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Osteuropa-Projekte

Vier neue tierversuchsfreie Institute

Im Winter 2013/2014 konnten wir mit zwei weiteren Institutsleitern in der Ukraine sowie mit je einem in Kirgisien und Usbekistan Verträge zum Umstieg auf eine tierversuchsfreie Lehre schließen. Jährlich etwa 3.000 Wirbeltiere wie Frösche, Ratten, Kaninchen, Hunde und Katzen werden allein durch diese vier Verträge nicht mehr getötet. 

Durch die derzeitige Krise in der Ukraine sind unsere bisherigen Projekte nicht beeinträchtigt. Selbst im blutig umkämpften Donetsk im Osten des Landes und in Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim gibt es nach Aussage der Hochschullehrer keine Probleme mit der Einhaltung der Verträge. 

Seit 2008 statten wir ukrainische Unis mit tierversuchsfreien Lehrmitteln wie Laptops, Beamern, Filmen, Computersimulationen und Modellen aus. Im Gegenzug verpflichten sie sich per Vertrag, auf alle Tierversuche in ihrem Kurs zu verzichten. In der Ukraine haben wir bislang 41 Verträge in 15 Städten gemacht und retten so jährlich mehr als 45.000 Tiere vor einem qualvollen Tod.

Erste Erfolge gibt es auch in zwei anderen Ex-Sowjet-Staaten. Zwei Institutsleiter in Kirgisien und Usbekistan unterschrieben Verträge mit uns.

Stand: Juni 2014


Übersicht über die Projekte >>
Dreisprachige Website: www.ukraine-projekt.de


Simferopol, Ukraine


Prof. Elena Shapovalova, Leiterin des Instituts für Histologie und Embryologie mit dem gespendeten Laptop und den Computerprogrammen.

Am Institut für Histologie und Embryologie der Staatlichen Medizinischen Hochschule der Krim in Simferopol bleibt nun 340 Tieren, darunter Katzen, Hunden, Kaninchen, Ratten, Fröschen und Hühnern, der Tod erspart.

Institutsleiterin Prof. Elena Shapovalova ist begeistert von dem Lehrmaterial, das unser ukrainischer Projektpartner, der Biologe Dimitrij Leporskij, bei der Vertragsunterzeichnung vorbeibrachte: Zwei Sets mit menschlichen Gewebeschnitten, diverse Computerprogramme, ein Laptop sowie Nahtübungsmodelle. Prof. Shapovalova ist überzeugt, dass auf diese Weise die Histologie (Lehre von den Geweben) des Menschen sehr viel besser gelehrt werden kann als mit Gewebe von getöteten Tieren. 

 
Viele der Medizinstudenten in Simferopol kommen aus Asien und Afrika.

Die Nahtübungsmodelle sollen anstelle von praktischen Übungen zur Entnahme und Aufbereitung von Organen getöteter Tiere zur Herstellung von Gewebeschnitten eingesetzt werden. Die Gewebelehre wird den Studenten nun mit Hilfe der gespendeten Computerprogramme und mittels Beamer und Laptop vermittelt. Dass die Software großenteils auf Englisch sind, ist für Prof. Shapovalova kein Problem, da die meisten Studenten aus dem Ausland sind, hauptsächlich aus Indien und verschiedenen afrikanischen und mittelasiatische Ländern.

Charkiw, Ukraine

Ein weiterer Vertrag wurde mit Prof. Viktor Tokarsky vom Institut für Zoologie und Tierökologie der Biologischen Fakultät der Nationalen Karazin-Universität Charkiw geschlossen. Um den Körperaufbau verschiedener Tierklassen zu studieren, wurden in seinem Institut bislang jährlich rund 500 Wirbeltiere wie Fische, Tauben, Frösche und Ratten sowie 7.000 wirbellose Tiere wie Käfer, Muscheln und Würmer getötet. Das hat nun ein Ende. Das Institut erhielt von uns einen Laptop und eine große Anzahl Computersimulationsprograme, DVDs sowie Nahtübungsmodelle, um den Studenten auch praktische Übungen zu ermöglichen.

Bischkek, Kirgisien und Taschkent, Usbekistan

Im Mai 2012 co-sponserten wir eine Vorführ- und Vortragsreise durch Usbekistan und Kirgisien. Nick Jukes, dem Vorsitzenden des internationalen Netzwerks InterNICHE und Dimitrij Leporski reisten fünf Wochen lang durch die beiden zentralasiatischen Länder und präsentierten tierversuchsfreie Lehrmittel an acht Universitäten in vier Städten.

Die Präsentationen stießen auf enormes Interesse und viele Hochschullehrer setzen die mitgebrachten Computersimulationen direkt ein. Nun konnten die ersten zwei „richtigen“ Verträge mit zwei Instituten gemacht werden. Sie verpflichten die Professoren, auf jegliche Tierversuche in dem jeweiligen Kurs vollständig zu verzichten. Im Gegenzug gab es von uns ein großes Paket mit zahlreichen CD-ROMs und DVDs.

Weitere Verträge in diesen beiden Ländern sind aktuell in Vorbereitung.

An der Kirgisisch-Russisch-Slawischen Universität, Medizinische Fakultät in der kirgisischen Hauptstadt Bishkek, unterzeichnete Prof. Anes Zarifjan den Vertrag für die Kurse zur Physiologie und Pathophysiologie. 856 Frösche, 138 Kaninchen, 420 Ratten, 39 Meerschweinchen und 10 Hunden bleibt nun jährlich ein leidvoller Tod erspart. Frösche wurden geköpft, um an ihren Nerven, Muskeln und Herzen die Organfunktionen zu veranschaulichen. Die pathophysiologischen Versuche umfassen eine ganze Palette extremer Grausamkeiten. Lebendige Ratten werden mit elektrischem Strom durchströmt, Ratten werden Überhitzung und Unterkühlung ausgesetzt, bei Kaninchen wird Krebs, Unterzuckerungskoma oder ein Blutungsschock erzeugt, bei Ratten werden die Auswirkungen von Fieber, Entzündungen und Sauerstoffmangel beobachtet und bei Hunden werden Bluthochdruck und zu niedriger Blutdruck erzeugt.


Dimitrij Leporskij präsentiert tierversuchsfreie Lehrmittel in Bishkek.

Am Institut für Informatik, Biophysik und normale Physiologie der Staatlichen Medizinischen Hochschule in Taschkent, der Hauptstadt von Usbekistan, machten wir einen Vertrag mit Hochschullehrerin Oisha Olavia. Früher wurden bei Katzen, Tauben und Fröschen Teile des Gehirns entfernt, um die Auswirkungen zu studieren, Frösche wurden bei lebendigem Leib geköpft, um ihre Nerven, Muskeln und Herzen für Versuche zu entnehmen. Ein Großteil der Experimente an jährlich 600 Frösche, 45 Tauben, 15 Katzen und 5 Hunde hat Kursleiterin Oisha Olavia schon vor einigen Jahren auf Eigeninitiative ersetzt. Es kommt Biopac, ein Gerät für Selbstversuche, zum Einsatz. Mit unserer Hilfe wurden nun die restlichen Tierversuche ersetzt. Das Institut erhielt von uns Modelle und eine Menge Software und Filme zur Physiologie. 

 
Präsentation tierversuchsfreier Lehrmittel in Taschkent.

Weitere Infos

Übersicht über das Gesamtprojekt >>

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