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Datenbank-Tierversuche

Absurditäten aus deutschen Laboren - - Rennen bis zum Umfallen - Stressforschung an Tieren

Rennen bis zum Umfallen - Stressforschung an Tieren

Menschen leben in einer besonders abwechslungsreichen Umwelt und sind vielfältigsten Einflüssen ausgesetzt, die die Entstehung von Stress und die damit in Verbindung gebrachten Krankheiten beeinflussen. Und jeder von uns reagiert anders darauf. Bei dieser Vielfalt möglicher Auslöser verwundert es, wie Forscher überhaupt auf die Idee kommen können, Stress im Tierversuch simulieren zu wollen. Nach dem Motto »Geht nicht, gibt's nicht« lassen sich die Experimentatoren einiges einfallen, um Stress bei Tieren zu erzeugen.

Mäuse werden 24 Stunden lang mit lauten Tönen in 15 Sekunden-Intervall traktiert. Diese Töne mit einer Frequenz von 200 Hertz werden normalerweise zur Vertreibung von Nagern verwendet.
Sabiha Fatima et al.: CD26-/DPP IV-postive lymphocytes in murine acute experimental colitis. Advances in Experimental Medicine and Biology 2003: 534, 345-350
Berlin


Mäuse werden einen Monat lang einmal täglich abwechselnd drei verschiedenen Stressoren ausgesetzt: Eine Maus wird in einer kleinen, löchrigen Plastikbox 15 Stunden lang in den Käfig einer Ratte gesetzt. Sie wird 2 Stunden lang in eine enge Plastikröhre gesteckt und 6 Minuten lang am Schwanz aufgehängt.
Tatyana Strekalova et al.: Stress-induced anhedonia in mice is associated with deficits in forced swimming and exploration. Neuropsychopharmacology 2004, 29, 2007-2017
Mannheim


Eine Ratte wird in eine Kammer mit Gitterboden gesetzt. Alle 24 Sekunden wird der Gitterboden für 60 Sekunden unter Strom gesetzt. Die Ratten können den Elektroschock beenden, indem sie einen Hebel drücken. Tiere, die den Zusammenhang zwischen dem Hebel und dem Nachlassen des Schmerzes nicht verstehen, sitzen still auf einem der Gitterstäbe und lassen die Stromstöße über sich ergehen. Sie sind »erlernt hilflos« und werden als »Modell« für die Depression verwendet.
Barbara Vollmayr et al.: Learned helplessness in the rat: improvements in validity and reliability. Brain Research Protocols 2001: 8, 1-7
Mannheim


Zur Auslösung von akutem Stress, werden Ratten eine Stunde lang in eine enge Plastikröhre gesteckt, in der sie sich nicht bewegen können. Chronischer Stress wird simuliert, indem die Tiere 5 Tage lang jeden Tag eine Stunde in einer engen Röhre immobilisiert werden.
Johannes Thome et al.: Stress differentially regulates synaptophysin and synaptotagmin expression in hippocampus. Biological Psychiatry 2001: 50, 809-812
Mannheim


Ratten werden zehn Minuten lang in einem glattwandigen Gefäß zum Schwimmen gezwungen.
Carsten T. Wotjak et al.: Forced swimming stimulates the expression of vasopressin and oxitocin in magnocellular neurons of the rat hypothalamic paraventricular nucleus. European Journal of Neuroscience 2001: 13, 2273-2281
München


Eine Maus muss in einem Laufrad bis zur völligen Erschöpfung laufen. Wenn sie nicht mehr kann, fällt sie nach hinten auf ein Metallgitter, wo sie einen elektrischen Schlag erhält. So wird sie gezwungen weiterzulaufen. Die völlige Erschöpfung wird angenommen, wenn eine Maus länger als 15 Sekunden auf dem Elektroschockgitter sitzen bleibt oder mehr als 15 mal pro Minute darauf fällt.
U. Spiekerkoetter et al.: Changes in blood carnitine and acylcarnitine profiles of very long-chain acyl-CoA dehydrogenase-deficient mice subjected to stress. European Journal of Clinical Investigation 2004: 34, 191-196
Düsseldorf


Ratten werden 14 Wochen lang einem kontinuierlichen Dauerstress ausgesetzt, indem Futter oder Wasser entzogen, die Tiere mit Flackerlicht (stroboskopisches Licht) beleuchtet werden, der Käfig hin und her gekippt, der Tag/Nachtrhythmus gestört oder indem kaltes Wasser in die Sägemehlstreu gegossen wird.
K. Velbinger et al.: Acute stress induced modification of calcium signaling in learned helpless rats. Parmacopsychiatrie 2000: 33, 132-137
Mannheim

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