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Osteuropa-Projekte

Drei weitere Institute in der Ukraine steigen auf tierversuchsfreie Lehre um


Im Dezember 2012/Januar 2013 haben wir drei weitere Institute in Lwiw, Donetsk und Vinnitsa mit tierversuchsfreien Lehrmitteln ausgestattet. Dafür verzichten sie auf Tierversuche in der studentischen Ausbildung. Über 5.700 Tiere, hauptsächlich Frösche und Ratten, werden so jedes Jahr vor einem qualvollen Tod bewahrt.


Übersicht über das Gesamtprojekt >>


Polytechnische Hochschule Lwiw

Mit der Polytechnischen Hochschule in der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) hatten wir schon vor Jahren erfolgreich kooperiert. Dank unseres Einsatzes kann hier schon seit 2009 ganz tierversuchsfrei studiert werden. Nun legte das ukrainische Bildungsministerium einen neuen Lehrplan vor, demzufolge ein neuer Kurs zur Immunologie einzurichten sei. Dieser würde zahlreiche Tierversuche beinhalten. Mäusen sollen Thymusdrüse, Milz und Knochenmark entnommen werden und an Meerschweinchen, Mäusen und Fröschen soll die Reaktion von Antiseren getestet werden.

Die Dozentin Veronika Chervetsova, mit der wir damals einen Vertrag gemacht hatten, rief unseren ukrainischen Projektpartner Dimitrij Leporskij um Hilfe. Sie wollte verhindern, dass ihre Kollegen vom Institut für Technologie, biologisch aktive Substanzen, Pharmazie und Biotechnologie die neuen Tierversuche einführen. Das Institut hat von einer Pharmafirma einen nagelneuen Hörsaal gesponsert bekommen, aber es fehlt an der technischen Ausstattung. Im Januar 2013 unterzeichneten wir mit dem Institutsleiter einen Vertrag und spendeten einen Laptop, einen Beamer und eine Reihe Computersimulationen, so dass die vom Ministerium geforderten Tierversuche an 220 Mäusen, 13 Fröschen und 5 Meerschweinchen gar nicht erst beginnen werden.


Von links: Aelita Krichkovskaya, Dozentin Veronika Chervetsova, Projektleiter Dimitrij Leporskij, Elena Fedorova, Institutsleiter Prof. Volodymyr Novikov


Dieses Projekt wurde durch 42 über betterplace.de erzielte Einzelspenden ermöglicht. Dank Ihrer Spenden werden in diesem Hörsaal ausschließlich tierversuchsfreie Lehrmittel eingesetzt werden. Vielen Dank!

Medizinische Hochschule Donetsk

Unser Projekt verbreitet sich zum großen Teil durch Mundpropaganda. Es gibt aber auch noch zahlreiche konservative Kursleiter, die lieber an den althergebrachten Tierversuchen festhalten, als auf eine moderne Lehre umzusteigen. Die Medizinische Hochschule Donetsk im Osten des Landes ist ein solch schwieriger Fall.

Im Sommer 2011 kursierten im Internet grausige Bilder von gequälten Hunden, die unter unsäglichen Bedingungen an der Medizinischen Hochschule Donetsk gehalten wurden. Medienberichten zufolge wurden im Chirurgie-Kurs Hunde unter unvollständiger Betäubung von Studenten operiert. Als wir davon erfuhren, wurden wir sofort aktiv. Nach mehrfachen, erfolglosen Versuchen der Kontaktaufnahme gab es ein Jahr später endlich eine Reaktion. Igor Zinkovich, der neue Rektor, zeigte Interesse an der tierversuchsfreien Lehre. Als erstes ließ er Hundehaltung schließen. Die grauenhaften Kerker auf den Internetbildern sind also schon Geschichte. Dennoch wurden noch immer unzählige Ratten und Frösche in schrecklichen Experimenten zu Tode gequält.


