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Osteuropa-Projekte

Drei weitere Unis in der Ukraine steigen um

2016 haben wir drei weitere Institute mit tierfreundlichen Lehrmaterialien ausgestattet, zwei davon in ukrainischen Städten, in denen wir noch nicht aktiv waren. Die Institutsleiter in Kiew, Krywyi Rih und in Saporishja erhielten von uns Laptops, Beamer, Computerprogramme, Filme und Modelle und verpflichteten sich per Vertrag, auf die Tierversuche in dem entsprechenden Kurs dauerhaft zu verzichten. Allein in diesen drei Instituten werden so jedes Jahr 1.585 Frösche, Ratten und Mäuse sowie 295 Wirbellose wie Regenwürmer, Schnecken und Krebse vor einem qualvollen Tod bewahrt.

Ein Überblick über unser Gesamtprojekt in Osteuropa finden Sie hier >>

Krywyi Rih

Staatliche Pädagogische Universität, Institut für Zoologie, Physiologie und Humanhygiene

Der Kontakt kam durch Dr. Nataliya Gritsay von der Staatlichen Humanitären Universität Riwne zustande, mit deren Institut wir 2016 einen Vertrag geschlossen hatten. Dr. Vladimir Strigunov, Leiter des Instituts für Zoologie in Krywyi Rih berichtete, dass sein Institut seit Sowjetzeiten schon die meisten Tierversuche ersetzt hat. Mit dem Rest soll mit unserer Hilfe nun auch Schluss sein.

Es ist unser erstes Projekt in Kriwyi Rih. Unser Projektpartner Dimitrij Leporskij besuchte die Großstadt in der Südukraine am 26.11.2016 und überreichte ein Notebook und jede Menge Filme und Computerprogramme zur Simulation von anatomischen und physiologischen Studien. Der Vertrag wurde unterzeichnet und die Versuche an 155 Wirbeltieren (70 Frösche, 60 Fische, 10 Eidechsen, 10 Mäuse, 5 Vögel) und 295 Wirbellosen wie Regenwürmer, Schnecken und Krebse werden nun eingestellt. Bei den Versuchen handelt es sich hauptsächlich um zoologische Studien, d.h., die Tiere werden getötet, um ihren Aufbau zu studieren. An den Fröschen wurden auch das Köpfen mit einer Schere und die Präparation von Nerven und Muskeln zur Demonstration ihrer Funktionen geübt. Das ist nun Geschichte.


Elena Komarova und Dr. Vladimir Strigunov vom Institut für Zoologie, Physiologie und Humanhygiene in Krywyi Rih.

Kiew

Staatliche Medizinische Universität, Institut für Physiologie, Medizinische Biologie, Physik und Biochemie

Institutsleiter Prof. Alexander Polyakov kontaktierte uns, weil er seinen Kurs auf moderne Technologien umstellen wollte. Als Gründe nannte er zum einen ethische, d.h. den Respekt vor der Natur, und zum anderen ökonomische. Die Haltung und Zucht der Tiere ist teuer und zeitintensiv. Alternativen sparen Zeit und Geld und sie haben pädagogische Vorteile, weil man die Versuche unbegrenzt wiederholen kann.

Am 26. Dezember 2016 bekam das Institut von uns einen Laptop, einen Beamer sowie zahlreiche Simulationsprogramme und Filme überreicht. Jährlich 720 Tiere (20 Mäuse, 320 Ratten und 380 Frösche) müssen nun nicht mehr leiden und sterben. Neben den üblichen physiologischen Übungen an den Nerven und Muskeln geköpfter Frösche, standen auch das Auslösen verschiedener krankhafter Zustände bei Ratten auf dem Programm wie Unterzuckerungskoma, Entfernung der Schilddrüse und Durchtrennen von Spinalnerven. Damit ist nun Schluss.


Prof. Alexander Polyakov und Dozentin Svetlana Mavrich freuen sich über die gespendeten tierverbrauchsfreien Lehrmittel.

Saporischja

Universität Saporischja, 2. Medizinische Fakultät, Institut für Normale Physiologie

Prof. Oksana Kushch kam über unsere dreisprachige Website zu uns. Sie findet, dass für den Arztberuf die Menschlichkeit an erster Stelle stehen sollte. Tierleid und -tötungen stehen einer humanen Lehre entgegen. Zudem wollen viele Medizinstudenten nicht an den Übungen teilnehmen und teuer sind sie obendrein. Daher suchte sie nach Alternativen und fand unsere Website.

Dimitrij Leproskij besuchte das Institut am 20. Januar 2017. Ein Laptop, ein Beamer und zahlreiche Simulationsprogramme wurden übergeben und der Vertrag unterschrieben. Versuche an 710 Tieren (290 Ratten und 420 Fröschen) pro Jahr sind nun gestoppt. Die Palette der Versuche ist ähnlich der in Kiew.


Prof. Oksana Kushch und Kollegen von der ukrainischen Universität Saporischja mit den neuen Geräten, die wir ihnen geschenkt haben.
 

Wir werden immer wieder gefragt: Warum könnt Ihr das nicht in Deutschland machen?

In Deutschland funktioniert dieses Projekt nicht, weil es hier nicht am Geld und Wissen mangelt, sondern am guten Willen. Der Grund für das krampfhafte Festhalten an den „tierverbrauchenden“ Übungen lässt sich nur durch einen gewollten Abstumpfungsprozess erklären. Die Studierenden sollen in einem „Initiationsritus“ in die Welt der Wissenschaft eingeweiht werden, in der Tierversuche integraler Bestandteil sind. Sind sie durch die Überwindung, Tiere aufzuschneiden, erst einmal Teil dieser Welt, werden sie die Forschungspraktiken später kaum noch in Frage stellen. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stoßen die modernen Lehrmethoden dagegen überwiegend auf großes Interesse. Die Hochschullehrer sind oft nicht so verbohrt wie bei uns, sondern dem Neuen aufgeschlossen gegenüber. Sie wissen nur nicht, wie es ohne Tierversuche geht und haben auch kein Geld. Bei beidem helfen wir ihnen. Ein echter Gewinn für alle Seiten – und vor allem für die Tiere!

Helfen

Für die Ausstattung eines Instituts rechnen wir mit durchschnittlich 2.000 Euro. Dieses lebensrettende Projekt ist nur dank Ihrer Unterstützung möglich! Vielen Dank an alle Spender! Wir hoffen auch weiterhin auf Ihre Hilfe!

Weitere Infos

Übersicht über das Gesamtprojekt >>

Dreisprachige Website www.ukraine-projekt.de

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