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Stellungnahmen

Neubau von Tierversuchslabors in Berlin

Stellungnahme zum Neubau zweier Tierversuchslabors des Berliner Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité


Zusammenfassung

Auf dem Campus Berlin-Buch entstehen an der Robert-Rössle-Straße 10 zwei neue Tierversuchslabors. Am Neubau der „Forschungseinrichtung Experimentelle Medizin (FEM) der Berliner Charité und am In-vivo-Pathophysiologie-Laborgebäude (IPL) des Max-Delbrück-Centrums (MDC) soll an Zehntausenden genmanipulierten Mäusen und anderen Tieren Grundlagenforschung betrieben werden. Das MDC ist bereits jetzt eines der größten Tierversuchslabors in Deutschland und die Haltungskapazitäten sollen für rund 74.000 Mäuse ausgebaut werden. Am FEM der Charité sind Haltungskapazitäten für 40.000 Tiere vorgesehen. Der Trend zu immer mehr Tierversuchen ist fatal. Tierversuche sind nicht nur aus ethischen Gründen abzulehnen, sondern auch, weil man auf diese Weise kranken Menschen nicht helfen kann. Die künstlich krank gemachten Tiere in den Labors sind nicht vergleichbar mit der komplexen Situation beim Menschen. Dadurch sind die Tierversuchsergebnisse nicht übertragbar.

In dieser Stellungnahme wird Bezug genommen auf eine datumslose Hintergrundinformation des MDC, die die Berliner SDP-Abgeordnete Clara West vom MDC auf eine Anfrage erhalten hat (im Folgenden „Hintergrundinformation des MDC“) (1) sowie die Begründung zum Entwurf des Bebauungsplans 3-46 für den südöstlichen Teil des Grundstücks Robert-Rössle-Straße 10 vom 20. Januar 2014. (2)


Tierzahlen des MDC und des FEM der Charité

In der Begründung zum Bebauungsplan steht, dass teilweise alte Tierversuchslabors geschlossen werden und es insgesamt nicht zu einer Erhöhung der Tierzahl kommt. Gleichzeitig heißt es aber: „Die Errichtung des IPL ist eine notwendige strategische Erweiterung des MDC hinsichtlich spezifischer Laborkapazitäten und den dazu notwendigen Tierhaltungsräumen.“ Vorgesehen sind hier unter anderem Langzeit-Tierversuche über mehrere Tage bis Wochen.

Die Angaben zu den Tierzahlen am MDC unterscheiden sich in den verschiedenen Quellen. Das MDC gibt in seiner „Hintergrundinformation“ eine Kapazität für das Jahr 2012 von 52.200 Mäusen (17.400 Käfige) und 2.160 Ratten (1.080 Käfige) an, wenn jeweils drei Mäuse oder zwei Ratten pro Käfig gehalten werden.

Bis 2020 sollen die Tierhaltungskapazitäten des MDC auf 59.400 Mäuse (19.800 Mauskäfige) erhöht und die Zahl der Ratten auf 2.000 (1.000 Käfige) reduziert werden. Insgesamt wäre das eine Erhöhung der Kapazität der Tierhaltung um 7.040 Tiere (13 %) auf 61.400 Tiere. Davon entfallen 4.000 Mäusekäfige (= 12.000 Mäuse) auf das neu geplante In-vivo-Pathophysiologie-Labor (IPL).  

Die Angabe der Hintergrundinformation und der Begründung zum Entwurf des Bebauungsplans, dass pro Käfig durchschnittlich drei Mäuse oder zwei Ratten gehalten werden, ist kritisch zu sehen. Unserer Kenntnis nach sind mehr Tiere pro Käfig üblich. Die tatsächliche Zahl der im Labor pro Jahr zu Tode gequälten Tiere wird zudem wahrscheinlich viel höher sein, denn die Tiere leben meist nicht lange, so dass ein „Tierplatz“ mehrmals im Jahr besetzt werden kann.

Aus der Antwort auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Simon Kowalewski von der Piratenpartei (3) gehen folgende Kapazitäten für das MDC im Jahr 2012 hervor:

74.280 Mäuse
2.020 Ratten
20 Kaninchen
15 Hamster
15 Meerschweinchen
20 Nacktmulle
110 Krallenfrösche
130 Axolotl (Molche)
41.450 Zebrafische
Gesamt: 118.060 Tiere

Der Antwort zufolge sind 255 Tierversuchsprojekte mit insgesamt 527.014 Tieren bei der zuständigen Behörde genehmigt, bzw. angezeigt, die sich über einen Zeitraum von einem Jahr bis zu fünf Jahren erstrecken können. (3) Aufgeschlüsselt nach Tierarten:

453.417 Mäuse
39.365 Ratten
74 Kaninchen
6 Hamster
6 Meerschweinchen
102 Nacktmulle
250 Hühner
790 Krallenfrösche
16.502 Fische
Gesamt: 527.014 Tiere innerhalb von 1-5 Jahren

Bei einer Projektdauer von fünf Jahren werden im MDC also durchschnittlich 105.403 Tiere pro Jahr „verbraucht“, davon ca. 90.000 Mäuse.

