Alternativmethodenkongress 2010 in Linz

Alternativmethodenkongress 2010 in Linz

 

Vom 1. bis 4. September 2010 fand im österreichischen Linz der jährliche Alternativmethodenkongress des Zentrums für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen (zet) statt, an dem Dipl.-Biol. Silke Bitz und Dr. med. Wolfgang Stengel für die Ärzte gegen Tierversuche teilnahmen.

Auf dem Kongress wurden die Möglichkeiten der tierversuchsfreien Forschung bzw. der Forschungsansätze nach dem Prinzip der 3R (Leid einschränken, Tierzahl verringern, Ersatz von Tierversuchen) vorgestellt und diskutiert. (Stellungnahme zum 3R-Konzept: Warum wir Tierversuche abschaffen und nicht nur reduzieren wollen)

Vertreten waren Behörden, Politiker, Tierschutzorganisationen, Industrie, Wissenschaft sowie privat interessierte Menschen. An Themen standen diesmal unter anderem die Diskussion um ethische und rechtliche Aspekte zum Tierversuch sowie wissenschaftliche Neuerungen auf dem Gebiet der sogenannten Alternativmethodenforschung auf dem Programm.

In einer Podiumsdiskussion wurden Strategien und Probleme der Testung von Nanomaterial diskutiert, also von kleinsten Partikeln, die z.B. auf Oberflächen vorkommen können. Ein Vertreter von BASF berichtete, dass die Firma an In-vitro-Teststrategien arbeitet, so dass auf dem neuen Gebiet der Nanotechnologie die möglicherweise erforderliche Stofftestung ohne Tierversuche bzw. zumindest weitgehend tierversuchsfrei erfolgen kann.



Die zahlreichen Vorträge, ausgestellten Poster und Präsentationen verschiedener Firmen boten einen guten Überblick über den aktuellen Stand der sogenannten Alternativmethodenforschung und zeigten das große Potential der tierversuchsfreien Forschung sowie die Schwächen des Tierversuchs.





 
Dr. Wolfgang Stengel von unserer Vereinigung präsentierte gemeinsam mit seinen Kolleginnen Dr. Katy Taylor und Dr. Carlotta Casalegno von der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen (ECECE) ein Poster zur EU-Chemikalientestung REACH. In Zusammenarbeit mit der britischen Tierversuchsgegnerorganisation BUAV und der ECEAE kommentieren wir Tierversuchsanträge, die bei der Chemikalienbehörde eingereicht werden, mit der Zielsetzung, die vorgesehenen Tests an Tieren zu verhindern.

 

Dr. Carlotta Casalegno, Dr. Katy Taylor und Dr. Wolfgang Stengel mit dem ECEAE-Poster

Während der Posterpräsentationen und in den Pausen fand sich Gelegenheit, bei den Referenten und Ausstellern vertieft nachzufragen und sich mit anderen Kongressteilnehmern auszutauschen.

 

Einige Firmen stellen ihre Modelle vor, mit denen sich beispielsweise an menschlicher Haut oder an Lungengewebe tierversuchsfrei Substanzen oder potentielle Medikamente testen lassen.

 



Weitere Information
Unser Position zu den 3R-Alternativmethoden >>
Die REACH-Chance: 45 Tage um Tiere zu retten >>

Fotos: Ärzte gegen Tierversuche e.V.
 


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https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/sonstige/561-alternativmethodenkongress-in-linz