiter solange es diese entsetzlichen Tierversuche gibt.  

Stellungnahmen

T. Zietek: Wie immenses Tierleid als „Meilenstein“ verkauft wird (2018) >>
C. Gericke: Stellungnahme zu Xenotransplantation (2014) >>
Beispiele für Xenotransplantationsversuche in Deutschland >>

Infoblatt

Faltblatt als PDF oder Druckversion bestellen >>

News

20.02.2019 57.000 Unterschriften gegen Xenotransplantations-Tierversuche übergeben >>
02.02.2019 Protest gegen Xenotransplantationsversuche (Facebook-Fotoalbum) >>
06.12.2018 Paviane sterben nach wenigen Wochen mit Schweineherz >>
18.04.2017 Silent Triangle-Mahnwache in München >>
06.04.2016 Affen mit Schweineherz >>
04.06.2013 Kampagne gegen Xenotransplantation >>
23.04.2013 Demo gegen Xenotransplantation in München >>
24.04.2012 Protestveranstaltung in München >>

 

WIST-Kongress 2016

Mit unserem WIST-Kongress am 15. Oktober 2016 in Köln haben wir erstmals dazu eingeladen, die Validität von Tierversuchen, also deren wissenschaftliche Aussagekraft, mit hochkarätigen Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland zu diskutieren. Rund 250 Menschen folgten unserer Einladung, darunter viele Uni-, Behörden- und Forschungsvertreter.

WIST-Kongress - Wissenschaft statt Tierversuche

Mit der Veranstaltung wollten wir der Entwicklung Rechnung tragen, dass in Wissenschaftskreisen verstärkt Stimmen laut werden, die der Methode Tierversuch einen mangelhaften Nutzen attestieren, was sich in der steigenden Zahl tierversuchskritischer Publikationen in hochrangigen Journalen niederschlägt.

WIST-Kongress - Wissenschaft statt Tierversuche

Nach den sieben hochinteressanten Vorträgen von Andrew Knight, Hakan Sentürk, Aysha Akhtar, Thomas Hartung, Mardas Daneshian, Anne Beuter und Tobias Hasenberg gab es eine spannende Podiumsdiskussion, an der sich auch das Publikum beteiligen konnte. Dass sich hier auch Tierexperimentatoren zu Wort meldeten, werten wir als gutes Zeichen, da Diskussionsbereitschaft der erste Schritt ist, sich den wissenschaftlichen Fakten gegen Tierversuche nicht zu verschließen.

WIST-Kongress - Wissenschaft statt Tierversuche

Der große Saal des Maternushauses war mit 250 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Foyer bereicherten Stände der Firmen Tissues und Accross Bariers mit praktischen Einsichten in die In-vitro-Forschungsmöglichkeiten wie künstliche Haut oder Organchips. Das leckere vegane Essen in den Pausen wurde von allen hoch gelobt.

Across Barriers beim WIST-Kongress

Insgesamt bilanzieren wir eine rundum gelungene Veranstaltung und sind hochzufrieden, mit WIST einen beachtlichen Impulsgeber für den Paradigmenwechsel – weg vom Tierversuche, hin zur tierversuchsfreien Forschung – geschaffen zu haben.


Kurz-Video-Doku (4:52 Min) auf YouTube >>

Kurz-Video und alle Original-Vortrags-Videos auf der WIST-Website >>

Fotoalbum auf Facebook >>  

1957 - Cochlea-Implantat

Das Cochlea-Implantat ist ein kleines Gerät, das bei Menschen mit schwerer Schallempfindungsschwerhörigkeit eingesetzt wird und ihnen wieder ermöglicht zu hören. Es besteht aus einem Mikrofon, das den Schall aufnimmt, einem Sprachprozessor, der die Schallwellen in elektrische Impulse umwandelt, die dann über die Sendespule an die Elektroden in der Hörschnecke (Chochlea) übertragen werden. Diese Elektroden stimulieren dann den Hörnerv, der die Impulse ans Gehirn weiterleitet. Mikrofon, Sendespule und Sprachprozessor werden außerhalb am Körper getragen. Das Cochlea Implantat (CI) umgeht also die beeinträchtigten Innenohrstrukturen und leitet die Schallinformationen als elektrische Impulse direkt an den Hörnerv. (1)

