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Datenbank-News

Jetlag bei Mäusen

14. Juli 2016 

Seit nunmehr 20 Jahren dokumentieren wir in unser weltweit einzigartigen Datenbank Tierversuche aus Deutschland, die in Fachzeitschriften publiziert wurden. Heute haben wir 50 neue Einträge hinzugefügt. Selbst für jemanden, der sich seit Jahren damit beschäftigt, gibt es immer wieder „Überraschungen“, auf welch abstruse Fragestellungen und Versuchsanordnungen Experimentatoren kommen.

Dokument 1 – Jetlag bei Mäusen

Am Göttinger Max-Planck-Institut für Biophysikale Chemie wurden allen Ernstes die Auswirkungen von Jetlag auf den Biorhythmus von Mäusen untersucht! Genmanipulierte Mäuse, denen das wichtigste Gen für den Tag-Nacht-Rhythmus fehlt, werden zunächst mindestens zwei Wochen in einem 12:12 h Licht-Dunkel-Rhythmus gehalten. Dann wird plötzlich das Licht ausgeschaltet, d.h. sie leben in totaler Dunkelheit. Am 7. Tag der Dunkelheit werden einige Mäuse getötet, um ihr Gehirn zu untersuchen. Bei weiteren Mäusen wird ein Jetlag simuliert, indem ein 12:12 h Rhythmus plötzlich um 6 Stunden Licht verlängert wird, d.h. 18 h Licht, 12 h dunkel, 12 h Licht usw. Jeweils 10 Mäuse werden am 2. und 4. Tag nach dem Wechsel zur Untersuchung getötet.
Dokumenten-ID: 4700

Dokument 2 - Das Neueste aus der Rattenschnurrhaarforschung

In unserer Datenbank sind bereits ein gutes Dutzend Artikel dokumentiert, die sich mit der Rattenschnurrhaar-Forschung beschäftigen. Einzelne Haare werden mal gezogen, gedrückt, gebogen, abgeschnitten oder berührt, während gleichzeitig Hirnströme gemessen werden. Experimentatoren hauptsächlich in Mainz, Hamburg und Tübingen tun sich mit dieser für die Menschheit immens wichtigen Fragestellung hervor. Nun gibt es neue Erkenntnisse aus dem Exzellenzcluster Werner Reichhardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) der Universität Tübingen, zur Frage wie Ratten es machen, dass sie durch aktives Streichen ihrer Tasthaare über eine Oberfläche diese erkennen und unterscheiden können.
Dazu wird sieben Ratten unter Narkose eine Schraube in den Schädelknochen geschraubt. An dieser wird der Kopf der wachen Ratte fixiert. Als „Trainingsmethode“ wird Wasserentzug eingesetzt. Die Tiere erhalten nur während des Versuchs Wasser und müssen sich ihre tägliche Ration „erarbeiten“, indem sie bestimmte Aufgaben dem Forscherwunsch gemäß erfüllen. Die Tasthaare eines fixierten Tieres werden durch ein Gerät in Vibration versetzt. Nach einer gewissen Zeit wird die Intensität oder Schwingungsfrequenz geändert. Spürt die Ratte die Änderung, muss sie an einem Nippel lecken. Gab es tatsächlich eine Vibrationsänderung, wird das Tier mit einem Wassertropfen belohnt. Leckt die Ratte, obwohl nichts passiert ist, wird sie „bestraft“ indem der Versuch von vorn anfängt.
Dokumenten-ID: 4706

Dokument 3 - Tod durch Anfälle

Typisch für die tierexperimentelle Forschung ist, dass alles im „Tiermodell“ nachvollzogen werden muss. Dazu muss aber erst mal ein „Tiermodell“ entwickelt werden. Die Entwicklung dieser „Tiermodelle“, d.h. die Nachahmung menschlicher Situationen bei Tieren, macht einen Großteil der in unserer Datenbank dokumentierten Tierversuche aus. Etwa 30% der menschlichen Epilepsiepatienten sprechen nicht oder nur schlecht auf die etablierten Epilepsiemedikamente an. Am Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie, Tierärztliche Hochschule Hannover wird versucht, ein „Mausmodell“ zu erzeugen, das diese schwer behandelbaren Epilepsiepatienten simulieren soll. Um Epilepsie bei Mäusen auszulösen, wird alle 20 Minuten eine Substanz namens Pilocarpin in die Bauchhöhle gespritzt, bis die Tiere einen epileptischen Anfall (Status epilepticus) erleiden. Den Tieren wird das Beruhigungsmittel Diazepam verabreicht, um den Anfall zu unterbrechen. Trotzdem sterben von 110 Mäusen, die Pilocarpin erhalten, 50% durch den Anfall. Die 55 Überlebenden entwickeln eine Epilepsie mit gelegentlichen Anfällen.
Sechs Wochen nach dem künstlich hervorgerufenen Start der Epilepsie bekommen die Mäuse nacheinander fünf verschiedene Antiepileptika (Epilepsiemedikamente), die alle schon seit Jahrzehnten beim Menschen eingesetzt werden, in die Bauchhöhle injiziert - jede Woche ein anderes. Eine Gruppe Mäuse erhält eine wirkungslose Substanz (Kontrollgruppe). Nun wird untersucht, in welcher Menge Pilocarpin Anfälle auslöst (Schwellentest). Dazu wird die Substanz durch eine Infusionspumpe kontinuierlich in die Schwanzvene gespritzt, wobei die Tiere am Schwanz festgehalten werden. Zahlreiche Mäuse, insbesondere in der Kontrollgruppe, sterben an den Anfällen. Diese werden durch andere Mäuse ersetzt. Die Versuche ziehen sich über 10 Monate, wobei die Antiepileptika in unterschiedlichen Dosierungen mehrfach getestet werden. Es wird diskutiert, dass die Ergebnisse mit Mäusen und Ratten nicht vergleichbar seien.
Dokumenten-ID: 4696

Dokument 4 - Warum wirkt ein Krebsmittel nicht beim Menschen?

Eine ähnliche Fragestellung, nämlich warum das Krebsmedikament Sorafenib bei Leberkrebs beim Menschen nicht gut wirkt, wird an der Universität Tübingen und anderen Einrichtungen an Mäusen untersucht.
Genmanipulierten Mäusen werden menschliche Leberkrebszellen in die Leber gespritzt. Dazu werden die Tiere betäubt und der Bauch wird aufgeschnitten. Einigen Mäusen wird das Krebsmedikament Sorafenib jeden zweiten Tag per Schlundsonde in den Magen eingegeben. Andere Gruppen von Mäusen erhalten das Medikament Skepinon oder beide Mittel zusammen. Manche Mäuse bleiben unbehandelt. Es wird beobachtet, wann die Mäuse an dem Krebs sterben. Der Sterbezeitpunkt liegt bei allen Gruppen zwischen 40 und 48 Tagen, unabhängig davon, ob und welches Medikament sie bekommen haben. Den toten Mäusen wird die Leber zur Untersuchung entnommen.
Dokumenten-ID: 4701

