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Osteuropa-Projekte

3.600 Tiere in 4 Unis gerettet


Ein weitere Reise von Dr. Corina Gericke im September/Oktober 2009 in der Ukraine brachte einen enormen Erfolg! Zusammen mit unserem Projektpartner Dimitrij Leporskij von InterNICHE Ukraine brachte sie tierversuchsfreie Lehrmittel im Wert von insgesamt 7.000 Euro zu sieben Instituten an vier Fakultäten in Simferopol, Dnipropetrowsk und Odessa. Mehr als 3.600 Tiere, hauptsächlich Frösche und Ratten, werden so jedes Jahr vor einem qualvollen Tod bewahrt.


Übersicht über das Gesamtprojekt >> 
 

 

Simferopol

Im Frühjahr 2009 hatte wir Infopakete an 150 ukrainische Hochschulen verschickt. Prof. Elena Chuyan, Leiterin des Instituts für Tier- und Humanphysiologie der Biologischen Fakultät Simferopol hatte sich daraufhin bei unserem ukrainischen Projektpartner Dimitrij Leporskij von InterNICHE  gemeldet. Sie hatte die Tierversuche schon immer schlimm gefunden, wusste aber nicht, wie sie es ändern sollte. Unser Projekt war genau das, worauf sie gewartet hatte. Umgehend überzeugte sie auch noch ihre Kollegin Elena Grabovskaya von der Sport-Uni. 

Pro Jahr 761 Tiere, hauptsachlich Frösche und Ratten sowie 23 Katzen, an denen invasive Hirnversuche gemacht werden, müssen nun nicht mehr sterben. 

 
Prof. Elena Chuyan, Leiterin des Instituts für Tier- und Humanphysiologie der Biologischen Fakultät, und Elena Grabovskaya, Leiterin des Physiologischen Instituts der Sport-Universität Simferopol mit den gespendeten Computerprogrammen. Dazu gab es noch zwei Laptops. Die Hardware kaufen wir wegen der Garantie und wegen der problemloseren Logistik immer im örtlichen Handel.  

 
Die Premierie der von uns russisch synchronisierten Lehrfilme zur Herzphysiologie sowie die Demonstration einiger Computerprogramme kam bei den Dozenten super an. Zwei weitere Institutsleiter konnten so interessiert werden. Der Leiter des Instituts für Zoologie, Alexandr Stryukov, war völlig begeistert. So etwas Tolles habe er noch nie gesehen. »Das ist ja viel besser als echte Frösche zu sezieren!«, meinte er. Am liebsten wollte er sofort einen Vertrag mit uns machen. Aber so schnell geht es dann doch nicht. Erst muss er die Liste mit den zu ersetzenden Versuchen und Tieren erstellen. Wir ließen einige doppelte CDs dort. Außerdem bekommt er einen Beamer sowie weitere Software und Filme. 

Anschließend präsentierten wir die tierfreundlichen Lehrmaterialien an der medizinischen Hochschule Simferopol. Dort wurden auf Eigeninitiative bereits vor 15 Jahren einige Tierversuche durch sowjetische Lehrfilme ersetzt. Die verbleibenden Tierversuche sollen jetzt mit unserer Hilfe abgeschafft werden.

 
An der Uni Simferopol wurden bislang sogar Hirnversuche an Katzen im Studium durchgeführt. Damit ist jetzt dank unseres Projektes Schluss! 

 
464 Frösche, 244 Ratten, 23 Katzen und 30 Schnecken werden nun pro Jahr in Simferopol nicht mehr gequält und getötet. 

Dnipropetrowsk  

Prof. Ugay von der Uni Charkiw vom allerersten Projekt hatte auf einem Kongress über seine positiven Erfahrungen mit den humanen Lehrmethoden referiert. Der ehemalige Leiter des Physiologie-Instituts der Medizinischen Fakultät Dnipropetrowsk, Prof. Pjotr Nerush, sprang darauf an. Früher zu Sowjetzeiten habe es noch viel mehr Tierversuche gegeben, die nach einem vorgegebenen Plan gemacht werden mussten. Es wurden damals auch viele Hunde verwendet. Außerdem bekam jeder einzelne Student für jeden Versuch einen Frosch. Er fand das schon damals furchtbar und habe die Versuche drastisch reduziert, indem die Froschversuche nur noch als Demonstration vorgeführt werden. Hundeversuche gibt es bei ihm schon lange nicht mehr.

Dennoch werden an der Medizinischen Hochschule Dnipropetrowsk erschreckend viele Tiere im Studium umgebracht: 1.120 Frösche, 680 Ratten und 40 Mäuse, insgesamt 1.840 Tiere pro Jahr! Die hohen Tierzahlen ergeben sich aus den hohen Studentenzahlen: 600 Studierende der Human- und Zahnmedizin sowie der Pharmazie durchlaufen den Physiologie-Kurs. 

 
Alexander Mozgunov, stellvertretender Leiter des Physiologischen Instituts der Medizinischen Hochschule Dnipropetrowsk, und Dr. Corina Gericke bei der Vertragsunterzeichnung. 

 
Besonders erfreulich war die Begegnung mit zwei jungen Dozenten, Alexandr Trushenko und Tatiana Mashko, hier im Bild mit Prof. Pjotr Nerush, die sich ganz entschieden gegen Tierversuche in der Forschung wehren. Tatiana Mashko, die gerade erst eine Stelle am Physiologischen Institut angetreten hatte, wandte sich hilfesuchend an die russische Tierrechtsorganisation VITA, die sie an Dimitrij Leporskij weiterleitete. Sie war hoch erfreut, zu erfahren, dass an ihrem Institut alle Tierversuche im Studium ersetzt werden sollen. Sie hat vor allem mit entsetzlich grausamen und sinnlosen Tierversuchen in der Forschung und für Doktorarbeiten zu tun.


 

Odessa 

In Odessa konnten wir Versuche an insgesamt 1.153 Tieren, darunter 590 Frösche, 391 Ratten, 30 Mäuse, 20 Kaninchen, 4 Meerschweinchen, 32 Fische, 16 Axolotls (Amphibien), 30 Regenwürmer, 30 Heuschrecken und 15 Seesterne, an vier Instituten der Biologischen Fakultät durch moderne Lehrmethoden ersetzen. 



  
Prof. Tetjana Kladky, Leiterin des Instituts für Physiologie, hier mit Dr. Corina Gericke bei der Vertragsunterzeichnung, hatte ebenfalls auf unsere Infopaket-Aussendung reagiert und noch drei weitere Institutsleiter mit ins Boot geholt. Neben dem Kurs zur Human- und Tierphysiologie konnten so auch noch die Kurse zur Zoologie, Hydrobiologie und Ökologie sowie Genetik und Molekularbiologie tierversuchsfrei gemacht werden. 

  
Dimitrij Leporskij demonstriert Computerprogramme und Filme vor Professoren, Assistenten und Studenten der Uni Odessa. 

  
Die Uni Odessa erhielt einen Laptop, einen Videobeamer, eine Leinwand sowie zahlreiche Computerprogramme und Lehrfilme. Insgesamt kosteten die Hardware und Software für Simferopol, Dnipropetrowsk und Odessa rund 7.000 Euro. 

Weitere Infos

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