Pioniere

1800: Alessandro Volta (1745-1827), ein italienischer Physiker und Erfinder der Batterie, wagte ein Selbstexperiment, in dem er Batterien mit zwei Metallstäben verband. Diese führte er sich in sein Ohr ein, dabei bemerkte er ein Rütteln in seinem Kopf und nahm ein Geräusch wahr. In den darauffolgenden Jahren führten unterschiedliche Wissenschaftler an sich selbst Versuche mit verschiedenen Stromstärken durch. (1)

1855 verwendete Duchenne de Boulogne erstmals Wechselstrom für diese Art des Versuchs. Im späteren Verlauf wurden noch andere Stromquellen eingesetzt. (2)

Erste Versuche

1957 entwickelten der Elektrophysiologe André Djourno (1904-1996) und der Otologe Charles Eyriés in Paris das erste funktionierende Cochlea Implantat. Am 25. Februar 1957 wurde es einem gehörlosen Patienten implantiert, woraufhin dieser in der Lage war, Geräusche und einfache Worte zu erkennen. Außerdem wurde seine Fähigkeit des Lippenlesens verbessert. Die Arbeit von Djourno und Eyriés wurde nur in Frankreich veröffentlicht. (2, 3)

1963 starteten Fritz Zöllner, Otologe aus Freiburg, und Wolf-Dieter Keidel, Sinnesphysiologe aus Nürnberg, ein eigenes Projekt, das vorsah, die Elektroden in der Cochlea zu platzieren. Zöllner und Keidel erbrachten wichtige Erkenntnisse, die später verwirklicht werden konnten. (1)

1964 implantierte Blair Simmons von der Stanford University ein Implantat mit 6 Elektroden. Er zeigte mit diesem Versuch erfolgreich, dass mit verschiedenen Stimulationen verschiedene Empfindungen einhergehen. (2)

Das Cochlea Implantat wird einsatzreif

1960er Jahre: William F. House erfuhr von der Arbeit der beiden Wissenschaftler Djourno und Eyriés. In Zusammenarbeit mit den Brüdern John Doyle, Neurochirurg, und James Doyle, Elektroingenieur, entwickelte House ein Cochlea-Implantat aus Golddraht, das er den beiden ersten Patienten einsetzte. Die Resultate waren vielversprechend, wurden aber durch lokale Infektionen beeinträchtigt. (3, 4)

House arbeitete mit dem Elektroingenieur Jack Urban zusammen. Urban entwickelte ein Operationsmikroskop und löste die bei der Entwicklung der Implantate auftretenden mechanischen und elektronischen Probleme. Anfangs wussten weder Urban noch House, welche Art Strom sie verwenden sollten, um den Patienten das Hören zu ermöglichen, „so we just had to experiment“. Der erste freiwillige Patient war Charles Graser, ein Hochschullehrer, der schwere Verbrennungen erlitten hatte und durch die Einnahme des Antibiotikums Streptomycin vollständig ertaubt war. 1972 war Graser der erste Patient, der mit einem Langzeitmplantat das Testlabor verließ. (4) Das von House entwickelte Implantat hatte nur eine Elektrode, um die Informationen zum Hörnerv zu leiten und war dadurch kostengünstiger, aber genauso gut und auch für die Armen in aller Welt erschwinglich. (5)

1978: Graeme Clark von der Universität Melbourne implantiert weltweit das erste mehrkanalige intracochleäre System mit transkutaner (über die Haut) Übertragung und tragbarem Sprachprozessor. (2)

Die Rolle der Tierversuche

In den frühen 1970er Jahren gab es sehr kontroverse Diskussionen um das Cochlea Implantat. Man bezweifelte den Sinn und Erfolg dieser Methode und forderte angesichts einer solch rigorosen Methode die Überprüfung in „Tiermodellen“. (3) Deshalb führte House einige seiner Studien zum Cochlea Implantat an Patienten und Tieren durch. (6)