Dokument 5 - Nerv zerquetscht

Experimentatoren am Leibniz-Institut für Altersforschung, Fritz-Lipmann-Institut (FLI), Jena, wollen die Entzündungsreaktionen und die Entwicklung eines Schwannomas erforschen, einen Nervenscheidentumor, der beim Menschen durch einen Gendefekt hervorgerufen wird. Zunächst wird versucht, dies durch Genmanipulation zu erreichen. Das klappt aber nicht, denn die Mäuse mit dem künstlich erzeugten Gendefekt entwickeln kein Schwannoma, sondern verschiedene Nervenschäden oder Leberkrebs. Um doch noch Schwannomas untersuchen zu können, wird Mäusen unter Narkose ein Hinterbein aufgeschnitten und der Ischiasnerv wird mit einer Klemme 20 Sekunden lang gequetscht. Acht Monate später werden die Mäuse getötet und seziert.
Dokumenten-ID: 4723

Dokument 6 - Ratten die Knochen gebrochen

An der Klinik für Orthopädische und Unfallchirurgie, Heidelberg, wird ein neues „Tiermodell“ für einen schlecht heilenden, infizierten Knochenbruch entwickelt. Bei zehn Ratten wird unter Narkose das rechte Hinterbein geschoren und die Haut wird aufgeschnitten. Am oberen Ende des Schienbeins wird ein Loch in den Knochen bis in die Markhöhle gebohrt. Die Markhöhle wird mit einem Draht ausgehöhlt und eine Lösung Eiterbakterien (Staphylococcus aureus) in die Markhöhle injiziert. Die anderen zehn Ratten werden zum Vergleich nicht infiziert.
Bei allen 20 Tieren wird nun mit einem standardisierten Verfahren der Schienbeinknochen in der Mitte gebrochen. Dazu wird ein 650g schweres Gewicht aus 15 cm Höhe auf den Knochen fallen gelassen. Der Bruch wird chirurgisch repariert, indem ein dicker Draht zu beiden Seiten des Bruches in der Markhöhle eingeführt wird und sie so zusammenhält. Die Haut wird darüber vernäht. Nach fünf Wochen werden alle Tiere getötet, die Schienbeine werden entfernt und auf Heilung und Stabilität untersucht. Das Ergebnis: Die infizierten Knochen sind weniger gut zusammengewachsen als die nicht infizierten. Dokumenten-ID: 4699

Dokument 7 - Fischen die Schwanzflosse abgeschnitten

An der Universität Bayreuth wird Zebrafischen die Schwanzflosse abgeschnitten, um deren Nachwachsen zu untersuchen. Danach dürfen sich die Fische jeweils für eine unterschiedlich lange Zeit bei einer Temperatur von 26-28°C regenerieren. Nach der Regenerationsphase werden die Fische einmal täglich mit Hitzeschocks behandelt. Dazu werden alle Fische für 30 Minuten in 33-34°C warmes Wasser gesetzt und in unregelmäßigen Abständen für 1 Stunde in 37°C warmes Wasser. Schließlich werden die Fische getötet, um die Schwanzflossen gewebekundlich zu untersuchten.
Dokumenten-ID: 4728

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

Schlaganfall hilft gegen Gelenkentzündung

Neue Absurditäten aus der Tierversuchsforschung

1.8.2014

In unserer Internet-Datenbank dokumentieren wir Tierversuche, die in Deutschland durchgeführt und in Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind. Dabei handelt es sich um zufällige Stichproben, um der Öffentlichkeit zu veranschaulichen, was hinter den verschlossenen Labortüren tatsächlich geschieht.

Heute wurde unsere Datenbank um 50 neue Beschreibungen erweitert. Die Beispiele spiegeln den ganz normalen Alltag im Tierversuchslabor wieder. Es gibt Versuche, bei denen die Tiere besonders leiden müssen, solche, bei denen krampfhaft versucht wird, menschliche Krankheiten im „Tiermodell“ irgendwie nachzuahmen, andere, die wieder und wieder aufs Neue durchgeführt werden sowie welche, die – wäre es nicht so traurig - aus einem Kuriositätenkabinett stammen könnten. 

Dokument 1

Am Institut für Immunologie des Universitätsklinikums Jena wird an Mäusen herausgefunden, dass ein Schlaganfall gegen Gelenkentzündung hilft! Bei genmanipulierten Mäusen wird eine akute Gelenkentzündung (Arthritis) ausgelöst, indem reizende Substanzen und Diphteriebakterien gespritzt werden. Dann wird ein Schlaganfall hervorgerufen, indem unter Narkose die mittlere Gehirnschlagader für 60 Minuten mit einem Faden verstopft wird, so dass der Gewebebereich dahinter nicht mehr durchblutet wird. Zum Vergleich wird bei anderen Mäusen Arthritis ohne Schlaganfall hervorgerufen. Das Ergebnis: Mäuse mit Schlaganfall haben weniger dicke entzündete Pfoten.
(Dokumenten-ID: 4489)
Typisch für viele Tierversuche: Abgesehen von der unrealistischen Nachahmung der Symptome menschlicher, durch viele Faktoren beeinflussten Krankheiten ist die Fragestellung ein Fall fürs Kuriositätenkabinett.

 

Dokument 2

An der Uniklinik der RWTH Aachen werden die Wirkmechanismen eines seit 2006 zugelassenen Krebsmittels zum wiederholten Male bei Mäusen getestet. Genmanipulierten Mäusen wird operativ ein großer Teil der Leber entfernt. Einige Mäuse werden mit Sorafenib (Handelsname: Nexavar®, Hersteller: Bayer AG), einem Krebsmittel, über eine Magensonde behandelt. Um experimentelle Lebertumore zu erzeugen, werden manchen Mäusen Leberkrebszellen in die Blutbahn gespritzt. Die Mäuse mit der operierten Leber sind nach 25 Tagen und die Mäuse mit experimentellem Leberkrebs spätestens nach vier Tagen tot. Die Autoren geben an, dass vorhergehende, von anderen Autoren durchgeführte Experimente mit Ratten und Mäusen die Situation von leberkranken Menschen nicht reflektieren können. (Dokumenten-ID: 4491)
Ebenfalls typisch: Die Experimentatoren wissen selbst, dass die Ergebnisse für kranke Menschen irrelevant sind, aber Neugier (auch „wissenschaftliches Interesse“ genannt), die Aussicht auf eine weitere Artikelveröffentlichung und neue Forschungsgelder sind Motivation genug. 

Dokument 3

Am Zentrum für Experimentelle Orthopädie der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar wird bei 22 Merinoschafen unter Narkose das linke Knie aufgeschnitten, um am unteren Ende des Oberschenkelknochens ein Fenster von 4x8 mm Größe zu schneiden. Der gesamte Knorpel in diesem Fenster wird entfernt. In den darunter liegenden Knochen werden 6 Löcher gebohrt. Das Knie wird wieder zu genäht. Nach sechs Wochen werden die Schafe getötet. (Dokumenten-ID: 4513)
Noch ein typischer Tierversuch: Klinische Hinweise aus der Humanmedizin werden am „Tiermodell“ nachvollzogen. Hier wird bei Schafen die Beobachtung am Menschen überprüft, dass Bohrlöcher im Knochen zu Veränderungen im Knochen führen können. Tatsächlich belegt diese Studie an Schafen, dass Bohrlöcher im Knochen nicht gut für den Knochen sind. Aber welche Relevanz haben diese Ergebnisse? Schafe laufen im Gegensatz zum Menschen auf vier Beinen und belasten Knochen, Knorpel und Gelenke ganz anders. Wäre hier die Fortführung der Beobachtungen an kranken Menschen nicht sinnvoller? 