Zum geplanten Neubau an der Forschungseinrichtung Experimentelle Medizin (FEM) an der Charité sind bislang nur wenige konrekte Zahlen zur Tierversuchsdimension bekannt. Vorgesehen sind Haltungskapazitäten für 40.000 Tiere sowie Flächen für die Zucht der Tiere und ein Transgenlabor. (4)


Tierzahlen des MDC im bundesweiten und Berlin-Vergleich

Angaben zur Anzahl der Tiere, die in tierexperimentellen Einrichtungen gehalten und für Forschungszwecke missbraucht werden, gibt es von offizieller Seite kaum bis gar nicht. Nur gelegentlich dringen einzelne Zahlen an die Öffentlichkeit, die das wirkliche Ausmaß der tierexperimentellen Forschung nur erahnen lassen. Einer Recherche unseres Verbandes zufolge werden die beiden neuen Berliner Labors mit einer Kapazität von 61.400 Mäusen und Ratten (MDC) und 40.000 Tieren (FEM) mit die größten Tierversuchslabors Deutschlands. (5) Weitere riesige Labors sind in München im Bau:

Im BioMedizinischen Zentrum der LMU München (BMC) der Ludwig-Maximilians-Universität München sollen 54.000 Mäuse sowie zahlreiche andere Tiere gehalten werden, im Forschungszentrum für Translationale Onkologie (TranslaTUM) am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München sind Käfige für 36.000 Mäuse vorgesehen. Auch das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig mit einer Kapazität von bis zu 35.000 Mäusen sowie ein Labor der Universität Köln mit rund 26.000 Tieren gehören zu Deutschlands größten Tierversuchseinrichtungen.

Im Jahr 2011 wurden in Berlin 375.261 Tiere in Tierversuchen verwendet (6), 2012 waren es 436.163. (7) Davon entfallen 24 % allein auf das MDC, wenn man einen durchschnittlichen „Verbrauch“ von 105.000 Tieren pro Jahr zugrunde legt. Über 3 Millionen Tiere wurden 2012 bundesweit in Tierversuchen getötet. (8) Die Tierversuchszahlen steigen seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich. Der Tierversuchsboom ist vor allem auf die Gentechnik zurückzuführen, die immer mehr Tiere „verbraucht“. In dieser Branche werden im Rahmen der per Definition zweckfreien Grundlagenforschung Tiere zum reinen Erkenntnisgewinn der Experimentatoren in Versuchen verwendet, einen medizinischen Nutzen für den Menschen gibt es nicht.

Im Jahr 2000 wurden den Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums zufolge rund 157.000 'transgene' Tiere gezählt, 2012 waren es  933.853 Tiere. Die Gesamtzahl der in Tierversuchen getöteten Tiere stieg im gleichen Zeitraum von rund 1,8 auf  3,1 Millionen Tiere.

Im Bereich der Gentechnik gibt es zudem bei den Tierzahlen eine hohe Dunkelziffer. Tiere, die nicht die gewünschten gentechnischen Veränderungen aufweisen, werden getötet und entsorgt und meist noch nicht einmal von der Statistik erfasst. Ihr Anteil kann bis 98 % betragen. (9)


Fertigstellung und Größe der Labors

Das Sondergebiet „Wissenschaft und Forschung“ beansprucht insgesamt 19.970 qm. Für das FEM, das IPL und den Verbindungsbau ist davon eine bebaute Grundfläche von ca. 6.100 m² vorgesehen, und eine Gesamthöhe von 16 m, die sich über drei Stockwerke sowie das Kellergeschoss erstreckt. Die geplante Bebauung ist derzeit planungsrechtlich nicht zulässig, weshalb mit dem Bebauungsplan nun die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, heißt es in der Begründung zum Bebauungsplan.

