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Datenbank

Alkohol ist nicht gut für Kinder

und andere Weisheiten der Tierversuchs-Forschung

20.01.2010

Die 50 neuen, heute in unsere Datenbank eingespeisten Beschreibungen von in Deutschland durchgeführten Tierversuchen beweisen erneut, dass es in der tierexperimentellen Forschung größtenteils gar nicht um Erkenntnisse „von hervorragender Bedeutung für wesentliche Bedürfnisse von Mensch und Tier“, wie im Tierschutzgesetz gefordert, geht.

Tatsächlich stehen Neugier, Karriere und finanzielle Interessen im Vordergrund. Die Qualität eines Forschers wird nämlich nicht daran gemessen, wie vielen Menschen er geholfen hat, sondern an der Anzahl und dem Ansehen seiner Publikationen. Ein neuer Tierversuch bedeutet eine weitere Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift, mit deren Hilfe weitere Forschungsgelder beantragt werden können. So kündigen die Autoren der als "Dokument 1" aufgeführten Arbeit weitere tierexperimentelle Untersuchungen an, bei denen Alkohol mit anderen Drogen kombiniert werden soll. Eine klinische Anwendung der tierexperimentell gewonnenen Erkenntnisse ist dabei oftmals noch nicht einmal das Ziel.

Dokument 1

Am Hirnforschungs-Institut der Universität Bremen wird Ratten im Kindes- oder Jugendalter einmalig oder an 20 Tagen Alkohol in die Bauchhöhle injiziert. Im Erwachsenenalter müssen die Ratten dann verschiedene Verhaltens- und Gedächtnisexperimente durchlaufen. Schließlich werden die Tiere getötet, um ihre Gehirne zu untersuchen. Das erstaunliche Ergebnis dieser Studie: Alkohol ist nicht gut für Kinder und Jugendliche.
(Dokumenten-ID: 4018)

Abgesehen von dem Leid der Tiere und davon, dass die Nachahmung der Situation beim Menschen unheimlich realistisch gelungen ist (Injektion von Alkohol in die Bauchhöhle), fragt sich der mündige Leser, ob die Steuergelder, die für eine solche Erkenntnis verbraten worden sind, nicht besser in einer sozialmedizinischen Studie mit suchtkranken Menschen aufgehoben gewesen wären.

Dokument 2

Eine Arbeitsgruppe der Universität Köln geht der für die Menschheit äußerst wichtigen Frage nach, wie Insekten ihre sechs Beine koordinieren. Dazu werden Stabheuschrecken vier oder fünf Beine abgeschnitten, so dass nur ein oder zwei Beine übrig sind. Das Tier wird mit Zahnzement auf eine Schaumstoffunterlage geklebt. Der Brustpanzer der lebenden, unbetäubten Heuschrecke wird aufgeschnitten, um eine Elektrode in ein Ganglion (Nervenknoten der Insekten) zu stecken. Alle Nerven, die von dem Ganglion abgehen, werden abgeschnitten oder zerquetscht. Das Tier wird mit seinen verbliebenen Beinen in ein Laufrad gesetzt. Mit einem Pinsel wird der Hinterleib des Insekts berührt, um es zum Laufen zu bringen. Das Tier bewegt die Beine im Laufrad, während gleichzeitig über die Elektrode Nervenströme gemessen werden.
(Dokumenten-ID: 4019)

Dokument 3

Wollten Sie schon immer mal wissen, was sich im Gehirn von Degus (südamerikanischen Strauchratten) abspielt, die ohne Vater aufwachsen? Sie vielleicht nicht. Einige von unseren Steuergeldern bezahlte „Wissenschaftler“ der Universität Magdeburg aber schon. Schließlich kann man damit seine Publikationsliste verlängern. Degus ziehen normalerweise ihre Jungen in der Familie mit Mutter und Vater groß. Vier Degu-Familien werden im Labor mit Vater und Mutter aufgezogen, während bei vier Familien der Vater am Tag der Geburt der Jungen dauerhaft entfernt wird. Die jungen Nagetiere müssen sich ohne die väterliche Fürsorge entwickeln. Am 21. Lebenstag werden die Jungen beider Gruppen getötet und ihre Gehirne in Scheiben geschnitten, um die Feinstruktur zu untersuchen. Das Schicksal der Elterntiere wird nicht erwähnt.
(Dokumenten-ID: 3998)

Dokument 4

Selbst Versuchsprojekte, die auf den ersten Blick etwas mit Humanmedizin zu tun haben, sind oftmals bar jeder Realität. In einer Studie aus Rostock wird die in den Wechseljahren der Frau vorkommende Osteoporose (Knochenschwund) bei Ratten nachgeahmt, indem den Tieren die Eierstöcke operativ entfernt werden. An diesen Ratten wird die Wirksamkeit des Osteoporosemedikaments Alendronat und des den Knochenaufbau fördernden Parathormons bezüglich des Einbaus von Knochenimplantaten untersucht. Den Tieren wird dazu ein 2 x 5 mm großes Loch in den Schienbeinknochen gebohrt, das mit Knochenzement gefüllt wird. Nach 14-tägiger Behandlung mit den genannten Substanzen werden die Ratten getötet. Diesem „Modell“ansatz zufolge müssten also sämtliche kastrierten weiblichen Hunde und Katzen osteoporotisch sein.
(Dokumenten-ID: 3975)

