facebook
twitter
youtube
instagram

Osteuropa-Projekte

Großes Interesse in Kasachstan

Mit unserem Projekt „Tiere retten mit Computern“ statten wir seit 2007 Hochschulen in der Ukraine mit tierversuchsfreien Lehrmethoden aus und retten so jedes Jahr Tausende Tiere vor einem qualvollen Tod. Im Jahr 2012 fand die erste Vortragsreise in Zusammenarbeit mit InterNICHE in Länder Zentralasiens statt. Seither haben wir mehrere Verträge mit Institutsleitern in Kirgisien, Usbekistan und Russland (Sibirien) unterzeichnet. Mit den Universitätsprofessoren sind wir immer noch in Kontakt, sie berichten über ihre Erfahrungen und geben diese an ihre Kollegen an anderen Unis weiter. 

Im Juni 2016 reiste unser ukrainischer Projektpartner, Dimitrij Leporskij, auf Einladung von Prof. Nelya Shapekova, Dekanin der Eurasischen Nationalen Universität Astana, erstmals nach Kasachstan. Schon vor dem Besuch hatte Prof. Shapekova angekündigt, ab dem nächsten Semester im September 2016 ein virtuelles Labor für die medizinisch-biologischen Fakultäten einrichten zu wollen. Dimitrijs Trainingsseminar kam also gerade zur rechten Zeit, um den geplanten Weg zu unterfüttern. Die Dekanin versprach, Interessenten auch von anderen Unis im ganzen Land einzuladen.

Astana, die Hauptstadt Kasachstans in Zentralasien, ist eine junge, sich schnell entwickelnden Stadt. Innerhalb eines Zeitraums von weniger als 20 Jahren wurde aus dem Steppengebiet eine florierende Region mit schnellem Wirtschaftswachstum. Die vor 20 Jahren gegründete Eurasische Nationale Universität ist eine progressive Institution, die dank Unterstützung der Regierung technisch sehr gut ausgestattet ist. Ausreichend Computer-Hardware, die für den Einsatz der tierversuchsfreien Lehrmittel benötigt wird, ist vorhanden.

Derzeit verwendet die Uni bereits weit weniger Tiere zu Studienzwecken als zu Sowjetzeiten. Darüber hinaus haben die kasachischen Medizinstudenten – im Gegensatz zur Ukraine, wo die Verwendung von menschlichen Leichen verboten ist - genügend menschliche Körper zum Studieren.


Dimitrij Leporskij referiert an der Eurasischen Universität Astana

Am ersten Tag des Workshops, am 16. Juni 2016, der an der Fakultät für Naturwissenschaften stattfand, nahmen mehr als 30 Hochschullehrer der Fachrichtungen Medizin, Landwirtschaft, Veterinärmedizin und Biologie teil. Sie kamen nicht nur aus den umliegenden Städten wie Karaganda, sondern sogar aus dem weit entfernten Almaty (20 Stunden mit dem Zug).

Im ersten Teil seines Seminars gab Dmitrij einen allgemeinen Überblick über tierversuchsfreies Studieren und berichtete über die großen Erfolge in der Ukraine und anderen GUS-Ländern. Bei den Vorführungen legte er besonderes Augenmerk auf die russisch-sprachigen Materialien, die wir mit Unterstützung „unserer“ Hochschullehrer entwickelt haben. Das Publikum zeigte ungemein großes Interesse und saugte die Informationen förmlich auf.


Die tierfreundlichen Lehrmaterialien stoßen auf großes Interesse

Nach diesem 6-Stunden-Workshop signalisierten bereits 14 der Anwesenden Interesse an einer Zusammenarbeit und hinterließen ihre Kontaktdaten. Viele nahmen die kostenlosen CDs und DVDs, die Dimitrij mitgebracht hatte, mit und erwogen, kostenpflichtige Versionen zu erwerben.

Angesichts des erfolgreichen ersten Tages und des großen Interesses des Publikums, bat Prof. Shapekova Dmitrij das Seminar am nächsten Tag speziell für die Gäste aus Almaty zu wiederholen. Am Ende des zweiten Vortragstages sagte der Leiter der Abteilung für Geburtshilfe, Chirurgie und Reproduktionstechnologie der Kasachischen Nationalen Agraruniversität Mardan Dzhulanov begeistert: "Sie müssen unbedingt zu uns kommen und ein ähnliches Fortbildungsseminar für Studenten und Lehrer organisieren, weil wir sehr an der tierversuchsfreien Ausbildung interessiert sind. Ein „Nein“ kommt nicht in Frage!“

 
Diskussion mit dem Leiter der Abteilung für Geburtshilfe, Chirurgie und Reproduktionstechnologie der Kasachischen Nationalen Agraruniversität, Mardan Dzhulanov.

Wir hoffen, dass das große Interesse der kasachischen Professoren eine starke Basis für unsere weitere Zusammenarbeit sein wird und dass wir gemeinsam in dem zentralasiatischen Land Tausende Tiere davor bewahren können, in Studium und Forschung gequält und getötet zu werden.

Wir werden immer wieder gefragt: Warum könnt Ihr das nicht in Deutschland machen?

In Deutschland funktioniert dieses Projekt nicht, weil es hier nicht am Geld und Wissen mangelt, sondern am guten Willen. Der Grund für das krampfhafte Festhalten an den „tierverbrauchenden“ Übungen lässt sich nur durch einen gewollten Abstumpfungsprozess erklären. Die Studierenden sollen in einem „Initiationsritus“ in die Welt der Wissenschaft eingeweiht werden, in der Tierversuche integraler Bestandteil sind. Sind sie durch die Überwindung, Tiere aufzuschneiden, erst einmal Teil dieser Welt, werden sie die Forschungspraktiken später kaum noch in Frage stellen. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stoßen die modernen Lehrmethoden dagegen überwiegend auf großes Interesse. Die Hochschullehrer sind oft nicht so verbohrt wie bei uns, sondern dem Neuen aufgeschlossen gegenüber. Sie wissen nur nicht, wie es ohne Tierversuche geht und haben auch kein Geld. Bei beidem helfen wir ihnen. Ein echter Gewinn für alle Seiten – und vor allem für die Tiere!

Helfen

Für die Ausstattung eines Instituts rechnen wir mit durchschnittlich 2.000 Euro. Dieses lebensrettende Projekt ist nur dank Ihrer Unterstützung möglich! Vielen Dank an alle Spender! Wir hoffen auch weiterhin auf Ihre Hilfe!

Weitere Infos

Übersicht über das Gesamtprojekt >>

Dreisprachige Website www.ukraine-projekt.de

Drucken