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Datenbank

Wenn die Ratte nicht mehr auf Elektroschocks reagiert…

6.9.2012

Unsere Datenbank wurde heute um 50 weitere, in Deutschland durchgeführte Tierversuche erweitert. Die Dokumente belegen erneut die erschreckende Grausamkeit und den hanebüchenen Irrsinn der Tierversuche. 

Einige Beispiele: 

Dokument 1

Besonders schrecklich sind Versuche im Bereich der Psychiatrie. Im Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit werden seit Jahren Tiere aufs Grausamste gequält, um psychische Krankheiten des Menschen nachzuahmen. Abgesehen von dem unendlichen Leid der Tiere, allein die Idee, komplexe psychische Erkrankungen wie Depression bei Tieren künstlich erzeugen zu wollen, ist absurd. In einer aktuellen Studie wird ein „Modell“ der Anhedonie, der Unfähigkeit Freude zu empfinden, bei Ratten entwickelt. Ratten werden über mehr als 60 Generationen auf depressive Eigenschaften gezüchtet. Die Tiere lassen einen Elektroschock ohne Reaktion über sich ergehen, obwohl sie ihn durch Drücken eines Hebels beenden könnten. Diese „erlernt hilflosen“ Ratten sowie normale Tiere erhalten in einem Metallkäfig vier Elektroschocks von je zwei Sekunden Länge. Anschließend wird den Tieren gesüßte Kondensmilch angeboten und es wird die Menge gemessen, die ein Tier innerhalb von 15 Minuten zu sich nimmt. Depressive „erlernt hilflose“ Ratten trinkt weniger, weil sie durch den Stressschock keine Freude mehr empfinden können.
Dokumenten-ID: 4181 

Dokument 2

Nicht weniger grausam geht es in der Infektionsforschung zu. Um die Immunabwehr von alten und jungen Mäusen bei einer Infektion mit Scharlach-Bakterien zu vergleichen, werden am Helmholtz-Institut für Infektionsforschung in Braunschweig mindestens 110 Mäuse zu Tode gequält. Die 2-3 Monate und über 20 Monate alten Mäuse werden mit Bakterien (Streptococcus pyogenes, Erreger des Scharlachs, Haut- und anderer Infektionen) infiziert, indem diese in die Schwanzvene oder unter die Haut an der rechten vorderen Flanke injiziert werden. Für die Injektion werden die Tiere betäubt. Es wird der LD50-Wert ermittelt, das heißt, die Menge an Bakterien, bei der 50 % der Mäuse einer Gruppe sterben. Gruppen von je zehn alten und jungen Mäusen werden mit vier verschiedenen Dosierungen der Bakterien infiziert. Die Todesrate wird über einen Zeitraum von 12 Tagen registriert. Die alten Mäuse sterben schon bei geringen Bakterienmengen. 
In einem weiteren Test wird die Todesrate von alten und jungen Mäusen bei einer bestimmten Bakterienmenge ermittelt. Die alten Mäuse sterben innerhalb von 4-12 Tagen, während die jungen Mäuse überleben. Die überlebenden Tiere werden durch CO2-Erstickung getötet. 

Dokumenten-ID: 4202 

Dokument 3

Bei einem Experiment an der Medizin I des Universitätsklinikums Würzburg wird bei 109 Ratten unter Narkose ein Herzinfarkt ausgelöst. Dazu wird der Brustkorb aufgeschnitten. Die linke Herzkranzarterie wird abgebunden, so dass der Herzmuskel großenteils nicht mehr durchblutet wird. Nach 45 Minuten wird die Schlinge wieder geöffnet und das Herz wieder normal durchblutet. Eine Gruppe Ratten erhält einen Testwirkstoff kurz vor der Wiederdurchblutung in die Bauchhöhle injiziert. Gruppe zwei zum Vergleich wird eine wirkungslose Kochsalzlösung injiziert. Bei Gruppe 3 wird die Substanz einmal vor Auslösen des Herzinfarktes und unmittelbar vor dem Lösen der Schlinge verabreicht. Der weitere Verlauf wird mittels EKG 24 Stunden lang beobachtet. In Gruppe 1 sterben 38 Ratten (37%), in Gruppe 2 sind es 42 (50%) und in Gruppe 3 22 Ratten (14%). Die überlebenden Ratten werden nach Ablauf der 24 Stunden getötet. 
Die Testsubstanz führt zu vermehrten Herzrhythmusstörungen und erhöht die Todesrate, wenn sie während des Herzinfarktes gegeben wird, aber reduziert die Herzrhythmusstörungen, wenn sie VOR dem Herzinfarkt verabreicht wird. Welch ein irrealer Versuchsaufbau! Es ist unheimlich hilfreich, zu wissen, wie ein Medikament wirkt, wenn es VOR dem Herzinfarkt verabreicht wird.