Dokument 4

Gentechnisch veränderte Mäuse werden am Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg über die Nase mit verschiedenen Grippeviren infiziert. Viele der infizierten Mäuse verlieren innerhalb von acht Tagen deutlich an Gewicht und die meisten sterben. Je nach Art des Virus und der Genveränderung liegt die Sterberate bei bis zu 100%. Überlebende Mäuse werden bei 25% Gewichtsverlust oder zu bestimmten Zeitpunkten durch Kohlendioxid-Erstickung getötet. Ihre Luftröhren und Lungen werden untersucht. (Dokumenten-ID: 4492)
Um mehr über die Krankheitsentstehung einer Grippeinfektion bei Mäusen zu erfahren - denn für den Menschen haben diese Versuche keinerlei Relevanz – werden über 200 Mäuse zu Tode gequält. 

Dokument 5

Am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin Göttingen werden genetisch veränderte Mäuselinien verwendet, bei denen die Ausschaltung eines Gens dazu führt, dass die Tiere Symptome ähnlich des menschlichen Autismus zeigen. Für die Etablierung der Zuchtlinie werden die Mäuse über mindestens sechs Generationen ingezüchtet. Bei etwa 21 Tage alten Mäusen werden verschiedene Verhaltenstests durchgeführt. Unter anderem wird eine Maus mit den Vorderpfoten an einen Draht gehängt und es wird beobachtet, ob sie greifen kann. Dieses „Mausmodell“ ist in der Literatur bei erwachsenen Mäusen beschrieben. Hier werden Tests mit Mäusejungen durchgeführt. (Dokumenten-ID: 4517)
Wie kann man nur glauben, ein so komplexes Krankheitsbild wie Autismus durch Ausschalten eines Gens bei Mäusen erzeugen zu können? 

Dokument 6

Am Zentrum für Biomedizin und Medizintechnik in Mannheim werden Mäuse unterschiedlichen Alters eine oder zwei Wochen lang bei absoluter Dunkelheit gehalten und später getötet, um zu ergründen, was sich im Gehirn von Mäusen abspielt, die eine oder zwei Wochen im Dunkeln gehalten wurden.(Dokumenten-ID: 4496)
Mit Sicherheit würde die Menschheit nicht zu Grunde gehen, wenn man auf solche „Erkenntnisse“ verzichten würde, aber 126 Mäuse wären nicht zu Tode gequält worden.

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

Komasaufen mit anschließendem Aderlass schont die Leber

Die neuesten praktischen Erkenntnisse aus Tierversuchen 

20.6.2013

Unserer Datenbank wurden heute 50 aktuelle Tierversuchsbeschreibungen hinzugefügt. Wieder einmal tun sich Abgründe der tierexperimentellen Forschung in Deutschland auf. Ratten und Mäuse, Hunde und Hamster werden aufs Schlimmste gequält - für hanebüchene Erkenntnisse.

Dokument 1

Experimentatoren der Firma Bayer in Wuppertal operieren zwölf Hunden einen Herzschrittmacher ein, der dauerhaft auf 220 Schläge pro Minute eingestellt wird (normal sind 60-120). Nach 14 Tagen zeigen die Hunde Anzeichen von Herzversagen. Jetzt werden zwei Wirkstoffe verabreicht, die bereits in der Humanmedizin im Einsatz sind und die die Symptome des künstlichen Herzversagens mindern sollen. Die Autoren bemerken, dass die Übertragbarkeit der Ergebnisse begrenzt ist, da Herzversagen beim Menschen meist die Folge von Erkrankungen der Herzkranzgefäße ist und nicht durch zu hohe Herzfrequenz ausgelöst wird wie in diesem Tierversuch. Trotzdem kündigen die Experimentatoren Langzeit-Tierversuche an.
Datenbank-ID: 4386

Dokument 2

In unserer Datenbank sind bereits ein halbes Dutzend Artikel dokumentiert, die sich mit der Rattenschnurrhaar-Forschung beschäftigen. Einzelne Haare werden mal gezogen, gedrückt, gebogen, abgeschnitten oder berührt, während gleichzeitig Hirnströme gemessen werden. Experimentatoren hauptsächlich in Mainz und Tübingen tun sich mit dieser für die Menschheit immens wichtigen Fragestellung hervor. Nun gibt es neue Erkenntnisse aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur Frage, was passiert im Gehirn von Ratten, deren Schnurrhaare durch einen Luftstoß alle gleichzeitig bewegt werden. Brauchen wir wirklich solche Erkenntnisse?
Datenbank-ID: 4416

Dokument 3

Im Universitätsklinikum Ulm werden bei Ratten mehrere Verletzungen in unterschiedlichen Kombinationen herbeigeführt: Es werden Knochen gebrochen, Prellungen an Brustkorb und Beinen sowie Schädeltraumata erzeugt. Zwei bis vier Stunden später werden Blutproben genommen, um die Entzündungsreaktion zu untersuchen. Das Ergebnis: Je mehr Verletzungen, desto mehr Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen. 352 Ratten mussten für diese Erkenntnis leiden und sterben.
Datenbank-ID: 4380

Dokument 4

Bei der Firma BioCrea in Radebeul muss jeweils eine Maus in einem Wasserbad schwimmen, aus dem sie nicht entkommen kann. Es wird die Zeit gemessen, bis das Tier aufhört zu schwimmen und sich treiben lässt. Tritt dieser Zeitpunkt früh ein, wird dies als Depression und in diesem Fall als ein Schizophrenie-Symptom gewertet. Den Mäusen wird eine Droge in die Bauchhöhle injiziert, von der bekannt ist, dass sie beim Menschen depressionsartige Schizophrenie-Symptome auslöst. Der Schwimmtest wird wiederholt, um zu sehen, ob die Mäuse weniger schwimmen, d.h. depressiv geworden sind. So soll ein „Mausmodell“ für die negativen Symptome (Depression) der Schizophrenie entwickelt werden.
Der Schwimmtest ist in der tierexperimentellen Forschung die übliche Prozedur, um Depressionen zu beurteilen. Doch hat schon mal jemand darüber nachgedacht, dass eine Maus vielleicht aufhört zu schwimmen, nicht weil sie depressiv ist, sondern weil sie ihre ausweglose Lage erkennt und einfach Energie sparen will? Zu glauben, man könne so komplexe psychische Krankheiten des Menschen auf so primitive Weise bei Tieren nachahmen, ist absurd.
Datenbank-ID: 4388

Dokument 5

Am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig wird bei Mäusen Asthma ausgelöst, indem mehrfach ein Eiweiß in die Bauchhöhle injiziert und in die Nase verabreicht wird. Auf den Käfig der Tiere wird dann ein Stück eines PVC-Bodens gelegt. Nach 20 oder 71 Tagen werden jeweils einige Mäuse getötet, um die Lungen zu untersuchen. Aus Bevölkerungsstudien und In-vitro-Untersuchungen mit menschlichen Lungenzellen ist längst bekannt, dass sich die Entzündungswerte erhöhen, wenn z.B. PVC-Böden in einer Wohnung verlegt werden. Dennoch wurden hier „Mausmodelle“ konstruiert, um dieses Wissen auch noch tierexperimentell zu bestätigen.
Datenbank-ID: 4395