Eine Gruppe Wissenschaftler an der Universität von San Francisco unter Leitung von Michael Merzenich und Robert Schindler überprüften in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre die Sicherheit und Anwendbarkeit von Langzeitimplantaten im sogenannten „Katzenmodell“. (3) Üblicherweise wird dabei gesunden jungen, teilweise neugeborenen Katzen eine hörschädigende Substanz wie Neomycin ins Innenohr oder unter die Haut gespritzt. Nach der Ertaubungsphase werden den Katzen Elektroden implantiert, um die Hörfähigkeit zu testen. (7, 8)

Alle Tierversuche wurden erst nach der eigentlichen Erfindung des Cochlea-Implantats durchgeführt und dienten nur der Bestätigung der Ergebnisse der klinischen Forschung. Sie waren zu keinem Zeitpunkt an der Entwicklung beteiligt. Entscheidend für die Entwicklung waren erfindungsreiche, experimentierfreudige und mutige Wissenschaftler, vertrauensvolle Patienten und Ingenieure, die entsprechende Geräte wie das Operationsmikroskop, die Batterie und verträgliche Materialien entwickelten. Angesichts der Tatsache, dass es um ein Gerät geht, das von menschlicher Sprache verursachte Schallwellen in elektrische Impulse umwandelt und über den Hörnerven zum Hörzentrum leitet, fragt man sich doch, wie man auf die Idee kommen kann, dieses Gerät an Tieren zu testen, die einerseits ein vielfach empfindlicheres Hörorgan haben, andererseits nicht sprechen können. Die Entwicklung des Cochlea-Implantats ist ein weiteres Beispiel für die Absurdität des Tierversuchs.

3.9.2018
Katharina Feuerlein, Ärztin

Quellen

(1) Kapek, Claudia: Die Geschichte des Cochlea-Implantats, Ein technisches Wunderwerk erobert die Welt. Historisches 29.03.2017
(2) Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Informatik und Gesellschaft – Gruppe EE; Elektronische Ersatzteile für den Körper: Das Cochlea Implantat
(3) Niparko, John K.; Nager, George T.: Cochlear Implants: Principles & Practices. 2nd Edition 2000, Philadelphia; London: Lippincott Williams & Wilkins
(4) Smaka, Carolyn: Audiology online: Interview with William House, 29. August 2011 
(5) Martin, Douglas: Dr. William F. House, Inventor of Pioneering Ear-Implant Device, Dies at 89, The New York Times 15. Dezember 2012 (abgerufen am 3.9.2018)
(6) Jung, Ute; Die geschichtliche Entwicklung des Cochlear-Implants (PDF, abgerufen am 3.9.2018)
(7) Kral, A. et al.: Postnatal cortical development in congenital auditory deprivation. Cerebral Cortex 2005; 15(5): 552-562
(8) Dinse, H. et al.: Optical imaging of cat auditory cortex cochleotopic selectivity evoked by acute electrical stimulation of a multi-channel cochlear implant. European Journal of Neuroscience 1997; 9: 113-119

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1951 - Warfarin

In den 1920er Jahren bemerkten Farmer in Kanada und den USA, dass in ihren Viehherden Tiere durch innere Blutungen qualvoll verendeten. Wie sich herausstellte, hatten sie Klee gefressen, der von Schimmelpilz befallen war. Diese Schimmelpilze produzierten eine gerinnungshemmende Substanz, die isoliert werden konnte und den Namen „Dicumarol“ erhielt.

Im Jahr 1948 kam eine synthetische Form namens „Warfarin“ als Rattengift auf den Markt. Die damit vergifteten Ratten sollten wie die Rinder verbluten.

1951 versuchte ein Mitglied der US Navy, sich mit Warfarin das Leben zu nehmen – doch er erholte sich vollständig. So entdeckte man, dass Warfarin für den Menschen nicht toxisch war und sogar lebensrettende Eigenschaften besaß. Man konnte damit der Entstehung von Blutgerinnseln vorbeugen und Krankheiten wie Infarkte, Thrombosen und Embolien behandeln.

1955 erhielt der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower nach einem Herzinfarkt Warfarin. Danach hieß es: „Was für einen Kriegshelden und den Präsidenten der Vereinigten Staaten gut ist, muss für jedermann gut sein, auch wenn es Rattengift ist!“

3.9.2019
Katharina Feuerlein, Ärztin

Quelle

Dobson M: Die Geschichte der Medizin, National Geographic History 2013; Band 373: S.183 

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