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Datenbank

Das Leid der Tiere in den Labors 

12.1.2012

Die Medien stellen Tierversuche regelmäßig verharmlosend dar. Ein freundlicher Herr im weißen Kittel, der liebevoll ein Mäuschen auf der Hand hält, ein geräumiges Gehege mit fröhlich umher springenden Affen. Solche Bilder sollen uns glauben machen, den Tieren im Labor ginge es gut. Außerdem diene die tierexperimentelle Forschung angeblich dazu, die Menschheit vor Tod bringenden Krankheiten zu retten. Unsere Datenbank beweist, dass diese Darstellung eine reine PR-Masche der Tierversuchslobby ist. Die Realität sieht anders aus – erschreckend anders.

Heute haben wir unsere Datenbank um 50 weitere Dokumente erweitert, Dokumente, die öffentlich machen, was keiner wissen soll, Dokumente, die schonungslos belegen, welches Leid Tieren in den Labors angetan wird und die beweisen, dass der angebliche Nutzen von Tierversuchen nur vorgeschoben ist. Tatsächlich geht es um Neugier, Karriere und Forschungsgelder.

Die Liebe einer Tiermedizin-Doktorandin zu Hunden

In einer veterinärmedizinischen Dissertation der Ludwig-Maximilians-Universität München werden 16 Beagle-Hunde mit Röntgenstrahlen bestrahlt und mit einem Immunsuppressivum (Ciclosporin A) behandelt, um die körpereigene Immunabwehr zu schwächen. Dann werden ihnen Stammzellen von anderen Hunden eingepflanzt. Bei den Tieren kommt es zu unterschiedlich ausgeprägten Symptomen, die auf die Strahlenkrankheit, die Ciclosporin-Behandlung und/oder die Abstoßungsreaktion zurückzuführen sind. Die Tiere leiden zum Teil unter Bauchschmerzen, Appetitmangel, blutiges Erbrechen, blutigen Durchfällen, Fieber über 40°C, schwere Leberschäden sowie Hautrötungen mit Krustenbildung an Ohren, Oberschenkeln und Rücken. Eine Hündin lahmt auf einem Vorderbein. Sie stirbt später an einem Herzstillstand. Eine andere Hündin zeigt Gleichgewichtsstörungen und wird blind. Bei einigen Hunden bessern sich die Symptome nach einiger Zeit, andere haben deutlich weniger Symptome.
Die Autorin schreibt in der Danksagung am Ende ihrer Doktorarbeit: „Nicht zu vergessen die Hunde, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Vor allem Sophy, Minni, Lexi, Chocolate, Mia, Ruby, Petite, Daisy und Schmuserl, die Hauptdarsteller dieser Arbeit“. Wie abgebrüht muss eine Doktorandin der Tiermedizin sein, um „ans Herz gewachsenen“ Tieren so etwas anzutun?
Dokumenten-ID: 4254

Weißbüscheläffchen zu Tode gequält

Um ein „Tiermodell“ für die beim Menschen vorkommenden Kuhpocken zu entwickeln, werden am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen mindestens 28 Weißbüscheläffchen mit Kuhpocken-Viren infiziert. Es werden verschiedene Infektionswege (in die Vene, in die Nase, in den Rachen) getestet sowie verschiedene Dosierungen des Virus. Je nach Gruppe leiden die Tiere unter Atembeschwerden, Nasenausfluss, Abgeschlagenheit, Appetitmangel, Hautveränderungen und Blutungen im Rachenbereich. Bis auf drei Tiere sterben alle Affen zwischen vier und 15 Tage nach der Infektion.
Dokumenten-ID: 4231