Dokument 6

Unter Federführung des Tabakriesen Philip Morris in Köln werden immer noch zahlreiche Tierversuche am belgischen Standort Leuven des Konzerns durchgeführt. So werden die Käfige von mindestens 672 Mäusen über einen Zeitraum von 18 Monaten an fünf Tagen pro Woche täglich sechs Stunden lang mit Zigarettenrauch in verschiedenen Dosierungen begast. Je höher die Dosis, desto eher tritt Lungenkrebs auf. Unabhängig von der Dosis entwickeln sich Kehlkopfpapillome bei allen begasten Mäusen. Nach 18 Monaten werden die Überlebenden auf nicht genannte Weise getötet.
Die Autoren behaupten allen Ernstes, dass es bislang noch kein akzeptiertes, validiertes „Tiermodell“ für die Entwicklung von Lungenkrebs durch Zigarettenrauch gäbe und stellen in dieser Arbeit eines vor. Dieses sei wichtig, um die Entstehung der Krankheit und die Risiken durch Tabakrauch untersuchen sowie Therapiemaßnahmen entwickeln zu können. Nach 70 Jahren tierexperimenteller Tabakforschung wird jetzt also ein „Tiermodell“ validiert?
Datenbank-ID: 4402

Dokument 7

An der für Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Uni Frankfurt/M. wird Ratten eine große Menge Alkohol in den Magen eingegeben. Am nächsten Tag wird durch Ablassen von Blut ein Blutungsschock erzeugt. Anschließend werden die Ratten durch Infusion von 60 % des aufgefangenen Blutes, vermischt mit einer Infusionslösung wiederbelebt. Zwei Tage danach werden die Tiere getötet, um die Leberzellen zu untersuchen. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine Alkoholvergiftung die Chance erhöht, nach einem Blutungsschock mit anschließender Wiederbelebung zu überleben.
Im richtigen Leben würde das also heißen: Vor dem Autofahren viel Alkohol trinken, damit man nach einem Autounfall mit Blutverlust und hoffentlich rechtzeitiger Wiederbelebung eher überlebt. Pech für die anderen Verkehrsteilnehmer, die nicht so viel Alkohol im Blut haben. Oder umgekehrt: nach dem Komasaufen zur Ader lassen, weil das die Leber schont.
Datenbank-ID: 4398

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

Sport hilft bei Übergewicht

...und andere Weisheiten aus der Tierversuchsforschung

5.12.2012

Lieben Sie Hunde? Dann sollten Sie lesen, was heutzutage im Bereich der Zahnheilkunde mit diesen treuen Begleitern des Menschen gemacht wird: ... Zähne werden gezogen, Implantate eingesetzt, Implantate wieder entfernt, um andere Materialien zu testen, Knochen absichtlich geschädigt, die Wundstellen künstlich infiziert... Katzen ergeht es nicht besser. Bei ihnen werden Nervenfasern durchtrennt, um Körperfunktionen zu ergründen, die seit mindestens 100 Jahren bekannt sind.

Die heute der Datenbank hinzugefügten 50 neuen Tierversuchsbeschreibungen belegen erneut die Grausamkeit und den Unsinn der Tierversuche. Einige Beispiele:

Dokument 1

Bei den 12 Foxhounds werden an der Uni Düsseldorf 16 Backenzähne gezogen. Drei Monate später werden je vier viereckige Löcher in beide Seiten des Unterkieferknochens gebohrt. Die Löcher sind 6x6 mm breit und 2-8 mm tief. Damit sollen Knochenschäden bei menschlichen Patienten simuliert werden. Weitere vier Wochen später werden Titanimplantate in den Knochen mit den heilenden Löchern geschraubt. Schließlich werden die Tiere getötet.
Der Kieferknochen von Hunden ist ganz anders aufgebaut und viel härter als der des Menschen. Die Ergebnisse sind von vornherein wertlos.
Dokumenten-ID: 4365

Dokument 2

In Göttingen werden bei 16 narkotisierten Katzen die zum Kopf führenden Halsarterien vollständig abgebunden, so dass das Gehirn nicht mehr mit Blut versorgt wird. Die Katze ist damit hirntot. Das Herz schlägt aber weiter. Die Narkose wird abgestellt! Die Katze wird gelähmt und künstlich mit Luft beatmet. Nun werden Fenster in vier Lendenwirbel geschnitten. Sämtliche Nerven, die vom Rückenmark zum linken Hinterbein führen, werden durchtrennt. Im linken Hinterbein werden fast alle Nerven durchtrennt, bis auf den Nerv, der zur Fußsohle zieht. Die Nervenenden im Bein werden elektrisch gereizt oder es wird ein Hitzestrahl darauf gerichtet. Elektroden an den abgeschnittenen Rückenmarksnerven zeichnen die ankommenden elektrischen Impulse auf. Daten zur Untersuchung der Nervenimpulsweiterleitung gibt es bereits schränkeweise. So liest sich diese Versuchsbeschreibung wie aus den Anfangstagen der Vivisektion im 19. Jahrhundert.
Dokumenten-ID: 4354

Dokument 3

An der Deutschen Sporthochschule Köln erhalten weibliche Ratten zehn Monate lang fettreiches Futter, so dass sie übergewichtig werden. Außerdem werden die Eierstöcke operativ entfernt. Einigen Ratten wird sechs Wochen lang Östrogen über eine osmotische Minipumpe verabreicht, die unter die Rückenhaut der Tiere eingepflanzt wird. Außerdem müssen die Ratten täglich 15 Minuten in einem motorgetriebenen Laufrad laufen. Nach sechs Wochen körperlicher Aktivität werden alle Ratten geköpft. Anhand der Ergebnisse dieser Studie postulieren die Autoren, dass übergewichtige Frauen nach den Wechseljahren Gewicht verlieren, wenn sie Sport treiben und Östrogene nehmen. Wow – ein beeindruckendes Ergebnis! Wieso kann eine solche Fragestellung nicht gleich am Menschen untersucht werden?
Dokumenten-ID: 4363

Dokument 4

An der Technischen Universität München wird ein potentielles Krebsmedikament getestet. Nacktmäusen werden Krebszellen in die Bauchhöhle injiziert. Die Mäuse werden entweder einen oder acht Tage nach der Krebsinjektion mit einer Testsubstanz behandelt. Kontrolltiere erhalten eine wirkungslose Kochsalzlösung. Viele Tiere leiden an Tumoren, Bauchwassersucht oder Abmagerung. Nach etwa 30 Tagen sind alle Kontrollmäuse tot. Überlebende Mäuse werden nach 250 Tagen getötet.
Nicht nur, dass diese Versuchsreihe ungeheures Leid verursacht hat, das Ergebnis ist vollkommen banal: Therapiebeginn einen Tag nach der Injektion der Krebszellen ist effektiver als acht Tage später. Krebs beim Menschen entsteht über Jahre. Zu welchem Zeitpunkt soll dann bitteschön die Behandlung beim Menschen einsetzen? Das neue Mittel wirkt außerdem bei Nacktmäusen zwar gegen Bauchhöhlenkrebs, hat aber diverse tödliche Nebenwirkungen wie Lymphknoten-, oder Lebertumore sowie Nierenversagen.
Dokumenten-ID: 4357

