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Sonstige

Herz aus Stein 2021

Herz aus Stein für den schlimmsten Tierversuch

Wem gebührt das „Herz aus Stein 2021“?

Abstimmung über den schlimmsten Tierversuch des Jahres

Natürlich sind alle Tierversuche schlimm und alle Tierlabore haben diesen Negativpreis verdient! Das „Herz aus Stein“ steht für eine herzlose Forschung, bei der fühlende Lebewesen zu bloßen Messinstrumenten degradiert werden. Mit einer öffentlichen Online-Abstimmung wollen wir auf einige besonders absurde und grausame Tierversuche aufmerksam machen, die in Deutschland durchgeführt worden sind. Nominiert sind Einrichtungen aus Oldenburg, Tübingen, Gießen, Köln und Hannover mit Tierversuchen. Die Auswahl beruht auf Einträgen in unserer Tierversuchs-Datenbank und diese basieren auf Fachartikeln der Experimentatoren selbst. Für den Preis 2021 haben wir Publikationen ausgewählt, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht wurden. 

Der „Gewinner“

Knapp die Hälfte der über 4.236 Stimmen  (2066 Stimmen = 49 %) der Abstimmung entfiel auf die AG Neurosensorik / Animal Navigation bzw. das Forschungszentrum Neurosensorik der Carl von Ossietzky Universität für einen Versuch an Mönchsgrasmücken. Dabei werden wild gefangenen Singvögeln Löcher in den Schädel gebohrt und sie werden später getötet. Die AG Neurosensorik / Animal Navigation stand in den vergangenen Jahren mehrfach in der öffentlichen Kritik, weil dort seit Jahren invasive Tierversuche an Rotkehlchen und anderen Singvögeln gemacht werden, um den magnetischen Sinn der Tiere zu ergründen. Nun steht der Forschungsbereich erneut im unrühmlichen Fokus. 

Am 6. Juli 2021 waren wir mit einer kleinen Delegation vor Ort, um den Negativpreis zu verleihen. Erwartungsgemäß wurde die Annahme abgelehnt. Pressemitteilung >>

Herz aus Stein für die Uni Oldenburg
Die Delegation der Ärzte gegen Tierversuche mit dem Betonherz.

Die Kandidaten

  Ort  Ganz kurz Kurzbeschreibung Hintergrund

1

Forschungszentrum Neurosensorik, Universität Oldenburg

Wildgefangenen Singvögeln werden Substanzen ins Gehirn gespritzt

Wildgefangene Singvögel (Mönchsgrasmücken) in fensterlosen Räumen bei Kunstlicht gehalten; Durch ein Bohrloch im Schädel wird eine Substanz zum Markieren von Nerven injiziert; die Vögel werden in einem runden Plexiglas-Käfig magnetischen Reizen ausgesetzt. Tötung, um Gehirn zu untersuchen. mehr>>

Forschungen zum magnetischen Sinn von Zugvögeln.

2

Medizinische Klinik Innere Medizin II, Universitätsklinikum Tübingen

Schlafentzug ist nicht gut fürs Immunsystem bei Mäusen

Mäuse werden wachgehalten, indem die Einstreu unter dem Tier ausgetauscht wird, um Nestbau zu verhindern, sobald das Tier eine Schlafhaltung einnimmt. Eine Blutvergiftung wird hervorgerufen, indem nach 6 Stunden Schlaf oder Wachheit eine tödliche Dosis Bakterien in die Schwanzvene injiziert wird. Innerhalb von 3-5 Tagen sterben alle Wach-Mäuse, die Schlaf-Mäuse sind nach 5 Tagen alle tot. mehr >>

Die Auswirkung von Schlaf oder Schlafentzug bei einer tödlichen Blutvergiftung wird untersucht. Die Autoren folgern, dass bei Mäusen der Schlaf für eine voll funktionsfähige angeborene Immunantwort unerlässlich ist.

3

Institut für Tierernährung und Ernährungsphysiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen

Mäuse müssen rennen bis zum Umfallen

Mäuse bekommen das Vitamin Nicotinsäure (B-Komplex) entweder in normaler Menge oder in überhöhter Dosis ins Futter. Ausdauertrainingsprogramm auf einem Laufband während eines Versuchszeitraums von 42 Tagen. Die Geschwindigkeit des Laufbands wird dabei langsam erhöht, bis zur Erschöpfung der Tiere. Als Erschöpfung gilt, wenn die Maus 2x rückwärts hinfällt. Tötung durch Enthaupten. mehr >>

Im Rahmen der Sportmedizin wird untersucht, ob das Vitamin Nicotinsäure die Ausdauerleistung von Mäusen erhöht.

4

Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Köln

Mäuse müssen hungern, um Lebenserwartung zu untersuchen

Manche Mäuse werden normal gefüttert, andere erhalten 2 Jahre lang nur halbe Futterration. Dann Wechsel des Nahrungsangebots, d.h. die gehungerten Mäuse erhalten so viel Futter, wie sie möchten und den bisher normal gefütterten Mäusen wird die Nahrung für 4 Wochen um 40% reduziert. Die zuvor unbegrenzt gefütterten Mäuse sterben schneller, als die Gruppe Mäuse, die von Hunger auf normale Menge Futter gesetzt wurde. mehr >>

Es ist seit langem bekannt, dass chronischer Hunger die Lebenserwartung bei verschiedenen Tierarten und auch Menschen verlängert. 800 Mäuse müssen sterben, um zu untersuchen, ob dies auch der Fall ist, wenn der Hunger erst im hohen Alter einsetzt.

5

Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Hannover

Alkoholentzug bei alkoholsüchtigen Ratten

Ratten bekommen entweder nur Wasser oder Wasser und Alkohol (5, 10 oder 20%). Alle 4 Wochen Alkoholentzug für 3 Tage, um Tiere süchtig zu machen. Nach einem Jahr werden manche Tiere getötet. Süchtigen Tieren wird Alkohol entzogen, dann 8 Tage lang Hirnhormone in Bauchhöhle gespritzt, um Alkoholverlangen herabsetzen. 3 Tage vor Ende der Hormonbehandlung wieder Alkohol angeboten. Dann Tötung. mehr >>

Es wird die Wirkung von zwei Hormonen des Gehirns auf den Alkoholkonsum bei alkoholsüchtigen Ratten nach einem Alkoholentzug untersucht.

 

 Die Bilder sind Symbolfoto

 

Die Details

Kandidat 1

Mönchsgrasmücke Institut: Forschungszentrum Neurosensorik, Universität Oldenburg, Carl-von-Ossietzky-Straße 9-11, 26129 Oldenburg

Tiere: 12 Mönchsgrasmücken

Versuch:

Die Mönchsgrasmücken (Sylvia atricapilla) werden in der Umgebung der Universität Oldenburg mit sogenannten Japannetzen gefangen. Dabei handelt es sich um speziell für den wissenschaftlichen Vogel- und Fledermausfang konstruierte Netze, die aus sehr feinem Netzwerk bestehen, welches von den Vögeln kaum wahrgenommen wird. Japannetze werden fest aufgestellt so dass sich alle Vögel darin verfangen, die zufällig hineinfliegen. Die gefangenen Mönchsgrasmücken werden in Räumen ohne Fenster mit Kunstlicht zu zweit in Käfigen gehalten. Um den Tieren eine sogenannte Tracersubstanz zu injizieren, wird der Kopf der anästhesierten Vögel in einem speziell angefertigten Apparat fixiert. Nach der Öffnung der Kopfhaut wird der neuronale Tracer, eine Markierungssubstanz, die Nerven markiert, durch ein kleines Fenster im Schädel durch Injektionen in bestimmte Regionen des Gehirns verabreicht. Das Loch im Schädel wird mit chirurgischem Kleber verklebt und die Haut zugenäht. Nach der Operation dürfen sich die Tiere 3-6 Tage erholen.