Dokumenten-ID: 4187 

Dokument 4

Acht aus China stammende und im Deutschen Primatenzentrum Göttingen (DPZ) gehaltene Rhesusaffen werden durch Injektion in eine Vene mit dem Simian Immunodeficiency Virus (SIV, auch „Affen-HIV“ gennant), infiziert. Mindestens ein weiterer Affe bleibt uninfiziert. Den Tieren werden in regelmäßigen Abständen Darmbiopsien (Gewebeproben) und Blutproben entnommen, um die Rolle bestimmter Immunabwehrzellen im Verlauf einer Infektion mit dem SIV-Virus zu untersuchen. Versuche dieser Art werden am DPZ seit Jahrzehnten wieder und wieder durchgeführt. Gebracht hat es AIDS-Kranken bislang nichts. Das überrascht nicht, denn Affen-AIDS hat praktisch nichts mit der menschlichen Immunschwäche-Krankheit zu tun. Es wird also versucht, eine Therapie oder einen Impfstoff für den Menschen zu finden, indem man andere Tiere mit einem anderen Virus infiziert, das eine andere Krankheit hervorruft. Grotesk!
Dokumenten-ID: 4215

Dokument 5

Ein anderer Fall, bei dem man nur noch mit dem Kopf schütteln kann: Neunzig in Südamerika gefangenen elektrischen Fischen der Art Brauner Messerfisch wird an der International Jacobs University Bremen ein 1 cm langes Stück des Schwanzes abgeschnitten. In bestimmten Abständen (nach jeweils einigen Minuten, Stunden, Tagen, bis zu 50 Tagen) werden jeweils drei Fische getötet, um die nachwachsenden Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen. Im Gegensatz zu Säugetieren haben Knochenfische nämlich ein enormes Potential, Rückenmarksgewebe nach einer Verletzung zu regenerieren. Die Autoren rechtfertigen ihre haarsträubenden Tierversuche allen Ernstes damit, dass durch die Analysen der Regenerationsfähigkeit des Rückenmarks verschiedener Tierarten neue Behandlungsstrategien für Menschen entwickelt werden könnten.
Dokumenten-ID: 4180 

Dokument 6

Ebenfalls in die Sparte „Schwachsinn“ fällt eine Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. In der Bandscheibe des Menschen kommen bestimmte Zellen vor, die im Alter von etwa zehn Jahren verschwinden. Kaninchen haben diese Zellen ihr Leben lang. Um dem Grund für das Verschwinden der Zellen beim Menschen auf die Spur zu kommen, werden die Bandscheiben von Kaninchen mechanisch belastet. Bei 36 weißen Neuseelandkaninchen werden unter Narkose Metallstreben durch zwei Lendenwirbel gebohrt. Diese werden von außen durch weitere Metallstangen zusammengehalten. Mittels einer Feder werden die Wirbel dauerhaft zusammengeschoben, um eine mechanische Belastung der Zwischenwirbelscheibe zu simulieren. Nach 1, 28 oder 56 Tagen werden jeweils einige Kaninchen getötet, um die Bandscheiben auf das Vorkommen bestimmter Zellen zu untersuchen.
Dokumenten-ID: 4223 

Dokument 7

Am Zentrum für Strahlungsforschung in der Onkologie der Carl-Gustav-Carus Technischen Universität Dresden werden Nacktratten betäubt erst auf der rechten, dann auf der linken Seite liegend mit Röntgenstrahlen (je 2 Gy) bestrahlt. Bei einer zweiten Gruppe Ratten wird jedes Tier einzeln in einen engen Käfig gesteckt, in dem nur geringe Bewegungen möglich sind, und mit 5 Gy bestrahlt. Zwei Tage später werden menschliche Lungenkrebszellen unter die Haut des rechten Hinterbeins injiziert. Durch die Strahlung wird das Immunsystem der Tiere geschädigt, so dass die fremden Zellen nicht abgestoßen werden. In den folgenden 40 Tagen wird das Wachstum des Tumors beobachtet. Bei den von beiden Seiten bestrahlten Ratten wird der Tumor wesentlich größer als bei den einseitig bestrahlten Ratten. 
Dieses Ergebnis ist derart banal, dass man gar nicht glauben kann, dass nicht schon vor 30 Jahren jemand drauf gekommen ist. Das Beispiel zeigt ein typisches Verhalten in der Tierversuchsforschung: Versuchsanordnungen werden jahrzehntelang unreflektiert übernommen – genau wie das tierexperimentelle System insgesamt. „Es wurde halt schon immer so gemacht“ ist ein gängiges Argument der Experimentatoren.

Dokumenten-ID: 4219 

Dokument 8

In der Toxikologie (Giftigkeitsprüfung) ist das nicht anders. Bei der Firma BASF in Ludwigshafen werden zwei Industriechemikalien an Ratten getestet, für die es seit 1962 Arbeitsplatz höchstwerte gibt. Bei mindestens 66 Ratten wird das Rückenfell auf einer Fläche von 10 cm2 geschoren. Ein Silikonring von 3,4 cm Durchmesser und 2 mm Höhe wird auf die Haut geklebt, in den die Testsubstanz gegeben wird. Eine Bandage wird um den Körper der Ratte gewickelt, um zu verhindern, dass die Testsubstanz von der Haut abläuft. Es werden unterschiedliche Dosierungen zweier Industriechemikalien getestet, die für die Herstellung von Kunststoffen wie Polyurethan verwendet werden. Nach acht Stunden wird die Binde entfernt und die Haut gewaschen. So soll die Exposition eines Arbeiters simuliert werden, der sich nach acht Stunden Arbeitszeit wäscht. Je nach Gruppe kommt es bei den Tieren z. T. zu Rötungen und Schwellungen der Haut. Jeweils einige Ratten werden 24 oder 120 Stunden nach der Applikation getötet, um Organveränderungen zu untersuchen.
Dokumenten-ID: 4220

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

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