Dokument 5

Um Depressionen nach einem Schlaganfall zu erforschen, wird an der Berliner Charité bei Mäusen eine Hirnarterie für 30 Minuten verstopft, so dass in dieser Zeit das Gewebe dahinter nicht mehr durchblutet wird. Zwei Wochen nach dem künstlich ausgelösten Schlaganfall werden verschiedene Verhaltenstests durchgeführt. Eine Maus muss in einem Wasserbassin mit glatten Wänden schwimmen. Es wird die Zeit gemessen, bis das Tier nicht mehr schwimmt. Dies wird als Aufgabe, bzw. Depression gewertet. In einem anderen Test wird einer Maus 24 Stunden lang eine Zuckerlösung angeboten. Mäuse, die wenig trinken, gelten als anhedonisch, d.h. sie können keine Freude empfinden. Schließlich müssen die Mäuse 48 Stunden lang hungern. Dann wird ein Tier auf eine hell erleuchtete Plattform gesetzt. In der Mitte befindet sich Futter. So soll getestet werden, ob der Hunger stärker ist als die Angst, sich in die helle Mitte des Feldes zu begeben. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welch geradezu primitiv anmutenden Versuchsanordnungen versucht wird, komplexe Erkrankungen des Menschen, wie die Depression, im „Tiermodell“ nachzuahmen.
Dokumenten-ID: 4336

Dokument 6

Im Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim werden Rattenweibchen und ihre Jungen vom Tag der Niederkunft bis zum 8. Tag danach mit reinem Alkohol begast. Dies soll den Alkoholkonsum in der letzten Schwangerschaftswoche (!) beim Menschen simulieren. Als Erwachsene zeigen die Ratten ein Defizit im räumlichen Lernvermögen. Soll das heißen: Kinder von alkoholtrinkenden Müttern brauchen als Erwachsene ein Navi?
Dokumenten-ID: 4370

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

Das Leid der Tiere in den Labors 

12.1.2012

Die Medien stellen Tierversuche regelmäßig verharmlosend dar. Ein freundlicher Herr im weißen Kittel, der liebevoll ein Mäuschen auf der Hand hält, ein geräumiges Gehege mit fröhlich umher springenden Affen. Solche Bilder sollen uns glauben machen, den Tieren im Labor ginge es gut. Außerdem diene die tierexperimentelle Forschung angeblich dazu, die Menschheit vor Tod bringenden Krankheiten zu retten. Unsere Datenbank beweist, dass diese Darstellung eine reine PR-Masche der Tierversuchslobby ist. Die Realität sieht anders aus – erschreckend anders.

Heute haben wir unsere Datenbank um 50 weitere Dokumente erweitert, Dokumente, die öffentlich machen, was keiner wissen soll, Dokumente, die schonungslos belegen, welches Leid Tieren in den Labors angetan wird und die beweisen, dass der angebliche Nutzen von Tierversuchen nur vorgeschoben ist. Tatsächlich geht es um Neugier, Karriere und Forschungsgelder.

Die Liebe einer Tiermedizin-Doktorandin zu Hunden

In einer veterinärmedizinischen Dissertation der Ludwig-Maximilians-Universität München werden 16 Beagle-Hunde mit Röntgenstrahlen bestrahlt und mit einem Immunsuppressivum (Ciclosporin A) behandelt, um die körpereigene Immunabwehr zu schwächen. Dann werden ihnen Stammzellen von anderen Hunden eingepflanzt. Bei den Tieren kommt es zu unterschiedlich ausgeprägten Symptomen, die auf die Strahlenkrankheit, die Ciclosporin-Behandlung und/oder die Abstoßungsreaktion zurückzuführen sind. Die Tiere leiden zum Teil unter Bauchschmerzen, Appetitmangel, blutiges Erbrechen, blutigen Durchfällen, Fieber über 40°C, schwere Leberschäden sowie Hautrötungen mit Krustenbildung an Ohren, Oberschenkeln und Rücken. Eine Hündin lahmt auf einem Vorderbein. Sie stirbt später an einem Herzstillstand. Eine andere Hündin zeigt Gleichgewichtsstörungen und wird blind. Bei einigen Hunden bessern sich die Symptome nach einiger Zeit, andere haben deutlich weniger Symptome.
Die Autorin schreibt in der Danksagung am Ende ihrer Doktorarbeit: „Nicht zu vergessen die Hunde, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Vor allem Sophy, Minni, Lexi, Chocolate, Mia, Ruby, Petite, Daisy und Schmuserl, die Hauptdarsteller dieser Arbeit“. Wie abgebrüht muss eine Doktorandin der Tiermedizin sein, um „ans Herz gewachsenen“ Tieren so etwas anzutun?
Dokumenten-ID: 4254

Weißbüscheläffchen zu Tode gequält

Um ein „Tiermodell“ für die beim Menschen vorkommenden Kuhpocken zu entwickeln, werden am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen mindestens 28 Weißbüscheläffchen mit Kuhpocken-Viren infiziert. Es werden verschiedene Infektionswege (in die Vene, in die Nase, in den Rachen) getestet sowie verschiedene Dosierungen des Virus. Je nach Gruppe leiden die Tiere unter Atembeschwerden, Nasenausfluss, Abgeschlagenheit, Appetitmangel, Hautveränderungen und Blutungen im Rachenbereich. Bis auf drei Tiere sterben alle Affen zwischen vier und 15 Tage nach der Infektion.
Dokumenten-ID: 4231

Der Schwachsinn der „Tiermodelle“

An der Uni Düsseldorf werden bei Ratten künstlich Symptome der Parkinson Krankheit erzeugt, indem ihnen eine Nerven schädigende Substanz in das Gehirn injiziert wird. Dann wird den Tieren das weibliche Sexualhormon Progesteron unter die Haut gespritzt. Davor und danach müssen sie verschiedene Verhaltenstests durchlaufen. Die Autoren stellen fest, dass Progesteron die Symptome eher verschlimmert, obwohl es in einem anderen Versuch mit Mäusen mit einem anderen Parkinson-„Modell“, die Symptome verminderte. Sie folgern, dass es interessant wäre, das Hormon VOR der künstlichen Nervenzellschädigung statt danach zu verabreichen.
Dieses Beispiel zeigt, wie unsinnig das System der „Tiermodelle“ ist. Wenn schon unterschiedliche Parkinson-„Modelle“ zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, wie soll so etwas eine Relevanz für den Menschen haben? Doch anstatt sich auf sinnvolle Forschungsmethoden zu besinnen, wird weitergemacht wie bisher – auf Kosten von Tieren, auf Kosten von Patienten, denen mit haltlosen Heilsversprechen Hoffnung gemacht werden und auf Kosten von uns Steuerzahlern, die wir den Schwachsinn finanzieren müssen.
Dokumenten-ID: 4252