Für die eigentlichen Versuche werden einzelne Vögel in einem runden Plexiglas-Käfig in einem speziellen Gebäude untergebracht, wo sie unterschiedlichen magnetischen Reizen ausgesetzt werden. Die Vögel werden mit Infrarotkameras überwacht. Zu bestimmten Zeitpunkten werden die Tiere getötet, indem unter Narkose Formalin ins Herz injiziert wird, bis alles Blut ausgetauscht ist. Das Gehirn wird in Scheiben geschnitten und untersucht.   

Hintergrund: Forschungen zum magnetischen Sinn von Zugvögeln.

Quelle: Kobylkov D et al. A newly identified trigeminal brain pathway in a night-migratory bird could be dedicated to transmitting magnetic map information. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences 2020; 287: doi:10.1098/rspb.2019.2788

Kandidat 2

Blutentnahme aus der Schwanzvene an einer MausInstitut: Medizinische Klinik Innere Medizin II, Universitätsklinikum Tübingen, Otfried-Müller-Straße 10, 72076 Tübingen

Tiere: mindestens 287 Mäuse

Versuch: 
Für die Versuche werden Mäuse zu Beginn ihrer Schlafphase 6 Stunden lang wachgehalten. Das heißt, wann immer das Tier eine Schlafhaltung einnimmt wird die Einstreu unter dem Tier weggenommen und neue hingelegt, um ein Nestbauverhalten zu verhindern. Andere Gruppen von Mäusen werden nicht gestört und können normal schlafen. Dann werden Mäuse beider Gruppen durch CO2-Erstickung getötet. Blut wird aus dem Herzen entnommen und Milz und Knochenmark untersucht.

Um die Wirkung von bestimmten Rezeptoren während des Schlafes zu analysieren, wird Gruppen von Mäusen das Gift von Keuchhustenbakterien injiziert. Diese Mäuse werden direkt nach 6 Stunden Schlafentzug oder nach Schlaf getötet. Bei anderen Gruppen von Mäusen wird eine Sepsis (Blutvergiftung) mit dem Bakterium Yersinia enterocolitica hervorgerufen. Dazu wird nach 6 Stunden Schlaf oder Wachheit eine tödliche Dosis der Bakterien in die Schwanzvene injiziert. Innerhalb von 3-5 Tagen sterben alle Wach-Mäuse, die Schlaf-Mäuse sind nach 5 Tagen alle tot.

Hintergrund: Die Auswirkung von Schlaf oder Schlafentzug bei einer tödlichen Blutvergiftung wird untersucht. Die Autoren folgern, dass der Schlaf bei Mäusen für eine voll funktionsfähige angeborene Immunantwort unerlässlich ist.

Quelle: Hahn J et al. Sleep enhances numbers and function of monocytes and improves bacterial infection outcome in mice. Brain Behavior, and Immunity 2020; 87: 329-338
 

Kandidat 3

Mäuse auf dem LaufbandInstitut: Institut für Tierernährung und Ernährungsphysiologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen

Tiere: 30 Mäuse

Versuch: Die Mäuse werden in drei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 und 2 bekommt Nicotinsäure in normaler Menge ins Futter gemischt, Gruppe 3 in hoher Dosis. Nicotinsäure ist ein Vitamin aus dem B-Komplex und wird auch Vitamin B3 genannt. Die Tiere aus den Gruppen 2 und 3 absolvieren fünfmal pro Woche 35 Minuten pro Tag ein Ausdauertrainingsprogramm auf einem Laufband während eines Versuchszeitraums von 42 Tagen. Die Geschwindigkeit des Laufbands wird dabei langsam erhöht, bis zur Erschöpfung der Tiere. Als Erschöpfung wird angesehen, wenn die Maus zweimal rückwärts auf das Laufband fällt. Alle Mäuse werden am 43. Tag des Experiments unter Kohlendioxid-Anästhesie enthauptet, um ihre Muskeln zu untersuchen.

Hintergrund: Im Rahmen der Sportmedizin soll untersucht werden, ob das Vitamin Nicotinsäure die Ausdauerleistung von Mäuse erhöht. 

Quelle: Ringseis R et al. Nicotinic acid improves endurance performance of mice subjected to treadmill exercise. Metabolites 2020; 10: 138. doi:10.3390/metabo10040138 

Kandidat 4

Mäuse im LaborInstitut: Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, Joseph-Stelzmann-Straße 9B, 50931 Köln

Tiere: 800 Mäuse 

Versuch: Im Alter von 12 Wochen werden 400 Mäuse normal ernährt, d.h., sie bekommen so viel Futter, wie sie möchten (ad libitum). Bei 400 Mäusen wird die Futtermenge innerhalb von 4 Wochen stark reduziert. An einer Stelle heißt es, die Tiere bekommen 40%, an einer anderen 60% der Futtermenge, die die Ad-libitum-Mäuse essen. In jedem Fall leiden die Mäuse für die nächsten 2 Jahre ständigen Hunger. Hunger wird hier beschönigend als „diet restriction“, also Nahrungsbeschränkung bezeichnet.

Die hungernden Mäuse wiegen die ganzen 2 Jahre lang etwa 30 g, während die ad libitum gefütterten Mäuse durchschnittlich auf 55 g an Gewicht zunehmen. Nach 2 Jahren sind 86 Mäuse der gefütterten Gruppe und 16 Tiere der Ad-libitum-Gruppe gestorben. Mäuse werden normalerweise kaum älter als 2 Jahre. Nun erfolgt bei jeweils etwa der Hälfte der beiden Gruppen ein Wechsel des Nahrungsangebots, d.h. die gehungerten Mäuse erhalten nun so viel Futter, wie sie möchten und den bisher normal gefütterten Mäusen wird die Nahrung über die nächsten 4 Wochen um 40% reduziert. Die zuvor ad libitum gefütterten Mäuse sterben schneller, als die Gruppe Mäuse, die von Hunger auf ad libitum Futter gesetzt wurde. 2 Monate nach dem Futterwechsel werden alle überlebenden Mäuse durch Genickbruch getötet, um ihre Gewebe zu untersuchen.  

Hintergrund: Es ist seit langem bekannt, dass chronischer Hunger die Lebenserwartung bei verschiedenen Tierarten und auch Menschen verlängert. Hier soll an Mäusen untersucht werden, ob dies auch der Fall ist, wenn der Hunger erst im hohen Alter einsetzt.  

Quelle: Hahn O et al. A nutritional memory effect counteracts the benefits of dietary restriction in old mice. Nature Metabolism 2019; 1: 1059-1073

Kandidat 5

Ratte im LaborInstitut: Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover

Tiere: 90 Ratten

Versuch: 60 Ratten bekommen je drei Flaschen mit unterschiedlichem Alkoholgehalt (5, 10 und 20%) und eine Flasche mit Wasser. 30 Ratten („Kontrolltiere“) bekommen vier Flaschen mit Wasser. Die Ratten werden in 9 Gruppen mit je 10 Tieren eingeteilt – sechs Gruppen bekommen Alkohol und 3 bekommen nur Wasser. Alle vier Wochen wird der Alkohol für drei Tage entzogen, indem die Alkoholflaschen aus den Käfigen entnommen und nach 3 Tagen wieder zurückgesetzt werden. So werden die Ratten süchtig gemacht. Der Flüssigkeitsgehalt jeder Flasche wird täglich gemessen, um den Alkoholkonsum der Tiere zu bestimmen. Ein Jahr nach dem Beginn des Experiments werden 9 Ratten aus der Alkohol-Gruppe und 9 aus der Kontrollgruppe getötet. Die Tötung erfolgt, indem unter CO2-Narkose mit einer Spritze ins Herz gestochen wird, um eine Blutprobe zu entnehmen, und anschließender Köpfung. Nun wird den süchtigen Ratten der Alkohol entzogen und bei den Kontroll-Ratten werden 3 von 4 Wasserflaschen entfernt. 16 Tiere (8 Alkohol- und 8 Kontroll-Ratten) werden einen Tag danach und 18 Tiere (9+9) 6 Tage danach auf die oben beschriebene Weise getötet. Nach sechs Tagen Alkoholentzug wird den restlichen 29 Tieren täglich über 8 Tage entweder ein von zwei unterschiedlichen Hormonen des Gehirns oder eine wirkungslose Lösung in der Bauchhöhle gespritzt. Die Hormone sollen das Alkoholverlangen herabsetzen. An den letzten drei Tagen von dieser Behandlung bekommen die Tiere wieder die Alkoholflaschen. Am achten Tag werden alle 29 Tiere wie oben beschrieben getötet. Neun Tiere sterben aus unbekannten Gründen bevor das Experiment beendet ist.

