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Osteuropa-Projekte

6 weitere Institute in der Ukraine werden tierversuchsfrei

Unser erfolgreiches Ukraine-Projekt geht in die nächste Runde. Wir haben Verträge mit den Leitern von fünf weiteren ukrainischen Instituten geschlossen. Sie bekommen von uns tierversuchsfreie Lehrmittel und verzichten dafür auf Tierversuche in der studentischen Ausbildung. Jährlich über 2.000 Ratten, Frösche, Kaninchen und Meerschweinchen sowie 340 Wirbellose wie Heuschrecken, Tintenfische und Regenwürmer, werden so vor einem qualvollen Tod bewahrt.

Dimitrij Leporskij, unser Kontaktmann in der Ukraine und Vertreter des Internationalen Netzwerks für Humane Ausbildung InterNICHE besuchte Anfang 2012 sechs neue Interessenten in Charkow, Melitopol, Simferopol, Ternopil und Odessa zunächst, um tierversuchsfreie Lehrmethoden vorzuführen. Alle besuchten Hochschullehrer waren bereit, in Zukunft auf Tierversuche und Tiertötungen in der studentischen Ausbildung zu verzichten und auf tierversuchsfreie Lehrmethoden umzusteigen.

Als nächstes mussten die Lehrmaterialien wie Computerprogramme, Filme und Modelle für jede Uni anhand der Liste der sonst bei ihnen durchgeführten Tierversuche ausgewählt und bestellt werden. Eine große Auswahl an Programmen gibt es vor allem in den USA. Die Hardware, wie Laptops oder PCs wurden vor Ort in der Ukraine gekauft. Im April ging Dimitrij wieder auf Reise, im Gepäck die tierfreundlichen Lehrmaterialien.

Verträge konnten zunächst mit fünf Hochschullehrern gemacht werden. Sie verpflichten sich, mit Beginn des neuen Semesters ab 1. September 2012 auf jegliche Tierversuche und Tiertötungen in dem jeweiligen Kurs zu verzichten.

Beim sechsten Institut (Chirurgische Abteilung der Medizinischen Universität Odessa) gab es Zoll-Probleme bei der Einfuhr der chirurgischen Übungsmodelle in die Ukraine. Die Pakete wurden zurück geschickt. Auch mit solchen Problemen haben wir immer wieder zu kämpfen. Inzwischen sind die Modelle aber in der Ukraine eingetroffen, und im September 2012 konnte auch mit diesem Institut ein Vertrag geschlossen werden.

In einigen Monaten werden wir wie immer bei unseren Projekten einen Kontrollbesuch abstatten, um den Einsatz der tierfreundlichen Lehrmaterialien zu kontrollieren. Seit 2008 haben wir Verträge mit insgesamt 28 Instituten in 11 Städten der Ukraine gemacht. Mehr als 20.000 Wirbeltiere und 7.000 Wirbellose pro Jahr werden dadurch nicht mehr getötet.

Sie können helfen


Die Ausstattung der ukrainischen Unis mit tierfreundlichen Lehrmitteln ist mit erheblichen Kosten für uns verbunden, aber es ist eine fantastische Möglichkeit, konkret Tierleben zu retten. Die Fincke-Siftung 'Auch Tiere haben Rechte' hat die Hälfte der Kosten für diese sechs Projekte übernommen. Herzlichen Dank dafür! Über weitere Spenden für unsere Ukraine-Projekte würden wir uns freuen. >>

Fotobericht



Prof. Evgenij Persky vom Institut für Biochemie der Biologischen Fakultät der Nationalen V. N. Karazin-Universität Charkow, mit dem gespendeten Laptop und weiteren Materialien. In seinem Institut wurden bislang jedes Jahr 116 Ratten für chirurgische und biochemische Übungen getötet. Dank der gespendeten tierverbrauchsfreien Lehrmethoden sind diese Tierversuche jetzt Geschichte.


Dr. Timur Grinchenko (links), Leiter des Botanischen Instituts der Biologischen Fakultät der Nationalen Pädagogischen Skovoroda-Universität Charkow und sein Kollege Dr. Alexander Pinsky mit den beiden brandneuen Computern und Monitoren, die wir ihnen geschenkt haben. Jedes Jahr wurden in diesem Institut 260 wirbellose Tiere wie Heuschrecken, Tintenfische und Regenwürmer sowie 220 Frösche, Karpfen und Ratten von Studenten seziert. Damit ist jetzt Schluss.


Prof. Anatoly Kubyshkin, Leiter des Instituts für Pathophysiologie der Staatlichen Medizinischen Hochschule der Krim in Simferopol mit dem unterschriebenem Vertrag und den gespendeten tierfreundlichen Lehrmitteln: Laptop, chirurgische Modelle, DVDs und CDs. In dem Pathophysiologie-Kurs wurden bislang Ratten und Frösche verwendet, um die Reaktion des Körpers auf verschiedene Einflüsse sowie bei bestimmten Krankheitszuständen zu demonstrieren, darunter Entzündungen, Fieber, Hunger, Sauerstoffmangel, Lungenödem, Diabetes, Herzinfarkt, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Nierenversagen usw. Jedes Jahr werden nun 850 Ratten und 550 Frösche vor diesen besonders grausamen Tierversuchen bewahrt.


Dr. Natalya Tarusova vom Institut für Ökologie und Zoologie der Chemischen und Biochemischen Fakultät der Staatlichen Pädagogischen Bogdan-Chmelnitskiy Universität Melitopol. Ihr Institut erhielt einen Laptop und eine Reihe von Lehrbüchern, DVDs und Modellen und verzichtet dafür auf die Sezierung von jährlich 45 Fröschen, Ratten, Tauben und Eidechsen sowie 85 wirbellosen Tieren.


Prof. Nicolay Khvostovsky von Institut für Biotechnische Systeme der Nationalen Technischen Universität Ternopil mit dem gespendeten Laptop und den anderen Materialien. Bislang wurden jährlich 287 Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Frösche getötet, um Studenten die Funktionen von Nerven, Blutgefäßen und Blut zu demonstrieren. Diese Versuche werden jetzt für immer durch humane Lehrmethoden ersetzt.


Prof. Alexander Popov, Leiter des Instituts für Topographische Anatomie und operative Chirurgie der Medizinischen Hochschule Odessa bei der Unterzeichnung des Vertrags. Bislang wurden hier jedes Jahr 70 Ratten und etwa 110 Hunde getötet, damit Studenten chirurgische Nahttechniken sowie verschiedene Operationen wie Laparotomie, Darmanastomosen und Tracheotomie üben können.

Die Ausstattung dieses Instituts war besonders kostspielig, denn die zahlreichen, von uns gesponserten chirurgischen Übungsmodelle sind sehr teuer. Doch die Ausgabe lohnt sich. Mit dem im September 2012 geschlossenen Vertrag verpflichtet sich die Institutsleitung, ab 1. Oktober 2012 auf jegliche Tierversuche und Tiertötungen in dem Kurs zu verzichten.

Weitere Informationen:
Gesamtüberblick über das Ukraine-Projekt >>

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