Fischen die Schwänze abgeschnitten

Bei 22 aus Südamerika stammenden Braunen Messerfischen, die zu den schwach elektrischen Fischen zählen, wird an der International Jacobs University Bremen ein 1 cm langes Stück des Schwanzes abgeschnitten. Jeweils einige Fische werden bei 30°C oder 22°C Wassertemperatur gehalten. Sieben Tage lang wird täglich der elektrische Strom gemessen, den die Fische produzieren. Dazu wird ein Fisch in eine Plastikröhre gesteckt. In die Röhre ragen Elektroden hinein, die den elektrischen Strom des Tieres messen. Die Prozedur dauert täglich 5-10 Minuten.
Die Autoren finden heraus, dass elektrische Fische verletztes Rückenmarksgewebe bei etwas erhöhten Temperaturen besser regenerieren können als bei Kälte. Bei Säugetieren wirkt sich dagegen Kälte positiv auf die Heilungsfähigkeit aus. Trotz dieser fundamentalen Unterschiede postulieren die Autoren, dass die Suche nach den Faktoren, die die Regenerationsfähigkeit bei kaltblütigen Tieren verbessern, wichtig für die Entwicklung von Behandlungsstrategien bei Säugetieren sein könnte.
Von der gleichen Autorengruppe sind in unserer Datenbank eine Reihe weiterer Tierversuche dokumentiert, bei denen Messerfischen die Schwänze abgeschnitten werden, um das Nachwachsen unter verschiedenen Bedingungen zu ergründen. Es gibt viele Tierarten, die in der Lage sind, amputierte Körperteile nachwachsen zu lassen. Doch egal, wie viele Experimente man mit solchen Tieren anstellt, sie werden niemals dazu beitragen, dass Menschen diese Fähigkeit erlangen.
Dokumenten-ID: 4245

Hamster aus reiner Neugier erstickt

Ebenfalls an der International Jacobs University Bremen wurden 92 Dschungarische Hamster massakriert, um den Zusammenhang zwischen innerer Uhr und Spermienproduktion zu erforschen. Eine Gruppe Hamster wird in einem normalen 24-Stunden-Rhythmus gehalten, eine Gruppe unter einem 23-Stunden- (16 h Licht, 7 h dunkel) und die dritte Gruppe unter einem 25-Stunden-Rhythmus (16 h Licht, 9 h dunkel). Alle Tiere werden durch CO2-Erstickung getötet, um die Hoden zu untersuchen. Von wegen ‚Die Menschheit vor schrecklichen Krankheiten retten’ – in diesem Artikel wird nicht einmal versucht, einen Zusammenhang zur möglichen medizinischen Anwendung zu konstruieren. Die Tiere fielen einzig der Neugier einzelner Forscher zum Opfer.
Dokumenten-ID: 4248

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

Wenn die Ratte nicht mehr auf Elektroschocks reagiert…

6.9.2012

Unsere Datenbank wurde heute um 50 weitere, in Deutschland durchgeführte Tierversuche erweitert. Die Dokumente belegen erneut die erschreckende Grausamkeit und den hanebüchenen Irrsinn der Tierversuche. 

Einige Beispiele: 

Dokument 1

Besonders schrecklich sind Versuche im Bereich der Psychiatrie. Im Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit werden seit Jahren Tiere aufs Grausamste gequält, um psychische Krankheiten des Menschen nachzuahmen. Abgesehen von dem unendlichen Leid der Tiere, allein die Idee, komplexe psychische Erkrankungen wie Depression bei Tieren künstlich erzeugen zu wollen, ist absurd. In einer aktuellen Studie wird ein „Modell“ der Anhedonie, der Unfähigkeit Freude zu empfinden, bei Ratten entwickelt. Ratten werden über mehr als 60 Generationen auf depressive Eigenschaften gezüchtet. Die Tiere lassen einen Elektroschock ohne Reaktion über sich ergehen, obwohl sie ihn durch Drücken eines Hebels beenden könnten. Diese „erlernt hilflosen“ Ratten sowie normale Tiere erhalten in einem Metallkäfig vier Elektroschocks von je zwei Sekunden Länge. Anschließend wird den Tieren gesüßte Kondensmilch angeboten und es wird die Menge gemessen, die ein Tier innerhalb von 15 Minuten zu sich nimmt. Depressive „erlernt hilflose“ Ratten trinkt weniger, weil sie durch den Stressschock keine Freude mehr empfinden können.
Dokumenten-ID: 4181 

Dokument 2

Nicht weniger grausam geht es in der Infektionsforschung zu. Um die Immunabwehr von alten und jungen Mäusen bei einer Infektion mit Scharlach-Bakterien zu vergleichen, werden am Helmholtz-Institut für Infektionsforschung in Braunschweig mindestens 110 Mäuse zu Tode gequält. Die 2-3 Monate und über 20 Monate alten Mäuse werden mit Bakterien (Streptococcus pyogenes, Erreger des Scharlachs, Haut- und anderer Infektionen) infiziert, indem diese in die Schwanzvene oder unter die Haut an der rechten vorderen Flanke injiziert werden. Für die Injektion werden die Tiere betäubt. Es wird der LD50-Wert ermittelt, das heißt, die Menge an Bakterien, bei der 50 % der Mäuse einer Gruppe sterben. Gruppen von je zehn alten und jungen Mäusen werden mit vier verschiedenen Dosierungen der Bakterien infiziert. Die Todesrate wird über einen Zeitraum von 12 Tagen registriert. Die alten Mäuse sterben schon bei geringen Bakterienmengen. 
In einem weiteren Test wird die Todesrate von alten und jungen Mäusen bei einer bestimmten Bakterienmenge ermittelt. Die alten Mäuse sterben innerhalb von 4-12 Tagen, während die jungen Mäuse überleben. Die überlebenden Tiere werden durch CO2-Erstickung getötet. 

Dokumenten-ID: 4202 

Dokument 3

Bei einem Experiment an der Medizin I des Universitätsklinikums Würzburg wird bei 109 Ratten unter Narkose ein Herzinfarkt ausgelöst. Dazu wird der Brustkorb aufgeschnitten. Die linke Herzkranzarterie wird abgebunden, so dass der Herzmuskel großenteils nicht mehr durchblutet wird. Nach 45 Minuten wird die Schlinge wieder geöffnet und das Herz wieder normal durchblutet. Eine Gruppe Ratten erhält einen Testwirkstoff kurz vor der Wiederdurchblutung in die Bauchhöhle injiziert. Gruppe zwei zum Vergleich wird eine wirkungslose Kochsalzlösung injiziert. Bei Gruppe 3 wird die Substanz einmal vor Auslösen des Herzinfarktes und unmittelbar vor dem Lösen der Schlinge verabreicht. Der weitere Verlauf wird mittels EKG 24 Stunden lang beobachtet. In Gruppe 1 sterben 38 Ratten (37%), in Gruppe 2 sind es 42 (50%) und in Gruppe 3 22 Ratten (14%). Die überlebenden Ratten werden nach Ablauf der 24 Stunden getötet. 
Die Testsubstanz führt zu vermehrten Herzrhythmusstörungen und erhöht die Todesrate, wenn sie während des Herzinfarktes gegeben wird, aber reduziert die Herzrhythmusstörungen, wenn sie VOR dem Herzinfarkt verabreicht wird. Welch ein irrealer Versuchsaufbau! Es ist unheimlich hilfreich, zu wissen, wie ein Medikament wirkt, wenn es VOR dem Herzinfarkt verabreicht wird.