Der Schwachsinn der „Tiermodelle“

An der Uni Düsseldorf werden bei Ratten künstlich Symptome der Parkinson Krankheit erzeugt, indem ihnen eine Nerven schädigende Substanz in das Gehirn injiziert wird. Dann wird den Tieren das weibliche Sexualhormon Progesteron unter die Haut gespritzt. Davor und danach müssen sie verschiedene Verhaltenstests durchlaufen. Die Autoren stellen fest, dass Progesteron die Symptome eher verschlimmert, obwohl es in einem anderen Versuch mit Mäusen mit einem anderen Parkinson-„Modell“, die Symptome verminderte. Sie folgern, dass es interessant wäre, das Hormon VOR der künstlichen Nervenzellschädigung statt danach zu verabreichen.
Dieses Beispiel zeigt, wie unsinnig das System der „Tiermodelle“ ist. Wenn schon unterschiedliche Parkinson-„Modelle“ zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, wie soll so etwas eine Relevanz für den Menschen haben? Doch anstatt sich auf sinnvolle Forschungsmethoden zu besinnen, wird weitergemacht wie bisher – auf Kosten von Tieren, auf Kosten von Patienten, denen mit haltlosen Heilsversprechen Hoffnung gemacht werden und auf Kosten von uns Steuerzahlern, die wir den Schwachsinn finanzieren müssen.
Dokumenten-ID: 4252

Fischen die Schwänze abgeschnitten

Bei 22 aus Südamerika stammenden Braunen Messerfischen, die zu den schwach elektrischen Fischen zählen, wird an der International Jacobs University Bremen ein 1 cm langes Stück des Schwanzes abgeschnitten. Jeweils einige Fische werden bei 30°C oder 22°C Wassertemperatur gehalten. Sieben Tage lang wird täglich der elektrische Strom gemessen, den die Fische produzieren. Dazu wird ein Fisch in eine Plastikröhre gesteckt. In die Röhre ragen Elektroden hinein, die den elektrischen Strom des Tieres messen. Die Prozedur dauert täglich 5-10 Minuten.
Die Autoren finden heraus, dass elektrische Fische verletztes Rückenmarksgewebe bei etwas erhöhten Temperaturen besser regenerieren können als bei Kälte. Bei Säugetieren wirkt sich dagegen Kälte positiv auf die Heilungsfähigkeit aus. Trotz dieser fundamentalen Unterschiede postulieren die Autoren, dass die Suche nach den Faktoren, die die Regenerationsfähigkeit bei kaltblütigen Tieren verbessern, wichtig für die Entwicklung von Behandlungsstrategien bei Säugetieren sein könnte.
Von der gleichen Autorengruppe sind in unserer Datenbank eine Reihe weiterer Tierversuche dokumentiert, bei denen Messerfischen die Schwänze abgeschnitten werden, um das Nachwachsen unter verschiedenen Bedingungen zu ergründen. Es gibt viele Tierarten, die in der Lage sind, amputierte Körperteile nachwachsen zu lassen. Doch egal, wie viele Experimente man mit solchen Tieren anstellt, sie werden niemals dazu beitragen, dass Menschen diese Fähigkeit erlangen.
Dokumenten-ID: 4245

Hamster aus reiner Neugier erstickt

Ebenfalls an der International Jacobs University Bremen wurden 92 Dschungarische Hamster massakriert, um den Zusammenhang zwischen innerer Uhr und Spermienproduktion zu erforschen. Eine Gruppe Hamster wird in einem normalen 24-Stunden-Rhythmus gehalten, eine Gruppe unter einem 23-Stunden- (16 h Licht, 7 h dunkel) und die dritte Gruppe unter einem 25-Stunden-Rhythmus (16 h Licht, 9 h dunkel). Alle Tiere werden durch CO2-Erstickung getötet, um die Hoden zu untersuchen. Von wegen ‚Die Menschheit vor schrecklichen Krankheiten retten’ – in diesem Artikel wird nicht einmal versucht, einen Zusammenhang zur möglichen medizinischen Anwendung zu konstruieren. Die Tiere fielen einzig der Neugier einzelner Forscher zum Opfer.
Dokumenten-ID: 4248

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

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