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Wissenschaftspreise

Krebsforschungpreis 2011 - Karlsruhe

Ärztevereinigung vergibt Forschungspreis an Karlsruher Institut

Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche verlieh am 10. August um 11 Uhr im Rahmen einer Feierstunde den mit 10.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis für die tierversuchsfreie Krebsforschung an Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Dr. rer. nat. Irina Nazarenko und Dr.-Ing. Stefan Giselbrecht werden für die Entwicklung eines In-vitro-Modells der Zellkommunikation zwischen Tumor und gesundem Gewebe prämiert.

Die Wissenschaftler untersuchen in einem interdisziplinären Projekt des BioInterfaces Programms die Kommunikation zwischen Tumorzellen und Stammzellen bei der Entwicklung von Tochtergeschwulsten in andere Organe, womit sie einen wertvollen Beitrag für das Verständnis menschlicher Krebserkrankungen leisten. Mittels modernster Forschungsmethoden wird die Zellforschung mit der Ingenieurswissenschaft verknüpft. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden menschliche Zellen organotypisch auf mikrostrukturierten Biochips in Bioreaktoren kultiviert, die als Knochenmark- und als Brustkrebsmodell dienen und die Abläufe bei der Metastasierung von Brustkrebs in Knochengewebe lebensecht darstellen sollen. So können neue Ansätze zur Steuerung des Verhaltens von Tumor- und Stammzellen und neuen Therapien im Bereich der Tumor-Nanotechnologie entwickelt werden. Auf die sonst in diesem Forschungsbereich verwendeten Mäuse wird vollständig verzichtet.

Die Förderung tierversuchsfreier Krebsforschung wurde dem Ärzteverein durch eine zweckgebundene Erbschaft ermöglicht. »Voraussetzung für die Förderwürdigkeit eines Projektes ist die Forschung gänzlich ohne Tierversuche oder tierisches Material. Auch die Nährmedien für die Zellkulturen und die Antikörper dürfen nicht vom Tier stammen, sondern müssen synthetisch hergestellt werden«, erläutert Dipl.-Biol. Silke Bitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ärzte gegen Tierversuche.

Der Ärzteverein setzt sich seit über 30 Jahren für eine ethisch vertretbare, rein tierversuchsfreie Wissenschaft und Forschung ein, da seiner Ansicht nach Fortschritte unter anderem in der Krebsforschung am besten ohne Tierversuche erreicht werden können. Ergebnisse aus der tierexperimentellen Forschung seien nicht zuverlässig auf den Menschen übertragbar und würden daher nicht zur Heilung menschlicher Krankheiten beitragen.

Die Preisverleihung findet am 10. August um 11 Uhr im Institut für Biologische Grenzflächen-1 (Bau 601, Campus Nord, Eggenstein-Leopoldshafen) statt. Interessierte können sich am Haupttor unter Vorlage des Personalausweises anmelden.

Ein zweiter Wissenschaftspreis der Ärzte gegen Tierversuche wurde am 26.07.2011 an Dr. med. Maret Bauer von der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, vergeben. Prämiert wurde die Entwicklung eines dreidimensionalen Zellkulturmodells, das die Erforschung des Brustkrebses ohne Tierversuche oder den Einsatz tierischer Materialien ermöglicht.


Bilder von der Preisverleihung:

Preisträger Dr. Stefan Giselbrecht erläutert das 3-dimensionale Zellmodell anhand einer Nachbildung


Dr. Irina Nazarenko zeigt wie Forschung an Zellen funktioniert.


Die beiden Preisträger mit ihrer Urkunde.

Weitere Information:

Pressemitteilung vom 26. Juli 2011 >>

Pressemitteilung vom 3. Juni 2011 >>

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