Hintergrund: Es wird die Wirkung von zwei Hormonen des Gehirns auf den Alkoholkonsum bei alkoholsüchtigen Ratten nach einem Alkoholentzug untersucht.

Quelle: Müschen LH et al. Alcohol withdrawal and proopiomelanocortin neuropeptides in an animal model of alcohol dependence. Neuropsychobiology 2019; 78: 118-127

 

Weitere Infos

Negativpreis „Herz aus Stein“ - Rückblick >>

Datenbank-Tierversuche >>

Aktionstag 2021

Ausstiegs-Konzept aus dem Tierversuch in die Wahlprogramme! 

Im Bundestagswahljahr stand am 24. April unsere Bündnis-Kampagne „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ im Fokus. So forderten alle Akteure von den politischen Parteien, einen Masterplan in ihre Wahlprogramme aufzunehmen. Unsere AGs und befreundete Vereine und Gruppen organisierten in 12 Städten Aktionen und trugen somit die Forderung in die Öffentlichkeit. Aktivitäten gab es: in Augsburg, Berlin, Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt/M., Gütersloh, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Münster, Offenburg sowie virtuell über Zoom das Theaterstück „Irre ist menschlich“. Hier ein paar Eindrücke.

aktionstag2021-augsburg-tina-schuessler
Augsburg
Tina Schüssler - die bekannte Sängerin, Kickboxerin und TV-Moderatorin - fand klare Worte in ihren Songs und machte damit die Aktion der AG Augsburg unüberseh- und hörbar.


aktionstag2021-berlin
Berlin
Direkt vorm Brandenburger Tor positionierten wir mit Vertretern der unterstützenden Organisationen unübersehbar unsere Forderung. Das "Lithomobil" fuhr anschließend noch das große Transparent durch viele Straßen Berlins. 


 
Düsseldorf
Unsere AG Düsseldorf/Krefeld setzte auf Schweigen - ihre Aktionsform der Silent Line fand viel Beachtung. 


aktionstag2021-frankfurt
Frankfurt
Unübersehbar auf der Frankfurter Zeil, was unsere AG Frankfurt/RheinMain mit Aktiv gegen Speziesismus (AgeSpe) und Animal Liberators Frankfurt - Ortsgruppe von die tierbefreier e.V. auf die Beine gestellt hatten.



Hamburg
Eindeutige Message unserer AG Hamburg an zentraler Stelle vor der SPD-Parteizentrale.




Köln
Sie waren nicht nur viele, sondern haben auch auf vielfältige Weise unsere Argumente und Forderung dargebracht: die Mitglieder unserer AG Köln.


 
Münster
Im Herzen von Münster, auf der Rothenburg, organisierte unsere AG Münster eine viel beachtete Mahnwache.

 

Organchip-Technologie könnte Entwicklungskosten von bis 700 Mio. US Dollar pro Medikament einsparen

11. März 2021

Die Studie beschreibt, wie die konsequente Anwendung der vielversprechenden Organ-auf-dem-Chip (OoC) Technologie die Kosten in der Medikamentenentwicklung um 10–26% reduzieren kann. Dies entsprächen bis zu 700 Millionen US Dollar pro Medikament. Die Autoren argumentieren, dass die OoCs bessere Vorhersagen als die üblichen Methoden zum Testen von Medikamentenkandidaten wie Tierversuche und einfache 2D-Zellmodelle machen. Laut der Studie würde die Anwendung von OoCs zu genaueren Resultaten in der präklinischen Phase der Medikamentenentwicklung führen, was die Kosten direkt und signifikant senken, die Erfolgsquote erhöhen und die Entwicklungszeiten verkürzen wird.

Pharmaunternehmen rechtfertigen die hohen Arzneimittelpreise häufig mit den Kosten für die pharmazeutische Forschung und Entwicklung (R&D), die ca. 660 Mio. – 2,76 Milliarden US Dollar pro Medikament betragen. Die Hauptkostentreiber sind die Erfolgsraten, die Entwicklungszeit und die direkten Projektkosten. Diese Kostentreiber unterscheiden sich erheblich zwischen den R&D-Phasen. Die präklinische Phase, an deren Ende die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamentenkandidaten an Tieren getestet wird, kostet viel weniger als die drauf folgenden klinischen Phasen I-III mit menschlichen Probanden und Patienten. Etwa 60–75% aller Projekte, die in den billigen nicht-menschlichen präklinischen Phasen erfolgreich sind, scheitern in der teuren Phase II und 20–30% in Phase III. Zu etwa 50% ist dies auf eine unzureichende Wirksamkeit des Medikaments und zu 15–25% auf Sicherheitsbedenken zurückzuführen. Das Versagen in der klinischen Phase wird daher als Haupttreiber der R&D-Kosten angesehen und ein Hauptgrund dafür ist die mangelhafte Vorhersagekraft von tierexperimentellen Studien und einfachen In-vitro-Modelle für die menschliche Physiologie.

Die Autoren der Studie befragten 15 Experten aus den Bereichen der OoC-Technologie und Forschung und Entwicklung, um abzuschätzen, wie sich die Anwendung von OoCs auf die R&D-Kosten in den nächsten 5 Jahren auswirken würde. Dabei wurden gefragt, welche R&D-Phasen am meisten von den OoCs beeinflusst werden können und wie sich die drei Hauptkostentreiber – Erfolgsrate, Entwicklungszeit und Projektkosten - verändern würden.

10-26% niedrigere Medikamentenentwicklungskosten

Die Experten schätzten, dass die Anwendung von OoCs die R&D-Kosten um 10–26 % in 5 Jahren reduzieren würde, was zwischen 66 – 169 bis 276 - 706 Millionen US Dollar pro Medikament bedeuten würde. Die meisten Einsparungen wären in der präklinischen Phase möglich, bei der die Experten 73% niedrigere Projektkosten, 80% höhere Erfolgsquoten und 40% niedrigere Entwicklungszeiten erwarten, die aus dem Einsatz der OoCs resultieren würden.

Die Experten schätzen, dass dank der besseren Vorhersagekraft der OoCs schnelle und bessere Entscheidungen bei der Auswahl der Medikamentenkandidaten für die teuren klinischen Studien getroffen werden können. Die meisten Vorteile werden bei der Testung der Wirksamkeit gesehen.

Regulatorische Anerkennung dringend erforderlich

Damit OoCs grundsätzliche Verbesserungen im R&D-Prozess und bei den Kosten der Medikamentenentwicklung erzielen können, müssen diese Modelle sowohl biologisch als auch technisch weiterentwickelt werden, um die menschliche Physiologie besser nachzuahmen und leicht automatisierte Analysen zu ermöglichen. Ein sehr wichtiger Aspekt ist die regulatorische Anerkennung der OoCs als zugelassene Testsysteme in der präklinischen Phase.