Einwände von Bürgern wurden allesamt vom Tisch gefegt. Zu einer Äußerung einer Bürgerin, die tierschutzrechtliche Bedenken hinsichtlich der fehlenden, nach dem Tierschutzgesetz jedoch vorgeschriebenen ethischen Vertretbarkeit von Tierversuchen thematisiert, heißt es lapidar: „Die vorgebrachte Äußerung bezieht sich nicht auf die Inhalte des Bebauungsplans und ist somit nicht abwägungsrelevant. Die angesprochenen Rechtsgüter haben keinen städtebaulichen Bezug.“ (2)

Beginn der Bauarbeiten des Labors am MDC ist voraussichtlich Anfang 2015. Bereits im Herbst 2014 soll hierfür der Wald abgeholzt werden. (4) Auf einer Nutzfläche von insgesamt 2.150 qm sind für die In-vivo-Studien Laborflächen von insgesamt ca. 1.000 qm und für die Tierhaltung 360 qm vorgesehen. Im Juli 2017 soll das Labor fertig gestellt sein. (2)

Mit dem Neubau des Tierversuchslabors an der FEM der Charité soll 2015 begonnen werden und die Inbetriebnahme ist 2017 geplant. (4) Als Begründung für die Standortwahl wird unter anderem genannt, dass das Grundstück in der hintersten Ecke des Geländes liegt und somit die geringsten Störungen für das Wohlbefinden der Tiere und den Betrieb des Gebäudes zu erwarten sind. (2)

 
Gentechnik und Molkekularbiologie

Ein Schwerpunkt der Tierversuche im MDC ist Grundlagenforschung im Bereich der Gentechnik. So sollen der genetische Ursprung von Krankheiten und die Funktion von Genen und deren Auswirkung auf den Stoffwechsel untersucht werden.

Ein Ansatz ist dabei, das Erbgut von Tieren so zu manipulieren, dass menschliche Krankheiten nachgeahmt werden, um daran neue Therapiemöglichkeiten zu testen. Doch die gentechnischen Veränderungen führen meist nicht zu den gewünschten Eigenschaften. Das Resultat sind oft missgebildete Tiere. Wenn es dann doch gelingt, eine beim Menschen auftretende Krankheit künstlich bei Tieren zu erzeugen, z.B. Krebs, so wird das bereits als Erfolg gefeiert. Aufgrund einer völligen Überbewertung der Bedeutung der Gentechnik und Molekularbiologie und damit verbundener Heilsversprechen werden enorme finanzielle Mittel bereitgestellt. Doch trotz Milliardeninvestitionen und Abermillionen an Tieren, die dieser Art der Forschung zum Opfer gefallen sind, ist kein Durchbruch hinsichtlich sinnvoller am Menschen anwendbarer Therapien, die auf solche Tierversuche zurückzuführen sind, zu verbuchen.

Die Molekularbiologie überträgt die Prinzipien der Chemie und Physik auf die Lebenswissenschaften, indem die kleinsten Bestandteile untersucht und dann zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden. Unberücksichtigt dabei bleibt jedoch, dass biologische Systeme wie Menschen oder Tiere extrem komplex und weit mehr als die Summe ihrer Einzelteile sind. (10) Selbst genetische Veranlagungen für bestimmte Krankheiten müssen nicht zu deren Ausbruch führen. Zudem werden das Zusammenspiel der verschiedenen Gene sowie Einflüsse von außen vollkommen unterschätzt. Psychische Faktoren, Stress, Ernährung usw. haben einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf einer Erkrankung. Diese können in den so genannten Tiermodellen, wie es in der lebensverachtenden Sprache der tierexperimentellen Forschung heißt, niemals nachgestellt werden. Diese Art der Forschung ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Die gentechnisch veränderte ‚Krebsmaus’ ist das beste Beispiel für das Versagen der tierexperimentellen Genforschung. Mäusen wurde ein menschliches Krebsgen eingeschleust, so dass die Tiere spontan bösartige Tumore entwickeln. Seit Jahrzehnten werden solche ‚Krebsmäuse’ geheilt, doch beim Menschen funktionieren die neuen Behandlungsmethoden nicht.

Hinzu kommt, dass es im Bereich der Gentechnik und Molekularbiologie oft gar nicht um die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für kranke Menschen geht. Tatsächlich handelt es sich um reine zweckfreie Grundlagenforschung, z.B. zur Ergründung der Funktion einzelner Gene oder Abläufe auf Molekularebene. Forscherneugier und der Drang, möglichst viele Artikel in Fachzeitschriften zu veröffentlichen sind Hauptmotor bei dieser Forschung.


Das Leid der Tiere

Zunächst einmal deutet schon die Wortwahl in der Hintergrundinformation des MDC auf eine Verharmlosung des Sachverhalts hin. Durchweg ist von „Tieruntersuchungen“ die Rede, so als würden tierärztliche Untersuchungen zum Wohle der Tiere durchgeführt werden.