Dokumenten-ID: 4187 

Dokument 4

Acht aus China stammende und im Deutschen Primatenzentrum Göttingen (DPZ) gehaltene Rhesusaffen werden durch Injektion in eine Vene mit dem Simian Immunodeficiency Virus (SIV, auch „Affen-HIV“ gennant), infiziert. Mindestens ein weiterer Affe bleibt uninfiziert. Den Tieren werden in regelmäßigen Abständen Darmbiopsien (Gewebeproben) und Blutproben entnommen, um die Rolle bestimmter Immunabwehrzellen im Verlauf einer Infektion mit dem SIV-Virus zu untersuchen. Versuche dieser Art werden am DPZ seit Jahrzehnten wieder und wieder durchgeführt. Gebracht hat es AIDS-Kranken bislang nichts. Das überrascht nicht, denn Affen-AIDS hat praktisch nichts mit der menschlichen Immunschwäche-Krankheit zu tun. Es wird also versucht, eine Therapie oder einen Impfstoff für den Menschen zu finden, indem man andere Tiere mit einem anderen Virus infiziert, das eine andere Krankheit hervorruft. Grotesk!
Dokumenten-ID: 4215

Dokument 5

Ein anderer Fall, bei dem man nur noch mit dem Kopf schütteln kann: Neunzig in Südamerika gefangenen elektrischen Fischen der Art Brauner Messerfisch wird an der International Jacobs University Bremen ein 1 cm langes Stück des Schwanzes abgeschnitten. In bestimmten Abständen (nach jeweils einigen Minuten, Stunden, Tagen, bis zu 50 Tagen) werden jeweils drei Fische getötet, um die nachwachsenden Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen. Im Gegensatz zu Säugetieren haben Knochenfische nämlich ein enormes Potential, Rückenmarksgewebe nach einer Verletzung zu regenerieren. Die Autoren rechtfertigen ihre haarsträubenden Tierversuche allen Ernstes damit, dass durch die Analysen der Regenerationsfähigkeit des Rückenmarks verschiedener Tierarten neue Behandlungsstrategien für Menschen entwickelt werden könnten.
Dokumenten-ID: 4180 

Dokument 6

Ebenfalls in die Sparte „Schwachsinn“ fällt eine Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. In der Bandscheibe des Menschen kommen bestimmte Zellen vor, die im Alter von etwa zehn Jahren verschwinden. Kaninchen haben diese Zellen ihr Leben lang. Um dem Grund für das Verschwinden der Zellen beim Menschen auf die Spur zu kommen, werden die Bandscheiben von Kaninchen mechanisch belastet. Bei 36 weißen Neuseelandkaninchen werden unter Narkose Metallstreben durch zwei Lendenwirbel gebohrt. Diese werden von außen durch weitere Metallstangen zusammengehalten. Mittels einer Feder werden die Wirbel dauerhaft zusammengeschoben, um eine mechanische Belastung der Zwischenwirbelscheibe zu simulieren. Nach 1, 28 oder 56 Tagen werden jeweils einige Kaninchen getötet, um die Bandscheiben auf das Vorkommen bestimmter Zellen zu untersuchen.
Dokumenten-ID: 4223 

Dokument 7

Am Zentrum für Strahlungsforschung in der Onkologie der Carl-Gustav-Carus Technischen Universität Dresden werden Nacktratten betäubt erst auf der rechten, dann auf der linken Seite liegend mit Röntgenstrahlen (je 2 Gy) bestrahlt. Bei einer zweiten Gruppe Ratten wird jedes Tier einzeln in einen engen Käfig gesteckt, in dem nur geringe Bewegungen möglich sind, und mit 5 Gy bestrahlt. Zwei Tage später werden menschliche Lungenkrebszellen unter die Haut des rechten Hinterbeins injiziert. Durch die Strahlung wird das Immunsystem der Tiere geschädigt, so dass die fremden Zellen nicht abgestoßen werden. In den folgenden 40 Tagen wird das Wachstum des Tumors beobachtet. Bei den von beiden Seiten bestrahlten Ratten wird der Tumor wesentlich größer als bei den einseitig bestrahlten Ratten. 
Dieses Ergebnis ist derart banal, dass man gar nicht glauben kann, dass nicht schon vor 30 Jahren jemand drauf gekommen ist. Das Beispiel zeigt ein typisches Verhalten in der Tierversuchsforschung: Versuchsanordnungen werden jahrzehntelang unreflektiert übernommen – genau wie das tierexperimentelle System insgesamt. „Es wurde halt schon immer so gemacht“ ist ein gängiges Argument der Experimentatoren.

Dokumenten-ID: 4219 

Dokument 8

In der Toxikologie (Giftigkeitsprüfung) ist das nicht anders. Bei der Firma BASF in Ludwigshafen werden zwei Industriechemikalien an Ratten getestet, für die es seit 1962 Arbeitsplatz höchstwerte gibt. Bei mindestens 66 Ratten wird das Rückenfell auf einer Fläche von 10 cm2 geschoren. Ein Silikonring von 3,4 cm Durchmesser und 2 mm Höhe wird auf die Haut geklebt, in den die Testsubstanz gegeben wird. Eine Bandage wird um den Körper der Ratte gewickelt, um zu verhindern, dass die Testsubstanz von der Haut abläuft. Es werden unterschiedliche Dosierungen zweier Industriechemikalien getestet, die für die Herstellung von Kunststoffen wie Polyurethan verwendet werden. Nach acht Stunden wird die Binde entfernt und die Haut gewaschen. So soll die Exposition eines Arbeiters simuliert werden, der sich nach acht Stunden Arbeitszeit wäscht. Je nach Gruppe kommt es bei den Tieren z. T. zu Rötungen und Schwellungen der Haut. Jeweils einige Ratten werden 24 oder 120 Stunden nach der Applikation getötet, um Organveränderungen zu untersuchen.
Dokumenten-ID: 4220

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

Anleitung zum Tiere quälen

19.1.2011

Man nehme: viele Mäuse, schneide ihnen den Bauch auf, steche ein paar Mal in den Blinddarm, so dass Darminhalt in die Bauchhöhle fließen kann und nähe die Maus wieder zu. So gelingt die standardisierte Bauchfellentzündung, bei der man je nach Größe und Anzahl der gestochenen Löcher im Blinddarm die „gewünschte Todesrate“ variieren kann. Eine Experimentatorin vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig empfiehlt so in ihrer Publikation die Vorgehensweise bei der Erstellung eines „Mausmodells“ für eine schmerzhafte Bauchfellentzündung. Wie in einem Kochrezept wird beschrieben, welche Zutaten man braucht, um praktischerweise die Sterberate zu beeinflussen. Der qualvolle Tod der Tiere ist dabei nichts anderes als „Teig kneten“. So viel Gefühlskälte lässt einen erschaudern und beweist erneut, dass auch heute noch grausamste Tierversuche gang und gäbe sind.