Fazit

Mittels breiter Anwendung von OoC statt Tierversuchen könnten die Kosten in der Medikamentenentwicklung um 10 – 26% reduziert werden, was bis zu 706 Millionen US Dollar weniger pro Medikament entspricht. Die Kostenersparnis wäre vor allem auf die stark erhöhte Vorhersagekraft der OoCs gegenüber Tierversuchen zurückzuführen, wodurch es weniger Ausfälle in den klinischen Phasen gäbe.

Dr. Dilyana Filipova

Originalartikel

Nora Franzen, Wim H. van Harten, Valesca P. Retèl, Peter Loskill, Janny van den Eijnden-van Raaij, Maarten I Jzerman: Impact of organ-on-a-chip technology on pharmaceutical R&D costs. Drug Discovery Today 2019; 24: 1720-1724

Plakataktion 2020

„Schluss mit Tierversuchen – weil Forschung es kann“

Im Dezember 2020 haben wir Berlins U-Bahn-Stationen mit unserer Botschaft plakatiert. 

Plakataktion gegen Tierversuche in Berlin
Dieses Plakat hängt in den ersten beiden Dezemberwochen in 35 Berliner U-Bahnstationen

Wehrlosen Mäusen wird eine Schlundsonde – ein Metallrohr (s. Bild) – in den Magen geschoben. Oft jeden Tag, wochenlang, sogar jahrelang. Dabei ist schon das Hochheben im Nackenfell mit ungeheurem Stress für die kleinen Tiere verbunden, wie man auf dem Foto sofort erkennen kann.

Versuche, bei denen Substanzen per Schlundsonde eingegeben werden, sind in der tierexperimentellen Forschung gang und gäbe. Beim Test auf krebsauslösende Eigenschaften etwa, einem Standardtest zur Testung von Chemikalien und Medikamenten, werden Mäuse oder Ratten dieser Tortur ihr Leben lang ausgesetzt – Nackengriff, Schlundsonde jeden Tag, zwei Jahre lang. Das Metallrohr kann in der Lunge landen – die Maus erstickt dann qualvoll – oder den Magen durchstoßen, eine schmerzhafte Bauchfellentzündung ist die Folge. Dazu kommt die oft giftige Wirkung der Testsubstanz. 

Tierversuche sind grausam und müssen allein schon deswegen verboten werden!

Zudem sind sie auch wissenschaftlich unsinnig, da sich ihre Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen lassen. Beim Test auf krebsauslösende Eigenschaften könnte man eher eine Münze werfen, denn die Vorhersagekraft von Maus und Ratte auf den Menschen beträgt nur 43% (1). Wussten Sie, dass letztendlich nur etwa 5% der Wirkstoffe, die im Tierversuch für sicher und wirksam befunden wurden, in den Apotheken landen? Das heißt 95% scheitern (2). Und ein Drittel der zugelassenen neuen Medikamente wird später mit Warnhinweisen versehen oder gleich ganz vom Markt genommen, weil sich weitere, im Tierversuch und der darauffolgenden klinischen Erprobung nicht bemerkte schwere Nebenwirkungen beim Menschen herausstellen. Selbst Menschen reagieren also äußerst unterschiedlich, deshalb ist es absurd, Tiere als „Modelle“ für uns heranzuziehen. Und wer weiß, wie viele möglicherweise segensreiche Arzneimittel aussortiert werden, weil sie im Tierversuch zu Schäden führen, für den Menschen aber nützlich gewesen wären. Aspirin, Ibuprofen und Paracetamol hätten es nach dem heutigen Prüfsystem nicht auf den Markt geschafft, weil sie bei Tieren schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen. Der Mensch ist nun mal keine 75 kg-Maus!

Tierversuche müssen abgeschafft werden, weil sie ein falsches System sind, das im 21. Jahrhundert keinen Platz haben darf. 

… weil Forschung es kann, dank moderner, tierversuchsfreier Methoden!

Multi-Organ-Chip
Multi-Organ-Chip (MOC)

In den vergangenen 10 Jahren hat die humanbasierte In-vitro-Forschung eine spektakuläre, fast schon explosionsartige Entwicklung hingelegt – und das trotz katastrophaler finanzieller Unterstützung. Forschern ist es gelungen, sogenannte Organoide im Labor zu züchten. Dabei handelt es sich um dreidimensionale humane Zellkulturen, die Erscheinungsbild und Funktion eines menschlichen Organs lebensecht widerspiegeln. Haut- oder Haarwurzelzellen eines Spenders werden in Vorläuferzellen umprogrammiert, aus denen dann praktisch jedes beliebige Organ im Miniformat gezüchtet werden kann. Verbindet man mehrere solcher Miniorgane mit einem simulierten Blut- und Urinkreislauf, entsteht ein Multi-Organ-Chip, mit dem Medikamente entwickelt und Chemikalien wie in einem menschlichen Stoffwechsel geprüft werden können.

Tierversuchsfreie Forschung liefert im Gegensatz zum Tierversuch sinnvolle, für den Menschen relevante Ergebnisse. 

Ja, Forschung kann es, allerdings müssen diese innovativen Systeme auch adäquat gefördert werden. Derzeit wird die tierversuchsfreie Forschung staatlicherseits mit weit unter 1% des Etats der biomedizinischen Forschung finanziert, während 99% in Tierversuche fließen (3).

Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!

Aktion zum Ausstieg aus dem Tierversuch
Gemeinsam mit 15 Tierschutzvereinen: Aktion am Welttierschutztag 2020 vor dem Bundestag

Schlagende Mini-Herzen, filtrierende Mini-Nieren, 3-dimensioanle Lungenmodelle für die Corona-Forschung, sogar Mini-Gehirne für die Alzheimer-Forschung wurden bereits trotz dieser chronischen Unterfinanzierung entwickelt. Was wäre erst möglich, wenn genügend Geld in diese innovative Forschung fließen würde? Wir fordern eine Umschichtung der Fördergelder als Teil eines umfassenden Ausstiegsplans. 

Die Niederlande haben bereits 2016 ein Strategiepapier vorgelegt, wie ein Ausstieg gelingen kann. Unser Nachbarland war das erste, das erkannt hat, dass der Tierversuch nicht länger als „Goldstandard“ betrachtet werden kann, da er falsche Ergebnisse liefert. Erste Schritte in Richtung eines Forschungswandels gibt es auch in den USA, wo bis 2035 zumindest der Bereich der gesetzlich vorgeschriebenen Tests tierversuchsfrei werden soll. Und Deutschland hinkt hinterher!

Ein Bündnis aus 15 Tierschutzorganisationen unter der Federführung von Ärzte gegen Tierversuche e.V. und dem Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V. fordert deshalb in einer aktuellen Kampagne von der Bundesregierung ein konkretes Konzept zum Ausstieg aus dem Tierversuch. 

Die Zeit ist mehr als reif! Gerade in Zeiten von Corona brauchen wir zuverlässige, humanrelevante Forschungssysteme und nicht Methoden aus dem vorletzten Jahrhundert!

Helfen Sie mit!

Unterschreiben Sie die Petition „Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!“ >>

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende

Werden Sie Mitglied (als Mediziner/Naturwissenschaftler für 72 €/Jahr oder 6 €/Monat bzw. als Fördermitglied (andere Berufe) für 36 €/Jahr oder 3 €/Monat)! Je mehr wir sind, desto stärker ist die Stimme, mit der wir für die Tiere sprechen können >> 

Tipps, wie Sie sonst noch helfen können >> 

Plakataktion gegen Tierversuche in Berlin
Dipl. Biol. Christian Ott , Leiter der AG Berlin von Ärzte gegen Tierversuche und Dr. med. vet. Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende vor dem Plakat am U-Bahnhof Gleisdreieck.

Plakataktion gegen Tierversuche in Berlin
Das Plakat hängt in 35 U-Bahnstationen in Berlin.