Tatsächlich handelt es sich aber um Tierversuche, die laut § 7 Abs. 1 Tierschutzgesetz definiert sind als „Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sein können“. Das heißt, Schmerzen, Leiden oder Schäden sind von vornherein vorprogrammiert.

In der Hintergrundinformation des MDC wie auch in der Begründung des Bebauungsplans beider geplanten Tierversuchslabors wird von „schonenden Untersuchungsmethoden“ gesprochen und dass nur ein kleiner Teil der Eingriffe mit Schmerzen für die Tiere verbunden sei. Die Tiere würden dann Schmerzmittel erhalten oder eine Narkose. Eine solche Aussage ist blanker Hohn, denn: 

  • Im Bereich der Gentechnik sind Körperveränderungen wie Hirn- oder Augenschäden, missgebildete innere Organe oder fehlende Gliedmaßen oft das Resultat und mit entsprechenden schweren Schmerzen und Leiden für die Tiere verbunden.
  • Schon allein das Feststellen, ob die vom Experimentator angestrebte Genveränderung funktioniert hat, ist mit Schmerzen verbunden, denn üblicherweise wird den Mäusen dafür die Schwanzspitze abgeschnitten.
  • Im Bereich der Gentechnik, beim Hervorrufen von Krankheitssymptomen, Auslösen von Infektionen, bei Transplantationsversuchen oder Giftigkeitsprüfungen beispielsweise werden grundsätzlich keine Schmerzmittel bei den Tieren eingesetzt.
  • Narkosemittel werden nur bei Operationen oder kurzfristigem Ruhigstellen eines Tieres, z.B. für computertomographische Aufnahmen, verwendet.

 
Beispiele für Tierversuche des MDC und der Charité

Folgende Beispiele sind der Internet-Datenbank www.datenbank-tierversuche.de unserer Ärztevereinigung entnommen. Die Fakten basieren auf in Fachzeitschriften veröffentlichten Artikeln. Details können unter Eingabe der jeweiligen ID in der Datenbank nachgelesen werden.

Dokument 1
Genmanipulierten Mäusen werden Plasmozytom-Krebszellen von anderen Mäusen in die Flanke injiziert. Zu verschiedenen Zeitpunkten wird mit einer Therapie begonnen, indem eine Testsubstanz in das Trinkwasser der Tiere gemischt wird. Je nach Zeitpunkt kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen. Wird die Therapie am Tag der Krebsinjektion begonnen, werden die Tumorzellen abgestoßen. Bei späterem Einsatz (12-21 Tage) leiden die Mäuse an Vergiftungserscheinungen. Sie verlieren an Gewicht und sterben. Je später die Therapie einsetzt, desto mehr Mäuse sterben. Die überlebenden Mäuse werden zu späteren Zeitpunkten getötet. (11) (Dokumenten-ID: 4276)

Dokument 2
Um die Mechanismen des Juckreizes bei Mäusen und Nacktmullen zu untersuchen wird je mindestens 40 der Tiere Histamin in die Haut zwischen den Schulterblättern gespritzt. Dann wird 20 Minuten lang beobachtet, wie oft sich die Tiere mit der Hinterpfote an der Injektionsstelle kratzen. Bei weiteren Gruppen von Mäusen und Nacktmullen wird eine Substanz (ein Faktor, der in den Nervenfasern des Rückenmarks von Nacktmullen fehlt) in das Rückenmark injiziert, allein oder in Kombination mit der Histamin-Spritze. Wieder wird das Juckverhalten geprüft. Schließlich werden einige Mäuse und Nacktmulle getötet. Ergebnis: Mäuse kratzen sich nach Histamininjektion oft, Nacktmulle nicht. (12) (Dokumenten-ID: 4277)

Dokument 3
Zur Untersuchung der Funktion eines Rezeptors bei der Schmerz- und Entzündungsreaktion. wird Ratten Carrageen, eine reizende Substanz, die aus Algen gewonnen wird, in die Haut eines Hinterbeins gespritzt. Es entwickelt sich eine deutliche Entzündung und Schwellung der Haut. Drei bis vier Stunden später werden die Tiere durch Kohlendioxid-Vergasung getötet. Auf gleiche Weise werden auch unbehandelte Ratten getötet. Die eigentlichen Experimente erfolgen an einem Nervenpräparat des Hinterbeins. (13) (Dokumenten-ID: 4278)

