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Osteuropa-Projekte

Erfolg in Sibirien

Im Juni 2015 folgte unser Projektleiter Dimitrij Leporskij einer Einladung von Dr. Alexander Matsura, Dozent am Institut für Zoologie und Physiologie der biologischen Fakultät der Staatlichen Altaj-Universität in Barnaul, Russland. Er war über unsere dreisprachige Website auf unser Projekt aufmerksam geworden.

Barnaul liegt etwa zwischen Kasachstan und der Mongolei in Sibirien. Kurz bevor es auf die lange Reise ging, kam eine überraschende Nachricht aus Moskau. Vadim und Maxim Kalan, die bei InterNICHE, dem Internationalen Netzwerk für Humane Ausbildung tätig sind, wollen sieben PCs spenden. Die Geräte haben die Computerfreaks aus alten Computern zum Nulltarif zusammengebaut! Wir kauften dazu sieben Bildschirme, Tastaturen und Mäuse sowie Software. Die beiden wollen sich verstärkt für ein tierversuchsfreies Studium in Russland einsetzen und weitere Computer zusammenbauen.

Als Dimitrij in Barnaul eintraf, war gerade Examenszeit, trotzdem waren seine Präsentationen sehr gut besucht. Dank Alexander Matsura kamen Professoren von verschiedenen Instituten sowie von der Pädagogischen Altaj-Universität. Die Vorführung der tierfreundlichen Lehrmittel kam sehr gut an. So hatte Irina Tomilova, eine Dozentin des Instituts für Zoologie und Physiologie, die Idee ein Sibirisches Zentrum für Alternativen sowie Online-Konferenzen für andere Unis in der Region zu organisieren.

Beim anschließenden Treffen mit Dekanin Prof. Marina Siljanteva berichtete diese, dass ein Großteil des Studiums bereits ohne Tierverbrauch einhergehen würde. Bei Feldstudien im nahegelegenen Naturreservat bestimmen die Studenten verschiedene Tierarten, unterscheiden Tierstimmen und folgen Tierspuren ohne Tieren zu schaden. Hauptsächlich in der Physiologie wird aus Mangel an Alternativen noch eine Reihe von Tierversuchen durchgeführt. Die Tiere dafür werden entweder aus der Wildnis entnommen oder in einem Tierstall (Vivarium) gezüchtet. Mit der Bereitstellung der Computer und der Software gibt es nun keinen Grund mehr an der althergebrachten Lehre festzuhalten. Bei der Vertragsunterzeichnung sicherte Prof. Siljanteva zu, dass sie den Tierstall für Unterrichtszwecke schließen werde. Auch will sie weitere Unis für die tierversuchsfreien Lehrmaterialien begeistern.

Der Lehrplan umfasste verschiedene Übungen zur Nerv- und Muskelphysiologie, bei denen Frösche geköpft werden, um an ihren Organen zu experimentieren. An Ratten wurden Hormonaktivitäten und die Embryonalentwicklung studiert, an Schnecken Nervenaktivitäten. Laut Vertrag werden 315 Frösche, 45 Ratten und 60 Schnecken ab 1. September 2015 pro Jahr nicht mehr getötet.

Dieses Projekt wurde von den Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg gesponsert. Vielen Dank für die großzügige Spende!


Von links: Dr. Alexander Matsura, Dimitrij Leporskij, Prof. Marina Siljanteva, Dr. Irina Tomilova


Dimitrij Leporskij bei seiner Präsentation an der Altaj-Universität.


Simulations-Katze "Fluffy" und ein Rattenmodell aus Silikon.


Großes Interesse.


Dr. Alexander Matsura mit den gespendeten Geräten.


Dr. Irina Tomilova (re.) und Prof. Marina Siljanteva bei der Vertragsunterzeichnung.

Wir werden immer wieder gefragt: Warum könnt Ihr das nicht in Deutschland machen?

In Deutschland funktioniert dieses Projekt nicht, weil es hier nicht am Geld und Wissen mangelt, sondern am guten Willen. Der Grund für das krampfhafte Festhalten an den „tierverbrauchenden“ Übungen lässt sich nur durch einen gewollten Abstumpfungsprozess erklären. Die Studierenden sollen in einem „Initiationsritus“ in die Welt der Wissenschaft eingeweiht werden, in der Tierversuche integraler Bestandteil sind. Sind sie durch die Überwindung, Tiere aufzuschneiden, erst einmal Teil dieser Welt, werden sie die Forschungspraktiken später kaum noch in Frage stellen. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stoßen die modernen Lehrmethoden dagegen überwiegend auf großes Interesse. Die Hochschullehrer sind oft nicht so verbohrt wie bei uns, sondern dem Neuen aufgeschlossen gegenüber. Sie wissen nur nicht, wie es ohne Tierversuche geht und haben auch kein Geld. Bei beidem helfen wir ihnen. Ein echter Gewinn für alle Seiten – und vor allem für die Tiere!

Helfen

Für die Ausstattung eines Instituts rechnen wir mit durchschnittlich 2.000 Euro. Dieses lebensrettende Projekt ist nur dank Ihrer Unterstützung möglich! Vielen Dank an alle Spender! Wir hoffen auch weiterhin auf Ihre Hilfe!

Weitere Infos

Übersicht über das Gesamtprojekt >>

Dreisprachige Website www.ukraine-projekt.de

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