Video zur Plakataktion in Berlin
Video zur Plakataktion >>

  

Quellen

  1. Olson, H et al.: Concordance of the Toxicity of Pharmaceuticals in Humans and in Animals. Regulatory Toxicology and Pharmacology 2000: 32; 56–67. 20000122
  2. Arrowsmith, J: A decade of change. Nature Reviews Drug Discovery 2012: 11; 17-18 
  3. Förderung von Tierversuchen und tierversuchsfreier Forschung, Ärzte gegen Tierversuche, 8.9.2020 >>

 

Aktionstag 2020

Ausstieg aus dem Tierversuch. JETZT!

Corona bzw. dem Lockdown im Frühjahr begegneten wir flexibel: Wir haben den Aktionstag kurzerhand vom 24. April auf den 24. Oktober verschoben. Kernbotschaft war unsere Kampagnen-Forderung: ein Ausstiegskonzept aus dem Tierversuch und eine umfassende Förderung der tierversuchsfreien, humanbasierten Forschung. In 12 Städten gab es dann dazu Aktionen: in Augsburg, Berlin, Braunschweig, Erlangen, Frankfurt/M., Hamburg, Leipzig, Köln, Karlsruhe, Krefeld, München und Münster nachgeholt. Hier ein paar Impressionen.

Aktionstag Augsburg
Augsburg 
Die AG Augsburg stellte mit ihrer Mahnwache vor allem ihre Forderung heraus: Augsburg muss tierversuchsfrei bleiben! 


Aktionstag Berlin
Berlin
Die AG Berlin zog gemeinsam mit dem Bündnis gegen Tierversuche vor das Brandenburger Tor. 


Aktionstag Braunschweig 
Braunschweig
Die AG Braunschweig hatte ihren Infostand an zentraler Stelle aufgebaut.


Aktionstag Erlagen
Erlangen
Die AG Erlangen veranstaltete einen großen Marsch und beging gleichzeitig ihr 10-jähriges Bestehen; 
etliche Medien berichteten. 


Aktionstag Frankfurt
Frankfurt
Unübersehbar war auch die Silent Line (+Infostand) der AG Frankfurt/Rhein-Main und Aktiv gegen Speziesismus direkt auf der Zeil.


Aktionstag Hamburg
Hamburg
Deutliche Botschaft mit Fotoaktion auf dem Rathausmarkt der AG Hamburg.


Aktionstag Karlsruhe
Karlsruhe
Auf dem Marktplatz: große Aktion mit Infostand, Plakaten, Tiermasken & Co. vieler Akteure:
AG Karlsruhe, Peta-Zwei Streeteam, ARIWA und Albert-Schweitzer-Stiftung.


Aktionstag Köln
Köln
Die AG Köln stellte einiges auf die Beine: vom Straßentheater über eine Silent Line bis zum Infostand.


Aktionstag Krefeld
Krefeld 
Eine lange Silent Line nebst Infostand bot die AG Düsseldorf/Krefeld auf.


Aktionstag Leipzig
Leipzig
Ein starkes Team der AG Leipzig erwartete die Leipziger am Infostand.


Aktionstag München
München
Direkt am Marienplatz interessierte Viele der Infostand von Aktiven der AG München, AG Augsburg und Animals United.

Aktionstag Münster
Münster
Eine auffällige Schweige-Aktion vor dem LWL-Museum organisierte die AG Münster.

Weitere Informationen

Internationaler Tag zur Abschaffung der Tierversuche - Rückblick >>

 

 

Fragen und Antworten zu Corona-Tierversuchen und -Impfstoffen

Video-Konferenz zu Corona und Tierversuchen - Link zu YouTube

Welche Tierversuche wurden für die verschiedenen Corona-Impfstoffe gemacht?

Die Impfstoffe, entwickelt von den Firmen BioNTech/Pfizer und Moderna basieren auf mRNA, einer neuartigen Plattform, die zum ersten Mal für zugelassene Impfstoffe benutzt wird.

Das deutsche Unternehmen BioNTech hat in den vergangenen Jahren Tierversuche an Mäusen gemacht, um Impfstoffe gegen diversen Krebsarten zu testen. Für den aktuellen Corona-Impfstoff (BNT162b2) hat die Firma Versuche an Ratten und Mäusen kurz vor der ersten Testphase mit menschlichen Probanden durchgeführt. Der Impfstoff wurde Ratten injiziert und es wurde beobachtet, ob einige Organschäden und/oder lokale Reaktionen am Injektionsort auftreten. Nach der Injektion in Mäuse wurde die Anwesenheit von Antikörpern gegen das Coronavirus im Blut der Tiere analysiert.

Die ersten klinischen Studien an Menschen (Phase I und II) hat die Firma mit 4 Impfstoffkandidaten begonnen, die ca. 500 Menschen injiziert wurden. Nach diesen Versuchen hat sich BioNTech für zwei Impfstoffkandidaten (BNT162b1 und BNT162b2) für die weiteren Tests entschieden und sie an Menschen und Affen gleichzeitig getestet. Die beiden Impfstoffkandidaten wurden bei je 6 Affen (Makaken) intramuskulär (in einen Muskel) injiziert. 26 bis 55 Tage danach wurden die geimpften und weitere 9 nicht geimpfte Affen mit dem Coronavirus infiziert, indem das Virus in Mund und Nase der Tiere gesprüht wurde. An mehreren Tagen wurden Tupferproben der Nasenschleimhaut genommen und untersucht. 7 bis 23 Tage nach der Infektion wurden die Tiere getötet, ihre Lungen wurden entnommen und das Gewebe analysiert. Diese Affenversuche ergaben ähnliche Resultate für beide Impfstoffkandidaten; der aktuelle Impfstoff (BNT162b2) wurde bevorzugt vor allem, weil er in den ersten klinischen Studien sich bei Menschen als verträglicher erwiesen hat (1). 

Die amerikanische Firma Moderna hat ihre mRNA Impfstoff-Plattform in früheren Tierversuchen an Mäusen für Impfstoffe gegen anderen Coronaviren wie MERS (Middle East Respiratory Syndrome) getestet. Zurzeit ist allerdings noch keiner dieser Impfstoffe zugelassen. Für ihren gegenwärtigen SARS-CoV-2 (mRNA-1273) Impfstoff hat die Firma Versuche an Mäuse innerhalb von einem Monat vor der ersten klinischen Prüfung an Menschen (Phase I) durchgeführt. Den Mäusen wurden zweimal innerhalb von drei Wochen verschiedene Mengen des Impfstoffs injiziert und die Antikörperkonzentration wurde anschließend im Blut der Tiere bestimmt. Danach wurde der Impfstoff bei mehr als 1.000 Menschen getestet (Phase I). Es wurden auch Giftigkeitsprüfungen an Ratten mit dem Moderna-Impfstoff durchgeführt, allerdings ist es nicht klar, ob diese vor, während oder nach den ersten klinischen Studien stattgefunden haben. Während der klinischen Phase II an Menschen wurden Affenversuche in ähnlicher Form wie diese von BioNTech mit 24 Affen durchgeführt (2). 

Der Coronavirus-Impfstoff der Firma AstraZeneca (ChAdOx1 / AZD1222) wurde an Mäusen und Affen kurz vor Beginn der klinischen Studien getestet. Die Firma hat auch frühere Tierversuche an Mäusen und Affen für einen ähnlichen, bisher erfolglosen Impfstoff gegen SARS-CoV-1 durchgeführt. 

Welchen Beitrag hatten Tierversuche bei der Impfstoffentwicklung?

Viele Impfstoffe wie diese von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca wurden anhand der genetischen Merkmale des von Menschen isolierten Coronavirus konstruiert. Tierversuche spielten dabei keine Rolle. Schnelle In-silico- (d. h. Computer-gestützte) Analysen waren bei der ersten Auswahl der Impfstoffkandidaten in den frühen Entwicklungsstadien entscheidend (3).