Dokument 4
Mäuse werden unter „standardisierten“ oder angereicherten Bedingungen mit oder ohne Laufrad gehalten. Weder die standardisierten noch die angereicherten Bedingungen werden beschrieben. Üblicherweise bedeutet „standardisiert“, Plastikkästen mit Einstreu ohne jegliche Beschäftigungsmöglichkeiten. Eine „angereicherte“ Haltung beinhaltet „Einrichtungsgegenstände“ wie Papprollen, Klettergerüste oder ähnliches. An drei Tagen erhalten jeweils einige Mäuse aus jeder Gruppe eine Injektion einer Markierungssubstanz, die bestimmte Nervenzellen markiert, um sie so später bei den toten Mäusen sichtbar zu machen. Am 45. Tag werden alle Mäuse getötet. Ihre Gehirne werden in Scheiben geschnitten und untersucht. Die Autoren finden heraus, dass die Kombination von körperlicher Aktivität und einer abwechslungsreichen Umgebung die Nervenneubildung im Gehirn bei Mäusen mehr stimuliert als einer der Faktoren allein. (14) (Dokumenten-ID: 4279)

Dokument 5
Bei Mäusen wird eine experimentelle autoimmune Enzephalomyelitis ausgelöst, eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute durch Angriffe des körpereigenen Immunsystems auf die eigenen Zellen. Diese künstlichen Symptome gelten als „Modell“ für die Multiple Sklerose. Den Tieren werden eine reizende Substanz (Freund’s Adjuvant), abgetötete Tuberkulosebakterien und ein Enzym unter die Haut gespritzt. Außerdem wird den Tieren das Gift von Keuchhustenbakterien in die Bauchhöhle injiziert. Die Mäuse entwickeln daraufhin die gewünschte Entzündung im Gehirn. Einmal täglich werden die Symptome anhand eines Schemas beurteilt: 0 = keine Symptome, 1 = Schwanzschwäche, 2 = Beinschwäche, 3 = Teillähmungen der Beine, 4 = Lähmungen der Beine, 5 = im Sterben liegend oder tot. Bei Tieren, die Symptome zeigen, wird der Kopf mittels eines bildgebenden Verfahrens (Magnetresonanzmikroskopie) untersucht. Schließlich werden die Mäuse getötet und ihre Gehirne werden zur feingeweblichen Untersuchung in Scheiben geschnitten. (15) (Dokumenten-ID: 4310)

Dokument 6
Mäuse, denen durch Genmanipulation ein bestimmter Botenstoff des Immunsystems fehlt, werden zweimal mit einem DNA-Impfstoff geimpft. Andere Gruppen von Mäusen erhalten allein oder zusätzlich den fehlenden Botenstoff injiziert. Zehn Tage später werden den Mäusen Mäusebrustkrebszellen unter die Haut gespritzt. In den folgenden Tagen wird das Tumorwachstum beobachtet. Ab Tag 30 wird der Tumor so groß, dass einige Mäuse vorzeitig getötet werden. Schließlich werden auch alle anderen Tiere getötet. (16) (Dokumenten-ID: 4312)

Dokument 7
Im Rahmen der Stammzellforschung werden erwachsenen (6-8 Wochen alte) und neugeborenen (3 Tage alte) Mäusen, die zuchtbedingt ein vermindertes Immunsystem aufweisen, mit einer fast tödlichen (subletalen) Dosis Röntgenstrahlung bestrahlt, um das Immunsystem noch weiter zu schwächen. Dann werden den Tieren Blutstammzellen aus menschlichem Nabelschnurblut in die Leber injiziert. Bei den neugeborenen Tieren geschieht dies ohne Betäubung durch die Haut. Die älteren Mäuse werden betäubt. An den Tagen 14, 42 und 70 nach der Transplantation der Zellen werden jeweils einige Mäuse durch Genickbruch getötet, um Leber und andere innere Organe zu untersuchen. (17) (Dokumenten-ID: 4314)

Dokument 8
Gruppen von Schweinen wird unter Inhalationsnarkose der Sauerstoffanteil im Beatmungsgas so vermindert, dass eine Sauerstoff-Unterversorgung entsteht. Nach fünf Stunden werden die Schweine an ein Blutfiltersystem ("Blutwäsche") angeschlossen und drei Stunden lang daran belassen. Gleichzeitig werden verschiedene Blutmesswerte bestimmt. Schließlich werden die Schweine durch Injektion eines Giftes getötet und seziert. (18) (Dokumenten-Id: 4260)

 
Kosten

Die beiden neuen Tierversuchslabors werden mit insgesamt rund 61 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern finanziert. Das FEM der Charité wird dabei mit 36,8 Millionen Euro vom Land Berlin bezahlt, das IPL am Max-Delbrück-Centrum mit 14 Millionen Euro von der Helmholtz-Gemeinschaft und mit 10 Millionen aus Eigenmitteln.