Dokument 5

An der Universität Hohenheim, Stuttgart, wird der Frage nachgegangen, ob Zimt vor alkoholbedingter Leberverfettung schützt. Mäusen wird vier Tage lang Zimt über das Trinkwasser zugeführt. Anschließend wird Alkohol in einer hohen, einmaligen Dosis über eine Schlundsonde in den Magen verabreicht. In vorangegangenen Experimenten hatte diese einmalige Gabe Alkohol eine massive Verfettung der Leber verursacht. Die Mäuse sind nach der Alkoholgabe zunächst apathisch, erholen sich aber innerhalb von sechs Stunden. Zwölf Stunden nach der Verabreichung werden die Tiere getötet. Die Autoren finden heraus, dass Zimt einen schützenden Effekt hat und kündigen weitere Studien an, um die Mechanismen zu studieren. Sie folgern weiterhin, dass Zimtextrakt bei der Behandlung von alkoholkranken Menschen im Frühstadium eingesetzt werden kann. Welche Kühnheit muss ein Forscher besitzen, um aus den Ergebnissen einer derart unrealistischen Versuchsanordnung auf den Menschen zu schließen? Warum nicht gleich eine Patientenstudie?
(Dokumenten-ID: 3983)

Dokument 6

In einer Studie aus Münster werden transgene Mäuse verwendet, die im Alter von drei Monaten Amyloid-Ablagerungen im Gehirn entwickeln, die denen von Alzheimer-Patienten ähneln. Die Autoren bemerken, dass in der Alzheimer-Forschung allgemein transgene „Mäusemodelle“ verwendet werden, bei denen lediglich das Lern- und Gedächtnisverhalten beurteilt wird, nicht aber das tägliche Sozialleben, das bei Alzheimer-Patienten maßgeblich beeinträchtigt ist. Dies sei in den herkömmlichen Standardkäfigen für Mäuse ohne Beschäftigungsmöglichkeiten auch nicht möglich. Um Mäuse in ihrem Sozialverhalten in geräumigen Käfigen mit vielen Spiel- und Klettermöglichkeiten beobachten zu können, werden die Mäuse von den Autoren dieser Studie mit Chips (Transpondern) ausgestattet.
(Dokumenten-ID: 3999)

Dokument 7, 8, 9

Es ist erschreckend und nicht das erste Mal, dass nach jahrelanger Forschung mit „etablierten Tiermodellen“ jemand feststellt, dass bei diesem Tiermodell dieser oder jener Aspekt nicht berücksichtigt worden ist. Damit müsste doch die gesamte Alzheimer-Forschung mit transgenen „Mausmodellen“ in Frage gestellt werden.
Forschungen zur Vogel- und Schweinegrippe sind dank der globalen medialen Hysterie, geschürt durch die Pharmaindustrie und andere Profiteure, hoch im Kurs. Unerschöpfliche Quellen staatlicher Gelder tun sich auf, um diesen Geiseln der Menschheit auf den Grund zu gehen. In Deutschland ist es das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems, das sich mit haarsträubenden Tierversuchen zu diesem Thema hervortut. So wurden Schwäne und Kälber mit Vogelgrippeviren (H5N1) infiziert und Hühner und Schweine mit Schweinegrippeviren (H1N1).
(Dokumenten-IDs: 3991, 3992, 3993)

Dokument 10

In einer weiteren Studie des Friedrich-Löffler-Instituts werden Katzen mit Vogelgrippeviren infiziert, andere Katzen werden zuvor mit einem Impfstoff behandelt. Einige infizierte Tiere entwickeln schwere Symptome: hohes Fieber, Futterverweigerung und Atembeschwerden. Einige Katzen sterben, andere werden wegen der Schwere der Symptome vorzeitig getötet. Die überlebenden Tiere werden 21 Tage nach der Infektion getötet.

Laut WHO sind bislang weltweit 348 Menschen in 14 Ländern an Vogelgrippe erkrankt, 210 starben. Katzen können an Vogelgrippe erkranken. Eine Übertragung des H5N1-Virus von Katzen auf Menschen ist jedoch bislang nicht dokumentiert. Laut Behauptung der Autoren könnten Änderungen der Viren dazu führen, dass Katzen bei der Übertragung des Vogelgrippe-Virus zu einer potentiellen pandemischen Gefahr für den Menschen werden könnten. Daher sollte laut Autorenmeinung eine Impfung von Katzen erwogen werden, um das Risiko der Ansteckung von Menschen zu reduzieren. Mit anderen Worten, 17 Katzen wurden zu Tode gequält für eine praktisch nicht vorhandene Gefahr, aber für ein potentiell großes Geschäft mit einem völlig überflüssigen Impfstoff.
(Dokumenten-ID: 3994)

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

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