Tierversuche sind in Deutschland, in der EU und in den meisten anderen Ländern bei der Medikamentenentwicklung gesetzlich vorgeschrieben. Das bedeutet, die Pharmaunternehmen müssen jedes Medikament, jede Therapie und jeden Impfstoff an Tiere testen, um eine behördliche Zulassung für die darauffolgenden klinischen Studien mit menschlichen Probanden und Patienten zu bekommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man ohne diese keine effektiven und verträglichen Impfstoffe und Medikamente entwickeln könnte.

Die für die Corona-Impfstoffe durchgeführten Tierversuche an Mäusen und Ratten geben keine Auskunft darüber, ob sie vor dem Coronavirus schützen können oder nicht, da diese Tiere natürlicherweise nicht mit dem Virus angesteckt werden können. Weiterhin gibt es keine Tierart, die die komplexen Corona-Symptome mit Befall zahlreicher Organe wie beim Menschen entwickelt. Schließlich geben Tierversuche nur Hinweise darüber, wie die entsprechende Tierart auf dem Impfstoff reagiert. Deshalb ist insbesondere die Aussage, die aktuellen Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf, nicht mit Tierversuchen zu stützen, sondern nur aufgrund der bisherigen Erfahrungen am Menschen. Dass für manche Impfstoffe Affenversuche durchgeführt wurden, nachdem hunderte bis tausende Menschen mit den gleichen Impfstoffen injiziert wurden, ist fahrlässig und absurd.

Normalerweise dauert die Impfstoffentwicklung durchschnittlich 12 Jahre. Letztendlich war die sehr schnelle Entwicklung der Corona-Impfstoffe zum großen Teil deswegen möglich, weil die üblichen Tierversuche verkürzt, übersprungen oder gleichzeitig mit den Tests an Menschen gemacht wurden.

Mit dem üblichen Verfahren und basierend auf der am Tier nachgewiesenen Wirkung hätten wir heute noch keinen Impfstoff! Die Corona-Impfstoffe sind somit ein Beleg für die Notwendigkeit tierversuchsfreier, rein am Menschen orientierter Forschung, insbesondere, wenn es wie bei COVID-19 schnell gehen muss. Dr. Thomas Hartung, weltberühmter Toxikologe und Direktor des Zentrums für Alternativen zu Tierversuchen (CAAT), schreibt: Die Virulenz und die hoch ansteckende Natur von COVID-19 erfordern ein neues Forschungsmodell, das Tiere umgeht und stattdessen humanbiologische Tests verwendet. Eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern konstatiert, dass die beschleunigte COVID-19-Forschung Tiermodelle als das enthüllt, was viele lange behauptet haben: einen wissenschaftlichen Anachronismus.“(4) 

Welche Rolle hat berüchtigte Tierversuchslabor LPT bei der Testung des Corona-Impfstoff von BioNTech gespielt?

Im Gegensatz zu dem, was in manchen Medienberichten angedeutet wurde, hat sich BioNTech nicht ausdrücklich bei LPT bedankt, sondern die Firma hat eine allgemeine Danksagung an alle ihre Partner veröffentlicht. LPT war eins der über 130 Partnerunternehmen, die in einer Tabelle unter der Danksagung aufgelistet waren. Am 6. Januar 2021, einen Tag, nachdem mehrere Medien darüber berichtet haben, dass der BioNTech-Corona-Impfstoff am LPT getestet wurde, hat BioNTech LPT aus ihrer Danksagung und aus der Partnertabelle entfernt. Am nächsten Tag sind noch 4 weitere Unternehmen, die Tierversuchsaufträge erfüllen oder Tiere fürs Labor züchten, aus der Tabelle verschwunden. Jeder kann für sich selbst überlegen, wie wichtig BioNTech die Zusammenarbeit mit LPT und anderen Tierversuchseinrichtungen ist.

Tierversuche sind bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gesetzlich vorgeschrieben, d. h. Pharmaunternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Impfstoffe an Tieren zu testen, bevor sie eine behördliche Genehmigung für die weiteren klinischen Studien mit menschlichen Probanden und Patienten bekommen können. Häufig werden diese Tierversuche von Auftragslaboren wie dem berüchtigten LPT durchgeführt. Dass Tierversuche aufgrund veralteter Gesetze durchgeführt wurden, ist aber kein Beleg für deren angebliche Unerlässlichkeit und Notwendigkeit.

Es ist traurig, dass der BioNTech Impfstoff am LPT getestet wurde, es wäre aber auch nicht besser, wenn er an einer anderen Tierversuchseinrichtung getestet worden wäre, da Tiere überall schmerzhaften Versuchen ausgesetzt werden. Man kann davon ausgehen, dass für die anderen verfügbaren Corona-Impfstoffe die gleichen, oder ähnliche qualvolle Tierversuche durchgeführt worden sind. Bis sich die gesetzliche Lage ändert und moderne, menschenrelevante, tierversuchsfreie Methoden für die Testung von Medikamenten und Impfstoffen nicht gesetzlich anerkannt sind, werden Tiere für jeden Impfstoff und für jedes Medikament leiden müssen. Daher kann man nicht einen Impfstoff vor den anderen empfehlen oder davon abraten.

Welchen Beitrag hatten tierversuchsfreie Forschungsmethoden bei der Impfstoffentwicklung?

Die Corona-Krise hat es deutlich gemacht, wie wichtig die tierversuchsfreien Forschungsmethoden für eine schnelle, effektive und menschenrelevante medizinische Forschung, Medikamenten- und Impfstoffentwicklung sind. Zwei große Vorteile der tierversuchsfreien Methoden (NATs, Non-Animal Technologies) sind, dass sie im Vergleich zu den üblichen Tierversuchen viel schneller sind und dass sie die Zielspezies, nämlich den Menschen, in den Fokus stellen. Verschiedene NATs haben eine wichtige Rolle gespielt, um wichtige Erkenntnisse über die Infektionswege und -mechanismen des Coronavirus, sowie über die Struktur, Effizienz, Verträglichkeit und andere Eigenschaften möglicher Impfstoffe und Medikamente dagegen zu erlangen. Das Genom, d. h. das Erbgut, des Virus wurde in Proben tausender Patienten analysiert und diente als Basis des Online-Tools Nextstrain, das die Verbreitung verschiedener Virusvarianten weltweit verfolgt (5). Human- und Bevölkerungsstudien ermittelten die komplexen Symptome, die das Virus bei verschiedenen Patientengruppen auslöst. Dementsprechend konnten mehrere Forschergruppen zeigen, dass das Coronavirus mindestens 10 Mini-Organe – aus menschlichen Zellen gezüchtete, millimetergroße 3D-Strukturen - infizieren kann: Mini-Lunge, Darm, Niere, Blutgefäß, Leber, Gehirn, Auge, Herz und Lymphknoten sowie Nasenschleimhaut. Diese wurden in mehreren Studien verwendet, um die Wirksamkeit bereits für andere Zwecke zugelassener Medikamente gegen das Coronavirus zu testen.

Viele Wissenschaftler sind von den Erkenntnissen dieser Modelle erheblich überzeugt, z. B. das renommierte Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin bezeichnet die humanen Lungen-Organoide als „ideales Testsystem“, um Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus zu simulieren und daran mögliche Medikamente zu testen (6).

Die Corona-Impfstoffkandidaten wurden anhand der genetischen Merkmale des von Menschen isolierten Virus entwickelt. Viele Ausgangskandidaten wurden mittels verschiedener In-vitro- und In-silico-Methoden vor den ersten Tierversuchen und klinischen Studien ausgewertet. Mithilfe vielfältiger In-silico-Analysen wurde z. B. die spezifische Struktur des Impfstoffs der amerikanischen Firma Moderna bestimmt (3). Eine aktuelle In-vitro-Studie mit Blutproben von Menschen, die mit dem BioNTech-Impfstoff geimpft wurden, zeigte, dass die Vakzine auch gegen die neuen, sich schnell verbreitenden Coronavirus-Stämme aus Großbritannien und Südafrika wirksam ist (7).