Hinzu kommen die Kosten für das gemeinsame Infrastrukturgebäude, welche sich das MDC und die Charité teilen. Die bislang veranschlagten Projektkosten basieren auf der Annahme, dass das Bebauungsplanverfahren spätestens zum Herbst 2014 abgeschlossen sein wird. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die Kosten sich erhöhen.

Sowohl die Helmholtz-Gemeinschaft als auch das MDC werden größtenteils aus öffentlichen Geldern finanziert. Das Gesamtbudget der Helmholtz-Gemeinschaft für 2013 umfasst 3,76 Milliarden Euro. Davon werden gut zwei Drittel aus Mitteln der öffentlichen Hand finanziert (im Verhältnis 90:10 von Bund und Ländern). Rund 30 Prozent sind Drittmitteln aus dem öffentlichen (z.B. Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bundesministerium für Bildung und Forschung, EU usw.) sowie privatwirtschaftlichen Bereich. (19)

Der Jahresetat des MDC beläuft sich auf 68 Millionen Euro, die zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin stammen. Zusätzlich wurden im Jahr 2009 rund 24 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben. (20)  Diese setzten sich aus Geldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Deutsche Forschungsgemeinschaft, der EU sowie aus der Industrie zusammen. (21)

Überall in Deutschland werden neue Tierversuchslabors gebaut – und verschlingen mehrstellige Millionenbeträge aus öffentlichen Geldern. So kostet das Biomedizinische Zentrum der LMU München 125 Mio. Euro. Neue Tierversuchslabors auf der Insel Riems und in Köln kosteten 300 und 85 Mio. Euro. (22) Diese Beispiele geben nur punktuell die Dimensionen wieder, um die es hier geht. In diesen Summen sind noch nicht einmal die Unterhaltskosten enthalten. Wie viele öffentliche Gelder von Bund, Ländern und EU insgesamt in die tierexperimentelle Forschung fließen, weiß niemand genau. Statistiken von offizieller Seite darüber gibt es nicht.

Der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DGF), die in großem Maße Tierversuche über Drittmittel finanziert, stand im Jahr 2012 ein Etat von 2,5 Milliarden Euro aus der Staatskasse zur Verfügung. Der Etat der ebenfalls aus öffentlichen Geldern finanzierten Max-Planck-Gesellschaft, deren zahlreiche Institute zum großen Teil Tierversuche durchführen, lag 2011 bei 1,4 Milliarden Euro. (23)

Demgegenüber stehen der tierversuchsfreien Forschung jährlich nur etwa 4 bis 5 Millionen Euro staatliche Unterstützung zur Verfügung. Nicht mehr als ein Almosen verglichen mit den Milliardenbeträgen, die in die tierexperimentelle Forschung fließen. (23)


Genehmigung von Tierversuchen

In der Hintergrundinformation des MDC wird angegeben, dass die zuständige Behörde nur Tierversuche genehmigen würde, wenn sichergestellt ist, dass sie unerlässlich und ethisch vertretbar sind, die beantragten Experimente nicht schon woanders gemacht worden sind und sie nach den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes ausgeführt werden.

Tatsächlich stellen die Vorgaben des Tierschutzgesetzes lediglich eine bürokratische Formalität dar. Verhindert wird durch das Genehmigungsprozedere ein Tierversuchsvorhaben so gut wie nie. So muss der Antragsteller die „Unerlässlichkeit“ und die „ethische Vertretbarkeit“ nur „wissenschaftlich begründet“ darlegen. Das Tierschutzgesetz gibt ferner vor, dass unter anderem die Grundlagenforschung als „unerlässlicher Zweck“ gilt. Damit sind allen nur denkbaren Tierversuchen Tür und Tor geöffnet.

Auch die neue Tierschutzgesetzgebung sieht keine Einschränkungen von Tierversuchen vor.

Tierversuchsfreie Forschungsmethoden

In der Hintergrundinformation heißt es, man könne komplexe Zusammenhänge, z.B. welche Wirkung ein Wirkstoff auf Bluthochdruck hat, nicht mit Zellkulturen und Computersimulationen klären, da eine Zellkultur keinen Blutdruck habe.

Sicher kann man nicht alle Fragen mit Hilfe von Zellkulturen beantworten, aber mit Tieren geht das genauso wenig. Gerade weil menschliche Krankheiten so komplex sind, machen Tierversuche keinen Sinn. Menschen und Tiere verschiedener Tierarten unterscheiden sich wesentlich hinsichtlich Lebensweise, Körperaufbau, Organfunktionen und Stoffwechsel. So haben Maus und Mensch zwar einen ähnlichen Blutdruckwert (Maus: 120/100 mm Hg, Mensch 120/80 mm Hg), aber schon bei der Herzfrequenz gibt es erhebliche Unterschiede: Maus 600 Schläge pro Minute, Mensch 60-80 Schläge pro Minute.