Heute haben wir 50 weitere Tierversuche in unsere Datenbank eingespeist. Tierversuche, die in letzter Zeit in Deutschland und Österreich durchgeführt wurden und die an Grausamkeit und Unsinnigkeit kaum zu überbieten sind. Die aktuellen Publikationen aus Fachjournalen, die wir für die Datenbank bearbeiten, sind dabei eine zufällige Stichprobe der gängigen Tierversuchspraxis.

So beschreibt die Experimentatorin aus Braunschweig in zwei weiteren „Kochrezepten“ wie man eine bakterielle Lungenentzündung oder eine Hautinfektion mit Eitererregern bei Mäusen hinbekommt. Das immense Leid der betroffenen Mäuse ist der Autorin keine Silbe wert.
(Dokumenten-IDs 4130, 4131, 4132)

Wie in den genannten Beispielen beschäftigt sich eine zunehmende Anzahl an Fachpublikationen mit der Erstellung von „Tiermodellen“. Es geht also nicht um die Entwicklung neuer Medikamente, sondern lediglich darum, menschliche Krankheiten im Labor bei Tieren nachzuahmen. An diesen künstlich krank gemachten Tieren werden dann irgendwelche molekularen Details der Entstehung dieser unnatürlichen Schäden untersucht. Dass daraus jemals eine wirksame Behandlungsmethode für Menschen entsteht, ist äußerst fraglich bis unwahrscheinlich, denn die nachgeahmten Symptome haben ja nichts mit der tatsächlichen Krankheit beim menschlichen Patienten gemein.

An der Uni Wien wird Mäusen ein Loch in den Schädelknochen gebohrt, durch den ein Schlauch mit einem aufblasbaren Ballon am Ende zwischen Gehirn und Schädelknochen geschoben wird. Der Ballonkatheter wird mit einer Flüssigkeit gefüllt, so dass er sich ausdehnt und den Hirndruck erhöht, bis der Hirntod eintritt. Den Autoren der Studie zufolge wurden seit Mitte der 1990 Jahre diverse „Tiermodelle“ für den schnellen oder langsamen Hirntod entwickelt. Da im Bereich der Transplantationsforschung zunehmend gentechnisch manipulierte Mäuse verwendet werden, müsse man halt ein „Modell“ dafür etablieren.
(Dokumenten-ID 4129)

Im Max-Planck-Institut für Immunobiologie Freiburg wird ein „Modell“ für die Nickelallergie erstellt. Gentechnisch veränderten Mäusen wird eine Nickellösung erst in die Bauchhaut und elf Tage später in die Haut eines Ohres gespritzt, um eine Immunreaktion auszulösen. 24 Stunden nach der zweiten Injektion wird die Dicke des Ohres gemessen. Dann werden die Tiere getötet. Menschen, die gegen Nickelschmuck auf der Haut allergisch sind, sind weder genetisch manipuliert, noch wird bei ihnen Nickel injiziert. Wäre es nicht sinnvoller, die Mechanismen der Allergieentstehung mit ethisch unbedenklichen Methoden gleich am Menschen zu erforschen?
(Dokumenten-ID 4164)

Überhaupt würde ein Ausbau von klinischer Forschung und Bevölkerungsstudien die Medizin voranbringen. Doch Tierexperimentatoren haben kein Interesse an sinnvoller Forschung. Sie suchen ihr Heil lieber in der Etablierung irgendwelcher „Tiermodelle“, die zwar nichts mit den menschlichen Krankheiten zu tun haben, aber trotzdem die begehrte Publikationsliste verlängern.

Dass Phytoöstrogene (Pflanzenöstrogene) z.B. aus Soja die Wechseljahresbeschwerden der Frau mildern, ist seit Jahrhunderten vor allem in Fernost, aber zunehmend auch bei uns, bekannt. Die Wirkung dieser Substanzen zur Prophylaxe von Osteoporose bei Frauen nach der Menopause ist laut eines Artikels der Uni Göttingen noch umstritten. Für jeden normal denkenden und fühlenden Mensch kämen nur Bevölkerungsstudien in Betracht, um hier verwertbare Erkenntnisse zu erzielen. Die Göttinger Experimentatoren meinen aber dieser Frage in einem „Tiermodell“ nachgehen zu müssen. Ratten werden die Eierstöcke entnommen, um eine Frau nach der Menopause zu simulieren. Dann wird ein Schienbein der Ratten durchgesägt und mit einer Platte und Schrauben wieder zusammengefügt, um eine Osteoporose nachzuahmen. Gruppen von Ratten bekommen anschließend fünf Wochen lang Isoflavone aus Sojapflanzen oder Östrogene ins Futter gemischt. Dann werden die Ratten getötet, um die Knochenheilung zu beurteilen.
(Dokumenten-ID 4169)

Es gibt Hinweise aus In-vitro-Studien und Studien mit Menschen sowie einigen Tierversuchen, dass grüner Tee vor bestimmten Krebsarten schützt. Als Ursache werden die antioxidativen Eigenschaften des grünen Tees vermutet. In einer Arbeit der Uni Wien wird an Ratten untersucht, ob grüner Tee als Antioxidans die Schädigung des Erbguts (DNA) in den Zellen verhindern kann. Ergebnis: In einer Dosis, die 500 ml grünem Tee beim Menschen entsprechen würde, gibt es einen schützenden Effekt. Das Ergebnis bestätigt damit Bevölkerungsstudien, denen zufolge fünf Tassen grüner Tee pro Tag vor Krebs schützen können. Warum müssen Ratten sterben für Wissen, das man längst hat?
(Dokumenten-ID 4147)

Und dann gibt es immer wieder Tierversuche aus dem Bereich der biologischen Grundlagenforschung, die die angebliche „Notwendigkeit“ von Tierversuchen ad absurdum führen. An gleich drei Instituten in Frankfurt, München und Potsdam werden für die Erforschung des Gehirns der Fledermaus Tiere gequält und öffentliche Gelder verschwendet. Jede Uni verwendet dabei andere Fledermausarten. In Frankfurt beispielsweise werden Brillenblattnasen, eine in Mittel- und Südamerika vorkommende Fledermausart, gezüchtet. Außerdem werden einige Wildfänge der Nacktrückenfledermaus aus Kuba verwendet. Die Tiere werden während der bis zu 24-stündigen Experimente in leichter (!) Narkose gehalten. Sie zeigen bei Berührung der Ohren oder Flügel Reflexe. Auf den Schädel einer Fledermaus wird ein Metallstab geklebt, der der Fixierung des Kopfes in einem stereotaktischen Apparat dient. In den Schädelknochen wird ein Loch gebohrt, durch das Elektroden in das Hirngewebe eingeführt werden. Über Lautsprecher werden die Tiere mit verschiedenen akustischen Reizen beschallt. Gleichzeitig messen die Elektroden Nervenaktivitäten im Gehirn. Schließlich werden die Fledermäuse getötet. Müssen wir wirklich um jeden Preis wissen, wie das Fledermausgehirn akustische Reize verarbeitet?
(Dokumenten-ID 4159)

Dr. med. vet. Corina Gericke

Ausführliche Beschreibungen und Quellenangaben sind unter www.datenbank-tierversuche.de zu finden. Einfach nach der Dokumenten-ID suchen.

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