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Osteuropa-Projekte

Ukraine: Jährlich 3.600 Tiere gerettet

Im Frühjahr 2015 schlossen wir Verträge mit vier weiteren Institutsleitern in der Ukraine. Die je zwei Einrichtungen in Kiew und Riwne verbrauchten pro Jahr zusammen rund 3.600 Tiere. Damit ist jetzt Schluss. Die Studenten lernen jetzt mit Hilfe von Computersimulationen und Filmen. Wir stellten den Instituten Hardware und Software zur Verfügung. Im Gegenzug verpflichten sich die Dozenten, auf die entsprechenden Tierversuche zu verzichten.

Inzwischen sind es rund 53.000 Tiere, die wir mit unserem Osteuropa-Projekt - Tiere retten mit Computern pro Jahr (!) vor einem qualvollen Tod bewahren! 

Kiew

Nationale Medizinische Universität
Institut für Pathophysiologie

Institutsleiter Prof. Mykola Kryshtal hatte durch Prof. Sergey Zyablitsev von unserem Projekt erfahren, der vor dem Krieg in der Ostukraine nach Kiew geflohen war. In Donetsk hatte Zyablitsev im Jahr 2013 als Leiter des Instituts für Pathophysiologie einen Vertrag mit uns unterzeichnet. In Kiew konnte er seine Kollegen von der humanen Lehre überzeugen.

In der Pathophysiologie werden extrem grausame Tierversuche durchgeführt. So werden die Auswirkungen von Über- und Unterdruck, Überhitzung, Sauerstoffmangel, Hunger, Blutungsschock, Fieber, Lungenödem durch Gift, Ersticken, epileptische Anfälle und Herzversagen an Ratten studiert; Blutpfropfbildung, Kammerflimmern und Wirkung von Giften auf das Herz beim Frosch; Entzündung und anaphylaktischer Schock beim Meerschweinchen; Unterzuckerungskoma, Hunger, Schmerzreaktionen und Atemwegsverengung am Kaninchen.

Jährlich mussten bislang 1.350 Tiere (820 Frösche, 420 Ratten, 40 Meerschweinchen und 70 Kaninchen) dafür ihr Leben lassen. Damit ist jetzt Schluss. Das Institut hatte sich eine interaktive Tafel gewünscht und selbstverständlich erfüllten wir den Wunsch. Dazu schenkten wir dem Institut eine große Anzahl Filme und Computerprogramme. Wir wollen, dass die Professoren zufrieden mit der humanen Lehre sind. So kommen sie nicht auf die Idee, die Tierversuche wieder einzuführen. Bisher ist uns dieses Konzept in fast allen Fällen gelungen. 


Prof. Mykola Kryshtal (li.) und Prof. Sergey Zyablitsev (re.)


Spende aus Deutschland: Eine interaktive Tafel

Kiew

Offene Internationale Universität für die Entwicklung des Menschen
Fakultät für Biomedizinische Technologien

Valentina Movchan, Dekanin der Fakultät für Biomedizinische Technologien wurde durch Studenten auf die moderne Lehre ohne Tierversuche aufmerksam gemacht und zum Umdenken bewegt. Im März 2015 wurde der Vertrag unterzeichnet. Wir spendeten ein Notebook, vier Nahtübungsmodelle sowie zahlreiche Filme und Computersimulationsprogramme. Jährlich 360 Wirbeltiere wie Fische, Frösche, Eidechsen, Ratten, Mäuse und Tauben sowie 430 Wirbellose wie Regenwürmer, Krebse und Insekten werden nun nicht mehr getötet und aufgeschnitten, um ihre Anatomie zu studieren.


Dekanin Valentina Movchan unterzeichnet den Vertrag.

Rivne

Staatliche Humanitäre Universität, Fakultät für Physiologie und Lebenswissenschaften
Institut für Biologie

Der Kontakt zu Institutsleiterin Dr. Nataliya Gritsay kam über einen Kongress zur Bioethik im November 2014 in Poltava zustande, bei dem Projektleiter Dimitrij Leporskij einen Vortrag gehalten hat. Das Institut erhielt von uns einen Beamer, Nahtübungsmodelle und zahlreiche DVDs und CD-ROMs mit Filmen und Programmen zur Morphologie und Physiologie der Tiere.

Bislang standen Präparationen von diversen Insekten, Muscheln, Würmern, Fischen, Ratten und Tauben auf dem Programm sowie die klassischen Versuche zur Herz-, Muskel- und Nervenphysiologie an den Organen geköpfter Frösche. Meerschweinchen mussten für Blutuntersuchungen und Schafe für das Studium der Immunologie herhalten. 525 Wirbeltiere und 255 Wirbellose werden nun pro Jahr vor dem Tod bewahrt.

 
Institutsleiterin Dr. Nataliya Gritsay


Der gespendete Beamer im Einsatz.

Rivne

Nationale Universität für Wassermanagement und Natürliche Ressourcen
Institut für Gesundheit und Physiotherapie

Am Institut für Gesundheit und Physiotherapie wurde bislang die übliche Palette an Übungen zur Organphysiologie durchgeführt. Jährlich 550 Fröschen, 120 Ratten, 30 Kaninchen und 10 Meerschweinchen mussten dafür leiden und sterben. Frösche werden geköpft, um die Funktionen von Herz, Muskel, Nerven, Zentralnervensystem, Blutgefäßen und Hormondrüsen zu studieren. An Ratten werden Nieren und Darm untersucht und an Kaninchen der Atmungsapparat.

Institutsleiter Prof. Igor Grigus hatte durch Nataliya Gritsay, Leiterin des Instituts Biologie der Staatlichen Humanitären Universität Riwne, von unserem Projekt zur humanen Lehre erfahren und war sogleich bereit, einen Vertrag zu schließen. Im März 2015 konnte er unterzeichnet werden, demzufolge sich die Hochschullehrer verpflichten, alle Tierversuche einzustellen. Die Studierenden nun anhand der von uns gespendeten Filme und Computerprogramme. 


Prof. Igor Grigus mit einer Kollegin, den gespendeten Materialien und dem Vertrag.

Wir werden immer wieder gefragt: Warum könnt Ihr das nicht in Deutschland machen?

In Deutschland funktioniert dieses Projekt nicht, weil es hier nicht am Geld und Wissen mangelt, sondern am guten Willen. Der Grund für das krampfhafte Festhalten an den „tierverbrauchenden“ Übungen lässt sich nur durch einen gewollten Abstumpfungsprozess erklären. Die Studierenden sollen in einem „Initiationsritus“ in die Welt der Wissenschaft eingeweiht werden, in der Tierversuche integraler Bestandteil sind. Sind sie durch die Überwindung, Tiere aufzuschneiden, erst einmal Teil dieser Welt, werden sie die Forschungspraktiken später kaum noch in Frage stellen. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stoßen die modernen Lehrmethoden dagegen überwiegend auf großes Interesse. Die Hochschullehrer sind oft nicht so verbohrt wie bei uns, sondern dem Neuen aufgeschlossen gegenüber. Sie wissen nur nicht, wie es ohne Tierversuche geht und haben auch kein Geld. Bei beidem helfen wir ihnen. Ein echter Gewinn für alle Seiten – und vor allem für die Tiere!

 

Weitere Infos

Übersicht über das Gesamtprojekt >>

Helfen

Für die Ausstattung eines Instituts rechnen wir mit durchschnittlich 2.000 Euro. Dieses lebensrettende Projekt ist nur dank Ihrer Unterstützung möglich! Vielen Dank an alle Spender! Wir hoffen auch weiterhin auf Ihre Hilfe >>


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