Bei den Tierversuchen am MDC wie auch an der Charité geht es jedoch primär gar nicht um die Entwicklung neuer Medikamente oder auf den Menschen anwendbarer Therapien, sondern um reine Grundlagenforschung, bei der komplexe menschliche Krankheiten auf einzelne Symptome reduziert und in sogenannten „Tiermodellen“ nachgeahmt werden. An den künstlich krank gemachten Tieren werden molekulare Details der Entstehung dieser unnatürlichen Schäden untersucht. Diese Versuchsergebnisse lassen sich jedoch nicht auf die klinische Situation in der Humanmedizin übertragen.

Bluthochdruck wird beispielsweise bei Ratten und Mäusen durch Genmanipulation hervorgerufen, durch Verengung der Körperschlagader (Aorta) mit einem Faden oder durch Injektion von Blutdruck steigernden Wirkstoffen.

Die künstlich hervorgerufenen Symptome haben jedoch mit der menschlichen Erkrankung und ihren ursächlichen Faktoren nichts gemein. Wichtige Aspekte der Krankheitsentstehung wie Ernährung, Lebensgewohnheiten, Verwendung von Suchtmitteln, schädliche Umwelteinflüsse, Stress, psychische und soziale Faktoren werden dabei völlig außer Acht gelassen.

Die Ursachen beispielsweise des Bluthochdrucks beim Menschen sind dank Bevölkerungsstudien bekannt: Übergewicht, zu fettreiche Ernährung, Rauchen und Bewegungsmangel.

Andere Krankheiten, die laut Hintergrundinformation im MDC erforscht werden: Diabetes, neurologische Erkrankungen und Krebs. Diese Krankheiten werden üblicherweise folgendermaßen im „Tiermodell“ nachgeahmt: Diabetes ruft man durch Injektion eines Giftes in Ratten, das die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, hervor. Um Parkinson auszulösen, wird bei Affen, Ratten oder Mäusen ein Nervengift in das Gehirn injiziert, das Hirnzellen zerstört. Parkinson und Alzheimer werden außerdem häufig mittels Genmanipulation ausgelöst. Krebs wird ebenfalls durch Genmanipulation oder Injektion von Krebszellen bei Mäusen hervorgerufen.

Das tierexperimentelle System beruht auf einem falschen methodischen Ansatz, der auf der Annahme basiert, man könne mit Hilfe von künstlich geschädigten Tieren Krankheiten des Menschen erforschen und Therapiemethoden entwickeln. Tatsächlich sind Tierversuche dafür jedoch aus wissenschaftlicher Sicht ungeeignet und irreführend.

Mit einer Kombination verschiedener moderner Techniken lassen sich dagegen ohne Tierversuche komplexe Untersuchungen anstellen, die einen direkten Aussagewert für den Menschen haben. In Computersimulationen, die auf menschlichen Daten basieren, wird beispielsweise die Verstoffwechslung einer Substanz im menschlichen Körper detailliert dargestellt. Auf Biochips werden wie in einem künstlichen Minimenschen Auswirkungen auf bestimmte Organe oder schädliche Effekte erforscht. In einem System aus winzigen Gängen und Kanälen werden menschliche Zellen zum Beispiel von Magen, Haut oder Leber angesiedelt und der zu testende Wirkstoff zirkuliert durch den so geschaffenen Organismus.

Solche Systeme liefern im Gegensatz zum Tierversuch aussagekräftige Ergebnisse und sind zudem auch noch schneller und kostengünstiger als Tierversuche. Viele Krankheiten könnten zudem durch Veränderung unserer Ernährung oder Gewohnheiten, z.B. eine gesunde vegane Lebensweise, verhindert werden. 

Von der Politik ist die Einhaltung der Koalitionsvereinbarung des Landes Berlin zwischen SPD und CDU zu halten, in der es heißt: „Die Koalition wird sich für die Einschränkung von Tierversuchen einsetzen und verstärkt tierversuchsfreie Forschungsmethoden fördern“. (24)


Fazit

Der Trend zu immer mehr Tierversuchen und neuen Tierlabors ist ein fataler Irrweg. Unsere Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche fordert daher von der Politik, dass öffentliche Gelder wie die 61 Millionen Euro, die das neue Labor des MDC und der Charité kosten sollen, nicht länger in eine ethisch inakzeptable und medizinisch unsinnige Forschung gesteckt werden dürfen. Stattdessen muss die tierversuchsfreie Forschung mit unter anderem menschlichen Zellkulturen, Mikrochips und Bevölkerungsstudien ausgebaut werden.