Besonders groß ist das Potenzial von integrierten NAT-Systemen wie Multi-Organ-Chips (MOCs). Das sind Plattformen, auf denen man bis zu 10 Mini-Organe über einen Blutkreislauf miteinander verknüpfen kann, um komplexe Vorgänge und Wechselwirkungen zu analysieren. Ein großer Vorteil der MOCs und der Mini-Organe ist, dass sie individualisierbar sind, d. h man kann die Wirksamkeit und die Effekte von Impfstoffen und Medikamenten bei einzelnen Patienten aus verschiedenen Altersgruppen, Geschlechtern, Grunderkrankungen, etc. bestimmen. Das erkennt auch die FDA, die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der USA, und startet eine Forschungs-Kollaboration mit dem Organ-Chip-Entwickler Emulate zur schnellen und sicheren Testung von Corona-Impfstoffen (8). Eine Förderung solcher innovativen, menschenbasierten Forschungsmethoden fordern wir auch hierzulande. Nach unserem Wissenstand gibt es in Deutschland zurzeit kein entsprechendes Programm, das die Erforschung des Coronavirus mittels vielversprechender NATs gezielt fördert. 

Wieso haben wir so schnell einen Impfstoff, bzw. mehrere Impfstoffe? In der Regel dauert es doch viele Jahre, bis ein neues Medikament / ein neuer Impfstoff auf den Markt kommt!

Die schnelle Entwicklung der Corona-Impfstoffe war zum großen Teil deswegen möglich, weil die üblichen Tierversuche verkürzt, übersprungen oder gleichzeitig mit den Tests an Menschen gemacht wurden. Eine besonders hohe Finanzierung, die weltweite Priorisierung, eine reduzierte Haftung der Hersteller und die gleichzeitige, verkürzte Durchführung einiger Phasen der klinischen Studien haben auch dazu beigetragen. Ein viel schnellerer als der übliche Zulassungsprozess ermöglichte die zügige Vermarktung der Impfstoffe. 

Viele Fragen zur Impfung sind durch die extrem schnelle Entwicklung und Zulassung der verschiedenen Impfstoffe noch ungeklärt:

  • Verhindern die Impftstoffe tatsächlich - wie von den Herstellern behauptet - schwere Verläufe oder gar jegliche Infektion?
  • Verhindern sie auch die Übertragung/Ansteckung durch Geimpfte? (Eine wichtige Frage im Rahmen der aktuell diskutierten Impfpflicht.)
  • Wie lange wirken die Impftstoffe? Nur wenige Wochen oder gar Jahre?
  • Schützen die Impfstoffe der verschiedenen Hersteller mit unterschiedlichen Wirkungsweisen unterschiedlich? Gibt es also „bessere“ Impfstoffe?
  • Gibt es Langzeitnebenwirkungen? 

Der Europäischen Pharmaverband EFPIA konstatierte Mitte 2020: „Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Entwicklung und Einführung führen dazu, dass es unmöglich ist, die gleiche Menge an zugrunde liegender Evidenz zu generieren, die normalerweise durch umfangreiche klinische Studien und Erfahrungen beim Aufbau von Gesundheitsdienstleistern verfügbar wäre.“ (9) Aus diesem Grund sei es den Herstellern auch nicht zumutbar, die Haftung für das nicht kalkulierbare Risiko von Folgeschäden des Impfstoffs zu tragen.

Soll ich mich impfen lassen oder nicht?

Wie die Antwort zuvor zeigt, besteht - wie bei jeder Impfung - ein Impf-Risiko, dem aber das konkrete Risiko einer möglichen, ggf. tödlichen COVID-19-Erkrankung gegenübersteht. Diese Abwägung muss jeder individuell vor dem Hintergrund der persönlichen Lebenssituation treffen. Ob man sich impfen lässt oder nicht, ist also eine persönliche Entscheidung, die von mehreren gesundheitlichen Faktoren abhängt und die man nach Gespräch mit dem Hausarzt und einer Risiko-Nutzen-Abwägung treffen muss.

Unser Verein ist nicht gegen Impfstoffe und Medikamente, sondern nur gegen die Art wie sie üblicherweise getestet werden, nämlich an Tieren. Dass aufgrund veralteter Gesetze Tierversuche für die Zulassung von Impfstoffen und Medikamenten vorgeschrieben sind, ist kein Beleg für ihre Notwendigkeit und Unerlässlichkeit. Wir sind der Überzeugung, dass es ohne Tierversuche nicht nur auch, sondern sogar viel besser, schneller und effizienter ginge, da humanbasierte Testmethoden im Gegensatz zum Tierversuch für den Menschen relevante Informationen liefern.

Die Tatsache, dass für die Corona-Impfstoffe Tierversuche durchgeführt wurden, soll niemanden davon abhalten, sich impfen zu lassen. Es würde keinem Tier helfen, auf die Impfung zu verzichten. Helfen Sie uns, dafür zu kämpfen, dass tierversuchsfrei geprüfte Impfstoffe und Medikamente zum Standard werden!

Wieviel Geld hat BioNTech (und andere) für die Forschung und insbesondere für den Impfstoff erhalten?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat 750 Millionen Euro für ein Sonderprogramm zur Impfstoffentwicklung und –produktion geleistet. Im Rahmen dieses Programms hat die Firma BioNTech ca. 375 Mio. und die Firma CureVac – 300 Mio. Euro bekommen (10). Auf einer weltweiten Spendenaktion der EU im Mai 2020 sind 7,4 Milliarden Euro für die Entwicklung und den Einsatz von Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffen gegen COVID-19 zur Verfügung gestellt worden, 1,4 Milliarden davon von der Europäischen Kommission; dies bildete den Ausgangspunkt für einen Spendenmarathon zur Gewinnung weiterer, umfangreicher Mittel (11). 

Wie können wir neue Zoonosen/ Epidemien bzw. Pandemien verhindern?

Dreiviertel aller neu auftretenden Krankheitserreger sind Zoonosen (12). Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, die Ansteckung erfolgt durch den Kontakt mit Tieren. Manche Tiere tragen Viren in sich, die sie selbst nicht krankmachen, aber wenn sie auf eine andere Spezies – z. B. den Menschen – überspringen, kann das verheerende Folgen haben. SARS-CoV-2 stammt wahrscheinlich von Fledermäusen; auch Schuppentiere, sogenannte Pangoline, werden als mögliches Reservoir angesehen (13).

Der Ursprung der aktuellen Corona-Pandemie wird auf einem Lebendtiermarkt in Wuhan, China, verortet. Auf südostasiatischen Lebendtiermärkten werden Wildtiere wie Pangoline, Fledermäuse, Schlangen, Frösche, aber auch „Nutz“tiere wie Schweine, Hühner und Enten werden unter unsäglichen Bedingungen gehalten, feilgeboten und getötet. Auch die hygienischen Zustände sind oft katastrophal. Kein Wunder, dass es hier zum Überspringen von Krankheitskeimen auf den Menschen kommen kann.

Viele der Viren, die einige der größten Pandemien in der jüngeren Geschichte verursacht haben, wie die Ausbrüche von SARS (von Schleichkatzen), MERS (von Fledermäusen über Kamele), Ebola (von Fruchtfledermäusen) und AIDS (von Schimpansen), stammen aus dem Tierreich.

Nicht nur die Märkte, sondern auch die weltweite uferlose Umweltzerstörung durch den Menschen muss als Ursache genannt werden. Tiere sind gezwungen, sich neue Lebensräume zu suchen und kommen so mit Menschen und Haustieren in Berührung, die sich normalerweise nie begegnen würden.

