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Osteuropa-Projekte

Voller Erfolg: Mehr Tiere gerettet als erwartet

Tierversuchsfreies Studium in Lwiw

An der westukrainischen Stadt Lwiw läuft alles zur vollsten Zufriedenheit. Das war das Ergebnis des Kontrollbesuch von Dr. Corina Gericke und unserem ukrainischen Projektpartner Dimitrij Leporskij im Januar 2009.

An der polytechnischen Universität Lwiw kann seit Ende 2008 dank unseres Projektes ganz tierversuchsfrei studiert werden. 225 Frösche wurden hier jedes Jahr mit der Schere geköpft, um an den Organen pharmakologische und physiologische Experimente durchzuführen. Damit ist jetzt Schluss. Jetzt gibt es eine Multimediavorlesung sowie eine Demonstration mit einer Übungsratte aus Kunststoff. Im Januar 2009 überprüften wir den Einsatz der von uns im August 2008 zur Verfügung gestellten Geräte. Dozentin Veronika Chervetsova hatte inzwischen ein neues Kursheft vorbereitet. Erstmals gibt es damit eine ausführliche Beschreibung der Handhabung der wichtigsten kostenlosen Computerprogramme zur Pharmakologie und Physiologie sowie der Übungsratte »Koken Rat« auf Ukrainisch. Das Heft kann auch anderen Hochschullehrern als Anregung dienen.
 


Die Studenten in Lwiw lernen die Pharmakologie jetzt anhand eines Computerprogrammes.


Aelita Kzychkovska (links) und Dozentin Veronika Chervetsova (Mitte) demonstrieren das Übungsmodell »Koken Rat«.

Injektionsübung am Modell »Koken Rat«.

Auszeichnung für die Uni Ivano-Frankivsk

Der erneute Besuch bei der medizinischen Fakultät der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk war ein voller Erfolg. Es stellte sich heraus, dass die Professoren wesentlich mehr grausame Tierversuche durch Filme ersetzt haben, als in unserem Vertrag vereinbart. 470 Tiere pro Jahr werden nun nicht mehr zu Tode gequält. Zudem haben sie bei einem landesweiten Wettbewerb für innovative Technologien in der universitären Ausbildung mitgemacht – und den ersten Platz belegt.

Beim ersten Besuch von Dr. Corina Gericke und Dimitrij Leporskij im Sommer 2008 erwies sich die Uni als echt schwieriger Fall. Die Jahr für Jahr dort von den Studenten durchgeführten pathophysiologischen Tierversuche waren so ungewöhnlich, dass es schwer war, adäquate tierversuchsfreie Lehrmethoden zu finden. Wir hatten zwar einen Beamer und einen Laptop für die Fakultät gekauft, es fehlte jedoch an multimedialen Lehrmethoden zur Pathophysiologie, also der Darstellung von Krankheitszuständen. Mit Hilfe von InterNICHE wurde man schließlich an den weißrussischen Unis Minsk und Smolensk fündig. Zudem produzierten die Hochschullehrer einige Filme selbst. Wir lehnen die Produktion von neuen Lehrfilmen ab, wenn hierfür auch nur ein Tier gequält und getötet wird, da aus unserer Sicht bereits genügend tierversuchsfreie Lehrmethoden existieren. Viele Tierversuche könnten auch ersatzlos gestrichen werden.

Experimente, die ersetzt wurden:

  • Wirkung von elektrischem Strom bei der Ratte
  • Epilepsie bei der Ratte
  • Sauerstoffmangel bei der Ratte
  • Lähmungen bei der Ratte
  • Magen- und Darmverschluss bei der Ratte
  • Herzinfarkt am Kaninchen
  • Entzündungen beim Kaninchen
  • Allergischer Schock beim Meerschweinchen


Insgesamt werden nun 470 Tiere (365 Ratten, 60 Meerschweinchen, 45 Kaninchen) pro Jahr nicht mehr zu Tode gequält, 240 mehr als in Vertrag vereinbart.

Leider können die Studenten trotzdem noch nicht tierversuchsfrei an dieser Uni studieren. Es gibt noch zwei weitere Kurse mit Tierversuchen, deren konservative Leiter bislang keinerlei Interesse an Modernisierung haben.

Archivaufnahme: Studenten üben an einem Kaninchen.


Die von uns bereit gestellten Geräte, ein Beamer und Laptop, im Einsatz. Die Medizinstudenten sind mit der multimedialen Vorlesung zufrieden. »Das ist furchtbar«, sagt Kristina, Medizinstudentin im 2. Jahr zu dem Film über Elektroschocks an der Ratte, »Ich bin froh, dass wir das nicht machen müssen.«


Institutsleiter Ljubomyr Zayaz (rechts) zeigt Dimitrij Leporskij die Urkunde für den ersten Preis in einem landesweiten Wettbewerb für innovative Technologien in der universitären Ausbildung, ausgeschrieben vom ukrainischen Bildungsministerium.

Eine solche Auszeichnung ist äußerst motivierend, nicht nur für die Iwano-Frankiwsker Profs, sondern auch für andere Hochschullehrer

Der Erfolg an dieser Uni zeigt, wie ungemein wichtig die Fortführung dieses Projektes ist. Es können nicht nur konkret Tiere vor Leid und Tod bewahrt werden, die Initiative setzt auch Keime für eine humanere Einstellung gegenüber Tieren. 

Vorzeige-Uni Sumy

Im April 2008 hatten wir sechs Computer, Monitore sowie Software gespendet, um über 900 Tieren, darunter 820 Frösche, jedes Jahr das Leben zu retten.


Im September 2008 besuchten Nick Jukes, InterNICHE-Koordinator und Dimitrij Leporskij, hier im Bild mit Institutsleiterin Prof. Maria Kambur, in unserem Auftrag die Uni Sumy, um die Einführung der fortschrittlichen Lehrmethoden zu dokumentieren.


Anstatt Frösche köpfen zu müssen, lernen die Tiermedizinstudenten die physiologischen Prozesse des Körpers jetzt mit modernen Computermethoden.


Auf Eigeninitiative wurden sogar zusätzliche Innovationen entwickelt, wie hier ein »Pferdemodell« zur Übung von Blutentnahme und Injektionen.


Prof. Maria Kambur und Praktikumsleiter Dr. Alexander Kalashnik sind mit der Entwicklung des Projektes mehr als zufrieden. Wir auch. 

Weitere Infos

Übersicht über das Gesamtprojekt >>

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Über eine Unterstützung unserer Osteuropa-Projekte würden wir uns freuen >> 

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