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Pressearchiv 2011 - 24.10.2011 Universität Ulm beendet Versuche an lebenden Schweinen

24.10.2011

Universität Ulm beendet Versuche an lebenden Schweinen

Nach der Kritik der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hat sich die Universität Ulm dazu bereit erklärt, einen umstrittenen Kurs für Medizinstudenten und Assistenzärzte, in dem lebende Schweine zerstückelt und anschließend getötet werden, künftig nicht mehr anzubieten. Die Universitätsleitung teilte PETA am vergangenen Freitag mit, dass »der Naht- und Operationskurs im Wintersemester nicht mehr Teil des Wahlpflichtcurriculums an der Universität ist.«

Nachdem PETA einen Aufruf gegen die grausamen Praktiken an der Universität Ulm gestartet hatte, gingen in den ersten Stunden über 3.000 Protest-Mails bei den Verantwortlichen ein und legten Medienberichten zufolge zeitweise den Server der Klinik lahm. Mehrmals in der Vergangenheit hatte PETA die Verantwortlichen dazu aufgefordert, den Kurs, der allem Anschein nach gegen das Tierschutzgesetz verstieß, nicht mehr anzubieten. In einem Schreiben Anfang Oktober hatte PETA zusammen mit Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch, Facharzt für Chirurgie und Mitglied bei dem bundesweiten Verein Ärzte gegen Tierversuche, erneut an die Verantwortlichen appelliert.

PETA und Ärzte gegen Tierversuche wiesen wiederholt darauf hin, dass zahlreiche tierversuchsfreie Ausbildungsmethoden und moderne Operationssimulationen zur Verfügung stehen, die realitätsnaher und sinnvoller für angehende Chirurgen sind, zumal Eingriffe an lebenden Schweinen aufgrund unterschiedlicher Anatomie ein völlig falsches Bild vermitteln.

Als die Uni sich zunächst uneinsichtig zeigte, rief PETA schließlich am Freitag zu einer Online-Protestaktion auf, der sich auch die Ärzte gegen Tierversuche anschlossen und in deren Folge nach wenigen Stunden die Nachricht von der Uni Ulm über das Ende des Kurses einging. »Wir deaktivieren nun unseren Aufruf und bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben, für die Unterstützung«, sagt Christine Esch, Tierärztin bei PETA. »Gemeinsam können wir viel für die Tiere erreichen.«

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