Stand: 4. Juni 2014
Dr. med. vet. Corina Gericke, Dipl.Biol. Silke Bitz

Quellen

(1) Hintergrundinformation des MDC, Anhang zu einer Antwort des MDC vom 19. April 2012 auf eine Anfrage der Berliner SPD-Abgeordneten Clara West 
(2) Bezirksamt Pankow von Berlin, Abt. Stadtentwicklung, Stadtentwicklungsamt, Begründung zum Entwurf des Bebauungsplans 3-46 für den südöstlichen Teil des Grundstücks Robert-Rössle-Straße 10 vom 20. Januar 2014
(3) Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 17/10521 vom 16. Mai 2012 über Tierversuche und Kontrollen beim Max-Delbrück-Zentrum von der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz VB2 an den Abgeordneten Simon Kowalewski (Piraten). (PDF)
(4) Neubau für Mäuseversuche, Berliner Morgenpost 15.05.2014, http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article128050210/Im-Pankower-Norden-entsteht-ein-Neubau-fuer-Maeuseversuche.html, 28.5.2014
(5) Ärzte gegen Tierversuche e.V.: „Die größten Tierversuchslabors Deutschland“ (PDF), 01.08.2012
(6) Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo): Tierzahlen nach Tierarten im Vergleich der Jahre 2009 bis 2011, (PDF), 01.08.2012
(7) http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/statistiken/950-bundeslaendervergleich-negativ-rangliste-zu-tierversuchen
(8) Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Versuchstierzahlen 2012, (PDF), http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Tier/Tierschutz/2012TierversuchszahlenGesamt.pdf?__blob=publicationFile, 20.05.2014
(9)
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/projekte/stellungnahmen/1499-millionen-verschwiegene-tieropfer-bei-tierversuchen
(10) Marc H.V. van Regenmortel: Reductionism and complexity in molecular biology. EMBO reports 2004 ; 5 (11), 1016-1020
(11) Dana Briesemeister et al.: Tumor rejection by local interferon gamma induction in established tumors is associated with blood vessel destruction and necrosis. International Journal of Cancer 2011: 128, 371-378
(12) Ewan St. John Smith et al.: Absence of histamine-induced itch in the African naked mole-rat and „rescue“ by Substance P. Molecular Pain 2010: 6, 29 (
www.molecularpain.com/content/6/1/29)
(13) Sara G. Hamilton et al.: Selective activation of nociceptors by P2X receptor agonists in normal and inflamed rat skin. Journal of Physiology 2001: 534(2), 437-445
(14) Klaus Fabel et al.: Additive effects of physical exercise and environmental enrichment on adult hippocampal neurogenesis in mice. Frontiers in Neuroscience 2009: 3, doi: 10.3389/neuro.22.002.2009
(15) Helmar Waiczies et al.: Identification of cellular infiltrates during early stages of brain inflammation with magnetic resonance microscopy. PLoS ONE 2012: 7(3), e32796
(16) Tam Nguygen-Hoai et al.: CCL21 (SLC) improves tumor protection by a DNA vaccine in a Her2/neu mouse tumor model. Cancer Gene Therapy 2012: 19, 69-76
(17) Annika Wulf-Goldenberg et al.: Intrahepatic transplantation of CD34+ cord blood stem cells into newborn and adult NOD/SCID mice induce differential organ engraftment. Tissue und Cell 2012: 44, 80-86
(18) Janis R. Bedarf et al.: Influence of acidemia and hypoxemia on CVVH heamocompatibility in a porcine model. Nephrology Dialysis Transplantation 2010: 25, 2960-2969
(19)
http://www.helmholtz.de/ueber_uns/zahlen_und_fakten/, 20.5.2014
(20) http://www.mdc-berlin.de/de/about_the_mdc/index.html, 20.5.2014
(21) http://www.mdc-berlin.de/en/research/research_report/Image/MDC_research_report_2012.pdf, S. 287, 5.6.2012
(22) Ärzte gegen Tierversuche: Finanzielle Förderung von Tierversuchen und tierversuchsfreien Forschungsmethoden, 5.6.2012
(23) Tierschutzbericht der Bundesregierung 2007, S. 21
(24) Koalitionsvereinbarung des Landes Berlin zwischen SPD und CDU 2011-2016

Weitere Informationen
Aktionsseite „Protest gegen Neubau von Tierversuchslabors in Berlin" >>

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