Doch nicht nur exotische oder wildlebende Tiere bieten ein Gefahrenpotenzial. Die bei uns und inzwischen weltweit übliche Intensivtierhaltung ist ebenso ein Hort viraler und bakterieller Bedrohungen. Massentierhaltungen produzieren gigantische Mengen an Ausscheidungen mit möglicherweise krank machenden Keimen, die auf Feldern und im Grundwasser, d. h. in unserer Nahrungskette landen. Durch Tiertransporte oft über Tausende Kilometer werden Krankheiten verbreitet und stellen eine Gefahr für Wildtiere und Menschen dar. So hatte die „Schweinegrippe“ genannte H1N1-Pandemie ihren Ursprung in Schweinhaltungen in Nordamerika. Für die Influenza-Ausbrüche H5N1 und H7N9 („Vogelgrippe“) werden chinesische Geflügelfabriken als Ausgangspunkt angesehen.

Zoonosen entstehen meist, weil wir auf entsetzliche Weise mit Tieren umgehen, den unersättlichen Fleischhunger und die globale Umweltzerstörung. Wenn wir so weitermachen wie bisher, züchten wir uns längst die nächste Pandemie heran.

Selbst der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagt, dass die aktuelle Coronakrise nicht die letzte Pandemie sein werde. Alle Versuche, die Gesundheitssituation in der Welt zu verbessern seien zum Scheitern verurteilt, solange der Mensch nicht wirksam gegen den Klimawandel und für den Tierschutz eintrete, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (14).

Es gibt nur einen Weg, wie wir in Zukunft weitere Pandemien verhindern können: wir müssen mit der gigantischen Tierausbeutung aufhören!

Weiterhin ist eine viel bessere Förderung und die gesetzliche Anerkennung der menschenbasierten, tierversuchsfreien Forschungs- und Testmethoden dringend nötig, damit wir die Ursachen der menschlichen Krankheiten besser verstehen können. Nur mittels menschenrelevanter Methoden werden wir in der Lage sein, Medikamente und Impfstoffe für zukünftige Pandemien schnell, effektiv und zuverlässig zu entwickeln. Momentan werden weniger als 1% der öffentlichen Fördermittel in Deutschland dieser innovativen Forschung gewidmet, die anderen über 99% fließen in Tierversuche. Ärzte gegen Tierversuche fordert eine sofortige Umschichtung der öffentlichen Fördergelder zugunsten der zukunftsweisenden tierversuchsfreien Methoden, sowie einen damit einhergehenden Paradigmenwechsel in der Forschung mit dem Fokus auf menschenbasierten, nicht-tierischen Technologien (NATs).

21.01.2021
Dr. Dilyana Filipova, Dr. med. vet. Corina Gericke

 

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Quellen

  1. Vogel AB et al. BNT162b vaccines are immunogenic and protect non-human primates against SARS-CoV-2. bioRxiv. 2020; 421008
  2. Corbett KS et al. Evaluation of the mRNA-1273 Vaccine against SARS-CoV-2 in Nonhuman Primates. New England Journal of Medicine. 2020; 383: 1544–55
  3. Corbett KS et al. SARS-CoV-2 mRNA vaccine design enabled by prototype pathogen preparedness. Nature. 2020; 586: 567–71
  4. COVID could spell the end of animal testing as drug makers turn to human organs on microchips. Toronto Star, 5.12.2020
  5. Hadfield J et al. Nextstrain: real-time tracking of pathogen evolution. Bioinformatics. 2018; 34: 4121–3
  6. Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin: „Ein künstliches Lungenmodell als Testsystem für ein Corona-Medikament“, 09.04.2020
  7. Xie X et al. Neutralization of N501Y mutant SARS-CoV-2 by BNT162b2 vaccine-elicited sera. bioRxiv. 2021; 425740
  8. FDA to Use Lung Chip Model for Covid-19 Testing. Science and Enterprise, 30.10.2020
  9. Corona-Impfstoff – Wer zahlt für mögliche Schäden? Berliner Zeitung, 26.08.2020
  10. Corona-Impfung: Biontech erhält vom Bund bis zu 375 Millionen Euro für Impfstoffentwicklung. Handelsblatt, 15.09.2020
  11. Coronavirus-Krisenreaktion: Weltweilte Spendenaktion der EU mobilisiert 7,4 Mrd. Euro für universellen Zugang zu Impfstoffen. Europäische Kommission, Pressemitteilung 04.05.2020
  12. Taylor LH et al. Risk factors for human disease emergence. Philos Trans R Soc Lond B Biol Sci. 2001; 356: 983–9
  13. Meek T. COVID-19: The Origin Story. Sentient Media, 19.03.2020
  14. WHO-Chef warnt: Wird nicht die letzte Pandemie sein. MSN, 27.12.2020

 

Mausmobil on Tour

Letzte Bearbeitung: 20.09.2020

Mausmobil gegen Tierversuche

Das „Mausmobil“ ist ein Transporter mit auflackierter Botschaft, Maus „Bertha“ als Hingucker auf dem Dach, einem großen Bildschirm im Heck und einem Infostand daneben. Dadurch können wir unsere Argumente gegen Tierversuche und für eine tierversuchsfreie Forschung direkt vor Ort, von Mensch zu Mensch näherbringen und einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen.

2015 und 2016 war das Mausmobil jeweils das ganze Sommerhalbjahr, von April bis Oktober, on Tour und hat sich als erstklassiges Vehikel für unsere Aufklärungsarbeit erwiesen. Unser Neurobiologe und „Steuermann“ Christian Ott machte mit lokalen Helfern 2015 in 75 Städten und 2016 in 72 Städten Station, um unsere Argumente gegen Tierversuche vorzubringen. Sogar die Schweiz, Österreich und Luxemburg standen auf dem Fahrplan. Die Medienresonanz war beträchtlich! Rund 100 Medienberichten pro Jahr, darunter etliche Fernsehberichte, konnte wir generieren.

Touren mit dem Mausmobil

Das Projekt in dieser Intensität war allerdings sehr kosten- und arbeitsintensiv. Jede Station bedeutete eine aufwendige Logistik, dazu Ordnungsämter recherchieren, Genehmigungen einholen, lokale Gruppen kontaktieren, Schlaf- und Stellplatz mit Batterie-Ladestation organisieren, Materialbestand auffüllen, Pressemitteilungen verbreiten und vieles mehr. 2017 und 2018 war das Mausmobil nur noch vereinzelt im Einsatz und schließlich haben wir das Projekt ganz eingestellt. Maus Bertha hat vier Jahre lang Wind und Wetter getrotzt und hätte einer aufwendigen Überholung bedurft.

Mausmobil on Tour gegen Tierversuche
Unser kompetenter und immer gut gelaunter Neurobiologe Christian Ott machte in 147 Städten Station. 

Mausmobil on Tour gegen Tierversuche
Die Videofilme auf dem Fernseher im Heck sind immer ein großer Anziehungspunkt. 

Mausmobil gegen Tierversuche in Offenburg
In Offenburg belagerte eine ganze Schulklasse das Mausmobil.

Mausmobil gegen Tierversuche in Braunschweig
Tag für Tag bei strahlendem Sonnenschein...

Mausmobil gegen Tierversuche in Magdeburg
...oder Nieselregen unterwegs.

Mausmobil gegen Tierversuche in München
Unentbehrlich: die Helfer vor Ort, wie hier die AG München.

Mausmobil on Tour gegen Tierversuche
Auch auf der Straße immer ein Hingucker!


Aufklärungsarbeit von Leipzig...

Mausmobil gegen Tierversuche in Ulm
...bis Ulm...

Mausmobil gegen Tierversuche in Zwickau
...von Zwickau...

Mausmobil gegen Tierversuche in basel
...bis Basel.

Mausmobil-Film

Mausmobil-Film