Als unser Projektpartner Dimitrij Leporskij im Oktober 2012 erstmals die Uni Donetsk besuchte, musste er sich auf erheblichen Gegenwind gefasst machen. Ein interessierter Rektor ist gut, aber in den Instituten sitzen noch die alten Leiter. Doch Dimitrij's Präsentationen tierversuchsfreier Lehrmittel überzeugte. Dass die Computermodelle so hochwertig sind, damit hatten sie nicht gerechnet. Man einigte sich auf einen Versuchsballon. Der Leiter des Instituts für Physiologie, Valery Kazakov, stimmte zu, seinen Kurs mit unserer Hilfe auf tierversuchsfrei umzustellen. Läuft die Sache rund, ziehen (hoffentlich) weitere Institute nach.

Allein in diesem Institut werden eine schier unglaubliche Zahl von Tieren Opfer einer völlig veralteten Lehre: jährlich 4.400 Frösche, 600 Ratten, 180 Kaninchen und 60 Meerschweinchen. Den Fröschen wird bei lebendigem Leib mit einer Schere der Kopf abgeschnitten, um an Muskeln, Nerven, Herz und Darm der Tiere die Funktionen der Organe zu veranschaulichen.

 
Ende Dezember 2012 brachte Dimitrij (rechts) zur Vertragsunterzeichnung die von uns gespendeten Materialien nach Donetsk: einen Laptop, einen Beamer, einige Übungsmodelle sowie eine große Anzahl Computerprogramme und Videos. 5.240 Tiere werden nun jedes Jahr vor einem qualvollen Tod bewahrt.


An der Uni Donetsk werden viele ausländische Studenten ausgebildet.


Dr. Andrei Snegir und Prof. Boris Ivnev, Dozenten des Instituts für Physiologie mit den gespendeten Materialien.

Wir werden alles daran setzen, dass auch weitere Institute der Medizinischen Hochschule Donetsk tierversuchsfrei werden.

Dieses Projekt wurde durch eine Spende der Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche ermöglicht. Vielen Dank!

Medizinische Hochschule Vinnitsa

An der Nationalen Medizinischen Pirogov-Hochschule Vinnitsa hatten wir im Mai 2011 einen Vertrag mit der Leiterin des Instituts für Physiologie, Prof. Luidmyla Soloviova, geschlossen. Bis dahin waren jedes Jahr rund 1.400 Tiere, hautsächlich Frösche sowie Mäuse, Meerschweinchen und Kaninchen auf grausame Weise getötet worden. Wir kauften dem Institut einen Beamer und eine große Auswahl an Computersimulationen und Filmen und legten per Vertrag fest, dass sämtliche Tierversuche einzustellen sind. Ein Kontrollbesuch im Oktober 2011 bestätigte, dass alles zur vollsten Zufriedenheit läuft.


Prof. Luidmyla Soloviova, Leiterin des Instituts für Physiologie, mit dem Vertrag im Mai 2011.

Im Dezember 2012 bat uns Prof. Soloviovas Ehemann um Hilfe. Prof. Mikhail Pushkar ist Leiter des Instituts für Histologie an derselben Hochschule. Er wolle zur Herstellung neuer histologischer Schnitte vermeiden, zahlreiche Tiere, darunter auch Hunde und Katzen, zu töten und fragte nach tierversuchsfreien Möglichkeiten.

Histologie, die Lehre von den Geweben, kann wunderbar mit Computersimulationen studiert werden. Wir spendeten Prof. Pushkar einen Laptop, mehrere CDs sowie eine Sammlung mit 100 echten Gewebeschnitten vom Menschen. Der Institutsleiter war begeistert von der ausgezeichneten Qualität der Computerprogramme. Insbesondere freute er sich über die Humanschnitte, die für eine humanmedizinische Hochschule ohnehin sehr viel sinnvoller sind als Gewebeschnitte von Tieren. 245 Wirbeltiere und 100 Wirbellose verschiedener Arten werden nun nicht getötet.


Dimitrij Leporskij (links) und Prof. Pushkar (rechts), der sich über die gespendeten Materialien freut.

Dieses Projekt wurde durch eine Spende der Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche ermöglicht. Vielen Dank!

 

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