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Sonstige

Vortrag beim wissenschaftlichen Kongress VegMed

 

Am 29. November 2014 fand die VegMed zum dritten Mal statt, als Referenten dabei waren Dr. med. Eva Kristina Bee, Vorstandsmitglied von Ärzte gegen Tierversuche e.V. (ÄgT) und Mitglied Dr. oec. troph. Markus Keller sowie als Teilnehmerin und Begleiterin von Workshops Dr. med. Katharina Kühner, wiss. ÄgT-Mitarbeiterin.

Der Ärztekongress VegMed wird von der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin in Zusammenarbeit mit dem Vegetarierbund Deutschland (VEBU) ausgerichtet und ist deutschlandweit der erste ernährungsmedizinische Kongress speziell für vegetarische und vegane Ernährung. 

Dr. Markus Keller vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) stellte unter anderem die Adventist Health Study II vor, im Rahmen derer erneut nachgewiesen werden konnte, dass vegetarisch und vegan lebende Mensch ein niedrigeres Risiko haben, an verschiedenen Krebsarten und den meisten chronischen Stollwechselerkrankungen zu erkranken.

Erstmals wurde auch eine Studie zur Persönlichkeitsstruktur vegetarisch und vegan lebender Menschen vorgestellt, im Rahmen derer gezeigt werden konnte, dass vegetarisch und vegan lebende Menschen eine größere Empathiefähigkeit aufweisen als Personen mit anderen Ernährungsformen.

Leider wurde sich an einigen Stellen auf Tierstudien bezogen. Zu der Problematik des Vitamin B 12-Anteils in verschiedenen Algenarten zitierte Prof. Dr. Gerhard Jahreis eine Studie an Ratten. Auch Mark Messina, PhD, MS berief sich im Rahmen seines englischen Vortrages "Soy and health: Benefits and controversies" auf einige Rattenstudien. Kritisch hinterfragt wurde die Methode des Tierversuchs und ihre Übertragbarkeit auf den Menschen dabei nicht. Auch das völlige Fehlen von Humanstudien in manchen ernährungswissenschaftlichen Bereichen wurde nicht öffentlich bemängelt.

Erst durch den Vortrag von Dr. Kristina Bee "Vegetarische und vegane Ernährung als Beitrag gegen Tierversuche", mit dem Schwerpunkt der fehlenden Übertragbarkeit und der präventiven Vermeidbarkeit vieler Erkrankungen bzw. deren positive Beeinflussung durch die Ernährung, wurde dieses Thema ausführlich behandelt. Der Vortrag fand großen Anklang und Zuspruch, besonders auch im Hinblick auf die allgemeine Verantwortung gegenüber der Umwelt und den Mitgeschöpfen.

Im Nachgang des Vortrags führten die ÄgT-Mitglieder interessante Gespräche mit Kollegen aus dem medizinischen und ernährungswissenschaftlichen Bereich. Einige Ärzte waren auch interessiert an ÄgT-Flyern zum Auslegen in ihren Praxen.

Insgesamt war die Veranstaltung mit ca. 500 Teilnehmern sehr gut besucht und sehr erfolgreich, sowohl allgemein, als auch für uns Ärzte gegen Tierversuche.
Ein tolles Event, trotz der ernüchternden Tatsache, dass auch in vegetarisch und vegan geprägten Forscherkreisen der Tierversuch durchaus noch eine gewählte Methode ist, um bestimmte Fragestellungen zu untersuchen oder zitiert wird, um Sachverhalte zu belegen. Doch wir sind zuversichtlich, dass neue Denk- und Entwicklungsschritte stattfinden werden.

Weitere Informationen: http://www.vegmed.de/ 
Seit Mitte Januar 2015 sind dort auch die Videos von den Vorträgen online anzusehen (einfach Seite aufrufen und etwas nach unten scrollen)

Fotos: Vorstandsmitglied Dr. med. Eva Kristina Bee im Vortrag 

Foto-Quelle: Urban/VegMed









 

 

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